ADB:Tappe, Eberhard
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Tappe: Eberhard T., Humanist und Sprichwörtersammler in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, wurde etwa um die Mitte des ersten Decenniums geboren. Sein Geburtsort ist wohl ohne Zweifel das Städtchen Lüne unweit Lüneburg, und dies macht es wahrscheinlich, daß er einer bäuerlichen Familie entstammte. Da man nicht annehmen darf, daß er dem gleichnamigen Geschlechte, das, in Hildesheim (s. u. S. 394) weit zurück nachweisbar, im 17. Jahrhundert mehrere namhafte Gelehrte hervorbrachte, angehört-2 oder wenigstens nahe verwandt war, so ist man für Herkunft und Charakter seines Hauses blos auf Vermuthung angewiesen. Sogar der Name steht nicht ganz fest, indem neben der üblichen, besonders auch durch die Buchtitel gestützten Form Tappius, d. i. Tappe, in der Buchhändler-Vorrede der ersten Ausgabe Dappis und in der Wittenberger Universitätsmatrikel Dape nebenhergehen. Auch die einzige von ihm dargebotene Notiz zur Kenntniß seines Ursprungs sagt uns weiter nichts, als daß Tappe’s „putsr 8mzvtjsjmus Johannes hieß und bei jeder Ertheilung eines Auftrages sofort den sprichwörtlichen Gedanken „Selbst ist der Mann“ äußerte. Im übrigen legen mancherlei Anspielungen des Erwachsenen die Annahme nahe, daß T. aus einfach bürgerlichen Kreisen entsprossen und unter ländlichen Verhältnissen Kind und Knabe gewesen sei. Sein Heimathsflecken gewann gerade, als T. sich zum Jünglinge entwickelte, eine gewisse Bedeutung, indem das dortige reiche Benedictiner-Nonnenkloster der durch Herzog Ernst den Bekenner von Braunschweig-Lüneburg eingeführten Reformation mit den entschiedenften Widerstand leistete. Gleichwol wurde T. bereits (8. Juni) 1525, d. h. noch vor dem kirchenreformatorischen Auftreten Etnst’s, zu Wittenberg, also an der einzigen sofort „lutherisch“ gewordenen Universität, immatriculirt, und zwar von dem berühmten Anatomen Augustin Schar(p)s (s. A. D. B. 1)cX111, 86). Welcher Facultät sich T. daselbst angeschlossen, was für Vorlesungen er und bis wann er solche besucht hat, darüber besitzen wir ebensowenig factische Angaben, wie über die–Wahl seines Berus und sein späteres Wirken.
Der Philologie hat T. sich gewidmet und nach absolvirten humanistischen und wol den damals unerläßlichen theologischen Studien das altsprachliche Fach an einer Gelehrtenschule – vielleicht in Holland, für dessen Volksart er eine eigenthümliche Vorliebe zeigte, oder Köln, der einzigen Stadt, die er mehrfach erwähnt und woselbst er sich schließlich ansässig machte – versehen, wofern nicht alle Anzeichen seiner Beschäftigung mi8 trügen, die seine Bücher enthalten. Im Vordergrunde steht da sein Schülerverhältniß zu Paulus Bombasius (Paolo Bombace), Professor des Griechischen zu Bologna, der mit Erasmus eng bes freundet war und 1527 bei der Crstürmung Rome umkam. Danach muß T. die führende italienische Universität also vor Wittenberg besucht haben. Ferner scheint ein Hinweis