Alte Armatur und Ringkunst/1. Kapitel
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[1r]
Zorn ort der brust zu bort
zu baiden siten uber schiessen
wecker wil stan
triben strichen wil gan
In der rosen im rädlin
czuck die treffen git guote sinn
krump how dem muol zu
Im eyn flechten hab nit ruo
Im krieg so machstu griffen
ochß pflug Darinn du nit wyche
Mit dem Reiß ort schertz
Im schrack ort hab ain hertz
Im ysen ort verwend
aim biffler tuo fälen biß behend
Ekomen nach reissen ist der sitt
Schnellen uber louffen und den schnit
Daz ist ain gemaine lere
Daran dich kere
Daz tund die wysen
Die kunst kunden brysen
Wiltu dich kunst fräwen
So lern die toplirten höwe
wer nach gaut slechten höwen
Der mag sich kunst wenig fröwen
Ouch so sind vier leger
Die soltu mercken eben
tuo Darin nit starck vallen
oder er laut darüber schallen
wa man dir anbinden wil
So wind die kurtzen schniden für
[1v] Beschliessung der höw
Wiltu daz dirß fechten glück bïß frisch verhalt nit lang die stück Darzuo hypschlich lachen und die ernstlichen machen Daz trw im Schwert Die der talhofer lert Im Schwert soltu nyemen trwen noch gelouben So Rint dir daz bluot nit uber die ougen etc
Jtem die Sloß der rechten kunst nach dem alß die maister Die abgetailt hand von genähe wegen Daz ouch billich zu behaltent ist wenn diß ist der recht grunde Jtem zu dem ersten wenn du in ernst mit ainem fechten wilt So luog wie du mit im abredest und uff wolche stund nach dem so richt dich nach notturft mit allem zûg und daz tuo selber haimlich Und sag nymant waß du Im sinn habest oder tun wollest wenn die welt ist also valsch und richt din hentschuch nach deim vortail mit allem zûg Schwert und wameß hosen und waß du denn bruchen wilt und merck aber wie du mit im abredist Dann darby wirt eß beliben wann daz schwert hat sunst kain recht dann daz es aigner und fryer will ist Item wenn du in den schrancken kumpst und an gan wilt So lauß yederman sagen und tun waß er wöll und sich nit hindersich und hab den ernst im sinn und waß er mit Dir red da ker dich nit an und ficht ernstlich für dich dar und lauß im kain ruo und trû und folg der kunst furcht nit sine sleg und wil er ernstlich an dich zuck imß treffen dzuh how wider fröhlich daran spricht Hanß talhofer der guot man Daz muß er für die warhait jehen Wann eß ist im ouch wol eben dick und offt beschehen -
[2r]
Hie lert der talhofer ain gemaine ler in dem langen
Schwert von der zetel etc
Wiltu kunst schowen
So vicht gelingg gen recht mit howen
und lingt gen Rechtem
Ist daz du starck wilt fechten
wer nach gaut slechten höwen
Der tarff sich kunst wenig fröwen
How nahnt waß du wilt
lauß kain wechsel an din schilt
zu dem koppf und zu dem lib
Die zick ruorn ouch nit vermyd
Nun ficht wyt mit gantzen liben
waß du starck wollest triben
Nun merck aber furbaß
und verstand ouch gar rechte daz
ficht nit obnen lingg so du recht bist
far nach zwayen ding
sind aller kunst ain urspring
Din schwöch und din sterck
Din arbait darby eben merck
So machstu lern
Mit fechten dich erwern
wer also erschricket gern
Der sol kain fechten nymer lern
Der höw sind fünff und haissent funff focal
Die lern recht und mercks fürwar
und daruon komet unß der rechte grund
Daz ist lützeln fechtern kund
[2v]
Die tailung der kunst nach dem text den nähsten
weg zuo dem mann zuo schlahen oder zuo stossen
Zorn how du krumo wer
how schihler mit schaitler
aulber versetzt
nachraissen höw letzt
überlouffen bind wol an
nit stand luog waß er kan
Durchwechsel zuck
Durchlouff hendtruck
wind in die blössin
Slachfach straich stich mit stössen
Das ist von dem zornhow der underschid
wer dier uberhowt
zornhow ortt dem trowt
und wirt erß gewar
Nymß obnen ab vnd folfar
biß stercker wind wÿder
stich sicht erß // so nymß nider
Daz also eben merck
Ob sin leger sy waich oder hört
Jn dem far nach
hört an krieg sy dir nit gauch
Waß der krieg rempt
Der wirt obnen nider geschempt
Du machst in allen hewen winden
Im how ler stich vinden
ouch soltu Mit
Mercken stich oder schnit
In allen treffen
wiltu den maister effen
[3r]
von den vir plößen
vier plöß wisse
Der hab acht so schlechstu gewisse
nit slach ungefar
