Burgunderkriege

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Burgunderkriege
Burgunderkriege
Texte zu Karl dem Kühnen und den Burgunderkriegen 1474-1477 - eine überlieferungsgeschichtliche Quellenkunde
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Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem burgundischen Herzog Karl dem Kühnen und der Schweizer Eidgenossenschaft, der oberrheinischen Niederen Vereinigung (insbesondere durch das Wirken des Landvogts Peter von Hagenbach) und dem Reich (Belagerung von Neuss) lösten eine bemerkenswerte Publizistik aus.

Texte in Wikisource:

Die meisten Texte sind deutschsprachig. Lateinische Texte:

  • Pierre de Blarru
  • Albrecht von Bonstetten
  • Ludwig Dringenberg
  • Johannes Knebel
  • Brief des Arnoul de Lalaing an Paul de Baenst in der Übersetzung des Rudolf Agricola
  • Rudolf von Langen
  • Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen
  • Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus
  • Friedrich Moorman
  • Nikolaus
  • Rechtfertigung Herzog Karls des Kühnen gegen Erzbischof Adolf von Mainz wegen des Kölnischen Krieges (1. November 1474)
  • Johannes Matthias Tiberinus
  • Jakob Wimpfeling

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Basler Chronik der Burgunderkriege

Die Mitteilungen eines Basler Bürgers über die Burgunderkriege 1473 bis 1479 entstanden wohl erst nach 1484 und wurden von August Bernoulli aus einer späteren Bearbeitung rekonstruiert.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. H IV 27, Bl. 93r-116r, sogenannte Beinheimische Handschrift, vollendet 1545. Es handelt sich um Zusätze zu einer Abschrift der 1507 gedruckten Chronik von Petermann Etterlin, die der Editor aus handschriftlichen Randbemerkungen zu dem Etterlin-Druck Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A [lambda] IV 14, Bl. 83v-97r ergänzte (die Handschriftensignaturen nach Klaus Graf, Basler Annalen, in: ²VL 11, 2004, Sp. 221-223).

Ausgabe: Die Anonyme Chronik der Burgunderkriege 1473-1479, in: Basler Chroniken Bd. 5, 1895, S. 499-527, Text S. 506-527 Google-USA*, Internet Archive

Literatur: Gerrit Himmelsbach, Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 43; Burgunderbeute, 1969, S. 67 Nr. 20

[Bearbeiten] Pierre de Blarru

Rene Lothringen.jpg

Das bedeutendste Werk des Kanonikers von St. Dié Pierre de Blarru (1437-1510) ist das 1518 postum gedruckte lateinische Epos Liber Nancéidos (französisch: "Nancéide"), das Blarru um 1500 schrieb, um den Sieg Herzog Renés II. von Lothringen über Karl den Kühnen von Burgund zu feiern.

Überlieferung: Die einzige bekannte Handschrift befindet sich im Musée Lorraine in Nancy (um 1500). Sie ist illustriert, siehe Jules Rouyer, De Pierre de Blarru et de son poème la Nancéide, à propos d'un manuscrit de cette oeuvre appartenant au musée historique lorrain, in: Mémoires de la Societé d'Archéologie lorraine 20 (1876), S. 360-420 Internet Archive; Christoph Brachmann, Memoria, Fama, Historia. Schlachtengedenken und Identitätsstiftung am lothringischen Hof (1477-1525) nach dem Sieg über Karl den Kühnen, Berlin 2006, S. 160-164

Frühdruck: St. Nicolas du Port: Petrus Jacobi, 1518. Ältere bibliographische Bemühungen verzeichnet Gottlieb Emanuel von Haller, Bibliothek der Schweizer-Geschichte [...], Bd. 5, Bern 1787, S. 73-76 Google

Ausgaben: La Nancéide ou la Guerre de Nancy, poëme latin de Pierre de Blarru, avec la traduction française, hrsg. von Ferdinand Schütz, Bd. 1-2, Nancy 1840 Bd. 1: Google, Bd. 2: Google; La Nancéide - Le poème consacré à la victoire remportée devant Nancy par le duc de Lorraine René II sur le duc de Bourgogne, Charles le Téméraire, le 5 janvier 1477, Nancy 2006

Literatur: Christoph Brachmann, Memoria, Fama, Historia. Schlachtengedenken und Identitätsstiftung am lothringischen Hof (1477-1525) nach dem Sieg über Karl den Kühnen, Berlin 2006, S. 160-164; Burgunderbeute, 1969, S. 305 Nr. 205; Albert Collignon, De Nanceide Petri de Blaro Rivo Parisiensis, Paris 1892 Internet Archive

[Bearbeiten] Bernhard Bleyßwyler

Siehe unten zu Johann Gensbein.

[Bearbeiten] Albrecht von Bonstetten

Am 21. März 1477 widmete der Konventuale und Dekan des Klosters Einsiedeln, der Frühhumanist Albrecht von Bonstetten (um 1442/43-um 1504) den Herzögen Sigmund von Tirol und Reinhard von Lothringen sowie der Niederen Vereinigung die rhetorisch stark stilisierte lateinische Schrift Germanica prelia Karoli quondam Burgundie. Die deutsche Übersetzung Die tütschen stritt Karoli ettwan herzogen zu Burgund und sin ende beendete er am 13. April 1477.

Überlieferung: Paris, BN, Cod. lat. 6221 (lateinische und deutsche Fassung)

Rom, Biblioteca Vallicelliana, Cod. C 75, Widmungsexemplar an Papst Sixtus IV. vom 22. Mai 1480, die drei Bücher der Beschreibung der Eidgenossenschaft sind die Descriptio, die lateinische Schrift über Karl den Kühnen als Buch 2 und die Fortsetzung De provisione vacantis ducatus Burgundie als Buch 3 (Hinweise zu diesem Text De provisione in Archivalia).

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. poet. et phil. 4° 47, Bl. 103r-118v (lat.), Sammelhandschrift des Konstanzer Kanonikers Konrad Gremlich 1467-1501 Handschriftenkatalog

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A.A. VI. 36 (Fragment), 15. Jahrhundert.

Ausgabe: Beschreibung der Burgunderkriege von Albert von Bonstetten, Dekan in Einsiedeln, in: Archiv für Schweizerische Geschichte 13 (1862), S. 283-324, Texte: S. 283-298 (Latein), S. 299-316 (Deutsch) Google seals.ch nach "Copie Haller's in der Stadtbibliothek Bern und einer ähnlichen in der Leu'schen Sammlung der Stadtbibliothek Zürich". G. E. Hallers Abschrift wurde 1761 von der Pariser Handschrift gefertigt, heute Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. VI. 88, vgl. Emil Bloesch, Katalog der Handschriften zur Schweizergeschichte der Stadtbibliothek Bern, Bern 1895, S. 223 Google-USA*=Commons. Die Abschrift von Leu in Zürich, Zentralbibliothek, Cod. L 401, S. 1-50 (siehe unten zu Tiberinus)

Literatur: Hans Fueglister, in: ²VL 1 (1978), Sp. 176-179; Regine Schweers, Albrecht von Bonstetten und die vorländische Historiographie zwischen Burgunder- und Schwabenkriegen, Münster 2005, S. 85-92 (zur Überlieferung S. 86), S. 95f.; Wilfried Kettler, Trewlich ins Teütsch gebracht. Lateinisch-deutsches Übersetzungsschrifttum im Umkreis des schweizerischen Humanismus, Bern u. a. 2002; Gerrit Himmelsbach, Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 37f.; Repertorium fontium; Die Burgunderbeute, 1969, S. 56 Nr. 9; Albert Büchi, Albrecht von Bonstetten, Frauenfeld 1889 S. 57-60 Google-USA*, Internet Archive

[Bearbeiten] Bericht eines (wohl sächsischen) Augenzeugen über die Zusammenkunft in Trier 1473

Der wohl von einem sächsischen Rat stammende Bericht gilt als wichtige Quelle für den Ablauf des Treffens.

Überlieferung: Halle, Universitäts- und Landesbibliothek, Hist. 2° 179, Bl. 1r-4r. Der Bericht ist Teil des nach 18. Januar 1474 wohl im Umkreis des böhmischen oder sächsischen Hofes geschriebenen 6. Faszikels, siehe Brigitte Pfeil, Katalog der deutschen und niederländischen Handschriften des Mittelalters in der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) (Schriften zum Bibliotheks- und Büchereiwesen in Sachsen-Anhalt 89/1.2), Halle (Saale) 2007, S. 125f., Handschriftencensus, Handschriftenarchiv

Ausgaben: Carl Eduard Förstemann, Bericht eines Augenzeugen über die Zusammenkunft des Kaisers Friedrich's III. mit Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund, zu Trier i. J. 1473, in: Neue Mittheilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschungen 2 (1835), S. 78-84 Google; Chmel, Actenstücke, S. 54-59 Nr. 15 Google (es ist unklar, ob Chmel die Hs. benutzt hat oder nur Förstemann erneut - mit leichter Normalisierung - abdruckt)

Literatur: siehe unten zum Libellus.

[Bearbeiten] Beschreibung der burgundischen Untaten (Basel, September 1474)

Auf dem Basler Treffen der Niederen Vereinigung am 5. bis 10. September 1474 in Basel entstanden mehrere Versionen eines Berichts über die Untaten Burgunds am Oberrhein, die unter anderem an den Kaiser, den Speyerer Städtetag und Köln versandt wurden.

Überlieferung: Nachweise aus dem Staatsarchiv Basel in: Basler Chroniken Bd. 3, S. 393. Ausgabe (nach Missivenbuch XIII, S. 303-310) ebenda, S. 394-404

Abschrift des Briefs vom 10. September 1474 an den Speyerer Städtetag im Stadtarchiv Colmar. Ausgabe: Xavier Mossmann, Cartulaire de Mulhouse, Bd. 4, Strasbourg/Colmar 1886, S. 182-186 Nr. 1762 Google-USA*, Internet Archive

Abschrift des gleichen Briefs in der 'Speyrer Chronik' GLA Karlsruhe 65/624 (siehe Handschriftencensus und unten). Ausgabe: Mone, Quellensammlung, Bd. 1, S. 512-514 ALO

Abschrift des gleichen Briefs, Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18, Bl. 90r-92v Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert (siehe unten, Sammelhandschriften)

Brief an die Stadt Köln, Stadtarchiv Köln. Ausgabe: Ulrich, Acten zum Neusser Kriege, 1889, S. 25-29 Commons

Literatur: Gabriela Signori, Ritual und Ereignis. Die Straßburger Bittgänge zur Zeit der Burgunderkriege (1474-1477), in: Historische Zeitschrift 264 (1997), S. 281-328, hier S. 297; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 126-129

[Bearbeiten] Breisacher Reimchronik

Breisacher Reimchronik.jpg

Die um 1480 von einem Stadtschreiber oder Geistlichen in Breisach geschriebene Reimchronik (rund 8400 Verse) behandelt die Geschichte der burgundischen Herrschaft am Oberrhein bis zur Hinrichtung des Peter von Hagenbach 1474 und den Untergang Karls des Kühnen.

Überlieferung: Straßburg Stadtbibliothek, Hs. 428 (verbrannt), 1555 von dem Breisacher Schulmeister Mathiß Herman geschrieben (A). 199 Federzeichnungen, Nachzeichnungen der spätmittelalterlichen Vorlage, sind nur durch Mones Steindruckwiedergaben und Beschreibungen überliefert.

Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. hist. fol. 481, um 1670. Inhaltsangabe und wenige Textproben: Heinrich Schreiber, Landvogt Peter von Hagenbach. Episches Gedicht aus dem Ende des XV. Jahrhunderts, in: Taschenbuch für Geschichte und Alterthum in Süddeutschland 4 (1844), S. 316-340 online

Ausgabe: Franz Josef Mone, Quellensammlung der badischen Landesgeschichte, Bd. 3, 1863, 183-434, Text: S. 257-417 (nach der Straßburger Handschrift), Nachträge: 681-684 und Tafelanhang ALO, auch Freiburg

Literatur: Kurt Hannemann, in: ²VL 1 (1978), Sp. 1013f.; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 316 Nr. 30; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 41f.; Burgunderbeute, 1969, S. 74f. Nr. 27

[Bearbeiten] Burgundische Legende

Burgundische Legende.png

Nach dem Tod Karls des Kühnen am 5. Januar 1477 eröffnete die Burgundische Legende (deutschsprachige Reimpaarchronik, 326 Verse) die kleine Reihe der gedruckten Rückblicksdichtungen auf die Burgunderkriege.

Burgundische Legende, [Straßburg: Heinrich Knoblochtzer, 1477], Hain 8344, GW M17614, ISTC ib01292030 (Druck B). INKA setzt irrtümlich Hain 8345 und 8344 gleich und schreibt die Burgundische Legende Pfettisheim zu. Zur Priorität von B gegenüber A siehe Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Anm. 81. Außer dem unvollständigen Karlsruher Exemplar gibt es auch eines in der ZB Zürich OPAC. Es ist nach einem Manuskript verbessert und das von Haller, Bibliothek ... Bd. 5, S. 79 Google erwähnte Exemplar des Ratsherrn Schinz.

Inkunabeldrucke: Burgundische Legende, [Basel: Michael Wenssler, ca. 1477/78], GW M17617 (Druck A). Einziges bekanntes Exemplar: ÖNB Wien Ink 2.H.43 (ÖNB-Ink B-750A, siehe Beschreibung im OPAC), ausgelöst aus Cod. 2975 Handschriftencensus. Zum Titelholzschnitt - Karl der Kühne Commons - siehe Kurt Rathe, Ein Reiterbildnis Karls des Kühnen von Burgund, in: Maso Finiguerra 3 (1938), S. 233-246

[Augsburg: Günther Zainer, um 1477], Hain 14964, BSB-Ink B 986, ISTC ib01292060 (Druck C) MDZ München (ehemals in Cgm 4285 aus Tegernsee Handschriftencensus). Abdruck: Karl August Muffat, Meistersang auf Karl'n den Kühnen, in: Taschenbuch für die vaterländische Geschichte 39 (1850/51), S. 312-324, Text S. 314-324 Google

Faksimile: Recueil de Pièces Historiques Imprimées sous le Règne de Louis XI, hrsg. von Emile Picot/Henri Stein, Bd. 2, Paris 1923, S. 29-42 (Druck B, nach dem unvollständigen Karlsruher Exemplar) Commons, 49-63 (Druck C)

Druckabschriften: Jena, Universitätsbibliothek, Ms. Sag. q. 3, Bl. 204r-210r, Konrad Stolle: Memoriale, Autograph (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, siehe unten zu Stolle. Ausgaben: Memoriale-thüringisch-erfurtische Chronik von Konrad Stolle, hrsg. von Richard Thiele, Halle 1900, S. 363-373 c. 314 Google-USA* Commons; zuvor: Konrad Stolles thüringisch-erfurtische Chronik, aus der Urschrift, hrsg. von Ludwig Friedrich Hesse, Stuttgart 1854, S. 115-125 Google; Ludwig Friedrich Hesse, Aus Konrad Stolles Erfurter Chronik, in: Zeitschrift für deutsches Alterthum 8 (1851), S. 302-347 hier S. 326-336 Google (auch DigiZeitschriften und Gallica, siehe ZS)

Straßburg, Bibliothèque Nationale et Universitaire, Ms. 3572, Bl. 277v-283v, Twinger von Königshofen-Handschrift aus dem Elsass um 1480 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog: Internet Archive

Dresden, Landesbibliothek, Mscr. F 98, Bl. 256v-262r Digitalisat: SLUB Dresden, Twinger von Königshofen-Handschrift aus dem Elsass 4. V. 15. Jh. Handschriftencensus

Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1803, Auszüge im Sammelband des Limburger Vikars Johannes Gensbein (siehe unten) um 1500, Handschriftencensus (Hannemanns Folienangaben sind zu überprüfen)

München, Staatsbibliothek, Cgm 318, Bl. 118r-123r, Abschrift des Drucks C durch Hieronymus Herprunner in Lofer (Salzburg) wohl für den Landrichter Wilhelm Kulmär 1477/78 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

München, Staatsbibliothek, Cgm 5919, Bl. 290r-295v, Hausbuch des Regensburger Kramers Ulrich Mostl, 1501/10 Handschriftencensus

München, Staatsbibliothek, Cgm 8232, Bl. 43v-46v, Chronik des Andreas von Regensburg u.a., Ende 15. Jh., siehe BSB-Ink, Schanze, Überlieferungsformen, S. 324. Kurzform.

Teilabdruck: Gottlieb Friedrich Ochsenbein, Die Urkunden der Belagerung und Schlacht von Murten, Freiburg 1876, S. 670f. (Auszug, eingesandt von Bibliothekar Wendling aus Schlettstadt) Google-USA*, Internet Archive

Literatur: Kurt Hannemann, in: ²VL 1 (1978), Sp. 1131-1134; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Nr. 27; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 34f.; Burgunderbeute, 1969, S. 71 Nr. 23; Kurt Ohly, Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, hier S. 331f.

[Bearbeiten] Ludwig Dringenberg

Ludwig Dringenberg, von 1441 bis zu seinem Tod 1477 Leiter der Lateinschule in Schlettstadt, verfasste 32 lateinische Hexameter über Niederlage und Tod Karls des Kühnen 1477.

Überlieferung: München, Clm 443, Bl. 140-? Handschrift von Hartmann Schedel um 1480, Handschriftenkatalog Google-USA*

Ausgabe: Gerold Meyer von Knonau, Jakob Wimpfeling, Gedicht auf die Schlacht von Murten. Zwei lateinische Gedichte auf die Kämpfe gegen Karl den Kühnen, in: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 4 (1873), S. 315-321, Text S. 319f. seals.ch

Übersetzung: Gottlieb Friedrich Ochsenbein, Die Urkunden der Belagerung und Schlacht von Murten, Freiburg 1876, S. 440f. Google-USA* Internet Archive

Literatur: Franz Josef Worstbrock, in: ²VL 2 (1980), Sp. 235-237; Thomas Haye, Die Armagnaken, das Elsaß, der Heidelberger Hof und die Apathie des Reiches – eine unbekannte lateinische Invektive des Jahres 1444, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 153 (2005), S. 241-274, hier S. 258; Joseph Knepper, Jakob Wimpfeling, Freiburg i. Br. 1902, S. 8 Anm. 3 Google-USA* Commons; Albert Collignon, De Nanceide Petri de Blaro Rivo Parisiensis, Paris 1892, S. 109 Internet Archive; Wilhelm Wattenbach, Nachträgliches über Peter Luder, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 27 (1875), S. 95-98, hier S. 97f. Google-USA*

[Bearbeiten] Ludwig von Eptingen

Der Bericht des Ritters Ludwig von Eptingen über die Befreiung von Neuss und die dortigen Ereignisse im Juni 1475 (mit Liste der Teilnehmer am Heerzug) fand nicht nur in Basel Eingang in Knebels Chronik, sondern wurde auch von Diebold Schilling in Bern benützt, in Luzern abgeschrieben und im Familienbuch der Herren von Eptingen (1621) verwertet.

Überlieferung: Johann Knebels Chronik (siehe oben). Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 2, S. 256-268 Google-USA*

Familienbuch der Herren von Eptingen. Handschrift in Privatbesitz, Bl. 138r-139v. 1621 geschrieben von dem Franziskaner Hans Sigmund Veitler im Auftrag von Wolf Wilhelm von Eptingen. Ausgabe: Dorothea A. Christ, Das Familienbuch der Herren von Eptingen. Kommentar und Transkription, Liestal 1992, S. 305-308. Nur kurze Auszüge aus dem Bericht, anschließend eine allgemeine Darstellung der Burgunderkriege. Die jüngeren Handschriften (Pruntrut, Bischöfliches Archiv; Colmar, Stadtarchiv, MS 963; sowie eine 1776 geschriebene Handschrift in Privatbesitz) gehen auf die Handschrift von 1621 zurück. Für den einzigen inhaltlichen Zusatz in der Handschrift von 1776 in Privatbesitz (S. 217-218, nach Theodor von Liebenau, Aus einem alten Turnierbuche, in: Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde 8, 1878, S. 835-839, hier S. 836 Google-USA* von späterer Hand) über die Schlacht von Grandson vermutet Christ S. 33 eine Benützung von Loys Gollut, Les mémoires historique de la république Séquanoise [...], Dole 1592. Zur Frage, ob das Familienbuch tatsächlich eine spätmittelalterliche Vorlage hatte, siehe die Stellungnahmen von Klaus Graf: Rezension von Christ und Vortrag zur Mittelalter-Rezeption.

