ADB:Spangenberg, Ernst Peter Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Spangenberg, Ernst Peter Johann“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), ab Seite 41, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Spangenberg,_Ernst_Peter_Johann&oldid=563857 (Version vom 24. Dezember 2009, 21:12 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Spangenberg, Cyriacus
<<<Vorheriger
Spangenberg, Cyriacus
Band 35 (1893), ab Seite 41. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Ernst Peter Johannes Spangenberg in der Wikipedia
Nach PND-Nummer Suchen
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

SpaUgeUl1etg: Ernst Peter Johann S., 1)r. jur. und hannoversche«t OberappellationSgericl)tSrath, geboren zu Göttingen am 5. August 1784, f zu Celle am 18. Februar 18Z3. S. ist der zweite Sohn von elf Kindern de8 Professors Georg Aug. S. (siehe S. 42) und dessen auch als Dichterin be- kannten Gattin Dorothea, geb. WehtS. Er besuchte daß Gymnasium, von 1803 bis 1806 die Universität seiner GeburtSstadt, wo er unter Anleitung seines ge- lehrten VaterS juristische Vorlesungen hörte. Ju demselben Jahre, in dem er mit der Jnauguraldissertation »lliSt0rje1e i’emj1181–um Ro111z11zrum OjVi1j8 S1–zS0jmOn« (Gö1tingen 1806, 49) die juristische Doctorwürde erlangte, verlor er seinen Vater. Die Familie, hierdurch ihrer festesten Stütze beraubt, gerieth deShalb in eine bedrängte Lage, welcher Umstand deu jungen S. anspornte, mit verdoppeltem Eifer an seiner wissenschaftlichen Ausbildung zu arbeiten. 1808 wurde er in dem neu errichteten Königreiche Westfalen und zwar bei dem in seiner Vater- stadt eingesetzten Tribunal erster Juftanz Assessor, 1809 bei demselben Gerichte;- hofe Greffier und 1810 Tribunalrichte1– bei dem District?-tribunale Verden; hier lernte er ein Frl. v. Stade kennen, welche er 1815 als Gattin heimführte. Aber auch in Verden war seine-S BleibenS nicht. 1811 wurden das Weser- und Elbegebiet mit Frankreich vereinigt und in Hamburg ein kaiserlich französischer Gerichtshof eingesetzt; an diesen wurde S. 1812 alZ Generaladvocat berufen. Nach Wiederherstellung de-z KönigreichS Hannover kehrte S. trotz vortheilhafter Anerbietungen, die ihm in Hamburg gemacht wurden, in sein Heimathland zurück, wo er 1815 bei der Justizkanzlei in Celle als Assessor mit knappem Ge- halte Verwendung fand und im nächsten Jahre zum Rath vorrückte. 1824 wurde er in Würdigung seiner Leistungen vom König Georg 1V. zum Rath auf der gelehrten Bank de8 OberappellationSgerichteS befördert und 1831 nach Auß- einandersetzung einer verworrenen Grenzs1reitigkeit zum Beisitzer des geheimen RathScollegiumS ernannt. – S., infolge wissenschaftlicher Leistungen Ehrenmitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, war in seinen Mußeftunden auch littetarisch thätig. Er lieferte in die gelesensten Fachzeitschriften reichhaltige Artikel und Aufsätze, daneben auch Abhandlungen über Gesetzgebung und Organisation, ver- anlaßt durch die französischen Eroberungen auf dem rechten Rheinufer. Endlich sei von seinen größeren Schriften erwähnt: ,,WestphälischeS StaatZ- und Privat- Recht in Grundrissen« (Göttingen 1808). »J. CujaZ und seine Zeitgenossen« (Leipzig 1822). »Beiträge zu den deutschen Rechten de8 Mittelalters 2c. &c.« (Halle 1822). ,,Lehre vom Urkundenbeweise« (Heidelberg 1827, 2 Bände). Ein vollständiges Berzeichniß seiner Schriften gibt der neue Nekro1og der Deutschen Jahrg. 1833 Th. l. S. 126 u.127, welcher zugleich eine Lebens- beschreibung unseres Gelehrten enthält. S., auch im Privatleben geehrt und [42] geschätzt, hinterließ bei feinem Tode eine Wittwe mit zwei minderjährigen Söhmn–

Eisenhart.
Persönliche Werkzeuge