Burgunderkriege

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Burgunderkriege
Burgunderkriege
Texte zu Karl dem Kühnen und den Burgunderkriegen 1474-1477 - eine überlieferungsgeschichtliche Quellenkunde
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Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen und der Schweizer Eidgenossenschaft, der oberrheinischen Niederen Vereinigung (insbesondere durch das Wirken des Landvogts Peter von Hagenbach) und dem Reich (Belagerung von Neuss) lösten eine bemerkenswerte Publizistik aus.

Texte in Wikisource:

Die meisten Texte sind deutschsprachig. Lateinische Texte im Hauptteil:

  • Pierre de Blarru
  • Albrecht von Bonstetten
  • Ludwig Dringenberg
  • Johannes Fuchsmagen
  • Hystoria bellorum atque litigiorum ducis Burgundie et colligatorum Almanie superioris
  • Johannes Gesseler
  • Reinold Kerkhörde
  • Johannes Knebel
  • Brief des Arnoul de Lalaing an Paul de Baenst in der Übersetzung des Rudolf Agricola
  • Rudolf von Langen
  • Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen
  • Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus
  • Friedrich Moorman
  • Nikolaus
  • Rechtfertigung Herzog Karls des Kühnen gegen Erzbischof Adolf von Mainz wegen des Kölnischen Krieges (1. November 1474)
  • Peter Schott der Jüngere
  • Johannes Matthias Tiberinus
  • Jakob Wimpfeling

Inhaltsverzeichnis

Basler Chronik der Burgunderkriege[Bearbeiten]

Die Mitteilungen eines Basler Bürgers über die Burgunderkriege 1473 bis 1479 entstanden wohl erst nach 1484 und wurden von August Bernoulli aus einer späteren Bearbeitung rekonstruiert.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. H IV 27, Bl. 93r-116r, sogenannte Beinheimische Handschrift, vollendet 1545 OPAC. Es handelt sich um Zusätze zu einer Abschrift der 1507 gedruckten Chronik von Petermann Etterlin (zu diesem siehe unten), die der Editor aus handschriftlichen Randbemerkungen zu dem Etterlin-Druck Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A lambda IV 14, Bl. 83v-97r OPAC ergänzte.

Ausgabe: Die Anonyme Chronik der Burgunderkriege 1473-1479. In: Basler Chroniken Bd. 5, 1895, S. 499-527, Text S. 506-527 Internet Archive, Google-USA*

Literatur: Guy P. Marchal. In: ²VL 1 (1978), Sp. 1244f.

Kerstin Pfeiffer. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle (2010); Gerrit Himmelsbach: Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege. Zürich 1999; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 43; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 40f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 67 Nr. 20

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Bericht eines (wohl sächsischen) Augenzeugen über die Zusammenkunft in Trier 1473[Bearbeiten]

Der wohl von einem sächsischen Rat stammende Bericht gilt als wichtige Quelle für den Ablauf des Treffens.

Überlieferung: Halle, Universitäts- und Landesbibliothek, Hist. 2° 179, Bl. 1r-4r. Der Bericht ist Teil des nach 18. Januar 1474 wohl im Umkreis des böhmischen oder sächsischen Hofes geschriebenen 6. Faszikels, siehe Brigitte Pfeil: Katalog der deutschen und niederländischen Handschriften des Mittelalters in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) (Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt 89/1.2). Halle (Saale) 2007, S. 125f., Handschriftencensus, Handschriftenarchiv

Ausgaben: Carl Eduard Förstemann: Bericht eines Augenzeugen über die Zusammenkunft des Kaisers Friedrich's III. mit Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund, zu Trier i. J. 1473. In: Neue Mittheilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschungen 2 (1835), S. 78-84 Google; Chmel: Actenstücke, S. 54-59 Nr. 15 Google (es ist unklar, ob Chmel die Handschrift benutzt hat oder nur Förstemann erneut - mit leichter Normalisierung - abdruckt)

Literatur: siehe unten zum Libellus und Repertorium fontium ("Friedrich III. und Karl der Kühne in Trier")

Beschreibung der burgundischen Untaten (Basel, September 1474)[Bearbeiten]

Auf dem Basler Treffen der Niederen Vereinigung am 5. bis 10. September 1474 in Basel entstanden mehrere Versionen eines Berichts über die Untaten Burgunds am Oberrhein, die unter anderem an den Kaiser, den Speyerer Städtetag und Köln versandt wurden.

Überlieferung: Nachweise aus dem Staatsarchiv Basel in: Basler Chroniken Bd. 3, S. 393. Ausgabe (nach Missivenbuch XIII, S. 303-310) ebenda, S. 394-404

Abschrift des Briefs vom 10. September 1474 an den Speyerer Städtetag im Stadtarchiv Colmar. Ausgabe: Xavier Mossmann: Cartulaire de Mulhouse. Bd. 4, Strasbourg/Colmar 1886, S. 182-186 Nr. 1762 Internet Archive, Google-USA*

Abschrift des gleichen Briefs in der 'Speyrer Chronik' Karlsruhe, GLA, 65/624 (siehe Handschriftencensus und unten). Ausgabe: Mone: Quellensammlung. Bd. 1, S. 512-514 ALO

Abschrift des gleichen Briefs, Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18, Bl. 90r-92v Digitalisat UB Augsburg, siehe Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, Ende 15. Jahrhundert (siehe unten, Sammelhandschriften). Eine Abschrift dieses Textes der ehemals Maihinger Handschrift aus dem 19. Jahrhundert verwahrt die BNU Strasbourg als Ms. 1695 Handschriftenkatalog.

Brief an die Stadt Köln, Köln, Historisches Archiv der Stadt. Ausgabe: Ulrich: Acten zum Neusser Kriege, 1889, S. 25-29 Commons

Literatur: Gabriela Signori: Ritual und Ereignis. Die Straßburger Bittgänge zur Zeit der Burgunderkriege (1474-1477). In: Historische Zeitschrift 264 (1997), S. 281-328, hier S. 297; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 126-129

Pierre de Blarru[Bearbeiten]

Rene Lothringen.jpg

Das bedeutendste Werk des Kanonikers von St. Dié Pierre de Blarru (1437-1510) ist das 1518 postum gedruckte lateinische Epos Liber Nancéidos (französisch: "Nancéide"), das Blarru um 1500 schrieb, um den Sieg Herzog Renés II. von Lothringen über Karl den Kühnen von Burgund zu feiern.

Überlieferung: Die einzige bekannte Handschrift befindet sich im Musée Lorraine in Nancy (um 1500). Sie ist illustriert, siehe Jules Rouyer: De Pierre de Blarru et de son poème la Nancéide, à propos d'un manuscrit de cette oeuvre appartenant au musée historique lorrain. In: Mémoires de la Societé d'Archéologie lorraine 20 (1876), S. 360-420 Internet Archive; Christoph Brachmann: Memoria, Fama, Historia. Schlachtengedenken und Identitätsstiftung am lothringischen Hof (1477-1525) nach dem Sieg über Karl den Kühnen. Berlin 2006, S. 160-164

Frühdruck: St. Nicolas du Port: Petrus Jacobi, 1518 GDZ Göttingen. Ältere bibliographische Bemühungen verzeichnet Gottlieb Emanuel von Haller: Bibliothek der Schweizer-Geschichte [...]. Bd. 5, Bern 1787, S. 73-76 Google

Ausgaben: La Nancéide - Le poème consacré à la victoire remportée devant Nancy par le duc de Lorraine René II sur le duc de Bourgogne, Charles le Téméraire, le 5 janvier 1477. Nancy 2006; La Nancéide ou la Guerre de Nancy, poëme latin de Pierre de Blarru, avec la traduction française. Hrsg. von Ferdinand Schütz. Bd. 1-2. Nancy 1840 Bd. 1: Google, Bd. 2: Google

Literatur: Christoph Brachmann: Memoria, Fama, Historia. Schlachtengedenken und Identitätsstiftung am lothringischen Hof (1477-1525) nach dem Sieg über Karl den Kühnen. Berlin 2006, S. 160-164; Die Burgunderbeute, 1969, S. 305 Nr. 205; Albert Collignon: De Nanceide Petri de Blaro Rivo Parisiensis. Paris 1892 Internet Archive

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Bernhard Bleyßwyler[Bearbeiten]

Siehe unten zu Johann Gensbein.

Albrecht von Bonstetten[Bearbeiten]

Am 21. März 1477 widmete der Konventuale und Dekan des Klosters Einsiedeln, der Frühhumanist Albrecht von Bonstetten (um 1442/43-um 1504) den Herzögen Sigmund von Tirol und Reinhard von Lothringen sowie der Niederen Vereinigung die rhetorisch stark stilisierte lateinische Schrift Germanica prelia Karoli quondam Burgundie. Die deutsche Übersetzung Die tütschen stritt Karoli ettwan herzogen zu Burgund und sin ende beendete er am 13. April 1477.

Überlieferung: Paris, Bibliothèque Nationale, Cod. lat. 6221 (lateinische und deutsche Fassung)

Rom, Biblioteca Vallicelliana, Cod. C 75, Widmungsexemplar an Papst Sixtus IV. vom 22. Mai 1480, die drei Bücher der Beschreibung der Eidgenossenschaft sind: die Descriptio, die lateinische Schrift über Karl den Kühnen als Buch 2 und die Fortsetzung De provisione vacantis ducatus Burgundie als Buch 3 (Hinweise zu diesem Text De provisione in Archivalia).

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. poet. et phil. 4° 47, Bl. 103r-118v (lat.), Sammelhandschrift des Konstanzer Kanonikers Konrad Gremlich, 1467-1501 Handschriftenkatalog. Siehe auch unten: Rechtfertigung Herzog Karls des Kühnen gegen Erzbischof Adolf von Mainz wegen des Kölnischen Krieges (1. November 1474)

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. AA VI 36 (bricht ab), Ende 15. Jahrhundert OPAC, siehe Ludwig Sieber: Albert von Bonstetten's Horae canonicae von 1493. In: Anzeiger für schweizerische Geschichte Bd. 5, 20. Jg. (1889), S. 324-329, hier S. 327f. seals.ch

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. H IV 114, Nr. 1, Teil vom Anfang des 16. Jh. in einem Sammelband OPAC, siehe Die Burgunderbeute, 1969, S. 56 Nr. 9 (fehlt bei Schweers)

Ausgabe: Beschreibung der Burgunderkriege von Albert von Bonstetten, Dekan in Einsiedeln. In: Archiv für Schweizerische Geschichte 13 (1862), S. 283-324, Texte: S. 283-298 (Latein), S. 299-316 (Deutsch) Google seals.ch nach "Copie Haller's in der Stadtbibliothek Bern und einer ähnlichen in der Leu'schen Sammlung der Stadtbibliothek Zürich". G. E. Hallers Abschrift wurde 1761 von der Pariser Handschrift gefertigt, heute Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. VI. 88, vgl. Emil Bloesch: Katalog der Handschriften zur Schweizergeschichte der Stadtbibliothek Bern. Bern 1895, S. 223 Google-USA* = Commons. Die Abschrift von Leu in Zürich, Zentralbibliothek, Cod. L 401, S. 1-50 (siehe unten zu Tiberinus)

Literatur: Hans Fueglister. In: ²VL 1 (1978), Sp. 176-179

Walter: Informationen, 2012, S. 196; Ernst Baumeler: Die Herren von Bonstetten. Geschichte eines Zürcher Hochadelgeschlechts im Spätmittelalter. Zürich 2010, S. 174; Regine Schweers: Albrecht von Bonstetten und die vorländische Historiographie zwischen Burgunder- und Schwabenkriegen. Münster 2005, S. 85-92 (zur Überlieferung S. 86), S. 95f.; Wilfried Kettler: Trewlich ins Teütsch gebracht. Lateinisch-deutsches Übersetzungsschrifttum im Umkreis des schweizerischen Humanismus. Bern u. a. 2002; Gerrit Himmelsbach: Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege. Zürich 1999; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 37f.; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 81-83; Die Burgunderbeute, 1969, S. 56 Nr. 9; Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 423; Richard Newald: Bonstetten, Albert Freiherr von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 450 MDZ München; Albert Büchi: Albrecht von Bonstetten. Frauenfeld 1889, S. 57-60 Google-USA*, Internet Archive; Georg von WyßBonstetten, Albert Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3. Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 133–135

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Breisacher Reimchronik[Bearbeiten]

Breisacher Reimchronik.jpg

Die um 1480 von einem Stadtschreiber oder Geistlichen in Breisach geschriebene Reimchronik (rund 8400 Verse) behandelt die Geschichte der burgundischen Herrschaft am Oberrhein bis zur Hinrichtung des Peter von Hagenbach 1474 und den Untergang Karls des Kühnen.

Textbeginn: Lob und ere sey geseyt

Überlieferung: Straßburg Stadtbibliothek, Hs. 428 (verbrannt), 1555 von dem Breisacher Schulmeister Mathiß Herman geschrieben (A). 199 Federzeichnungen, Nachzeichnungen der spätmittelalterlichen Vorlage, sind nur durch Mones Steindruckwiedergaben und Beschreibungen überliefert.

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. hist. fol. 481, um 1670. Inhaltsangabe und wenige Textproben: Heinrich Schreiber: Landvogt Peter von Hagenbach. Episches Gedicht aus dem Ende des XV. Jahrhunderts. In: Taschenbuch für Geschichte und Alterthum in Süddeutschland 4 (1844), S. 316-340 Universitätsbibliothek Freiburg

Ausgabe: Franz Josef Mone: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte. Bd. 3, 1863, 183-434, Text: S. 257-417 (nach der Straßburger Handschrift), Nachträge: 681-684 und Tafelanhang ALO, auch Universitätsbibliothek Freiburg

Literatur: Kurt Hannemann. In: ²VL 1 (1978), Sp. 1013f.; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 316 Nr. 30

Alistair Matthews. In: Encyclopedia of the Medieval Chronicle (2010), S. 210; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 41f.; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung Bd. 1, 1979, S. 112; Die Burgunderbeute, 1969, S. 74f. Nr. 27

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Burgundische Legende[Bearbeiten]

Burgundische Legende.png

Nach dem Tod Karls des Kühnen am 5. Januar 1477 eröffnete die Burgundische Legende (deutschsprachige Reimpaarchronik, 326 Verse) die kleine Reihe der gedruckten Rückblicksdichtungen auf die Burgunderkriege.

Textbeginn: Als man zalt xiiij.c sehtzig vnd fúnff jore (so Druck B)

Inkunabeldrucke: Burgundische Legende, [Straßburg: Heinrich Knoblochtzer, 1477], Hain 8344, GW M17614, ISTC ib01292030 (Druck B). INKA setzt irrtümlich Hain 8345 und 8344 gleich und schreibt die Burgundische Legende Pfettisheim zu. Zur Priorität von B gegenüber A siehe Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Anm. 81. Außer dem unvollständigen Karlsruher Exemplar gibt es auch eines in der ZB Zürich OPAC. Es ist nach einem Manuskript verbessert und das von Haller: Bibliothek [...] Bd. 5, S. 79 Google erwähnte Exemplar des Ratsherrn Schinz. Siehe Wilhelm J. Meyer: Ein seltenes, unbekanntes Zürcher Exemplar der Burgundischen Legende, Strassburg 1477. In: Der Schweizer Sammler 3 (1929), S. 129-133 mit Wiedergabe (S. 131f.; vorletzte Seite Commons, Schlussseite Commons) der im Karlsruher Exemplar (und daher auch bei Picot/Stein) fehlenden beiden letzten Seiten.

Burgundische Legende, [Basel: Michael Wenssler, ca. 1477/78], GW M17617 (Druck A). Einziges bekanntes Exemplar: ÖNB Wien Ink 2.H.43 (ÖNB-Ink B-750A, siehe Wiener OPAC), ausgelöst aus Cod. 2975 Handschriftencensus. Zum Titelholzschnitt - Karl der Kühne Commons - siehe Kurt Rathe: Ein Reiterbildnis Karls des Kühnen von Burgund. In: Maso Finiguerra 3 (1938), S. 233-246

[Augsburg: Günther Zainer, um 1477], Hain 14964, BSB-Ink B 986, ISTC ISTC ib01292060 (Druck C) Digitalisate: MDZ München (ehemals in Cgm 4285 aus Tegernsee Handschriftencensus); ÖNB Wien. Abdruck: Karl August Muffat: Meistersang auf Karl'n den Kühnen. In: Taschenbuch für die vaterländische Geschichte 39 (1850/51), S. 312-324, Text S. 314-324 Google nach dem Münchner Exemplar.

Faksimile: Recueil de Pièces Historiques Imprimées sous le Règne de Louis XI. Hrsg. von Emile Picot/Henri Stein. Bd. 2, Paris 1923, S. 29-42 (Druck B, nach dem unvollständigen Karlsruher Exemplar) Commons, 49-63 (Druck C). Zu den im Karlsruher Exemplar fehlenden zwei Seiten siehe oben.

Druckabschriften: Jena, Universitätsbibliothek, Ms. Sag. q. 3, Bl. 204r-210r, Konrad Stolle: Memoriale, Autograph (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, siehe unten zu Stolle. Ausgaben: Memoriale-thüringisch-erfurtische Chronik von Konrad Stolle. Hrsg. von Richard Thiele. Halle 1900, S. 363-373 c. 314 Google-USA* Commons; zuvor: Konrad Stolles thüringisch-erfurtische Chronik, aus der Urschrift. Hrsg. von Ludwig Friedrich Hesse. Stuttgart 1854, S. 115-125 Google; Ludwig Friedrich Hesse: Aus Konrad Stolles Erfurter Chronik. In: Zeitschrift für deutsches Alterthum 8 (1851), S. 302-347 hier S. 326-336 Google

Straßburg, Bibliothèque Nationale et Universitaire, Ms. 3572, Bl. 277v-283v, Twinger von Königshofen-Handschrift aus dem Elsass um 1480 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog: Internet Archive

Dresden, Landesbibliothek, Mscr. F 98, Bl. 256v-262r Digitalisat: SLUB Dresden, Twinger von Königshofen-Handschrift aus dem Elsass 4. V. 15. Jh. Handschriftencensus

Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1803, Auszüge im Sammelband des Limburger Vikars Johannes Gensbein (siehe unten) um 1500, Handschriftencensus (Hannemanns Folienangaben sind zu überprüfen)

München, Staatsbibliothek, Cgm 318, Bl. 118r-123r, Abschrift des Drucks C durch Hieronymus Herprunner in Lofer (Salzburg) wohl für den Landrichter Wilhelm Kulmär 1477/78 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

München, Staatsbibliothek, Cgm 5919, Bl. 290r-295v Digitalisat: MDZ München, Hausbuch des Regensburger Kramers Ulrich Mostl, 1501/10 Handschriftencensus

München, Staatsbibliothek, Cgm 8232, Bl. 43v-46v, Chronik des Andreas von Regensburg u.a., Ende 15. Jh., siehe BSB-Ink, Schanze: Überlieferungsformen, S. 324. Kurzform.

Teilabdruck: Gottlieb Friedrich Ochsenbein: Die Urkunden der Belagerung und Schlacht von Murten. Freiburg 1876, S. 670f. (Auszug, eingesandt von Bibliothekar Wendling aus Schlettstadt) Google-USA*, Internet Archive

Literatur: Kurt Hannemann. In: ²VL 1 (1978), Sp. 1131-1134; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Nr. 27

Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 34f.; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 110; Die Burgunderbeute, 1969, S. 71 Nr. 23; Kurt Ohly: Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, hier S. 331f.

Ludwig Dringenberg[Bearbeiten]

Ludwig Dringenberg, von 1441 bis zu seinem Tod 1477 Leiter der Lateinschule in Schlettstadt, verfasste 32 lateinische Hexameter über Niederlage und Tod Karls des Kühnen 1477.

Textbeginn: Caesaris invidia cupiens explere furorem

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Clm 443, Bl. 140r-140v Handschrift von Hartmann Schedel um 1480, Handschriftenkatalog

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. F VI 19, Bl. 72r. Sammelhandschrift aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts aus der Basler Kartause, dieser Teil geschrieben in Basel 1478 von Heinrich Karst de Bacherach OPAC, Beschreibung. Bis 2010 anscheinend unbekannt, erster Hinweis von Klaus Graf in Archivalia.

Ausgabe: Gerold Meyer von Knonau: Zwei lateinische Gedichte auf die Kämpfe gegen Karl den Kühnen. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 4 (1873), S. 315-321, Text S. 319f. seals.ch (nur nach der Münchner Handschrift)

Übersetzung: Gottlieb Friedrich Ochsenbein: Die Urkunden der Belagerung und Schlacht von Murten. Freiburg 1876, S. 440f. Internet Archive, Google-USA*

Jakob Wimpfeling (siehe unten) zitiert in seiner Epitome (zu ihr siehe Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters) einen Denkspruch (Distichon) Dringenbergs auf Karl den Kühnen, die abgewandelten Verse 27f. des Gedichts. Erstausgabe Straßburg 1505 VD 16 N 522 MDZ München; spätere Ausgabe Marburg 1562 MDZ München. Siehe Christian Pfister: Histoire de Nancy. Bd. 1, Paris/Nancy 1902, S. 474, 703 Internet Archive, Google-USA*

Text:

Oppida trina tibi dux Carole dura fuere
In rebus Gransen, grege Murthein, corpore Nanse

Hartmann Schedel, der das Gedicht Dringenbergs aus seiner Handschrift (siehe oben) kannte, zitiert die beiden Verse in der Version Dringenbergs in seiner Weltchronik fast unverändert. Erstausgabe Nürnberg 1493 MDZ München, deutsche Fassung Wikisource.

Zur deutschsprachigen Version in Zürcher Stadtchroniken siehe Andre Gutmann: Die Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey und ihre Stellung in der eidgenössischen Historiographie des 16. Jahrhunderts. Bd. 2, Stuttgart 2010, S. 700 mit Anm. 300. Ein Beleg aus der Chronik des Brugger Stadtschreibers Sigmund Fry (um 1530): Max Banholzer: Geschichte der Stadt Brugg im 15. und 16. Jahrhundert. In: Argovia 73 (1961), S. 37 retro.seals.ch. Siehe auch Theodor von Liebenau: Zum Volksspruche von Herzog Karl von Burgund. In: Anzeiger für schweizerische Geschichte Jg. 10 (1879), S. 161 seals.ch.

Literatur: Franz Josef Worstbrock. In: ²VL 2 (1980), Sp. 235-237

Thomas Haye: Die Armagnaken, das Elsaß, der Heidelberger Hof und die Apathie des Reiches – eine unbekannte lateinische Invektive des Jahres 1444. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 153 (2005), S. 241-274, hier S. 258; Josef Knepper: Jakob Wimpfeling, Freiburg i. Br. 1902, S. 8 Anm. 3 Commons, Google-USA*; Albert Collignon: De Nanceide Petri de Blaro Rivo Parisiensis. Paris 1892, S. 109 Internet Archive; Carl Schüddekopf: Ein Gedicht Ludwig Dringenbergs. In: Zeitschrift für Vergleichende Litteraturgeschichte und Renaissance-Litteratur NF 3 (1890), S. 136-138, hier S. 137 Google-USA*; Heinrich Julius KämmelDringenberg, Ludwig. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5. Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 411 f.; Wilhelm Wattenbach: Nachträgliches über Peter Luder. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 27 (1875), S. 95-98, hier S. 97f. Google-USA*

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Ludwig von Eptingen[Bearbeiten]

Der Bericht des Ritters Ludwig von Eptingen über die Befreiung von Neuss und die dortigen Ereignisse im Juni 1475 (mit Liste der Teilnehmer am Heerzug) fand nicht nur in Basel Eingang in Knebels Chronik, sondern wurde auch von Diebold Schilling in Bern benützt, in Luzern abgeschrieben und im Familienbuch der Herren von Eptingen (1621) verwertet.

Überlieferung: Johann Knebels Chronik (siehe oben). Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 2, S. 256-268 Google-USA*

Familienbuch der Herren von Eptingen. Handschrift in Privatbesitz, Bl. 138r-139v. 1621 geschrieben von dem Franziskaner Hans Sigmund Veitler im Auftrag von Wolf Wilhelm von Eptingen. Ausgabe: Dorothea A. Christ: Das Familienbuch der Herren von Eptingen. Kommentar und Transkription, Liestal 1992, S. 305-308. Nur kurze Auszüge aus dem Bericht, anschließend eine allgemeine Darstellung der Burgunderkriege. Die jüngeren Handschriften (Pruntrut, Bischöfliches Archiv; Colmar, Stadtarchiv, MS 963; sowie eine 1776 geschriebene Handschrift in Privatbesitz) gehen auf die Handschrift von 1621 zurück. Für den einzigen inhaltlichen Zusatz in der Handschrift von 1776 in Privatbesitz (S. 217-218, nach Theodor von Liebenau: Aus einem alten Turnierbuche. In: Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde 1878, S. 835-839, hier S. 836 seals.ch, Google-USA* von späterer Hand) über die Schlacht von Grandson vermutet Christ S. 33 eine Benützung von Loys Gollut: Les mémoires historique de la république Séquanoise [...]. Dole 1592 (Neuausgabe 1846: Google). Zur Frage, ob das Familienbuch tatsächlich eine spätmittelalterliche Vorlage hatte, siehe die Stellungnahmen von Klaus Graf: Rezension von Christ und Vortrag zur Mittelalter-Rezeption.

Abschrift in Luzern, Staatsarchiv (ohne Namensnennung). Ausgabe: Amtliche Sammlung der ältern Eidgenössischen Abschiede. Bd. 2: Die Eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1421 bis 1477. Hrsg. von Anton Philipp Segesser. Luzern 1863, S. 545-548 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Diebold Schillings Chronik (siehe unten). Ausgabe: Tobler: Berner-Chronik, Bd. 1, S. 204-207 (bearbeitet, ohne den Namen Ludwigs)

Hans Fries[Bearbeiten]

Hans Fries (um 1460-1518), Bürger von Freiburg i. Ü., verfasste eine kurze deutschsprachige Chronik über die Burgunderkriege, wobei die Belagerung von Grandson und die Murtenschlacht breiten Raum einnehmen.

Überlieferung: Freiburg (Schweiz), Bischöfliches Archiv, Hs. 9 rayon 2, Bl. 39v-61r (Handschrift B), Anfang 16. Jahrhundert (1503?), die Chronik wohl eingetragen von Ludwig von Affry Handschriftencensus

Freiburg (Schweiz), Kantons- und Universitätsbibliothek, Cod. L 1152, S. 282-313 (Handschrift D), wohl um 1590 Handschriftencensus

Zwei verschollene Handschriften bei Büchi 1901.

Ausgabe: Albert Büchi: Chronik von Hans Fries. In: Gustav Tobler: Die Berner Chronik des Diebold Schilling. Bd. 2, Bern 1901, S. 391-441, Text S. 391-426 DigiBern

Literatur: Klaus Klein. In: ²VL 2 (1979), Sp. 968f.

Michael Bärmann. In: Historisches Lexikon der Schweiz 4 (2004), S. 831 online; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 45; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 95f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 62f. Nr. 15; Albert Büchi: Die Chroniken und Chronisten von Freiburg im Uechtland. In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 30 (1905), S. 197-326, hier S. 230-234 seals.ch Google-USA*

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen.de

Johannes Fuchsmagen[Bearbeiten]

Der Innsbrucker Rat Erzherzog Sigmunds von Tirol und Maximilians I. Dr. Johannes Fuchsmagen (1450-1510) verfasste eine kurze lateinische Historia de Burgundie duce Carolo Audace (bzw. Relatio de Caroli Audacis Burgundiae ducis ascensu et interitu) über den Untergang des Herrschers.

