Beschreibung des Oberamts Wangen/Kapitel B 5
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1) Eggenreute, kath. Weiler mit 19 Einw., 2¼ St. nordwestlich von Wangen, Filial von Karsee. Im Jahr 1245 schenkte Konrad Schenk von Schmalnegg Eggenreute an das Kloster Baindt und der Lehensherr, Graf Bertold von Heiligenberg, bestätigte in derselben Urkunde diese Schenkung mit Verzichtleistung auf seine Lehensherrlichkeit. Aber schon 1275 verkaufte Baindt diese Besitzung um 39½ Mark Silbers an das Kloster Weingarten mit allen Rechten.
2) Albishaus, Weiler mit 13 Einw., Filial von Karsee.
3) Blitzer, Weiler mit 4 katholischen und 9 evangelischen Einw. Die ersteren sind Filialisten von Pfärrich, die letzteren von Isny. Die evangelischen Bewohner sind erst in den neueren Zeiten aus der Gegend von Tuttlingen eingewandert.
4) Böschlishaus, Hof mit 6 Einw., Filial von Karsee.
5) Dietrichs, Hof mit 6 Einw., Filial von Amtzell. 1245 | verkaufte Bertold von Rorgenmoos den Hof Dietrichs mit allen Rechten (cum omni proprietate) an das Kloster Weingarten.6) Edenhaus, Hof mit 4 Einw., Filial von Karsee.
7) Edensbach, Hof mit 5 Einw., im Oberamt Ravensburg inclavirt, Filial von Waldburg.
8) Eggerts, Hof mit 4 Einw., Filial von Karsee.
9) Englisweiler, Weiler mit 11 Einw., Filial von Karsee. Nach einer Urkunde bei Neugart (C. D. I. p. 315. Nr. 394.) bestätigt König Ludwig der Deutsche im Jahr 861 einen Tausch zwischen Abt Grimald von St. Gallen und dem Argengau-Grafen Konrad, wonach letzterer in loco nuncupato Eigileswilare in der Gaugrafschaft Linzigauge eine Kirche, nebst Haus, Hof, übrigen Gebäuden, und einem novale in der Marca Argungaunensium zwischen Eigileswilare und Rotinbahe (Röthenbach) gelegen, abtritt. Man nahm früher mit Neugart das heutige Eggenweiler im alten Linzgau, jetzt im Oberamt Tettnang für dieses Eigileswilare. Allein sowohl die Namensähnlichkeit, als die Erwähnung der Marca Argungaunensium, wonach der Argengau nur als eine Mark des Linzgaus erscheint, sprechen sehr für die Vermuthung, daß dieser hier in einer weiteren Ausdehnung genommen und der fragliche Ort hier zu suchen sey, s. Hefele, Geschichte der Einführung des Christenthums, S. 416. Von einer Kirche hat man hier freilich eben so wenig als in Eggenweiler bei Tettnang eine Spur, schon im 15. Jahrhundert bestand der Ort, wie jetzt, nur aus zwei Höfen.[ws 1]
10) Ettenlehen, Hof mit 17 Einw., Filial von Amtzell.
11) Felbers, Hof mit 6 Einw., Filial von Karsee. 1307 verkauft Rudolph von Wyler dem Kloster Weingarten den Hof „Zum Felben."
12) Feld (am Feld), Hof mit 6 Einw., Filial von Amtzell. Durch die Markung zieht die Ravensburger Landstraße. Im Jahr 1307 verkauft der genannte Rudolph von Wyler den Hof „am Veld" dem Kloster in Weingarten.
13) Geiselharz, Hof mit 11 Einw., Filial von Amtzell. Das Übrige des Weilers Geiselharz gehört in die Gemeinde Pfärrich, s. d. Was hieher gehört, war Weingartisch mit niederer Gerichtsbarkeit und Kollektation. 1272 vergabt Eberhard Truchseß zu Waldburg „dem heiligen Bluet zu Weingarten einen Hove zum Geysselharz." 1275 schenkt Truchseß Berthold dem Kloster Weingarten ebenfalls einen Hof in Geiselharz wegen zugefügten Schadens.