Abschrift in Luzern, Staatsarchiv (ohne Namensnennung). Ausgabe: Amtliche Sammlung der ältern Eidgenössischen Abschiede. Bd. 2: Die Eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1421 bis 1477, hrsg. von Anton Philipp Segesser, Luzern 1863, S. 545-548 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Diebold Schillings Chronik (siehe oben). Ausgabe: Tobler, Berner-Chronik, Bd. 1, S. 204-207 (bearbeitet, ohne den Namen Ludwigs)

[Bearbeiten] Hans Fries

Hans Fries (um 1460-1518), Bürger von Freiburg i. Ü., verfasste eine kurze deutschsprachige Chronik über die Burgunderkriege, wobei die Belagerung von Grandson und die Murtenschlacht breiten Raum einnehmen.

Überlieferung: Freiburg (Schweiz), Bischöfliches Archiv, Hs. 9 rayon 2, Bl. 39v-61r (Handschrift B), Anfang 16. Jahrhundert (1503?), die Chronik wohl eingetragen von Ludwig von Affry Handschriftencensus

Freiburg (Schweiz), Kantons- und Universitätsbibliothek, Cod. L 1152, S. 282-313 (Handschrift D), wohl um 1590 Handschriftencensus

Zwei verschollene Handschriften bei Büchi

Ausgabe: Albert Büchi, Chronik von Hans Fries, in: Gustav Tobler, Die Berner Chronik des Diebold Schilling, Bd. 2, Bern 1901, S. 391-441, Text S. 391-426 online

Literatur: Klaus Klein, in: ²VL 2 (1979), Sp. 968f.; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 45; Burgunderbeute, 1969, S. 62f. Nr. 15; Albert Büchi, Die Chroniken und Chronisten von Freiburg im Uechtland, in: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 30 (1905), S. 197-326, hier S. 230-234 seals.ch Google-USA*

[Bearbeiten] Johannes Gensbein

Johannes Gensbein (1444-ca. 1504/07) war bis 1476 katzenelnbogischer Kanzleischreiber, danach Vikar zu Oberneisen und ab 1480 in Limburg. Seine bis 2008 verschollene Sammelhandschrift (ehemals auf Schloss Molsberg) enthält unter anderem eine unedierte Beschreibung der Festlichkeiten in Trier 1473 (durch Gensbein selbst), ein unediertes Reimpaargedicht von Bernhard Bleyßwyler über die Verteidigung von Neuß durch Hermann von Hessen 1474/75 und ein unediertes Reimpaargedicht über die Beteiligung der Limburger am Krieg. Daneben überliefert sie auch Auszüge der Burgundischen Legende (siehe oben).

Überlieferung: Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1803 Handschriftencensus (Schanzes, von Wyss übernommene Folioangaben - Bl. 39-98 Aufzeichnungen zu den Burgunderkriegen - sind zu überprüfen).

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 11, Sp. 514f.; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 312f. Nr. 6-7; Arthur Wyss, Eine Limburger Handschrift, in: Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde 7 (1882), S. 569-584 Digizeitschriften

[Bearbeiten] Alexander Helmschmid

Ordonnanz 1473.jpg

Ein Alexander Helmschmid übertrug die "Große burgundische Ordonnanz" (Kriegsordnung), die in die Hände Maximilians gelangt war, aus dem Französischen ins Deutsche. Die nach Renner in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstandene Übersetzung endet (nach Mitteilung der Bibliothek) mit dem Datierungsvermerk: "Im Closter in Sanct Maximilian Inn der Statt In Trier den vierten tag aprilis nach Christi gepurdt 1453 jar". Das Datum ist ein Irrtum, da die französische Vorlage (siehe unten) erst im Herbst (wohl Oktober 1473) entstand. Ein Alexander Helmschmied war 1548 Ratsdiener in Augsburg, siehe Chroniken der deutschen Städte, Bd. 32, 1917, S. 76 ULB Düsseldorf. Zur Familie Helmschmied in Augsburg siehe NDB 8 (1969), S. 505f. MDZ. Es kann also wohl keine Rede davon sein, dass Helmschmids Übersetzung von Maximilian I. 1473 in Auftrag gegeben wurde, so aber z.B. Hermann Wiesflecker, Österreich im Zeitalter Maximilians I., Wien 1999, S. 268.

Überlieferung: Wien, Österreichische Nationalbibliothek, Cod. 10900, Bl. 140r-156r, 16. Jahrhundert Handschriftenkatalog

Eine französische Fassung der in der Abtei St. Maximin bei Trier 1473 ohne Datierung verfassten, üblicherweise in den Oktober 1473 gesetzten Ordonnanz nach einer für den jungen Maximilian hergestellten Abschrift in Wien (Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Hs. Böhm Suppl. 1332, Sign. weiß 1096, siehe Karl der Kühne, 2008, S. 221 Nr. 48 mit Abbildung; Hermann Wiesflecker, Kaiser Maximilian I., Bd. 1, München 1971, S. 98 mit S. 442 Anm. 14) druckte Chmel, Actenstücke, S. 62-82. Weitere Überlieferung früher bei Max Jähns, Geschichte der Kriegswissenschaften vornehmlich in Deutschland, Bd. 1, München/Leipzig 1889, S. 316 Google-USA*, nunmehr umfassend bei Werner Paravicini, Ordre et règle. Charles le Téméraire en ses ordonnances de l'hôtel, in: Comptes-rendus des séances de l'Académie des Inscriptions et Belles-Lettres 143 (1999), S. 311-359, hier S. 331 Persée (Neudruck in: Werner Paravacini, Menschen am Hof der Herzöge von Burgund, Stuttgart 2002, S. 688f.). Zur Berner Handschrift (Burgerbibliothek, Cod. A 219) siehe die Kataloge: Karl der Kühne, 2008, S. 222 Nr. 49; Burgunderbeute, 1969, S. 231f. Nr. 142, abgedruckt im Schweizerischen Geschichtsforscher 2 (1817), S. 425-468 Google. Zum Prachtexemplar für Karl den Kühnen, London, British Library, Add. Ms. 36619 siehe Karl der Kühne, 2008, S. 220f. Nr. 47 mit Abbildung.

Literatur: Rainer Rudolf, ²VL 3 (1981), Sp. 979 (mit irrtümlicher Bezugnahme auf die erst 1477 erfolgte Heirat Maximilians), im wesentlichen identisch mit dem Artikel von Gerhard Eis, Nachträge zum Verfasserlexikon, in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur 83, Tübingen 1961/62, hier S. 187; Peter Renner, Das Kriegsbuch Herzog Philipps von Cleve. Untersuchungen mit besonderer Berücksichtigung und kritischer Ausgabe des Buchs von Krieg zu Wasser nach den Handschriften. Diss. masch. Heidelberg 1960, S. 67

[Bearbeiten] Hans Judenfint

Nach dem Vorschlag von Klaus Graf 1991, dem sich Frieder Schanze anschloss, ist statt Judensint Judenfint (Judenfeind) zu lesen, vgl. ²VL 11 (2004), Sp. 816. Judenfint, der sich von Spier (aus Speyer) nennt, schrieb unmittelbar nach der Hinrichtung des burgundischen Landvogts Peter von Hagenbach am 9. Mai 1474 einen Spruch (203 Reimpaarverse) über Hagenbach mit fürstenfeindlicher Tendenz.

Überlieferung: Karlsruhe, Generallandesarchiv, Hs. 65/624, S. 706-708, Handschrift der "Speyrer Chronik", vgl. Klaus Graf, in: ²VL 9, Sp. 90 Handschriftencensus

Ausgaben: Franz Josef Mone, Quellensammlung der badischen Landesgeschichte; Bd. 3, 1863, S. 151-153 ALO, auch Freiburg; Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, 1866, S. 33-37 Nr. 132 (nach Mone) Commons

Literatur: Kurt Hannemann, in: ²VL 4 (1983), Sp. 896f.; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 312 Nr. 4; Hartmut Harthausen, in: NDB 10, S. 638f. MDZ; Karl Bartsch in der ADB, 1881

[Bearbeiten] Hystoria bellorum atque litigiorum ducis Burgundie et colligatorum Almanie superioris

Die kurze zeitgenössische lateinische Darstellung, die nach Michael Klein, Die Handschriften der Sammlung J 1 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Stuttgart 1980, S. 238 nicht nachweisbar sei, dürfte eine Abschrift oder ein Auszug bzw. eine Bearbeitung aus dem 1477 gedruckten Werk des Nikolaus (siehe unten) sein, der (Ausgabe Ohly S. 57 Commons) seine Arbeit als Historiam guerrarum et litium colligatorum Alamanie superioris bezeichnet (vgl. Sieber-Lehmann, Nationalismus 1995, S. 200).

Überlieferung: Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, J 1 Hs. 206, Bl. 109r-122r. Sammelhandschrift (1472-1500) aus der Zisterzienserabtei Bebenhausen, siehe Handschriftencensus; Klein, S. 236-239.

[Bearbeiten] Johannes Knebel

Der Basler Kaplan und Notar Johannes Knebel (um 1414/16-1481) schrieb sein überwiegendes lateinisches Diarium 1473-1479.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A [lambda] II 3a und 4a, Autograph

Ausgabe: Basler Chroniken 2 und 3: Bd. 2 [Hans Knebels, des Kaplans am Münster zu Basel, Tagebuch. Sept. 1473 - Juni 1476], hrsg. von Wilhelm Vischer und Heinrich Boos, 1880 Google-USA*; Bd. 3 [Hans Knebels des Kaplans am Münster zu Basel Tagebuch. Juni 1476 - Juli 1479], hrsg. durch Wilhelm Vischer, 1887, Google-USA*

Übersetzung: Chronik des Kaplans Johannes Knebel aus den Zeiten des Burgunderkriegs. Erste Abt. 1473-1475. Zweite Abt. 1476-1479, hrsg. von Karl Buxtorf-Falkeisen, Basel 1851-1855 Google (beide Teile im Digitalisat)

Literatur: Guy P. Marchal, in: ²VL 4 (1983), Sp. 1272-1274; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 30-33; Regula Schmid Keeling, in: Historisches Lexikon der Schweiz online

[Bearbeiten] Koblenzer Bericht über den Neusser Feldzug

Der ausführliche Bericht mit historiographischem Anspruch ist in einem Amtsbuch der Stadt Koblenz überliefert, nämlich im Ratsbuch I mit Protokollen, Rats- und Zunftordnungen bzw. anderen Aufzeichnungen von (1300-) 1463-1478 (-1619). Signatur: Stadtarchiv Koblenz, Bestand 623 Nr. 1536. "Die bei Ulrich gedruckten Passagen umfassen S. 153, Zeile 21, 3. Wort, bis einschließlich S. 162, Zeile 23, 7. Wort" (Mitteilung des Stadtarchivs Koblenz).

Ausgabe: Ulrich, Acten, S. 138-150 Nr. 193 (gekürzt) Google-USA* Commons

Literatur: Huiskes, Zeitzeugenberichte, 1994, S. 57, 74 (mit Nennung der aktuellen Signatur)

[Bearbeiten] Brief des Arnoul de Lalaing an Paul de Baenst in der Übersetzung des Rudolf Agricola

Der französische (undatierte) Brief des Propstes der Marienkirche zu Brügge, Arnoul/Arnold de Lalaing, an den Brügger Paul de Baenst, Rektor der Universität Pavia, über die Trierer Zusammenkunft liegt nur in der lateinischen erweiternden Übersetzung des Humanisten Rudolf Agricola vor, die er an Antoni Scrovegni sandte: De congressu Friderici III imperatoris et Caroli ducis Burgundionum. Nach Rudolph Agricola, Letters, hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman, Assen/Tempe 2002, S. 74 möglicherweise 1474 zu datieren.

Die französische Vorlage der Übersetzung ist verschollen. Anscheinend überlieferte sie der im Archiv der Gesellschaft 11 (1858), S. 714 Google verzeichnete Cod. Fol. 361 (16. Jh., Französisch) der Hochbergschen Majoratsbibliothek in Fürstenstein. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ausgerechnet diese Handschrift sich unter den in Breslau vorhandenen geringen Resten der untergegangenen Bibliothek befindet (vgl. Handschriftenarchiv).

Inkunabeldruck: Plato: Axiochus, ins Lateinische übersetzt von Rudolphus Agricola. Daran: Arnoldus de Lalaing: Epistola ad Paulum Baenst de congressu imperatoris Friderici et Caroli Burgundionum ducis (Übersetzer: Agricola); Rudolphus Agricola: Epistolae et carmina, [Löwen: Johannes de Westfalia, 1483] ISTC ip00772300; vgl. Lisa Jardine, Inventing Rudolph Agricola [...], in: The Transmission of Culture in Early Modern Europe, hrsg. von Anthony Grafton/Ann Blair, Philadelphia 1990, S. 39-86, hier 70f. Laut Rudolph Agricola, Letters, hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman, Assen/Tempe 2002, S. 76: "offers an excellent text".

Handschriften: Stuttgart, Württembergische Landesbibliothek, Cod. poet. et phil. 4° 36, Bl. 238v-241r, wohl Worms 1490/1500 Handschriftenkatalog. Vgl. Paravici, Die zwölf "Magnificences", 2001, S. 395; Rudolph Agricola, Letters, hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman, Assen/Tempe 2002, S. 37.

Besançon, Bibliothèque Municipale, Ms. 1128, Bl. 11 (16. Jh., sicher späte Druckabschrift), vgl. Catalogue général des manuscrits des bibliothèques publiques de France, Bd. 32, Paris 1897, S. 771 Internet Archive

Jüngere Drucke und Ausgaben: Rudolf Agricola, [Nonnulla opuscula], Antwerpen 1511; Basel 1518 (VD16 A 1123) Digitalisat München Digitalisat JALB Emden

Rudolf Agricola, Lucubrationes aliquot lectu dignissimae, Köln 1539, S. 221-227 (VD 16 A 1080) Digitalisat München

Marquard Freher, Rerum Germanicarum Scriptores aliquot insignes [...], 3. Aufl., hrsg. von Burkhard Gotthelf Struve, Bd. 2, Straßburg 1717, S. 302-305 Digitalisat Universitätsbibliothek Mannheim

Memoires de Messire Philippe de Comines, Seigneur d'Argenton [...], revûe [...] par Messieurs Godefroy, Bd. 3, Paris 1747, S. 258-262 Nr. 205 (nach Freher) Google; siehe auch die Ausgabe Brüssel 1723, Bd. 4, S. 407 Google

Nur das Begleitschreiben an Scrovegni: Rudolph Agricola, Letters, hrsg. von Adrie van der Laan/Fokke Akkerman, Assen/Tempe 2002, S. 76 Nr. 5 (kritische Edition) Google

Literatur: Franz Josef Worstbrock, in: ²VL 1 (1978), Sp. 84-93, hier Sp. 90; Paravici, Die zwölf "Magnificences", 2001, S. 353 Anm. 224, 395; Rodolphus Agricola Phrisius (1444-1485) [...], hrsg. von Fokke Akkerman/Arie Johan Vanderjagt, Leiden/New York 1988, S. 317

[Bearbeiten] Rudolf von Langen

Der Münstersche Domkanoniker und Humanist Rudolf von Langen (um 1438-1519) begleitete seinen Bischof ins Lager vor Neuss. Seinen 1486 gedruckten Gedichtband Carmina eröffnet ein längeres lateinisches Gedicht (41 sapphische Strophen) über die Belagerung von Neuss. Im gleichen Band gelten zwei Vierzeiler der Umbenennung der Neusser Stadttore.

Inkunabeldruck: Langius, Rudolphus, Carmina. Münster in Westfalen: Johann Limburg, 29 Juli 1486. Hain 9894, ISTC il00058500, Josef Bernhard Nordhoff, Denkwürdigkeiten aus dem münsterischen Humanismus, Münster 1874, S. 18-22 Google-USA*

Ausgabe: Adalbert Parmet, Rudolf von Langen. Leben und gesammelte Gedichte des ersten Münster'schen Humanisten. Ein Beitrag zur Geschichte des Humanismus in Deutschland, Münster 1869, S. 175-179 Carmen I, S. 199f. Carmina XXXIIf. Google-USA*. Zu den Texten vgl. ebd., S. 54, 113f.

Literatur: Franz Josef Worstbrock, in: ²VL 5 (1985), Sp. 590-598, hier Sp. 593f.

[Bearbeiten] Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen

Mehrere kürzere lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen sind überliefert.

1. Drei Gedichte in Knebels Chronik

Gedicht c wird in der subscriptio einem Johannes Gesseler zugeschrieben. Da ein Johannes Gesseler aus Ravensburg 1474/75 in Basel immatrikuliert wurde, handelt es sich um den späteren Weissenauer Abt Johann Gösseler (vgl. Dietz-Rüdiger Moser, in: ²VL 3, 1981, Sp. 102-105). Gedicht b erhielt Knebel von einem ungenannten Landgeistlichen.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, A.[lambda].I.10, S. 617-621, einzelner Quartbogen von der Hand Johannes Knebels. Vorlage für die Wiedergabe im Diarium, Basel, Universitätsbibliothek, A.[lambda].II.3a, Bl. 90r-v (b), 95r-96v (a, c)

Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 3, S. 120f. (b), 129-132 (a), 133f. (c), Textverbesserungen S. 480f.

Gedicht a stammt nach Knebel von einem blinden Straßburger und ist auch in einer aus Erfurt stammenden Handschrift überliefert.

Überlieferung: Weimar, Herzog Anna Amalia Bibliothek, Cod. Q 108, Bl. 320v-321r Beschreibung von Matthias Eifler. Überwiegend 1470/74 wohl von dem Erfurter Vikar Nikolaus Sifridi angelegte rhetorisch-philologische lateinische Sammelhandschrift (siehe unten Sammelhandschriften).

Ausgabe: Wilhelm Wattenbach, Weiteres aus der Weimarer Handschrift, in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 28 (1881), Sp. 161-166, 233-235, hier Sp. 162-164 Internet Archive.

2. Gedicht auf einem Einzelblatt im Staatsarchiv Basel

Überlieferung: Staatsarchiv Basel, Politisches G 1, 1, Nr. 236 (Schanze gibt an, der Text sei um 5 Verse gegenüber dem Abdruck kürzer, deren Quelle nicht aufzufinden sei)

Ausgabe: Basler Chroniken, Bd. 3, S. 481f.

3. Vier Epitaphien auf Karl den Kühnen

Überlieferung: Weimar Q 108, Bl. 321r-v.

Ausgabe: Wattenbach, 1881, Sp. 164-166

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1012 (ohne Kenntnis der Weimarer Überlieferung und von Wattenbachs Ausgabe)

[Bearbeiten] Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus

Trier 1473 Schilling.jpg

Der in deutschen, lateinischen und niederländischen Versionen und fast nur in historiographischen Werken überlieferte Bericht schildert die Prachtentfaltung bei einem von Karl dem Kühnen am 7. Oktober 1473 anläßlich des Treffens mit Kaiser Friedrich III. in Trier veranstalteten Festmahl.

Überlieferung: Zusammenstellung in den Basler Chroniken Bd. 3, S. 333 Internet Archive (ohne die Pariser Handschrift und Bollstatter). Soweit nicht anders angegeben ist die Sprache (ober-)deutsch.

