Bilz:Naturheilmethode
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| Bilz: Das neue Naturheilverfahren | |
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[1]
1) Jede Wasseranwendungsform darf nur bei genügend warmem Körper und besonders bei warmen Füßen vorgenommen werden. Frieren darf der Patient also nicht!
Bei kühler Haut muß man vorerst durch trockene Reibungen oder trockene Packungen, durch Bewegung, Bettwärme, Fußdampfbad, Bettfußdampfbad etc. Erwärmung zu erreichen suchen.
Es eignet sich daher die Zeit nach dem Aufstehen, aus der Bettwärme, zu einer Wasserbehandlung meist am besten.
2) Auch unmittelbar vor dem Schlafengehen sind solche Anwendungsformen, z.B. erregender Leibumschlag , Bein-, Rumpfpackungen etc., angezeigt.
3) Ein kühles Zimmer muß erwärmt werden, ehe darin eine Wasserbehandlung für Kranke vorgenommen werden darf.
4) Kurz vor und nach dem Essen hat man jede Anwendungsform zu unterlassen. Namentlich sind hierunter die den Körper sehr erregenden Wasserbehandlungsformen zu verstehen.
5) Kurz nach ungewöhnlichen Errgungen oder Bewegungen, die den Blutlauf in Wallung bringen, ist mit einer Wasserbehandlung zu warten, bis Beruhigung eingetreten, um dadurch nicht zu schaden.
[2] Bei Fieber hingegen, wo sich bekanntlich der Blutlauf ebenfalls in Wallung befindet, wird eine angepaßte Wasserbehandlung nie schaden, im Gegenteil großen Nutzen bringen.
6) Nach ausgeführter Wasserbehandlung (Einpacken, Bäder etc.) sorge man für baldige Erwärmung durch Bewegungen , Reiben, Bettwärme, Wärmflaschen etc. Die beiden letzteren Mittel sind nur dann anzuwenden, wenn Patient zu schwach ist, um sich durch Bewegung wieder zu wärmen.
7) Nach einem warmen Bad, Dampfbad oder Heißluftbad, sowie nach Entfernung von erregenden und warmen Einpackungen, Umschlägen muß jedesmal eine Abkühlung in Form von Douche, Begießung, Berieselung, Abwaschung etc. mit kühlem Wasser folgen, um Erkältungen etc. zu verhüten.
8) Nach jeder angewandten Waserbehandlung ist stets so lange zu warten, ehe eine zweite folgen darf, bis sich der Körper vollständig erwärmt bzw. erholt hat und das Gefühl des Wohlbehagens eingetreten ist. Man achte deshalb auf recht baldige Erwärmung. Vor allem aber bestürme man den Kranken nicht mit zu viel Thun, sondern gönne seinem Organismus Zeit und Ruhe, selbstthätig zu handeln.
9) Frisches Wasser gebe man öfter zu trinken, aber deswegen nicht gegen den Willen des Patienten. (Auch kann auf dessen Verlangen das Trinkwasser ein wenig abgeschreckt sein.) Man trinke nie größere Quantitäten auf einmal, sondern schluckweise und lieber öfter einmal.
10) Darf ein Kranker nur reizlose Kost, in vielen Fällen nur Krankenkost genießen (siehe dasselbst). Auch darf er durchaus nicht zu tief und nicht zu oft genießen (unseres Wissens war es Professor Trall, welcher in seinem Buche mitteilte, daß er durch täglich zwei beziehentlich nur eine Mahlzeit Wunderwirkung bei vielen chronisch Kranken erzielt hat.) Doch übertreibe man auch dieses nicht!
