BLKÖ:Ackner, Johann Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 1 (1856), ab Seite: 4. (Quelle)
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Ackner, Michael, Johann (Archäolog und Naturforscher, geboren zu Schäßburg in Siebenbürgen 25. Jänner 1782). Er ist der Sohn des verstorbenen evang. Pfarrers zu Mehburg. Ackners Wißbegierde und eine seltene Anlage zur Plastik zeichneten schon den Knaben aus. Er besuchte das Gymnasium zu Schäßburg und studirte die Philosophie in Hermannstadt. Mit 21 Jahren verließ er das Vaterhaus, um an einer ausländischen Universität seine Bildung zu vollenden. 1805 hörte er auf der Universität zu Wittenberg die Vorlesungen der Gelehrten Schrökh, Reinhart, Schleußner, Pölitz und Tschirner. Als die Franzosen Wittenberg besetzten, begab sich A. nach Göttingen, um mit dem Besuche der Vorlesungen der Gelehrten Heyne, Blumenbach, Stäudlin, Heeren, Mitscherlich seine Studien zu vollenden. Der Schüler solcher Männer mußte in der Wissenschaft eine Zukunft haben. Nach vollendeten Studien machte er Reisen nach Berlin, Hamburg, an den Rhein, nach Paris, in die Schweiz und nach Italien. Alle diese Reisen wurden zu Fuß zurückgelegt und vollendeten in praktischer Weise seine archäologischen und naturwissenschaftlichen Studien. In die Heimat zurückgekehrt, wurde er Professor der Philologie und Archäologie zu Hermannstadt, endlich nach 14jähr. angestrengtem Schul- und Kirchendienste 1821 Oberseelenhirt der evangel. Gemeinde zu Hamersdorf. In letzterer Eigenschaft fand er mehr Muße seine Lieblingsstudien fortzusetzen. 1831 bereiste er die südöstlichen Karpathen und vervollständigte seine schon früher begonnene Petrefacten-, Mineralien-, Münz- und Antiquitäten-Sammlung. Seine bisher erschienen wichtigern Schriften, ungerechnet viele Aufsätze in Journalen des In- und Auslandes sind: „Antiqua musei Parisiorum monumenta“ (Cibinii 1809); – „Mineralogie Siebenbürgens mit geognostischen Andeutungen“ (Hermannst., Steinhausen 1847), eine vom Verein zur Beförderung der siebenb. Landeskunde gekrönte Preisschrift; – „Reise nach Varhely in antiquarischer Hinsicht 1832“ (in der Transilvania 1. Bd. 2. Heft. Hermannst. 1833); – „Die antiken Münzen, eine Quelle der ältern Geschichte Siebenbürgens“ (Archiv von K. Schuller, 1. Bd. 1. Heft. Hermannst. 1840); – „Abhandlungen über Monumente, Steinschriften, Münzen und Itinerarien aus der Römerzeit mit besonderer Hinsicht auf Dacien“ (Archiv d. Ver. f. siebenb. Landeskunde. I. Bd. 3. Hft. Hermannst. 1845); – „Reisebericht über einen Theil der südlichen Karpathen, welche Siebenbürgen von der kleinen Wallachei trennen,“ 1838. (Schuller’s Archiv. I. Band. 2. Heft. Hermannstadt 1841). Viele Arbeiten hat Ackner noch in Handschrift liegen, worunter vollständige system. Verzeichnisse seiner Sammlungen, die einen wahren Schatz zur Landeskunde Siebenbürgens bilden.

Bermann (Mor.), Oestr. biogr. Lex. I. Heft.
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