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. E. I. 1, Bl. 186-188, Nachtrag zu Twinger von Königshofen Handschriftencensus

Basel, Universitätsbibliothek, Cod. D IV 10, Bl. Tb-x. Nikolaus Gerungs genannt Blauenstein Sammelhandschrift, beendet 1475 (siehe unten) Handschriftencensus. Teilabdruck: Chronik des Kaplans Johannes Knebel aus den Zeiten des Burgunderkriegs. Erste Abt., hrsg. von Karl Buxtorf-Falkeisen, Basel 1851, S. 192-195 Google

Niederdeutsche Fassung. Ein Textvergleich mit dem Abdruck (Version B) ergibt, dass die verschollene Handschrift 4 Pfarrer Karl Allmenröders in Oberbiel bei Wetzlar Handschriftencensus, zu der es nur noch eine Beschreibung im Handschriftenarchiv gibt, die Vorlage Wigands war (ein Teil der Sammlung Allmenröder stammt nachweislich von Wigand). Ausgabe: Paul Wigand, Kaiser Friedrich der III. und Karl der Kühne, Herzog von Burgund, zu Trier, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 1 H. 2, Hamm 1826, S. 126-128 Commons

Gesta Trevirorum (lat.). Gesta Trevirorum integra [...], hrsg. von Johann Hugo Wyttenbach/Michael Franz Joseph Müller, Bd. 2, Trier 1838, S. 347-351 c. 281 Seiten auf Commons Digitalisat Dilibri

Magnum Chronicon Belgicum (lat.) - zur Quelle siehe unten. Druck von Pistorius, Scriptores, Bd. 3, S. 436f. Magnum Chronicon Belgicum, in: Rerum Germanicarum Veteres [...] Scriptores, hrsg. von Johannes Pistorius/Burkhard Gotthelf Struve, Editione tertia Regensburg 1726,, S. 1-456 Google. - Ein Auszug daraus dürfte Paris, Institut de France, Ms Godefroy 476, Bl. 278 Datenbank Calames (Refectio pomposa imperatoris Friderici cum duce Burgundiæ) sein, denn das Chronicon hat diese Zwischenüberschrift.

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I. 3. Diebold Schillings 'Amtliche Chronik'. Tobler, Berner-Chronik, Bd. 1, S. 112-115 online

Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, Bl. 131r-132v Handschriftencensus, weiteres siehe unten Sammelhandschriften. Abdrucke: Johann Rudolf Sinner, Catalogus codicum mss. bibliothecae Bernensis, Bd. 2, Bern 1770, S. 88-94 Google; Theodor von Liebenau, Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 11-24, hier S. 19f. Google-USA*

[Cornelius Aurelius], Die cronycke van Hollandt, Zeelandt ende Vrieslant [...], Leiden 1517, bekannt als Divisiekroniek: Van enen uutnemenden costliken maeltijt die den hertoge bereyt hadde der K.M. ende hoe si van een sceyden. Dat LIII. capitel (Divisie 30). Transkription von Karin Tilmans, De Divisiekroniek van 1517, Amsterdam 2003, S. 234-237 PDF. Die Basler Chroniken benutzten für den Abdruck dieser niederländischen Version E S. 361-364 die Ausgabe: Chronycke van Hollant, Zeelant [...], Dordrecht 1595, S. 377f. (Teil 30 cap. 52).

Paris, Bibl. Nationale, Ms. allem. 83. Twinger von Königshofen mit Fortsetzung Handschriftencensus. Ausgabe: Christian Pfister, Les manuscrits allemands de la Bibliothéque Nationale relatifs à l'histoire d'Alsace, Paris 1893, S. 197-199 Google-USA*=Commons

Zu Konrad Bollstatters Augsburger Chronik (München, Staatsbibliothek, Cgm 213, Bl. 261v-273r) siehe unten.

Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 3, S. 332-364, Text S. 340-364 (Paralleldruck der Fassungen)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1007; Petra Ehm, Burgund und das Reich. Spätmittelalterliche Außenpolitik am Beispiel der Regierung Karls des Kühnen (1465-1477), München 2002; Paravicini, Die zwölf "Magnificences", 2001, S. 348-358; Karl Rausch, Die burgundische Heirat Maximilians I., Wien 1880, S. 207-218: Zusammenstellung und Kritik der Actenstücke über die Zusammenkunft in Trier Google-USA* Internet Archive

[Bearbeiten] Lied von Grandson

Das Lied wurde von einem Schweizer Teilnehmer der Schlacht gedichtet.

Überlieferung: Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 77-81 (Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 317: S. 80), Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Einzeldruck: o.O. u. J. (1536) nach Emil Weller, Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...], Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 31f. Nr. 141: 4 Bl. 8 Google; Haller, Bibliothek, Bd. 5, S. 87 Nr. 263: 7 S. (ohne Jahresangabe). Existenz des Drucks wird von Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 ohne hinreichenden Grund bezweifelt.

Ausgaben: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 82f. Nr. 140 Commons; Ernst Münch, Aletheia, Zürich 1822, S. 149-152 Google (nicht, wie Liliencron angibt, nach dem Einzeldruck, sondern nach einer Aarauer Abschrift aus Steiners Liederchronik)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied c); Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 17.

[Bearbeiten] Lurlebat

Ein sich Lurlebat nennender Autor dichtete wohl Ende 1476 ein Lied in Jörg Schillers Hofton (12 Strophen zu je 19 Versen) über die Schlacht von Murten am 22. Juli 1476.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 5, S. 692-698, Autograph von Diebold Schillings d. Ä. 'Großer Burgunderchronik'. Abschrift in Werner Steiners Sammelband zur Schweizer Geschichte ca. 1532/34 ebenda, Ms. A 54/55

Ausgaben: Gustav Tobler, Ein unbekanntes Lied von der Schlacht bei Murten, in: Schweizerische Rundschau 3 (1893), S. 312-320; Die Berner Chronik des Diebold Schilling 1468-1484, Bd. 2, 1901, S. 68-74 online; Thomas Cramer, Die kleineren Liederdichter des 14. und 15. Jahrhunderts, Bd. 2, 1979, S. 268-274 Seiten auf Commons

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 5 (1985), Sp. 1083f.; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 22

[Bearbeiten] Gerhard Megkynch

Der Basler Stadtschreiber Gerhard Megkynch/Mecking (gestorben 1474) schrieb kurz vor dem 24. Januar 1474 einen Bericht über Herzog Karls von Burgund Besuch im Elsass im Dezember 1473.

Überlieferung: Peter Ochs, Geschichte der Stadt und Landschaft Basel, Bd. 4, Basel 1819, S. 230-235, 238-240 Google nach verschollener Vorlage.

Ausgabe: Basler Chroniken 7 (1915), S. 88-92 ULB Düsseldorf

[Bearbeiten] Meinrad

Überlieferung: St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 645, S. 586-589, 593f. online, Sammelband Aegidius Tschudis Handschriftencensus. Ausgabe: Stettler, S. 148-160

Literatur: Bernhard Stettler, Die Chronik Meinrads. Eine St. Galler Quelle aus der Zeit der Burgunderkriege, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung 119 (2001), S. 139-160; Handschriftenkatalog Gießen

[Bearbeiten] Peter von Molsheim

Himmelsbach schriftproben 2.jpg

Der Kaplan und Schaffner der Johanniterkommende Freiburg im Üechtland Peter von Molsheim (gestorben um 1490) verfasste im Auftrag des Rats der Stadt Freiburg im Üechtland um 1478 auf Deutsch eine Chronik der Burgunderkriege, eine Bearbeitung von Diebold Schillings Kurzchronik der Burgunderkriege (1477).

Überlieferung: 12 Handschriften laut Büchi (von den 14 sind N und ihre Abschrift D abzuziehen, die keine Textzeugen der Molsheim-Bearbeitung sind, siehe unten Diebold Schilling d. Ä.), eine Auswahl im Handschriftencensus, Autograph Molsheims: Freiburg (Schweiz), Kantons- und Universitätsbibliothek, Ms. Société économique D 410 Handschriftencensus

Ausgabe: Albert Büchi, Peter von Molsheims Freiburger Chronik der Burgunderkriege, Bern 1914, S. 1-229 Commons (gekürzt, als dritter Band der Tobler'schen Schilling-Ausgabe angelegt)

Literatur: Harald Parigger, in: ²VL 7 (1989), Sp. 437f.; Gerrit Himmelsbach, Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 40f.; Burgunderbeute, 1969, S. 61f. Nr. 14; Silvia Zehnder-Jörg, Die grosse Freiburger Chronik des Franz Rudella. Edition nach dem Exemplar des Staatsarchivs Freiburg. Diss. Freiburg (CH) 2005, S. 49 mit Anm. 85 PDF; Marianne Rolle/GL, in: Historisches Lexikon der Schweiz online

[Bearbeiten] Rudolf Montigel

Das lied von der Schlacht vor Granssen 1476.djvu

Der Luzerner Bürger Rudolf Montigel, Teilnehmer an der Schlacht von Grandson 1476, dichtete zwei politische Lieder.

1. Lied von der Ewigen Richtung

Es behandelt in 23 Achtzeilerstrophen den Vertrag zwischen Erzherzog Sigmund von Tirol und den Eidgenossen 1474.

Überlieferung: Zürich, ZB, Cod. A 161, Bl. 42v-45r (zur Handschrift siehe unten)

Ausgaben: Liliencron, Volkslieder Bd. 2, S. 21-27 Nr. 129 Commons; Tobler Bd. 2, S. 15-23; Thomas Cramer, Die kleineren Liederdichter des 14. und 15. Jahrhunderts, Bd. 2, 1979, S. 306-311

2. Lied über die Schlacht von Grandson

Die 21 Sechszeilerstrophen werden Montigel zugeschrieben, da Montigel als Autor eines Grandson-Liedes bezeugt ist und sich in der Schlußstrophe einer von Luzern als Verfasser nennt.

Zur Bezeugung des Grandson-Liedes: Theodor von Liebenau, Nachweise über historische Volkslieder, in: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 11 Bd. 3 (1880), S. 272-275, hier S. 272f. seals.ch

Überlieferung: Zürich, ZB, Ms. A 5, S. 565-573 (siehe Diebold Schilling d.Ä.). Darauf gehen zurück die weiteren Textzeugen:

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I. 3, S. 672-678 (siehe Diebold Schilling d.Ä.)

Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, Bl. 187v-189v, Werner Schodolers Schweizerchronik, Bd. III

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 81-89 (Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 317: S. 80), Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Bl. 47v, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Ebenso in jüngeren Abschriften der Chroniken von Schilling.

Mehrere Einzeldrucke des 16. und 17. Jahrhunderts, siehe Liliencron S. 78 und Emil Weller, Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...], Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 31 Nr. 140 Google (Bern: Benedikt Ulman um 1590, gemeinsam mit Veit Weber Nr. 5)

Druck Zürich 1546. VD 16 L 1708

Druck Bern 1558. VD 16 L 1709

Druck Zürich [1601] im VD17 unter der Nummer 1:687565F (Volldigitalisat), desgleichen Commons

Druckabschriften: Luzern, ZB, Ms. 499.4, S. 165-174 ('Mülinen-Schiffmannsche Liederhandschrift')

Zürich, Staatsarchiv, Cod. B VIII 268, Bl. 66r-66v, Aegidius Tschudis Collectaneen.

Ausgaben: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 74-79 Nr. 138 Commons; Tobler, Berner Chronik, Bd. 1, 1897, S. 391-396 online; Die Eidgenössische Chronik des Werner Schodoler um 1510-1535. Kommentar zur Faksimile-Ausgabe der dreibändigen Handschrift, hrsg. von W. Benz, 1983, S. 232f.

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 6 (1987), Sp. 682-683; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 311 Nr. 1, S. 314 Nr. 15

[Bearbeiten] Friedrich Moorman

Das 1477 entstandene lateinische Gedicht Carmen de morte ducis Burgundiae editum de Fridericum Morman ad magistrum Rodolphum Langium des 1482 gestorbenen niederländischen Humanisten und in Münster als Lehrer wirkenden Fraterherrn Friedrich Moorman (vgl. Franz Josef Worstbrock, in: ²VL 6, 1987, Sp. 700-702) fordert nach dem Tod Karls des Kühnen die Provinz Geldern auf, ihren gefangenen Landesherrn Herzog Adolf zu befreien. (Zum Adressaten siehe oben Rudolf von Langen.)

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Clm 528, Bl. 203v-204r. Sammelhandschrift von Hartmann Schedel (1497), Handschriftenkatalog Google-USA*

Ausgabe: Pieter Schoonbeeg/Catharina Geertruida Santing, Friderici Mauri carmina. An edition with commentary, in: Wessel Gansfort (1419-1489) and Northern Humanism, hrsg. von Fokke Akkerman u.a., Leiden/New York 1993, S. 325-386, Text S. 344f. Nr. XV Google, Kommentar S. 378-380

[Bearbeiten] Neumondkalender gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund

Das um die Jahreswende 1474/75 entstandene Reimpaargedicht (194 Verse) gehört zur Gattung der in Straßburg und am Oberrhein beliebten gereimten Neumondkalender.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. A.[lambda].II.3a, S. 387-395 (Diarium des Johannes Knebel, siehe oben)

Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, Bl. 139v-141v (ohne Kalenderverse, Schluss abweichend), geschrieben um 1480 von Clemens Speker von Sulgen, Franziskaner und Sakristan im Kloster Königsfeld Handschriftencensus, weiteres siehe unten Sammelhandschriften

Cambridge/Mass., Harvard University, Houghton Library, MS Ger 74, Bl. 12v-15r, 3. Viertel 15. Jahrhundert Handschriftencensus, Freidank-Repertorium

Ausgaben: Basler Chroniken 2 (1880), S. 176-181 (nach der Basler Hs.); Eckehard Simon, An Unpublished Poem on Charles the Bold and the Burgundian Wars Dated 1475, in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Tübingen) 97 (1975), S. 68-87, hier S. 70-75 (nach der Harvard-Hs.) mit Korrekturen ebd. 1976 (siehe unten); Derselbe, The "Türkenkalender" (1454) Attributed to Gutenberg and the Strasbourg Lunation Tracts, Cambridge/Mass. 1988, S. 88-101 (Paralleldruck von Basel und Harvard); Claudius Sieber-Lehmann, Eine neue Version eines Mondtraktates /Kalendergedichtes auf das Jahr 1475, in: Daphnis 22 (1993), S. 701-710, Text S. 706-710 (nach der Berner Hs.)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1008f.; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 312 Nr. 5; Eckehard Simon, Türkenkalender, in: ²VL 9 (1995), Sp. 1159-1164, hier Sp. 1161; Frieder Schanze, Hans Erhart Tüsch, ebd., Sp. 1174-1179, hier Sp. 1176; Eckehard Simon, The Thirteen New Moons of 1475: A Corrective Note on the Poem Against Charles the Bold, in: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Tübingen) 98 (1976), S. 424-429; Herbert Kolb, Zeitgeschichte in der Literatur. Zu einem neu veröffentlichten Schmähgedicht gegen Karl den Kühnen, in: Daphnis 6 (1977), S. 1-26; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 29

[Bearbeiten] Nikolaus

Die lateinische Schrift De proeliis et occasu ducis Burgundiae historia eines Nikolaus propagiert die Alleinschuld Karls des Kühnen am Krieg (nach Ohly aus Straßburger Sicht).

Inkunabeldruck: De proeliis et occasu ducis Burgundiae historia. [Straßburg: Drucker des Henricus Ariminensis, d.i. Georg Reyser (?), nach 19. August 1477] Hain-Copinger 11757, BSB-Ink F-273, ISTC in00047500 Digitalisat: MDZ München

BSB-Ink nennt den Autor Nicolaus Friesen (den Weihbischof von Basel, gestorben 1498) und verweist auf Emil Dürr: Die Nicolai de preliis et occasu ducis Burgundie historia und deren Verfasser, in: Basler Zeitschrift für Geschichte u. Altertumskunde 11 (1912), S. 395-419; Adalbero Kunzelmann: Geschichte der dt. Augustiner-Eremiten. T. 2. Würzburg 1970, S. 30 Anm. 86. Himmelsbach S. 246-249 schlägt dagegen - nach Ansicht von Rezensenten (z.B. Bertrand Schnerb) überzeugend - den aus Bern stammenden Zisterzienser Nicolaus Salicetus (Widempösch, Weidenbusch) vor. Zu diesem vgl. Volker Honemann, in: ²VL 8 (1992), Sp. 511-515; Franz Posset, Renaissance Monks, Leiden/Boston 2005, S. 24. Da Himmelsbachs Indizien aber nur sehr vage und allgemein sind, kann diese Zuschreibung alles andere als gesichert gelten.

Faksimile: Nicolai De prelijs et occasu ducis burgundie histhoria, hrsg. von Rudolf Luginbühl, Basel 1911

Ausgabe: Kurt Ohly, Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, Text S. 56-72, nur die gemeinfreie Edition auf Commons

Übersetzung: Ohly, Nicolaus, S. 72-89

Literatur: Gerrit Himmelsbach, Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 36f.; Burgunderbeute, 1969, S. 74 Nr. 26; Kurt Ohly, Georg Reysers Wirken in Straßburg und Würzburg, in: Gutenberg Jahrbuch 1956, S. 121-140, hier S. 130

[Bearbeiten] Konrad Pfettisheim

Pfettisheim neuss.jpg

Das Eingangsakostrichon der 1477 in Straßburg gedruckten kurzen Reimchronik (423 Verse) über die Burgunderkriege nennt als Verfasser Conradvs Pfedteshem. Wahrscheinlich handelt es sich um einen an St. Thomas in Straßburg wirkenden Priester dieses Namens, der 1516 starb (siehe auch Kurzbiographie, französisch).

Inkunabeldruck: [Strassburg: Heinrich Knoblochtzer], 1477, Hain 8345, ISTC ip00541500.

Illustrationen: Der Knoblochtzer-Druck von Tüsch (siehe unten) weist die gleichen Holzschnitte auf. Sondergut von Pfettisheim ist ein Holzschnitt, der eine Prozession am Straßburger Münster zeigt. Während Schanze Tüsch die Priorität gibt, sieht der Donaueschinger Versteigerungskatalog (Paul Needham) diese bei Pfettisheim. Joseph Lange, in: Neuss, Burgund und das Reich, Neuss 1975, S. 159 Anm. 410 meint, dass Tüsch zuerst gedruckt worden sei, da die Neusser Ansicht eindeutig den Text von Tüsch illustriere.

Faksimile: Picot/Stein Bd. 2, S. 65-85 Commons; Conradus Pfettisheim, Geschichte Peter Hagenbachs und der Burgunderkriege, Plochingen 1966 (nach der ehemals Donaueschinger Inkunabel)

Druckabschriften: Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, Bl. 133r-139r Handschriftencensus, weiteres siehe unten, Sammelhandschriften. Teilausgabe: Mone, Quellensammlung Bd. 3, S. 153f. ALO (identifiziert mit der Inkunabel ebd., S. 680f.).

Privatbesitz Antiquariat Heribert Tenschert, Ludwig Sterners Chronik, Bl. 139r-149v, 1501 Handschriftencensus Antiquariat Tenschert, ²VL 11 (2004), Sp. 1234

Wien, Cod. 2981, Bl. 7v-13v, geschrieben von Simprecht Kröll, Augsburg um 1534 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Schlettstadt, Stadtbibliothek. Aus der Sammlung von Dorland (19. Jh.?), erwähnt bei Die burgundisch Hystorie, eine Reim-Chronik von Hans Erhart Tusch 1477, hrsg. von Edmund Wendling/August Stöber, in: Alsatia 1875/76, S. 341-451, hier S. 352 Google-USA*

Breisach, Stadtarchiv, Slg. Hagenbach. Abschrift (um 1830) eines Herrn Stahl in Paris wohl für Adam Walther Strobel in Straßburg, 2009 bei Zisska angekauft Näheres

Ausgabe: Gustav Tobler, Conrad Pfettisheims Gedicht über die Burgunderkriege, Bern 1917, Text S. 12-30 Commons - E-Text in Wikisource

Teilabdrucke: Charles Nerlinger, Deux pamphlets contre Pierre de Hagenbach, in: Mélanges Julien Havet, Paris 1895, S. 549-560, hier S. 554-560 (nur Verse 1-110) Google-USA*; Ochsenbein, Murten, S. 437f. (nur Verse 263-310) Internet Archive

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 7 (1989), Sp. 564-567; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 316 Nr. 29; Incunabula from the Court Library of Donaueschingen. Sotheby's 1994, S. 207 Nr. 258; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 36; Burgunderbeute, 1969, S. 72 Nr. 24; Kurt Ohly, Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, hier S. 332f.

