ADB:Stürmer, Karl
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Stürmer: Karl Benjamin St., Historienmaler, wurde im J. 1803 in Berlin –als Sohn des Landschafts und Historienmalers Joh. Heinrich St. (geb. 1774, † 1857) geboren. Neben Hermann Stilke war er der erste, der bei Cornelius in Düsseldorf als Schüler eintrat. Gemeinsam mit Stilke malte er in dem Assisensaal zu Coblenz ein Bild des jüngsten Gerichts, dessen Vollendung ultramontane Zettelungen verhinderten. In Schloß Helto1f am Rhein führte er im J. 1826 im Austrage des Grafen v. Spee das erste Bild eines Cyclus von Gemälden aus dem Leben Kaiser Friedrich’s I. aus. Es stellt die Versöhnung zwischen dem Kaiser und Papst Alexander III. in Venedig dar. Als Cornelius nach München übersiedelte, folgte St. seinem Meister nach der bairischen Hauptstadt, wo unter den Arkaden zwei Fresken: „Die Besiegung Ottokar’s bei Mühldorf durch Ludwig den Strengen“ und „Die Eroberung Belgrads durch den Kurfürsten Max Cmanuel“ von ihm herrühren. Nach Vollendung dieser Arbeiten kehrte er nach Berlin zurück, folgte aber der Aufforderung von Cornelius, ihm bei der Autsführung der Fresken in der Ludwigskirche behülflich zu sein. ImHJ. 1842 finden wir St. wieder in Berlin, wo ihm die Leitung der AuBführung der von Schinkel entworfenen Fresken in der Vorhalle des alten Museums übertragen wurde. Von den dortigen Bildern ist die Darstellung der urweltlichen Kräfte auf der linken Querwand von ihm ausgeführt worden. An den Bildern der langen rechten Seitenwand betheiligte er sich mit einer Anzahl anderer Künstler. Unter den Gemälden der unteren Reihe gehören St. folgende selbständige Composition [52] an: „Hercules schlägt der lernäischen Schlange die Köpfe ab“, „Hercules bringt den gefangenen erymanthischen Eber seinem Vetter Eurystheus, und „Theseus erlegt den Räuber Sinnis. Später nahm St. Antheil an der Ausmalung der Schloßcapelle, wo er zwei Prophetenfiguren, „Daniel“ und „Johannes den Täufer“ schuf. Seitdem trat er nur noch selten mit eigenen Schöpfungen an die Oessentlichkeit. Auf der Berliner akademischen Kunstausstellung im J. 1856 sah man ein großes Historienbild von seiner Hand: „Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg nimmt den Papst Johann )c)c11l. auf Befehl des Kaisers Sigismund in Freiburg gefangen“. Sein letztes Bild, das bekannt wurde, erschien auf einer Ausstellung im J. 1872 und stellte ein Autodafs aus den Zeiten der spanischen Inquifition dar. St. starb am 29. März 1881. Heute schon in Vergessenheit gerathen, wurde er von seinen Zeitgenossen wegen des frischen, kräftigen Zuges in seiner Zeichnung und wegen seines Sinnes für Stil geschätzt.
- Vgl. R. Wiegmann, Die königliche Kunstakademie zu Düsseldorf S. 11. 13. 20. 21. Düsseldorf 1856. – A. Hagen, Die deutsche Kunst in unserem Jahrhundert I, 199. 200. 336. Berlin 1857. – Ernst Förster, Geschichte der deutschen Kunst W’, 11. 14. 18. 64. 71. 282. Leipzig 1860. – Max Schasler, Tie königlichen Museen von Berlin S. 6. 8. 10. 12. Berlin 1867. – Adolf Rosenberg, Die Berliner Malerschule S. 249. 250. Berlin 1879; – Derselbe, Geschichte der modernen Kunst II, 273. 284. Leipzig 1887. – A. Seubett, Künstlerlexikon 111, 384. 385. 2. Aufl. Stuttgart 1879. – Herm. Alex. Müller, Künstlerlexikon der Gegenwart S. 511. 512. Leipzig 1882. H.