BLKÖ:Habsburg, Cimburgis von Masovien

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 6 (1860), ab Seite: 158. (Quelle)
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45. Cimburgis von Masovien (gest. 1429), Tochter Ziemovit’s, Herzogs von Masovien, und Alexandra’s, Schwester des Königs Jagiello von Polen. Sie ward 1412 zweite Gemalin Ernst’s des Eisernen, Erzherzogs von Oesterreich, dem sie zehn Kinder gebar, fünf Söhne und fünf Töchter: Friedrich V. (als deutscher Kaiser III., nach Anderen IV.), Albrecht VI. , Ernst, Rudolph, Leopold, die letzteren drei jung gestorben; Margarethe, Katharine, Elisabeth, Alexandra, Anna, die letzteren zwei auch jung gestorben. Ernst war in Verkleidung und unerkannt nach Krakau geritten, fand an der Prinzessin, die am Hofe des polnischen Königs erzogen wurde, Gefallen, warb um sie und erhielt ihre Hand. Ob der Behandlung, welche seinem Bruder Wilhelm von dem Könige Polens zu Theil geworden, wurde diese Wahl Ernst’s in seiner Familie nicht gebilligt. Ernst jedoch blieb unbekümmert um diese Mißbilligung und lebte mit Cimburgis, die so zu sagen die zweite Stammmutter des Habsburgischen Hauses ist, in glücklicher Ehe. Die Geschichte [159] schildert sie als stattliche Frau, der vollen Lippen wegen, die sie hatte, gaben ihr Einige den Beinamen: „mit den aufgeworfenen Lippen“; ihre Stärke soll so groß gewesen sein, daß sie mit den Fingern Nüsse zerbrach und ohne Hammer mit der bloßen Hand Nägel in die Wand schlug.

Hübner, Geneal. Tabellen (1719, kl. Qu. Fol.) Bd. I, Tab. 126 und 95. – Fugger, Spiegel der Ehren des Erzhauses Oesterreich (Nürnberg 1668 kl. Fol.) S. 415 und 438. – Ersch und Gruber, Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. I. Sect, 37. Bd. S. 283 im Text und in der Anmerkung.