[Bearbeiten] Rechtfertigung Herzog Karls des Kühnen gegen Erzbischof Adolf von Mainz wegen des Kölnischen Krieges (1. November 1474)

Das lateinische Schreiben Karls an den Mainzer Erzbischof Adolf II. von Nassau wurde offenbar in humanistischen und gelehrten Kreisen als Stilmuster geschätzt und fand daher auch Eingang in entsprechende Sammelhandschriften. Die folgende Zusammenstellung klammert die in Paravicinis Inventar aufgeführte archivalische Überlieferung im Geschäftsschriftgut aus. Übernommen wurden dort gegebene Nachweise aus Bibliothekshandschriften (diese konnten erheblich ergänzt werden).

Überlieferung: Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18, Bl. 92v-93v Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert (siehe unten Sammelhandschriften).

Freiburg, Universitätsbibliothek, Hs. 5, Bl. 11r-v Handschriftenkatalog. Späterer Nachtrag zu einer von Konrad Odernheim um 1455 wohl in Padua geschriebenen Ovid-Handschrift.

Halle, Universitäts- und Landesbibliothek, Cod. Za 85 Bd. IV, hinterer Spiegel Handschriftenkatalog. Nach Ernst Förstemann, Die Gräflich Stolbergische Bibliothek zu Wernigerode, Nordhausen 1866, S. 100 Google handelt es sich um eine von Hermann Haghen von Hildesheim für St. Georg in Erfurt 1450/51 (so die Datierung der ersten beiden Bände nach Handschriftenkatalog) geschriebene Pergamenthandschrift des Vincenz von Beauvais: Speculum historiale. Die Bibliothek bestätigte die Existenz des Briefs.

München, Staatsbibliothek, Clm 487, Bl. 198 Handschriftenkatalog. Lateinische Sammelhandschrift des Hartmann Schedel, wohl nach 1474.

Soest, Stadtbibliothek, Cod. 17, Bl. 162v Handschriftenkatalog. Eintrag von 1477 oder später. Siehe unten: Sammelhandschriften.

Weimar, Herzog Anna Amalia Bibliothek, Cod. Q 108, Bl. 362r-364r Beschreibung von Matthias Eifler. Überwiegend 1470/74 wohl von dem Erfurter Vikar Nikolaus Sifridi angelegte rhetorisch-philologische lateinische Sammelhandschrift. Siehe unten: Sammelhandschriften.

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 42.3 Aug. 2°, Bl. 313v-314v (gefolgt vom Schreiben Friedrichs III. an Karl vom 3. Dezember 1474) Handschriftencensus Handschriftenkatalog. Lateinischer Sammelband wohl aus Braunschweig aus dem Besitz eines Gerhard Wunstorp (zu weiteren Handschriften gleicher Herkunft siehe Heinemann), entstanden vermutlich nach 1474.

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 302.1 Extravagantes, Bl. 10r-13v Handschriftenkatalog. Sammelband, dieser Teil 16. Jh.

Zürich, Zentralbibliothek, Cod. Car C 100, Bl. 97r-98v. Beschreibung: Cunibert Mohlberg, Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich I.: Mittelalterliche Handschriften, Zürich 1932-1952, S. 110-112. Sammelband aus dem Besitz des Peter Numagen (gest. 1515). Text steht im Kontext humanistischer Briefmuster.

Zeitgenössischer Druck: Johannes Lichtenberger: Coniunctio Saturni et Martis, 1474/74. Siehe unten.

Ausgaben: Aeneae Silvii, Episcopi Senensis Postea Pii Papae II. Historia Rerum Friderici Tertii Imperatoris, hrsg. von Johann Heinrich Boecler, Straßburg 1685, Diplomata S. 57-58 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Chmel, Actenstücke, Bd. 1, 1854, S. 120-122 Google nach Abschrift im Haus-, Hof- und Staatsarchiv

Johann Joachim Müller: Des Heil. Römischen Reichs, teutscher Nation, Reichs-Tags-Theatrum, wie selbiges, unter Keyser Friedrichs V. allerhoechsten Regierung [...] gestanden, Bd. 2, Jena 1713, S. 663f.

Johannes Knebel (siehe oben), hrsg. in: Basler Chroniken Bd. 2, S. 170-172

Literatur: Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 235f. (ergänzend zur archivalischen Überlieferung)

[Bearbeiten] Roßler der klain man

Mit der Autorsignatur Roßler der klain man ist ein Loblied auf Kaiser Friedrich III. versehen, dessen Hintergrund die Belagerung der Stadt Neuss durch Karl den Kühnen (1474/75) ist und das wohl kurz nach dem endgültigen Abzug des burgundischen Heeres (27. Juni 1475) entstanden sein dürfte. Das Lied ist insofern außergewöhnlich, als andere zeitgenössische Quellen heftige Kritik am Verhalten des Kaisers übten. Von dem Autor kennt man noch eine Reimrede über die Judenpredigt (im um 1500 entstandenen Cgm 5919 - Handschriftencensus - Rosner der clain man zugeschrieben; die hier gewählte Namensform folgt der etwas älteren Überlieferung). Notiert sei, dass 1475 ein Knecht von Albrecht Achilles von Brandenburg Roßner hieß und im Kontext der Neusser Belagerung erscheint (Politische Correspondenz Bd. 2, 1897, S. 149 Nr. 107).

Überlieferung: Wien, Haus- Hof- und Staatsarchiv, Hs. Blau 658, Bl. 85v-86r, sogenanntes Kopialbuch Kaiser Friedrichs III., Ende 15. Jh. Handschriftencensus

Ausgaben: Franz Fuchs/Karl-Friedrich Krieger, Aller tugent ist er ein faß - ein Lobgedicht auf Kaiser Friedrich III. (1440/52-1493), in: Verstehen durch Vernunft. Festschrift für Werner Hoffmann, hrsg. von Burkhardt Krause (Philologica Germanica 19) Wien 1997, S. 99-112, Text S. 110-112; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 328-330

Literatur: Frieder Schanze, ²VL Bd. 11, Sp. 1333 (Nachtrag zu: Rosner der clain man, ebd. Bd. 8, Sp. 239f.); Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 10

[Bearbeiten] Niklaus Rüsch

Erhalten sind von Niklaus Rüsch (gestorben 1506), seit 1474 Stadtschreiber in Basel, 1474/76 entstandene Teile einer geplanten Chronik der Burgunderkriege sowie briefliche Berichte über die Ereignisse, die an die Städte Köln, Lübeck und Erfurt gesandt wurden.

Überlieferung: Basel, Staatsarchiv, Politisches G 1.8, S. 3f., 9-15, 39-46, 51f. (siehe auch Findbuch, die von Schanze angegebene Signatur A. G. 6 ist veraltet)

Rezeption: Die Lübecker Ratschronik von 1438 bis 1482 (siehe unten, weitere Hinweise). Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 31 (Lübeck Bd. 5), hrsg. von Friedrich Bruns, 1914, S. 138-163 (§§ 2012-2014, 2020-2033) sind nach dem Bericht von Rüsch bearbeitet.

Ausgabe: Carl Christoph Bernoulli, Die Beschreibung der Burgunderkriege durch den Basler Stadtschreiber Niclaus Rüsch, Diss. Basel 1886, textidentisch mit: Basler Chroniken 3 (1887), S. 292-305, Briefe: S. 305-332 Google-USA*

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 8 (1992), Sp. 424f.; Sieber-Hehmann, Nationalismus, 1995, S. 27

[Bearbeiten] Diebold Schilling der Ältere

Schilling murten.jpg

Diebold Schilling der Ältere (um 1430/35-1486) war von 1460 bis 1476 Unterschreiber in der Kanzlei von Bern. Er ist der Autor mehrerer Geschichtswerke, die den Burgunderkriegen großen Raum einräumen. (Siehe auch ADB.)

Seine 'Kleine Burgunderchronik' (um 1477/78) ist in einer Handschrift (und deren Abschrift) überliefert und liegt der 'Freiburger Chronik der Burgunderkriege' des Peter von Molsheim (siehe oben) zugrunde (Ausgabe dieser Bearbeitung durch Büchi).

Überlieferung: Nürnberg, Stadtbibliothek, Solg. Ms. 63.2° (Handschrift N), 1477 (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog. Abschrift: Handschrift zur Zeit Büchis im Besitz des Grafen Max von Diesbach auf Uebewil (17. Jh., Handschrift D). Die weiteren Handschriften (siehe Tobler, Schilling, Bd. 2, S. 338-340 und Büchi, Molsheim) überliefern die Chronik des Peter von Molsheim zu Freiburg i. Ü. (siehe oben). Textkritischen Wert hat neben der Nürnberger das Molsheim-Autograph Freiburg (Schweiz), Kantons- und Universitätsbibliothek, Cod. D 410 Handschriftencensus. Himmelsbach hält auch die Nürnberger Handschrift für ein Molsheim-Autograph (S. 238-245).

Ausgabe: Albert Büchi, Peter von Molsheims Freiburger Chronik der Burgunderkriege, Bern 1914, S. 1-229 Commons sollte eine Ausgabe dieses Schilling-Werks ersetzen, da die Abweichungen und Zusätze der Nürnberger Handschrift N angegeben werden. Als Ergänzungsband zur Tobler'schen Schilling-Ausgabe kürzt die Ausgabe den Chroniktext erheblich, indem mit der Toblerschen Ausgabe übereinstimmende Kapitel weggelassen werden.

1482 schloss Schilling als Privatarbeit die 'Große Burgunderchronik' ab.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 5 (Handschrift Z oder Zürcher Schilling), Autograph, 199 Bilder Handschriftencensus. Abschrift in Werner Steiners Sammelband zur Schweizer Geschichte ca. 1532/34 ebenda, Ms. A 54/55 Handschriftencensus

Ausgabe: Die Berner-Chronik des Diebold Schilling, hrsg. von Gustav Tobler, Bd. 1-2, Bern 1897-1901 online, Z als Leithandschrift

Faksimile: P. Ladner, Die Grosse Burgunder Chronik des Diebold Schilling von Bern. 'Zürcher Schilling', Luzern 1985 (mit Kommentarband)

Die Große Burgunderchronik stellte die Grundlage dar für Band 3 der 1483 vollendeten 'Amtlichen Chronik'.

Überlieferung: Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I. 3 (Handschrift B), Autograph (Bd. 3), die Bände 1-3 enthalten 600 Bilder Handschriftencensus. 15 frühneuzeitliche Abschriften bei Tobler, Berner-Chronik, Bd. 2, S. 335-337.

Faksimile: Diebold Schilling, Berner Chronik. [Faksimile der Handschrift Hist. Helv. I.1-3 der Burgerbibliothek Bern.], hrsg. von Hans Bloesch und Paul Hilber, Bd. 1-4, Bern 1943-1945

Ausgabe: Die Berner-Chronik des Diebold Schilling, hrsg. von Gustav Tobler, Bd. 1-2, Bern 1897-1901 online

Literatur: Wilhelm Baum, in: ²VL 8 (1992), Sp. 670-672; Norbert H. Ott, Schilling, Diebold, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 770f. MDZ; Gerrit Himmelsbach, Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 38-40; Ernst Walder, "Von raeten und burgern verhoert und corrigiert". Diebold Schillings drei Redaktionen der Berner Chronik der Burgunderkriege, in: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 48 (1986), S. 87-117 online; Burgunderbeute, 1969, S. 57-61 Nr. 11-13

[Bearbeiten] Schlacht von Nancy (Lied)

Als Autoren des anonymen Lieds nennen sich zwei Schwizerknaben.

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 113-117 (Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314: S. 116), Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Einzeldruck des 16. Jahrhunderts nach Emil Weller, Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...], Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 102 Nr. 477: 4 Bl. 8 Google; Haller, Bibliothek, Bd. 5, S. 89 Nr. 273: 6 Seiten Google. Existenz des Drucks von Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 ohne hinreichenden Grund bezweifelt.

Ausgaben: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 104-106 Nr. 145 Commons; Tobler, Volkslieder, Bd. 2, S. 66-69; Ernst Münch, Aletheia, Zürich 1822, S. 160-163 Google; Rochholz, Lieder-Chronik, S. 200-205 Google; Die Schweiz. Land, Volk und Geschichte in ausgewählten Dichtungen, hrsg. von Heinrich Kurz, Bern 1853, S. 354f. Google (aus Usteris Sammlung)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied e); Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 23

[Bearbeiten] Spruch über die Niederlagen Karls des Kühnen

Der kurze Reimpaarspruch (38 Verse) wurde von einem Schweizer verfasst und geht näher nur auf die Schlacht bei Murten ein.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 161, Bl. 82v-83v, Medizinisch-naturkundliche Sammelhandschrift, Grundstock: 1485 Handschriftencensus

Ausgabe: Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 331

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1011; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, 315 Nr. 26

[Bearbeiten] Straßburger Aufzeichnungen über die Burgunderkriege

Eine Untersuchung des Quellenkomplexes fehlt. Die Nummern 1 und 2 stehen beide im Überlieferungsverbund mit Jakob Twingers Straßburger Chronik.

1. Die Aufzeichnungen der Pariser Königshofen-Handschrift Ms. allem. 83

Diese wichtige Quelle, leicht gekürzt von Christian Pfister 1893 ediert, ist von der deutschsprachigen Forschung (z.B. zum Neusser Reichskrieg) offenbar kaum beachtet worden. Sie liegt hier vollständiger vor als in der Fortsetzung, die Schilter in seiner Königshofen-Ausgabe abdruckte, als in der sogenannten Straßburger Archivchronik und den von Mone aus einer verbrannten Straßburger Handschrift mitgeteilten Auszügen. In seiner Reimchronik benützte Tüsch offenbar auch die Vorlage von Ms. allem. 83.

Überlieferung: Paris, Bibl. Nationale, Ms. allem. 83, Bl. 437 ff. Twinger von Königshofen mit Fortsetzung Handschriftencensus. Ausgabe: Christian Pfister, Les manuscrits allemands de la Bibliothéque Nationale relatifs à l'histoire d'Alsace, Paris 1893 Google-USA*=Commons

Weitere Fassungen:

Fortsetzung der burgundisch kriege der Frauenhaus-Handschrift der Chronik Twingers: Straßburg, Grand Seminaire, Ms. 33, Bl. 267v-289v, siehe Leon Dacheux, Die Cronicka uff Unser-Frauen-Hauß [...], Straßburg 1886, S. 9 Google-USA*=Commons. Abdruck: Johann Schilter, Die Alteste Teutsche so wol Allgemeine Als insonderheit Elsassische und Straßburgische Chronicke, Von Jacob von Königshoven [...], Straßburg 1698, S. 367-385 im VD17 unter der Nummer 39:123008Q (S. 1105-1113 ergänzende Briefe und Instruktionen)

Literatur: Karl Schneider, Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch, Diss. Straßburg 1910, S. 13-16 (Übersicht weiterer Straßburger Chroniken)

Zur frühneuzeitlichen Chronistik siehe etwa:

Chronik des Johann Jakob Meyer. Überlieferung: Straßburg, Bibliothèque Nationale et Universitaire, Ms. 1272, Grundstock Ende 16. Jh. Datenbank Calames. Weitere Handschriften ebenda, Ms. 748 und 1276. Ausgabe: La chronique strasbourgeoise de Jean-Jacques Meyer [...], hrsg. von Rodolphe Reuss, Straßburg 1873, S. 98-108 zu den Burgunderkriegen Google-USA*

Straßburger Chronikhandschrift, Paris, Ms. allem. 77, Bl. 284r-297v, 17. Jh. nach Handschriftenkatalog "Anfang und ausgang des Burgundischen Kriegs"

2. Aufzeichnungen des Mscr.Dresd.F.98 zum Burgunderkrieg

Die in einer heute Dresdner Handschrift überlieferte Darstellung ist - abgesehen von einer kurzen Textprobe - ungedruckt, steht aber online zur Verfügung.

Überlieferung: Dresden, Landesbibliothek, Mscr. F 98, Bl. - Digitalisat: SLUB Dresden, Twinger von Königshofen-Handschrift aus dem Elsass 4. V. 15. Jh. Handschriftencensus

Textprobe: Carl Adolf Herschel, Strassburg, in: Serapeum 15 (1854), S. 123-126, hier S. 124f. Digizeitschriften

3. 'Straßburgische Aufzeichnung der Kriegsbegebenheiten'

Überlieferung: Stadtarchiv Straßburg, AA 279, 20.

Ausgabe: Politische Correspondenz des Kurfürsten Albrecht Achilles, hrsg. von Felix Priebatsch, Bd. 2, Leipzig 1897, S. 136-139 Nr. 95 Internet Archive

[Bearbeiten] Johannes Matthias Tiberinus

Der vor allem durch seine antijüdischen Schriften über Simon von Trient berüchtigte Humanist und Arzt Johannes Matthias Tiberinus bzw. Tabarino (um 1420-1500) widmete Erzherzog Sigmund von Tirol eine Schrift in zwei Büchern De bello, strage et obitu bellipotentis Caroli Burgundiae ducis, ein "Gedicht in 250 Hexametern über die Burgunderkriege bis zum Tod Herzog Karls des Kühnen in der Schlacht von Nancy 1477, verbunden mit einem Lob auf die Taten Herzog Sigismunds von Österreich. In der Pariser und der vatikanischen Handschrift wird das Werk Petrus Brocardus, dem Kanzler des Markgrafen Federico Gonzaga von Mantua, zugeschrieben, in der Innsbrucker einem Johannes Matthias Tiberinus aus Brescia" (Repertorium fontium). Bislang unbeachtet blieb eine Fassung in drei Büchern, die dem Magistrat der Stadt Colmar gewidmet wurde (ohne Verfasserangabe), heute in Prag.

Überlieferung: Innsbruck, Universitätsbibliothek, Cod. 664, Bl. 115v-123v. Lateinische Gedichtesammlung für Johannes Fuchsmagen, um 1500, siehe Kristeller, Iter Italicum Bd. 3, S. 20f. Google

Paris, BN, lat. 7170A, Bl. 78-89, 16. Jh. Handschriftenkatalog von 1744. Nach Charles François Thérèse Muteau/Joseph Garnier, Galerie bourguignonne, Dijon/Paris 1858, S. 138 Google hätte man mit zwei Pariser Handschriften zu rechnen, einem von Baluze besessenen Codex (das ist der lat. 7170A), und einem von Philibert de La Mare, Historicorum Burgundiae conspectus, Divione (Dijon) 1689, S. 18 Google verzeichneten Manuskript Gabriel Naudés, das an Mazarin fiel.

Rom, BAV, Cod. Regin. lat. 816, Bl. 1r-9r, 15. Jh. Zur Provenienz: Henri Omont, Catalogue des manuscrits de Jean et Pierre Bourdelot, médecins parisiens, in: Revue des bibliothèques 1 (1891), S. 81-103, hier S. 89 Nr. 77.