11) Sollte man streng darauf achten, daß ausreichende und ganz besonders der Sache kundige Bedienung vorhanden ist. Viele Todesfälle, welche nach unserer Behandlung noch vorkommen, geschehen infolge Mangel an geübten Krankenwärtern. Ferner, daß genügend große Leinentücher, wollene Decken, Badewannen, fertige Umschläge, sowie eine Klystierspritze oder Irrigator (Ausspülkännchen) etc., welche in sehr vielen Familien leider nciht zu haben sind, immer zur Verwendung kommen, weil ein guter Erfolg nur durch vorschriftsmäßige Ausführungsweise möglich ist. Bei der Anwendung von Leinen oder Rohseidenumschlägen befleißige man sich der größten Reinlichkeit. Man sollte die Umschläge in doppelter Zahl besitzen, damit man zur neuen Packung ein frisch gereinigtes Tuch verwenden kann. Das gebrauchte und mit Krankheitsstoffen vollgesogene Tuch legt man in lauwarmes Wasser und wasche es tüchtig aus, spüle es in kaltem Wasser nach und hänge es zum Trocknen an die Luft. Bei öfterem Wechsel der Einpackungen kann man dieselben Tücher, nachdem sie tüchtig in lauwarmem Wasser ausgewaschen worden sind, gleich wieder in Gebrauch nehmen, natürlich muß man sie vorher in das zum Umschlag bestimmte Wassser legen und dann auswinden. Doch ist der Reinlichkeit halber ratsam, dann und wann die obige Vorschrift zu befolgen. Auch die wollenen Tücher müssen dann und wann an die Luft gehängt werden.
[3] Wir bitten diese Vorschrift ja recht genau zu befolgen, gerade hiergegen werden oft die größten Verstöße gemacht.
12) Beobachte man immer die nötige Ruhe, sorge für frische Luft im Krankenzimmer etc. Auch muß man in jedem einzelnen Krankheitsfall klar sein, ob erregend, beruhigend, kühlend oder ableitend zu verfahren ist, bevor man mit der Behandlungsweise beginnt. Deshalb sollte man, um einen Krankheitsfall zur Heilung zu bringen, nicht nur die wenigen Zeilen, welche auf denselben zu passen scheinen, lesen (man würde sich dadurch oft des schönsten Erfolges berauben), sondern man lese auch alles das, was an vielen anderen Stellen des Buches und unter anderen Überschriften zerstreut über die Anwendbarkeit der empfohlenen Maßnahmen bei den verschiedenen Körper-Konstitutionen, Altersstufen, Geschlechtern und namentlich in Bezug auf die bei dem betreffenden Patienten vorhandene Nervenkraft gesagt ist. Je mehr man daher in dem Buche liest, um so klarer wird es dem Leser werden, was er im besonderen Falle zu thun und zu lassen hat. Deshalb soll man auch nicht bloß seine Zuflucht zu dem Buche nehmen, wenn das Rot an die Thür klopft, sondern schon in gesunden Tagen sich vollständig unterrichten und aufklären. Alsdann wird man auch bei auftretenden Krankheiten gewappnet sein.
13) Ein natürlicher Schlaf darf niemals durch irgendeine Anwendungsform unterbrochen werden, was wir hiermit jedem Krankenwärter ans Herz legen. Kein Mittel wirkt in Krankheiten wohlthätiger als der Schlaf. Nicht selten bekommt die schlimmste Krankheit durch einen ruhigen Schlaf eine günstige Wendung. Bei Fieber sind jedoch Ausnahmen zulässig, weil da nur Scheinschlaf ist, und sind deshalb schlafende Fieberkranke bei sehr raschem Puls, z. B. 120 Schläge in der Minute, in eine nach dem Kurplan sich notwendig machende kühle Packung, Bad etc zu bringen.
Auch äußert sich nichts so schnell und wohlthätig bei Krankheiten als der Genuß von frischer Luft, deshalb öffne man das Fenster im Krankenzimmer. Dasselbe wird geschlossen, wenn der Patient gebadet, oder aufs neue eingepackt wird, auch bei strenger Kälte schließe man das Fenster dann und wann, weil für manchen Kranken eine gewisse Wärme nötig und wohlthuend ist. Kranke, welche ins Freie gehen können, mögen dies ja recht oft thun.
14) Eine Wasseranwendungsform sollte nur in milden 27 bis 28 ° R. Waschungen bestehen, solange die Lebenskraft des Patienten nicht die Fähigkeit besitzt bei kälteren Anwendungen Reaktion (Gegenwirkung) hervorzubringen, Wiedererwärmung herbeizuführen.
In solchen Fällen muß man vorerst durch einleitende Kräftigungskur (siehe dieselbe) den Patient zu kräftigen suchen und widerstandsfähiger zu machen, ehe man mit einer eigentlichen Wasserbehandlung beginnt.
