Das moderne Judenthum in Deutschland (Zweite Rede)
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Zweite Rede.
Was ich vorausgesehen und angekündigt habe, die lügnerische Entstellung unserer ersten Versammlung, ist natürlich eingetroffen. Die antichristliche Presse Berlins ist gar nicht mehr fähig, die Wahrheit zu sagen. Auch ein Blatt wie die Nationalzeitung brachte einen wesentlich falschen Bericht; und bis heute hat sie trotz der Aufforderung des Reichsboten denselben nicht berichtigt, obwohl es doch so leicht war, aus der gedruckten Rede die volle Wahrheit mitzutheilen. Von manchen anderen Zeitungen erwartet man gar nichts anderes, als grobe Unwahrheiten; diesmal hat ein aufrichtiger Israelit, der an der ersten Besprechung thätigen Antheil genommen hatte, wenigstens das Tageblatt in einem offenen Schreiben der Lüge geziehen! [21] Da dies Schreiben für den Werth und Charakter der Berliner Judenpresse so überaus bezeichnend ist, lassen wir es hier folgen:[1] Nach solchen Lügen bildet sich eine leichtgläubige Leserschaft ihr Urtheil, die auswärtige Presse druckt die Berliner Erfindungen nach, und in der Welt bildet sich die alberne Meinung, in den christlich-socialen Versammlungen werde eine Judenhetze veranstaltet. Berliner Fortschrittsmänner behaupten solche Albernheiten in Volksversammlungen; da darf man sich nicht wundern, daß ein Hamburger „Religionsloser“ sich über „die gemeinsten und niederträchtigsten Verleumdungen,“ über den „Schmutz und Koth,“ womit die Juden beworfen worden, beschwert und mit einem komisch wirkenden Pathos an mich schreibt: „Ist denn ein Mensch zu verdammen, der in seiner Unwissenheit die schändlichen Lehren, welche Sie bestrebt sind [22] ihm beizubringen, in sich einsaugt und so zum Bösewicht wird?“ Ich habe Briefe empfangen, die rein im Fieber geschrieben sind. Der eine verwünscht mich als einen zweiten Massenmörder Haman und prophezeit mir ein gleiches Ende; der andere erklärt, in England oder Amerika würde ich an den nächsten Laternenpfahl gehängt werden; ein dritter vergleicht mich mit Most und bedroht mich mit Ausweisung; ein vierter, der sich, um größeren Eindruck zu machen, Freund und Amtsgenosse nennt, stellt mir die Schrecken einer Disciplinaruntersuchung und Amtsentsetzung vor Augen und dringt in mich, alles Gesagte zurückzunehmen. Daneben fehlt es nicht an unglaublichen Gemeinheiten, die ich nicht wiedergeben kann. Das sind die Resultate der ordinären Zeitungslügen. Aus der Höhe einer anständigen, friedlichen Discussion wird die Judenfrage ohne [23] meine Schuld in den Rinnstein gezerrt. Mögen die Redacteure dafür die Verantwortung auf sich nehmen. Denn daß man eine so wichtige, für Wohl und Wehe unseres Volkes so entscheidende Frage garnicht berühren darf, werden sie höchstens heimlich zu wünschen, nicht öffentlich auszusprechen wagen. Wer meine Rede wirklich gelesen hat, kann mich vielleicht bekämpfen, wenn er ein Jude oder Judengenosse ist, aber er kann mich nicht anklagen. Nie ist in mehr sachlicher, ruhiger Weise vom Standpunkt christlichen Glaubens das interessante Thema behandelt. Einige Israeliten haben das in ihren Briefen an mich ausdrücklich anerkannt. Um so kläglicher ist der Eindruck, den es macht, wenn Berliner Bezirksvereine unter den Aufreizungen schimpfender Israeliten sich zu der Thorheit verleiten lassen, leidenschaftliche und sinnlose Resolutionen zu fassen. Ja, der Stralauer Bezirksverein hat die Kühnheit gehabt, die Stadtverordnetenversammlung [24] aufzufordern „an maßgebender Stelle sofort Schritte einzuleiten, welche derartige Vorgänge in Zukunft unmöglich machen.