Prag, Nationalbibliothek, Cod. XXIII F. 100 (ehemals Fürstlich Lobkowitzsche Bibliothek). 15./16. Jh., 12 Bl. Siehe Archiv der Gesellschaft 9 (1847), S. 481 Google; Kristeller, Iter Italicum Bd. 3, S. 163

Zürich, Zentralbibliothek, Cod. L 401. Abschrift (18. Jh.) der Pariser oder vatikanischen Handschrift ("Boccardus" als Autor) durch Johann Jacob Leu. Vgl. Ernst Gagliardi/Ludwig Forrer, Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich II: Neue Handschriften seit 1500 [...], Zürich 1931-1982, Sp. 992

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. VI. 88. Abschrift G. E. Hallers wohl um 1761 (siehe oben Bonstetten) aus der Pariser Handschrift, vgl. Emil Bloesch, Katalog der Handschriften zur Schweizergeschichte der Stadtbibliothek Bern, Bern 1895, S. 223 Google-USA*=Commons

Ausgaben: Anton Zingerle, Beiträge zur Geschichte der Philologie, I, De carminibus latinis saec. XV et XVI ineditis, Innsbruck 1880, S. 125-139 Google-USA* (nach der Innsbrucker Handschrift) - E-Text Poeti d'Italia; Albert Collignon, Note sur un poème latin du XVe siècle relatif aux guerres du Téméraire et à sa défaite devant Nancy, in: Mémoires de l'Académie de Stanislas. Ser. VI, 6 (1908-1909), S. 192-213, Textauszüge: S. 209-213 Google-USA* (aus der Pariser Hs.); Cartellieri S. 97 (nur der Widmungsbrief aus der Hs. in Rom)

Literatur: Godelieve Tournoy-Thoen, A propos de quelques epitaphes latines pour la mort de Charles de Temeraire, in: Lias 5 (1978), S. 1-11, hier S. 1; Richard Walsh, The Coming of Humanism to the Low Countries. Some Italian Influences at the Court of Charles the Bold, in: Humanistica Lovaniensia 25 (1976), S. 146-197, hier S. 162 (kennt nur die Hs. in Rom); Otto Cartellieri, Zu dem Gedichte: De bello, strage et obitu bellipotentis Caroli Burgundiae ducis, in: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte 5 (1925), S. 95-97 seals.ch Commons; Haller, Bibliothek, Bd. 5, S. 72 Google (bereits Hinweis auf die Handschriften in Paris und Rom sowie die eigene Abschrift in Bern)

[Bearbeiten] Hans Erhart Tüsch

Tuesch anfang.jpg

Die 1477 in Straßburg gedruckte Reimchronik Burgundische Historie des seit 1460 urkundlich fassbaren Straßburgers Hans Erhart Tüsch (oder Düsch) besteht aus 639 Vierzeilerstrophen mit Kreuzreim. Als Vorlage diente für den Anfangsteil die Burgundische Legende.

Inkunabelausgaben: Tüsch, Hans Erhart: Burgundische Historie. Straßburg: [Drucker des Henricus Ariminensis, d.i. Georg Reyser (?)], 1477 [nach Januar 5] (Druck A). BSB-Ink T-531 Digitalisat: MDZ München. ISTC it00495100. Zu den Exemplaren zu ergänzen: Wien, ÖNB, Ink 16.G.8.

desgleichen Straßburg: [Heinrich Knoblochtzer], Hain 6664, 1477 ISTC it00495000 (Druck B)

Illustrationen: Nur Druck B. Siehe oben zu Pfettisheim.

Faksimile (von Druck B): Picot/Stein Bd. 2, S. 87-140 (ohne Bl. 4)

Ausgabe: Die burgundisch Hystorie, eine Reim-Chronik von Hans Erhart Tusch 1477, hrsg. von Edmund Wendling/August Stöber, in: Alsatia 1875/76, S. 341-451, Text S. 357-451 Google-USA* (auch separat Colmar 1876). Textverbesserungen: Schneider, Untersuchungen, 1910, S. 18-27

Von Tüsch sind zwei Briefe, die er aus dem Aufgebot während der Burgunderkriegen im Sommer 1475 an seine Frau Eva und den Straßburger Jakob Ber sandte, im Stadtarchiv Straßburg, AA 281 erhalten (weitere, nur durch Schriftvergleich zuweisbare sollen sich nach Schneider S. 130f. ebenda in AA 274 befinden).

Ausgabe der Briefe: Karl Schneider, Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch, Diss. Straßburg 1910, S. 126-128 Seiten auf Commons

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 9 (1995), Sp. 1174-1179; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Nr. 28; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 35; Burgunderbeute, 1969, S. 73 Nr. 25; Kurt Ohly, Nicolaus: De preliis et occasu ducis Burgundie historia, und drei andere Straßburger Flugschriften gegen Karl von Burgund aus den Jahren 1477/1478, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 106 (1958), S. 53-93, 277-363, hier S. 333-340; Karl Schneider, Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch, Diss. Straßburg 1910; Leo Baer, Die illustrierten Historienbücher des 15. Jahrhunderts, Straßburg 1903, S. 51f., XIII Google-USA*; Gustav Roethe, in: ADB, 1895

[Bearbeiten] Hans Viol

Der von 1476 bis nach 1500 tätige schweizerische Lieder- und Redendichter Hans Viol (auch Viel, Vigel, Vigil) war offenbar ein Fahrender, dessen Auftreten in Solothurn und Luzern bezeugt ist. Sein Lied über die Schlacht bei Murten (22 Achtzeilerstropen) entstand vielleicht an der Jahreswende 1476/77.

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 98-103, Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Bl. 55r-59v, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Abschriften des 17. Jh. in Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. V 57 und V 79.

Ausgaben: Thomas Cramer, Die kleineren Liederdichter Bd. 3, S. 360-365 Seiten auf Commons (nach A = Zürich); Liliencron, Volkslieder Bd. 2, S. 96-99 Nr. 143 Commons; Schweizerische Volkslieder, hrsg. von Ludwig Tobler, Bd. 2, Frauenfeld 1884, S. 61-66 (ohne Str. 7-11) Google-USA*; Ernst Münch, Aletheia, Zürich 1822, S. 153-159 Google.

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 10, Sp. 369-372; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 20; Gerold Meyer von Knonau, in: ADB, 1896

[Bearbeiten] Vom kölnischen Krieg

Deutsches Reimpaargedicht in 621 Versen über die Kölner Stiftsfehde (einschließlich der Belagerung von Neuss), entstanden um 1475.

Überlieferung: Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18, Bl. 96v-101r Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert (siehe unten Sammelhandschriften)

Ausgabe: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, 1866, S. 42-58 Nr. 134 Commons

Literatur: Ulrich Müller, in: ²VL 5 (1985), Sp. 62f.; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 8

[Bearbeiten] Vom Ursprung der Eidgenossenschaft

Ein schoen Lied vom Vrsprung der Eydgnoschafft.djvu

Das in mehreren Versionen erhaltene Lied (entstanden nach dem Tod Karls des Kühnen 1477), das vor allem durch seine Darstellung der eidgenössischen Befreiungstradition in der Forschung Beachtung fand, handelt in den Strophen 19-29 von den Feldzügen und Schlachten der Burgunderkriege.

Überlieferung: Privatbesitz Antiquariat Heribert Tenschert, Ludwig Sterners Chronik, Bl. 149r-152v, 1501 Handschriftencensus Antiquariat Tenschert, ²VL 11 (2004), Sp. 1234

München, Staatsbibliothek, Clm 14668, Bl. 137r-139v, um 1510 aus St. Emmeram, Handschriftenkatalog Google-USA*. Ausgabe: Wolfgang Golther, Das Lied vom Ursprung der Eidgenossenschaft, in: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 20 Bd. 5 (1889), S. 387-392, Text S. 388-392 seals.ch. Auszüge (nach einer Abschrift Franz Pfeiffers in der Universitätsbibliothek Wien): Adalbert Jeitteles, Lied vom Ursprung der Eidgenossenschaft, in: Germania 30 (1885), S. 323f. Google-USA*

Luzern, ZB, BB Ms. 382.4, S. 43-48, Werner Steiners Liederchronik (Abschriften in Zürich, ZB, Ms. A 158, Bl. 24r-26v und in Bern, Mss. h. h. V 57 und V 79, 17. Jh.), nur Strophen 1-18

Zahlreiche Drucke von ca. 1545-1765, zuerst in Zürich bei Augustin Fries [um 1545], 35 Strophen. Siehe Wehrli S. 8-10.

Zürich: Augustin Fries [um 1545]. VD 16 H 5715. Ausgabe: Ausgabe: Historische Volkslieder aus dem sechzehnten und siebenzehnten Jahrhundert nach den in der K. Hof- und Staatsbibliothek zu München vorhandenen fliegenden Blättern, hrsg. von Philipp Maximilian Körner, Stuttgart 1840, S. 1-8 Google

Bern: Sigfrid Apiarius [1559/63]. Faksimile: Dreißig Volkslieder aus den ersten Pressen der Apiarius, hrsg. von Hans Bloesch, Bern 1937 Commons

[Basel]: Johann Schröter, 1619 im VD17 unter der Nummer 1:687617U Volldigitalisat, desgleichen Commons

Ausgaben: Das Lied von der Entstehung der Eidgenossenschaft [...], hrsg. von M. Wehrli (Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft III/2), Aarau 1952, Text S. 33-51 (Paralleldruck der Versionen); Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 109-115 Nr. 147 Commons; Tobler, Volkslieder, Bd. 1, S. 3-5 (nur Str. 1-9); ; Ernst Ludwig Rochholz, Eidgenössische Lieder-Chronik, 2. Aufl. Bern 1842, S. 206-209 (modernisiert) Google

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 10, Sp. 125-128 (bei den Ausgaben wird die Münchner Version b irrtümlich a genannt); Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 315 Nr. 25; Frieder Schanze, Ludwig Sterners Handschrift der Burgunderkriegschronik des Peter von Molsheim und der Schwabenkriegschronik des Johann Lenz mit den von Sterner beigefügten Anhängen. Beschreibung der Handschrift und Edition der Schwabenkriegschronik. Kommentarband zum Teilfaksimile des Originalmanuskripts von 1500/1501. (Illuminationen. Studien und Monographien 7), Ramsen 2006

[Bearbeiten] Von dem Herzog von Burgund (Lied)

52 Strophen, entstanden nach der Schlacht von Grandson, überliefert in Konrad Stolles (1436-1501) Chronik Memoriale, die am Ende des 15. Jahrhunderts in Erfurt niedergeschrieben wurde (zu Stolles Dokumentation der Burgunderkriege siehe unten).

Überlieferung: Jena, Universitätsbibliothek, Ms. Sag. q. 3, Bl. 200v-204r, Konrad Stolle: Memoriale, Autograph (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog.

Rezeption: siehe unten Konrad Bollstatter.

Ausgaben: Memoriale-thüringisch-erfurtische Chronik von Konrad Stolle, hrsg. von Richard Thiele, Halle 1900, S. 356-363 c. 313 Google-USA* Commons; zuvor: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, 1866, S. 84-89 Nr. 141 Commons; Konrad Stolles thüringisch-erfurtische Chronik, aus der Urschrift, hrsg. von Ludwig Friedrich Hesse, Stuttgart 1854, S. 109-115 Google; Ludwig Friedrich Hesse, Aus Konrad Stolles Erfurter Chronik, in: Zeitschrift für deutsches Alterthum 8 (1851), S. 302-347 hier S. 319-326 Google (auch DigiZeitschriften und Gallica, siehe ZS)

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1010f. (Lied d, mit falscher Signatur der Jenaer Handschrift), Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 18 (mit abweichenden Blattangaben)

[Bearbeiten] Von Peter Hagenbach (Lied)

Nach der Hinrichtung Hagenbachs am 9. Mai 1474 entstand ein Lied aus zehn Fünfzeilerstrophen, als deren Verfasserin sich ein kremerli (eine Krämersfrau) nennt.

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 41-42, Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Ein Einzeldruck des 16. Jahrhunderts ist verschollen, erwähnt von Haller, Bibliothek der Schweizer-Geschichte [...], Bd. 5, Bern 1787, S. 87 Nr. 262 Google 4 Seiten; Emil Weller, Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...], Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 101f. Nr. 476: 2 Bl. Google. Schanze, Überlieferungsformen, S. 312 bezweifelt die Existenz des Drucks ohne hinreichenden Grund: Haller setzte stets Mss. dazu, wenn er eine Handschrift registrierte. Zwar hätte Weller den Textbeginn Hallers nach dem Abdruck von Münch ergänzen können, aber für den von ihm angegebenen Titel Ein Lied vom Peter von Hagenbach, wie er zu Breisach gerichtet wurde bot weder Haller noch Münch eine Vorlage.

Ausgaben: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 32f. Nr. 131 Commons; Ernst Münch, Aletheia, Zürich 1822, S. 145f. Google; Ernst Ludwig Rochholz, Eidgenössische Lieder-Chronik, 2. Aufl. Bern 1842, S. 112f. (modernisiert) Google

Literatur: Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1008; Schanze, Überlieferungsformen, S. 312 Nr. 3; Albrecht Classen, Neuentdeckungen zur Frauenliteratur des 15. und 16. Jahrhunderts. Beiträge von Frauen zu Liederbüchern und Liederhandschriften, ein lang verschollenes Erbe, in: Jahrbuch für Volksliedforschung 44 (1999), S. 34-67, hier S. 37-40 (mit Textwiedergabe, ohne Kenntnis der maßgeblichen Literatur)

[Bearbeiten] Veit Weber

Ein gar schoen lied geschehen vor Buenterlin.djvu

Der aus Freiburg im Breisgau stammende fahrende Liederdichter und -sänger Veit Weber (gestorben 1483 in Bern) verfasste 1474/76 sechs politische Lieder zu den Burgunderkriegen.

1. Über die ewige Richtung, 13 Strophen in Jörg Schillers Hofton

2. Über die Schlacht bei Héricourt, 27 Siebenzeilerstrophen

3. Über den Zug nach Pontarlier, 43 Fünfzeilerstrophen

4. Lob der Stadt Freiburg (CH) und der Eidgenossen nach Eroberung der Waadt, 26 Siebenzeilerstrophen

5. Über die Schlacht bei Grandson, 21 Sechszeilerstrophen, zugeschrieben, da Weber als Verfasser eines Grandson-Liedes in Freiburg (CH) archivalisch bezeugt ist und nach Schanze (²VL 10, Sp. 777) kein anderes für ihn in Betracht komme. Zur Überlieferung Schanze/Schanze, Sp. 1010f. (Lied b): Schilling Bern S. 679-683; Schilling Zürich S. 574-579; Steiners Liederchronik, Luzern, S. 90-98.

6. Über die Schlacht bei Murten, 32 Sechszeilerstrophen

Überlieferung: Diebold Schillings Burgunderchronik (siehe oben) in den verschiedenen Fassungen

'Amtliche Chronik' Bd. III und 'Große Burgunderchronik' (Z), jeweils Nr. 1-6. Ausgabe von Tobler, Berner-Chronik, Kap. 113, 137, 168, 228, 276, 311

'Kleine Burgunderchronik', nur Nr. 3 und 6. Auch in Peter von Molsheims Bearbeitung (siehe oben), unter anderem in Ludwig Sterners Handschrift.

Auf Schillings 'Amtlicher Chronik' beruhend: Werner Schodolerss 'Eidgenössische Chronik', Bd. III, Nr. 1-6

Werner Steiners Liederchronik (Liliencron benutzte die Abschrift Zürich A 158), Nr. 1-6

Drucke des 16./17. Jahrhunderts: Laut Schanze Nr. 3, 6 Zürich, A. Fries [um 1545], weitere Ausgaben bis 1601 (Nr. 3) und 1662 (Nr. 6); Nr. 4 [Basel, L. Schauber um 1536]; Nr. 5 [Bern, Sam. Apiarius] 1536 (recte 1556?). Siehe daneben Emil Weller, Annalen der Poetischen National-Literatur der Deutschen [...], Bd. 1, Freiburg i. Br. 1862, S. 41 Nr. 185f. Google. Bibliothekssignaturen gibt Cramer, Die kleineren Liederdichter, Bd. 3, S. 580 (Nr. 3), S. 581 (Nr. 4), S. 582 (Nr. 6). Der von Haller, Bibliothek Bd. 5, S. 260; Weller Bd. 1, S. 102 Nr. 482 angeführte verschollene Einzeldruck von Nr. 1 wird von Schanze, Überlieferungsformen, S. 312 ohne hinreichenden Grund in Frage gestellt (siehe oben zu: Von Peter Hagenbach).

Nr. 3: Zürich: Augustin Fries, ca. 1546. VD 16 W 1341. Ausgabe: Historische Volkslieder aus dem sechzehnten und siebenzehnten Jahrhundert nach den in der K. Hof- und Staatsbibliothek zu München vorhandenen fliegenden Blättern, hrsg. von Philipp Maximilian Körner, Stuttgart 1840, S. 21-28 Google (nach dem Exemplar in der Staatsbibliothek München)

Nr. 3 [Bern: Samuel Apiarius um 1558]. VD 16 ZV 15437.

Nr. 3: [Zürich: Wyssenbach 1601] im VD17 unter der Nummer 1:687507G Volldigitalisat, desgleichen Commons

Nr. 4: [Basel: Lux Schauber, ca. 1536], Schanze, Überlieferungsformen, S. 313 Nr. 14; Cramer, Die kleineren Liederdichter, Bd. 3, S. 581: in der Burgerbibliothek Bern (mit falscher Druckerangabe und Datierung).

Nr. 5: [Bern: Samuel Apiarius um 1558]. VD 16 L 1709. Der zweite Teil dieses aus 8 Bl. bestehenden Drucks dürften die von Weller, Annalen, Bd. 1, S. 31 Nr. 140 zu 1536 beschriebenen 4 Bl. in Bern sein: Ein schön Lied von dem Streit geschehen vor Graussen, wider Herzog Karle von Burgund : in der Wyss, Wie wol ich bin ein alter Gryss, Bern Universitätsbibliothek, Sign.: ZB H XXII 53: 8. Zur Datierung vgl. Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 314 Nr. 16 (1556 statt 1536), doch wäre es denkbar, dass das Datum 1536 aus einer Vorlage übernommen worden wäre. Druckabschrift: Zürich, Staatsarchiv, Cod. B VIII 268, Bl. 67r, Aegidius Tschudis Collectaneen.

Nr. 6: Zürich: Wyssenbach [1601] im VD17 unter der Nummer 1:687510L Volldigitalisat

Nr. 6: [Basel]: Johann Schröter [ca. 1620] im VD17 unter der Nummer 1:687560T Volldigitalisat

Nr. 6: Luzern: [David Hautt] 1637 im VD17 unter der Nummer 1:687562H Volldigitalisat

Ausgaben: Kriegs- und Siegeslieder aus dem 15. Jahrhundert von Veit Weber, hrsg. von Heinrich Schreiber, Freiburg 1819 (mit Erläuterungen) Universitätsbibliothek Freiburg; Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 27-30 Nr. 130 Commons, Nr. 133, Nr. 135, Nr. 137, S. 79-81 Nr. 139, Nr. 142; Cramer, Liederdichter, Bd. 3, S. 382-414, 578-583 (ohne Nr. 5) Seiten auf Commons

Einzelausgaben: Nr. 6: Wackernagel, Deutsches Lesebuch, Neue Ausgabe der 2. Aufl., Basel 1847, Sp. 1049-1056 Google (nach Schilling 1743)

Rezeption: Eine freie Bearbeitung des Murtenliedes Nr. 6 in Achim von Arnim/Clemens Brentano, Des Knaben Wunderhorn, [Bd. 1], Heidelberg 1806, S. 58-61 Google; 2. Aufl. Heidelberg 1819, S. 58-61 Google geht zurück auf: Erduin Julius Koch, Vorschlag zu einer neuen Interpunctionsart, und deren Anwendung auf Veit Webers Kriegslied, in: Neue Litteratur und Völkerkunde 5.Jg.,1.Bd. (1791), S. 88-96, Text S. 93-96 Universitätsbibliothek Bielefeld. Vgl. Ferdinand Rieser, "Des Knaben Wunderhorn" und seine Quellen, Dortmund 1908, S. 96-101 Google-USA*

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 10, Sp. 775-780; Thomke, Burgunderkriege, 1976, S. 4f., 9-13; Gustav Tobler, Neues über den Liederdichter Veit Weber, in: Anzeiger für schweizerische Geschichte NF 27 Bd. 7 (1896), S. 406-407 seals.ch; Franz Joseph Mone, Die vaterländischen teutschen Dichter, in: Badisches Archiv zur Vaterlandskunde 1 (1826), S. 48-104, hier S. 70-72 Google

[Bearbeiten] Christian Wierstraet

Wierstraet Anfang.jpg

Der 1496 gestorbene Notar Christian Wierstraet - auch: Christianus Wierstraat - war wohl zur Zeit der Belagerung von Neuss Stadtschreiber und verfasste in ripuarischer Sprache eine Reimchronik Histori des beleegs van Nuis (3165 Verse), die er am 20. Dezember 1475 beendete und die in Köln wohl schon im nächsten Jahr 1476 im Druck erschien.

