Almansor (Buch der Lieder 1827)
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[272] Almansor.
I.
In dem Dome zu Corduva 5
Und auf Säulen, Kuppel, Wänden,Ziehn von oben sich bis unten 10
Dieses Haus zu Allahs Ruhme,Doch hat Alles sich verwandelt 15
Hebt sich jetzt der ChristenglockenMelancholisches Gesumme. 20
Ihrer Messe fades Wunder.
25
In dem Dome zu CorduvaSteht Almansor ben Abdullah, 30
Einst geschmückt zu Allahs Ruhme,Jetzo müßt Ihr dienend huld’gen 35
Ei, da muß ja wohl der Schwäch’reNoch viel leichter sich beruh’gen.“ 40
In dem Dome zu Corduva.II.
Hastig schritt er aus dem Dome, 5
Auf dem Weg’ nach Alkolea,Dem Guadalquivir entlange, 10
Pfeift und singt, und lacht behaglich.Und es stimmen ein die Vögel, 15
In Navarra kämpft ihr Vater,Und sie freut sich mindern Zwanges. 20
Blitzen durch der Bäume Schatten.
25
Wie beschwingt von muntrer LauneFlattert er herum im Saale, 30
Küßt er rasch, und springt von dannen;Und er setzt sich vor Elviren 35
Und er zeigt die goldnen KreuzeEingestickt in seinen Mantel. 40
Dreißig Mal an jenem Abend.III.
In dem Schloß zu Alkolea 5
Donna Clara und AlmansorSind allein im Saal geblieben; 10
Auf dem Schemel sitzt der Ritter,Und sein Haupt, das schlummermüde, 15
Auf Almansors braune Locken –Und er seufzt aus Herzenstiefe. 20
Und es wölkt sich seine Stirne.
25
Und er träumt: er stehe wieder,Tief das Haupt gebeugt und triefend, 30
Hört er murmeln unmuthgrimmig,Länger wollen sie’s nicht tragen, 35
Krachend stürzt herab die Kuppel,Und die Christengötter wimmern. |