auf die Auslegung, die Philipp Melanchthon einer Hefiodstelle gab, T. unter dessen Colleghörer zu versetzen. Auf philologische Studien deutet die stete Verfügbarkeit verschiedenartiger griechischer und lateinischer Beweis und Parallelstellen, und zwar sowol aus altclassischer Zeit, wie den Pe- [391] rioden der späteren Gräcität und Latinität, zudem aus Grammatikern, Classikercommentatoren und Scholiasten. Daneben beherrscht er aber nicht weniger die patristische und verwandte Litteratur aus römischen: und byzantinischem Lager. Die Fülle seiner Belege ist geradezu erstaunlich und läßt eine gründliche schulmäßige Heranbildung in gymnasialem Sinne ahnen, wie sie and ererseittz die Annahme, daß er in die wenig zukunftsfreudige Laufbahn eines Lateinschullehrers eingetreten und diesen Posten nicht unrühmlich ausgefüllt habe, beinahe zur Gewißheit erhebt. Anspielungen auf mythologische und volksthümlich dichterisches Dinge, eingestreute Schlagworte der Alltagsrede zeigen ihn auch am Studirtische mit Gegenständen nichtschulmäßigen Interesses beschäftigt. Endlich unterschreibt er sich in seiner einzigen Vorrede „1V1.“, d. h. Magister. Jedenfalls erübrigte T. in seinem Berufe noch genug Muße, um die vielen fesselnden Vorkommnisse seines unruhigen Zeitalters mit Theilnahme und Nachdenken zu verfolgen, und er hat den mannichfachsten staatlichen und socialen Tage2ereignissen seine volle Aufmerksamkeit zugewendet, ohne aber irgendwie eine schrosse Subjectivität herauszukehren. Sein Standpunkt ist dabei durchgehends ein ziemlich vorm:theiltzfreier, namentlich gegenüber religiösen Fragen, speciell formell-kirchlichen Dingen und innerpolitischen Vorgängen. Wir hören bei ihm aus den Wirrnissen der eigentlichen Zeitgeschichte fast gar nichts, dafür aber gelegentlich die selbständige Stimme eines reformfreundlich, wenn auch nicht irgendwie fanatisch gesinnten aufgeklärten Mannes, dessen etwaige Betheiligung an bezüglichen Neuerungen für uns allerdings völlig im Dunkeln liegt. Daß er den Anschauungen, die damals der demokratischen Stürmer und kirchlich Ra diealen Losung darstellten, in der Praxis keinsfalls huldigte, erscheint nach verschiedenen mäßigenden Einlagen in seinem proverbialen Commentar ausgemacht. Diese weise Zurückhaltung hindert einen scharfen Tadel des arg verlotterten Zeitgeistetz, insbesondere was die Verderbniß des religiösen Sinnes anlangt, sowie herbe Mahnworte, sich zu einer besseren Pädagogik von Kind und Erwachsenem aufzuschwingen, nicht. All das entnehmen wir, abgesehen von den unaufklärbaren Anspielungen in der Widmung seines einzigen deutschen Buches, der wir noch näher zu treten haben, seiner großen Sprichwörtersammlung; deren verfprengte Autobiographica und unabsichtliche Auslassungen bilden also unsere wesentliche Unterlage. Sie erschien wol zuerst als „(3ermsniO01–um 8.(18„giorum cum I.zti11js m: (3mo0js oo1– 1zt01–11m. 0ent11rise Septem. l’(-r 1J)bsrbm–(111m ’1’sppjum l-1msusm. 