Überlieferung: Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 3334, unbezeichnetes Blatt zwischen Deckel und Bl. 1 in einer 1482 datierten Otto-von-Freising-Handschrift manuscripta.at

Literatur: Johannes Reuchlin Briefwechsel. Bd. 1, Stuttgart-Bad Cannstatt 1999, S. 184f.; Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 434; Hans Ankwicz von Kleehofen: Fuchsmagen, Johannes. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 5, Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 684 MDZ München; Sebastian Ruf: Dr. Johannes Fuchsmagen. In: Zeitschrift des Ferdinandeums 3. Folge 21 (1877), S. 91-119, hier S. 107 landesmuseum.at, Internet Archive, Google-USA*

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Johannes Gensbein[Bearbeiten]

Johannes Gensbein (1444-ca. 1504/07) war bis 1476 katzenelnbogischer Kanzleischreiber, danach Vikar zu Oberneisen und ab 1480 in Limburg. Seine bis 2008 verschollene Sammelhandschrift (ehemals auf Schloss Molsberg, jetzt in Berlin) enthält unter anderem eine unedierte Beschreibung der Festlichkeiten in Trier 1473 (durch Gensbein selbst), ein unediertes Reimpaargedicht von Bernhard Bleyßwyler über die Verteidigung von Neuß durch Hermann von Hessen 1474/75 und ein unediertes Reimpaargedicht über die Beteiligung der Limburger am Krieg. Daneben überliefert sie auch Auszüge der Burgundischen Legende (siehe oben).

Textbeginn Bleyßwyler: Heiliger geist kome mir zu sture

Überlieferung: Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1803, um 1500 Handschriftencensus, Manuscripta Mediaevalia. Das Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus gibt folgende Blattangaben:

- Augenzeugenbericht über die Festlichkeiten anlässlich der Zusammenkunft Karls des Kühnen von Burgund mit Kaiser Friedrich III. in Trier 1473 (Bl. 39r-55v)
- 'Burgundische Legende' (bis Bl. 98r), darin integriert:
Reimpaargedicht über die Verteidigung von Neuss im Krieg mit Karl dem Kühnen (Bl. 72r)
Reimpaargedicht über die Beteiligung der Limburger am Krieg mit Karl dem Kühnen (Bl. 85r-87v)

Abbildungen einiger Seiten der Handschrift im Marburger Repertorium zur Übersetzungsliteratur im deutschen Frühhumanismus.

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 11 (2004), Sp. 514f. Libreka; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 312f. Nr. 6-7

Arthur Wyss: Eine Limburger Handschrift. In: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 7 (1882), S. 569-584 DigiZeitschriften

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Johannes Gesseler[Bearbeiten]

Da ein Johannes Gesseler aus Ravensburg 1474/75 in Basel immatrikuliert wurde, vermuteten Schanze/Schanze, 1989, Sp. 1012, es handle sich bei dem Verfasser eines in Johann Knebels Chronik überlieferten lateinischen Gedichts um den späteren Weissenauer Abt Johann Gösseler (zu ihm vgl. Dietz-Rüdiger Moser. In: ²VL 3, 1981, Sp. 102-105). Weder Schanze/Schanze noch der Redaktion des Verfasserlexikons fiel auf, dass Franz Josef Worstbrock im gleichen Nachschlagewerk (Artikel Gässeler, Johannes) - dem überzeugenden Vorschlag von Paul Joachimsohn 1894 folgend - die zwei Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen dem johannes gässeler cecus, prouisor scolarum beati Thome (Schulmeister am Thomasstift in Straßburg) zugewiesen hatte. Gesseler war ein Freund des Straßburger Humanisten Peter Schott des Jüngeren (siehe unten). Worstbrock nimmt auch das von Knebel einem blinden Straßburger zugeschriebene Gedicht für Gesseler in Anspruch.

Zur Überlieferung siehe unten: Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen (Gedichte a und c).

Literatur: Franz Josef Worstbrock. In: ²VL 2 (1980), Sp. 1101f.

Kurt Hannemann. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters 4 (1953), Sp. 527 (im Artikel Tüsch); Paul Joachimsohn: Aus der Bibliothek Sigismund Gossembrots. In: Centralblatt für Bibliothekswesen 11 (1894), S. 249–268, 298–307, hier S. 307 DigiZeitschriften

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Alexander Helmschmid[Bearbeiten]

Ordonnanz 1473.jpg

Ein Alexander Helmschmid übertrug die "Große burgundische Ordonnanz" (Kriegsordnung), die in die Hände Maximilians gelangt war, aus dem Französischen ins Deutsche. Die offenbar erst im 16. Jahrhundert (so Schmidtchen) verfasste Übersetzung endet (nach Mitteilung der Wiener Bibliothek) mit dem Datierungsvermerk: "Im Closter in Sanct Maximilian Inn der Statt In Trier den vierten tag aprilis nach Christi gepurdt 1453 jar". Das Datum 1453 ist, auch wenn man es in 1473 verbessert, ein Irrtum, da die französische Vorlage (siehe unten) erst im Herbst (wohl Oktober 1473) entstand. Ein Alexander Helmschmied war 1548 Ratsdiener in Augsburg, siehe Chroniken der deutschen Städte. Bd. 32, 1917, S. 76 ULB Düsseldorf. Zur Familie Helmschmied in Augsburg siehe NDB 8 (1969), S. 505f. MDZ. Es kann also wohl keine Rede davon sein, dass Helmschmids Übersetzung von Maximilian I. 1473 in Auftrag gegeben wurde, so aber z.B. Hermann Wiesflecker: Österreich im Zeitalter Maximilians I. Wien 1999, S. 268.

Überlieferung: Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 10900, Bl. 140r-156r, 3. Viertel 16. Jahrhundert (laut Wasserzeichenstichproben, Renner datierte 2. Hälfte 16. Jahrhunderts) Handschriftenkatalog. Die erste der beiden Hände schrieb auch Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 10949.

Eine französische Fassung der in der Abtei St. Maximin bei Trier 1473 ohne Datierung verfassten, üblicherweise in den Oktober 1473 gesetzten Ordonnanz nach einer für den jungen Maximilian hergestellten Abschrift in Wien (Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hs. Böhm Suppl. 1332, Sign. weiß 1096, siehe Karl der Kühne, 2008, S. 221 Nr. 48 mit Abbildung; Hermann Wiesflecker: Kaiser Maximilian I. Bd. 1, München 1971, S. 98 mit S. 442 Anm. 14) druckte Chmel: Actenstücke, S. 62-82. Weitere Überlieferung früher bei Max Jähns: Geschichte der Kriegswissenschaften vornehmlich in Deutschland. Bd. 1, München/Leipzig 1889, S. 316 Google-USA*, nunmehr umfassend bei Werner Paravicini: Ordre et règle. Charles le Téméraire en ses ordonnances de l'hôtel. In: Comptes-rendus des séances de l'Académie des Inscriptions et Belles-Lettres 143 (1999), S. 311-359, hier S. 331 Persée (Neudruck in: Werner Paravacini: Menschen am Hof der Herzöge von Burgund. Stuttgart 2002, S. 688f. prosopographia-burgundica.org).

Zur Berner Handschrift (Burgerbibliothek, Cod. A 219) siehe die Kataloge: Karl der Kühne, 2008, S. 222 Nr. 49; Die Burgunderbeute, 1969, S. 231f. Nr. 142; Florens Deuchler: Die Burgunderbeute. Inventar der Beutestücke aus den Schlachten von Grandson, Murten und Nancy 1476/77. Bern 1963, S. 344-346 Nr. 312. Daraus abgedruckt im Schweizerischen Geschichtsforscher 2 (1817), S. 425-468 Google.

Zum Prachtexemplar für Karl den Kühnen, London, British Library, Add. Ms. 36619 siehe Karl der Kühne, 2008, S. 220f. Nr. 47 mit Abbildung.

Literatur: Rainer Rudolf. In: ²VL 3 (1981), Sp. 979 (mit irrtümlicher Bezugnahme auf die erst 1477 erfolgte Heirat Maximilians und falscher Seitenangabe bei Renner), im wesentlichen identisch mit dem Artikel von Gerhard Eis: Nachträge zum Verfasserlexikon. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 83, Tübingen 1961/62, hier S. 187; Volker Schmidtchen: Das Kriegsbuch des Herzogs Philipp von Cleve. Eine Lehrschrift zur Theorie und Praxis des Kriegswesen [...]. In: Festung, Garnison, Bevölkerung. Bd. 2, Wesel 1982, S. 9-30; Peter Renner: Das Kriegsbuch Herzog Philipps von Cleve. Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung und kritischer Ausgabe des Buchs von Krieg zu Wasser nach den Handschriften. Diss. masch. Heidelberg 1960, S. 64f. (für Auskünfte und Unterstützung ist den Bibliotheken von Wien und Heidelberg zu danken)

Hystoria bellorum atque litigiorum ducis Burgundie et colligatorum Almanie superioris[Bearbeiten]

Die kurze zeitgenössische lateinische Darstellung, die für Michael Klein: Die Handschriften der Sammlung J 1 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Stuttgart 1980, S. 238 nicht nachweisbar war, ist eine leicht geänderte Fassung des 1477 gedruckten Werks des Nikolaus (siehe unten), der (Ausgabe Ohly S. 57 Commons) seine Arbeit als Historiam guerrarum et litium colligatorum Alamanie superioris bezeichnet (vgl. Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 200).

Der Text setzt Ohly S. 57 Z. 7 Placuit scribere historiam ein. S. 72 fehlt nach mortua est der Satz mit dem Hinweis auf die Heirat Maximilians (19. August 1477). Nach meretur steht ein abweichender Schlusssatz, woraus man vielleicht schließen darf, dass es sich nicht um eine Druckabschrift handelt, sondern womöglich um die Überlieferung einer bislang nicht bekannten handschriftlichen Fassung, die der Druckausgabe vorausging. (Nach Kopien der Blätter 109r, 121v-122r.)

Überlieferung: Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, J 1 Hs. 206, Bl. 109r-122r. Sammelhandschrift (1472-1500) aus der Zisterzienserabtei Bebenhausen, siehe Handschriftencensus; Klein: Handschriften, S. 236-239.

Hans Judenfint[Bearbeiten]

Nach dem Vorschlag von Klaus Graf 1991 (nachgewiesen unten zu Speyrer Chronik), dem sich Frieder Schanze anschloss, ist statt Judensint Judenfint (Judenfeind) zu lesen, vgl. ²VL 11 (2004), Sp. 816. Judenfint, der sich von Spier (aus Speyer) nennt, schrieb unmittelbar nach der Hinrichtung des burgundischen Landvogts Peter von Hagenbach am 9. Mai 1474 einen Spruch (203 Reimpaarverse) über Hagenbach mit fürstenfeindlicher Tendenz.

Textbeginn: Got gruß uch ir herren offenbar

Überlieferung: Karlsruhe, Generallandesarchiv, Hs. 65/624, S. 706-708, Handschrift der 'Speyrer Chronik' (siehe unten) Handschriftencensus

Ausgaben: Franz Josef Mone: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte. Bd. 3, 1863, S. 151-153 ALO, auch Freiburg; Liliencron: Volkslieder. Bd. 2, 1866, S. 33-37 Nr. 132 (nach Mone) Commons

Literatur: Kurt Hannemann. In: ²VL 4 (1983), Sp. 896f.; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 312 Nr. 4

Hartmut Harthausen: Judensint, Hans. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 638 f. MDZ München; Karl BartschJudensint, Hans. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14. Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 654 f.

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Reinold Kerkhörde[Bearbeiten]

Der um 1500 lebende Dortmunder Priester Reinold Kerkhörde schrieb ein kurzes lateinisches Gedicht über die Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen.

Textbeginn: En anno millesimo cum L quadringentesimo bis junctis duodenis.

Überlieferung: Berlin, Staatsbibliothek, Ms. Boruss. oct. 29, Bl. 150v-151v

Dortmund, Stadtarchiv, Best. 202, XIII 2, Bl. 39r

Paderborn, Erzbischöfliche Akademische Bibliothek, Cod. Pa 102, Bl. 339v (am Rand der Westhoff-Chronik), um 1600, siehe Joseph Hansen in: Die Chroniken der deutschen Städte 20 (1887), S. 150; Handschriftenkatalog

Ausgabe: Joseph Hansen. In: Die Chroniken der deutschen Städte 20 (1887), S. XXI Internet Archive

Literatur: Hubert Herkommer. In: ²VL 4 (1983), Sp. 1134

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Johannes Knebel[Bearbeiten]

Der Basler Kaplan und Notar Johannes Knebel (um 1414/16-1481) schrieb sein überwiegendes lateinisches Diarium 1473-1479. In ihm stehen die Burgunderkriege im Mittelpunkt.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A lambda II 3a und 4a, Autograph OPAC

Ausgabe: Basler Chroniken 2 und 3: Bd. 2 [Hans Knebels, des Kaplans am Münster zu Basel, Tagebuch. Sept. 1473 - Juni 1476]. Hrsg. von Wilhelm Vischer und Heinrich Boos, 1880 Google-USA*; Bd. 3 [Hans Knebels des Kaplans am Münster zu Basel Tagebuch. Juni 1476 - Juli 1479]. Hrsg. durch Wilhelm Vischer, 1887, Google-USA*

Übersetzung: Chronik des Kaplans Johannes Knebel aus den Zeiten des Burgunderkriegs. Erste Abt. 1473-1475. Zweite Abt. 1476-1479. Hrsg. von Karl Buxtorf-Falkeisen. Basel 1851-1855 Google (beide Teile im Digitalisat)

Literatur: Guy P. Marchal. In: ²VL 4 (1983), Sp. 1272-1274

Regula Schmid Keeling. In: Historisches Lexikon der Schweiz 7 (2008), S. 298 online; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 30-33; Warken: Geschichtsschreibung, 1995, S. 383f.; Peter-Johannes Schuler: Knebel, Johannes. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 168 f. MDZ München; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 39f.; Wilhelm VischerKnebel, Johannes. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16. Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 275

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Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Koblenzer Bericht über den Neusser Feldzug[Bearbeiten]

Der ausführliche Bericht mit historiographischem Anspruch ist in einem Amtsbuch der Stadt Koblenz überliefert, nämlich im Ratsbuch I mit Protokollen, Rats- und Zunftordnungen bzw. anderen Aufzeichnungen von (1300-) 1463-1478 (-1619). Signatur: Stadtarchiv Koblenz, Bestand 623 Nr. 1536, S. 153-163 Findbuch. "Die bei Ulrich gedruckten Passagen umfassen S. 153, Zeile 21, 3. Wort, bis einschließlich S. 162, Zeile 23, 7. Wort" (Mitteilung des Stadtarchivs Koblenz).

Ausgabe: Ulrich: Acten, S. 138-150 Nr. 193 (gekürzt) Google-USA* Commons

Literatur: Huiskes: Zeitzeugenberichte, 1994, S. 57, 74 (mit Nennung der aktuellen Signatur); Karl Zimmermann: Bericht eines Koblenzers aus den Tagen Karls des Kühnen. Zum Todestage des Herzogs von Burgund, 5. Januar 1477. In: Koblenzer Heimatblatt 4 (1927), Nr. 2, S. 2-3 dilibri.de

Brief des Arnoul de Lalaing an Paul de Baenst in der Übersetzung des Rudolf Agricola[Bearbeiten]

Rudolf agricola plato.jpg

Der französische (undatierte) Brief des Propstes der Marienkirche zu Brügge, Arnoul/Arnold de Lalaing, an den Brügger Paul de Baenst, Rektor der Universität Pavia, über die Trierer Zusammenkunft liegt nur in der lateinischen erweiternden Übersetzung des Humanisten Rudolf Agricola vor, die er an Antoni Scrovegni sandte: De congressu Friderici III imperatoris et Caroli ducis Burgundionum. Nach Rudolph Agricola: Letters. Hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman. Assen/Tempe 2002, S. 74 möglicherweise 1474 zu datieren.

Die französische Vorlage der Übersetzung ist verschollen. Anscheinend überlieferte sie der im Archiv der Gesellschaft 11 (1858), S. 714 Google verzeichnete Cod. Fol. 361 (16. Jh., Französisch) der Hochbergschen Majoratsbibliothek in Fürstenstein. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ausgerechnet diese Handschrift sich unter den in Breslau vorhandenen geringen Resten der untergegangenen Bibliothek befindet (vgl. Handschriftenarchiv).

Inkunabeldruck: Plato: Axiochus, ins Lateinische übersetzt von Rudolphus Agricola. Daran: Arnoldus de Lalaing: Epistola ad Paulum Baenst de congressu imperatoris Friderici et Caroli Burgundionum ducis (Übersetzer: Agricola); Rudolphus Agricola: Epistolae et carmina. [Löwen: Johann von Paderborn, 1483] GW M33932 ISTC ip00772300 Sack 2912, Digitalisat: Universitätsbibliothek Freiburg; vgl. Lisa Jardine: Inventing Rudolph Agricola [...]. In: The Transmission of Culture in Early Modern Europe. Hrsg. von Anthony Grafton/Ann Blair. Philadelphia 1990, S. 39-86, hier 70f. Laut Rudolph Agricola, Letters. Hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman. Assen/Tempe 2002, S. 76: "offers an excellent text".

Handschriften: Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. poet. et phil. 4° 36, Bl. 238v-241r, wohl Worms 1490/1500 Handschriftenkatalog. Vgl. Paravici: Die zwölf "Magnificences", 2001, S. 395; Rudolph Agricola: Letters. Hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman. Assen/Tempe 2002, S. 37.

Besançon, Bibliothèque Municipale, Ms. 1128, Bl. 11 (16. Jh., sicher späte Druckabschrift), vgl. Catalogue général des manuscrits des bibliothèques publiques de France. Bd. 32, Paris 1897, S. 771 Internet Archive

Jüngere Drucke und Ausgaben: Rudolf Agricola: [Nonnulla opuscula]. Antwerpen 1511; Basel 1518 (VD16 A 1123) MDZ München, JALB Emden

Rudolf Agricola: Lucubrationes aliquot lectu dignissimae. Köln 1539, S. 221-227 (VD 16 A 1080) MDZ München

Marquard Freher: Rerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes [...], 3. Aufl., hrsg. von Burkhard Gotthelf Struve. Bd. 2, Straßburg 1717, S. 302-305 Digitalisat Universitätsbibliothek Mannheim

Memoires de Messire Philippe de Comines, Seigneur d'Argenton [...], revûe [...] par Messieurs Godefroy. Bd. 3, Paris 1747, S. 258-262 Nr. 205 (nach Freher) Google; siehe auch die Ausgabe Brüssel 1723, Bd. 4, S. 407 Google

Nur das Begleitschreiben an Scrovegni: Rudolph Agricola: Letters. Hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman. Assen/Tempe 2002, S. 76 Nr. 5 (kritische Edition) Google

Literatur: Franz Josef Worstbrock. In: ²VL 1 (1978), Sp. 84-93, hier Sp. 90; Paravici: Die zwölf "Magnificences", 2001, S. 353 Anm. 224, 395; Rodolphus Agricola Phrisius (1444-1485) [...]. Hrsg. von Fokke Akkerman/Arie Johan Vanderjagt. Leiden/New York 1988, S. 317; Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 419; Ludwig GeigerAgricola, Rudolf (Humanist). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1. Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 151–156

Rudolf von Langen[Bearbeiten]

Der Münstersche Domkanoniker und Humanist Rudolf von Langen (um 1438-1519) begleitete seinen Bischof ins Lager vor Neuss. Seinen 1486 gedruckten Gedichtband Carmina eröffnet ein längeres lateinisches Gedicht (41 sapphische Strophen) über die Belagerung von Neuss. Im gleichen Band gelten zwei Vierzeiler der Umbenennung der Neusser Stadttore.

Textbeginn von Carmen I: Clara quem virtus superumque rector.

Inkunabeldruck: Langius, Rudolphus: Carmina. Münster in Westfalen: Johann Limburg, 29. Juli 1486. Hain 9894, GW M17035, ISTC il00058500, Josef Bernhard Nordhoff: Denkwürdigkeiten aus dem münsterischen Humanismus. Münster 1874, S. 18-22 Internet Archive, Google-USA*. Digitalisate: ULB Münster, SB Berlin

Ausgabe: Adalbert Parmet: Rudolf von Langen. Leben und gesammelte Gedichte des ersten Münster'schen Humanisten. Ein Beitrag zur Geschichte des Humanismus in Deutschland. Münster 1869, S. 175-179 Carmen I, S. 199f. Carmina XXXIIf. Internet Archive, Google. Zu den Texten vgl. ebd., S. 54, 113f.

Übersetzung: Des münsterschen Kanonikus Rudolph von Langen Gedichte. Hrsg. von Hermann Hugenroth. Münster 1991 - Ausgabe lateinisch/deutsch.

Literatur: Franz Josef Worstbrock. In: ²VL 5 (1985), Sp. 590-598, hier Sp. 593f.

Franz Josef Worstbrock. In: Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon 2 (2013), Sp. 16-27; Otto Herding: Langen, Rudolf v.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13, Duncker & Humblot, Berlin 1982, ISBN 3-428-00194-X, S. 578–580 MDZ München; Ludwig GeigerLangen, Rudolf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17. Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 659 f.

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Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen[Bearbeiten]

Mehrere kürzere lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen sind überliefert.

Zu einem Epitaph Wimpfelings siehe unten bei Wimpfeling.

1. Drei Gedichte in Knebels Chronik

Gedicht a stammt nach Knebel von einem blinden Straßburger (wohl Gesseler, siehe oben). Gedicht b erhielt Knebel von einem ungenannten Landgeistlichen. Gedicht c wird in der subscriptio einem Johannes Gesseler zugeschrieben. Zu diesem Autor siehe oben.

Textbeginn von a: Laudis vox preconiorum

Textbeginn von b: Decidit exanimis, voluit qui sydera celi

Textbeginn von c: Summo deo laus a cunctis referatur in evum

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, A.[lambda].I.10, S. 617-621, einzelner Quartbogen von der Hand Johannes Knebels. Vorlage für die Wiedergabe im Diarium, Basel, Universitätsbibliothek, A.[lambda].II.3a, Bl. 90r-v (b), 95r-96v (a, c)

Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 3, S. 120f. (b), 129-132 (a), 132f. (c), Textverbesserungen S. 480f.

Gedicht a ist auch in einer aus Erfurt stammenden Handschrift überliefert.

Überlieferung: Weimar, Herzog Anna Amalia Bibliothek, Cod. Q 108, Bl. 320v-321r Beschreibung von Matthias Eifler. Überwiegend 1470/74 wohl von dem Erfurter Vikar Nikolaus Sifridi angelegte rhetorisch-philologische lateinische Sammelhandschrift (siehe unten Sammelhandschriften).

Ausgabe: Wilhelm Wattenbach: Weiteres aus der Weimarer Handschrift. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 28 (1881), Sp. 161-166, 233-235, hier Sp. 162-164 Internet Archive.

2. Gedicht auf einem Einzelblatt (früher im Staatsarchiv Basel)

Textbeginn: Karole, quis tandem furor aut demencia mentem

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. E II 87:2 OPAC, eventuell Autograph um 1477. Früher im Staatsarchiv Basel.

Basel, Staatsarchiv, Politisches G 1.1, Nr. 236 Findmittel. Schanze gibt an, der Text sei um 5 Verse gegenüber dem Abdruck kürzer, deren Quelle nicht aufzufinden sei. Die Erklärung besteht darin, dass diese Überlieferung gar nicht die Vorlage des Abdrucks war; das Einzelblatt damals im Staatsarchiv Basel befindet sich in der Universitätsbibliothek. Politisches G 1.1, Nr. 236 ist eine zeitgenössische Abschrift.

Ausgabe: Basler Chroniken, Bd. 3, S. 481f. Internet Archive nach der nun in der Universitätsbibliothek liegenden Überlieferung

3. Vier Epitaphien auf Karl den Kühnen

Überlieferung: Weimar Q 108, Bl. 321r-v.

Ausgabe: Wattenbach: Weiteres, 1881, Sp. 164-166

Literatur (zu 1-3): Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1012 (ohne Kenntnis der Weimarer Überlieferung und von Wattenbachs Ausgabe)

Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus[Bearbeiten]

Trier 1473 Schilling.jpg

Der in deutschen, lateinischen und niederländischen Versionen und fast nur in historiographischen Werken überlieferte Bericht schildert die Prachtentfaltung bei einem von Karl dem Kühnen am 7. Oktober 1473 anläßlich des Treffens mit Kaiser Friedrich III. in Trier veranstalteten Festmahl.

Überlieferung: Zusammenstellung in den Basler Chroniken Bd. 3, S. 333 Internet Archive (ohne die Pariser Handschrift). Soweit nicht anders angegeben ist die Sprache (ober-)deutsch.

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. E. I. 1, Bl. 186-188, Nachtrag zu Twinger von Königshofen Handschriftencensus

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. D IV 10, Bl. Tb-x. Nikolaus Gerungs genannt Blauenstein Sammelhandschrift, beendet 1475 (siehe unten) Handschriftencensus. Teilabdruck: Chronik des Kaplans Johannes Knebel aus den Zeiten des Burgunderkriegs. Erste Abt.. Hrsg. von Karl Buxtorf-Falkeisen. Basel 1851, S. 192-195 Google

Niederdeutsche Fassung. Ein Textvergleich mit dem Abdruck (Version B) ergibt, dass die verschollene Handschrift 4 Pfarrer Karl Allmenröders in Oberbiel bei Wetzlar Handschriftencensus, zu der es nur noch eine Beschreibung im Handschriftenarchiv gibt, die Vorlage Wigands war (ein Teil der Sammlung Allmenröder stammt nachweislich von Wigand). Ausgabe: Paul Wigand: Kaiser Friedrich der III. und Karl der Kühne, Herzog von Burgund, zu Trier. In: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 1 H. 2. Hamm 1826, S. 126-128 Commons

Gesta Trevirorum (lat.). Gesta Trevirorum integra [...]. Hrsg. von Johann Hugo Wyttenbach/Michael Franz Joseph Müller. Bd. 2, Trier 1838, S. 347-351 c. 281 Seiten auf Commons, Digitalisat Dilibri

Magnum Chronicon Belgicum (lat.) - zur Quelle siehe unten. Der in den Basler Chroniken angegebene Druck von Pistorius: Scriptores, Bd. 3, S. 436f. = Magnum Chronicon Belgicum. In: Rerum Germanicarum Veteres [...] Scriptores, hrsg. von Johannes Pistorius/Burkhard Gotthelf Struve. Editione tertia. Regensburg 1726, S. 1-456, hier S. 436 Google. - Ein Auszug daraus dürfte Paris, Institut de France, Ms Godefroy 476, Bl. 278 Datenbank Calames (Refectio pomposa imperatoris Friderici cum duce Burgundiæ) sein, denn das Chronicon hat diese Zwischenüberschrift.

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I. 3. Diebold Schillings 'Amtliche Chronik'. Tobler: Berner-Chronik. Bd. 1, S. 112-115 DigiBern

Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, Bl. 131r-132v Handschriftencensus, weiteres siehe unten Sammelhandschriften. Abdrucke: Johann Rudolf Sinner: Catalogus codicum mss. bibliothecae Bernensis. Bd. 2, Bern 1770, S. 88-94 Google; Theodor von Liebenau: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III. In: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 11-24, hier S. 19f. Google-USA*

[Cornelius Aurelius]: Die cronycke van Hollandt, Zeelandt ende Vrieslant [...], Leiden 1517, bekannt als Divisiekroniek (siehe unten): Van enen uutnemenden costliken maeltijt die den hertoge bereyt hadde der K.M. ende hoe si van een sceyden. Dat LIII. capitel (Divisie 30). Transkription von Karin Tilmans: De Divisiekroniek van 1517. Amsterdam 2003, S. 234-237 PDF. Die Basler Chroniken benutzten für den Abdruck dieser niederländischen Version E S. 361-364 die Ausgabe: Chronycke van Hollant, Zeelant [...]. Dordrecht 1595, S. 377f. (Teil 30 cap. 52) Google.

