Abendbild
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Abendbild.
Grau der Himmel, grau die Erde,
Grau das weite dürre Land,
Sonn’verbrannte nied’re Sträucher,
Schwarzer Sumpf und heißer Sand;
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Doch schon weben in der FerneAbendnebel, dünn’ und leicht,
Ihre grauen feuchten Schleier
Und die träge Stille weicht.
Denn ein mildes kühles Lüftchen,
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Wie der reine AthemzugEines schlafumfang’nen Kindes,
Hemmt der Vögel matten Flug.
Aus den Büschen, still sich regend,
Ein geheimes Flüstern bricht,
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Leise klagt’s im Sumpf und silbernSpiegelt sich das Mondenlicht. –
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