1D: I.ibers. K1gsi1tj11z, ju 8e(1jbus 7ucuäe1j11j Ri11e1i„j- Anno 1lll)IcI(I(1Ic“ mit siebenjährigem prjvj1egio lmpsris.1i; dann ebenda 1545, trotz des Titelzusatzes „.sam äenuo reoognjtae er 10oup1etztze per jpsum 8.ut1torem““ völlig unverändert. Außerdem gelangte zu Köln 1589 in Druck: „kIpjtoms.(18gjorum post 11o7jsimam 1). 1D1–smi Rot. eJc(1uisitx-1m reoog11itjo11em- per 1Jbsi–bzrc1um ’1’s.ppjum mj 11umerum Aä8gjorum ms.guj operis nano primi1m zuotz [er (1uoc1 (1i1igen8 leOtor kaci1O Vi(1ebit„ 1mi1tis ju 1oojs i:-tm (1uzm 8-nts C1i1jgenti11S emenc18tz]“„ Augsburg 1540, Köln 1542, 1545, 1553, 1558, 1564 (1581?), Antw. 1544 u. (mit Servilius’ Anhang)1545, Leyden 1550, Amsterdam 1649 unverändert aufgelegt. Da aus dem Titel der ersterhaltenen Ausgabe der Evitome die Existenz einer älteren fast bestimmt hervorgeht und in der Einleitung zum größeren Werke von einem zehn Jahre früher herausgegebenen Probebüchlein desselben Inhalts, daß der Verfasser nunmehr am liebsten verleugnete, deutlichst die Rede ist, darf für uns kein Zweifel obwalten, daß der erste Druck der von T. angelegten proverbialen Collectaneen verloren ist; des Urhebers eigenes abfälliges Urtheil läßt uns diese Thatsache weniger empfindlich erscheinen. Bedeutsam wird aber dieser Umstand dadurch, daß T. bei seiner Anfangsveröffentlichung noch nicht bei Johann Agricola, dem ersten nach weiteren Gesichtspunkten arbeitenden Parömiographen, Anregung und Muster [392] gefunden hattes da ja dessen epochemachende Schöpfung etwa gleichzeitig aus Licht trat. Dagegen ist er, der, in der Vergangenheit der Sprichwörterkunde ziemlich bewandett, fast jeder Nummer den Grad der Verbreitung bemessen und Nebenformen beifügen kann, dem Erasmus thporetisch wie in Beispielen für Vielerlei verbunden, ja hat sogar aus dessen eigener Sammlung, die er in jenem kürzeren Werkchen auszuziehen unternahm, eine zusammenhängende Serie (711, 1. bis 3. Dekade) herüb ergenommen. Ferner sind ihm verschiedene antike und mittelalterliche Vorgänger gar wohl geläufig- wie er auch des Oefteren sich auf sie beruft. Die Methode, die deutschen Sprichwörter blos als Synonyma der lateinischen zu bringen und den in der Gelehrtensprache abgefaßten Context mit der entsprechenden einheimischen Formel abzuschließen, ist sein (D. G. Morhof, 1)e zrgum (1jc– tjOne trzots.tus9- 1705, 1D. 97 u. [ln(1S:c] O4), eine humanistische Neuerung dabei das Einflechten passender griechischer Parallelen, die allenthalben das echte Verständniß des altclassischen Sentenzenreichthums verrathen. Schule gemacht hat Tappe’s selbständig ausgebildete Methode trotz ihrer Gründlich- und Sauberkeit ebensowenig, wie seine schönen Ergebnisse auf dem Felde des Sammelns selbst. Bei keinem der ungezählten jüngeren Compilatoren und Abschreiber der Gattung verspürt man einen so wesentlichen Einfluß, daß man die Anklänge bestimmt ihm zuschieben könnte; auch die Wiederkehr charakteristischer Sprichworttypen in Spies’ „Volksbuch vom Doctor Faust“ von 1587 (s. Kühne’s Neudruck 