Paris, Bibl. Nationale, Ms. allem. 83. Twinger von Königshofen mit Fortsetzung Handschriftencensus. Ausgabe: Christian Pfister: Les manuscrits allemands de la Bibliothéque Nationale relatifs à l'histoire d'Alsace. Paris 1893, S. 197-199 Google-USA* = Commons

Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 3, S. 332-364, Text S. 340-364 (Paralleldruck der Fassungen)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1007; Petra Ehm: Burgund und das Reich. Spätmittelalterliche Außenpolitik am Beispiel der Regierung Karls des Kühnen (1465-1477). München 2002 Prosopographia Burgundica; Paravicini: Die zwölf "Magnificences", 2001, S. 348-358; Hermann Heimpel: Karl der Kühne und Deutschland (mit besonderer Rücksicht auf die Trierer Verhandlungen im Herbst des Jahres 1473). In: Elsaß-Lothringisches Jahrbuch 21 (1943), S. 1-54, hier S. 14-17 zu den Quellen; Karl Rausch: Die burgundische Heirat Maximilians I., Wien 1880, S. 207-218: Zusammenstellung und Kritik der Actenstücke über die Zusammenkunft in Trier Google-USA* Internet Archive; Franz Lindner: Die Zusammenkunft Kaiser Friedrich III. mit Karl dem Kühnen von Burgund im Jahre 1473 zu Trier. Diss. Greifswald 1876, S. 3-30 zu den Quellen ULB Bonn

Lied von Grandson[Bearbeiten]

Das Lied wurde von einem Schweizer Teilnehmer der Schlacht gedichtet.

Textbeginn: Alle ding soll man fahen

Überlieferung: Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 77-81 (Schanze, Überlieferungsformen: 1999, S. 317: S. 80), Werner Steiner: Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Einzeldruck: o.O. u. J. (1536) nach Emil Weller: Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...]. Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 31f. Nr. 141: 4 Bl. 8 Google; Haller: Bibliothek, Bd. 5, S. 87 Nr. 263: 7 S. (ohne Jahresangabe). Existenz des Drucks wird von Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 ohne hinreichenden Grund bezweifelt.

Ausgaben: Liliencron: Volkslieder, Bd. 2, S. 82f. Nr. 140 Commons; Ernst Münch: Aletheia. Zürich 1822, S. 149-152 Google (nicht, wie Liliencron angibt, nach dem Einzeldruck, sondern nach einer Aarauer Abschrift aus Steiners Liederchronik)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied c); Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 17.

Lurlebat[Bearbeiten]

Ein sich Lurlebat nennender Autor dichtete wohl Ende 1476 ein Lied in Jörg Schillers Hofton (12 Strophen zu je 19 Versen) über die Schlacht von Murten am 22. Juli 1476.

Textbeginn: Woluf, ir herren alle im pund

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 5, S. 692-698, Autograph von Diebold Schillings d. Ä. 'Großer Burgunderchronik'. Abschrift in Werner Steiners Sammelband zur Schweizer Geschichte ca. 1532/34 ebenda, Ms. A 54/55

Ausgaben: Cramer: Liederdichter Bd. 2, 1979, S. 268-274 Seiten auf Commons; Die Berner Chronik des Diebold Schilling 1468-1484. Bd. 2, 1901, S. 68-74 DigiBern; Gustav Tobler: Ein unbekanntes Lied von der Schlacht bei Murten. In: Schweizerische Rundschau 3 (1893), S. 312-320

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 5 (1985), Sp. 1083f.; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 22

Ludwig Tobler: Das neu entdeckte Lied von der Schlacht bei Murten. In: Anzeiger für schweizerische Geschichte 6 (1893), S. 497-499 seals.ch

Angebote zu GND 104119004

Gerhard Megkynch[Bearbeiten]

Der Basler Stadtschreiber Gerhard Megkynch/Mecking (gestorben 1474) schrieb kurz vor dem 24. Januar 1474 einen Bericht über Herzog Karls von Burgund Besuch im Elsass im Dezember 1473.

Überlieferung: Peter Ochs: Geschichte der Stadt und Landschaft Basel. Bd. 4, Basel 1819, S. 230-235, 238-240 Google nach verschollener Vorlage.

Ausgabe: Basler Chroniken 7 (1915), S. 88-92 ULB Düsseldorf

Literatur: Walter: Informationen, 2012, S. 168

Meinrad[Bearbeiten]

Überlieferung: St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 645, S. 586-589, 593f. Digitalisat e-codices.ch, Sammelband Aegidius Tschudis Handschriftencensus.

Ausgabe: Stettler, S. 148-160

Literatur: Bernhard Stettler: Die Chronik Meinrads. Eine St. Galler Quelle aus der Zeit der Burgunderkriege, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 119. Jg. 2001, S. 139–160 bodenseebibliotheken.eu

Handschriftenkatalog Gießen

Peter von Molsheim[Bearbeiten]

Himmelsbach schriftproben 2.jpg

Der Kaplan und Schaffner der Johanniterkommende Freiburg im Üechtland Peter von Molsheim (gestorben um 1490) verfasste im Auftrag des Rats der Stadt Freiburg im Üechtland um 1478 auf Deutsch eine Chronik der Burgunderkriege, eine Bearbeitung von Diebold Schillings Kurzchronik der Burgunderkriege (1477).

Überlieferung: 12 Handschriften laut Büchi (von den 14 sind N und ihre Abschrift D abzuziehen, die keine Textzeugen der Molsheim-Bearbeitung sind, siehe unten Diebold Schilling d. Ä.), eine Auswahl im Handschriftencensus, Autograph Molsheims: Freiburg (Schweiz), Kantons- und Universitätsbibliothek, Ms. Société économique D 410 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Ausgabe: Albert Büchi: Peter von Molsheims Freiburger Chronik der Burgunderkriege. Bern 1914, S. 1-229 Commons (gekürzt, als dritter Band der Tobler'schen Schilling-Ausgabe angelegt)

Literatur: Harald Parigger. In: ²VL 7 (1989), Sp. 437f.; Marianne Rolle/GL. In: Historisches Lexikon der Schweiz 8 (2009), S. 646 online; Silvia Zehnder-Jörg: Die grosse Freiburger Chronik des Franz Rudella. Edition nach dem Exemplar des Staatsarchivs Freiburg. Diss. Freiburg (Schweiz) 2005, S. 49 mit Anm. 85 PDF; Gerrit Himmelsbach: Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege. Zürich 1999; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 40f.; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 96f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 61f. Nr. 14; Albert Büchi: Zur Biographie Peters von Molsheim. In: Anzeiger für schweizerische Geschichte 13 (1915), S. 112f. seals.ch; Repertorium fontium

Rudolf Montigel[Bearbeiten]

Das lied von der Schlacht vor Granssen 1476.djvu

Der Luzerner Bürger Rudolf Montigel, Teilnehmer an der Schlacht von Grandson 1476, dichtete zwei politische Lieder.

1. Lied von der Ewigen Richtung

Es behandelt in 23 Achtzeilerstrophen den Vertrag zwischen Erzherzog Sigmund von Tirol und den Eidgenossen 1474.

Textbeginn: Der süsse summer fröwet mich

Überlieferung: Zürich, ZB, Cod. A 161, Bl. 42v-45r (zur Handschrift siehe unten bei Diebold Schilling)

Ausgaben: Cramer: Liederdichter Bd. 2, 1979, S. 306-311 Seiten auf Commons; Tobler Bd. 2, S. 15-23; Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 21-27 Nr. 129 Commons

2. Lied über die Schlacht von Grandson

Die 21 Sechszeilerstrophen werden Montigel zugeschrieben, da Montigel als Autor eines Grandson-Liedes bezeugt ist und sich in der Schlußstrophe einer von Luzern als Verfasser nennt.

Textbeginn: Oesterich du slaffest gar lang (Tobler)

Zur Bezeugung des Grandson-Liedes: Theodor von Liebenau: Nachweise über historische Volkslieder. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 11 Bd. 3 (1880), S. 272-275, hier S. 272f. seals.ch

Überlieferung: Zürich, ZB, Ms. A 5, S. 565-573 (siehe Diebold Schilling d.Ä.). Darauf gehen zurück die weiteren Textzeugen:

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I. 3, S. 672-678 (siehe Diebold Schilling d.Ä.)

Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, Bl. 187v-189v, Werner Schodolers Schweizerchronik, Bd. III

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 81-89 (Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 317: S. 80), Werner Steiner: Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Bl. 47v, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Ebenso in jüngeren Abschriften der Chroniken von Schilling.

Mehrere Einzeldrucke des 16. und 17. Jahrhunderts, siehe Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 78 und Emil Weller: Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...]. Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 31 Nr. 140 Google (Bern: Benedikt Ulman um 1590, gemeinsam mit Veit Weber Nr. 5)

Druck Zürich 1546. VD 16 L 1708

Druck [Bern] [1557] e-rara.ch

Druck Bern 1558. VD 16 L 1709

Druck Zürich [1601] im VD17 unter der Nummer 1:687565F (Volldigitalisat), desgleichen Commons

Druckabschriften: Luzern, ZB, Ms. 499.4, S. 165-174 ('Mülinen-Schiffmannsche Liederhandschrift')

Zürich, Staatsarchiv, Cod. B VIII 268, Bl. 66r-66v, Aegidius Tschudis Collectaneen.

Ausgaben: Tobler, Berner Chronik, Bd. 1, 1897, S. 391-396 online; Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 74-79 Nr. 138 Commons; Die Eidgenössische Chronik des Werner Schodoler um 1510-1535. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe der dreibändigen Handschrift. Hrsg. von Walther Benz, 1983, S. 232f.

Literatur (zu 1-2): Frieder Schanze. In: ²VL 6 (1987), Sp. 682-683; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 311 Nr. 1, S. 314 Nr. 15

Friedrich Moorman[Bearbeiten]

Das 1477 entstandene lateinische Gedicht Carmen de morte ducis Burgundiae editum de Fridericum Morman ad magistrum Rodolphum Langium des 1482 gestorbenen niederländischen Humanisten und in Münster als Lehrer wirkenden Fraterherrn Friedrich Moorman (vgl. Franz Josef Worstbrock. In: ²VL 6, 1987, Sp. 700-702) fordert nach dem Tod Karls des Kühnen die Provinz Geldern auf, ihren gefangenen Landesherrn Herzog Adolf zu befreien. (Zum Adressaten siehe oben Rudolf von Langen.)

Textbeginn: Iam tandem bello cecidit Mauortius ille

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Clm 528, Bl. 203v-204r. Sammelhandschrift von Hartmann Schedel, 1497, Handschriftenkatalog

Ausgabe: Pieter Schoonbeeg/Catharina Geertruida Santing: Friderici Mauri carmina. An edition with commentary, in: Wessel Gansfort (1419-1489) and Northern Humanism. Hrsg. von Fokke Akkerman u.a. Leiden/New York 1993, S. 325-386, Text S. 344f. Nr. XV Google, Kommentar S. 378-380

Neumondkalender gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund[Bearbeiten]

Das um die Jahreswende 1474/75 entstandene Reimpaargedicht (194 Verse) gehört zur Gattung der in Straßburg und am Oberrhein beliebten gereimten Neumondkalender.

Textbeginn: Die gelerten meister der gestirn (Basler Chroniken)

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A lambda II 3a, S. 387-395 (Diarium des Johannes Knebel, siehe oben)

Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, Bl. 139v-141v (ohne Kalenderverse, Schluss abweichend), geschrieben um 1480 von Clemens Speker von Sulgen, Franziskaner und Sakristan im Kloster Königsfeld Handschriftencensus, weiteres siehe unten Sammelhandschriften

Cambridge/Mass., Harvard University, Houghton Library, MS Ger 74, Bl. 12v-15r, 3. Viertel 15. Jahrhundert. Digitalisat Harvard; Handschriftencensus, Freidank-Repertorium

Ausgaben: Basler Chroniken 2 (1880), S. 176-181 Internet Archive (nach der Basler Handschrift); Eckehard Simon: An Unpublished Poem on Charles the Bold and the Burgundian Wars Dated 1475. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Tübingen) 97 (1975), S. 68-87, hier S. 70-75 (nach der Harvard-Handschrift) Seiten Commons mit Korrekturen ebd. 1976 (siehe unten); Derselbe: The "Türkenkalender" (1454) Attributed to Gutenberg and the Strasbourg Lunation Tracts. Cambridge/Mass. 1988, S. 88-101 (Paralleldruck von Basel und Harvard); Claudius Sieber-Lehmann: Eine neue Version eines Mondtraktates /Kalendergedichtes auf das Jahr 1475. In: Daphnis 22 (1993), S. 701-710, Text S. 706-710 (nach der Berner Handschrift)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1008f.; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 312 Nr. 5

Eckehard Simon: Türkenkalender. In: ²VL 9 (1995), Sp. 1159-1164, hier Sp. 1161; Frieder Schanze: Hans Erhart Tüsch. In: ebd., Sp. 1174-1179, hier Sp. 1176; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 29; Herbert Kolb: Zeitgeschichte in der Literatur. Zu einem neu veröffentlichten Schmähgedicht gegen Karl den Kühnen. In: Daphnis 6 (1977), S. 1-26; Eckehard Simon: The Thirteen New Moons of 1475: A Corrective Note on the Poem Against Charles the Bold. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Tübingen) 98 (1976), S. 424-429

Nikolaus[Bearbeiten]

Die lateinische Schrift De proeliis et occasu ducis Burgundiae historia eines Nikolaus propagiert die Alleinschuld Karls des Kühnen am Krieg (nach Ohly aus Straßburger Sicht).

Inkunabeldruck: De proeliis et occasu ducis Burgundiae historia. [Straßburg: Drucker des Henricus Ariminensis, d.i. Georg Reyser (?), nach 19. August 1477] Hain-Copinger 11757, BSB-Ink F-273, ISTC in00047500 Digitalisat: MDZ München

Handschriftliche Überlieferung: siehe oben "Hystoria bellorum atque litigiorum ducis Burgundie et colligatorum Almanie superioris".

BSB-Ink nennt den Autor Nicolaus Friesen (den Weihbischof von Basel, gestorben 1498) und verweist auf Emil Dürr: Die Nicolai de preliis et occasu ducis Burgundie historia und deren Verfasser. In: Basler Zeitschrift für Geschichte u. Altertumskunde 11 (1912), S. 395-419 retro.seals.ch Michigan-USA*; Adalbero Kunzelmann: Geschichte der deutschen Augustiner-Eremiten. T. 2. Würzburg 1970, S. 30 Anm. 86. Dürr hatte in dem Verfasser einen Basler Geistlichen vermutet und kam so auf Friesen, der ein Zuträger Johann Knebels (siehe oben) war. Himmelsbach S. 246-249 schlägt dagegen - nach Ansicht von Rezensenten (z.B. Bertrand Schnerb in der Francia) überzeugend - den aus Bern stammenden Zisterzienser Nicolaus Salicetus (Widempösch, Weidenbusch) vor. Zu diesem vgl. Volker Honemann. In: ²VL 8 (1992), Sp. 511-515; Karl Heinz Burmeister, »… der in fremden landen were uff der schuol«. Die Baccalaurei und Magistri in artibus der Universität Paris aus dem Bistum Konstanz und dessen näherer Umgebung, 1329 bis 1499. In: Alemannia Studens 11 (2001), S. 23-90, hier S. 68 Nr. 213 Vorarlberger LA; Franz Posset: Renaissance Monks, Leiden/Boston 2005, S. 24. Da Himmelsbachs Indizien aber nur sehr vage und allgemein sind, kann diese Zuschreibung alles andere als gesichert gelten.

Faksimile (nach dem Münchner Exemplar) mit Übersetzung: Nicolai de prelijs et occasu ducis burgundie histhoria. Nikolaus' Geschichte von den Schlachten und dem Untergang des Herzogs von Burgund ca. 1478. Hrsg. von Rudolf Luginbühl. Basel 1911. Übersetzungsfehler zeigen die handschriftlichen Korrekturen eines Exemplars dieser Ausgabe in der Universitätsbibliothek Basel (Signatur: E N V 24) auf.

Ausgabe: Kurt Ohly: Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, Text S. 56-72, nur die gemeinfreie Edition auf Commons

Übersetzung: Ohly: Nicolaus, S. 72-89

Literatur: Gerrit Himmelsbach: Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege. Zürich 1999; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 36f.; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 111; Die Burgunderbeute, 1969, S. 74 Nr. 26; Kurt Ohly: Georg Reysers Wirken in Straßburg und Würzburg. In: Gutenberg Jahrbuch 1956, S. 121-140, hier S. 130

Angebote zu GND 143957899

Repertorium fontium (unter Historia de preliis et occasu ducis Burgundie) - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Peter Patot[Bearbeiten]

Der Leutpriester Peter Patot von St. Julien bei Mömpelgard verfasste auf Deutsch am 4. April 1476 ein kurzes astrologisches Gutachten zur Kriegslage.

Überlieferung: Johannes Knebels Chronik (siehe oben)

Staatsarchiv Basel Politisches G 1.3, Bl. 129 (aktuelle Signatur nach Mitteilung des Staatsarchivs) Findmittel

Stadtarchiv Straßburg, AA 289/63 Archivinventar: Google-USA*

Ehemals Stadtarchiv Biel CXX. 337 (Signatur nach Caesar Adolf Bloesch: Geschichte der Stadt Biel und ihres Panner-Gebietes. Bd. 1, Biel 1855, S. 298; nach Mitteilung des Stadtarchivs Biel verschollen).

Es existieren vermutlich noch weitere Überlieferungen in Korrespondenzen der Zeit.

Ausgaben: Basler Chroniken Bd. 2, 1880, S. 404f.; Ochsenbein: Murten, 1876, S. 96 (nach Buxtorf-Falkeisen); Chronik des Kaplans Johannes Knebel aus den Zeiten des Burgunderkriegs. Zweite Abt. 1476-1479. Hrsg. von Karl Buxtorf-Falkeisen. Basel 1855, S. 38f. Google

Literatur: Gerd Mentgen: Astrologie und Öffentlichkeit im Mittelalter. Stuttgart 2005, S. 267-269; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 353 Anm. 31; Christian Pfister: Histoire de Nancy. Bd. 1, Paris/Nancy 1902, S. 463 Internet Archive; Chronique ou dialogue entre Joannes Lud et Chrétien, secretaires de René II [...]. Hrsg. von Jean Cayon. Nancy 1844, S. 36 (Erwähnung als astrologischer Berater "Pierre Pacot", ohne Namen: Basler Chroniken Bd. 3, S. 87 Internet Archive) Google bzw. jüngere Ausgabe 1854 Google

Konrad Pfettisheim[Bearbeiten]

Pfettisheim neuss.jpg

Das Eingangsakostrichon der 1477 in Straßburg gedruckten kurzen Reimchronik (423 Verse) über die Burgunderkriege nennt als Verfasser Conradvs Pfedteshem. Wahrscheinlich handelt es sich um einen an St. Thomas in Straßburg wirkenden Priester dieses Namens, der 1516 starb (siehe auch Kurzbiographie, französisch).

Textbeginn: Czuo lob vnd er der trinitöt

Inkunabeldruck: [Strassburg: Heinrich Knoblochtzer], 1477, GW, ISTC ip00541500.

Illustrationen: Der Knoblochtzer-Druck von Tüsch (siehe unten) weist die gleichen Holzschnitte auf. Sondergut von Pfettisheim ist ein Holzschnitt, der eine Prozession am Straßburger Münster zeigt. Während Schanze Tüsch die Priorität gibt, sieht der Donaueschinger Versteigerungskatalog (Paul Needham) diese bei Pfettisheim. Joseph Lange in: Neuss, Burgund und das Reich. Neuss 1975, S. 159 Anm. 410 meint, dass Tüsch zuerst gedruckt worden sei, da die Neusser Ansicht eindeutig den Text von Tüsch illustriere.

Faksimile: Conradus Pfettisheim: Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege. Inkunabel 265 der F. F. Hofbibliothek Donaueschingen. Kommentar von Lilli Fischel/Rolf Müller. Plochingen 1966 (zu diesem Exemplar siehe auch unten: Chronikalische Notizen des Lesmeisters zu Thann); Picot/Stein Bd. 2, S. 65-85 Commons.

Druckabschriften: Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, Bl. 133r-139r Handschriftencensus, weiteres siehe unten, Sammelhandschriften. Teilausgabe: Mone: Quellensammlung Bd. 3, S. 153f. ALO (identifiziert mit der Inkunabel ebd., S. 680f.).

Privatbesitz Antiquariat Heribert Tenschert, Ludwig Sterners Chronik, Bl. 139r-149v, 1501 Handschriftencensus Antiquariat Tenschert, ²VL 11 (2004), Sp. 1234. Faksimileausgabe der Seiten: Ludwig Sterners Handschrift der Burgunderchronik des Peter von Molsheim und der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz mit den von Sterner beigefügten Anhängen. Teilfaksimile. Hrsg. von Frieder Schanze. Bibermühle 2001

Wien, Cod. 2981, Bl. 7v-13v, geschrieben von Simprecht Kröll, Augsburg um 1534 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Schlettstadt, Stadtbibliothek. Aus der Sammlung von Dorland (19. Jh.?), erwähnt bei Die burgundisch Hystorie, eine Reim-Chronik von Hans Erhart Tusch 1477. Hrsg. von Edmund Wendling/August Stöber. In: Alsatia 1875/76, S. 341-451, hier S. 352 Google-USA*

Breisach, Stadtarchiv, Slg. Hagenbach. Abschrift (um 1830) eines Herrn Stahl in Paris wohl für Adam Walther Strobel in Straßburg, 2009 bei Zisska angekauft, Näheres

Ausgabe: Gustav Tobler: Conrad Pfettisheims Gedicht über die Burgunderkriege. Bern 1917, Text S. 12-30 Commons - E-Text in Wikisource

Teilabdrucke: Charles Nerlinger: Deux pamphlets contre Pierre de Hagenbach. In: Mélanges Julien Havet. Paris 1895, S. 549-560, hier S. 554-560 (nur Verse 1-110) Google-USA*; Ochsenbein: Murten, S. 437f. (nur Verse 263-310) Internet Archive

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 7 (1989), Sp. 564-567; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 316 Nr. 29

Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 36; Warken: Geschichtsschreibung, 1995, S. 386f.; Incunabula from the Court Library of Donaueschingen. Sotheby's 1994, S. 207 Nr. 258; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 109f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 72 Nr. 24; Conradus Pfettisheim: Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege. Inkunabel 265 der F. F. Hofbibliothek Donaueschingen. Kommentar von Lilli Fischel/Rolf Müller. Plochingen 1966; Kurt Ohly: Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, hier S. 332f.

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Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Rechtfertigung Herzog Karls des Kühnen gegen Erzbischof Adolf von Mainz wegen des Kölnischen Krieges (1. November 1474)[Bearbeiten]

Das lateinische Schreiben Karls an den Mainzer Erzbischof Adolf II. von Nassau wurde offenbar in humanistischen und gelehrten Kreisen als Stilmuster geschätzt und fand daher auch Eingang in entsprechende Sammelhandschriften.

Die folgende Zusammenstellung klammert die in Paravicinis Inventar aufgeführte archivalische Überlieferung im Geschäftsschriftgut aus. Übernommen wurden dort gegebene Nachweise aus Bibliothekshandschriften (diese konnten erheblich ergänzt werden).

Überlieferung: Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18, Bl. 92v-93v Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert (siehe unten Sammelhandschriften).

Freiburg, Universitätsbibliothek, Hs. 5, Bl. 11r-v UB Freiburg,Handschriftenkatalog. Späterer Nachtrag zu einer von Konrad Odernheim um 1455 wohl in Padua geschriebenen Ovid-Handschrift.

Halle, Universitäts- und Landesbibliothek, Cod. Za 85 Bd. IV, hinterer Spiegel Handschriftenkatalog. Nach Ernst Förstemann: Die Gräflich Stolbergische Bibliothek zu Wernigerode. Nordhausen 1866, S. 100 Google handelt es sich um eine von Hermann Haghen von Hildesheim für St. Georg in Erfurt 1450/51 (so die Datierung der ersten beiden Bände nach Handschriftenkatalog) geschriebene Pergamenthandschrift des Vincenz von Beauvais: Speculum historiale. Die Bibliothek teilte die Position des Briefes mit.

München, Staatsbibliothek, Clm 487, Bl. 198 Handschriftenkatalog. Lateinische Sammelhandschrift des Hartmann Schedel, wohl nach 1474.

Soest, Stadtbibliothek, Cod. 17, Bl. 162v Handschriftenkatalog. Eintrag von 1477 oder später. Siehe unten: Sammelhandschriften.

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. poet. et phil. 4° 47, Bl. 219r-221r, Sammelhandschrift des Konstanzer Kanonikers Konrad Gremlich 1467-1501 Handschriftenkatalog. Siehe auch oben: Albrecht von Bonstetten.

Weimar, Herzog Anna Amalia Bibliothek, Cod. Q 108, Bl. 362r-364r Beschreibung von Matthias Eifler. Überwiegend 1470/74 wohl von dem Erfurter Vikar Nikolaus Sifridi angelegte rhetorisch-philologische lateinische Sammelhandschrift. Siehe unten: Sammelhandschriften.

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 42.3 Aug. 2°, Bl. 313v-314v (gefolgt vom Schreiben Friedrichs III. an Karl vom 3. Dezember 1474) Handschriftencensus Handschriftenkatalog. Lateinischer Sammelband wohl aus Braunschweig aus dem Besitz eines Gerhard Wunstorp (zu weiteren Handschriften gleicher Herkunft siehe Heinemann), entstanden vermutlich nach 1474.

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 302.1 Extravagantes, Bl. 10r-13v Handschriftenkatalog. Sammelband, dieser Teil 16. Jh.

Zürich, Zentralbibliothek, Cod. Car C 100, Bl. 97r-98v. Beschreibung: Cunibert Mohlberg: Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich I.: Mittelalterliche Handschriften, Zürich 1932-1952, S. 110-112. Sammelband aus dem Besitz des Peter Numagen (gest. 1515). Text steht im Kontext humanistischer Briefmuster.

Inkunabeldruck: Johannes Lichtenberger: Coniunctio Saturni et Martis, 1474/74. Siehe unten.

Ausgaben: Aeneae Silvii, Episcopi Senensis Postea Pii Papae II. Historia Rerum Friderici Tertii Imperatoris. Hrsg. von Johann Heinrich Boecler. Straßburg 1685, Diplomata S. 57-58 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Chmel: Actenstücke. Bd. 1, 1854, S. 120-122 Google nach Abschrift im Haus-, Hof- und Staatsarchiv

Johann Joachim Müller: Des Heil. Römischen Reichs, teutscher Nation, Reichs-Tags-Theatrum, wie selbiges, unter Keyser Friedrichs V. allerhoechsten Regierung [...] gestanden, Bd. 2, Jena 1713, S. 663f. HAB Wolfenbüttel

Johannes Knebel (siehe oben), hrsg. in: Basler Chroniken Bd. 2, S. 170-172

Literatur: Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar. Hrsg. von Werner Paravicini. Bd. 1-2. Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 235f. (ergänzend zur archivalischen Überlieferung)

Roßler der klain man[Bearbeiten]

Mit der Autorsignatur Roßler der klain man ist ein Loblied auf Kaiser Friedrich III. versehen, dessen Hintergrund die Belagerung der Stadt Neuss durch Karl den Kühnen (1474/75) ist und das wohl kurz nach dem endgültigen Abzug des burgundischen Heeres (27. Juni 1475) entstanden sein dürfte. Das Lied ist insofern außergewöhnlich, als andere zeitgenössische Quellen heftige Kritik am Verhalten des Kaisers übten.

Von dem Autor kennt man noch eine Reimrede über die Judenpredigt (im um 1500 entstandenen Cgm 5919 - Handschriftencensus - Rosner der clain man zugeschrieben; die hier gewählte Namensform folgt der etwas älteren Überlieferung). Notiert sei, dass 1475 ein Knecht von Albrecht Achilles von Brandenburg Roßner hieß und im Kontext der Neusser Belagerung erscheint (Politische Correspondenz Bd. 2, 1897, S. 149 Nr. 107).

Textbeginn: Des lob wir kaiser Fridereich

Überlieferung: Wien, Haus- Hof- und Staatsarchiv, Hs. Blau 658, Bl. 85v-86r, sogenanntes Kopialbuch Kaiser Friedrichs III., Ende 15. Jh. Handschriftencensus

Ausgaben: Franz Fuchs/Karl-Friedrich Krieger: Aller tugent ist er ein faß - ein Lobgedicht auf Kaiser Friedrich III. (1440/52-1493). In: Verstehen durch Vernunft. Festschrift für Werner Hoffmann. Hrsg. von Burkhardt Krause (Philologica Germanica 19) Wien 1997, S. 99-112, Text S. 110-112; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 328-330 MDZ München

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 11 (2004), Sp. 1333 (Nachtrag zu: Rosner der clain man, ebd. Bd. 8, Sp. 239f.); Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 10

Niklaus Rüsch[Bearbeiten]

Erhalten sind von Niklaus Rüsch (gestorben 1506), seit 1474 Stadtschreiber in Basel (zur Biographie siehe Peter-Johannes Schuler: Notare Südwestdeutschlands. Bd. 1. Stuttgart 1987, S. 368-370 Nr. 1099), 1474/76 entstandene Teile einer geplanten Chronik der Burgunderkriege sowie briefliche Berichte über die Ereignisse, die an die Städte Köln, Lübeck und Erfurt gesandt wurden.