Inkunabeldrucke: [Köln, Arnold Ther Hoernen ca. 1476], ISTC iw00019000. Bekannt sind nur zwei Exemplare: Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (unvollständig) Digitalisat und Harvard University, Houghton Library.

Köln, [Johann Koelhoff d. J.], Quirinsabend, also 29. April 1497 (höchstwahrscheinlich, siehe Incunabula-L) oder 29. März 1497 (jedenfalls nicht 3. Juni wie die Inkunabelbibliographien und Schmitz) mit Prosavorrede (diese abgedruckt Chroniken der deutschen Städte 20, S. 497), ISTC iw00019100, Copinger 6574. GW hat gegenüber im ²VL 10, 1056 genannten Exemplarnachweisen zusätzlich noch Bonn, Universitätsbibliothek.

Späterer Druck: Warhaftige historia und beschreibung der harten strenglichen und langwierigen belegerung der löblicher Stadt Neuss [...], Köln 1564, VD 16 ZV 15376 - Verfasser wohl Hans Wilhelm Kirchhof, siehe dessen Wendunmuth, hrsg. von Hermann Österley, Bd. 3, Stuttgart 1869, S. 42-47 Google-USA*. Eine evangelische Tendenz des Drucks belegt unter Heranziehung lateinischer Randbemerkungen im Exemplar des Stadtarchivs Neuss CD 012-100/3 Rolf Nagel, Eine evangelische Chronik? Anmerkungen zur Wierstraet-Chronik von 1564, in: Jahrbuch für den Kreis Neuss 2001, S. 54-59

Druckabschrift: Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1148, Bl. 1r-68v, ins Niederdeutsche umgesetzte Abschrift des Drucks von 1497, 1521 angefertigt von Ebbeke Vincke Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, ²VL 4 (1983), Sp. 1127

Ausgaben: Des Stadt-Secretarius Cristianus Wierstraat Reimchronik der Stadt Neuss zur Zeit der Belagerung durch Karl den Kühnen, Herzog von Burgund. Nach dem Original-Druck von 1497, mit Anmerkungen und Wörterbuch hrsg. von Eberhard von Groote, Köln 1855 Google

Cristianus Wierstraat, Histori des beleegs van Nuis, hrsg. von Adolf Ulrich/Constantin Nörrenberg, in: Die Chroniken der westfälischen und niederrheinischen Städte, Bd. 1, Dortmund, Neuß, Die Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert Bd. 20, Leipzig 1887, S. 479 - 614 Google-USA* = Internet Archive

Christian Wierstraits Historij des beleegs van Nuys. Reimchronik der Stadt Neuß aus der Zeit der Belagerung von Herzog Karl dem Kühnen von Burgund. Nach dem Originaldruck von 1476 unter Berücksichtigung der Ausgaben von 1497 und 1564, hrsg. von Karl Meisen (Rheinische Beiträge und Hülfsbücher zur germanischen Philologie und Völkerkunde, Bd. 11) Bonn und Leipzig 1926

Christian Wierstraet, Die Geschichte der Belagerung von Neuss. Faksimile der Erstausgabe bei Arnold ther Hoernen Köln 1476, mit Übertragung ins Hochdeutsche, hrsg. von Herbert Kolb, Neuss 1974, Nachdruck Neuss 2000.

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 10, Sp. 1055-1058; Nachtrag ebd. 11 (2004), Sp. 1658; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 9; Private Website zur Neusser Belagerung mit nhd. Übersetzung der Chronik, Quellen- und Literatur; Jens Metzdorf, "Bedrängnis, Angst und große Mühsal". Die Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen 1474/75, in: ...wurfen hin in steine /grôze und niht kleine... Belagerungen und Belagerungsanlagen im Mittelalter (=Beihefte zur Mediaevistik, Bd. 7), hrsg. v. Olaf Wagener, Frankfurt a. M. u.a. 2006, S. 167–188 online; Wolfgang Schmitz, Die Überlieferung deutscher Texte im Kölner Buchdruck des 15. und 16. Jahrhunderts, 2004, S. 239-242 online; Neuss, Burgund und das Reich, Neuss 1975; Rochus von Liliencron, in: ADB, 1897

[Bearbeiten] Jakob Wimpfeling

Der oberrheinische Humanist Jakob Wimpfeling (1450-1528) schrieb drei lateinische Gedichte zur Thematik der Burgunderkriege.

1. Dialog über Peter von Hagenbach

Wilhelm Wattenbach, Jakob Wimpheling's poetischer Dialog über Peter Hagenbach's Tod, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 22 (1869), S. 390-397 Google-USA* rekonstruiert das Gedicht aus zwei Überlieferungen

Literatur: Knepper, Wimpfeling (wie oben), S. 24f.; Charles Nerlinger, Deux pamphlets contre Pierre de Hagenbach, in: Mélanges Julien Havet, Paris 1895, S. 549-560, hier S. 549-552 Google-USA*; Charles Schmidt, Histoire littéraire de l'Alsace à la fin du XVe et au commencement du XVIe siècle, Bd. 1, Paris 1879, S. 10f. mit Anm. 23, 163-165 Google-USA*=Commons

2. Gedicht über die Schlacht von Murten

Überlieferung: München, Clm 443, Bl. 138-?, Handschrift von Hartmann Schedel um 1480, Handschriftenkatalog Google-USA* (siehe auch oben zu Ludwig Dringenberg)

Ausgabe: Gerold Meyer von Knonau, Jakob Wimpfeling, Gedicht auf die Schlacht von Murten. Zwei lateinische Gedichte auf die Kämpfe gegen Karl den Kühnen, in: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 4 (1873), S. 315-321, Text S. 315-317 seals.ch

Übersetzung: Ochsenbein, Murten, 1876, S. 438-440 Google-USA* Internet Archive

3. Gedicht auf das Jesuskind

Das Gedicht, das nur eine Anspielung auf Karl den Kühnen (nostri tiranni) aufweist, wird ins Jahr 1473 gesetzt.

Überlieferung: Schlettstadt, Stadtbibliothek

Ausgabe: Basler Chroniken Bd. 3, S. 383f. Google-USA*

Literatur: Thomas Haye, Die Armagnaken, das Elsaß, der Heidelberger Hof und die Apathie des Reiches – eine unbekannte lateinische Invektive des Jahres 1444, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 153 (2005), S. 241-274, hier S. 260; Joseph Knepper, Jakob Wimpfeling, Freiburg i. Br. 1902, S. 24-26 Google-USA*

[Bearbeiten] Matthias Zollner

Der Schneider Matthias Zollner (gestorben 1507/08) stammte aus Laufenburg am Rhein und lebte seit mindestens 1458 in Bern. Er war ab 1460 Mitglied des Großen Rats. Seine Autorsignatur tragen drei Lieder über die Burgunderkriege.

1. Lied über den Zug nach Blamont

In 15 Achtzeilerstrophen wird der Feldzug der Niederen Vereinigung in die Freigrafschaft Burgund beschrieben.

Überlieferung: Zürich, ZB, Ms. A 5, S. 359-364 (Schilling Z). Abdruck in der Faksimileausgabe durch P. Ladner S. 174f.

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I, 3, S. 359-365

Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, Bl. 113v-114r, Autograph von Wernher Schodolers Eidgenössischer Chronik Bd. 3 (1514/32). Abdruck in der Faksimileausgabe durch P. Ladner 1983, S. 209f.

Ausgaben: Liliencron, Volklieder, Bd. 2, S. 65-67 Nr. 136 Commons; Tobler, Berner-Chronik Bd. 1, S. 269-273; Thomas Cramer, Liederdichter, Bd. 3, 1982, S. 497-500 Seiten auf Commons

2. Lied über die Schlacht bei Murten

Die 15 Vierzehnzeilerstrophen sind in Jörg Schillers Hofton abgefasst.

Überlieferung: Karlsruhe, Generallandesarchiv, Hs. 65/624, S. 733-737 ('Speyrer Chronik', siehe unten)

Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1487, Bl. 10v-11r (vorweg lateinische Paraphrase) Handschriftencensus, Beschreibung, 4. V. 15. Jahrhundert

Aegidius Tschudis Sammlungen, mit Melodie: Zürich, Staatsarchiv, Cod. B VIII 268, Bl. 44r-46r, Tschudis Collectaneen Handschriftencensus; Berlin, Staatsbibliothek, mgf 784, Bl. 3r-4r (Tschudi-Autograph, herausgetrennt aus St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 645, S. 575-577 Handschriftencensus); St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 1219, S. 81-88 (Abschrift des 18. Jahrhunderts)

Ausgaben: Thomas Cramer, Liederdichter, Bd. 3, 1982, S. 501-507 Seiten auf Commons; Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 99-103 Nr. 144 Commons (kannte nur St. Gallen Cod. 1219); Samuel Singer, Die mittelalterliche Literatur der deutschen Schweiz, Frauenfeld/Leipzig 1930, S. 108-115; Historische Volkslieder der deutschen Schweiz, hrsg. von Otto von Greyerz, Leipzig 1922, S. 61-64; Franz Waldmann, Alte historische Lieder zur Schweizergeschichte des 13. bis 16. Jahrhunderts, 2. Aufl., besorgt von Otto von Greyerz, Basel 1915, S. 29 (teilweise); Die Schweiz. Land, Volk und Geschichte in ausgewählten Dichtungen, hrsg. von Heinrich Kurz, Bern 1853, S. 349-351 Google (S. 499 mit irriger Quellenangabe Schilling); Rochholz, Lieder-Chronik, S. 184-193 (nach Tschudi, aber wohl nicht nach Cod. 1219) Google

3. Lied über die Schlacht bei Nancy

18 Sechszeilerstrophen.

Überlieferung: Zürich, ZB, Ms. A 5, S. 784-788 (Schilling Z). Abdruck: Ladner 1985 S. 174f.

Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. I.3, S. 862-865

Aarau, Kantonsbibliothek, Ms. ZF 18, Bl. 253r-254v. Abdruck: Ladner 1983 S. 209f.

Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, BB Ms. 382.4°, S. 117-121, Werner Steiner, Liederchronik (Autograph), Zürich 1532 Handschriftencensus

Zürich, Zentralbibliothek, Ms. A 158, Bl. 67r-69v, Abschrift von Werner Steiners Liederchronik durch Johann Stumpf nach 1536 Handschriftencensus

Ausgaben: Liliencron, Volkslieder, Bd. 2, S. 107-109 Nr. 146 Commons; Tobler, Berner-Chronik Bd. 2, S. 119-123; Cramer, Liederdichter, Bd. 3, S. 508-511 Seiten auf Commons

Literatur: Frieder Schanze, in: ²VL 10 (1999), Sp. 1583-1586; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 313 Nr. 13, S. 314 Nr. 21, S. 315 Nr. 24; Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des 12. bis 18. Jahrhunderts. Katalog der Texte. Älterer Teil Q-Z, bearb. von Frieder Schanze/Burghart Wachinger, Tübingen 1991, S. 585f.; Thomke, Burgunderkriege, 1976, S. 14f.; Gustav Tobler, Der Liederdichter Mathis Zollner, in: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 25 Bd. 7 (1894), S. 65-66 seals.ch; Derselbe, Mathis Zollner, in: ebd. NF 32 Bd. 8 (1901), S. 429-430 seals.ch

[Bearbeiten] Sammelhandschriften

Augsburg, Universitätsbibliothek, Cod. I.3.2° 18 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog, zeitgeschichtlicher Sammelband, zusammengestellt im Benediktinerkloster Heiligkreuz in Donauwörth, Ende 15. Jahrhundert.

Bl. 90r-92v Beschreibung der burgundischen Untaten (siehe oben)
Bl. 92v-93v Rechtfertigung Karls des Kühnen wegen des Kölnischen Krieges. Siehe oben: Rechtfertigung.
Bl. 93v-94r Absagebrief Kaiser Friedrichs III. an Karl den Kühnen. Druck u.a. (nach Schillings Chronik): Tobler, Berner-Chronik, Bd. 1, S. 200f. Zur Überlieferung und weiteren Drucken siehe Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 262f.
Bl. 94r-v Absagebrief der Kurfürsten an Karl den Kühnen. Siehe Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 261
Bl. 96v-101r Vom kölnischen Krieg (siehe oben)
Bl. 101r-104r Gefolge und Lager Kaiser Friedrichs III. vor Neuß 1475. Ausgabe (nach dieser Handschrift): Ulrich, Acten, S. 150-154 Nr. 194 Commons
Bl. 105r-106v Berichte über die Schlacht von Grandson
Bl. 106v Stadt Zürich verkündet den Sieg bei Murten. Vgl. Ochsenbein, Murten, S. 315f.
Bl. 107r-109v Berichte über die Schlacht von Nancy, darunter Bl. 107v-109v Jörg Hochmut (aus Zürich) an Donauwörth. Zu Hochmut vgl. Klaus Graf, in: ²VL 11, Sp. 683f. Ausgabe (nach dieser Handschrift): Theodor von Liebenau, Ein Zürcher Schlachtbericht über Nancy, in: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 8 (1898), S. 66-69, Text S. 67-69 seals.ch

Berlin, Staatsbibliothek, mgq 1803. Siehe oben Johannes Gensbein.

Bern, Burgerbibliothek, Cod. A 45, historiographischer Sammelband ('Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften' u.a.), geschrieben um 1480 von Clemens Speker von Sulgen, Franziskaner und Sakristan im Kloster Königsfeld Handschriftencensus. Weitere Literatur: Handschriftenkatalog Hagen 1874, MGH Dt. Chroniken 6, Theodor von Liebenau, Königsfelder Chroniken zur Geschichte Kaiser Friedrichs III., in: Jahrbuch der (k. k.) heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien 11 (1884), S. 11-24 Google-USA*; Christoph von Steiger, Clemens Speckers illustrierte Handschrift der Österreichischen Chronik von den 95 Herrschaften, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 43 (1986), S. 135-140; Schanze, Überlieferungsformen, 1999, S. 319. Abschrift: Bern, Burgerbibliothek, Mss. h. h. VI.74, Ende 16. Jahrhundert MGH Dt. Chroniken 6.

Bl. 131-132v Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus, dt. (siehe oben)
Bl. 133r-139r Konrad Pfettisheim: Reimchronik über die Burgunderkriege, Druckabschrift (siehe oben)
Bl. 139v-141v Neumondkalender gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund (siehe oben)

Colmar, Stadtbibliothek, Ms. 45 Handschriftencensus Datenbank "CGM": Pierre Schmitt, Manuscrits de la Bibliothèque de Colmar (Catalogue Général des Manuscrits des Bibliothèques Publiques de France 56), Paris 1969, S. 201-208 Nr. 563 (Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995 zitiert den Band mit falscher Institution - AD - und Katalognummer - 563 - statt Signatur). Zeitgeschichtlicher Sammelband (Latein, teils auch Deutsch), zusammengestellt von Sigismund Meisterlin für den Murbacher Abt Bartholomäus von Andlau, 3. Viertel 15. Jahrhundert. Sieber-Lehmann, Nationalismus, S. 355 Anm. 46 stellt (gegen Schmitt) klar, dass die Handschrift nicht von Johann Knebels Hand geschrieben wurde, diesem aber sehr nahe steht: "Von den zwanzig Dokumenten [...] auf den Folia 187 v-216 v [...] finden sich neun wörtlich bei Knebel und vier werden von ihm referiert". Von Bl. 187v bis zum Ende des Bandes stehen die Burgunderkriege im Vordergrund. Unter anderem:

Bl. 191v-? Bericht des Friedrich Kappler an Wilhelm von Rappoltstein über die Gefangennahme Peters von Hagenbach, 1474 (dt.). Ausgaben (nach dieser Handschrift): Mone, Quellensammlung, Bd. 3, S. 431-433; Rappoltsteinisches Urkundenbuch, hrsg. von Karl Albrecht, Bd. 5, Colmar 1898, S. 14-16 Nr. 29 Google-USA*; Theodor Vulpinus (=Renaud), Ritter Friedrich Kappler. Ein elsässischer Feldhauptmann aus dem 15. Jahrhundert, Straßburg 1896, S. 43-48 (nach Mone) Google-USA*=Internet Archive

Gießen, Universitätsbibliothek, Hs 329 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog von Ulrich Seelbach, zeitgeschichtlicher Sammelband, möglicherweise aus Nürnberg, 1479-1481. Auf die Burgunderkriege beziehen sich (neben einer Mitteilung Bl. 61v-62r über den Durchzug eines Geisterheers 1481, mitangeführt von Peter von Hagenbach):

Bl. 11r-17r Berichte über den Krieg der Eidgenossen gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund (1476/1477), darin Bl. 14v-16v Bericht eines St. Gallers über die Schlacht bei Grandson.

Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. 1674. Siehe unten Johannes Wyse.

Soest, Stadtbibliothek, Cod. 17 Handschriftencensus Handschriftenkatalog, um 1470 von dem Soester Dominikaner Lambertus Brocker angelegt. Als Nachtrag wurden die folgenden lateinischen Texte eingetragen:

Bl. 161v Friedrich III. an Karl den Kühnen, 3. Dezember 1474
Bl. 162r Bericht über die Schlacht bei Grandson und die Beute (wie in Knebels Chronik)
Bl. 162v Rechtfertigung Karls des Kühnen (siehe oben)
Bl. 163v Bericht über den Tod Karls des Kühnen in Nancy 1477, Chronostichon, Epitaph auf Karl den Kühnen, Walther, Initia carminum, 2. Aufl., Göttingen 1969, Nr. 19067 (Te piguit pacis teduitque quietis in urna nach Wattenbach, wie unten, Sp. 164)

Weimar, Herzog Anna Amalia Bibliothek, Cod. Q 108 Beschreibung von Matthias Eifler. Überwiegend 1470/74 wohl von dem Erfurter Vikar Nikolaus Sifridi angelegte rhetorisch-philologische lateinische Sammelhandschrift. Nachgetragen wurden die folgenden lateinischen Gedichte:

Bl. 320v-321r Gedicht (eines Straßburgers) auf den Tod Karl den Kühnen (lat.). Ausgabe: Wilhelm Wattenbach, Weiteres aus der Weimarer Handschrift, in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 28 (1881), Sp. 161-166, 233-235, hier Sp. 162-164 Internet Archive. Parallelüberlieferung in Basel siehe Schanze/Schanze, 1983, Sp. 1012 (Gedicht a), siehe oben: Lateinische Gedichte auf den Tod Karls des Kühnen
Bl. 321r-v Vier Epitaphien auf Karl den Kühnen (lat.). Ausgabe: Wattenbach, ebd. Sp. 164-166
Zum Grundstock der Handschrift gehören dagegen: Bl. 360r-361r Brief Kaiser Friedrichs III. an Karl den Kühnen von Burgund, Frankfurt, 3. Dezember 1474 (lat.)
Bl. 362r-364r Brief Karls des Kühnen von Burgund an den Mainzer Erzbischof Adolf von Nassau, 1. November 1474 (lat.), siehe oben: Rechtfertigung.