“ Ich wünsche von Herzen, daß die Stadtverordnetenversammlung diese Vorgänge untersucht. Sie ist allerdings mit jüdischen Elementen weit über das Verhältniß der Bevölkerungszahl durchsetzt; aber ich traue ihr doch die Gerechtigkeit zu, daß sie nach geschehener Untersuchung nur Dr. Straßmann, ihren eigenen Vorsteher, tadeln würde. Denn eben die Auslassungen dieses Mannes, eines Juden, über unsere kirchlichen Verhältnisse haben es zu absoluten Nothwendigkeit gemacht, den jüdischen Anmaßungen ein energisches Halt zuzurufen. In seiner Stellung als der Präsident einer Körperschaft, welche neben den 45,000 Juden doch auch eine Million Christen zu vertreten hat, durfte er nicht sagen, was er gesagt hat. Ich habe aus Schonung in meiner vorigen Rede nur das weniger Beleidigende seiner Angriffe hervorgehoben, ich muß heute, um jedem Unpartheiischen ein Urtheil zu ermöglichen, den ganzen Abschnitt citiren. Derselbe lautet folgendermaßen:
Nicht wahr, es würde einen seltsamen Eindruck machen, wenn Dr. Straßmann nach solchen feindseligen, übrigens geschmacklosen Aeußerungen gegen christliche Parteien sich darüber beschweren wollte, daß man dergleichen Schmähungen höflich von sich abweist? Darüber interpellirt, hat er sich auf sein Recht als Wahlcandidat berufen und erklärt, er meine damit nur diejenigen, welche Haß und Zwietracht säen und den Frieden stören. [25] Dem gegenüber berufe ich mich auf das bessere Recht, als ein Diener des Evangeliums von einer Kirche unverdiente Beleidigungen abzuwehren und mein Volk vor der Entchristlichung zu schützen, die es von Seiten der jüdischen Presse bedroht. Ich erkenne darin einfach eine Pflicht; da ich dieselbe auf der Kanzel nicht üben darf, bediene ich mich der öffentlichen Versammlung, um die bösen Mächte, welche unser Volk dem Abgrunde zutreiben, an das helle Tageslicht zu ziehen und zu züchtigen. Man hat mich aufgefordert, ich solle die Zeitungen beibringen, in denen unsere Heiligthümer verlästert wurden. Wohlan, da sind Zeugnisse aus diesem Jahre; zuerst ein Bußtagsartikel des Tageblatts.
Nun theilt es die Sünden in Begehrungs- und Unterlassungssünden und stellt in Beziehung auf erstere folgende Betrachtung an:
Nun geht es zu den Unterlassungssünden über, die es lediglich in unterlassenen Vergnügen und Genüssen findet. Es schreibt:
Also die Unterlassung von Buhlereien, denn das bedeutet doch die Spielerei mit den schüchternen und trotzigen Augen, ist Unterlassungssünde, welche der frivole Schreiber als unsühnbare Schuld bezeichnet. Und dieser Bußtag war der erste nach den Attentaten; der erste, nachdem in furchbaren Freveln die Wunde unseres Volkes aufgebrochen war. Ist solch ein Artikel nicht selber ein Attentat auf die Sittlichkeit und Religion? Im August d. J. war hier in Berlin die lutherische Conferenz versammelt; die Art, wie das Berliner Tageblatt darüber redete, war durchaus ordinär und gehässig.
Noch dem „Originalbericht“ des „Berliner Tageblatts“ sei hier ein Platz eingeräumt:
Noch schlimmer waren die Auslassungen des Börsen-Courier:
Dasselbe Blatt leistete das Aeußerste von Zuchtlosigkeit in einem Aufsatz, der Gegenstand gerichtlicher Verfolgung geworden ist. In demselben fingirt der Schreiber einen Traum. Es träumt ihm in der Weltausstellung, daß ein Maler wegen der Ausstellung eines Bildes vom 12jährigen Jesus im Tempel angeklagt worden sei. Das Bild des Jesusknaben wird nun folgendermaßen beschrieben:
Zu seiner Rechtfertigung sagt dann der Maler, er sei ein moderner Maler:
Bedenken Sie, meine Herren von Israel, daß uns Christus gerade so heilig ist, wie Ihnen Jehovah, und Sie müssen unsern Zorn, anstatt zu verdammen, ehren und anerkennen. Wie aber die Berliner Witzblätter, lauter jüdisches Giftgeschmeiß, die christlichen Dinge verhöhnen und verspotten, oft in einer einzigen Nummer drei, vier Mal, weiß Jeder, der diese verderblichen Blätter liest. Ebenso wie sie, sind auch die jüdisch-liberalen Zeitungen völlig in Haß gegen das Christenthum eingetaucht; die Artikel, welche wir oben abgedruckt haben, sind nur das Schlimmste von vielem Schlimmen seit einem halben Jahr. Bei diesem Zustand der Dinge von Judenhetze, Judenverfolgung zu reden, ist ein baarer Unsinn. Jene Blätter treiben das ganze Jahr Kirchenschmähung, Christenthumshetze, Pastorenverfolgung; sie