| 14) Goppertshäuser, Weiler mit 9 Einw., an der Ravenburger Landstraße. Filial von Amtzell. Rudolph von Wyler verkauft im Jahr 1307 einen Hof in „Goppelhäuser" dem Kloster Weingarten; Walter von Mosheim aber im Jahr 1355 seine Güter daselbst an Konrad Allgäuer, dessen Erben 1456 an Konrad Erler, Johann Erler aber 1482 an das Kloster Weingarten. Das Kloster Weißenau kaufte im Jahr 1358 von den Edeln von Ebersperg Zehnten zu „Goppoltshußeren" und zum Wochenhuß (Gem. Pfärrich).15) Haag, Hof mit 6 Einw., Filial von Karsee.
16) Haselmühle, Mahlmühle am Eggenbach, mit 8 Einw., Filial von Amtzell.
17) Heselboschen, Hof mit 8 Einw., Filial von Amtzell.
18) Hochberg, Hof mit 3 Einw., Filial von Karsee.
19) Hochburg, Hof mit 17 Einw. [Filial von Amtzell.]
20) Ibenthal, Hof mit 13 Einw. [Filial von Amtzell.]
21) Kehlings, Hof mit 5 Einw. [Filial von Amtzell.]
22) Lohren, Hof mit 9 Einw. Filiale von Amtzell.
23) Luppmanns, Hof mit 9 Einw. [Filial von Amtzell.]
24) Lußmanns, Hof mit 13 Einw. [Filial von Amtzell.]
25) Müschen, Hof mit 2 Einw. [Filial von Amtzell.] )
26) Oberhalden, Hof mit 6 Einw., Filial von Karsee.
27) Rutzenweiler, Weiler mit 6 Einw., Filial von Karsee. Rudolph von Brougion schenkte 1178 dem Kloster Weingarten „Rouzenwilare," und 1395 überläßt Heinrich von Sumerau dem Kloster alle seine Rechte über diesen Weiler.
28) Siggenhaus, Hof mit 6 Einw., Filial von Karsee. Dieser Hof heißt eigentlich Untersiggenhaus; der daneben liegende Hof Obersiggenhaus gehört nach Pfärrich. Dabei liegt ein 24 M. großer Weiher, dem Staat gehörig und als Fischwasser benützt.
29) Sommers, Hof mit 11 Einw., zwischen dem Gemeindebezirk Praßberg und dem Oberamt Ravensburg, Filial von Karsee.
30) Stadels, Hof mit 7 Einw., Filial von Waldburg. Bertold Truchseß von Trauchburg verkauft 1293 dem Fritz Holbein den Hof (Curiam) Stadel, welcher ihn dem Kloster Weingarten überläßt.
31) Steißen, Hof mit 2 Einw., Filial von Karsee. Weingarten erkauft 1617 diesen Hof von den Freiherren von Praßberg.
32) Steppach, Hof mit 10 Einw., Filial von Amtzell. 1302 verkauft Cuno von Langensee „Stettpach" um 16½ Mark an Weingarten. Graf Hugo von Montfort-Tettnang verzichtet auf das Obereigenthumsrecht.
33) Unteregg, Hof mit 2 Einw., von der Gemeinde Praßberg und dem Oberamt Ravensburg eingeschlossen, am Rohrweiher, | Filial von Karsee. Diesen Hof kaufte 1294 das Kloster Weingarten von Hartmann von Praßberg mit Karsee.34) Wüstenberg, Hof mit 8 Einw., Filial von Pfärrich. Wüstenberg gehörte unter die ersten Stiftungsgüter des Klosters Salem, welches im Jahr 1278 den Hof an Weingarten verkaufte.
- ↑ Erwähnung verdient, als fleißiger Landwirth, Pfau in Eggenreute, der zum aufmunternden Beispiel seiner Nachbarn eine öde Strecke von 12–15 Morgen nutzbar gemacht hat.
- ↑ Der Satz „Beide Lehengüter, das eine ehemals Clafigl-, das andere Kammergut genannt, welche Hans Zäh 1434 dem Herzog Friedrich von Österreich für Jos Mauch aufgesagt, hat dessen Familie ununterbrochen bis 1746 zu Lehen empfangen.“ wurde entfernt. Siehe Korrekturen auf Seite 280a.