lug eben wie er gebar
Die vier plöß brechen
Wiltu dich rechen
Die vier ploß künstlich brechen
obnen toplir
unden recht mutir
So sag ich ouch dier fürbaß
stand vest und biß nit laß
und erschrick ab kainem man
stand und sich in ernstlich an
hastuß denn recht vernomen
zuo dem slag mag er nit kumen
Von krumen // wie die schnyd da kumen
Wierff krum uff sin hende
Slach den ort nach sinr lende
und darby wol versetz
Mit schaitler vil höw letst
how uff sin fleche
so tuostu in schwechen
wenn eß knilt obnen
So nym ab Daz wil ich loben
und wer krum zu dir how
Durchwechsel du in schow
wil er Dich Irren
Der krieg in verfieret
Daz er nit nympt war
wa er ist ungefar
[3v]
Die tailung der kunst nach dem text den rechten weg
und die uß richttung der zwierhin
Die zwierh benympt
waß von dem tag her kympt
und die zwierh mit der stercke
Din arbait darby mercke
zwierh zuo dem pfluog
zuo dem ochsen hart gefuog
waß sich wol zwircht mit springen
Dem mag ouch gar wol gelingen
Den fäler darmit fiern
unden uff mit wunsch her rieren
verkere mit zwingen
Durch louff ouch mit ringen
Den elenbog nym in der waug
und mach den fäler nit traug
zwifachß fürbaß
schnid lingg yn und biß nit laß
Daz ist die uß richtung von der schillherin
Schylher ain bricht
waß püfler schlecht oder sticht
wer von wechselhow drowt
Schilher daruß in beroubt
Schlecht er kurtz und ist dir gran
Durchwechsel so gesigest im an
Schilh zu dem ortte
Nym den halß ane forchte
Schilh zu der obern schaittel
Schlach starck wil er din baitten
[4r]
So machst du in wol betöwben
Die faller in kunst berowben
Daz ist von dem schaittler
Die ussrichtung etc
Der schaittler dem anttlüt ist gefar
Mit siner kur
Der prust vast gefar
waß vom im da kumpt
Die kron daz ab nympt
Schnyd durch die kron
So brichstu sie gar schon
Die straich truck
Mit schniden ab zuck
Von den vier leger
Vier leger alain
Davon halt und flüch die gemain
ochß pfluog aulber
vom tag sindz dir nit unmer
Von den vir versetzen
Vier sind versetzen
die die leger ouch ser letzen
vor versetzen hiet dich
gschichtz dir nott eß miet dich
ob dir versetzt ist
wie daz dar komen ist
So merck waß ich dir raute
strych ab haw schnell und draute
setz an vier enden an
blyb stan und besicht den man
[4v]
Daz ist von dem nach raisen
Nach raisen lere
verhow Dich nit zusere
Sin höw recht vernymmp
Din arbaitt dar nach beginn
und brüff sin geferte
ob sie syent waich oder hörte
und lerne in daß
Den alten schnit mit macht
von dem überlouffen
wer des lybß unden cemet
Den uber louff der wirt obnen nider geschemet
wenn eß plitzt oben
sterck eß daz ger ich lobn
und din arbaitt mache
oder truck eß zwifache
vom absetzen
kanstu die rechtn absetzen
all höw und stich sie dir letzen
der uff dich sticht
driff den ort daz im bricht
von baiden sitten
triff allemal darzu schritten
vom Durch wechsel
Durchwechsel lere
von baiden siten stich nit sere
Der uff dich bindet
Durch wechsel in schier findet
vom zucken alle treffen
tuo nahet eyn binden
Die zucken gend gut finde
[5r]
zuck trift erß tzuck mer
arbait er find in dut im we
zuck alle treffen
den maistern wiltu sie effen
vom durch louff
Durch louff lauß hengen
Mit dem knopf griff wilt ringen
wer gegen die stercke
durch louff damit mercke
vom abschniden
Schnid ab die hörte
von unden in baiden geferte
vier sind der schnit
zwen unden zwen obnen mit
vom hennd trucken
Din schnyd ver wende
in die zwierh gar behende
und gang nach an den man
stoss mit dem ghiltz schon
wiltu denn nit schallen
so hastu zway eynfallen
von den zwain hengen
wer dir zestarck welle sin
heng fall im oben eyn
zwey hengen werden
uß ainer hand von der erden
Doch in allem geferte
So machstu sin waich oder hörte
von sprech venster
Sprechfenster mache
stand frolich besich für sache
wer sich var dir zühet abe
Slah uff in Daz eß schnape
[5v]
luog und schüch kain man
eß schatt nit waß er kan
hastuß recht vernomen
zu dem slag lauß in nit komen
Die besliessung der zetel
wer wol bricht
und endlich gar bericht
und brichz besunder
Jeglichß in drü winden
wer wol hengt
und winden dar mit bringt
und wint mit achte
mit rechter betrachte
Darmit ir aine
Die winden selbdritt ich maine
so sind ir zwaintzig
