Augustin von Hammerstetten an Johann Ver

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Textdaten
Autor: Augustin von Hammerstetten
Titel: ohne Titel
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aus: Archiv für Schweizerische Geschichte 6, S. 160-162
Herausgeber: Melchior Kirchhofer
Auflage:
Entstehungsdatum: wohl 1482
Erscheinungsdatum: 1849
Verlag: S. Höhr
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Erscheinungsort: Zürich
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Quelle: Google und Commons
Kurzbeschreibung: Brief aus der Sammlung des Kreiskommissars von Wieser in Bregenz (verschollen)
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[160] Meinem Besunders lieben Hr vnd fründt Hr Johann uer (Ver) der k. M. procur.

Mein gar fleissig vnd villig Dinst all Zeit zevor Besund’ lieber Hr vnd fründ. zu aim seligen Nuwen Jar schikh ich ew. hiemitt ain gedrukten Tractat aus den waren Regeln der Astronomie gründtlich gezogen vnd practicirt darInen Ir all gut glücklich stunden gut sachen ze handlen, Auch pös zuvermeiden, vnder andern finden, werdett Ir die ding zu überlesen sunst Zeitt vnd mus nemen, die sein von einem Hochgelerten fromen Doctor diser Stat Zürich phisico vnd berümbten Mathematico[1] [161] d’ Astronomia bewert, von disem künfftigen Lxxxij Jar ausgangen das wellet als von ewerm gutwilligen fründ In dinstlicher erbietung juxta dictum Kato, Exiguum munus cum dat etc. gevelligclich auffnemen, wann ew. zu dienen wo ich das In allem vermögenlicheitt ze tünd verwüsste soll lr allen ernst empfinden. Lieber Hr. der berümbt doctor d’ schreibt vnserm allergnedigsten Hrn dem Röm. K. die sachen, nitt vmb kaynerley gab oder gutt, wann allein gnedige kundtschafft, vnd erkantnisse seiner k. M. damitt zü erlangen Wann solt Er ainichen seiner k. g. willen, was sein M. ditz Jars Insonders gutem wissen gehabt hette, bericht sein oder noch werden, wer Er sollichs zu practiciren vil begirlicher vnd mich darauff gebeten, Eüch, als meinem Lieben Hrn zu schriben, dise obgemelte seine gschrifften der k. M. In Ir Hand ze presentiren, dann sein k. g. ein grund vnd mancherley darIn, als er hoffte künfticlich dienen solle. In dem finden vnd sein kunst dabey erkenen solle. dz bitt ich Euch zu tunde vnd wie sollichs sein k. M. alsdann empfangen vnd auch was gefallens sy daran gehabt habe mich in geschrifft ewer Hannd ob das möglich ist zu berichten vnd welte sein k. g. ichts sonders zu practiciren weiters begeren, ir by disem botten den Ir bevollen haben, wellet züschicken, wolt ich mich ver vnd getrülich darinn vben. Besonders lieber Hr, Nachdem ich von Herzog wolfen von M.[2] vber hohes v’schr’ ew. etwan zugesandt vnd wissend nitt bezalt mögen hab ich noth halb ain getrüwer aidgnos, vnd Sweitzer werden müssen, ytz zu Zürich wonend Osterreich aber im gmütt vnd gepürlichen nit zu vergessen, dann vil grosser müe vnd dinst, So ich in grosser arbeit bey hohen leuten trülich geton, hab ich der Höf gwonheit nach vbel gnossen. Nun möchten Ir mir yezt nitt gar ain kleiner Handgeschrifft wol erschiessen, ob es gesein möcht, dz Ir den Ludwigen Vogelweider vnd Vlrich farenbüeter baid burgermeister vnd der statt zu Sandgallen, kurz die maynung gschriben hett nachdem Ir mich geübt vnd Inen auch Irer statt zu dienen, für annder geschickt sein erkant, das Sy [162] mich zu Irem Statschriber, auffzunemen vnderstunden, dann Sy mit mir als Ir hofft wol versehen, seidtmalen Ir Inen mitt gutem willen geneigt vnd So das also bescheen, weren Ir noch mer geflissen, mer fründschafft zu erzaigen wann Ir mich lieber bey Inen als sunst nyndter anderswo wissen woltet. Solichs käm mir fast zu gut. Und wollt Euch der müe nitt vmbsunst gehabt haben lassen, wer auch Latein vogelweider in Metelins sachen noch bey Euch, so möcht Ihr die ding auch mitt Im gerett haben vnd mir solch brieff bey dem poten schriben lassen vnd senden, ob Irs selb nitt tun möchten, wann In aidgnossen zu verharrn ist noch mein maynung. Zum letsten Lieber Hr habt Ir Ew. vor Zeiten in des pernekers sachen ain brieff von meiner Hausfrowen vff den pernek’ vmb VIIIc ducaten lautend gehabt vnd mir den bey Hansen von Wehingen trülich geantwurt vnd widerum gesendt stund die sach dazumal. Dz die von pollheim nun IIc Duc. aber mein Hausfr. nun IIIc Duc. haben wolt, was alsdann beschehen, wer yetz nitt not zu melden Sover Ir nun ainen dankh an demselben ort bey dem von pollheim erlangen mocht, dz Ir zu den IIc Duc. die sy ew vergeben wolt sprechen tett müsst Euch verfolgt werden vnd aine schöne arbeit dazu von meiner Hausfrow Handen. Sprecht Ir dann nichtz, wohin Sy dann Vlme oder gen Augspurg die IIc Duc. legte, da solt Sy Iren brieff finden, bitt mein Hausfrow die von grabemm (?) (Türing?) seligen Swester ew. früntlich antwort. dat. Zürich ipsa die agathe.

Ewer williger vnd getrüwer
Augustin von Hamersteten.


  1. Etwa Rudolf Arzet. Physicus, dem Hottinger (schola tigur.) einen Tractat de Cometis zuschreibt, den er selbst gesehen (p. 24. 70), der aber von Scheuchzer einem andern beigelegt wird (Bild, helvet. 36).
  2. Wolfgang Herzog von Bayern.

Anmerkungen (Wikisource)

Friedrich Hegi schlug im Anzeiger für schweizerische Geschichte 11 (1913), S. 283f. als Datierung des Schreibens das Frühjahr 1482 vor retro.seals.ch. Es wäre dann am 5. Februar (= Agathentag) 1482 geschrieben worden, wozu auch das disem vor künfftigen stimmen würde. Man braucht nicht an einen abweichenden Jahresanfang (Osterstil, Annunciationsstil im Bistum Lausanne) zu denken.

Bei dem erwähnten Zürcher Stadtarzt dürfte es sich um Eberhard Schleusinger gehandelt haben, vgl. Martin Germann: Fundort Bucheinband. Ein Zürcher Kalender auf das Jahr 1482. Mit einem Überblick über die Zürcher Offizin und ihre Drucke von 1479 bis 1481. In: Gutenberg-Jahrbuch 68 (1993), S. 66–87. Auch Jörg Hochmut versandte am 9. Februar 1482 acht register einer núwen practigk Schleusingers als Neujahrgeschenk (²VL Bd. 11, Sp. 684).