Alterthümer, Geschichten und Sagen der Herzogthümer Bremen und Verden
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In diesem Werk sind ursprünglich drei Bildtafeln enthalten (Nr 1: „Eine Situations-Zeichnung der altgermanischen Denkmäler im Gerichte Delm“, Nr 2: „Das Bild des Verdenschen Bischofs Iso“ & Nr 3: „Das Bild des Pastor Brandts zu Cappe“). Von diesen ist nur die Bildtafel Nr 2, die Abbildung der Grabplatte Iso von Wölpes, vollständig gescannt worden. Die Bildtafel Nr. 1 wurde beim Scannen nicht ausgeklappt und ist deshalb nur teilweise gescannt, die Bildtafel Nr. 3 fehlt vollständig.
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Alterthümer,
Geschichten und Sagen der Herzogthümer Bremen und Verden
der
Herzogthümer Bremen und Verden.
Gesammelt und Herausgegeben
von
D. Friedrich Köster.
Mit drei lithographirten Abbildungen.
Zweiter Abdruck.
Stade.
In Commission bei A. Pockwitz.
1856.
[2] WS: Diese Seite ist ohne Eintragungen [3]Vorbericht.
Die vorliegende Sammlung ist zunächst eine Frucht meiner Liebe zu der Provinz, welche mir seit siebzehn Jahren durch meine Amtsführung näher bekannt und durch die Tüchtigkeit und Biederkeit ihrer Bewohner werth geworden ist. Anfangs hatte ich es nur auf eine Zusammenstellung der vorhandenen Sagen abgesehen, dergleichen jetzt aus fast allen Landschaften und größeren Städten Deutschlands erscheinen: es zeigte sich aber bald, daß diese Quelle zu wenig ergiebig sei: unsere arbeitsamen Marschleute kennen kaum das heitere Spiel der Sage, und auch auf der Geest ist das Meiste davon verschollen: wie denn in Bechstein's großer Sammlung deutscher National-Sagen sich keine aus dem Bremen-Verdenschen finden. Deshalb entschloß ich mich, mit aufzunehmen, was von Alterthümern und Geschichten der Provinz zur Kenntniß ihres besondern Wesens dienen könnte; und dessen ist mancherlei, schon in Folge ihrer mehr als achthundertjährigen Abgeschlossenheit unter dem bischöflichen Regimente. So ist nun diese Sammlung freilich kein eigentliches Volksbuch geworden, indem sie Einzelnes enthält, was nur den gelehrten Forscher anzieht; größtentheils jedoch bietet sie Volksthümliches für alle Stände. Daß mein Unternehmen ungewöhnliche Theilnahme gefunden hat, beweist die zahlreiche Liste der Subscribenten. [4] Aber dem bloßen Zeitvertreib und einer flüchtigen Unterhaltung will dasselbe nicht dienen, sondern mein Wunsch ist, daß es unter dem gegenwärtigen Schwanken aller religiösen, geselligen und politischen Verhältnisse dazu beitrage, durch einen Rückblick auf der Väter Art und Sitte im Guten wie im Schlechten, den Sinn für alte Zucht und Ehrbarkeit, für ächte Gottesfurcht und evangelisch-christliche Freiheit zu beleben und zu stärken. Denn noch steht das Wort des Herrn fest, daß die Gottseligkeit zu allen Dingen nütze ist, und daß dem Trachten nach dem Reiche Gottes auch die äußeren Lebensgüter zufallen werden. Ich bitte, mir keinerlei andere Absichten — Tendenzen, wie man jetzt zu sagen pflegt, — unterzulegen. Weder in der einleitenden Uebersicht noch sonst ist es mir um statistische Genauigkeit zu thun gewesen: ich wollte nur Land und Leute schildern, wie sie leiben und leben. Deshalb möge man es wohlwollend entschuldigen, wenn etwa einmal ein Irrthum in dem bunten Inhalte des Buches mit untergelaufen sein sollte. Leicht das