Überlieferung: Basel, Staatsarchiv, Politisches G 1.8, S. 3f., 9-15, 39-46, 51f. (die von Schanze angegebene Signatur A. G. 6 ist veraltet, siehe auch Findbuch)

Rezeption: Die Lübecker Ratschronik von 1438 bis 1482 (siehe unten, weitere Hinweise). Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 31 (Lübeck Bd. 5). Hrsg. von Friedrich Bruns, 1914, S. 138-163 (§§ 2012-2014, 2020-2033) sind nach dem Bericht von Rüsch bearbeitet.

Ausgabe: Carl Christoph Bernoulli: Die Beschreibung der Burgunderkriege durch den Basler Stadtschreiber Niclaus Rüsch. Diss. Basel 1886, textidentisch mit: Basler Chroniken 3 (1887), S. 292-305, Briefe: S. 305-332 Google-USA*

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 8 (1992), Sp. 424f.

Walter: Informationen, 2012, S. 172; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 27; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 40

Angebote zu GND 100960081

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters (mit veralteter Signatur!)

Diebold Schilling der Ältere[Bearbeiten]

Schilling murten.jpg

Diebold Schilling der Ältere (um 1430/35-1486) war von 1460 bis 1476 Unterschreiber in der Kanzlei von Bern. Er ist der Autor mehrerer Geschichtswerke, die den Burgunderkriegen großen Raum einräumen.

Seine 'Kleine Burgunderchronik' (um 1477/78) ist in einer Handschrift (und deren Abschrift) überliefert und liegt der 'Freiburger Chronik der Burgunderkriege' des Peter von Molsheim (siehe oben) zugrunde (Ausgabe dieser Bearbeitung durch Büchi).

Überlieferung: Nürnberg, Stadtbibliothek, Solg. Ms. 63.2° (Handschrift N), 1477 (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog. Abschrift: Handschrift zur Zeit Büchis im Besitz des Grafen Max von Diesbach auf Uebewil (17. Jh., Handschrift D). Die weiteren Handschriften (siehe Tobler, Schilling, Bd. 2, S. 338-340 und Büchi, Molsheim) überliefern die Chronik des Peter von Molsheim zu Freiburg i. Ü. (siehe oben). Textkritischen Wert hat neben der Nürnberger das Molsheim-Autograph Freiburg (Schweiz), Kantons- und Universitätsbibliothek, Cod. D 410 Handschriftencensus. Himmelsbach hält auch die Nürnberger Handschrift für ein Molsheim-Autograph (S. 238-245).

Ausgabe: Albert Büchi: Peter von Molsheims Freiburger Chronik der Burgunderkriege, Bern 1914. S. 1-229 Commons sollte eine Ausgabe dieses Schilling-Werks ersetzen, da die Abweichungen und Zusätze der Nürnberger Handschrift N angegeben werden. Als Ergänzungsband zur Tobler'schen Schilling-Ausgabe kürzt die Ausgabe den Chroniktext erheblich, indem mit der Toblerschen Ausgabe übereinstimmende Kapitel weggelassen werden.

1482 schloss Schilling als Privatarbeit die 'Große Burgunderchronik' ab.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 5 (Handschrift Z oder Zürcher Schilling), Autograph, 199 Bilder Handschriftencensus. Abschrift in Werner Steiners Sammelband zur Schweizer Geschichte ca. 1532/34 ebenda, Ms. A 54/55 Handschriftencensus

Ausgabe: Die Berner-Chronik des Diebold Schilling. Hrsg. von Gustav Tobler. Bd. 1-2, Bern 1897-1901 online, Z als Leithandschrift

Faksimile: Pascal Ladner: Die Grosse Burgunder Chronik des Diebold Schilling von Bern. 'Zürcher Schilling'. Luzern 1985 (mit Kommentarband)

Die Große Burgunderchronik stellte die Grundlage dar für Band 3 der 1483 vollendeten 'Amtlichen Chronik'.

Überlieferung: Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I. 3 (Handschrift B), Autograph (Bd. 3), die Bände 1-3 enthalten 600 Bilder Handschriftencensus. 15 frühneuzeitliche Abschriften bei Tobler: Berner-Chronik, Bd. 2, S. 335-337.

Faksimile: Diebold Schilling: Berner Chronik. [Faksimile der Handschrift Hist. Helv. I.1-3 der Burgerbibliothek Bern.]. Hrsg. von Hans Bloesch und Paul Hilber. Bd. 1-4, Bern 1943-1945

Ausgabe: Die Berner-Chronik des Diebold Schilling. Hrsg. von Gustav Tobler. Bd. 1-2, Bern 1897-1901 DigiBern

Literatur: Wilhelm Baum. In: ²VL 8 (1992), Sp. 670-672

Walter: Informationen, 2012, S. 194f., 308f.; Norbert H. Ott: Schilling, Diebold. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 770 f. MDZ München; Gerrit Himmelsbach: Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege. Zürich 1999; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 38-40; Ernst Walder: "Von raeten und burgern verhoert und corrigiert". Diebold Schillings drei Redaktionen der Berner Chronik der Burgunderkriege. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 48 (1986), S. 87-117 online; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 21-26; Die Burgunderbeute, 1969, S. 57-61 Nr. 11-13; Georg von WyßSchilling, Diebold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34. Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 715–717; Repertorium fontium

Schlacht von Nancy (Lied)[Bearbeiten]

Als Autoren des anonymen Lieds nennen sich zwei Schwizerknaben.

Textbeginn: Nun wend wir aber heben an

Überlieferung: Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 113-117 (Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314: S. 116), Werner Steiner: Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Einzeldruck des 16. Jahrhunderts nach Emil Weller, Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...]. Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 102 Nr. 477: 4 Bl. 8 Google; Haller: Bibliothek. Bd. 5, S. 89 Nr. 273: 6 Seiten Google. Existenz des Drucks von Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 ohne hinreichenden Grund bezweifelt.

Ausgaben: Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 104-106 Nr. 145 Commons; Tobler: Volkslieder, Bd. 2, S. 66-69; Die Schweiz. Land, Volk und Geschichte in ausgewählten Dichtungen. Hrsg. von Heinrich Kurz. Bern 1853, S. 354f. Google (aus Usteris Sammlung); Rochholz: Lieder-Chronik. 2. Aufl. 1842, S. 200-205 Google; Ernst Münch: Aletheia. Zürich 1822, S. 160-163 Google

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied e); Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 23

Peter Schott der Jüngere[Bearbeiten]

Die Elegie des damals in Bologna studierenden Straßburger Humanisten Peter Schott des Jüngeren (1460-1490), mit der Jakob Wimpfeling (siehe unten) wohl noch Anfang 1477 eingeladen wird, die Taten der Sieger über Karl den Kühnen zu verewigen, preist vor allem die dichterischen Fähigkeiten des Adressaten.

Inkunabeldruck: Lucubraciunculae. Straßburg: Schott 1498, Bl. 162r-v GW M40888, ISTC is00321000. Digitalisat ULB Darmstadt

Ausgabe: The Works of Peter Schott (1460-1490). Hrsg. von Murray A. Cowie/Marian L. Cowie. Bd. 1, Chapel Hill 1963, S. 280 Seite auf Commons

Literatur: Franz Josef Worstbrock. In: ²VL 8 (1992), Sp. 831-838

Uwe Israel: Schott, Peter d. J.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 495 f. MDZ München; The Works of Peter Schott (1460-1490). Hrsg. von Murray A. Cowie/Marian L. Cowie. Bd. 2, Chapel Hill 1963, S. 653f.; Gustav Carl KnodSchott, Peter. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32. Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 406 f.

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Spruch über die Niederlagen Karls des Kühnen[Bearbeiten]

Der kurze Reimpaarspruch (38 Verse) wurde von einem Schweizer verfasst und geht näher nur auf die Schlacht bei Murten ein.

Textbeginn: Ze Ellengurt vnd Granse

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 161, Bl. 82v-83v, Medizinisch-naturkundliche Sammelhandschrift, Grundstock: 1485 Handschriftencensus

Ausgabe: Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 331 MDZ München

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1011; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, 315 Nr. 26

Straßburger Aufzeichnungen über die Burgunderkriege[Bearbeiten]

Eine Untersuchung des Quellenkomplexes fehlt. Die Nummern 1 und 2 stehen beide im Überlieferungsverbund mit Jakob Twingers Straßburger Chronik.

1. Die Aufzeichnungen der Pariser Königshofen-Handschrift Ms. allem. 83

Diese wichtige Quelle, leicht gekürzt von Christian Pfister 1893 ediert, ist von der deutschsprachigen Forschung (z.B. zum Neusser Reichskrieg) offenbar kaum beachtet worden. Sie liegt hier vollständiger vor als in der Fortsetzung, die Schilter in seiner Königshofen-Ausgabe abdruckte, als in der sogenannten Straßburger Archivchronik und den von Mone aus einer verbrannten Straßburger Handschrift mitgeteilten Auszügen. In seiner Reimchronik benützte Tüsch offenbar auch die Vorlage von Ms. allem. 83.

Überlieferung: Paris, Bibl. Nationale, Ms. allem. 83, Bl. 437 ff. Twinger von Königshofen mit Fortsetzung Handschriftencensus. Ausgabe: Christian Pfister: Les manuscrits allemands de la Bibliothéque Nationale relatifs à l'histoire d'Alsace. Paris 1893 Google-USA*=Commons

Weitere Fassungen:

Fortsetzung der burgundisch kriege der Frauenhaus-Handschrift der Chronik Twingers: Straßburg, Grand Seminaire, Ms. 33, Bl. 267v-289v, siehe Leon Dacheux: Die Cronicka uff Unser-Frauen-Hauß [...]. Straßburg 1886, S. 9 Google-USA*=Commons. Abdruck: Johann Schilter: Die Alteste Teutsche so wol Allgemeine Als insonderheit Elsassische und Straßburgische Chronicke, Von Jacob von Königshoven [...]. Straßburg 1698, S. 367-385 Digitalisat: UB Münchenim VD17 unter der Nummer 39:123008Q (S. 1105-1113 ergänzende Briefe und Instruktionen)

Literatur: Karl Schneider: Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch. Diss. Straßburg 1910, S. 13-16 (Übersicht weiterer Straßburger Chroniken); Warken: Geschichtsschreibung, 1995, S. 383

Zur frühneuzeitlichen Chronistik siehe etwa:

Chronik des Johann Jakob Meyer. Überlieferung: Straßburg, Bibliothèque Nationale et Universitaire, Ms. 1272, Grundstock Ende 16. Jh. Datenbank Calames. Weitere Handschriften ebenda, Ms. 748 und 1276. Ausgabe: La chronique strasbourgeoise de Jean-Jacques Meyer [...]. Hrsg. von Rodolphe Reuss. Straßburg 1873, S. 98-108 zu den Burgunderkriegen Google-USA*

Straßburger Chronikhandschrift, Paris, Ms. allem. 77, Bl. 284r-297v, 17. Jh. nach Handschriftenkatalog "Anfang und ausgang des Burgundischen Kriegs"

2. Aufzeichnungen des Mscr.Dresd.F.98 zum Burgunderkrieg

Die in einer heute Dresdner Handschrift überlieferte Darstellung ist - abgesehen von einer kurzen Textprobe - ungedruckt, steht aber online zur Verfügung.

Überlieferung: Dresden, Landesbibliothek, Mscr. F 98, Bl. - Digitalisat: SLUB Dresden, Twinger von Königshofen-Handschrift aus dem Elsass 4. V. 15. Jh. Handschriftencensus

Textprobe: Carl Adolf Herschel: Strassburg. In: Serapeum 15 (1854), S. 123-126, hier S. 124f. DigiZeitschriften

3. 'Straßburgische Aufzeichnung der Kriegsbegebenheiten'

Überlieferung: Stadtarchiv Straßburg, AA 279/20 Archivinventar: Google-USA*

Ausgabe: Politische Correspondenz des Kurfürsten Albrecht Achilles. Hrsg. von Felix Priebatsch. Bd. 2, Leipzig 1897, S. 136-139 Nr. 95 Internet Archive

Johannes Matthias Tiberinus[Bearbeiten]

Der vor allem durch seine antijüdischen Schriften über Simon von Trient berüchtigte Humanist und Arzt Johannes Matthias Tiberinus bzw. Tabarino (um 1420-1500?) widmete Erzherzog Sigmund von Tirol eine Schrift in zwei Büchern De bello, strage et obitu bellipotentis Caroli Burgundiae ducis, ein "Gedicht in 250 Hexametern über die Burgunderkriege bis zum Tod Herzog Karls des Kühnen in der Schlacht von Nancy 1477, verbunden mit einem Lob auf die Taten Herzog Sigismunds von Österreich. In der Pariser und der vatikanischen Handschrift wird das Werk Petrus Brocardus, dem Kanzler des Markgrafen Federico Gonzaga von Mantua, zugeschrieben, in der Innsbrucker einem Johannes Matthias Tiberinus aus Brescia" (Repertorium fontium).

Bislang unbeachtet blieb eine Fassung in drei Büchern, die dem Magistrat der Stadt Colmar gewidmet wurde (ohne Verfasserangabe), heute in Prag.

Textbeginn: Rumpite Pierides mihi longa silentia diuae

Überlieferung: Innsbruck, Universitätsbibliothek, Cod. 664, Bl. 115v-123v. Lateinische Gedichtesammlung für Johannes Fuchsmagen (siehe oben), um 1500, siehe Kristeller: Iter Italicum Bd. 3, S. 20f. Google

Paris, BN, lat. 7170A, Bl. 78-89, 16. Jh. Handschriftenkatalog von 1744. Nach Charles François Thérèse Muteau/Joseph Garnier: Galerie bourguignonne, Dijon/Paris 1858, S. 138 Google hätte man mit zwei Pariser Handschriften zu rechnen, einem von Baluze besessenen Codex (das ist der lat. 7170A), und einem von Philibert de La Mare: Historicorum Burgundiae conspectus: Divione (Dijon) 1689, S. 18 Google verzeichneten Manuskript Gabriel Naudés, das an Mazarin fiel. Es dürfte sich aber um die gleiche Handschrift handeln.

Rom, BAV, Cod. Regin. lat. 816, Bl. 1r-9r, 15. Jh. Zur Provenienz: Henri Omont: Catalogue des manuscrits de Jean et Pierre Bourdelot, médecins parisiens. In: Revue des bibliothèques 1 (1891), S. 81-103, hier S. 89 Nr. 77.

Prag, Nationalbibliothek, Cod. XXIII F. 100 (ehemals Fürstlich Lobkowitzsche Bibliothek). 15./16. Jh., 12 Bl. Siehe Archiv der Gesellschaft 9 (1847), S. 481 Google; Kristeller: Iter Italicum Bd. 3, S. 163

Zürich, Zentralbibliothek, Cod. L 401. Abschrift (18. Jh.) der Pariser oder vatikanischen Handschrift ("Boccardus" als Autor) durch Johann Jacob Leu. Vgl. Ernst Gagliardi/Ludwig Forrer: Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich II: Neue Handschriften seit 1500 [...]. Zürich 1931-1982, Sp. 992

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. VI. 88. Abschrift G. E. Hallers wohl um 1761 (siehe oben Bonstetten) aus der Pariser Handschrift, vgl. Emil Bloesch: Katalog der Handschriften zur Schweizergeschichte der Stadtbibliothek Bern. Bern 1895, S. 223 Google-USA* = Commons

Ausgaben: Anton Zingerle: Beiträge zur Geschichte der Philologie, I, De carminibus latinis saec. XV et XVI ineditis. Innsbruck 1880, S. 125-139 Google-USA* (nach der Innsbrucker Handschrift) - E-Text Poeti d'Italia; Albert Collignon: Note sur un poème latin du XVe siècle relatif aux guerres du Téméraire et à sa défaite devant Nancy. In: Mémoires de l'Académie de Stanislas. Ser. VI, 6 (1908-1909), S. 192-213, Textauszüge: S. 209-213 Google-USA* (aus der Pariser Handschrift); Cartellieri S. 97 (nur der Widmungsbrief aus der Handschrift in Rom)

Literatur: Godelieve Tournoy-Thoen: A propos de quelques epitaphes latines pour la mort de Charles de Temeraire, in: Lias 5 (1978), S. 1-11, hier S. 1 ubn.kun.nl; Richard Walsh: The Coming of Humanism to the Low Countries. Some Italian Influences at the Court of Charles the Bold, in: Humanistica Lovaniensia 25 (1976), S. 146-197, hier S. 162 Google Leuven University Press (kennt nur die Handschrift in Rom); Otto Cartellieri: Zu dem Gedichte: De bello, strage et obitu bellipotentis Caroli Burgundiae ducis. In: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte 5 (1925), S. 95-97 seals.ch, Commons; Haller: Bibliothek, Bd. 5, S. 72 Google (bereits Hinweis auf die Handschriften in Paris und Rom sowie die eigene Abschrift in Bern)

Hans Erhart Tüsch[Bearbeiten]

Tuesch anfang.jpg

Die 1477 in Straßburg gedruckte Reimchronik Burgundische Historie des seit 1460 urkundlich fassbaren Straßburgers Hans Erhart Tüsch (oder Düsch) besteht aus 639 Vierzeilerstrophen mit Kreuzreim. Als Vorlage diente für den Anfangsteil die Burgundische Legende.

Textbeginn: Dis wart getrucket vnd geschriben

Inkunabeln: Tüsch, Hans Erhart: Burgundische Historie. Straßburg: [Drucker des Henricus Ariminensis, d.i. Georg Reyser (?)], 1477 [nach Januar 5] (Druck A) GW, ISTC it00495100, BSB-Ink T-531 - Digitalisat: MDZ München.

desgleichen Straßburg: [Heinrich Knoblochtzer] 1477 (Druck B), GW, ISTC it00495000

Illustrationen: Nur Druck B. Siehe oben zu Pfettisheim.

Faksimile (von Druck B): Picot/Stein Bd. 2, S. 87-140 (ohne Bl. 4)

Ausgabe: Die burgundisch Hystorie, eine Reim-Chronik von Hans Erhart Tusch 1477. Hrsg. von Edmund Wendling/August Stöber. In: Alsatia 1875/76, S. 341-451, Text S. 357-451 Google-USA* (auch separat Colmar 1876). Textverbesserungen: Schneider: Untersuchungen, 1910, S. 18-27

Von Tüsch sind zwei Briefe, die er aus dem Aufgebot während der Burgunderkriegen im Sommer 1475 an seine Frau Eva und den Straßburger Jakob Ber sandte, im Stadtarchiv Straßburg, AA 281 - Archivinventar: Archivinventar: Google-USA* - erhalten (weitere, nur durch Schriftvergleich zuweisbare sollen sich nach Schneider: Untersuchungen, S. 130f. ebenda in AA 274 befinden).

Ausgabe der Briefe: Karl Schneider: Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch. Diss. Straßburg 1910, S. 126-128 Seiten auf Commons

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 9 (1995), Sp. 1174-1179; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Nr. 28

Walter: Burgunderkriege, 2012, S. 240; Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 35; Warken: Geschichtsschreibung, 1995, S. 381-386; Zentralbibliothek Zürich. Alte und neue Schätze. Hrsg. von Alfred Cattani u.a.. Zürich 1993, S. 34-37, 164-166; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 110f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 73 Nr. 25; Kurt Ohly: Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, hier S. 333-340; Karl Schneider: Die Burgundische Hystorie und ihr Verfasser. In: Jahrbuch für Geschichte, Sprache und Literatur Elsass-Lothringens 26 (1910), S. 95-164 Internet Archive = Michigan-USA*; Karl Schneider: Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch. Diss. Straßburg 1910; Leo Baer: Die illustrierten Historienbücher des 15. Jahrhunderts. Straßburg 1903, S. 51f., XIII Internet Archive, Google-USA*; Gustav RoetheTüsch, Hans Erhard. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39. Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 26 f.

Angebote zu GND 104357975

Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Hans Viol[Bearbeiten]

Der von 1476 bis nach 1500 tätige schweizerische Lieder- und Redendichter Hans Viol (auch Viel, Vigel, Vigil) war offenbar ein Fahrender, dessen Auftreten in Solothurn und Luzern bezeugt ist. Sein Lied über die Schlacht bei Murten (22 Achtzeilerstropen) entstand vielleicht an der Jahreswende 1476/77.

Textbeginn: Nun merkend all geliche

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 98-103, Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Bl. 55r-59v, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Abschriften des 17. Jh. in Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. V 57 und V 79.

Ausgaben: Thomas Cramer: Die kleineren Liederdichter, Bd. 3, S. 360-365 Seiten auf Commons (nach A = Zürich); Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 96-99 Nr. 143 Commons; Schweizerische Volkslieder. Hrsg. von Ludwig Tobler. Bd. 2, Frauenfeld 1884, S. 61-66 (ohne Str. 7-11) Google-USA*; Gottlieb Friedrich Ochsenbein: Die Urkunden der Belagerung und Schlacht von Murten. Freiburg 1876, S. 496f.; Ernst Münch: Aletheia. Zürich 1822, S. 153-159 Google.

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 10 (1999), Sp. 369-372; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 20

Gerold Meyer von KnonauViol, Hans. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40. Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 8 f.; Alois Lütolf: Ueber Lucerns Schlachtlieder-Dichter im 15. Jahrhundert besonders Halbsuter und das Sempacherlied. (Eine Anregung). In: Geschichtsfreund 18 (1862), S. 184-204, hier S. 187f. Google

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Vom kölnischen Krieg[Bearbeiten]

Deutsches Reimpaargedicht in 621 Versen über die Kölner Stiftsfehde (einschließlich der Belagerung von Neuss), entstanden um 1475.

Textbeginn: Zu Menz in der Stadt gut

Überlieferung: Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18, Bl. 96v-101r Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert (siehe unten Sammelhandschriften)

Ausgabe: Liliencron: Volkslieder, Bd. 2, 1866, S. 42-58 Nr. 134 Commons

Literatur: Ulrich Müller. In: ²VL 5 (1985), Sp. 62f.; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 8

Vom Ursprung der Eidgenossenschaft[Bearbeiten]

Ein schoen Lied vom Vrsprung der Eydgnoschafft.djvu

Das in mehreren Versionen erhaltene Lied (entstanden nach dem Tod Karls des Kühnen 1477), das vor allem durch seine Darstellung der eidgenössischen Befreiungstradition in der Forschung Beachtung fand, handelt in den Strophen 19-29 von den Feldzügen und Schlachten der Burgunderkriege.

Textbeginn: Von der eidgnoschaft so wil ich heben an (Liliencron)

Überlieferung: Privatbesitz Antiquariat Heribert Tenschert, Ludwig Sterners Chronik, Bl. 149r-152v, 1501 Handschriftencensus Antiquariat Tenschert, ²VL 11 (2004), Sp. 1234. Faksimileausgabe der Seiten: Ludwig Sterners Handschrift der Burgunderchronik des Peter von Molsheim und der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz mit den von Sterner beigefügten Anhängen. Teilfaksimile. Hrsg. von Frieder Schanze. Bibermühle 2001

München, Staatsbibliothek, Clm 14668, Bl. 137r-139v, um 1510 aus St. Emmeram, Handschriftencensus Handschriftenkatalog Google-USA*. Ausgabe: Wolfgang Golther: Das Lied vom Ursprung der Eidgenossenschaft. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 20 Bd. 5 (1889), S. 387-392, Text S. 388-392 seals.ch. Auszüge (nach einer Abschrift Franz Pfeiffers in der Universitätsbibliothek Wien): Adalbert Jeitteles: Lied vom Ursprung der Eidgenossenschaft. In: Germania 30 (1885), S. 323f. Google-USA*

Luzern, ZB, BB Ms. 382.4, S. 43-48, Werner Steiners Liederchronik (Abschriften in Zürich, ZB, Ms. A 158, Bl. 24r-26v und in Bern, BB, Mss. h. h. V 57 und V 79, 17. Jh.), nur Strophen 1-18

Zahlreiche Drucke von ca. 1545-1765, zuerst in Zürich bei Augustin Fries [um 1545], 35 Strophen. Siehe Ausgabe Wehrli S. 8-10.

Zürich: Augustin Fries [um 1545]. VD 16 H 5715. Ausgabe: Historische Volkslieder aus dem sechzehnten und siebenzehnten Jahrhundert nach den in der K. Hof- und Staatsbibliothek zu München vorhandenen fliegenden Blättern. Hrsg. von Philipp Maximilian Körner. Stuttgart 1840, S. 1-8 Google

Bern: Sigfrid Apiarius [1559/63]. Faksimile: Dreißig Volkslieder aus den ersten Pressen der Apiarius. Hrsg. von Hans Bloesch. Bern 1937 Commons - e-rara.ch ("[1558?])

Basel: Samuel Apiarius [um 1575] e-rara.ch

[Zürich:Hans Rudolf Wyssenbach] 1600 e-rara.ch

[Basel]: Johann Schröter, 1619 im VD17 unter der Nummer 1:687617U Volldigitalisat, desgleichen Commons

Ausgaben: Das Lied von der Entstehung der Eidgenossenschaft [...]. Hrsg. von Max Wehrli (Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft III/2). Aarau 1952, Text S. 33-51 (Paralleldruck der Versionen) e-helvetica, PDF _10; Tobler: Volkslieder Bd. 1, S. 3-5 (nur Str. 1-9) Internet Archive; Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 109-115 Nr. 147 Commons; Ernst Ludwig Rochholz: Eidgenössische Lieder-Chronik. 2. Aufl. Bern 1842, S. 206-209 (modernisiert) Google

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 10 (1999), Sp. 125-128 (bei den Ausgaben wird die Münchner Version b irrtümlich a genannt); Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Nr. 25

Frieder Schanze: Ludwig Sterners Handschrift der Burgunderkriegschronik des Peter von Molsheim und der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz mit den von Sterner beigefügten Anhängen. Beschreibung der Handschrift und Edition der Schwabenkriegschronik. Bibermühle 2006, S. 58-65

Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Von dem Herzog von Burgund (Lied)[Bearbeiten]

52 Strophen, entstanden nach der Schlacht von Grandson, überliefert in Konrad Stolles (1436-1501) Chronik Memoriale, die am Ende des 15. Jahrhunderts in Erfurt niedergeschrieben wurde (zu Stolles Dokumentation der Burgunderkriege siehe unten).

Textbeginn: Nu horet da eyn nuwe mer!

Überlieferung: Jena, Universitätsbibliothek, Ms. Sag. q. 3, Bl. 200v-204r, Konrad Stolle: Memoriale, Autograph (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog.

Rezeption: siehe unten Konrad Bollstatter.

Ausgaben: Memoriale-thüringisch-erfurtische Chronik von Konrad Stolle. Hrsg. von Richard Thiele. Halle 1900, S. 356-363 c. 313 Google-USA* Commons; zuvor: Liliencron: Volkslieder, Bd. 2, 1866, S. 84-89 Nr. 141 Commons; Konrad Stolles thüringisch-erfurtische Chronik, aus der Urschrift. Hrsg. von Ludwig Friedrich Hesse. Stuttgart 1854, S. 109-115 Google; Ludwig Friedrich Hesse: Aus Konrad Stolles Erfurter Chronik. In: Zeitschrift für deutsches Alterthum 8 (1851), S. 302-347 hier S. 319-326 Google (auch DigiZeitschriften und Gallica, siehe ZS)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied d, mit falscher Signatur der Jenaer Handschrift), Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 18 (mit abweichenden Blattangaben)

Von Peter Hagenbach (Lied)[Bearbeiten]

Nach der Hinrichtung Hagenbachs am 9. Mai 1474 entstand ein Lied aus zehn Fünfzeilerstrophen, als deren Verfasserin sich ein kremerli (eine Krämersfrau) nennt.

