Das Mädchen mit dem Muttermal

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Textdaten
Autor: Joachim Ringelnatz
Titel: Das Mädchen mit dem Muttermal
Untertitel:
aus: Allerdings, S. 144
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1928
Verlag: Ernst Rowohlt
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Digitale Drucke der Uni Bielefeld
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[144] DAS MÄDCHEN MIT DEM MUTTERMAL
Chanson
Woher sie kam, wohin sie ging,
Das hab’ ich nie erfahren.
Sie war ein namenloses Ding
Von etwa achtzehn Jahren.
5
Sie küßte selten ungestüm.
Dann duftete es wie Parfüm
Aus ihren keuschen Haaren
Wir spielten nur, wir scherzten nur;
Wir haben nie gesündigt.
10
Sie leistete mir jeden Schwur
Und floh dann ungekündigt,
Entfloh mit meiner goldnen Uhr
Am selben Tag, da ich erfuhr,
man habe mich entmündigt.
15
Verschwunden war mein Siegelring
Beim Spielen oder Scherzen.
Sie war ein zarter Schmetterling.
Ich werde nie verschmerzen,
Wie vieles Goldene sie stahl,
20
Das Mädchen mit dem Muttermal
Zwei Handbreit unterm Herzen.
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