Das Göttliche

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Textdaten
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Titel: Das Göttliche
Untertitel:
aus: Karl Eibl: Johann Wolfgang Goethe. Sämtliche Werke, Briefe, Tagebücher und Gespräche, Bd. 2. Deutscher Klassiker-Verlag: 1987, S. 303-304.
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: um 1783
Erscheinungsdatum: 1793, diese (spätere) Fassung 1815
Verlag:
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Im "Tiefurter Journal", 1783
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Freiburger Anthologie
Kurzbeschreibung: Gedicht über das Göttliche im Menschen und den Menschen als Vorbild der Götter (Gottesbild aus dem eigenen Vorbild).
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Edel sei der Mensch,
Hülfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn,

5
Von allen Wesen,

Die wir kennen.

Heil den unbekannten
Höhern Wesen,
Die wir ahnen!

10
Ihnen gleiche der Mensch;

Sein Beispiel lehr' uns
Jene glauben.

Denn unfühlend
Ist die Natur:

15
Es leuchtet die Sonne

Über Bös' und Gute,
Und dem Verbrecher,
Glänzen, wie dem Besten
Der Mond und die Sterne.

20
Wind und Ströme,

Donner und Hagel
Rauschen ihren Weg
Und ergreifen,
Vorübereilend,

25
Einen um den andern.


Auch so das Glück
Tappt unter die Menge,
Fasst bald des Knaben
Lockige Unschuld,

30
Bald auch den kahlen

Schuldigen Scheitel.

Nach ewigen, ehrnen,
Großen Gesetzen
Müssen wir alle

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Unsres Daseins

Kreise vollenden.

Nur allein der Mensch
Vermag das Unmögliche:
Er unterscheidet,

40
Wählet und richtet;

Er kann dem Augenblick
Dauer verleihen.

Er allein darf
Den Guten lohnen,

45
Den Bösen strafen,

Heilen und retten,
Alles Irrende, Schweifende
Nützlich verbinden.

Und wir verehren

50
Die Unsterblichen,

Als wären sie Menschen,
Täten im großen,
Was der Beste im kleinen
Tut oder möchte.

55
Der edle Mensch

Sei hülfreich und gut!
Unermüdlich schaff' er
Das Nützliche, Rechte,
Sei uns ein Vorbild

60
Jener geahneten Wesen!
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