15) Je kälter das Wasser genommen wird, um so rascher wird bei reaktionsfähigen Patienten die Reaktion (Gegenwirkung, Rückwirkung) hervorgerufen, d.h. je rascher und mehr strömt das durch den Kältereiz zurückgedrängte Blut wieder nach der Oberhaut eventuell nach dem betreffendem Körperteil, auf welchen eingewirkt wurde.
[4] 16) Sei noch bemerkt, dass warme Waschungen, warme Umschläge oder Bäder etc. über 30 ° R. in Fällen, wo es an Wärme mangelt, von günstigster Wirkung Wirkung sind, doch muß nach jeder Warmwasseranwendung eine kühle Abwaschung oder Übergießung erfolgen, umd die Haut wieder zu kräftigen.
Als Linderungsmittel bei heftigen Schmerzen ist das warme Wasser wegen seiner nevenberuhigenden, krampfstillenden Eigenschaften ebenfalls empfehlenswert (siehe heiße Umschläge).
17) Jeder Kranke, bei welchem ableitendes Verfahren (als Sitzbäder, Fußbäder, Fußdampfbäder etc.) angwendet wird, darf während dessen Dauer nicht lesen, weil dadurch das Blut mehr nach dem Hirn gezogen wird und die Electricität in diesem Teile in Thätigkeit setzt.
18) Manchmal treten die bei jeder Krankheit speciell angegebenen Krankheitserscheinungen alle gleichzeitig auf, doch kann auch nur die eine oder die andere für sich allein bestehen.
19) Möglichst frohen Mut und Hoffnung soll der Patient haben, weil auch dies ein wesentlicher Heilfaktor ist.
Ein hoffnungsvoller Patient findet viel eher Hilfe und Heilung, als ein hoffnungsloser und verzagter. Denn der stete Glauben und das stete Vertrauen zum Arzt und seiner Heilweise ist das halbe, ja oft das ganze Gelingen der Kur. Deshalb suche man ja den Mut und die Hoffnung des Patienten zu heben, indem man ihm die wahrheitsgetreue Mitteilung macht, daß durch unser so segensreiches Naturheilverfahren geradezu Wunderheilung bewirkt wird. Von den Medizinern schon aufgegebene Patienten fanden hierdurch tausendfältig noch Heilung.
Hierzu verweise auf die verschiedenen Kurerfolge (Krankengeschichten), wie wir solche fast jeder Krankheit beigefügt haben.
Ärger und Sorge sollte ein Kranker niemals haben.
20) Findet man bei Behandlung eines Krankheitsfalles nicht sogleich Linderung, Besserung und Heilung, deshalb fahre man mit unserem Heilverfahren ruhig fort, d.h. mit den angepaßten Anwendungsformen, welche bei allen bedenklichen Krankheiten stets ein tüchtiger Naturarzt verordnen sollte.; der Erfolg wird nicht ausbleiben. Wenigstens mit halber Kurzeit, "in den meisten Fällen in noch kürzerer Zeit," kommt man allemal weg, gegenüber der Kurzeit, welche der Mediziner in dem betreffenden Krankheitsfall gebraucht hätte.
21) Trotzdem man bei jedem Unwohlsein schon eine Anwendung machen soll oder kann, so darf man dennoch nicht zu viel thun, sich auch nicht allemal gleich ins Bett legen und wähnen, man sei ernstlich krank, wie dies bei manchen Personen der Fall ist. Die Einbildung macht viel.
Kant sagt:
- "Man muß nicht krank sein wollen,
- Denn auch der Wille thut viel.
- Daß Wollen üben, heißt auch die Nerven üben."
Sehr oft wäre es besser, wenn man in Bewegung bleibt, vielleicht einen Spaziergang ins Freie macht oder Zimmergymnastik, verbunden mit Atemgymnastik, bei geöffnetem Fenster vornimmt.
[5] Die Störungen des Organismus können oft durch mangelmnde oder ungenügende Körperbewegung entstanden sein, welche demnach durch geeignete Bewegungen (Gymnastik etc.) wieder zu beseitigen sind..