[Bearbeiten] Kleinere lateinische und deutsche Texte in Handschriften

Frankfurt, Stadt- und Universitätsbibliothek, Ms. Barth. 103, Bl. 466v Nachtrag in einer in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wohl in Heidelberg angelegten theologischen Sammelhandschrift aus dem Besitz des Frankfurter Kanonikers am Bartholomäusstift Jungo Frosch Handschriftenkatalog: Vaticinium ex psalmo secundo, politische Paraphrase des zweiten Psalms auf den Reichskrieg gegen Karl den Kühnen, namentlich zur Neusser Belagerung (lateinisch)

München, Bayerische Staatsbibliothek, Cgm 735, Bl. 99v historiographische Sammelhandschrift des Augsburger Schreibers Konrad Bollstatter (siehe unten) um 1480 Handschriftencensus Handschriftenkatalog: deutschsprachige historiographische Merksverse auf den Tod Karls des Kühnen 1477

[Bearbeiten] Hinweise auf weitere Quellen

In dieser Sektion finden sich Berichte zu den Burgunderkriegen vor, die Teil eines größeren Werkes sind oder in anderen Sprachen als Deutsch/Latein verfasst.

[Bearbeiten] Cornelius Aurelius

Der Windesheimer Chorherr Cornelius Aurelius (ca. 1460-1531) schrieb eine erstmals in Leiden 1517 gedruckte niederländische Chronik, bekannt als Diviesiekroniek: Die cronycke van Hollandt, Zeelandt ende Vrieslant [...]. Sie enthält ausführliche Mitteilungen zur Geschichte Karls des Kühnen, insbesondere zum Trierer Treffen 1473 (siehe oben: Libellus), der Neusser Belagerung und den Kämpfen mit den Schweizern.

Ausgabe: Transkription dieser Teile von Karin Tilmans, De Divisiekroniek van 1517, Amsterdam 2003 PDF

Literatur: Karin Tilmans, Historiography and humanism in Holland in the age of Erasmus: Aurelius and the Divisiekroniek of 1517, Nieuwkoop 1992 Zusammenfassung

[Bearbeiten] Konrad Bollstatter

Der Augsburger Berufsschreiber Konrad Bollstatter gibt in seiner Fortsetzung der Augsburger Chronik Sigismund Meisterlins (um 1480) eine ausführliche Darstellung der Expansion Burgunds unter Karl dem Kühnen.

Da die Quellenproblematik übergangen wird, ist der Aufsatz von Weber von begrenztem Wert. Paul Joachimsohn machte darauf aufmerksam, dass die Ausführungen über Karl den Kühnen (mit Ausnahme der Darstellung des Trierer Treffens - sie erfolgte wohl unter Benutzung oder Wiedergabe des Libellus, siehe oben, der Weber unbekannt blieb) eine Prosaauflösung des bei Stolle überlieferten Lieds 'Von dem Herzog von Burgund' (siehe oben) seien: Joachimsohn, Die humanistische Geschichtsschreibung in Deutschland. Heft 1 [mehr nicht erschienen]: Die Anfänge. Sigismund Meisterlin, Bonn 1895, S. 89 MDZ München Google-USA*.

Überlieferung: München, Staatsbibliothek, Cgm 213, Bl. 261v-273r, geschrieben in Augsburg von Konrad Bollstatter 1479/81 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Literatur: Dieter Weber, Karl der Kühne in der Meisterlin-Fortsetzung des Konrad Bollstatter (aus Cgm 213), in: Porta Ottoniana. Beiträge zur fränkischen und bayerischen Landesgeschichte. Otto Meyer zum achtzigsten Geburtstag gewidmet, hrsg. von Harald Parigger, Bayreuth 1986, S. 138-159

[Bearbeiten] Chronik der Stadt Zürich

In einer bis 1476 reichenden Fortsetzung zu der 'Chronik der Stadt Zürich' (Redaktion B) berichtet ein Zürcher Bürger, der selbst an der Schlacht von Murten teilnahm, über die Burgunderkriege.

Überlieferung: Zürich, Zentralbibliothek, Cod. A 116, S. 79-85, Chronikhandschrift, begonnen um 1437 von Hans Glogler, die Fortsetzung zu den Burgunderkriegen von der 4. Hand Handschriftencensus; Rudolf Gamper, Die Zürcher Stadtchroniken und ihre Ausbreitung in die Ostschweiz, Zürich 1984, S. 172-174.

Ausgabe: Johannes Dierauer, Chronik der Stadt Zürich, Basel 1900, S. 199-211 Commons

Literatur: Rudolf Gamper, in: ²VL 10 (1999), Sp. 1608-1611; Burgunderbeute, 1969, S. 64f. Nr. 17

[Bearbeiten] Gerold Edlibach

Der Zürcher Ratsherr Gerold Edlibach (1454-1530) verfasste eine zunächst 1485/86 fertiggestellte 'Zürcher- und Schweizerchronik', die für den Zeitraum von 1474 bis 1477 die Burgunderkriege in den Mittelpunkt stellt.

Überlieferung: Zürich, ZB, Cod. A 75, Autograph mit eigenhändigen Illustrationen Handschriftencensus. Abschrift ebenda, Ms. A 77 von 1506 (²VL 11, Sp. 390)

Ausgabe: Gerold Edlibach's Chronik, hrsg. von Johann Martin Usteri, Zürich 1847 (Separatabdruck aus den Mitteilungen der antiquarischen Gesellschaft Zürich 4, 1847). Zu den Burgunderkriegen: S. 135-166 Google

Literatur: Guy P. Marchal, in: ²VL 2 (1980), Sp. 357f.; Josef Zemp, Die schweizerischen Bilderchroniken und ihre Architektur-Darstellungen, Zürich 1897, S. 70-72 Google-USA*; Repertorium fontium

[Bearbeiten] Petermann Etterlin

Etterlin blatt 87.jpg

Der Luzerner Petermann Etterlin (um 1430/40-ca. 1509) verfasste die in Basel 1507 gedruckte Kronika von der loblichen Eydtgnoschaft. Die in sich geschlossene Darstellung der Burgunderkriege (Ausgabe Gruber S. 238-265) wird auf seine Augenzeugenschaft zurückgeführt, da Etterlin an den Kriegszügen selbst teilgenommen hatte.

Drucke: Basel 1507. VD 16 E 4110, VD16 ZV 19913 Digitalisate MDZ München

Ausgaben: Kronika von der loblichen Eidgnoschaft [...], hrsg. von Johann Jakob Spreng, Basel 1752 Google

Eugen Gruber, in: Quellenwerk zur Entstehung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Abt. III, Bd. 3, Aarau 1965

Literatur: Guy P. Marchal, in: ²VL 2 (1980), Sp. 636; Matthias Weishaupt, in: Historisches Lexikon der Schweiz online; Georg von Wyß, in ADB, 1877; August Bernoulli, Etterlin's Chronik der Eidgenossenschaft nach ihren Quellen untersucht, in: Jahrbuch für schweizerische Geschichte 1 (1876), S. 47-175, hier S. 150-159 seals.ch; Repertorium fontium

[Bearbeiten] Ludwig von Eyb der Ältere

Unter den 2002 von Matthias Thumser edierten Schriften des markgräflich-brandenburgischen Rats Ludwig von Eyb des Älteren (1417-1502) befindet sich eine Serie von 26 Gesandtschaftsberichten an Kurfürst Albrecht Achilles 1473/74, in denen die Auseinandersetzung mit den Plänen Karls des Kühnen eine wichtige Rolle spielt. Eyb berichtet unter anderem von der Trierer Zusammenkunft. Eine kurze Schrift dokumentiert einen Streit vor Neuss zwischen fränkischen und schwäbischen Rittern um das Führen der Georgsfahne (1475).

Ausgabe: Ludwig von Eyb der Ältere (1417-1502), Schriften, hrsg. von Matthias Thumser, Neustadt/Aisch 2002, S. 98-103 (Liste des brandenburgischen Aufgebots gegen Burgund, November 1474), S. 157-244 (Briefe), S. 347-353 (Georgsfahne)

[Bearbeiten] Ludwig von Eyb der Jüngere

Ludwig von Eyb der Jüngere zum Hartenstein (1450-1521) widmete sich in den 1507 fertiggestellten 'Geschichten und Taten Wilwolts von Schaumberg' ausführlich Karl dem Kühnen und insbesondere der Belagerung von Neuss.

Überlieferung: Nürnberg, Staatsarchiv, Nürnberger Handschriften Nr. 423 (Reinschrift) Findmittel; Historische Zeitschrift 39 (1878), S. 196 Anm. 1 Google-USA*

Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. 55.2 Aug. 2°, 16. Jh. Handschriftenkatalog

Ausgabe: Die Geschichten und Taten Wilwolts von Schaumburg, hrsg. von Adelbert von Keller, Stuttgart 1859, S. 14-32 Google (nur nach der Wolfenbütteler Hs.)

Literatur: Helgard Ulmschneider, Ludwig von Eyb d. J. zum Hartenstein, in: ²VL 5 (1985), Sp. 1006-1015, hier 1009-1011; Sven Rabeler, Niederadlige Lebensformen im späten Mittelalter. Wilwolt von Schaumberg (†1510) und Ludwig von Eyb d.J. (†1521), Stegaurach 2006; Repertorium fontium

[Bearbeiten] Gedicht op de bijeenkomst te Trier

Mittelniederländisches Gedicht über die Festlichkeiten in Trier 1473, entstanden bald nach 1473.

Ausgabe: H. E. Moltzer, Frederik III en Karel de Stoute te Trier 1473 [...], Groningen 1890 Google-USA*

Literatur: Marijke Carasso-Kok, Repertorium van verhalende historische bronnen uit de middeleeuwen, 's-Gravenhage 1981, S. 279 (zu Überlieferung, Ausgaben und Literatur) Google

[Bearbeiten] Nikolaus Gerung genannt Blauenstein

Nikolaus Gerung (wohl vor 1410-1476/8), Kaplan am Basler Münster (zur Person siehe Historisches Lexikon der Schweiz, Gabriela Signori, Vorsorgen - Vererben - Erinnern, Göttingen 2001, S.26; zu ergänzen: Josef Schenker, Geschichte des Chorherrenstiftes Schönenwerd von 1458-1600. Mit einem biographischen Abriß der Chorherren und Kapläne dieser Zeit, in: Jahrbuch für solothurnische Geschichte 45 (1972), S. 5-286, hier S. 262), legte einen lateinischen historischen Sammelband an, der eine Fortsetzung der 'Flores temporum' enthält. Sie schließt mit einem im August 1475 abbrechenden eigenständigen Bericht zu den Burgunderkriegen.

Überlieferung: Basel, Universitätsbibliothek, Cod. D IV 10, Bl. 153v-155v zu den Burgunderkriegen (bis 1475 geführt) Handschriftencensus. Zur Handschrift siehe auch Heike Johanna Mierau/Antje Sander-Berke/Birgit Studt, Studien zur Überlieferung der Flores temporum, Hannover 1996, S. 53. Schriftprobe: Commons.

Ausgabe: Basler Chroniken 7 (1915), S. 65-74 ULB Düsseldorf; Mone, Quellensammlung Bd. 2, 1854, S. 149-151

Literatur: Klaus Klein, in: ²VL 3 (1981), Sp. 10-12; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 42

[Bearbeiten] Koelhoffsche Chronik

Koelhoff Neuss Muenchen.jpg

Der unbekannte Verfasser der am 23. August 1499 gedruckten Kölner Stadtchronik Die Cronica van hilliger Stat van Coellen widmet etliche Seiten der Belagerung von Neuss (siehe oben, Wierstraet).

Inkunabeldruck: Köln, Johann Koelhoff d. J. 1499. GW 6688, BSB-Ink C-284, ISTC ic00476000, Digitalisat Wolfenbüttel (weitere siehe GW)

Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 14 (Köln Bd. 3), hrsg. von Hermann Cardauns, 1877, S. 830-841 Google-USA*=Internet Archive

Literatur: Hartmut Beckers, in: ²VL 5 (1985), Sp. 7-10; Repertorium fontium

[Bearbeiten] Johannes Lichtenberger

Der kaiserliche Hofastrologe Johannes Lichtenberger (um 1440-um 1503) nahm in mehreren astrologischen Schriften gegen Karl den Kühnen Partei. Eine Weissagung Lichtenbergers verwertete der Autor des Liedes 'Vom kölnischen Krieg' (siehe oben).

Die Coniunctio Saturni et Martis, am 23. August 1473 in Straßburg dem Kaiser und den Fürsten überreicht, und das Horoskop anlässlich der Belagerung von Neuss, dem Kaiser am 9. August 1474 in Augsburg eigenhändig übergeben, sind gedruckt in einem nicht genau zuzuordnenden Druck von 1474/75 ISTC il00203000 GW M18213. Einziges Exemplar: New York, Pierpont Morgan Library. Nach Claudius Sieber-Lehmann - mitgeteilt in: Der Briefwechsel Karls des Kühnen (1433-1477). Inventar, hrsg. von Werner Paravicini, 2 Bde., Frankfurt 1995, Bd. 2, S. 236 - enthält er auch die Rechtfertigung Karls des Kühnen (siehe oben).

Preis- und Trostschrift auf Köln vom 12. März 1476.

Überlieferung: Köln, Historisches Archiv, Chroniken und Darstellungen Nr. 316*, S. 2-3

Ausgabe: Dietrich Kurze, Johannes Lichtenberger († 1503), Lübeck 1960, S. 75-77

Literatur: Dietrich Kurze, in: ²VL 5 (1985), Sp. 770-776; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 353 (weitere Hinweise zu Prophezeiungen während der Burgunderkriege); Waldemar Lichtenberger, Er prophezeite den Neusser Krieg. Der kaiserliche Hofastrologe Johannes Lichtenberger, in: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde 27 (1975/76), S. 39-43 (belanglos)

[Bearbeiten] Lübecker Ratschronik von 1438 bis 1482

Die aus der Ratskanzlei hervorgegangene Chronik wurde für den hier einschlägigen Teil von dem Protonotar Johann Wunstorp (gestorben 1483) verfasst. Er konnte sich auf einen umfangreichen Bericht von Niklaus Rüsch aus Basel stützen (siehe oben). Wertvoll ist die Edition von Friedrich Bruns (1862-1945) durch die ausführliche Kommentierung.

Überlieferung: Lübeck, Stadtbibl., Ms. Lub. 2° 2, bis 1482 geführte offizielle Ratschronik Handschriftencensus, Handschriftenarchiv

Ausgabe: Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 31 (Lübeck Bd. 5), hrsg. von Friedrich Bruns, 1914, S. 138-163 (nach Rüsch), S. 183-191 (zum Ende Karls des Kühnen)

Literatur: Harald Parigger, in: ²VL 5 (1985), Sp. 932-935

[Bearbeiten] Rudolf Mad

Als Verfasser der 'Dritten oder sog. Glarner Fortsetzung der Chronik der Stadt Zürich' gilt der Glarner Landschreiber Rudolf Mad. Den Schlussteil (bis Anfang 1478) dominieren ganz die Burgunderkriege.

Überlieferung: St. Gallen, Stiftsbibliothek, Cod. 643 Digitalisat (zu den Burgunderkriegen: S. 192-201), ein wohl um 1460 (so Rudolf Gamper, Die Zürcher Stadtchroniken und ihre Ausbreitung in die Ostschweiz, Zürich 1984, S. 188) angelegter, bis 1478 geführter Sammelband Handschriftencensus und die Beschreibung bei e-codices.ch.

Ausgabe: Johannes Dierauer, Chronik der Stadt Zürich, Basel 1900, S. 258-271 Commons

[Bearbeiten] Magnum Chronicon Belgicum

Die erstmals 1607 edierte lateinische Weltchronik (eine Handschrift ist nicht bekannt) fußt auf dem bis 1468 reichenden Florarium temporum (siehe die niederländische Wikipedia) des Regularkanonikers im Kloster Mariënhage Nicolaus Clopper des Jüngeren, enthält aber eine wohl erst um 1500 von einem Regularkanoniker im Neusser Oberkloster niedergeschriebene Fortsetzung (siehe Die Chroniken der deutschen Städte Bd. 13, 1876, S. 221 Google-USA*) bis 1474/75. In ihr wird ausführlich über die Belagerung von Neuss berichtet (ab S. 446 der Ausgabe von 1726).

Der Autor benutzte den Libellus de magnificentia ducis Burgundiae in Treveris visa conscriptus (siehe oben).

Ausgaben: Johannes Pistorius, Magnum Chronicon Belgicum [...], Frankfurt am Main 1607 im VD17 unter der Nummer 12:647519R; Rerum Germanicarum Veteres [...] Scriptores VI, hrsg. von Johannes Pistorius/Burkhard Gotthelf Struve, Editione tertia, Regensburg 1726,, S. 1-456 Google und weitere Ausgaben

Literatur: August Potthast, Bibliotheca historica medii aevi, 2. Aufl., Bd. 1, Berlin 1896, S. 254 Internet Archive; Ottokar Lorenz, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter [...], 3. Aufl., Berlin 1887, S. 47-55 Internet Archive

[Bearbeiten] Christoph Silberysen

Hagenbach aarau.jpg

Die 1576 datierte und reich illustrierte Schweizer Chronik des Wettinger Zisterzienserabts Christoph Silberysen (siehe auch ADB) widmet sich in ihrem Teil II den Burgunderkriegen. Hauptquelle war die Chronik von Werner Schodoler (in der Schilling-Nachfolge).

Überlieferung: Aarau, Aargauer Kantonsbibliothek, Ms WettF 16:2 Digitalisat e-codices.ch Beschreibung.

[Bearbeiten] Speyrer Chronik

In die 'Speyrer Chronik', einer nach 1450 in der Reichsstadt Speyer angelegten zeitgeschichtlichen Dokumentation, sind mehrere Schriftstücke zu den Burgunderkriegen aufgenommen worden. Unter anderem (Kapitelangaben nach der Ausgabe von Mone):

c. 282 Trierer Treffen 1473, Ulmer Bericht,
c. 285 Beschreibung der burgundischen Untaten (Basel, September 1474) (siehe oben),
c. 291, 292 Gefolge und Lager des Kaisers vor Neuss.

Die Handschrift überliefert auch zwei Lieder: S. 706-708 Hans Judenfint: Spruch über Peter von Hagenbach (siehe oben) und S. 733-737 Matthias Zollner: Lied über die Schlacht bei Murten (siehe oben).

Überlieferung: Karlsruhe, Generallandesarchiv, Hs. 65/624, entstanden in Speyer bis 1477, Handschriftencensus. Spätere handschriftliche und gedruckte Auszüge ab Ende des 16. Jh.: ²VL 9, Sp. 88

Ausgabe: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte, hrsg. von Franz Josef Mone, Bd. 1, Karlsruhe 1848, S. 367-520, hier S. 508-520 (mit Auslassungen) ALO Universitätsbibliothek Freiburg

Literatur: Klaus Graf, in: ²VL 9 (1995), Sp. 87-90; Sieber-Lehmann, Nationalismus, 1995, S. 42f.; Birgit Studt, Neue Zeitungen und politische Propaganda. Die 'Speyerer Chronik' als Spiegel des Nachrichtenwesens im 15. Jahrhundert, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 143 (1995), S. 145-219; Klaus Graf, Die 'Speyrer Chronik'. Ein vergessenes Werk der Geschichtsschreibung aus dem 15. Jahrhundert, masch. Protokoll Nr. 309 der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein e.V., Karlsruhe 1991

[Bearbeiten] Konrad Stolle

Stolle Autograph Jena.jpg

Der Erfurter Vikar Konrad Stolle (1436-1501) berichtet in seiner thüringisch-erfurtischen Chronik Memoriale außerordentlich ausführlich von dem Konflikt mit dem Burgunderherzog und besonders intensiv über die Belagerung von Neuss. Die Chronik überliefert auch zwei längere deutsche Gedichte zu Karl dem Kühnen: die Burgundische Legende und das Lied 'Von dem Herzog von Burgund' (siehe oben).

