Altdeutsches Tanzlied
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| Autor: |
Nach Neidhard von Reuental (1200) |
| Titel: |
Altdeutsches Tanzlied |
| Untertitel: |
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| aus: |
Die Gartenlaube, Heft 19, S. 313 |
| Herausgeber: |
Adolf Kröner |
| Auflage: |
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| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1884 |
| Verlag: |
Ernst Keil’s Nachfolger |
| Drucker: |
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| Erscheinungsort: |
Leipzig |
| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Scans bei Commons |
| Kurzbeschreibung: |
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Artikel in der Wikipedia
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[313]
Altdeutsches Tanzlied
Altdeutsches Tanzlied.
Nach Neidhard von Reuental (um 1220).
Wohlauf! Der kühle Winter ist vergangen;
Die Nacht wird kurz, der Tag beginnt zu langen.
Es naht die wonnigliche Zeit,
Die Freuden aller Welt verleiht.
5
Die Vöglein singen helle; neu grünt des Waldes Kleid.
Die Mägdlein rufen sich zur lichten Heide:
Gespielin, komm zu holder Augenweide!
Der Liebste wartet auf der Au,
Der Anger blitzt von Morgenthau;
10
Da bricht er uns zum Kranze die Blümlein roth und blau –
Die Mutter schilt auf Tänzer und Genossen:
Du bleibst zu Haus! Dein Kleid halt’ ich verschlossen. –
Ach laß mir’s, liebe Mutter mein!
Spann ich nicht selbst den weißen Lein? –
15
Da zieht sie Rock und Gürtel mit Lachen aus dem Schrein.
Im Lindenschatten tanzt die Schaar der Jungen;
Die stolze Maid kommt lustig angesprungen.
Bei Lachen, Lärm und Liederschall
Wirft mit dem Liebsten sie den Ball
20
In ferne Blüthenthale klingt hell der Widerhall.
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