Album der Poesien/Der Goldschmiedsgesell
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| Autor: |
Goethe |
| Titel: |
Album der Poesien
Der Goldschmiedsgesell |
| Untertitel: |
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| aus: |
Die Gartenlaube, Heft 20, S. 318, 319 |
| Herausgeber: |
Adolf Kröner |
| Auflage: |
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| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1874 |
| Verlag: |
Ernst Keil’s Nachfolger |
| Drucker: |
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| Erscheinungsort: |
Leipzig |
| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Scans bei Commons |
| Kurzbeschreibung: |
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| Hierzu Berichtigung in Heft 21 |
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[318]
Album der Poesien.
Der Goldschmiedsgesell.
Es ist doch meine Nachbarin
Ein allerliebstes Mädchen.
Wie früh ich in der Werkstatt bin,
Blick’ ich nach ihrem Lädchen.
Zu Ring und Kette poch’ ich dann
Die feinen goldnen Drähtchen.
Ach, denk’ ich, wann, und wieder wann
Ist solch ein Ring für Käthchen?
Und thut sie erst die Schaltern auf,
Da kommt das ganze Städtchen
Und feilt und wirbt mit hellem Hauf
Um’s Allerlei im Lädchen.
Ich feile; wohl zerfeil’ ich dann
Auch manches goldne Drähtchen.
Der Meister brummt, der harte Mann!
Er merkt, es war das Lädchen.
Und flugs, wie nur der Handel still,
Gleich greift sie nach dem Rädchen.
Ich weiß wohl, was sie spinnen will:
Es hofft das liebe Mädchen.
Und nach den Lippen führt der Schatz
Das allerfeinste Fädchen.
O, wär’ ich doch an seinem Platz,
Wie küßt’ ich mir das Mädchen!
Goethe.
[319]
Der Goldschmiedsgesell.
Originalzeichnung von H. Effenberger.
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