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Das Dörfchen.
Im Mai 1771.
Ich rühme mir
Mein Dörfchen hier!
Denn schönre Auen,
Als rings umher
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Die Blicke schauen,
Sind nirgends mehr.
Welch ein Gefilde,
Zum schönsten Bilde
Für Dietrichs Hand!
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Hier Felsenwand,
Dort Aehrenfelder,
Und Wiesengrün,
Dem blaue Wälder
Die Gränze ziehn!
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An jener Höhe
Die Schäferei,
Und in der Nähe
Mein Sorgenfrei!
So nenn’ ich meine
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Geliebte, kleine
Einsiedelei,
Worin ich lebe,
Zur Lust verstekt,
Die ein Gewebe
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Von Ulm und Rebe,
Grün überdekt.
Dort kränzen Schlehen
Die braune Kluft,
Und Pappeln wehen
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In blauer Luft.
Mit sanftem Rieseln
Schleicht hier gemach
Auf Silberkieseln
Ein heller Bach;
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Fliest unter Zweigen,
Die über ihn
Sie wölbend neigen,
Bald schüchtern hin;
Läst bald im Spiegel
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Den grünen Hügel,
Wo Lämmer gehn,
Des Ufers Büschgen
Und alle Fischgen
Im Grunde sehn.
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Da gleiten Schmerlen
Und blasen Perlen.
Ihr schneller Lauf
Geht bald hernieder
Und bald herauf
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Zur Fläche wieder.
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Schön ist die Flur;
Allein Elise
Macht sie mir nur
Zum Paradiese.
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Der erste Blik
Des Morgens wecket
Auch unser Glük.
Nur leicht bedecket
Führt sie mich hin,
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Wo Florens Beete
Die Königin
Der Morgenröte
Mit Thränen näst,
Und Perlen blizen
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Von allen Spizen
Des Grases läst.
Die Knospe spaltet
Die volle Brust;
Die Blume faltet
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Sich auf zur Lust.
Sie blüht, und blühet
Doch schöner nicht,
Als das Gesicht
Elisens glühet.
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Wanns heisser wird
Geht man selbander
Zu dem Mäander,
Der unten irt.
Da sinkt zum Bade
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Der Schäferin,
An das Gestade,
Das Rökchen hin.
Sol ich nicht eilen,
Die Lust zu theilen? –
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Der Tag ist schwül,
Geheim die Stelle,
Und klar und kühl
Die Badequelle.
Ein leichtes Mal
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Mehrt dann die Zal
Von unsern Freuden.
In weichem Gras,
An Pappelweiden,
Steht zwischen Beiden,
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Das volle Glas.
Vom Trunk erweitert
Wird bald das Herz,
Und Wiz erheitert
Den sanften Scherz.
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Sie kömt, und winket,
Und schenkt mir ein,
Doch lachend trinket
Sie selbst den Wein;
Flieht dann und dünket
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Sich gut verstekt,
Doch bald entdekt,
Mus sie mit Küssen
Den Frevel büssen.
Drauf mischet sie
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Die Melodie
Der süssen Kehle
In das Ahi
Der Philomele,
Die so vol Seele
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Nie sang, wie sie.
So zirkelt immer
Lust und Genus,
Und Ueberdrus
Befält uns nimmer.
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O Seligkeit!
Daß doch die Zeit
Dich nie zerstöre!
Mir frisches Blut,
Ihr treuen Mut
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Und Reiz gewähre!
Das Glük mag dann,
Mit vollen Händen,
An Jederman,
Der schleppen kan,
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Sich arm verschwenden.
Ich seh es an,
Entfernt vom Neide,
Und stimme dann
Mein Liedchen an,
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Zum Tanz der Freude:
Ich rühme mir
Mein Dörfchen hier!
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