Die thätigsten Hausfrauen, Mütter vieler Kinder, kommen oft gar nicht dazu, krank zu werden, weil sie hinreichend Arbeit und Bewegung haben. Sind die Ursachen und Störungen auch anderer Art, so werden dieselben vielmals ebenfals mittelst allseitiger Bewegungen (Gymnastik etc.) aufgegeben und beseitigt.
Aber auch zu große geistige und körperliche Thätigkeit, Überanstrengung, ist oft Ursache von Störungen im Getriebe des Organismus. Hier ist Ruhe geboten.
22) Auch darf man mit Kindern, welche sich anfänglich gegen die Anwendungsformen sträuben, durchaus nicht zu barsch verfahren. Lieber nehme man anfänglich das Wasser einige Grad wärmer und versuche die Kinder ohne heftige Aufregung in ein Bad, Packung, Leibumschlag etc. zu bringen bzw. dieselben anzulegen.
Wenn Kinder in die hochgradigste Erregung kommen, wie dies bei unverständiger Behandlungsweise schon öfter geschehen ist, so wird denselben oftmals mehr geschadet als genützt. Kinder, welche nur aus Ungezogenheit schreien, darf eine für notwendig befundene Anwendung nicht erlassen werden. Es will sehr genau erwogen sein, in welcher Weise das Kind zu behandeln ist, auch hierin muß man gewissermaßen individualisieren (d.h. die Eigethümlichkeiten abwäge).
Häufig findet man, daß sich Kinder von einer bekannten Person eher, d.h. ohne Lärm und Erregung, einpacken lassen, als von ihren Eltern. Vor allem verweise hierbei auf den Artikel Kinderkrankheiten.
23) Bei Behandlung solcher Patienten, welche an kühleres Verfahren gewöhnt sind, kann man auch 1 bis 2 ° R. niedere Temperaturen nehmen, als bei dem betreffenden Krankheitsfall angegeben ist. Im entgegengesetzten Fall sind bei manchen Patienten, z.B. bei sehr abgemagerten, schwächlichen oder blutarmen, wie auch bei wasserscheuen Kindern und erwachsenen Personen unter Umständern 2 ° R. höhere Temperaturen zu nehmen.
24) Wer neben unserem Heilverfahren noch mediziniert, wie dies öfter geschieht, hindert und hemmt die Heilung und Genesung sehr, macht sie dadurch oftmals gar unmöglich.
25) Siehe auch
- 1) Anleitung zur Fieberbehandlung;
- 2) Einige Winke über Naturheilverfahren im Allgemeinen;
- 3) "Belehrungen und Tendenzen", welche auf die Heilung der Krankheiten Bezug haben;
- 4) Konzept oder Kurvorschrift für alle Krankheitsfälle;
- 5) Massage;
- 6) Verschiedene Kurerfolge;
- 7) Nachbemerkungen. (Siehe hierzu im Inhaltsverzeichnis).
Auch verweise ich noch auf Krankenpflege, reizlose Kost, Krankenkost und dessen Nachsatz, sowie bei Fieber auf Fieberbehandlung, bei Verstopfung auf Klystiere, Hartleibigkeit, Bauchmassage, Heilgymnastik und Heilkräuter etc.
[6] Auch rate ich beim Aussuchen der Anwendungsformen einer Krankheit und sonstiger Artikel, außer in alphabetischer Ordnung, in der das Buch geschrieben, auch ncoh im Inhaltsverzeichnis nachzusuchen, weil dasselbst oft noch Ergänzungen verzeichnet sind, überhaupt alles das zu finden ist, was nicht in die alphabetische Ordnung eingereiht werden konnte.
26) Die bei den einzelnen Krankheiten angegebene Kurvorschrift ist in vielen Fällen von doppelter Wirkung, wenn damit von fachkundiger Hand noch die Massageanwendung verbunden wird. Man lese deshalb den Artikel über "Massage" mehrfach durch (vor allem lese man hierüber auch andere Bücher), prüfe die bildlichen Darstellungen genau, um nach und nach hierin vertraut zu werden.
Man verfahre mit den hier gegebenen Vorschriften ja recht gewissenhaft. Vor allem keine Übertreibung.
- Denke nicht: Viel hilft viel.