Textbeginn: Wend wir aber heben an

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 41-42, Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Ein Einzeldruck des 16. Jahrhunderts ist verschollen, erwähnt von Haller: Bibliothek der Schweizer-Geschichte [...], Bd. 5, Bern 1787, S. 87 Nr. 262 Google 4 Seiten; Emil Weller: Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...], Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 101f. Nr. 476: 2 Bl. Google. Schanze: Überlieferungsformen, S. 312 bezweifelt die Existenz des Drucks ohne hinreichenden Grund: Haller setzte stets Mss. dazu, wenn er eine Handschrift registrierte. Zwar hätte Weller den Textbeginn Hallers nach dem Abdruck von Münch ergänzen können, aber für den von ihm angegebenen Titel Ein Lied vom Peter von Hagenbach, wie er zu Breisach gerichtet wurde bot weder Haller noch Münch eine Vorlage.

Ausgaben: Liliencron: Volkslieder, Bd. 2, S. 32f. Nr. 131 Commons; Ernst Münch: Aletheia. Zürich 1822, S. 145f. Google; Ernst Ludwig Rochholz: Eidgenössische Lieder-Chronik. 2. Aufl. Bern 1842, S. 112f. (modernisiert) Google

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1008; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 312 Nr. 3; Albrecht Classen: Neuentdeckungen zur Frauenliteratur des 15. und 16. Jahrhunderts. Beiträge von Frauen zu Liederbüchern und Liederhandschriften, ein lang verschollenes Erbe. In: Jahrbuch für Volksliedforschung 44 (1999), S. 34-67, hier S. 37-40 (mit Textwiedergabe, ohne Kenntnis der maßgeblichen Literatur)

Veit Weber[Bearbeiten]

Ein gar schoen lied geschehen vor Buenterlin.djvu

Der aus Freiburg im Breisgau stammende fahrende Liederdichter und -sänger Veit Weber (gestorben 1483 in Bern) verfasste 1474/76 sechs politische Lieder zu den Burgunderkriegen.

1. Über die ewige Richtung, 13 Strophen in Jörg Schillers Hofton

Textbeginn: Gelobet sie der ewig got

2. Über die Schlacht bei Héricourt, 27 Siebenzeilerstrophen

Textbeginn: Nu will ich aber singen

3. Über den Zug nach Pontarlier, 43 Fünfzeilerstrophen

Textbeginn: Der Winter ist gar lang gesin

4. Lob der Stadt Freiburg (CH) und der Eidgenossen nach Eroberung der Waadt, 26 Siebenzeilerstrophen

Textbeginn: Mit gesang vertrieb ich min leben

5. Über die Schlacht bei Grandson, 21 Sechszeilerstrophen, zugeschrieben, da Weber als Verfasser eines Grandson-Liedes in Freiburg (CH) archivalisch bezeugt ist und nach Schanze (²VL 10, 1999, Sp. 777) kein anderes für ihn in Betracht komme. Zur Überlieferung Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied b): Schilling Bern S. 679-683; Schilling Zürich S. 574-579; Steiners Liederchronik, Luzern, S. 90-98.

6. Über die Schlacht bei Murten, 32 Sechszeilerstrophen

Textbeginn: Min herr ist aller fröuden vol

Überlieferung: Diebold Schillings Burgunderchronik (siehe oben) in den verschiedenen Fassungen

'Amtliche Chronik' Bd. III und 'Große Burgunderchronik' (Zürich), jeweils Lieder Nr. 1-6. Ausgabe von Tobler: Berner-Chronik, Kap. 113, 137, 168, 228, 276, 311

'Kleine Burgunderchronik', nur Lieder Nr. 3 und 6. Auch in Peter von Molsheims Bearbeitung (siehe oben), unter anderem in Ludwig Sterners Handschrift.

Auf Schillings 'Amtlicher Chronik' beruhend: Werner Schodolers 'Eidgenössische Chronik' (siehe unten), Bd. III: Lieder Nr. 1-6

Werner Steiners Liederchronik (Liliencron benutzte die Abschrift Zürich A 158): Lieder Nr. 1-6

Drucke des 16./17. Jahrhunderts: Laut Schanze Nr. 3, 6 Zürich, A. Fries [um 1545], weitere Ausgaben bis 1601 (Nr. 3) und 1662 (Nr. 6); Nr. 4 [Basel, L. Schauber um 1536]; Nr. 5 [Bern, Sam. Apiarius] 1536 (recte 1556?). Siehe daneben Emil Weller: Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...]. Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 41 Nr. 185f. Google. Bibliothekssignaturen gibt Cramer: Die kleineren Liederdichter, Bd. 3, S. 580 (Nr. 3), S. 581 (Nr. 4), S. 582 (Nr. 6).

Der von Haller: Bibliothek Bd. 5, S. 260; Weller Bd. 1, S. 102 Nr. 482 angeführte verschollene Einzeldruck von Nr. 1 wird von Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 312 ohne hinreichenden Grund in Frage gestellt (siehe oben zu: Von Peter Hagenbach).

Nr. 3: Zürich: Augustin Fries, ca. 1546. VD 16 W 1341. Ausgabe: Historische Volkslieder aus dem sechzehnten und siebenzehnten Jahrhundert nach den in der K. Hof- und Staatsbibliothek zu München vorhandenen fliegenden Blättern. Hrsg. von Philipp Maximilian Körner. Stuttgart 1840, S. 21-28 Google (nach dem Exemplar in der Staatsbibliothek München)

Nr. 3 [Bern: Samuel Apiarius um 1558]. VD 16 ZV 15437.

Nr. 3: [Zürich: Wyssenbach 1601] im VD17 unter der Nummer 1:687507G Volldigitalisat, desgleichen Commons und e-rara.ch

Nr. 4: [Basel: Lux Schauber, ca. 1536], Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 14; Cramer: Liederdichter Bd. 3, S. 581: in der Burgerbibliothek Bern (mit falscher Druckerangabe und Datierung).

Nr. 5: [Bern: Samuel Apiarius um 1558]. VD 16 L 1709. Der zweite Teil dieses aus 8 Bl. bestehenden Drucks dürften die von Weller: Annalen, Bd. 1, S. 31 Nr. 140 zu 1536 beschriebenen 4 Bl. in Bern sein: Ein schön Lied von dem Streit geschehen vor Graussen, wider Herzog Karle von Burgund : in der Wyss, Wie wol ich bin ein alter Gryss, Bern Universitätsbibliothek, Sign.: ZB H XXII 53: 8. Zur Datierung vgl. Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 16 (1556 statt 1536), doch wäre es denkbar, dass das Datum 1536 aus einer Vorlage übernommen wurde. Druckabschrift: Zürich, Staatsarchiv, Cod. B VIII 268, Bl. 67r, Aegidius Tschudis Collectaneen.

Nr. 6: Zürich: Augustin Friess [um 1546] VD 16 W 1343 e-rara.ch

Nr. 6: Zürich: Wyssenbach [1601] im VD17 unter der Nummer 1:687510L Volldigitalisat

Nr. 6: [Basel]: Johann Schröter [ca. 1620] im VD17 unter der Nummer 1:687560T Volldigitalisat

Nr. 6: Luzern: [David Hautt] 1637 im VD17 unter der Nummer 1:687562H Volldigitalisat

Ausgaben: Cramer: Liederdichter, Bd. 3, S. 382-414, 578-583 (ohne Lied Nr. 5) Seiten auf Commons; Tobler (wie oben); Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 27-30 Nr. 130 Commons, Nr. 133, Nr. 135, Nr. 137, S. 79-81 Nr. 139, Nr. 142; Kriegs- und Siegeslieder aus dem 15. Jahrhundert von Veit Weber. Hrsg. von Heinrich Schreiber. Freiburg 1819 (mit Erläuterungen) Universitätsbibliothek Freiburg

Einzelausgaben: Nr. 6: Wilhelm Wackernagel, Deutsches Lesebuch, Neue Ausgabe der 2. Aufl., Basel 1847, Sp. 1049-1056 Google (nach Schilling 1743)

Rezeption des Murtenliedes Nr. 6: Eine freie Bearbeitung in Achim von Arnim/Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. [Bd. 1], Heidelberg 1806, S. 58-61 Google; 2. Aufl. Heidelberg 1819, S. 58-61 Google geht zurück auf: Erduin Julius Koch: Vorschlag zu einer neuen Interpunctionsart, und deren Anwendung auf Veit Webers Kriegslied. In: Neue Litteratur und Völkerkunde 5.Jg., 1.Bd. (1791), S. 88-96, Text S. 93-96 Universitätsbibliothek Bielefeld. Vgl. Ferdinand Rieser: "Des Knaben Wunderhorn" und seine Quellen. Dortmund 1908, S. 96-101 Google-USA*, aber auch schon Fr. Leonard von Soltau: Ein Hundert Deutsche Historische Volkslieder. Leipzig 1836, S. XXXIII Anm. * Google

Literatur (zu Nr. 1-6): Frieder Schanze. In: ²VL 10 (1999), Sp. 775-780; Thomke: Burgunderkriege, 1976, S. 4f., 9-13; Hans Tarlach: Veit Weber und seine Dichtungen. Ein Beitrag zur Erforschung des 15. Jahrhunderts. Diss. Greifswald 1933; Gustav Tobler: Neues über den Liederdichter Veit Weber. In: Anzeiger für schweizerische Geschichte NF 27 Bd. 7 (1896), S. 406-407 seals.ch; Franz Joseph Mone: Die vaterländischen teutschen Dichter. In: Badisches Archiv zur Vaterlandskunde 1 (1826), S. 48-104, hier S. 70-72 Google; Repertorium fontium

Christian Wierstraet[Bearbeiten]

Wierstraet Anfang.jpg

Der Notar Christian Wierstraet - auch: Christianus Wierstraat - war wohl zur Zeit der Belagerung von Neuss Stadtschreiber und verfasste in ripuarischer Sprache eine Reimchronik Histori des beleegs van Nuis (3165 Verse), die er am 20. Dezember 1475 beendete und die in Köln wohl schon im nächsten Jahr 1476 im Druck erschien.

Textbeginn: Criste du hoeghste keyser frij (Faksimile Kolb)

Inkunabeldrucke: [Köln, Arnold Ther Hoernen ca. 1476], GW, ISTC iw00019000. Bekannt sind nur zwei Exemplare: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (unvollständig) Digitalisat und Harvard University, Houghton Library.

Köln, [Johann Koelhoff d. J.], Quirinsabend, also 29. April 1497 (höchstwahrscheinlich, siehe Incunabula-L) oder 29. März 1497 (jedenfalls nicht 3. Juni wie die Inkunabelbibliographien und Schmitz) mit Prosavorrede (diese abgedruckt Chroniken der deutschen Städte 20, S. 497), GW, ISTC iw00019100.

Druckabschrift: Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1148, Bl. 1r-68v, ins Niederdeutsche umgesetzte Abschrift des Drucks von 1497, 1521 angefertigt von Ebbeke Vincke Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, ²VL 4 (1983), Sp. 1127

Späterer Druck: Warhaftige historia und beschreibung der harten strenglichen und langwierigen belegerung der löblicher Stadt Neuss [...], Köln 1564, VD 16 ZV 15376 - Verfasser der Bearbeitung wohl Hans Wilhelm Kirchhof, siehe dessen Wendunmuth. Hrsg. von Hermann Österley. Bd. 3, Stuttgart 1869, S. 42-47 Google. Eine evangelische Tendenz des Drucks belegt unter Heranziehung lateinischer Randbemerkungen im Exemplar des Stadtarchivs Neuss (Signatur: CD 012-100/3) Rolf Nagel: Eine evangelische Chronik? Anmerkungen zur Wierstraet-Chronik von 1564. In: Jahrbuch für den Kreis Neuss 2001, S. 54-59

Ausgaben: Des Stadt-Secretarius Cristianus Wierstraat Reimchronik der Stadt Neuss zur Zeit der Belagerung durch Karl den Kühnen, Herzog von Burgund. Nach dem Original-Druck von 1497, mit Anmerkungen und Wörterbuch. Hrsg. von Eberhard von Groote. Köln 1855 Google

Cristianus Wierstraat: Histori des beleegs van Nuis. Hrsg. von Adolf Ulrich/Constantin Nörrenberg. In: Die Chroniken der westfälischen und niederrheinischen Städte. Bd. 1, Dortmund, Neuß, Die Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert Bd. 20. Leipzig 1887, S. 479 - 614 Google-USA* = Internet Archive

Christian Wierstraits Historij des beleegs van Nuys. Reimchronik der Stadt Neuß aus der Zeit der Belagerung von Herzog Karl dem Kühnen von Burgund. Nach dem Originaldruck von 1476 unter Berücksichtigung der Ausgaben von 1497 und 1564. Hrsg. von Karl Meisen (Rheinische Beiträge und Hülfsbücher zur germanischen Philologie und Völkerkunde 11) Bonn und Leipzig 1926

Christian Wierstraet: Die Geschichte der Belagerung von Neuss. Faksimile der Erstausgabe bei Arnold ther Hoernen Köln 1476, mit Übertragung ins Hochdeutsche. Hrsg. von Herbert Kolb. Neuss 1974, Nachdruck Neuss 2000.

Literatur: Frieder Schanze. In: ²VL 10 (1999), Sp. 1055-1058; Nachtrag ebd. 11 (2004), Sp. 1658; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 9

Jens Metzdorf: "Bedrängnis, Angst und große Mühsal". Die Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen 1474/75. In: ...wurfen hin in steine /grôze und niht kleine... Belagerungen und Belagerungsanlagen im Mittelalter (=Beihefte zur Mediaevistik, Bd. 7). Hrsg. von Olaf Wagener. Frankfurt a. M. u.a. 2006, S. 167–188 online; Wolfgang Schmitz: Die Überlieferung deutscher Texte im Kölner Buchdruck des 15. und 16. Jahrhunderts, 2004, S. 239-242 online; Herbert Kolb: Christian Wierstraet. In: Neusser Jahrbuch für Kunst, Kulturgeschichte und Heimatkunde 1985, S. 54-57; Neuss, Burgund und das Reich. Neuss 1975; Karl Meisen: Christian Wierstrait u. seine Chronik der Belagerung der Stadt Neuß vom Jahre 1476. In: Rheinische Heimatblätter 4 (1927), S. 71f. dilibri.de; Rochus von LiliencronWierstraat, Christianus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42. Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 427

Angebote zu GND 104364386

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Private Website zur Neusser Belagerung mit nhd. Übersetzung der Chronik, Quellen- und Literatur (Version 2005 bei Archive.org)

Jakob Wimpfeling[Bearbeiten]

Der oberrheinische Humanist Jakob Wimpfeling (1450-1528) schrieb mehrere lateinische Gedichte zur Thematik der Burgunderkriege.

1. Dialog über Peter von Hagenbach

Das anonym überlieferte Gedicht liegt in mehreren Fassungen vor. Es ist zunächst während der Haft Hagenbachs (nach der Münchner Handschrift am 17. April 1474), in einer späteren Fassung wohl kurz nach der Hinrichtung Hagenbachs am 9. Mai 1474 entstanden. Seit Riegger wird es Jakob Wimpfeling zugeschrieben. Einer der Dialogpartner ist ein Jacobus; außerdem bestehen Textübereinstimmungen mit anderen Gedichten Wimpfelings (Basler Chroniken Bd. 3, S. 384f.). Ob alle in den Textzeugen enthaltenen Teile Wimpfeling angehören, darf bezweifelt werden. Für Herding/Mertens: Wimpfeling Briefwechsel Bd. 1, S. 83 ist der Dialog das Carmen puerile de Tyrannide Petri Hagenbachii, das ursprünglich zum Bestand der um 1512 angelegten Wimpfeling-Sammelhandschrift Chicago, Newberry Library, Cod. 63 (Beschreibung) gehörte (nach dem Teilinhaltsverzeichnis ebenda Bl. Lr). Eine ausführliche Sichtung des Werks und seiner Überlieferung legte Cora Dietl 2000 vor, ohne allerdings die wichtige Münchner Handschrift zu kennen.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A. lambda I 10, Bl. 596-597, gefalteter Foliobogen (in einem Sammelband des 18. Jahrhunderts, siehe Basler Chroniken Bd. 3, S. 381; OPAC), der die Vorlage Johannes Knebels war, der es zu 1477 einreiht.

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A. lambda II 3a, Bl. 90v-92r, Johannes Knebels Chronik (siehe oben). Danach gedruckt in: Basler Chroniken Bd. 3, S. 121-125. Textbeginn (nach der Überschrift Petrus Hagenbach): Postquam non parum Karoli sum nactus amore

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. F VI 19, Bl. 71r-72r. Sammelhandschrift aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts aus der Basler Kartause, dieser Teil geschrieben in Basel 1478 von Heinrich Karst de Bacherach OPAC, Beschreibung. Es schließt sich das Gedicht Dringenbergs an (siehe oben). Textbeginn (nach der Überschrift Petrus Hagenbach): Postquam non parum Karoli sum nactus amore

München, Staatsbibliothek, Cgm 2930, S. 513-516, Sammelhandschrift aus dem Kloster Benediktbeuren, Anfang 16. Jahrhundert Handschriftencensus, Handschriftenkatalog. Textbeginn: Textbeginn (nach der Überschrift Petrus Hagenbach): Postquam non parvum Karoli sum nactus amore. Das Gedicht schließt mit dem Vers Basler Chroniken Bd. 3, S. 124 Zeile 33. Laut Schlussvermerk congestum 17. April 1474, also noch vor der Hinrichtung.

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. AN II 42, Bl. 105r-107v, Handschrift aus dem dritten Viertel des 15. Jahrhunderts (siehe OPAC; Michael Baldzuhn: Schulbücher im Trivium des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Bd. 2, Berlin 2009, S.452-454; Basler Chroniken 3, S. 385 Anm. 1; alte Signatur: AN II 12), vielleicht noch 1474, jedenfalls trägt die Abschrift Bl. 107v des Gedichts von Peter Luder die Datierung 1474. Textbeginn (nach der Überschrift Brisacenses hominibus universis notum esse cupiunt): Cepimus hunc sevum domino probante tyrannum. Danach gedruckt in: Basler Chroniken Bd. 3, S. 386-391. Die Varianten gegenüber Riegger teilte mit Mone: Quellensammlung Bd. 3, S. 681 ALO.

Freiburg i. Br., Stadtarchiv, Bestand L Breisach bei Urk. 520. Das Blatt sei wohl die Vorlage des Abdrucks von Mone: Quellensammlung Bd. 3, S. 155 ALO, der handschriftliche Zusätze zu einem Inkunabeldruck des Fasciculus temporum des Werner Rolevinck 1479 wiedergab, gewesen, stellen Herding/Mertens: Wimpfeling Briefwechsel Bd. 1, S. 83 Anm. 31 fest. Der Textzeuge überliefert nur drei kurze Verstexte, eine Rede Hagenbachs (Textbeginn: Karole dux, conjux, fratres notique sodales = Basler Chroniken Bd. 3, S. 387 Zeile 27) und zwei Epitaphien auf Hagenbach (Textbeginn: Hic pius et mitis saevaque tyrannidis expers = ebenda, S. 389 Zeile 32; Hagenbach Petre, tu tyro potens venerande = ebenda, S. 391 Zeile 4, dieses Distichon nur in dieser Überlieferung).

Verschollene Handschrift, auf der der Textabdruck von Josef Anton von Riegger: Amoenitates literariae Friburgenses. Heft 3, Ulm 1776, S. 548-555 Google fußt und die angeblich von Wimpfeling und Erhard Battmann geschrieben worden sein soll. Sie hat Textteile, die der Parallelhandschrift Basel AN II 42 fehlen. Textbeginn (nach der Überschrift Brisacenses hominibus universis notum esse cupiunt): Cepimus hunc sevum, domino prestante, tyrannum

Ausgaben: Wilhelm Wattenbach: Jakob Wimpheling's poetischer Dialog über Peter Hagenbach's Tod. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 22 (1869), S. 390-397 Google rekonstruierte das anonym überlieferte Gedicht aus den Überlieferungen in Basel AN II 42, Riegger und Mone, die offenbar eine jüngere Redaktion vertreten.

Basler Chroniken Bd. 3, S. 121-125 als Teil von Knebels Chronik. Ebenda, S. 386-391 wird der zweite Teil (die jüngere Redaktion) nach den Textzeugen, die auch Wattenbach vorlagen, nochmals ediert.

Literatur: Cora Dietl: Die Dramen Jacob Lochers und die frühe Humanistenbühne im süddeutschen Raum. Berlin/New York 2004, S. 158; Cora Dietl: Tragoedia est encomium. Gab es eine frühe Humanistentragödie in Heidelberg? In: Sonderheft Encomia-Deutsch. Hrsg. von Christoph Huber. Tübingen 2000, S. 27-41, hier S. 34-41, offenbar aktualisierte Online-Version: ICLS Freiburg; Knepper: Wimpfeling, S. 24f.; Charles Nerlinger: Deux pamphlets contre Pierre de Hagenbach. In: Mélanges Julien Havet. Paris 1895, S. 549-560, hier S. 549-552 Google-USA*; Charles Schmidt: Histoire littéraire de l'Alsace à la fin du XVe et au commencement du XVIe siècle. Bd. 1, Paris 1879, S. 10f. mit Anm. 23, 163-165 Google-USA* = Commons; Paul von Wiskowatoff: Jacob Wimpheling. Berlin 1867, S. 33-35 Google

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

2. Gedicht über die Schlacht von Murten

Textbeginn: Iamne tibi dulces nostri sunt, Karole, pisces?

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Clm 443, Bl. 138r-139r, Handschrift von Hartmann Schedel um 1480, Handschriftenkatalog (siehe auch oben zu Ludwig Dringenberg)

Ausgabe: Gerold Meyer von Knonau: Zwei lateinische Gedichte auf die Kämpfe gegen Karl den Kühnen. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 4 (1873), S. 315-321, Text S. 315-317 seals.ch

Übersetzung: Ochsenbein: Murten, 1876, S. 438-440 Google-USA* Internet Archive

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

3. Gedicht auf das Jesuskind

Das Gedicht, das nur eine Anspielung auf Karl den Kühnen (nostri tiranni) aufweist, wird ins Jahr 1473 gesetzt, da es mit dieser Jahreszahl überschrieben ist. Ob es tatsächlich von Wimpfeling stammt, muss offen bleiben.

Textbeginn: Parvule Christe Jhesu, Davidis de semine surgens

Überlieferung: Schlettstadt, Stadtbibliothek Ms. 76, Bl. 1r. Digitalisat BH Schlettstadt (Sermones aus dem Besitz von Wimpfeling). Siehe auch Herding/Mertens: Wimpfeling Briefwechsel Bd. 1, S. 79 Anm. 24.

Ausgaben: Basler Chroniken Bd. 3, S. 383f. Google-USA*; Karl Hartfelder: Analekten zur Geschichte des Humanismus in Südwestdeutschland. In: Vierteljahrsschrift für Kultur und Litteratur der Renaissance 1 (1886), S. 121-128, 494-503 hier S. 125f. Internet Archive, Google-USA* mit Datierung 1493

4. Epitaph auf Karl den Kühnen

Das nur aus drei Versen bestehende Gedicht wird aufgrund der Wiedergabe im Wimpfeling-Codex von Uppsala von Cowie/Cowie Wimpfeling zugewiesen.

Textbeginn: Occubuit Carolus regum festo nece strictus

Überlieferung: Uppsala, Universitätsbibliothek, Cod. C 687, Bl. 6v, um 1510 von Wimpfeling für Jakob Sturm zusammengestellt, siehe Herding/Mertens: Wimpfeling Briefwechsel Bd. 1, S. 70-72; Handschriftenkatalog

Ausgabe: The Works of Peter Schott (1460-1490). Hrsg. von Murray A. Cowie/Marian L. Cowie. Bd. 2, Chapel Hill 1963, S. 656 Textauszug auf Commons

5. Gedicht über Pfalzgraf Friedrich den Siegreichen

Wimpfeling wendet sich nach dem Entsatz von Neuss 1475 an die Niedere Vereinigung und ergreift die Partei des Pfalzgrafen, von dem man befürchtete, er würde sich auf die Seite Karls des Kühnen schlagen. Im Schlussteil warnt der Autor vor Kaiser Friedrich III. Franz Fuchs konnte 2009 die schon 1862 gedruckten 65 Hexameter, die im Kontext der Chronik des Matthias von Kemnat überliefert sind, aufgrund der nur in der Münchner Handschrift Oefeleana 178 überlieferten Verfasserangabe (Überschrift: In aemulos divi Friderici comitis Rheni palatini invictissimi Jacobi Sletstat pia invectio) Wimpfeling zuweisen.

Textbeginn: Quantisper iustum iuvat incusasse leonem

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Oefeleana 178, Bl. 308r, um 1600 erstellte Kopie einer die Chronik des Matthias von Kemnat überliefernden Handschrift des Speyerer Domkapitels. Siehe Birgit Studt: Fürstenhof und Geschichte. Köln/Weimar/Wien 1992, S. 112.

München, Staatsbibliothek, Cgm 1642, Bl. 143r-144r, 2. Viertel 16. Jahrhundert MRFH. Nach Studt: Fürstenhof S. 89 zählen die von Hofmann S. 126 Zeile 13 - S. 141 edierten Teile zum Sondergut der Handschrift, das sich auch in Oefeleana 178 findet.

Ausgabe: Des Matthias von Kemnat Chronik Friedrich I. des Siegreichen. Hrsg. von Conrad Hofmann. In: Quellen zur Geschichte Friedrichs des Siegreichen Bd. 1: Matthias von Kemnat und Eikhart Artzt. Regesten. München 1862, S. 1-141, hier S. 128f. UB Heidelberg nach Cgm 1642

Literatur: Franz Fuchs: Antikaiserliche Gedichte aus dem Umkreis Kurfürst Friedrichs des Siegreichen. In: König, Fürsten und Reich im 15. Jahrhundert. Hrsg. von Franz Fuchs/Paul-Joachim Heinig/Jörg Schwarz. Köln u.a. 2009, S. 307-317, hier S. 316f.

Literatur (zu 1-5): Dieter Mertens. In: Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon 2 (2013), Sp. 1289-1375, hier Sp. 1298f. (Sp. 1371 wird Wikisource zitiert); Thomas Haye: Die Armagnaken, das Elsaß, der Heidelberger Hof und die Apathie des Reiches – eine unbekannte lateinische Invektive des Jahres 1444. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 153 (2005), S. 241-274, hier S. 260; Jakob Wimpfeling: Briefwechsel. Hrsg. von Otto Herding/Dieter Mertens. Bd. 1, München 1990 Freidok; Joseph Knepper: Jakob Wimpfeling. Freiburg i. Br. 1902, S. 24-26 Commons, Google-USA*; Ludwig GeigerWimpheling, Jacob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 44. Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 524–537

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Matthias Zollner[Bearbeiten]

Der Schneider Matthias Zollner (gestorben 1507/08) stammte aus Laufenburg am Rhein und lebte seit mindestens 1458 in Bern. Er war ab 1460 Mitglied des Großen Rats. Seine Autorsignatur tragen drei Lieder über die Burgunderkriege.

1. Lied über den Zug nach Blamont

In 15 Achtzeilerstrophen wird der Feldzug der Niederen Vereinigung in die Freigrafschaft Burgund beschrieben.

Textbeginn: Ein vereinung ist lobeliche

Überlieferung: Zürich, ZB, Ms. A 5, S. 359-364 (Schilling Z). Abdruck in der Faksimileausgabe durch P. Ladner S. 174f.

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I, 3, S. 359-365

Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, Bl. 113v-114r, Autograph von Wernher Schodolers Eidgenössischer Chronik Bd. 3 (1514/32). Abdruck in der Faksimileausgabe durch P. Ladner 1983, S. 209f.

Ausgaben: Cramer: Liederdichter Bd. 3, 1982, S. 497-500 Seiten auf Commons; Tobler: Berner-Chronik Bd. 1, S. 269-273; Liliencron: Volklieder Bd. 2, S. 65-67 Nr. 136 Commons

2. Lied über die Schlacht bei Murten

Die 15 Vierzehnzeilerstrophen sind in Jörg Schillers Hofton abgefasst.

