Benutzer:Joergens.mi/Lager Schedel40
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[Bearbeiten] verso: Mainz, Frankfurt und der Main
Mayntz die ertzbischöflich hawbtstat in teutschen lannden hat von Maguncio einem Troyaner iren anfang unnd namen zu der zeit der Troyanischen niderlag gehabt, als Carinus in den Cronicken schreibt, unnd ist under den Belgierischen ein stat teutscher lannd, und raichet an die flüss des reins. Drusus nero nach teutschen nacion Germanicus genant hat das lob und den rum derselben stat clerlich gemeret, dieweil er wider der teutschen stet thießhalb reyns gelegen krieget, der dann auß einem pruch eins payns darauff im ein pferd fiele ani XXX tag darnach starb, dess leichnam von Nerone claudio seinem bruder (der auff verkündung der kranckhet eylends kome) gein rom gefüert und in keyser Julii grab gelegt wardt. Von den großen taten des benanten Drusi Neronis bey dem reyn geübt thun Tacitus und ander geschichtsbeschreiber meldung, und des sind gute anzeigung vil alte ding zu Mayntz. Ettlich setzen das dise stat von Paulino pompeyo dem römischen heerfürer in teutschem land under Nerone dem keyser volbracht worden sey. Der ertzbischoff diser stat gibt auch hilff zu der wale eins römischen keysers. Dise stat hat bey ir den allerheiligisten man Albanum den martrer. Nit verr von diser stat ligt Franckfurt das edel gewerbshaws, darinn die obernn unnd nidernn teutsche lewt alle iar zwaymal zusamen komen, daselbst wirdt auch ein keyser gewelet auß alter gewonheit, da beyhin fleußt nit ein unedler fluss den sie Mayn nennen. Ptolomeus heißt disen fluss obrigina, und spricht das derselb fluss die hohen teutschen von den nidern teutschen schaide, und sey auch kein andrer fluss dann der Mayn der solche underschidung offenbarlicher thun mag. Und noch hewt bey tag raichen die nidern teutschen herauff bis gein Maintz, von dannen auffwartz werden sie die obern teutschen genant. Der Mayn entspringt auß den bergen nahend an Behmerland gelegen, und rinnt von Maintzischen gegent in den reyn, darumb sind ettlich die glawben das Maintz von demselben fluss des Mayns iren namen hab, und in derselben stat werden nach der römer sytten große und weyt höff und gepew und wolgezierte kirchen mitsampt einem bischöflichen gschloss und vil andere gedechtnus wirdige, unnd auch ettliche von krieg wegen zerstörte ding gesehen.
[Bearbeiten] Umschrift
- Mainz, die erzbischöfliche Hauptstadt in Deutschland, wurde, wie Carinus berichtet, zur Zeit des Untergangs Trojas vom Trojaner Moguntius gegründet und nach ihm benannt. Von den Städten in Belgica ist sie eine der deutschen, und liegt am Rhein. Drusus Nero, nach den Deutschen auch Germanicus genannt [das ist falsch, Germanicus war der Sohn des Genannten] [...] Er fiel von einem Pferd, brach sich ein Bein und starb 30 Tage später. Sein Leichnam wurde von seinem Bruder [Tiberius] (der nach der Unglücksnachricht eilig kam) nach Rom geführt und in Kaiser Julius' Grab bestattet. Von den großen Taten des Drusus Nero am Rhein berichten Tacitus und andere Geschichtsschreiber [...]. Nach verbreiteter Ansicht wurde die Stadt jedoch von Paulinus Pompejus, unter Kaiser Nero römischer General in Deutschland, gegründet. Der Erzbischof dieser Stadt ist auch an der Wahl des römsich-deutschen Kaisers beteiligt. In der Stadt ist der heilige Albanus begraben. Nicht weit von dieser Stadt liegt Frankfurt, das wichtige Handelszentrum, wo Nord- und Süddeutsche zweimal im Jahr [zur Messe] zusammenkommen. Dort wird nach alter Tradition auch der Kaiser gewählt. Durch die Stadt fließt ein bedeutender Fluss, der Main. Ptolemäus nannte ihn Obrigina und dass er den Norden Deutschlands vom Süden trenne, und es gibt auch keinen anderen Fluss, der diese Grenze besser verkörpert. Der Main entspringt in den Bergen am Rande Böhmens und mündet in der Gegend von Mainz in den Rhein. Darum glauben viele, dass Mainz nach diesem Fluss benannt wurde. In der Stadt wurden nach römischer Art große und breite Häuser und Gebäude errichtet, es gibt prachtvolle Kirchen und ein bischöfliches Schloss, viele andere Sehenswürdigkeiten, und viele weitere wurden im Krieg zerstört.