- Nicht wir, sondern die Natur heilt.
Bei bedenklichen Krankheiten sollte jeder, welcher noch nicht genügende Kenntnisse in unserer Heillehre hat, stets einen Naturarzt (nicht aber einen medizintüchtigen Mediziner) um Rat fragen. Ist ein solcher nicht in der Nähe, so ist es doppelte Pflicht, sich bald mit den Grundsätzen der Naturheilkunde vertraut zu machen. Erfolgt gleich die richtige Anwendung, dann wird in den meisten Fällen in verhältnismäßig kurzer Zeit der bösartige Charakter der Krankheit zu einem gutartigen umgewandelt. Bei falscher Behandlung aber wird die Krankheit verschlimmert oder mindestens in die Länge gezogen. Hauptsache ist also: gut individualisieren, d.h. abwägen, welche Anwendungsformen für den betreffenden Patienten und dessen Zustand am passendsten und am zuträglichsten sind, und das wird ein uneingeweihter nicht so gut zu bemessen verstehen als derjenige, welcher auf diesem Gebiete kundig ist.
Bevor man auf dem Gebiete der Heilweise die richtige Ansicht erlangt hat und vernünftig wirken kann, muß man eben auch noch wissen, daß nicht die angewandten Mittel die Krankheit heilen, sondern daß die Heilkraft im Menschen selbst liegt. Die göttliche Natur legt sie schon bei der Schöpfung in jedes Wesen hinein.
Du hast also nicht nötig, mittels Medizin, Pulver, Thee etc. die Heilkraft hinunter zu schlucken oder durch Pflaster etc. dem kranken Gliede solche zu verleihen, um eine Krankheit heilen zu können, nein, diese liegt schon längst in dir. Dieselbe Naturkraft, welche das Leben von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr erhält und sich uns täglich, ja stündlich offenbart, heilt auch die im Organismus vorkommenden mannigfachen Verletzungen, Störungen und Krankheiten und heilt sie aus.
Wir haben also weiter nicht zu thun, als diese Naturkraft (hier Naturheilkraft genannt) zu unterstützen. Wie dies zu geschehen hat, lehrt dich vorliegendes Werk sehr ausführlich.
Seitdem wir nun wissen, lieber Leser, daß wir mit unseren angewandten Mitteln nicht heilen können, sondern daß die uns innewohnende Lebenskraft das Heilen selbst besorgt und wir dieselbe nur zu unterstützen brauchen, seitdem haben wir viel leichtere Stellung, wir [7] können viel ruhiger an das Krankenbett herantreten mit dem Bewußtsein, daß die Natur stets die richtigen Wege zur Heilung der Krankheit einschlägt.
Will man nun, daß der Heilvorgang der Natur günstig verlaufe, so darf man demselben aber auch keine Hindernisse in den Weg legen, z.B. durch Entziehen der Hauptelemente, wie frische Luft, Licht, Wasser etc. oder wohl gar durch Medizingenuß. Dann allerdings werden die Krankheiten in ihrem gutartigen Verlaufe gestört, gestalten sich bedenklicher und werden zuletzt zu einem schlimmen Ende geführt.
Viele tausende von schweren Krankheiten wären umgangen worden, wenn man nciht die Natur in ihrem Heilvorgange gestört und beeinträchtigt hätte.
Millionen solcher schweren Krankheiten wären gründlich geheilt worden, wenn man gleich im Anfange das richtige Naturheilverfahren angewandt hätte.
Möge im Interesse aller Leidenden auf dem Gebiete der Heilweise baldigst Wandlung eintreten.
Dann werden die Genesenen sich nach überstandener Krankheit gesunder als vor ihrem Leiden fühlen, Nach- und Folgekrankheiten infolge der Medizinbehandlung werden nicht auftreten. Die Krankheiten werden auf die kürzeste Dauer beschränkt, die Furcht vor gefährlichen und ansteckenden Krankheiten wird sich verlieren und alle körperlichen Übel werden mit der Zeit fast verschwinden, weil die Menschheit mit der Verbreitung der Naturheilmethode die Endaufgabe unserer großen reformatorischenBewegung lernt, "die Verhütung der Krankheiten".