Textbeginn: Gott vater in der ewigkeit

Überlieferung: Karlsruhe, Generallandesarchiv, Hs. 65/624, S. 733-737 ('Speyrer Chronik', siehe unten)

Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1487, Bl. 10v-11r (vorweg lateinische Paraphrase) Handschriftencensus, Beschreibung, 4. V. 15. Jahrhundert

Aegidius Tschudis Sammlungen, mit Melodie: Zürich, Staatsarchiv, Cod. B VIII 268, Bl. 44r-46r, Tschudis Collectaneen Handschriftencensus; Berlin, Staatsbibliothek, mgf 784, Bl. 3r-4r (Tschudi-Autograph, herausgetrennt aus St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 645, S. 575-577 Handschriftencensus); St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 1219, S. 81-88 (Abschrift des 18. Jahrhunderts)

Ausgaben: Cramer: Liederdichter Bd. 3, 1982, S. 501-507 Seiten auf Commons; Samuel Singer: Die mittelalterliche Literatur der deutschen Schweiz. Frauenfeld/Leipzig 1930, S. 108-115; Historische Volkslieder der deutschen Schweiz. Hrsg. von Otto von Greyerz. Leipzig 1922, S. 61-64; Franz Waldmann: Alte historische Lieder zur Schweizergeschichte des 13. bis 16. Jahrhunderts, 2. Aufl. Besorgt von Otto von Greyerz. Basel 1915, S. 29 (teilweise); Liliencron: Volkslieder, Bd. 2, S. 99-103 Nr. 144 Commons (kannte nur St. Gallen Cod. 1219); Die Schweiz. Land, Volk und Geschichte in ausgewählten Dichtungen. Hrsg. von Heinrich Kurz. Bern 1853, S. 349-351 Google (S. 499 mit irriger Quellenangabe Schilling); Rochholz: Lieder-Chronik. 2. Aufl. 1842, S. 184-193 (nach Tschudi, aber wohl nicht nach Cod. 1219) Google

3. Lied über die Schlacht bei Nancy

18 Sechszeilerstrophen.

Textbeginn: Woluf ir fromen Eidgnosschaft

Überlieferung: Zürich, ZB, Ms. A 5, S. 784-788 (Schilling Z). Abdruck: Ladner 1985 S. 174f.

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I.3, S. 862-865

Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, Bl. 253r-254v. Abdruck: Ladner 1983 S. 209f.

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 117-121, Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Bl. 67r-69v, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Ausgaben: Cramer: Liederdichter, Bd. 3, S. 508-511 Seiten auf Commons; Tobler: Berner-Chronik Bd. 2, S. 119-123; Liliencron: Volkslieder Bd. 2, S. 107-109 Nr. 146 Commons

Literatur (zu 1-3): Frieder Schanze. In: ²VL 10 (1999), Sp. 1583-1586; Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 13, S. 314 Nr. 21, S. 315 Nr. 24; Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des 12. bis 18. Jahrhunderts. Katalog der Texte. Älterer Teil Q-Z. Bearb. von Frieder Schanze/Burghart Wachinger. Tübingen 1991, S. 585f.; Thomke: Burgunderkriege, 1976, S. 14f.; Gustav Tobler: Der Liederdichter Mathis Zollner. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 25 Bd. 7 (1894), S. 65-66 seals.ch; Derselbe: Mathis Zollner. In: ebd. NF 32 Bd. 8 (1901), S. 429-430 seals.ch

Sammelhandschriften[Bearbeiten]

Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18 UB Augsburg, siehe Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert (nicht vor 1488).

Bl. 90r-92v Beschreibung der burgundischen Untaten (siehe oben)
Bl. 92v-93v Rechtfertigung Karls des Kühnen wegen des Kölnischen Krieges. Siehe oben: Rechtfertigung.
Bl. 93v-94r Absagebrief Kaiser Friedrichs III. an Karl den Kühnen. Druck u.a. (nach Schillings Chronik): Tobler, Berner-Chronik, Bd. 1, S. 200f. Zur Überlieferung und weiteren Drucken siehe Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 262f.
Bl. 94r-v Absagebrief der Kurfürsten an Karl den Kühnen. Siehe Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 261
Bl. 96v-101r Vom kölnischen Krieg (siehe oben)
Bl. 101r-104r Gefolge und Lager Kaiser Friedrichs III. vor Neuß 1475. Ausgabe (nach dieser Handschrift): Ulrich: Acten, 1889, S. 150-154 Nr. 194 Commons
Bl. 105r-106v Berichte über die Schlacht von Grandson
Bl. 106v Stadt Zürich verkündet den Sieg bei Murten. Vgl. Ochsenbein: Murten, 1876, S. 315f.
Bl. 107r-109v Berichte über die Schlacht von Nancy, darunter Bl. 107v-109v Jörg Hochmut (aus Zürich) an Donauwörth. Zu Hochmut vgl. Klaus Graf. In: ²VL 11 (2004), Sp. 683f. Ausgabe (nach dieser Handschrift): Theodor von Liebenau: Ein Zürcher Schlachtbericht über Nancy. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 8 (1898), S. 66-69, Text S. 67-69 seals.ch

Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1803. Siehe oben Johannes Gensbein.

Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, historiographischer Sammelband ('Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften' u.a.), geschrieben um 1480 von Clemens Speker von Sulgen, Franziskaner und Sakristan im Kloster Königsfeld Handschriftencensus; Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters. Weitere Literatur: Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 319; Christoph von Steiger: Clemens Speckers illustrierte Handschrift der Österreichischen Chronik von den 95 Herrschaften. In: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 43 (1986), S. 135-140 seals.ch; MGH Dt. Chroniken 6, Theodor von Liebenau: Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III. In: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 11-24 Internet Archive, Google-USA*; Handschriftenkatalog Hagen 1874 Gallica, Google-USA*. Abbildungen aus der Handschrift: Commons. Abschrift: Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. VI.74, Ende 16. Jahrhundert MGH Dt. Chroniken 6.

Bl. 131-132v Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus, dt. (siehe oben)
Bl. 133r-139r Konrad Pfettisheim: Reimchronik über die Burgunderkriege, Druckabschrift (siehe oben)
Bl. 139v-141v Neumondkalender gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund (siehe oben)

Colmar, Stadtbibliothek, Ms. 45 Handschriftencensus, Datenbank "CGM": Pierre Schmitt: Manuscrits de la Bibliothèque de Colmar (Catalogue Général des Manuscrits des Bibliothèques Publiques de France 56). Paris 1969, S. 201-208 Nr. 563 (Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar. Hrsg. von Werner Paravicini. Bd. 1-2. Frankfurt 1995 zitiert den Band mit falscher Institution - AD - und Katalognummer - 563 - statt Signatur). Zeitgeschichtlicher Sammelband (Latein, teils auch Deutsch), zusammengestellt von Sigismund Meisterlin für den Murbacher Abt Bartholomäus von Andlau, 3. Viertel 15. Jahrhundert. Sieber-Lehmann: Nationalismus, S. 355 Anm. 46 stellt (gegen Schmitt) klar, dass die Handschrift nicht von Johann Knebels Hand geschrieben wurde, diesem aber sehr nahe steht: "Von den zwanzig Dokumenten [...] auf den Folia 187 v-216 v [...] finden sich neun wörtlich bei Knebel und vier werden von ihm referiert". Von Bl. 187v bis zum Ende des Bandes stehen die Burgunderkriege im Vordergrund. Unter anderem:

Bl. 191v-? Bericht des Friedrich Kappler an Wilhelm von Rappoltstein über die Gefangennahme Peters von Hagenbach, 1474 (dt.). Ausgaben (nach dieser Handschrift): Mone: Quellensammlung, Bd. 3, S. 431-433; Rappoltsteinisches Urkundenbuch. Hrsg. von Karl Albrecht. Bd. 5, Colmar 1898, S. 14-16 Nr. 29 Google-USA*; Theodor Vulpinus [=Renaud]: Ritter Friedrich Kappler. Ein elsässischer Feldhauptmann aus dem 15. Jahrhundert. Straßburg 1896, S. 43-48 (nach Mone) Google-USA* = Internet Archive

Gießen, Universitätsbibliothek, Hs 329 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog von Ulrich Seelbach, zeitgeschichtlicher Sammelband, möglicherweise aus Nürnberg, 1479-1481. Auf die Burgunderkriege beziehen sich (neben einer Mitteilung Bl. 61v-62r über den Durchzug eines Geisterheers 1481, mitangeführt von Peter von Hagenbach):

Bl. 11r-17r Berichte über den Krieg der Eidgenossen gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund (1476/1477), darin Bl. 14v-16v Bericht eines St. Gallers über die Schlacht bei Grandson.

Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. 1674. Siehe unten Johannes Wyse.

Sterner codex 135r.jpg

Privatbesitz Antiquariat Heribert Tenschert, Ludwig Sterners Chronik, 1501 Handschriftencensus, Antiquariat Tenschert, ²VL 11 (2004), Sp. 1234, Frieder Schanze: Ludwig Sterners Handschrift der Burgunderkriegschronik des Peter von Molsheim und der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz mit den von Sterner beigefügten Anhängen. Beschreibung der Handschrift und Edition der Schwabenkriegschronik. Bibermühle 2006, S. 24-37. Abbildungen: Commons. Teilfaksimile: Ludwig Sterners Handschrift der Burgunderchronik des Peter von Molsheim und der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz mit den von Sterner beigefügten Anhängen. Teilfaksimile. Hrsg. von Frieder Schanze. Bibermühle 2001

Soest, Stadtbibliothek, Cod. 17 Handschriftencensus Handschriftenkatalog, um 1470 von dem Soester Dominikaner Lambertus Brocker angelegt. Als Nachtrag wurden die folgenden lateinischen Texte eingetragen:

Bl. 161v Friedrich III. an Karl den Kühnen, 3. Dezember 1474
Bl. 162r Bericht über die Schlacht bei Grandson und die Beute (wie in Knebels Chronik)
Bl. 162v Rechtfertigung Karls des Kühnen (siehe oben)
Bl. 163v Bericht über den Tod Karls des Kühnen in Nancy 1477, Chronostichon, Epitaph auf Karl den Kühnen, Walther, Initia carminum, 2. Aufl., Göttingen 1969, Nr. 19067 (Te piguit pacis teduitque quietis in urna nach Wattenbach, wie unten, Sp. 164)

Weimar, Herzog Anna Amalia Bibliothek, Cod. Q 108 Beschreibung von Matthias Eifler. Überwiegend 1470/74 wohl von dem Erfurter Vikar Nikolaus Sifridi angelegte rhetorisch-philologische lateinische Sammelhandschrift. Nachgetragen wurden die folgenden lateinischen Gedichte:

Bl. 320v-321r Gedicht (eines Straßburgers) auf den Tod Karl den Kühnen (lat.). Ausgabe: Wilhelm Wattenbach: Weiteres aus der Weimarer Handschrift. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 28 (1881), Sp. 161-166, 233-235, hier Sp. 162-164 Internet Archive. Parallelüberlieferung in Basel siehe Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1012 (Gedicht a), siehe oben: Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen
Bl. 321r-v Vier Epitaphien auf Karl den Kühnen (lat.). Ausgabe: Wattenbach, ebd. Sp. 164-166
Zum Grundstock der Handschrift gehören dagegen: Bl. 360r-361r Brief Kaiser Friedrichs III. an Karl den Kühnen von Burgund, Frankfurt, 3. Dezember 1474 (lat.)
Bl. 362r-364r Brief Karls des Kühnen von Burgund an den Mainzer Erzbischof Adolf von Nassau, 1. November 1474 (lat.), siehe oben: Rechtfertigung.

Kleinere lateinische und deutsche Texte in Handschriften[Bearbeiten]

Frankfurt, Universitätsbibliothek, Ms. Barth. 103, Bl. 466v Universitätsbibliothek Frankfurt Nachtrag in einer in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wohl in Heidelberg angelegten theologischen Sammelhandschrift aus dem Besitz des Frankfurter Kanonikers am Bartholomäusstift Jungo Frosch Handschriftenkatalog: Vaticinium ex psalmo secundo, politische Paraphrase des zweiten Psalms auf den Reichskrieg gegen Karl den Kühnen, namentlich zur Neusser Belagerung (lateinisch).

München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 735, Bl. 99v historiographische Sammelhandschrift des Augsburger Schreibers Konrad Bollstatter (siehe unten) um 1480 Handschriftencensus Handschriftenkatalog: deutschsprachige historiographische Merkverse auf den Tod Karls des Kühnen 1477.

München, Bayerische Staatsbibliothek, Clm 14053, Bl. 178r-178v MDZ München lateinischer Kollektaneenband des Regensburger Augustiner-Eremiten Hieronymus Streitel, um 1500 Handschriftenkatalog: kurzer Text über Karl den Kühnen (lateinisch).

Hinweise auf weitere Quellen[Bearbeiten]

In dieser Sektion finden sich Berichte zu den Burgunderkriegen vor, die Teil eines größeren Werkes sind oder in anderen Sprachen als Deutsch/Latein verfasst.

Cornelius Aurelius[Bearbeiten]

Der Windesheimer Chorherr Cornelius Aurelius (ca. 1460-1531) schrieb eine erstmals in Leiden 1517 gedruckte niederländische Chronik, bekannt als Diviesiekroniek: Die cronycke van Hollandt, Zeelandt ende Vrieslant [...]. Sie enthält ausführliche Mitteilungen zur Geschichte Karls des Kühnen, insbesondere zum Trierer Treffen 1473 (siehe oben: Libellus), der Neusser Belagerung und den Kämpfen mit den Schweizern.

Druck: Leiden: Jan Seversz 1517 KB Den Haag.

Ausgabe: Transkription dieser Teile (Divisie 30) von Karin Tilmans: De Divisiekroniek van 1517. Amsterdam 2003 PDF

Literatur: Karin Tilmans: Historiography and humanism in Holland in the age of Erasmus: Aurelius and the Divisiekroniek of 1517. Nieuwkoop 1992 Zusammenfassung

Einführung zum Digitalisat der KB Den Haag

Siegfried von Bacharach[Bearbeiten]

Vermutlich der Bedienstete der Würzburger Ungeldverwaltung Siegfried von Bacharach († nicht vor 1505) integrierte in die ab 1475 geführte 'Würzburger Ratschronik' Briefzeitungen zum Neusser Krieg 1474/75 (Zeitung 1) und zur Schlacht von Grandson (Zeitungen 2-4).

Überlieferung: Stadtarchiv Würzburg, Ratsbuch 1, Bl. 20r-22r, 2. Hälfte 17. Jh. Handschriftencensus

Ausgabe: Judith Rützel: Die Briefzeitungen in der Würzburger Ratschronik. In: Mainfränkisches Jahrbuch 49 (1997), S. 48-85, hier S. 54-56 - nur der gemeinfreie Text auf Commons

Literatur: Alfred Wendehorst. In: ²VL 8 (1992), Sp. 1199f.; Wilhelm Engel: Die Rats-Chronik der Stadt Würzburg. Würzburg 1950 (Ausgabe der Chronik ohne die Briefzeitungen und einige weitere Texte)

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Konrad Bollstatter[Bearbeiten]

Der Augsburger Berufsschreiber Konrad Bollstatter († um 1482/83) gibt in seiner Fortsetzung der Augsburger Chronik Sigismund Meisterlins (um 1480) eine ausführliche Darstellung der Expansion Burgunds unter Karl dem Kühnen.

Da die Quellenproblematik übergangen wird, ist der Aufsatz von Weber (siehe unten) von begrenztem Wert. Paul Joachimsohn machte darauf aufmerksam, dass die Ausführungen über Karl den Kühnen (mit Ausnahme der Darstellung des Trierer Treffens Bl. 263r-267v - sie ist unabhängig vom Libellus, siehe oben, der Weber unbekannt blieb) eine Prosaauflösung des bei Stolle überlieferten Lieds 'Von dem Herzog von Burgund' (siehe oben) seien: Paul Joachimsohn: Die humanistische Geschichtsschreibung in Deutschland. Heft 1 [mehr nicht erschienen]: Die Anfänge. Sigismund Meisterlin. Bonn 1895, S. 89 MDZ München, Google-USA*.

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Cgm 213, Bl. 261v-273r MDZ München, geschrieben in Augsburg von Konrad Bollstatter 1479/81 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

"Karls von Burgund Einreiten und Hofhalten zu Trier 1473" in München, Staatsbibliothek Cgm 929 Bl. 13-18 vom Jahr 1573 Handschriftenkatalog soll nach Schmeller (siehe Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 15, Leipzig 1878, S. 458 Internet Archive) den Text von Cgm 213, Bl. 263-267 überliefern. Es könnte sich aber auch um eine von Bollstatter unabhängige Überlieferung des Libellus (siehe oben) handeln.

Literatur: Dieter Weber: Karl der Kühne in der Meisterlin-Fortsetzung des Konrad Bollstatter (aus Cgm 213). In: Porta Ottoniana. Beiträge zur fränkischen und bayerischen Landesgeschichte. Otto Meyer zum achtzigsten Geburtstag gewidmet. Hrsg. von Harald Parigger. Bayreuth 1986, S. 138-159

Zu Bollstatters Handschrift Cgm 735 siehe oben.

Heinrich Brennwald[Bearbeiten]

Der Embracher Kanoniker Heinrich Brennwald (1478-1561) schrieb zwischen 1508 und 1516 eine Schweizer Chronik, in der er umfangreich über die Burgunderkriege berichtet, überwiegend nach Edlibach (siehe unten), aber auch mit eigenen Zusätzen.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Cod. A 56/41, Teilautograph, wohl 1. V. 16. Jh.; ebenda Cod. A 6, Abschrift mit eigenhändigen Zusätzen und Korrekturen Brennwalds (1530er Jahre). Zahlreiche spätere Abschriften, vgl. Luginbühl Bd. 2, S. 655-658; Gutmann Bd. 1, S. 102.

Ausgabe: Heinrich Brennwalds Schweizer Chronik. Hrsg. von Rudolf Luginbühl. Bd. 1-2. Basel 1908-1910 Bd. 1: Commons = Google-USA*, MGH-Bibliothek; Bd. 2 MGH-Bibliothek. Zu den Burgunderkriegen Bd. 2, S. 210-274

Literatur: Andre Gutmann: Die Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey und ihre Stellung in der eidgenössischen Historiographie des 16. Jahrhunderts. Bd. 1, Stuttgart 2010, S. 98-106; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 55-57

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Historisches Lexikon der Schweiz

Chronik der Stadt Zürich[Bearbeiten]

In einer bis 1476 reichenden Fortsetzung zu der 'Chronik der Stadt Zürich' (Redaktion B) berichtet ein Zürcher Bürger, der selbst an der Schlacht von Murten teilnahm, über die Burgunderkriege.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Cod. A 116, S. 79-85, Chronikhandschrift, begonnen um 1437 von Hans Glogler, die Fortsetzung zu den Burgunderkriegen von der 4. Hand Handschriftencensus; Rudolf Gamper: Die Zürcher Stadtchroniken und ihre Ausbreitung in die Ostschweiz. Zürich 1984, S. 172-174.

Ausgabe: Johannes Dierauer: Chronik der Stadt Zürich. Basel 1900, S. 199-211 Commons, e-helvetica

Literatur: Rudolf Gamper. In: ²VL 10 (1999), Sp. 1608-1611

Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 45f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 64f. Nr. 17

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Chronikalische Notizen des Lesmeisters zu Thann[Bearbeiten]

Im verschollenen ehemals Donaueschinger Exemplar des Pfettisheim-Drucks von 1477 (siehe oben) schrieb ein Lesmeister zu Thann einige regionale elsässische Nachrichten (auf Deutsch) zu 1463 bis 1478 nieder, die auch das Wirken Karls des Kühnen behandeln. Die Jahreszahl 1474 bezieht sich - entgegen der Interpunktion der Transkription - nicht sicher auf die Tätigkeit als Lesmeister. Wenn man von einem Franziskaner ausgeht, ist eine Identifizierung des Schreibers angesichts des rasch wechselnden Lektor-Amtes vorerst aussichtslos. Zu 1477 nennen die Thanner Barfüßer-Annalen (Malachias Tschamser: Annales [...]. Colmar 1864, S. 647 Google) den durch die 'Söflinger Briefe' bekanntgewordenen Jodocus Wind aus Schwäbisch Gmünd als Lesmeister (zu ihm siehe Christine Stöllinger-Löser. In: ²VL 10, 1999, Sp. 1189-1192).

Überlieferung: Ehemals Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek Donaueschingen, Ink. 265.

Faksimile: Conradus Pfettisheim: Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege. Inkunabel 265 der F. F. Hofbibliothek Donaueschingen. Kommentar von Lilli Fischel/Rolf Müller. Plochingen 1966. Die beiden einschlägigen Seiten auf Commons.

Ausgabe: (nicht fehlerfreie) Transkription ebenda im Kommentarheft, S. 19 Seite auf Commons.

Literatur: Schanze: Überlieferungsformen, 1999, S. 322

Gerold Edlibach[Bearbeiten]

Der Zürcher Ratsherr Gerold Edlibach (1454-1530) verfasste eine zunächst 1485/86 fertiggestellte 'Zürcher- und Schweizerchronik', die für den Zeitraum von 1474 bis 1477 die Burgunderkriege in den Mittelpunkt stellt.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Cod. A 75 Digitalisat e-manuscripta.ch, Autograph mit eigenhändigen Illustrationen Handschriftencensus. Abschrift ebenda, Ms. A 77 von 1506 Handschriftencensus; ²VL 11, 2004, Sp. 390.

Ausgabe: Gerold Edlibach's Chronik. Hrsg. von Johann Martin Usteri. Zürich 1847 (Separatabdruck aus den Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft Zürich 4, 1847). Zu den Burgunderkriegen: S. 135-166 Google

Literatur: Guy P. Marchal. In: ²VL 2 (1980), Sp. 357f.

Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters 3 (2011), S. 379-386; Gertraud und Rudolf Gamper. In: Historisches Lexikon der Schweiz 4 (2004), S. 66 online; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 54f.; Die Burgunderbeute, 1969, S. 63f. Nr. 16; Fritz Büsser: Edlibach, Gerold. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 315 MDZ München; Josef Zemp: Die schweizerischen Bilderchroniken und ihre Architektur-Darstellungen. Zürich 1897, S. 70-72 Google-USA*; Georg von WyßEdlibach, Gerold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5. Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 646 f.

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Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters - Repertorium fontium

Petermann Etterlin[Bearbeiten]

Etterlin blatt 87.jpg

Der Luzerner Petermann Etterlin (um 1430/40-ca. 1509) verfasste die in Basel 1507 gedruckte Kronika von der loblichen Eydtgnoschaft. Die in sich geschlossene Darstellung der Burgunderkriege (Ausgabe Gruber S. 238-265) wird auf Augenzeugenschaft zurückgeführt, da Etterlin an den Kriegszügen selbst teilgenommen hatte.

Drucke: Basel 1507. VD 16 E 4110 MDZ München, VD16 ZV 19913 MDZ München

Ausgaben: Kronika von der loblichen Eidgnoschaft [...]. Hrsg. von Johann Jakob Spreng. Basel 1752 Google; Basel 1764 Google, Google

Eugen Gruber. In: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Abt. III, Bd. 3, Aarau 1965 e-helvetica, PDF _11

(Jüngste) Faksimileausgabe: Petermann Etterlin: Kronika von der loblichen Eydtgnoschaft, jr harkomen und sust seltzam strittenn und geschichten. Mit einem Nachwort hrsg. von Guy P. Marchal. Zürich/Hildesheim/New York 2011

Literatur: Guy P. Marchal. In: ²VL 2 (1980), Sp. 636

Matthias Weishaupt. In: Historisches Lexikon der Schweiz 4 (2004), S. 327f. online; Warken: Geschichtsschreibung, 1995, S. 389-391; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 63-66; Die Burgunderbeute, 1969, S. 65f. Nr. 19; Eugen Gruber: Etterlin, Petermann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 665 MDZ München; Eugen Gruber: Die Chronikabteilung des Quellenwerkes: die Chronik Etterlins. In: Zeitschrift für schweizerische Geschichte 27 (1947), S. 83-86 seals.ch; Georg von WyßEtterlin, Petermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6. Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 397 f.; August Bernoulli: Etterlin's Chronik der Eidgenossenschaft nach ihren Quellen untersucht. In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 1 (1876), S. 47-175, hier S. 150-159 seals.ch

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Ludwig von Eyb der Ältere[Bearbeiten]

Unter den 2002 von Matthias Thumser edierten Schriften des markgräflich-brandenburgischen Rats Ludwig von Eyb des Älteren (1417-1502) befindet sich eine Serie von 26 Gesandtschaftsberichten an Kurfürst Albrecht Achilles 1473/74, in denen die Auseinandersetzung mit den Plänen Karls des Kühnen eine wichtige Rolle spielt. Eyb berichtet unter anderem von der Trierer Zusammenkunft 1473.

Eine kurze Schrift dokumentiert einen Streit vor Neuss zwischen fränkischen und schwäbischen Rittern um das Führen der Georgsfahne (1475).

Ausgabe: Ludwig von Eyb der Ältere (1417-1502): Schriften. Hrsg. von Matthias Thumser. Neustadt/Aisch 2002, S. 98-103 (Liste des brandenburgischen Aufgebots gegen Burgund, November 1474), S. 157-244 (Briefe), S. 347-353 (Georgsfahne)

Literatur: Albert Werminghoff: Ludwig von Eyb der Ältere (1417-1502). Ein Beitrag zur Fränkischen und Deutschen Geschichte im 15. Jahrhundert. Halle a. S. 1919 Internet Archive = Princeton-USA*; W. Vogel.: Eyb, Ludwig der Ältere von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6. Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 449–451

Ludwig von Eyb der Jüngere[Bearbeiten]

Ludwig von Eyb der Jüngere zum Hartenstein (1450-1521) widmete sich in den 1507 fertiggestellten 'Geschichten und Taten Wilwolts von Schaumberg', der auf burgundischer Seite kämpfte, ausführlich Karl dem Kühnen und insbesondere der Belagerung von Neuss.

Überlieferung: Nürnberg, Staatsarchiv, Nürnberger Handschriften Nr. 423 (Reinschrift) Findmittel

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 55.2 Aug. 2°, 16. Jh. Handschriftenkatalog

Ausgabe: Die Geschichten und Taten Wilwolts von Schaumburg. Hrsg. von Adelbert von Keller. Stuttgart 1859, S. 14-32 Google (nur nach der Wolfenbütteler Handschrift)

Literatur: Helgard Ulmschneider: Ludwig von Eyb d. J. zum Hartenstein. In: ²VL 5 (1985), Sp. 1006-1015, hier 1009-1011

Sven Rabeler: Niederadlige Lebensformen im späten Mittelalter. Wilwolt von Schaumberg (um 1450-1510) und Ludwig von Eyb d.J. (1450-1521). Würzburg 2006, S. 110-120

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Fuggerischer Ehrenspiegel[Bearbeiten]

Jaeger ehrenbrief hut.jpg

Den Ehrenspiegel des Hauses Österreich trug in Augsburg 1548/1559 der Chronist Clemens Jäger im Auftrag Johann Jakob Fuggers (1516-1575) aus vielen Quellen zusammen. 1668 legte Sigmund von Birken eine gedruckte Bearbeitung dieses umfangreichen handschriftlichen Geschichtswerks vor, für die er zahlreiche neue Quellen verwertete.

Illustrationen der Handschriften dokumentieren heute nicht mehr vorhandene Teile der Burgunderbeute, siehe Die Burgunderbeute, 1969, S. 247f. Nr. 152f.; Karl der Kühne, 2008, S. 277f. Nr. 93.

Überlieferung der Arbeit von Jäger: Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 8614* manuscripta.at. Vom Exemplar aus der Fuggerbibliothek blieb nur dieser erste Band (datiert 1555) erhalten, illuminiert von dem Augsburger Maler Johannes Schreyer und seiner Werkstatt.

München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 895 und 896, jüngere, ebenfalls illuminierte Abschrift wahrscheinlich aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts (so Friedhuber S. 107). Zu weiteren Abschriften: Rohmann S. 274f. Online ist die 1590 von Erzherzog Ferdinand von Tirol angeregte, 1611 fertiggestellte Abschrift der beiden Münchner Handschriften Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 8613-8614 manuscripta,at. Digitalisat Cod. 8613 ÖNB Wien, Cod. 8614 ÖNB Wien.