Überlieferung: Jena, Universitätsbibliothek, Ms. Sag. q. 3, Autograph (?) Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Ausgaben: Memoriale-thüringisch-erfurtische Chronik von Konrad Stolle, hrsg. von Richard Thiele, Halle 1900, S. 308-373 Google-USA* Internet Archive Commons; unvollständig: Konrad Stolles thüringisch-erfurtische Chronik, aus der Urschrift, hrsg. von Ludwig Friedrich Hesse, Stuttgart 1854 Google

Literatur: Volker Honemann, in: ²VL 9 (1995), Sp. 359-362; Enno Bünz, Neues zur Biographie des Chronisten Konrad Stolle (1436-1501), in: Deutsches Archiv 56 (2000), S. 201-211 Digizeitschriften

[Bearbeiten] Johannes Wyse

Der Theologieprofessor Johannes Wyse (um 1410-1486) stellte an der Universität Leipzig von ca. 1473 bis 1482 eine Chronik zusammen, die durch die vielen eingefügten Schriftstücke den Charakter eines Nachrichten-Sammelbandes annimmt. Nach dem Katalog von Franzjosef Pensel beziehen sich auf die Burgunderkriege die folgenden deutschsprachigen Schriftstücke:

Bl. 21rv Anschlag gegen Karl den Kühnen, Augsburg 1474
Bl. 62r Bericht aus dem burgundischen Krieg aus Straßburg an den Dekan von Mainz, 1475
Bl. 68rv Bericht aus dem burgundischen Krieg, 1477, lat./dt. Druck: Christian Gottlieb Buder, Nützliche Sammlung verschiedener meistens ungedruckter Schriften [...], Frankfurt/Leipzig 1735, S. 514-517
Bl. 69rv Bericht aus dem burgundischen Krieg, 1477

Überlieferung: Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. 1674 Handschriftencensus, Handschriftenkatalog

Literatur: Detlef Döring, Unbekannte Quellen zur Geschichte der Leipziger Universität aus dem Bestand der Handschriftenabteilung der Universitätsbibliothek Leipzig, in: Jahrbuch für Regionalgeschichte 15/I (1988), S. 244-262, hier S. 245f.; Falk Eisermann, Leipziger Einblattdrucke im 15. Jahrhundert, in: Bücher, Drucker, Bibliotheken in Mitteldeutschland. Neue Forschungen zur Kommunikations- und Mediengeschichte um 1500, hrsg. von Enno Bünz, Leipzig 2006, S. 373-399, hier S. 385-387

[Bearbeiten] Zu Überlieferung und Ausgaben der Schweizer Lieder

Diebold Schillings Beschreibung der Burgundischen Kriegen [...], Bern 1743 Google

Ernst Münch, Aletheia, Zürich 1822, S. 135-179 Google: Ungedruckte Altschweizerische Kriegslieder, mit Einleitungen und Anmerkungen von dem Herausgeber - "aus der [...] mir aus der Zurlaubischen Sammlung mitgetheilten, handschriftlichen Chronik des Zugers "Wernher Steiner,"" (S. 137). Die Sammlung Zurlauben befindet sich in der Kantonsbibliothek Aarau.

Oskar Ludwig Bernhard Wolff, Sammlung historischer Volkslieder und Gedichte der Deutschen, Stuttgart/Tübingen 1830 Google - die hier einschlägigen Schweizerlieder aus der Schilling-Ausgabe von 1743 und Wernher Steiners Chronik (nach Münch 1822)

Friedrich Karl Freiherr von Erlach, Die Volkslieder der Deutschen, Bd. 2, Mannheim 1834, S. 345-394 Google: "Aus den Burgundischen Kriegen der Schweizer" - 10 Lieder aus Schillings Chronik (Ausgabe 1743).

Ernst Ludwig Rochholz, Eidgenössische Liederchronik, Bern 1835 Google; 2. Aufl. Bern 1842 Google - fast nur modernisierte Wiedergaben

Ludwig Ettmüller, Eidgenössische Schlachtlieder mit Erläuterungen, in: Mittheilungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich 2 (1844) Abt. 2

Die Schweiz. Land, Volk und Geschichte in ausgewählten Dichtungen, hrsg. von Heinrich Kurz, Bern 1853 Google Zu den Burgunderkriegen: S. 322-356 Nr. 290-307. Laut Quellenangabe S. 499 bis auf eines (Nr. 305 aus Usteris Sammlung, siehe oben: Schlacht von Nancy) alle aus Schilling (was aber bei Zollers Murtenlied nicht zutrifft).

Aeltere Dichter. Schlacht- und Volkslieder der Schweizer, hrsg. von Heinrich Kurz, Zürich 1860

Rochus von Liliencron, Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert, Bd. 2, Leipzig 1866 Commons

Schweizerische Volkslieder, hrsg. von Ludwig Tobler, Bd. 1-2, Frauenfeld 1882-1884 Bd. 1: Google-USA*, Bd. 2: Google-USA*

Deutsche Soldaten- und Kriegs-Lieder aus fünf Jahrhunderten. (1386-1871), hrsg. von Hans Ziegler, Leipzig 1884, S. 174-179: Veit Webers Murtenlied (nach Schreiber) Google-USA*

Franz Waldmann, Alte historische Lieder zur Schweizergeschichte des 13. bis 16. Jahrhunderts, 2. Aufl., besorgt von Otto von Greyerz, Basel 1915

Historische Volkslieder der deutschen Schweiz, hrsg. von Otto von Greyerz, Leipzig 1922

Samuel Singer, Die mittelalterliche Literatur der deutschen Schweiz, Frauenfeld/Leipzig 1930

Sonja Kerth, Der landsfrid ist zerbrochen. Das Bild des Krieges in den politischen Ereignisdichtungen des 13. bis 16. Jahrhunderts, Wiesbaden 1997, S. 44-97: Die eidgenössischen Kriege

[Bearbeiten] Wichtige Textsammlungen

[Bearbeiten] Sekundärliteratur und gedruckte Quellen (in Auswahl)

  • Adam Walther Strobel, Vaterländische Geschichte des Elsasses [...], Bd. 3, Straßburg 1843, S. 288-362 "Zustand des Elsasses während des burgundischen Kriegs. Jahr 1469 und folgende" Google - zweite Ausgabe 1851 Google
  • August Stöber, Peter von Hagenbach, burgundischer Landvogt im Sundgau und Elsaß. 1469-1474, in: August Stöber, Alsatia auf das Jahr 1850, 2. Aufl., Stuttgart 1851, S. 9-27 Google
  • Nikolaus Arenst, Über die Zusammenkunft des deutschen Kaisers Friedrich III. mit dem Herzoge Karl dem Kühnen von Burgund zu Trier 1473, Gymnasialprogramm Trier 1852 Dilibri (S. 3-16)
  • Joseph Chmel, Actenstücke und Briefe zur Geschichte des Hauses Habsburg im Zeitalter Maximilian's I., Bd. 1, Wien 1854 Google
  • Karl August Hermann Markgraf, De bello Burgundico a Carolo Audace contra archiepiscopatum Coloniensem suscepto a. 1474, Dissertation Berlin 1861 Google-USA*
  • Josef Baader, Die Zusammenkunft Kaiser Friedrich's III. mit Herzog Karl dem Kühnen von Burgund zu Trier im J. 1473, in: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit NF 11 (1864) Sp. 201-207, 233-242 Internet Archive
  • Hermann Schulte, Geschichtliche Nachrichten über die Stadt Linz II: Schicksale der Stadt Linz im Burgundischen oder Neußer Krieg, in: Jahresbericht über den Schulkursus 1865-66 an dem Königlichen Progymnasium zu Linz am Rhein, Linz am Rhein 1866 Dilibri
  • Ludwig Uhland, Geschichte der deutschen Poesie im Mittelalter, in: Uhlands Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage, Bd. 2, Stuttgart 1866, hier S. 382-392: Burgundischer Krieg Google (zu den Liedern)
  • Cornelius Will, Acht Urkunden Kaiser Friedrichs III. und andere den Burgundischen Krieg betreffende Schreiben aus den Jahren 1474 und 1475, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 17 (1866), S. 192-210 Google Commons Edition von Unterlagen aus dem Stadtarchiv Windsheim im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
  • Frankfurts Reichscorrespondenz nebst anderen verwandten Aktenstücken von 1376-1519, hrsg. von Johannes Janssen, Bd. 2, Frankfurt a. M. 1872 Google
  • Richard Gosche, Die Lieder und Reime von Strassburg, in: Archiv für Litteraturgeschichte 2 (1872), S. 94-158, hier S. 106-115 Google-USA*, auch separat Google-USA*
  • Johannes Dierauer, St. Gallens Antheil an den Burgunderkriegen, St. Gallen 1876 Google
  • Gottlieb Krause, Beziehungen zwischen Habsburg und Burgund bis zum Ausgang der Trierer Zusammenkunft im Jahre 1473, Diss. Göttingen 1876 Google-USA*
  • Urkunden und Acten betreffend die Belagerung der Stadt Neuss am Rheine (1474-75), hrsg. von Ernst Wuelcker, Frankfurt a. M. 1877 Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf, Regesten und Abdrucke von Schreiben aus den "Reichssachen" des Stadtarchivs Frankfurt am Main
  • Johannes Meyer, Bericht eines Zeitgenossen über die Schlacht bei Nanzig und den Tod Karls des Kühnen, in: Alemannia 10 (1882), S. 137-142 (französisch, nach Paris, Bibliothèque Nationale, Ms. fr. 1707, Bl. 48-49)
  • Konstantin Höhlbaum, Zur Geschichte der Belagerung von Neuss 1474-1475. Regesten, in: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln 8 (1885), S. 1-36 Google-USA* = Commons
  • Heinrich Witte, Zur Geschichte der burgundischen Herrschaft am Oberrhein in den Jahren 1469 - Anfang 1473, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 1 (1886), S. 129-169 Google-USA*
  • Heinrich Witte, Der Zusammenbruch der burgundischen Herrschaft am Oberrhein, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 2 (1887), S. 1-58, 201-235 Google-USA*
  • Heinrich Witte, Lothringen und Burgund, in: Jahr-Buch für Lothringische Geschichte und Altertumskunde 2 (1890), S. 1-100 Google, 3 (1891), S. 232-292 Google-USA*, 4 (1892), S. 74-137 Google-USA*
  • Heinrich Witte, Zur Geschichte der Burgunderkriege. Die Konstanzer Richtung und das Kriegsjahr 1474, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 6 (1891), S. 1-81, 361-414 Google-USA*
  • Heinrich Witte, Zur Geschichte der Burgunderkriege. Das Kriegsjahr 1475, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 7 (1892), S. 414-477 Google-USA*
  • Heinrich Witte, Zur Geschichte der Burgunderkriege. Das Kriegsjahr 1475. - Die Reise nach Blamont, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 8 (1893), S. 197-255 Google-USA*
  • Heinrich Witte, Zur Geschichte der Burgunderkriege. Das Kriegsjahr 1475. - Die Verwicklungen in Lothringen, im Waadtland und Wallis. — Verhandlungen und Rüstungen der Niedern Vereinung, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 10 (1895), S. 78-112, 202-266 Google-USA*
  • Hans Delbrück, Die Perserkriege und die Burgunderkriege, Berlin 1887, insbesondere S. 208-251: Die Burgunderkriege in der Tradition Google-USA* = Internet Archive
  • Adolf Ulrich, Acten zum Neusser Kriege 1472-1475, Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 49 (1889) [gesamter Band] Google-USA* = Commons
  • Charles Nerlinger, Pierre de Hagenbach et la domination bourgiugnonne en Alsace (1469-1474), Nancy 1890 Google-USA*
  • Karl Schellhass, Zur Trierer Zusammenkunft im Jahre 1473, in: Deutsche Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 6 (1891), S. 80-85 Google-USA* Ediert S. 81-83 einen Brief von Balthasar Cesner an Meister Johann Gelthaus in Frankfurt (Stadtarchiv Frankfurt)
  • Urkundliche Nachträge zur österreichisch-deutschen Geschichte im Zeitalter Kaiser Friedrich III., hrsg. von Adolf Bachmann (FRA II 46), Wien 1892 Google-USA*
  • J. Weiss, Ein Brief aus dem Feldlager vor Neuss 1475, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins NF 9 (1894), S. 718-721 Google-USA* Brief eines Überlingers aus dem Fürstlichen Archiv in Wallerstein
  • Ferdinand Schmitz, Der Neusser Krieg, in Rheinische Geschichtsblätter 2 (1895-1896) [diverse Fortsetzungen] Dilibri (auch separat, Bonn 1896)
  • Hermann Diemar, Die Entstehung des deutschen Reichskriegs gegen den Herzog Karl den Kühnen von Burgund, in: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst 15 (1896), S. 60-106, 274-328 Google-USA*, auch separat Marburg 1896 Google-USA*
  • Theodor Vulpinus (=Renaud), Ritter Friedrich Kappler. Ein elsässischer Feldhauptmann aus dem 15. Jahrhundert, Straßburg 1896, S. 20-59 Google-USA*=Internet Archive
  • Louis Stouff, Les Origines de l'annexion de la Haute-Alsace à la Bourgogne en 1469. Étude sur les terres engagées par l'Autriche en Alsace depuis le XIVe siècle, spécialement la seigneurie de Florimont, Paris 1901 Google-USA*=Internet Archive
  • Alfred Leroux, Les conflits entre la France & l'empire pendant le moyen-âge, Paris 1902, S. 47-54 Bibliographie Google-USA*
  • Freiburger Akten zur Geschichte der Burgunderkriege (1474-1491), hrsg. von Albert Büchi, in: Freiburger Geschichtsblätter 16 (1909), S. 1-141 Google-USA*
  • Karl Schneider, Untersuchungen zur Burgundischen Hystorie des Hans Erhard Düsch, Diss. Straßburg 1910
  • Die Burgunderbeute und Werke burgundischer Hofkunst. [Ausstellungskatalog], 2. Aufl. Bern 1969
  • Adolf Gasser, Ewige Richtung und Burgunderkriege. Zur Klärung einer alten Streitfrage, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 23 (1973), S. 697-749 seals.ch
  • Hellmut Thomke, Der se der wart von bluote rot. Die Burgunderkriege im Spiegel der Dichtung, in: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 38 (1976), S. 1-40 online
  • Godelieve Tournoy-Thoen, A propos de quelques epitaphes latines pour la mort de Charles de Temeraire, in: Lias, 5 (1978), S. 1-11
  • Arnold Esch, Alltag der Entscheidung. Berns Weg in den Burgunderkrieg, in: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 50, l (1988) S. 3-64 Digibern
  • Claudius Sieber-Lehmann, Eine bislang unbekannte Beschreibung des Prozesses gegen Peter von Hagenbach, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 93 (1993), S. 141-154
  • Manfred Huiskes, "... und man mangelt der von Andernach hundert und fünfundzwenzig". Zeitzeugenberichte über die Andernacher Katastrophe vor Linz am Julianentag des Jahres 1475, in: Die Andernacher Bäckerjungen. Hintergründe einer Sage, hrsg. von Klaus Schäfer (Andernacher Beiträge 11), Andernach 1994, S. 51-100 (zur Belagerung von Linz am Rhein, Nachweise zu zeitgenössischen Berichten mit Handschriftenabbildungen)
  • Hans Joachim Lope, Karl der Kühne als literarische Gestalt. Ein themengeschichtlicher Versuch mit besonderer Berücksichtigung der französischsprachigen Literatur Belgiens im europäischen Kontext, Frankfurt a. M./New York 1995
  • Claudius Sieber-Lehmann, Spätmittelalterlicher Nationalismus. Die Burgunderkriege am Oberrhein und in der Eidgenossenschaft, Göttingen 1995. Quellenanhang S. 409-435
  • Franz Fuchs/Karl-Friedrich Krieger, Aller tugent ist er ein faß - ein Lobgedicht auf Kaiser Friedrich III. (1440/52-1493), in: Verstehen durch Vernunft. Festschrift für Werner Hoffmann, hrsg. von Burkhardt Krause (Philologica Germanica 19) Wien 1997, S. 99-112 (zum Neusser Krieg)
  • Brigitte Maria Wübbeke, Der Neusser Krieg. Zwei Schreiben Kölns an Straßburg, 29. August 1474 und 25. Februar 1475, in: Quellen zur Geschichte der Stadt Köln, Bd. 2, hrsg. von Joachim Deeters/Johannes Helmrath, Köln 1996, S. 119-128 kommentierte Wiedergabe der von Ulrich 1889, S. 23f. Nr. 40 und S. 64f. Nr. 101 gekürzt abgedruckten Schreiben aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln, Briefbuch 30, Bl. 171r-172r, 247r-v
  • Gabriela Signori, Ritual und Ereignis. Die Straßburger Bittgänge zur Zeit der Burgunderkriege (1474-1477), in: Historische Zeitschrift 264 (1997), S. 281-328
  • Gerrit Himmelsbach, Die Renaissance des Krieges. Kriegsmonographien und das Bild des Krieges in der spätmittelalterlichen Chronistik am Beispiel der Burgunderkriege, Zürich 1999
  • Constantin Hruschka, Luy avoit Dieu troblé le sens - Karl der Kühne und der Krieg in der zeitgenössischen Chronistik, in: Der Krieg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, hrsg. von Horst Brunner, Wiesbaden 1999, S. 183-215
  • Frieder Schanze, Überlieferungsformen politischer Dichtungen im 15. und 16. Jahrhundert, in: Schriftlichkeit und Lebenspraxis im Mittelalter. Erfassen, Bewahren, Verändern, hrsg. von Hagen Keller u.a., München 1999, S. 299-331 (grundlegende Darstellung, Überlieferungsangaben gegenüber Schanze/Schanze ergänzt und aktualisiert)
  • Werner Paravicini, Die zwölf "Magnificences" Karls des Kühnen, in: Formen und Funktionen öffentlicher Kommunikation im Mittelalter, hrsg. von Gerd Althoff, Stuttgart 2001, S. 319-395
  • Petra Ehm, Burgund und das Reich. Spätmittelalterliche Außenpolitik am Beispiel der Regierung Karls des Kühnen (1465-1477), München 2002
  • Heribert Müller, "Von welschem Zwang und welschen Ketten des Reiches Westmark zu erretten". Burgund und der Neusser Krieg 1474/75 im Spiegel der deutschen Geschichtsschreibung von der Weimarer Zeit bis in die der frühen Bundesrepublik, in: Griff nach dem Westen. Die "Westforschung" der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropäischen Raum (1919-1960), hrsg. von Burkhard Dietz/Helmut Gabel/Ulrich Tiedau, Münster/New York 2003, S. 137-184
  • Anneliese Schmitt, Der Bild-Text des 'Antichrist' im 15. Jahrhundert. Zur Abhängigkeit der Handschriften, Blockdrucke und Drucke und zu einer möglichen antiburgundischen Tendenz, in: E codicibus impressisque. Opstellen over het boek in de Lage Landen voor Elly Cockx-Inde-stege, hrsg. von Frans Hendrickx/Josef M. M. Hermans, Bd. 1, Löwen 2004, S. 405-430
  • Karl der Kühne (1433-1477). Kunst, Krieg und Hofkultur, hrsg. von Susan Marti, Till-Holger Borchert und Gabriele Keck. [Ausstellungskatalog], Stuttgart 2008
  • Klaus Graf, Karl der Kühne und die Burgunderkriege, in: Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes, 2. Aufl., Bd. 6, Berlin/New York 2009, S. 297-299 PaperC, kostenlose Registrierung
  • Claudius Sieber-Lehmann, Burgunderkriege, in: Historisches Lexikon der Schweiz online
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