1868) erzwingt keineswegs die Annahme unmittelbarer Benutzung. So erwuchsen denn aus dem Resultate von Tappe’s strebsamem Fleiße nicht die Früchte, die er verdient hätte. Trotzdem gebührt ihm eine hervorragende Stelle im Reigen der deutschen Parömiographen. Von neueren Nachfolgern zog ihn Wander im „Sprichwörter-Lexikon“ zu Rathe (1, p. )c1.17), und zwar die 154ser Ausgabe. Der Band ausgewählter Sprichwörter des Erasmus ist neben dem eigenen Werke Tappe’s ein nüchterner Ueberblick der geläufigsten lateinischen p1–osserbjs den wohl nirgeynds eine selbständige Glosse oder eine neue Auslegung unterbricht. Die erste und sämmtliche folgenden Ausgaben tragen über Seite 1 den Innentitel „1–Ipjt01118 Aä8gi01–um 1). kJrA8m. R0tsr0ä8mj, per kIbsi–bsr(1um ’1?8ppjum 08.8tj– gzts - er zc1 11umerum A(1ugi01–um ms tguj opsrjs 10oup19tuts.“. Die zweite Ausgabe zählt 598, die dritte, die der oben eingeklammerte speculative Titelzusatz schmückt, infolge anderer Textvertheilung gegen den Schluß hin, 632. die vierte ebensoviel, die etwas weiter gedruckte fünfte 656 Seiten, sämmtlich den ausführlichen Inder ungerechuet. Dabei zeigt sich nun, daß von der 154ser Ausgabe an, die Martin Gymnicus u. A. mit der Behauptung bevorwortet, er habe dies Werk, wie sämmtliche in seinen Verlag übernommenen, gründlich verbessert (was keineswegs der Fall ist, zumal auch der Anlaß fehlte), trotz des nachherigen Ueberganges an Walter Fabricius’ Firma dieses anpreisende Versprechen mit dem vollen umgebenden Wortschwall allemal wiederholt wird. Dies Alles ist ebensowenig verwunderlich, wie die völlige Uebereinstimmung zwischen den Auß- gaben des Tappe’schen Hauptwerkes; denn der Verfasser selbst war mittlerweile gestorben. Die dem Frühjahr 1542 entstammende Vorrede zum zweiten, noch bei Johann Gymnicus, Martin’s Vater, erschienenen 15)pjtoms–Druck, eine bIpjst01zdie “00nrzc1y8 13ryusO11js 1Imb9omi78 1lls„1stj110 0)–1mijoo„ 8(1o1S8oOutj 08n(1j(1o’ (p. 2u–5b) schreibt, wird p. 4u ff. Folgendes berichtet: „ll1c1jsnum 911im S88et- 8i pate1–11j n0mjuis oe1ebrims„ in te 0bsOuret.ur. 111O- utj ujc1e.S, 8umptus urz grmiztu-r Stjs.m ms.guos ks.0Sre- ut bo1108 Sorj1zt0res uer ! Obso1et08, ju 1u0em 1suoOet„ ue! c1eprs 1.ustos repurget- usi 0bs0ur08 e1c1z18,118t- uer j11ustres etjs.m„ z1jquO z(1jeOto„ 8ius 1n(1j0S„ 8iue breuius0u1jsO1101jJ8, re(1(18.t j11ustrj0rs. lm 11ut1o er 0küojt18. Sua 11umz11Orum Stu(i1j0rum (:mi(1iäs ttjs Aäzgjorum o11i1ia(1Os m:-1gni i1lius 1Jrs,8mj- (19c1jt: 110uo 1mijOe rOrum e1o08880- qusm Varer11is S)cp911– [393] 8js c011kocerzt uir mu1ts w 9ruäitio11is k1bor11.r(1us ’1’s.ppjus, midi kzmj1izrjt0r 11otus er ps.trouus. 1)Sju(1e ubj pat9r 11oo opus mzj us 088o oOg11oujt, (1usm ut tenuj0ris k0rtuntz 8tu(1io 8i 8ibi oomimrm-O posut- i11S O11mibus pr0(1088e oupisus, eun (1em 13bsrr1–8.r(1um oo11(1u1erat- ut Summa e1j1jgOntia es.8(1em Hsllj1iackOs in 1Opjt0111O11 re(1igeret, uOri1m o011Oi1111ji18 ps.u1s si 8.ute 81111os (1u08 kszrts A11t– usrpjse pro(1i.jt. 8.