Druck der Bearbeitung Birkens: Spiegel der Ehren [...]. Nürnberg 1668, zum Burgunderkrieg vor allem Kap. 24 und 25 (S. 807-838) UB Heidelberg

Literatur: Achim Thomas Hack: Ein anonymer Romzugsbericht von 1452 (Ps-Enenkel) mit den zugehörigen Personenlisten (Teilnehmerlisten, Ritterschlagslisten, Römische Einzugsordnung). Stuttgart 2007, S. 35-39; Gregor Rohmann: 'Eines Erbaren Raths gehorsamer amptmann'. Clemens Jäger und die Geschichtsschreibung des 16. Jahrhunderts. Augsburg 2001, S. 274-288; Inge Friedhuber: Der "Fuggerische Ehrenspiegel" als Quelle zur Geschichte Maximilians I. Ein Beitrag zur Kritik der Geschichtswerke Clemens Jägers und Sigmund von Birkens. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 81 (1973), S. 101-138; Friedrich Roth: Clemens Jäger, nacheinander Schuster und Ratsherr, Stadtarchivar und Ratsdiener, Zolleinnehmer und Zolltechniker in Augsburg - der Verfasser des Habsburgisch-Österreichischen Ehrenwerks. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg 46 (1926), S. 1-75 (I) MDZ München, 47 (1927), S. 1-105 (II), vor allem Teil II MDZ München; Wilhelm Hausenstein: Der Nürnberger Poet Siegmund von Birken in seinen historischen Schriften. In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg 18 (1908), S. 197-235, hier S. 217-225 MDZ München; Leopold von Ranke: Deutsche Geschichte im Zeitalter der Reformation. Bd. 1, 7. Aufl., Leipzig 1894, S. 344-351 Google-USA*; Derselbe: Zur Kritik neuerer Geschichtsschreiber. 3. Aufl., Leipzig 1884, S. 62*-65* Google-USA*; Johann Christoph von Aretin: Nachricht von dem in der churfürstl. Bibliothek handschriftlich vorhandenen Fuggerischen Werke über die Oesterreichische Geschichte. In: Derselbe: Beyträge zur Geschichte und Literatur [...], Bd. 1, München 1803, 4. Stück, S. 49-70 Google

Gedicht op de bijeenkomst te Trier[Bearbeiten]

KOMST trier 1.JPG

Mittelniederländisches Gedicht über die Festlichkeiten in Trier 1473, entstanden bald nach 1473.

Textbeginn: Om te eren ende te loven (Moltzer)

Überlieferung: Berlin, Staatsbibliothek, mgq 557, Bl. 36v-46r, Ende 15. Jh. Handschriftencensus. Weitere Handschriften: Narrative Sources, NL0564

Inkunabeldruck: Komst van Keiser Frederyck te Trier, eventuell Gouda bei Govert van Ghemen. Verwendet wurden die Typen von Johann Snel: GW 10332, ISTC if00320700. Nach den Wasserzeichen wohl um 1484 zu datieren Watermarks in incunabula. Einziges Exemplar in der KB Den Haag. Abbildungen: Commons. Der Druck gilt als rätselhaft, so Falk Eisermann: Buchdruck und politische Kommunikation. Ein neuer Fund zur frühen Publizistik Maximilians I. In: Gutenberg-Jahrbuch 77 (2002), S. 76-83, hier S. 83 Anm. 44.

Ausgaben: Henri Ernest Moltzer: Frederik III en Karel de Stoute te Trier 1473 [...]. Groningen 1890 Google-USA* E-Text dbnl.org nach der Berliner Handschrift; J. Tideman: Fragment van een gedicht betreffende de samenkomst van keizer Frederik III met Karel van Bourgondië te Trier. In: Verslagen en Berigten uitgegeven door de Vereeniging ter bevordering der Oude Nederlandsche Letterkunde 4 (1847), S. 42-66 Google nach der Inkunabel

Literatur: Jan Willem Klein: Ghescreven ofte gheprent. Aspekten van de (Goudse) middeleeuwse boekproductie. In: Herman Pleij u.a.: Geschreven en gedrukt. Gent 2004, S. 67-84, hier S. 72f.; Clazina Kok: De houtsneden in de incunabelen van de Lage Landen. Diss. Amsterdam 1994, S. 492; Frits Pieter van Oostrom: De vrijheid van de Middelnederlandse dichter. In: "Ic ga daer ic hebbe te doene". Opstellen aangeboden aan F. Lulofs [...]. Hrsg. von Jacques J. T. M. Tersteeg/P. E. L. Verkuyl. Groningen 1984, S. 45-61, hier S. 45 UB Groningen; Marijke Carasso-Kok: Repertorium van verhalende historische bronnen uit de middeleeuwen. 's-Gravenhage 1981, S. 279 (fehlerhaft, mit weiterer Literatur) Google; Le cinquième centenaire de l'imprimerie dans les anciens Pays-Bas. Brüssel 1973 S. 316f. Nr. 145; Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 419; Ernst Voulliéme: Die Sermones "Vademecum". In: Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen 10 (1923), S. 144-149, hier S. 148f. runeberg.org; Hans Ostenfeldt Lange: Analecta bibliographica. Kopenhagen 1906, S. 20-23 Google-USA*; Leo Baer: Die illustrierten Historienbücher des 15. Jahrhunderts. Straßburg 1903, S. 55 Internet Archive, Google-USA*

Narrative Sources, NL0564

Nikolaus Gerung genannt Blauenstein[Bearbeiten]

Nikolaus Gerung (wohl vor 1410-nicht nach 1478), Kaplan am Basler Münster - zur Person siehe Historisches Lexikon der Schweiz] 5 (2006), S. 323f. online, Gabriela Signori: Vorsorgen - Vererben - Erinnern. Göttingen 2001, S.26; zu ergänzen: Josef Schenker, Geschichte des Chorherrenstiftes Schönenwerd von 1458-1600. Mit einem biographischen Abriß der Chorherren und Kapläne dieser Zeit. In: Jahrbuch für solothurnische Geschichte 45 (1972), S. 5-286, hier S. 262 seals.ch -, legte einen lateinischen historischen Sammelband an, der eine Fortsetzung der 'Flores temporum' enthält. Sie schließt mit einem im August 1475 abbrechenden eigenständigen Bericht zu den Burgunderkriegen.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. D IV 10, Bl. 153v-155v zu den Burgunderkriegen (bis 1475 geführt) Handschriftencensus. Zur Handschrift siehe auch Heike Johanna Mierau/Antje Sander-Berke/Birgit Studt: Studien zur Überlieferung der Flores temporum. Hannover 1996, S. 53. Schriftprobe: Commons.

Ausgaben: Basler Chroniken 7 (1915), S. 65-74 ULB Düsseldorf; Mone: Quellensammlung Bd. 2, 1854, S. 149-151

Literatur: Klaus Klein. In: ²VL 3 (1981), Sp. 10-12

Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 42; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 38f.

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Repertorium fontium (unter Blauenstein) - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Heinrich Gundelfingen[Bearbeiten]

Der letzte Abschnitt (Teil 3) des lateinischen Austriae principum chronici epitome triplex von 1476 des Frühhumanisten Heinrich Gundelfingen (ca. 1440/45-1490), der damals in Freiburg in Breisgau an der Universität lehrte, enthält "Deklamationen auf den Burgundischen Krieg, namentlich auf die Niederlage Herzog Karls bei Granson (1476)" (Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 421).

Im Hinblick auf den drohenden Burgunderkrieg hat Gundelfingen für Herzog Sigmund von Tirol nicht erhaltene Militaria monimenta (vor 1476) verfasst (Rüegg S. 33f.). Ein Nachtrag wurde in Austriae principum chronici epitome triplex aufgenommen. Konzept in Freiburg, Universitätsbibliothek, Cod. 159, Bl. 7v-8v Handschriftenkatalog. Abdruck aus Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 516 (siehe unten), Bl. 35v und folgende bei Adam Franz Kollar: Analecta monumentorum omnis aevi Vindobonensia. Bd. 1, Wien 1761, Sp. 812-819 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf.

Überlieferung Austriae principum chronici epitome triplex: Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 516, illuminiertes Widmungsexemplar für Erzherzog Sigmund von Tirol manuscripta.at. Kopie: ebenda, Cod. 3500 manuscripta.at.

Ausgaben: Ernst Bloesch: Topographia urbis Bernensis [...]. In: Archiv des Historischen Vereins für den Kanton Bern 9 (1880), S. 177-199, hier S. 192-199: Bellum adversus Burgundiones circa Gransu gestum, De pugna Sedunensi, Bellum circa Murretum [...] Internet Archive, Internet Archive (unbrauchbarer Scan), Google-USA* (Wiederabdruck aus Lambeck); Adam Franz Kollar: Analecta monumentorum omnis aevi Vindobonensia. Bd. 1, Wien 1761, Sp. 727-824 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf; Peter Lambeck: Commentarii de augustissima bibliotheca Caesarea Vindobonensi. Bd. 2, Wien 1669, S. 465-511 Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel

Literatur: Dieter Mertens. In: ²VL 3 (1981), Sp. 306-310, hier Sp. 307f.

Regine Schweers: Albrecht von Bonstetten und die vorländische Historiographie zwischen Burgunder- und Schwabenkriegen. Münster 2005, S. 195; Albert Bruckner: Gundelfingen (Gundelfinger), Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 313 f. MDZ München; Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 421f., Joseph Ferdinand Rüegg: Heinrich Gundelfingen. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Frühhumanismus und zur Lösung der Frage über die ursprüngliche Königsfelderchronik. Freiburg (Schweiz) 1910, S. 41-43 Internet Archive

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Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Koelhoffsche Chronik[Bearbeiten]

Koelhoff Neuss Muenchen.jpg

Der unbekannte Verfasser der am 23. August 1499 gedruckten Kölner Stadtchronik Die Cronica van hilliger Stat van Coellen widmet etliche Seiten der Belagerung von Neuss (siehe oben, Wierstraet).

Inkunabeldruck: Köln, Johann Koelhoff d. J. 1499. GW 6688, ISTC ic00476000, BSB-Ink C-284. Digitalisat Wolfenbüttel (weitere siehe GW)

Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 14 (Köln Bd. 3). Hrsg. von Hermann Cardauns, 1877, S. 830-841 Google-USA* = Internet Archive

Literatur: Hartmut Beckers. In: ²VL 5 (1985), Sp. 7-10; Repertorium fontium

Johannes Lichtenberger[Bearbeiten]

Der kaiserliche Hofastrologe Johannes Lichtenberger (um 1440-um 1503) nahm in mehreren astrologischen Schriften gegen Karl den Kühnen Partei. Eine Weissagung Lichtenbergers verwertete der Autor des Liedes 'Vom kölnischen Krieg' (siehe oben).

1. Die Coniunctio Saturni et Martis, am 23. August 1473 in Straßburg dem Kaiser und den Fürsten überreicht, und das Horoskop anlässlich der Belagerung von Neuss, dem Kaiser am 9. August 1474 in Augsburg eigenhändig übergeben, sind gedruckt in einem nicht genau zuzuordnenden Druck von 1474/75 ISTC il00203000 GW M18213; Kurze: Lichtenberger, 1960, S. 9 Anm. 24. Einziges Exemplar: New York, Pierpont Morgan Library. Nach Claudius Sieber-Lehmann - mitgeteilt in: Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 236 - (und Kurze) enthält er auch die Rechtfertigung Karls des Kühnen (siehe oben).

2. Preis- und Trostschrift auf Köln vom 12. März 1476.

Überlieferung: Köln, Historisches Archiv der Stadt, Chroniken und Darstellungen Nr. 316*, S. 2-3

Ausgabe: Dietrich Kurze: Johannes Lichtenberger († 1503). Lübeck 1960, S. 75-77 Seiten auf Commons

Literatur (zu 1-2): Dietrich Kurze. In: ²VL 5 (1985), Sp. 770-776.

Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 353 (weitere Hinweise zu Prophezeiungen während der Burgunderkriege); Waldemar Lichtenberger: Er prophezeite den Neusser Krieg. Der kaiserliche Hofastrologe Johannes Lichtenberger. In: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde 27 (1975/76), S. 39-43 (belanglos)

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Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Lübecker Ratschronik von 1438 bis 1482[Bearbeiten]

Die aus der Ratskanzlei hervorgegangene Chronik wurde für den hier einschlägigen Teil von dem Protonotar Johann Wunstorp (gestorben 1483) verfasst. Er konnte sich auf einen umfangreichen Bericht von Niklaus Rüsch aus Basel stützen (siehe oben). Wertvoll ist die Edition von Friedrich Bruns (1862-1945) durch die ausführliche Kommentierung.

Überlieferung: Lübeck, Stadtbibliothek, Ms. Lub. 2° 2, bis 1482 geführte offizielle Ratschronik Handschriftencensus, Handschriftenarchiv

Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 31 (Lübeck Bd. 5). Hrsg. von Friedrich Bruns, 1914, S. 138-163 (nach Rüsch), S. 183-191 (zum Ende Karls des Kühnen) Internet Archive, California-USA*

Literatur: Harald Parigger. In: ²VL 5 (1985), Sp. 932-935

Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Rudolf Mad[Bearbeiten]

Als Verfasser der 'Dritten oder sog. Glarner Fortsetzung der Chronik der Stadt Zürich' gilt der Glarner Landschreiber Rudolf Mad. Den Schlussteil (bis Anfang 1478) dominieren ganz die Burgunderkriege.

Überlieferung: St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 643 Digitalisat: e-codices.ch (zu den Burgunderkriegen: S. 192-201), ein wohl um 1460 (so Rudolf Gamper: Die Zürcher Stadtchroniken und ihre Ausbreitung in die Ostschweiz. Zürich 1984, S. 188) angelegter, bis 1478 geführter Sammelband Handschriftencensus und die Beschreibung bei e-codices.ch.

Ausgabe: Johannes Dierauer: Chronik der Stadt Zürich. Basel 1900, S. 258-271 Commons

Literatur: Rudolf Gamper: Zürcher Stadtchroniken. In: ²VL 10 (1999), Sp. 1608-1611; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 45f.; Emil Dürr: Die Chronik des Rudolf Mad, Landschreibers von Glarus. (Dritte Fortsetzung der Chronik der Stadt Zürich.). In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 9 (1910), S. 95-110 seals.ch Michigan-USA*

Magnum Chronicon Belgicum[Bearbeiten]

Die erstmals 1607 edierte lateinische Weltchronik (eine Handschrift ist nicht bekannt) fußt auf dem bis 1468 reichenden Florarium temporum (siehe die niederländische Wikipedia und Narrative Sources, N007) des Regularkanonikers im Kloster Mariënhage Nicolaus Clopper des Jüngeren, enthält aber eine wohl erst um 1500 von einem Regularkanoniker im Neusser Oberkloster niedergeschriebene Fortsetzung (siehe Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 13, 1876, S. 221 Google-USA*) bis 1474/75. In ihr wird ausführlich über die Belagerung von Neuss berichtet (ab S. 446 der Ausgabe von 1726).

Der Autor benutzte den Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus (siehe oben).

Ausgaben: Johannes Pistorius: Magnum Chronicon Belgicum [...], Frankfurt am Main 1607 im VD17 unter der Nummer 12:647519R Google; Rerum Germanicarum Veteres [...] Scriptores VI. Hrsg. von Johannes Pistorius/Burkhard Gotthelf Struve. Editione tertia. Regensburg 1726, S. 1-456 Google und Ausgaben 1653, 1654, 1731

Literatur: Heinrich Wilhelm Werner Vildhaut: Handbuch der Quellenkunde zur deutschen Geschichte. Bd. 2, Werl 1906, S. 359-363 Internet Archive; August Potthast: Bibliotheca historica medii aevi. 2. Aufl., Bd. 1, Berlin 1896, S. 254 Internet Archive; Karl Emmanuel Hermann Müller: Das Magnum Chronicon Belgicum und die in demselben enthaltenen Quellen. Ein Beitrag zur Historiographie des 15. Jahrhunderts. Berlin 1888 MGH-Bibliothek; Ottokar Lorenz: Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter [...]. 3. Aufl., Berlin 1887, S. 47-55 Internet Archive

Willibald Pirckheimer[Bearbeiten]

Der Nürnberger Humanist Willibald Pirckheimer (1470-1530) behandelte in seinem Werk über den Schweizerkrieg/Schwabenkrieg 1499 ausführlich die schweizerischen Leistungen in den Burgunderkriegen: in Buch 1, Kapitel 3 den Beginn der Burgunderkriege und die Schlacht bei Grandson, in Kapitel 4 die Schlacht bei Murten und in Kapitel 5 die Schlacht bei Nancy (in der neuesten Ausgabe mit Übersetzung von Wille S. 36-59). Das Werk entstand nach 1507 (Benutzung Etterlins), wahrscheinlich aber erst nach einer Schweizerreise Pirckheimers 1519.

Überlieferung: London, British Library, Ms. Arundel 175 Handschriftenkatalog, Autograph (daher vor Pirckheimer Tod 1530 anzusetzen).

Ausgaben: V. Illustris Bilibaldi Pirckheimeri [...] Opera Politica, Historica, Philologica [...]: Hrsg. von Melchior Goldast. Frankfurt am Main 1610, S. 64-92 HAB Wolfenbüttel; Willibald Pirckheimer: Bellum Suitense sive Helveticum [...]. Zürich 1737 MDZ München und weitere Ausgaben

Kritische Ausgabe: Wilibald Pirckheimers Schweizerkrieg. Nach Pirckheimers Autographum im Britischen Museum. Hrsg. von Karl Rück. München 1895 Commons, Google-USA*

Lateinisch-deutsche Ausgabe: Willibald Pirckheimer: Der Schweizerkrieg. De bello Suitense sive Eluetico. Hrsg. von Fritz Wille. Baden 1998. Der lateinische Text von Rück übernommen.

Übersetzung: Ernst Münch: Bilibald Pirkheimers Schweizerkrieg und Ehrenhandel mit seinen Feinden zu Nürnberg. Basel 1826 Google - Übersetzung des Schweizerkriegs; Neuauflage: Willibald Pirckheimer: Der Schweizerkrieg. Mit einer historisch-biographischen Studie hrsg. von Wolfgang Schiel. Übersetzt aus dem Lateinischen von Ernst Münch. Berlin 1988

Literatur: Niklas Holzberg. In: Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon 2 (2013), Sp. 465-487, hier Sp. 482f.; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 124-126; Emil Reicke: Willibald Pirckheimer und die Reichsstadt Nürnberg im Schweizerkrieg. In: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 45 (1920), S. 131-189 seals.ch; Ludwig GeigerPirckheimer, Bilibald. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 26. Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 810–817; Otto Markwart: Wilibald Pirckheimer als Geschichtschreiber. Diss. Basel. Zürich 1886, S. 117-133 Commons, Google-USA*

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Werner Schodoler[Bearbeiten]

Die Grundlage der Darstellung bis 1478 in Band 3 der illustrierten handschriftlichen Eidgenössischen Chronik (um 1514 und 1532) des Bremgartener Stadtschreibers Werner Schodoler (gestorben 1541) war Diebold Schillings dritter Band der amtlichen Berner Chronik. Die Chronik überliefert daher auch Lieder von Montigel, Weber und Zollner (siebe oben). Rezeption: siehe unten Christoph Silberysen.

Überlieferung: Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, um 1514 und 1532 Handschriftencensus

Literatur: Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 296-298; Die Burgunderbeute, 1969, S. 69-71 Nr. 22; Georg von WyßSchodeler, Wernher (Schweizer Chronist). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32. Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 211 f.

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Christoph Silberysen[Bearbeiten]

Hagenbach aarau.jpg

Die 1576 datierte und reich illustrierte Schweizer Chronik des Wettinger Zisterzienserabts Christoph Silberysen widmet sich in ihrem Teil II den Burgunderkriegen. Hauptquelle war die Chronik von Werner Schodoler (in der Schilling-Nachfolge), siehe oben.

Überlieferung: Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, Ms WettF 16:2 Digitalisat e-codices.ch Beschreibung.

Literatur: Hans Herzog: Silberysen, Christoph. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34. Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 318 f.

Historisches Lexikon der Schweiz

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Speyrer Chronik[Bearbeiten]

In die 'Speyrer Chronik', eine nach 1450 in der Reichsstadt Speyer angelegte zeitgeschichtliche Dokumentation, sind mehrere Schriftstücke zu den Burgunderkriegen aufgenommen worden. Unter anderem (Kapitelangaben nach der Ausgabe von Mone):

c. 282 Trierer Treffen 1473, Ulmer Bericht,
c. 285 Beschreibung der burgundischen Untaten (Basel, September 1474) (siehe oben),
c. 291, 292 Gefolge und Lager des Kaisers vor Neuss.

Die Handschrift überliefert auch zwei Lieder: S. 706-708 Hans Judenfint: Spruch über Peter von Hagenbach (siehe oben) und S. 733-737 Matthias Zollner: Lied über die Schlacht bei Murten (siehe oben).

Überlieferung: Karlsruhe, Generallandesarchiv, Hs. 65/624, entstanden in Speyer bis 1477, Handschriftencensus. Spätere handschriftliche und gedruckte Auszüge ab Ende des 16. Jh.: ²VL 9 (1995), Sp. 88

Ausgabe: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte. Hrsg. von Franz Josef Mone. Bd. 1, Karlsruhe 1848, S. 367-520, hier S. 508-520 (mit Auslassungen) ALO, Universitätsbibliothek Freiburg Google

Literatur: Klaus Graf. In: ²VL 9 (1995), Sp. 87-90

Sieber-Lehmann: Nationalismus, 1995, S. 42f.; Birgit Studt, Neue Zeitungen und politische Propaganda. Die 'Speyerer Chronik' als Spiegel des Nachrichtenwesens im 15. Jahrhundert. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 143 (1995), S. 145-219; Klaus Graf: Die 'Speyrer Chronik'. Ein vergessenes Werk der Geschichtsschreibung aus dem 15. Jahrhundert, masch. Protokoll Nr. 309 der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V., Karlsruhe 1991 Arbeitsgemeinschaft

Repertorium fontium (unter: Chronik, Speierische) - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Klaus Graf: Vortrag 3. Dezember 2012: Geschichtsschreibung der Reichsstadt Speyer im späten Mittelalter Video

Konrad Stolle[Bearbeiten]

Stolle Autograph Jena.jpg

Der Erfurter Vikar Konrad Stolle (1436-1501) berichtet in seiner thüringisch-erfurtischen Chronik Memoriale außerordentlich ausführlich von dem Konflikt mit dem Burgunderherzog und besonders intensiv über die Belagerung von Neuss. Die Chronik überliefert auch zwei längere deutsche Gedichte zu Karl dem Kühnen: die Burgundische Legende und das Lied 'Von dem Herzog von Burgund' (siehe oben).

Überlieferung: Jena, Universitätsbibliothek, Ms. Sag. q. 3, Autograph (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Ausgaben: Memoriale-thüringisch-erfurtische Chronik von Konrad Stolle. Hrsg. von Richard Thiele. Halle 1900, S. 308-373 Google-USA* Internet Archive Commons; unvollständig: Konrad Stolles thüringisch-erfurtische Chronik, aus der Urschrift. Hrsg. von Ludwig Friedrich Hesse. Stuttgart 1854 Google

Literatur: Volker Honemann. In: ²VL 9 (1995), Sp. 359-362; Enno Bünz: Neues zur Biographie des Chronisten Konrad Stolle (1436-1501). In: Deutsches Archiv 56 (2000), S. 201-211 DigiZeitschriften; Herbert Kolb: Mit St. Quirinus Hilfe. Geschichten, Gerüchte und Wundererzählungen um die Belagerung von Neuss 1474/75. In: Neusser Jahrbuch für Kunst, Kulturgeschichte und Heimatkunde 1974, S. 5-12; Repertorium fontium

Johannes Stumpf[Bearbeiten]

Stumpf nancy 1477.jpg

In seiner Eidgenössischen Chronik (Zürich 1547/1548), die bis ins 18. Jahrhundert als maßgebliche Darstellung der Schweizer Geschichte galt, behandelt der Schweizer Historiker Johannes Stumpf (1500-1577/8) die Burgunderkriege in den Kapiteln 16-19 des dreizehnten Buches.

Zur Datierung: Sämtliche eidgenössischen Orte erhielten zu Weihnachten 1547 ein im Gegensatz zur mit der Jahreszahl 1548 versehenen Hauptauflage bereits 1547 ein Exemplar geschenkt (Christian Sieber: Begegnungen auf Distanz - Tschudi und Vadian. In: Aegidius Tschudi und seine Zeit. Hrsg. von Katharina Koller-Weiss/Christian Sieber. Basel 2002, S. 107-138, hier S. 129). Das Druckmanuskript war im Sommer 1546 weitgehend abgeschlossen (ebd., S. 128 Anm. 72). Zu handschriftlichen Vorstufen siehe die Hinweise bei Andre Gutmann: Die Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey und ihre Stellung in der eidgenössischen Historiographie des 16. Jahrhunderts. Bd. 1, Stuttgart 2010, S. 107.

Druck: Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Völckeren Chronick wirdiger Thaaten Beschreybung [...]. 2 Bände, Zürich 1548 - VD 16 S 9864, Bd. 2, Bl. 433r-438v e-rara.ch

Literatur: Andre Gutmann: Die Schwabenkriegschronik des Kaspar Frey und ihre Stellung in der eidgenössischen Historiographie des 16. Jahrhunderts. Bd. 1, Stuttgart 2010, S. 106-109; Feller/Bonjour: Geschichtsschreibung. Bd. 1, 1979, S. 144–153; Georg von WyßStumpf, Johannes. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36. Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 751–754

Angebote zu GND 118757555

Jakob Unrest[Bearbeiten]

Der Kärntner Priester Jakob Unrest († 1500) widmet sich in seiner deutschsprachigen Österreichischen Chronik (1493, fortgesetzt bis 1499) in mehreren Abschnitten den Burgunderkriegen. Am ausführlichsten behandelt er die Belagerung von Neuss. Zum Ende Karls des Kühnen vermerkt er zwei lateinische Chronogramme.

Überlieferung: Hannover, Landesbibliothek, Ms. XIII 783, Bl. 33r-137v, 3. Drittel 15. Jahrhundert Handschriftencensus Handschriftenkatalog

Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 8007, Bl. 74r-232v, 1. Hälfte 16. Jahrhundert Handschriftencensus Handschriftenkatalog. Abbildung von Bl. 115r auf Commons

Ausgaben: Jakob Unrest: Österreichische Chronik. Hrsg. von Karl Grossmann. MGH Scriptores rerum Germanicarum N.S. 11. Weimar 1957, S. 39f. (Trierer Mahl 1473), 63-61 (Belagerung von Neuss), 69-72 (Ende Karls des Kühnen) MDZ München; Simon Friedrich Hahn: Collectio monumentorum veterum et recentium ineditorum [...]. Bd. 1, Braunschweig 1724, S. 537-803 Google, Google nur nach der Handschrift in Hannover.

Literatur: Winfried Stelzer. In: ²VL 10 (1999), Sp. 85-88

Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 406f.; Franz von KronesUnrest, Jakob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39. Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 311 f.; Franz Krones: Die österreichische Chronik von Jakob Unrest mit Bezug auf die einzige bisher bekannte Handschrift der K. Bibliothek zu Hannover. In: Archiv für österreichische Geschichte 48 (1872), S. 421-530, hier S. 475-478 Internet Archive

Angebote zu GND 118625519

Repertorium fontium - Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters

Leonhard Wintersulger[Bearbeiten]

Siehe unten Zetler.