beste Material zu dieser patriotischen Blumenlese ist mir durch die Gefälligkeit von jungen und älteren Freunden des Unternehmens zugetragen worden: so die Sagen und Sprichwörter, die Lebensbeschreibungen Willehad's und Anschar's und die Scenen aus der Reformationszeit, durch welche diese Periode der Geschichte der Herzogthümer in ein vorher nicht gekanntes Licht gesetzt wird. Jenen Männern sage ich, auch im Namen der Leser, herzlichen Dank. Von meinen Beiträgen sind einige neu, andere früher in der Kirchlichen Chronik abgedruckt: Einiges ist von meinem ehrwürdigen Amtsvorfahren Pratje entlehnt. Zur Benutzung der in neueren Zeitschriften befindlichen Artikel habe ich die Genehmigung der Verfasser oder der Redactionen erbeten und erhalten. [5] Die drei lithographirten Beilagen werden, denke ich, als eine angenehme Zugabe angesehen werden, zur Erinnerung an die vorhistorische, die römisch-katholische und die protestantische Periode[1]. Die gesammelten Sagen enthalten nicht eben viel Originelles, Bedeutendes, Poetisches, aber sie dienen doch mit zur Charakteristik unserer Provinz; wie denn z. B. sich erkennen läßt, daß in ihnen das kirchliche Interesse, für Gotteshäuser und Gottesdienst, vorherrscht. Poetisch sind fast nur die Sagen aus Beverstedt; und die Art, wie Herr Superintendent Wiedemann die Geschichte von „dem dummen Teufel" erzählt hat, kann an Hebels Alemannische Gedichte erinnern. Es schien zweckmäßig, die Sagen nach der Oertlichkeit, welcher sie angehören, zusammen zu stellen, weil sie da einen geschlossenen Ideenkreis bezeichnen. Dem Inhalte nach zerfallen sie etwa in Heiligen- und Teufels-, Kirchen- und Orts-Sagen. Origineller sind jedenfalls die volksthümlichen Sprichwörter und Redensarten. Deren Sammlung hätte ansehnlich vermehrt werden können; allein ich habe mich mit Absicht auf das meines Wissens Eigenthümliche und besonders Treffende eingeschränkt. Sie haben zum Theil etwas Derbes; und gewöhnlich sind solche Volkssprüche nur halb wahr; gewiß aber wird man auch manches gute Körnlein von „Weisheit auf der Gasse" darin finden. An dieselben schließen sich die beiden niedersächsischen Dialogen, welche den Wohllaut der jetzigen Bremenschen Volkssprache [6] und den heiter scherzenden, gutmüthig neckenden Ton ländlicher Unterhaltung anschaulich machen. Auf die Etymologie der Namen ist wenig Gewicht gelegt[2]; und eben so wenig habe ich mich auf mythologische und symbolische Vermuthungen eingelassen: ich meine, es ist besser, die einfache Thatsache zu erzählen und Jedem, was er daraus machen will, anheim zu stellen. Einiges Material habe ich noch zu etwanigem künftigen Gebrauche zurückgelegt. Es steht nämlich zu hoffen, daß dieser erste Versuch eine Wünschelruthe sein wird, um aus allen Theilen der Provinz — auch aus dem uns so nahe verwandten Lande Hadeln — ferner manches Wissenswürdige an's Licht zu bringen; so daß, wenn eine Fortsetzung erscheinen könnte, dann die ganze Vorzeit und in dieser die jetzige Gestalt der Herzogthümer wie in einem klaren Spiegel vor unseren Augen stehen würde. Stade, im Januar 1856. Köster.
[7]
Fortsetzung
des
Verzeichnisses der Subscribenten.
[8]
Inhalt
[270]
[271]
[272] WS: Diese Seite ist ohne Eintragungen [273]Berichtigungen und Zusätze.
[Bearbeiten] Anmerkungen
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