(1i„jOjo11C1o qu0c1u0 1o0jsuis 1z–(1agiu es „ quse per ]kJrasmum ju 110ujsjms e(1jtione 0bj1i:-1.(1um 8,0oOsS9r5mt. Cuom 1zborom k91i0isjms qni(1(zm 13bsr118r(1us Ospermss(1 morto prs,Su911tus, non e:cp1euit. 1I1ooibus jtmiue ego rmtrjs tui postoa j11pu1Sus Sum 1zb0rsm 8.bs01uj. qu0m quiäem qusijs 9St- 8tu(1iOsjs(10168Oentjbus per te’ mi 1lls.rti11S- (1o11A.tum S889 u01ui. 1c1 uui(:ß S1- potsbs„t 9t:13Jb9r118.r(1us 1108tsr. 8it bio avimus i11 te meus„ mami mnoris 11ostrj pesrpstuum pjg11us er von j11tsrm0rjturus tostjs. I.jbsilum 00uüäO korO bO11arü 1jtsra1um 8tu(1j0818 uti1Sm er juOun(1um. Bond u:-D18. 001011ise 0u1Snc1is 1lls.rtj„js, -!11110 1sckl.1).Jcl.11.“ Seb. Franck’s „Annder theyl der Sprichwörter“ (1541) ist „zum theyl von E. Tappio zusamen bracht,“ also nach dessen Tode erschienen. Der frühe Tod Tappe’s kann nicht viel früher erfolgt sein. Wir besitzen nämlich von ihm auch ein deutsch geschriebenes Büchlein, dessen Widmung unterzeichnet ist: „Geben zu Cöln Anno 1541 den 24 Maij .... K1. Cberhardus Tappius Lunensis mitburger zu Cöln“, dessen Schluß 1542. Es heißt: „Waidwerck vnd Federspiel. Von der Häbichen vnnd Falcken natur, art vnnd eygenthumb, wie mann sie berichten, gewehnen, ätzen, vnnd von allen jren kranckheyten soll erledigen, Allen Häbich, vtmd Falcken tregern vast nötig vnnd zu wissen nützlich. Durch Eberhardum Tappium Lunensem Burger zu Cöln. Zu Straßburgk bey M. Jacob Cammer Lauder“ (Quart. 40, unpaginirte Blätter eJco1. Titel, Vorwort, .Inhaltsverzeichniß). Die Widmung, -Vorred“, „dem Ehrnfesten, fürsichtigen vtmd hochweysen herrn Jacob Rodekirchen, Burgermeyster der heylichen statt Cöln, seinem günstigen lieben Junckern vnd herren“, besagt blos, daß T. diesem zu ganz außerordentlichem Danke verpflichtet sei, weil er den der „ellend“ war gestützt habe, ihn, der von seinen „abgünstigen felschlich verleumbdet war“. Dem Kölner Bürgermeister, dem genauen Kenner der Jagd und Beize, solle eine Zerstreuung in der Muße nach den sorgenvollen Geschäften aus diesem Büchlein erwachsen. Dieses nun habe er, T., als säubernde und vermehrende Umgestaltung, angelehnt an „ein gutts büchlin, doch on tittel vnd namen“, ausgearbeitet, das er „bey dem würdigen vnd Ehrnfesten herrn Engelhardt von Schonenberg deütsch ordens pfleger zu Moffendorff :c.“ im „ellend“, als er seinen „mkßgütmern vnd neydigern ein zeytlanck entwichen, biß sie jren mut wol gekühlet hetten“, gefunden. Die Abhandlung erledigt, in gewandter, volköthümlicher, mehr laienmäßiger Darstellung, die mancherlei naturgeschichtliche Kenntniß und Belesenheit, oft auch die eingewutzelte Neigung zum Sprichwort verräth, erschöpfend ihr Thema (wortgetreuer Abdruck in Quart, mit den Holzschnitten, Stuttg. 1887). Endlich ist noch erhalten: „1)9 re ao(1iü05.to1–j.