und vier zel sie aintzig
von baiden siten
Acht winden mit schriten
spricht hannß talhofer
got lauß unnß aller schwer
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[8r]
hie vint man geschriben von dem kempfen
Item wie daz nun sy daz die die decretaleß kempf
verbieten So hat doch die gewonhait herbracht
von kaisern und künigen fürsten und hern noch
gestatten und kempfen laussen und darzu glichen
schierm gebent und besunder und umb ettliche sachn
und artikeln alß her nach geschriben staht
Item zu dem ersten maul daz im nymant gern
sin Eer laut abschniden mit wortten ainem der
sin genoß ist Er wolte Er hebat mit im kempfen
wie wol er doch nit recht wol von im kem ob
er wolte und darumb so ist kämpfen ain muot-
will
Item der sachen und ardickelen sind siben
Darumb man noch pfligt zu kempfen
Item daz erst ist mortt
Daz ander verräterniß
Das dritt ketzery
Daz vierd wohher an sinem herrn trulos wirt
Daz fünfft umb sactniß in striten oder sunsst
Daz sechst um valsch
Daz sibent da ainer junckfrowen oder frowen benotzogt
Item spricht ain man den andern kempflich an
Der sol komen für gericht und sol durch sinen
fürsprechen sin sach für legen Darumb er in
dem an kagt und sol den man nennen mit
dem touff namen und zuo namen So ist recht
Daz er in für gericht lad und in der stund beklag
uff deren gerichten nach ain ander kumt er denn
mit und uanttwurt sich nach nymant von sinen
wegen so mag er sich fürbaß mit mer veranttwurten
[8v]
Er bewyse dann Ehafte nott als recht sy so sel
man in verurtailen alß ser in daz sin bott
und halb landes begriffen haut je dar nach
alß die ansprach ist gegangen Darnach sol
daz urtail ouch gan
Item der da kempflich angesprochen wirt
uff den dryen gerichten und er ainost zuo der
antwort kumpt und leugnot darum man in
an gesprochen hat und sprich er sy des also
unschuldig und der sag uff in daz nit war
sy und daz woll er widerumb mit kempfen beherte
und uff in daz wysen alß denn recht sy un dem land
DarInn eß sy und forttert daz über mit urtail seinen
lertag So werdent im sechß wochen ertailt
zu sinem lertag und vier tag von dem gericht
werdent im auch ertailt Daruff sie kempfen
sillent alß in dem land gewonhait und recht
ist Item versprechent sich zwen man willkürlich
gen einander ain kampf sy vor gericht den git
an auch sechs wochen lertag und sol in frid
bannen baiden und wolcher under den den frid brech
uber den richter man on den kampf alß recht ist
wie ainerdem anderen mit recht ußgan mag
Item ist daz ein man kempflich angesprochen
wiert von aim der nit alß guot ist alß er dem
mag er mit recht uß gan ob er wil oder ob
ain man echt loß gesagt würde oder worden wer
dem mag man ouch des kampfes absin Item
spricht aber der edler den mindern an zu kempfen
so mag der den minderen nit wol absin
[9r]
Item wie aber zwen mann nit mit ainender
mügent kempfen und wolcher wil under den den zweye
dem andern wol uß gan mag
Item wenn zween mann gesinnt sind biß uff die
fünffte sipp oder näher die mügent durch
recht nit mit ein ander kempfen und des müssn
siben man schwern die die vatter und muotter halb
mäge sind
Item wie aber ainer dem anderen kampfes absin
mag mit solichem gelimpf alß hie geschribn stät
Item ob ain lamer man oder einer der böse ougen hett
und kampfes an gesprochen wirt der mag sich der
auch wol behellffen und dem gesunden usgan Eß sy
denn daz wyse lüt daz gelich nach der person machen
und daz müessent wyß lüt uff ir eid tun und daz also
glich machen Es mag auch der lam oder mit den
bosen ougen wol einen an ir statt gewinnen der für
iro ainen kempfe
Item wenn also die sechß wochen uß sind und der letst
tag komen ist den in der richter beschaiden haut
Daruff kempfen sullen So sullen sie beide für den
richter komen mit solichem ertzögen und in solich
acht alß die gewonheit und das recht lert in dem
lande dar inn sie kempfen sullen oder nach dem alß
sie mit einander gewillkürt habent Item etc
Item so soll da der cleger schweren daz er der sach
darum er dem ainen man zugesprochen haut
schuldig sy und denn so sol man in ainen ring
machen und grieß wartten und urttail geben
[9v]
nach wyser lute raut und nach des landeß gewonhait
