Bilz:Alpdrücken

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Bilz: Das neue Naturheilverfahren
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Alpdrücken

Das Alpdrücken ist eine Art beängstigender Traum mit dem Gefühle einer aufliegenden oder sich auflegenden Last, welche den Atem beklemmt und Erstickung droht, wobei der unbeweglich daliegende Kranke fühlt, wie er fruchtlose Willensanstrengungen zum Bewegen macht. Nach einiger Zeit tritt das Erwachen mit dem Gefühle der Errettung und willkürlichen Bewegung, in der Regel aber auch mit heftigem Schweiß, Herzpochen, Kopfschmerz und Mattigkeit ein. Es scheint das Alpdrücken weit mehr das Symptom einer Störung des Lungen- und Unterleibs-Blutlaufs als das einer Hirnaffektion zu sein.

Diese Erscheinung kommt mehr in den ersten als in den letzten Stunden des Schlafes vor.

Ursachen: Gewisse Nervenreizbarkeit und Neigung dazu. Erschwertes Atmen durch Überdecken der Nase, den Kopf nach hinten überhängen, der Genuß schwer verdaulicher Speisen, Überfüllung des Magens vor dem Schlafengehen, vorhergegangene Behandlung mit Arzneien etc.

Kurvorschrift: Fernhalten der Ursachen, welche den Schlaf stören. Tabak, Kaffee, Thee, sowie alkoholische Getränke etc. müssen von Schlaflosen namentlich vermieden werden.

Häufig hat man es mit Kranken zu thun, welche sich an den jetzt leider modern gewordenen medizinischen Mißbrauch des Opiums und des Morphiums etc. gewöhnt haben oder die regelmäßig Chloralhydrat nehmen und sich schon auf den ersten Blick durch die Gedunsenheit des Gesichts, durch das Vortreten der Schläfenschlagadern und durch ihr stumpfsinniges Wesen als Chloralhydratvergiftete kennzeichnen, oder gar solche, die täglich Bromkalium nehmen und neben mannigfachen Unterleibsstörungen, Eiterpusteln im Gesicht, Furunkel und mißfarbige Haut und den höchst widerlichen Bromgeruch aus dem Munde ausweisen. Solchen Kranken kann man, wenn in einer Naturheilanstalt behandelt, meistens sofort ihre Gewohnheitsgifte entziehen. Während der Entwöhnung, wo diese langsam geboten ist, läßt man mäßig Wein trinken.

In Bezug auf die Ruhe muß hier ebenso, wie bei Speise und Trank auf Regelmäßigkeit gesehen werden. Von einem Mittagsschläfchen ist entschieden Abstand zu nehmen.

Bewegung ist unthätigen Kranken anzuraten. In heilender Hinsicht ist dieselbe auf Massage und mäßige Gymnastik auszudehnen.

Luft bei Tag und Nacht, ev. Schlafen in Lufthäusern (Lufthütten), wenigstens bei weit geöffneten Fenstern, ist nötig.

Luftbäder sind von kürzerer Dauer (20 Minuten lang) zu nehmen.

Bleibeklystier von 15° R., 4 Eßlöffel voll Inhalt, abends vor dem Zubettgehen einzuführen.

Ableitendes Verfahren, bestehend in nächtlichen Fußpackungen, Fußdampfbädern, warmen Fäßbädern mit nachfolgenden kühlen Beinwaschungen, Kniegüssen, Wassertreten etc., ist je nach Umständen anzuwenden. (Anwendungsformen siehe Inhaltsverzeichnis.)

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