–z. libri (1ec:Sm I.9O11is BAptistse Alberti 1?’10rsi1ti11j ujrj c:18.1sjsimj’ er K-1sobjteOtj 11obj1isimj„ (111jbus 0mn0111 1zrobj– teOtmic1i ratjonem ci1j1uoj(13. breujtx-tte 00mp10:cus S8t. RSoeus Summe-1. (1j1jg011tju. 0zpjtjbus (1isti110tj, St 5D kooc1js m9nC1js 1s9purgatj- per 1DbOr118r(1um ’1’s.ppium l.un9118em. :z1–gsi1t0r:-tri 811cu(1Sbzt 1U. .Jls.Oobus 0zmll1Sr1mi(1Sr 1ll0gunti11us. 1z1111o 1541.“ Dieser Quartband von 165 Seiten enthält nirgends eine ersichtlich von T. herrührende Notiz oder eine Auslassung, die auf ihn Bezug hätte, und stellt gewiß ebenso wie jenes einzige muttersprachliche Erzeugniß eine Brotarbeit des damals aus uns unerfindlichen Gründen in Noth gerathenen Schriftstellers dar. Die Beziehung zu dem Humanisten und Verleger Jacob Cammerlander, die beide beweisen, eröffnet ein neues anziehendes Verhältniß; Tappe’s.
[394] Positive Nachrichten über T. waren nirgends aufzutreiben. Die Kirchen- .„ bücher seiner Heimathgemeinde reichen nur bis 1681 zurück, wie mir Herr Organist Hövermann in Lüne mittheilte. Auch sonst ließ sich weder aus gedruckten, noch aus archivalischen Materialien daselbst oder in Lüneburg und Hannover etwas feststellen. Die verwittwete Frau Superintendent Dr. Raum zu Lüne, Pastor Strasser und Stadtbibliothekar W. Görges zu Lüneburg, V1-. Adolf Wrede zu Göttingen ertheilten freundlichst die negativen Auskünfte. Des Letztgeuannten gründliche Preisschrift über „Die Einführung der Reformation im Lüneburgischen durch Herzog Ernst den Bekenner“ (Göttingen 1883, beziehentlich 1887) bot die geschichtlichen Unterlagen für die Auffassung der socialen Umgebung, insbesondere der politischen und kirchlichen Verhältnisse von Tappe’s Jugend. Dabei fand sich gar nichts unmittelbar auf T. Vezügliches, ebensowenig in dem im Königlichen Staatsarchiv zu Hannover (dessen Leiter, Geh. Archivrath Janicke, mich umgehend unterrichtete) Verzeichuiß der Manuscripte J. 37 als Copie vorhandenen Kalender von Lüne und den gleichzeitigen, lateinisch abgefaßten, aber bald verdeuHtschten Tagebüchern zweier dortiger Nonnen (vgl. Wrede S. 104 Anm. 1), oder in dem mit auf letzteren fußenden Aufsatze von Schuster, Die Reformation des Klosters Lüne: Hannover’sches Magazin, 1821. Die Immatriculation Him Album Aes(1emjs.e 7itebergen8is 9(1. Förstemami p. 125b. Zur Bibliographie der Sprichwörterbücher s. Zacher, Die deutschen Sprichwörtersammlungen, S. 12 Nr. 22–24 (mit den Citaten von Nopitsch und Duplessis), Goedeke, Grundriß z. Gesch. d. d. D.9 1l, S. 8 Nr. 7, Harrebomöe, Spreekwoordenboek der nederlandsche taal 1, p. RIc1111 u. (list) IV. Nachfrage nach etwaiger Rettung des ersten Büchleins (1529), dessen Existenz Goedeke anzweifelt, nicht überflüssig. Körte, Die Sprichwörter u. s. w. der Deutschen 9, S. 21 schreibt Eberhard Tapp, D. G. Morhof (s. o.) Toppius. Die beiden jüngeren Schriften, der Kölner Aufenthalt und die Todeszeit waren bis jetzt unbekannt, Nachforschungen in Köln noch nicht möglich. Vgl. L. Fränkel, E. T., ein deutscher Schulmeister und Germanist älterer Zeit: Lyon’s Festschrift zum 70. Geburtstage Rudolf Hildebtand’s (1894; Ergänzungsbd. der Ztschr. f. d. dtsch. Unterr.),S. 298 309.