Es steht eine Weide am Ammersee.
Die taucht ihr Gezweig in die Fluthen.
„Ade, goldhaariger Schatz, ade!
Nun gilt’s für den König zu bluten.
5
Traut war es zu kosen, Boot an Boot,
Wenn die Wasser rauschten im Ammerse,
Und über ein Jahr, wer weiß, bin ich todt –
Ade nun, mein Schatz, ade!“
Sie fuhren noch einmal den See entlang
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Wohl unter die flüsternde Weide,
Die Herzen so weh, die Herzen so bang –
sie kos’ten in Lust und in Leide.
Ab stieß er den Nachen – er schwenkte den Hut:
Da rauschten die Wasser im Ammersee.
15
„Dem König gehorcht ein Soldatenblut –
Ade nun, mein Schatz, ade!“
Und über ein Jahr ein Reitergrab
Liegt einsam auf fremder Haide.
Es neigt die Zweige darüber herab
20
Eine wilde, verwachsene Weide;
Sie seufzt in die Winde – die tragen es fort,
Und die Wasser rauschen im Ammersee:
„Dein Liebster, der schlummert am Haideort –
Ade nun, mein Schatz, ade!“
25
Eine Weide, die steht am Ammersee;
Sie taucht ihr Gezweig in die Fluthen;
Es thut wohl kein Herzeleid so weh,
Als um Liebe, um Liebe verbluten.
Nun schimmert’s herauf alabasterweiß
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Durch die rauschenden Wasser im Ammersee:
„Goldhaarige Stirn, wir umplätschern dich leis –
Ade nun, mein Schatz, ade!“