Johannes Wyse[Bearbeiten]

Der Theologieprofessor Johannes Wyse (um 1410-1486) stellte an der Universität Leipzig von ca. 1473 bis 1482 eine Chronik zusammen, die durch die vielen eingefügten Schriftstücke den Charakter eines Nachrichten-Sammelbandes annimmt. Nach dem Katalog von Franzjosef Pensel beziehen sich auf die Burgunderkriege die folgenden deutschsprachigen Schriftstücke:

Bl. 21rv Anschlag gegen Karl den Kühnen, Augsburg 1474
Bl. 62r Bericht aus dem burgundischen Krieg aus Straßburg an den Dekan von Mainz, 1475
Bl. 68rv Bericht aus dem burgundischen Krieg, 1477, lat./dt. Druck aus dieser Handschrift: Christian Gottlieb Buder: Nützliche Sammlung verschiedener meistens ungedruckter Schriften [...]. Frankfurt/Leipzig 1735, S. 514-517 Google
Bl. 69rv Bericht aus dem burgundischen Krieg, 1477

Überlieferung: Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. 1674 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog. Digitalisat: Thüringische Universitäts- und Landesbibliothek Jena

Literatur: Falk Eisermann: Leipziger Einblattdrucke im 15. Jahrhundert. In: Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland. Neue Forschungen zur Kommunikations- und Mediengeschichte um 1500. Hrsg. von Enno Bünz. Leipzig 2006, S. 373-399, hier S. 385-387; Detlef Döring: Unbekannte Quellen zur Geschichte der Leipziger Universität aus dem Bestand der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Leipzig. In: Jahrbuch für Regionalgeschichte 15/I (1988), S. 244-262, hier S. 245f.

Zeitgenössischer Bericht über Kaiser Friedrichs Reise aus dem östlichen ins westliche Deutschland 1473 März bis Dezember[Bearbeiten]

Der anonyme Reisebericht enthält auch eine ausführliche Beschreibung der Trierer Zusammenkunft 1473.

Überlieferung: Stadtarchiv Frankfurt, Reichssachen Nr. 5789

Ausgabe: Karl Schellhass: Eine Kaiserreise im Jahre 1473. In: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst 3. Folge 4 (1893), S. 161-211, Text S. 166-200, hier S. 189-199 Internet Archive

Literatur: Hartmut Boockmann: Kaiser Friedrich III. unterwegs, in: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 54 (1998), S. 567-582 DigiZeitschriften; Alphons Lhotsky: Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs. Graz/Köln 1963, S. 418

Repertorium fontium ("Friedrich III. und Karl der Kühne in Trier")

Conrad Zetler[Bearbeiten]

Die Kollektaneen des Überlinger Stadtschreibers und Bürgermeisters Jakob Reutlinger enthalten in Bd. XIII eine Chronik aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die dem Bürgermeister Leonhard Wintersulger und dem Gerichtsschreiber Conrad Zetler zugeschrieben wird. Sie enthalten auch längere Aufzeichnungen zu den Burgunderkriegen (vom Trierer Treffen 1473 bis zum Tod Karls des Kühnen 1477). In Bd. III, S. 295-298 wird die Belagerung von Neuss ebenfalls behandelt (Boell, S. 63).

Überlieferung: Stadtarchiv Überlingen, Reutlingersche Kollektaneen, Bd. XIII, S. 15-109, besonders S. 57-79. Weitere Handschriften in Überlingen, Leopold-Sophien-Bibliothek handschriftenkatalog.

Literatur: Volker Honemann. In: ²VL 10 (1999), Sp. 1549f. unter Zetler.

Adolf Boell: Das grosse historische Sammelwerk von Reutlinger in der Leopold-Sophien-Bibliothek in Überlingen. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 34 (1882), S. 31-65, 342-392, hier S. 361 Internet Archive

Angebote zu GND 1012373037 - bezieht sich auf Leonhard Wintersulger

Zu Überlieferung und Ausgaben der Schweizer Lieder[Bearbeiten]

Diebold Schillings Beschreibung der Burgundischen Kriegen [...]. Bern 1743 Google

Ernst Münch: Aletheia. Zürich 1822, S. 135-179 Google: Ungedruckte Altschweizerische Kriegslieder, mit Einleitungen und Anmerkungen von dem Herausgeber - "aus der [...] mir aus der Zurlaubischen Sammlung mitgetheilten, handschriftlichen Chronik des Zugers "Wernher Steiner,"" (S. 137). Die Sammlung Zurlauben befindet sich in der Kantonsbibliothek Aarau.

Oskar Ludwig Bernhard Wolff: Sammlung historischer Volkslieder und Gedichte der Deutschen. Stuttgart/Tübingen 1830 Google - die hier einschlägigen Schweizerlieder aus der Schilling-Ausgabe von 1743 und Wernher Steiners Chronik (nach Münch 1822)

Friedrich Karl Freiherr von Erlach: Die Volkslieder der Deutschen. Bd. 2, Mannheim 1834, S. 345-394 Google: "Aus den Burgundischen Kriegen der Schweizer" - 10 Lieder aus Schillings Chronik (Ausgabe 1743).

Ernst Ludwig Rochholz: Eidgenössische Liederchronik. Bern 1835 Google; 2. Aufl. Bern 1842 Google - fast nur modernisierte Wiedergaben

Ludwig Ettmüller: Eidgenössische Schlachtlieder mit Erläuterungen, in: Mittheilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich 2 (1844) Abt. 2 Google (unvollständiger Scan)

Die Schweiz. Land, Volk und Geschichte in ausgewählten Dichtungen. Hrsg. von Heinrich Kurz. Bern 1853 Google Zu den Burgunderkriegen: S. 322-356 Nr. 290-307. Laut Quellenangabe S. 499 bis auf eines (Nr. 305 aus Usteris Sammlung, siehe oben: Schlacht von Nancy) alle aus Schilling (was aber bei Zollers Murtenlied nicht zutrifft).

Aeltere Dichter. Schlacht- und Volkslieder der Schweizer. Hrsg. von Heinrich Kurz. Zürich 1860

Rochus von Liliencron: Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert. Bd. 2, Leipzig 1866 Commons

Gerold Meyer von Knonau: Die Schweizerischen historischen Volkslieder des fünfzehnten Jahrhunderts. Ein Vortrag. Zürich 1870 Google

Schweizerische Volkslieder. Hrsg. von Ludwig Tobler. Bd. 1-2, Frauenfeld 1882-1884 Bd. 1: Google-USA* Internet Archive, Bd. 2: Google-USA* Internet Archive

Deutsche Soldaten- und Kriegs-Lieder aus fünf Jahrhunderten. (1386-1871). Hrsg. von Hans Ziegler. Leipzig 1884, S. 174-179: Veit Webers Murtenlied (nach Schreiber) Google-USA*

Wilhelm Oechsli: Quellenbuch zur Schweizergeschichte. Zürich 1886 Internet Archive Nr. 65, 66, 74

Franz Waldmann: Historische Volkslieder und Gedichte zur Schweizergeschichte. Basel 1900 e-helvetica

Franz Waldmann: Alte historische Lieder zur Schweizergeschichte des 13. bis 16. Jahrhunderts. 2. Aufl.. Besorgt von Otto von Greyerz. Basel 1915

Historische Volkslieder der deutschen Schweiz. Hrsg. von Otto von Greyerz. Leipzig 1922 Internet Archive

Samuel Singer: Die mittelalterliche Literatur der deutschen Schweiz. Frauenfeld/Leipzig 1930

Leo Zehnder: Volkskundliches in der älteren schweizerischen Chronistik. Basel 1976, S. 587f.

Sonja Kerth: Der landsfrid ist zerbrochen. Das Bild des Krieges in den politischen Ereignisdichtungen des 13. bis 16. Jahrhunderts. Wiesbaden 1997, S. 44-97: Die eidgenössischen Kriege

Wichtige Textsammlungen[Bearbeiten]

  • Recueil de Pièces Historiques Imprimées sous le Règne de Louis XI. Hrsg. von Emile Picot/Henri Stein. Bd. 1-2. Paris 1923
  • Thomas Cramer: Die kleineren Liederdichter des 14. und 15. Jahrhunderts. Bd. 2, München 1979; Bd. 3, München 1982

Sekundärliteratur und gedruckte Quellen (in Auswahl)[Bearbeiten]

  • Johann Joachim Müller: Des Heil. Römischen Reichs, teutscher Nation, Reichs-Tags-Theatrum, wie selbiges, unter Keyser Friedrichs V. allerhoechsten Regierung [...] gestanden. Bd. 2, Jena 1713, S. 646-650 und öfter HAB Wolfenbüttel
  • Christian Gottlieb Buder: Nützliche Sammlung verschiedener meistens ungedruckter Schriften [...]. Frankfurt/Leipzig 1735, S. 502-517 Google: Einiger Sächsischen Bedienten Bericht-Schreiben von dem Zustande der Reichs-Armee gegen Herzog Carl von Burgund, als er vor Neus lag, d.a. 1475
  • Adam Walther Strobel: Vaterländische Geschichte des Elsasses [...]. Bd. 3, Straßburg 1843, S. 288-362 "Zustand des Elsasses während des burgundischen Kriegs. Jahr 1469 und folgende" Google - zweite Ausgabe 1851 Google
  • August Stöber: Peter von Hagenbach, burgundischer Landvogt im Sundgau und Elsaß. 1469-1474. In: August Stöber: Alsatia auf das Jahr 1850. 2. Aufl., Stuttgart 1851, S. 9-27 Google
  • Nikolaus Arenst: Über die Zusammenkunft des deutschen Kaisers Friedrich III. mit dem Herzoge Karl dem Kühnen von Burgund zu Trier 1473. Gymnasialprogramm Trier 1852 Dilibri (S. 3-16)
  • Joseph Chmel: Actenstücke und Briefe zur Geschichte des Hauses Habsburg im Zeitalter Maximilian's I. Bd. 1, Wien 1854 Google
  • Karl August Hermann Markgraf: De bello Burgundico a Carolo Audace contra archiepiscopatum Coloniensem suscepto a. 1474. Dissertation Berlin 1861 Google
  • Josef Baader: Die Zusammenkunft Kaiser Friedrich's III. mit Herzog Karl dem Kühnen von Burgund zu Trier im J. 1473. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 11 (1864) Sp. 201-207, 233-242 Internet Archive
  • Hermann Schulte: Geschichtliche Nachrichten über die Stadt Linz II: Schicksale der Stadt Linz im Burgundischen oder Neußer Krieg. In: Jahresbericht über den Schulkursus 1865-66 an dem Königlichen Progymnasium zu Linz am Rhein. Linz am Rhein 1866 Dilibri
  • Ludwig Uhland: Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter. In: Uhlands Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage. Bd. 2, Stuttgart 1866, hier S. 382-392: Burgundischer Krieg Google (zu den Liedern)
  • Cornelius Will: Acht Urkunden Kaiser Friedrichs III. und andere den Burgundischen Krieg betreffende Schreiben aus den Jahren 1474 und 1475. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 17 (1866), S. 192-210 Google Commons Edition von Unterlagen aus dem Stadtarchiv Windsheim im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
  • Joseph Ignaz Amiet: Die Burgunderfahnen des Solothurner Zeughauses. Beiträge zur Geschichte der Burgunderkriege. Solothurn 1868 Google mit Edition von Korrespondenz S. 55-86 im Anhang
  • Frankfurts Reichscorrespondenz nebst anderen verwandten Aktenstücken von 1376-1519. Hrsg. von Johannes Janssen. Bd. 2, Frankfurt a. M. 1872 Google
  • Gottlieb Krause: Beziehungen zwischen Habsburg und Burgund bis zum Ausgang der Trierer Zusammenkunft im Jahre 1473. Diss. Göttingen 1876 Google-USA*
  • Franz Lindner: Die Zusammenkunft Kaiser Friedrich III. mit Karl dem Kühnen von Burgund im Jahre 1473 zu Trier. Diss. Greifswald 1876 ULB Bonn
  • Urkunden und Acten betreffend die Belagerung der Stadt Neuss am Rheine (1474-75). Hrsg. von Ernst Wuelcker. Frankfurt a. M. 1877 ULB Düsseldorf, Regesten und Abdrucke von Schreiben aus den "Reichssachen" des Stadtarchivs Frankfurt am Main
  • Johannes Meyer: Bericht eines Zeitgenossen über die Schlacht bei Nanzig und den Tod Karls des Kühnen. In: Alemannia 10 (1882), S. 137-142 Commons (französisch, nach Paris, Bibliothèque Nationale, Ms. fr. 1707, Bl. 48-49)
  • Franz Wiedemann: Die Reichspolitik des Grafen Haug von Werdenberg in den Jahren 1466-1486. Diss. Greifswald 1883 ULB Münster. Exkurs III: Ein Beitrag zur Zusammenkunft Kaiser Friedrichs III. mit Karl dem Kühnen von Burgund zu Trier im Jahre 1473 (S. 105-114), Auszüge aus Briefen der brandenburgischen Gesandten
  • Konstantin Höhlbaum: Zur Geschichte der Belagerung von Neuss 1474-1475. Regesten. In: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln 8 (1885), S. 1-36 Google-USA* = Commons
  • Wilhelm Oechsli: Quellenbuch zur Schweizergeschichte. Zürich 1886 Internet Archive
  • Heinrich Witte: Zur Geschichte der burgundischen Herrschaft am Oberrhein in den Jahren 1469 - Anfang 1473. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 1 (1886), S. 129-169 Google-USA*
  • Heinrich Witte: Der Zusammenbruch der burgundischen Herrschaft am Oberrhein. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 2 (1887), S. 1-58, 201-235 Google-USA*
  • Heinrich Witte: Lothringen und Burgund. In: Jahr-Buch für Lothringische Geschichte und Altertumskunde 2 (1890), S. 1-100 Google, 3 (1891), S. 232-292 Google-USA*, 4 (1892), S. 74-137 Google-USA*
  • Heinrich Witte: Zur Geschichte der Burgunderkriege. Die Konstanzer Richtung und das Kriegsjahr 1474. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 6 (1891), S. 1-81, 361-414 Google-USA*
  • Heinrich Witte: Zur Geschichte der Burgunderkriege. Das Kriegsjahr 1475. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 7 (1892), S. 414-477 Google-USA*
  • Heinrich Witte: Zur Geschichte der Burgunderkriege. Das Kriegsjahr 1475. - Die Reise nach Blamont. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 8 (1893), S. 197-255 Google-USA*
  • Heinrich Witte: Zur Geschichte der Burgunderkriege. Das Kriegsjahr 1475. - Die Verwicklungen in Lothringen, im Waadtland und Wallis. — Verhandlungen und Rüstungen der Niedern Vereinung. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 10 (1895), S. 78-112, 202-266 Google-USA*
  • Hans Delbrück: Die Perserkriege und die Burgunderkriege. Berlin 1887, insbesondere S. 208-251: Die Burgunderkriege in der Tradition Google-USA* = Internet Archive
  • Adolf Ulrich: Acten zum Neusser Kriege 1472-1475. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 49 (1889) [gesamter Band] Google-USA* = Commons
  • Charles Nerlinger: Pierre de Hagenbach et la domination bourgiugnonne en Alsace (1469-1474). Nancy 1890 Google-USA*
  • Karl Schellhass: Zur Trierer Zusammenkunft im Jahre 1473. In: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 6 (1891), S. 80-85 Google-USA* = Internet Archive. Ediert S. 81-83 einen Brief von Balthasar Cesner an Meister Johann Gelthaus in Frankfurt (Stadtarchiv Frankfurt)
  • Hanserecesse. 2. Abteilung. Bd. 7, Leipzig 1892, insbesondere S. 404f. Nr. 206, S. 435f. Anm. 1: lateinischer Brief des Thomas von Borken zur Belagerung von Neuss Google-USA* = Internet Archive
  • Urkundliche Nachträge zur österreichisch-deutschen Geschichte im Zeitalter Kaiser Friedrich III. Hrsg. von Adolf Bachmann (FRA II 46). Wien 1892 Google-USA*
  • J. Weiss: Ein Brief aus dem Feldlager vor Neuss 1475. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 9 (1894), S. 718-721 Google-USA* Brief eines Überlingers aus dem Fürstlichen Archiv in Wallerstein
  • Ferdinand Schmitz: Der Neusser Krieg. In Rheinische Geschichtsblätter 2 (1895-1896) [diverse Fortsetzungen] Dilibri (auch separat, Bonn 1896)
  • Hermann Diemar: Die Entstehung des deutschen Reichskriegs gegen den Herzog Karl den Kühnen von Burgund. In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst 15 (1896), S. 60-106, 274-328 Google-USA*, auch separat Marburg 1896 ULB Düsseldorf, Google-USA*
  • Theodor Vulpinus [=Renaud]: Ritter Friedrich Kappler. Ein elsässischer Feldhauptmann aus dem 15. Jahrhundert. Straßburg 1896, S. 20-59 Google-USA*=Internet Archive
  • Goswin Frhr. von der Ropp: Die Hanse und der Reichskrieg gegen Burgund 1474-1475. In: Hansische Geschichtsblätter 26 (1898) S. 43-55 Google-USA*
  • Louis Stouff: Les Origines de l'annexion de la Haute-Alsace à la Bourgogne en 1469. Étude sur les terres engagées par l'Autriche en Alsace depuis le XIVe siècle, spécialement la seigneurie de Florimont. Paris 1901 Google-USA* = Internet Archive
  • Alfred Leroux: Les conflits entre la France & l'empire pendant le moyen-âge. Paris 1902, S. 47-54 Bibliographie Google-USA*
  • Émile Toutey: Charles le Téméraire et la ligue de Constance. Paris 1902 Google-USA*
  • Freiburger Missiven zur Geschichte des Burgunderkrieges. Hrsg. von Albert Büchi. In: Freiburger Geschichtsblätter 13 (1906), S. 1-102 Internet Archive
  • Freiburger Akten zur Geschichte der Burgunderkriege (1474-1491). Hrsg. von Albert Büchi. In: Freiburger Geschichtsblätter 16 (1909), S. 1-141 Google-USA* = Internet Archive
  • Albert W. Matzinger: Zur Geschichte der niederen Vereinigung. Diss. Basel 1910 California-USA*
  • Karl Schneider: Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch. Diss. Straßburg 1910
  • Ludwig Bertalot: Ein neuer Bericht über die Zusammenkunft Friedrichs III. und Karls des Kühnen zu Trier 1473. In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst 30 (1911), S. 419-430 Princeton-USA*, wieder in: Derselbe, Studien zum italienischen und deutschen Humanismus, hrsg. von Paul Otto Kristeller, Bd. 1, Rom 1975, S. 191-205 - Edition von zwei lateinischen Briefen aus Berlin, Staatsbibliothek, Ms. Diez. C. fol. 59, Bl. 62r-69v
  • Rheinische Heimatblätter 4 (1927), Heft 2/3 dilibri.de mit den Beiträgen: Karl Stenzel: Das Reich Karls des Kühnen und die Lande am Oberrhein, S. 50-57; Hektor Ammann: Die Bedeutung der Burgunderkriege für die Schweiz, S. 57-58; Hans Georg Wirz: Die Entscheidung von Murten, S. 59-66; Karl Zimmermann: Die Belagerung von Linz durch das Reichsheer im Winter 1474/75, S. 66-70; Karl Meisen: Christian Wierstrait u. seine Chronik der Belagerung der Stadt Neuß vom Jahre 1476, S. 71f.
  • Hans Tarlach: Veit Weber und seine Dichtungen. Ein Beitrag zur Erforschung des 15. Jahrhunderts. Diss. Greifswald 1933
  • Hermann Heimpel: Karl der Kühne und Deutschland (mit besonderer Rücksicht auf die Trierer Verhandlungen im Herbst des Jahres 1473). In: Elsaß-Lothringisches Jahrbuch 21 (1943), S. 1-54 mit Edition zweier Aktenstücke S. 50-54 (Brief eines Straßburger Boten und verbesserter Abdruck des von Schellhass 1891 edierten Stücks)
  • Florens Deuchler: Die Burgunderbeute. Inventar der Beutestücke aus den Schlachten von Grandson, Murten und Nancy 1476/77. Bern 1963
  • Die Burgunderbeute und Werke burgundischer Hofkunst. [Ausstellungskatalog]. 2. Aufl. Bern 1969
  • Adolf Gasser: Ewige Richtung und Burgunderkriege. Zur Klärung einer alten Streitfrage. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 23 (1973), S. 697-749 seals.ch
  • Herbert Kolb: Mit St. Quirinus Hilfe. Geschichten, Gerüchte und Wundererzählungen um die Belagerung von Neuss 1474/75. In: Neusser Jahrbuch für Kunst, Kulturgeschichte und Heimatkunde 1974, S. 5-12
  • Hellmut Thomke: Der se der wart von bluote rot. Die Burgunderkriege im Spiegel der Dichtung, in: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 38 (1976), S. 1-40 online
  • Godelieve Tournoy-Thoen: A propos de quelques epitaphes latines pour la mort de Charles de Temeraire. In: Lias 5 (1978), S. 1-11 ubn.kun.nl
  • Richard Feller/Edgar Bonjour: Geschichtsschreibung der Schweiz. 2. Aufl. Bd. 1. Basel/Stuttgart 1979, insbesondere S. 109-119 "Burgunder- und Schwabenkrieg"
  • Arnold Esch: Alltag der Entscheidung. Berns Weg in den Burgunderkrieg. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 50, l (1988) S. 3-64 Digibern
  • Wilfried Podlech: Die Folgen der kaiserlichen Belagerung im Jahr 1475 für die Stadt Linz. In: Heimat-Jahrbuch des Landkreises Neuwied 1989, S. 69-74
  • Claudius Sieber-Lehmann: Eine bislang unbekannte Beschreibung des Prozesses gegen Peter von Hagenbach. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 93 (1993), S. 141-154 seals.ch Textedition des Berichts vom 15. Mai 1474 S. 147-154 aus dem Nürnberger Ratschlagbuch
  • Manfred Huiskes: "... und man mangelt der von Andernach hundert und fünfundzwenzig". Zeitzeugenberichte über die Andernacher Katastrophe vor Linz am Julianentag des Jahres 1475. In: Die Andernacher Bäckerjungen. Hintergründe einer Sage. Hrsg. von Klaus Schäfer (Andernacher Beiträge 11), Andernach 1994, S. 51-100 (zur Belagerung von Linz am Rhein, Nachweise zu zeitgenössischen Berichten mit Handschriftenabbildungen)
  • Hans Joachim Lope: Karl der Kühne als literarische Gestalt. Ein themengeschichtlicher Versuch mit besonderer Berücksichtigung der französischsprachigen Literatur Belgiens im europäischen Kontext. Frankfurt a. M./New York 1995
  • Claudius Sieber-Lehmann: Spätmittelalterlicher Nationalismus. Die Burgunderkriege am Oberrhein und in der Eidgenossenschaft, Göttingen 1995. Quellenanhang S. 409-435
  • Norbert Warken: Mittelalterliche Geschichtsschreibung in Straßburg. Studien zu ihrer Funtkion und Rezeption bis zur frühen Neuzeit. Diss. Saarbrücken 1995, S. 378-391: Geschichte und Geschichtsschreibung zur Zeit der Burgunderkriege
  • Franz Fuchs/Karl-Friedrich Krieger: Aller tugent ist er ein faß - ein Lobgedicht auf Kaiser Friedrich III. (1440/52-1493). In: Verstehen durch Vernunft. Festschrift für Werner Hoffmann. Hrsg. von Burkhardt Krause (Philologica Germanica 19). Wien 1997, S. 99-112 (zum Neusser Krieg)
  • Brigitte Maria Wübbeke: Der Neusser Krieg. Zwei Schreiben Kölns an Straßburg, 29. August 1474 und 25. Februar 1475. In: Quellen zur Geschichte der Stadt Köln. Bd. 2. Hrsg. von Joachim Deeters/Johannes Helmrath. Köln 1996, S. 119-128 kommentierte Wiedergabe der von Ulrich 1889, S. 23f. Nr. 40 und S. 64f. Nr. 101 gekürzt abgedruckten Schreiben aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln, Briefbuch 30, Bl. 171r-172r, 247r-v
  • Gabriela Signori: Ritual und Ereignis. Die Straßburger Bittgänge zur Zeit der Burgunderkriege (1474-1477). In: Historische Zeitschrift 264 (1997), S. 281-328
  • Gerrit Himmelsbach: Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999
  • Constantin Hruschka: Luy avoit Dieu troblé le sens - Karl der Kühne und der Krieg in der zeitgenössischen Chronistik. In: Der Krieg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Horst Brunner. Wiesbaden 1999, S. 183-215
  • Frieder Schanze: Überlieferungsformen politischer Dichtungen im 15. und 16. Jahrhundert. In: Schriftlichkeit und Lebenspraxis im Mittelalter. Erfassen, Bewahren, Verändern, hrsg. von Hagen Keller u.a.. München 1999, S. 299-331 MDZ München (grundlegende Darstellung, in der die Überlieferungsangaben gegenüber Schanze/Schanze ergänzt und aktualisiert wurden)
  • Werner Paravicini: Die zwölf "Magnificences" Karls des Kühnen. In: Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation im Mittelalter. Hrsg. von Gerd Althoff. Stuttgart 2001, S. 319-395
  • Henri Dominique Saffrey: La fondation de la Confrérie du Rosaire à Cologne en 1475. Histoire et iconographie. In: Gutenberg-Jahrbuch 76 (2001), S. 143-144; wieder in: Derselbe: Humanisme et imagerie aux XVe et XVIe siècles. Études iconologiques et bibliographiques. Paris 2003, S. 123-156 (Zusammenhang der Grundung der Kölner Rosenkranzbruderschaft mit der Belagerung von Neuss)
  • Petra Ehm: Burgund und das Reich. Spätmittelalterliche Außenpolitik am Beispiel der Regierung Karls des Kühnen (1465-1477). München 2002 Prosopographia Burgundica
  • Richard Vaughan: Charles the Bold. The last Valois Duke of Burgundy. Rochester 2002. Die erstmals 1973 erschienene Monographie enthält in dieser Ausgabe, die 2004 und 2008 nachgedruckt wurde, ein Vorwort von Werner Paravicini mit bibliographischen Nachträgen. Solche lieferte schon die Rezension Paravicinis in der Francia 4 (1976), S. 757-773 MDZ München
  • Heribert Müller: "Von welschem Zwang und welschen Ketten des Reiches Westmark zu erretten". Burgund und der Neusser Krieg 1474/75 im Spiegel der deutschen Geschichtsschreibung von der Weimarer Zeit bis in die der frühen Bundesrepublik. In: Griff nach dem Westen. Die "Westforschung" der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropäischen Raum (1919-1960). Hrsg. von Burkhard Dietz/Helmut Gabel/Ulrich Tiedau. Münster/New York 2003, S. 137-184
  • Anneliese Schmitt: Der Bild-Text des 'Antichrist' im 15. Jahrhundert. Zur Abhängigkeit der Handschriften, Blockdrucke und Drucke und zu einer möglichen antiburgundischen Tendenz. In: E codicibus impressisque. Opstellen over het boek in de Lage Landen voor Elly Cockx-Inde-stege. Hrsg. von Frans Hendrickx/Josef M. M. Hermans. Bd. 1. Löwen 2004, S. 405-430
  • Claudius Sieber-Lehmann: Burgunderkriege. In: Historisches Lexikon der Schweiz 3 (2004), S. 114-116 online
  • Karl der Kühne (1433-1477). Kunst, Krieg und Hofkultur. Hrsg. von Susan Marti, Till-Holger Borchert und Gabriele Keck. [Ausstellungskatalog]. Stuttgart 2008
  • Klaus Graf: Karl der Kühne und die Burgunderkriege. In: Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2. Aufl. Bd. 6. Berlin/New York 2009, S. 297-299 Google
  • Bastian Walter: Kundschafter und Spione im oberrheinisch-eidgenössischen Raum während der Burgunderkriege (1468-1477). (494.) Protokoll der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V. vom 15. Januar 2010 online
  • Katalog der deutschsprachigen illustrierten Handschriften des Mittelalters 3 (2011), S. 318-388 (Schweizer Chroniken)
  • Klaus Graf: Bollstatters Meisterlin-Bearbeitung und die Berichte zum Trierer Treffen 1473. In: Archivalia vom 2. August 2012 online
  • Bastian Walter: Informationen, Wissen und Macht. Akteure und Techniken städtischer Außenpolitik: Bern, Straßburg und Basel im Kontext der Burgunderkriege (1468 - 1477). Stuttgart 2012. Einführung. Nachweis von Rezensionen oberrhein.hypotheses.org