ADB:Walther, Michael (Professor der Mathematik und Theologie in Wittenberg)

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Artikel „Walther, Michael (Professor der Mathematik und Theologie in Wittenberg)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), ab Seite 120, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Walther,_Michael_(Professor_der_Mathematik_und_Theologie_in_Wittenberg)&oldid=880462 (Version vom 25. Dezember 2009, 02:07 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Band 41 (1896), ab Seite 120. (Quelle)
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Michael Walther der Jüngere in der Wikipedia
PND-Nummer 117132217
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Walther: Michael W. jun., Mathematiker und lutherischer Theologe, † 1692. Als Sohn des (zu Celle 1662 verstorbenen) Lüneburgischen Generalsuperintendenten W. (s. o.) ist Mich. W. am 3. März 1638 in Aurich in Ostfriesland geboren. Im Alter von 16 Jahren bezog er die Universität in Helmstedt, drei Jahre darauf die in Wittenberg. Hier wurde er 1659 Magister der freien Künste, widmete sich aber zunächst der mathematischen Lehrthätigkeit und erhielt 1666 eine Professur der Mathematik daselbst. Nach dem Tode des Führers der damaligen Wittenbergischen Theologen, Abraham Calov’s, trat W. 1687 in die dortige theologische Facultät als vierter ordentlicher Professor ein und verblieb in dieser Stellung bis an seinen Tod 1692, am 21. Januar; er starb, noch nicht 54 Jahre alt. Vier Mal ist er verheirathet gewesen. Unter seinen Kindern gelangte ein aus dritter Ehe stammender Sohn Augustin Friedrich († 1746) als Professor der Medicin in Leipzig zu ansehnlicher Bedeutung. Als Theologe vertrat W. den Standpunkt der damaligen lutherischen Scholastik, als dessen charakteristischer Vertreter sein eigener Schwiegervater Deutschmann bekannt ist, in der Zeit nach Calov unter den Epigonen theologisch einer der engherzigsten.

Schriften Walther’s: Mathematische Disputationen: „A11s-t1eots m-ubemztjO9.“; „l)js. (1e I101)7psibus; „l)e OOmstis; „1)e 1ongitu(1j11e gsogrsp11i08“; „1)e 2o11z torrj(1u“; „1)e 811reo munero“; „1)O yis. 88tbbst11j“. – Theologische Disputationen: „1)e üäei Ni0enue ysrirztsutjqujtste ot 118oesjtzts; „1)e justitiz j11bsSrente“; „Qui(1 0ir0u o1z7em 1igsi1tem 1i0ezt“; „1)e ü(1e bzptisz– tor11m j11kz11tjum“; „1)9 .Iesu -–u1te 1ll-1rizm“; „1)S osteObj2-ttjo11e 7etsrum“; „1)e 0o11oursu 1)ej“; „1)6 8ztisks0ti011is 0brjsti certitu(1j118 er ICS. I.III’ 5, 6- 1. ’1’im. 1l- 5„ 6 jmprimis O011trz 8o0inieu108“; „l)e esas 3comemsa ;mJ(scog er 2. Petr. 1„ 4“; „l)e abusu (1jstivcti011is i11tsr prsentis.t11 j11timam et e1ti111zm“ ; „1)6 (1jsputs„tionibus Aou(10111i0is „l)O (1isjr:1j1jtu(1jt1e ortus n08tri et 011rjstj llominis; „l)0 011risti 110mi11is cL1-a,ucx9m;(13tzc“; „1)e now 1egisi8tor0 011rist0 0outr-n. 8ooinjzm08 er A1–mini:mos und andere mehr. – Die von W. hinterlassenen Manuscripte anderer Werke sind von seinem Sohne, dem oben genannten Leipziger Professor Augustin Friedrich W., der dortigen Universitätsbibliothek geschenkt worden. Sie führen folgende Titel: „0ni7e1s plli1080pbj9„ t11eties, gns pzrtem rbe0re1;i08m 1v9t11oc1o S)sntllStj08„ quz partem prsoti0zm met110(1o miz1z7tiOz –pertmotstA“; „1ll0tzp11)–8iOz (1i(1u0tjOO–1zo1Smjo:-r; „13J1emsntz zrit11metjos.e er geomotrjzO“; „7m–iz C18 00metis; „)ZymImäcog esseos) 8T; Eck zuoe297H„erscr“; „0eogrzpbia mst11emsti0a“; „1)j0tsts. ju 0810yii t11eo1ogizm posi– ti–7zm“; „(J0t18i(1Srstio 8y110retismi quom llsiäegg0rus mo1itur“; „1)S 1ibris 8z7mbo1iojs eOo198iarum 11ostrmsum“ ; „Br97is eo11o0temp01’s necesm–jz 8.(1monitio“ ; „1118titutio110s llebrse““ z „(I011egium e1egetioum ju 17 10yz11ge1jst:18“; „0o11s gium e1egotjo11m in 1oos bib1ios.“; „0011egium ’1’heo1ogisO t11etjoae“; „lsugoge ju 8)–8t.e1nz co11troyersjm–um miti–Oz17inisti03rumes „8z78tsmz contro7ersis.rum uuti–oz1yjllistiOsrumc; „’1’be010gjz pO10mi08’ 0r(1i119 lcoenigjmio tr-10tat-a“.

Vgl. Pipping, 1llsmOrjse ’1’11eo1ogorum. – Zedler, Universallexikon, [121] 52. Bd. (1747), Sp. 1857–1861. – Zur Charakteristik der geistigen Atmosphäre Walther’s: Aug. Tholuck, Der Geist der lutherischen Theologen Wittenbergs im Verlaufe des 17. Jahrhunderts (1852), S. 161–284, besonders die Schilderung Deutschmann’s S. 221ff., aber auch die Abschnitte über die lutherische Scholastik, über die Verblendung der Wittenberger Theologen gegen die kirchlichen Mißstände, über ihre Streitsucht und Unduldsamkeit.
P. Tschackert.
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