und wo uff den tag in den ring mit kumpt den
urttailt man sigeloß in irre denn Ehafte nott
die sol er bewysen alß recht ist -
Hie staut wie man sich halten sol wenn die
kempfer in dem ring komen sind uff die stund
und uff die zit so man pheindiglich kempfen sol
WEnn die kempfer also in den ring komen
sind So sol der richter von stund an alle
stür und ler vestecklich verbieten by lyb
und guot und sol nicht gestatten daz man einem
für den andern nicht zulenge und sel inß beiden
machen so er imer gelichest mag ungenerde
Das ist was recht wer ob der kempfer
ainer uss dem ring fluch oder getriben wurd
Item wolcher kempfer uss dem ring kumpt Ee
denn der kampf ain ende haut Er werde daruß
geschlagen von dem andern oder fluche daruß
oder wie er daruß käme oder aber ob er der
sache vergicht darum man in denn mit recht
an gesprochen haut den sol man sigeloß urttailen
oder wolcher den andern erschlecht und ertötett
der haut gesiget dem sol man aber richten alß
des landes gewonhait und recht ist darumb
sie dem mit ainander gekemppffet hand
[10r]
Nun merck uff dissen punten der ist notturfftlich zu uerstend
Item des ersten so soltu den maister wol erkennen der dich lerren wil
dz sin kunst recht und gewer sy und dz er frum sy und dich nit
veruntruwe und dich nit verkürtz in der lerr und wiß die gwer
zü zerbraitten da mit er kempfen wil Och sol er den maister
nit uff nemen er schwer im dann sin frumen zwerbent und
sin schaden zwendent deß glich sol er dem maister wider um
sweren sin kunst nit witter zleren
Hie merck uff den maister
Item der maister der ain understat zu leren der sol wißen daß
er den man wol erken den er lerren wil ob er sie schwach
oder starck und ob er gäch zornig sy oder senftmüttig
in die harz und wenn du inn wol erkunet haust in der
herz un wz arbait er uermag dar nach müstu in lerren
dz im nütz ist gen simen vin Och sol der kempffer und der
maister sich hütten dz sie niemand zu sehen laussend und
In sunder sie gwer da mit sy arbaittent und sich baid
hütten vor vil geselschafft und von dem vechten wenig
sagen dz kain abmercken da von kom
von kuntschafft
wie der kempffer und der maister kuntschafft möchte
hon zu rem widertal wz sin wesen wer ob er sy strarck
oder swach ob er och sy gechzornig oder mit und wie sin touff
hieß ob man wölt dar uß brattiuern oder vechnen Ws ist
och nottürfftig zu wissen wz maister in lerr dz man sich
dar nach müg achten
wenn er nun gelert ist und in den
schrancken sol gon
So sol er yu dem ersten bichten dar nach sol im ain priester
ain meß lesen von unßer frowen und von sant jörgen
und der priester sol im segnen sant johanne myne und dem
kempfer geben dar nach sol der maister in ernstlich versüchen
[10v]
und inn under richten dar uff er bliben sol und sol in uff kein ding
haissen acht hon dann uff sin vind und den ernstlich an schowen
Merck uff dz infüeren
Item wenn der man kompt in den schrancken so sol er machen mit
dem rechten fuß ain krütz und mit der hand aines an an die brust
und sol für sich gon im namen des vatters und sunes und des hai-
ligen gaistes Dann sind in die grieß wartten nemen und sind inn fürren
gegen der sunnen umbhe so sol dann der kempfer die fürsten und
herren bitten und die umb den kraiß stand dz sy im wölle helffen got
bitten dz er im sig wölle geben gegen sinem vind und alz er war
und recht hab
Dar nach sol man in setzen in den sessel
Wenn er nun gesessen ist so soll man im fürspannen ain tüch
und sin bar hinder im an den schrancken und sine gwer sind
wol gehenckt sin und gericht nach nottürfft
Die grieß wartten oder tapffer
Der maister und die grieß wartten söllend mercken uff den
richter oder uff den der den kampff an lauffen wirt wann
der rüfft zu dem ersten mal so sol er den man haisen uff
ston un dz tüch von im ziehen und wann man rüfft zü
dem dritten mäl so sol er in haissen hin gon und in got
enpfelhen
Von dem nach richter
Item der kempffer sel wartten das im nützit an dem lib über
den ring oder schrancken uß gang dann wz dar über kem
so stat der nach richter an dem schrancken der hott imer ab
mit recht ob er angerüft wirt
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