thun dies in der Hauptstadt der größten protestantischen Macht der Welt. Und wenn dann zuletzt, um das Volk diesen Niederträchtigkeiten nicht zum Opfer werden zu lassen, zur Nothwehr gerufen wird, wenn ein Geistlicher in der nobelsten Weise sich diesen Gemeinheiten widersetzt, dann ruft dieselbe Presse nach dem Staatsanwalt, nach der kirchlichen Obrigkeit. [32] Christen aber, die für solche schimpflichen Gegner ihrer Glaubensgenossen unter die Waffen treten, wissen nicht was sie thun. Die Blätter, die ich citirt habe, sind in jüdischem Besitz; die Eigenthümer sind für den Inhalt derselben moralisch verantwortlich. Ich bin von einem anständigen Juden gefragt, was ich eigentlich mit meinem Angriff gegen das moderne Judenthum bezwecke. Meine Antwort ist die, daß ich in dem zügellosen Capitalismus das Unheil unserer Epoche sehe und deshalb naturgemäß auch durch meine social-politischen Anschauungen ein Gegner des modernen Judenthums bin, in welchem jene Richtung ihre hauptsächlichsten Vertreter hat. Aber nie würde ich daran gedacht haben, gegen bloß volkswirthschaftliche Irrthümer aufzutreten, wenn nicht mit denselben diese frivole Hetzjagd gegen alle christlichen Elemente unseres Volkslebens verbunden wäre. Der Jammer um mein Volk, das dabei sittlich und religiös zu Grunde geht, treibt mich, diese Bosheit in die Oeffentlichkeit zu ziehen und den Kampf gegen dieselbe aufzunehmen. Was hilft es, das Schlechte auf der Kanzel zu bekämpfen, unter welcher die Schreiber und Leser jener Presse sich nicht versammeln, oder in conservativen Zeitungen einen Schmerzensschrei auszustoßen, welchen jene Seelenmörder belachen, ihre Opfer nicht hören! Dagegen ist eine Volksversammlung noch immer die geeignete Wahlstatt, um den Kampf mit den Volksverderbern aufzunehmen. Daß ich dazu ein gutes Recht habe, sagt mir mein Gewissen; daß es dazu die höchste Zeit ist, vielleicht noch nicht zu spät, aber wirklich die letzte Stunde, sagt mir die sittlich-religiöse Verwirrung der Gegenwart. Unrecht möchte ich Niemandem thun; die, welche mir vorwerfen, daß ich als Geistlicher, als Hofprediger Zwietracht säe, möchte ich fragen, ob Abwehr der Schande Aussaat von Zwietracht ist. Jene Artikelschreiber und Possenreißer sind die Säeleute des Hasses, nicht wir, die wir ohne Haß im Herzen – das weiß Gott! – vor ihnen unsere Kirche schützen möchten. Das sind entartete Juden – sagt man – und es ist ein Unrecht, das ganze Judenthum für diesen Abschaum [33] verantwortlich zu machen. Aber wer denkt daran? Was ich vom modernen Judenthum sage, will ich wahrlich nicht auf die einzelnen Individuen angewandt wissen. Es giebt viele Juden, die Respect vor unserem Glauben, Achtung vor dem germanischen Charakter, Theilnahme an unserem Volkswohl haben; es giebt viele Juden, die wahr im Wort, treu im Versprechen, redlich im Geschäft, gar keinen Anlaß zur Klage bieten, – ich selbst kenne solche, achte und liebe sie. Aber der Begriff „modernes Judenthum“ bedeutet eben die Summe der hervorstechenden Züge, nicht die Vorzüge einzelner Persönlichkeiten; es ist mir unverständlich, wie man jenes Wort anders hat auffassen können. Man redet doch von „Germanenthum“ und weiß, daß manche Germanen keine Spur davon an sich tragen; man spricht von dem „heutigen Christenthum“ und denkt nicht an alle einzelnen Christen. Nur in diesem Sinne habe ich das moderne Judenthum verstanden; aber in diesem Sinne ist es in der That jene Erscheinung, wie ich sie gezeichnet habe, ohne Bescheidenheit, ohne Toleranz, ohne sociale Gleichheit. Auch betriebsam, nüchtern, intelligent, bildungsdurstig ist es; durch das Festhalten an der Familienpietät und der alten religiösen Tradition eng verbunden. Gern will ich diese Tugenden hervorheben; aber ich kann es nicht leugnen, daß bei der Verehrung der eigenen Religion diese Zerstörung der fremden einen doppelt schauerlichen Eindruck macht. Man wird mir einwenden, daß es nicht blos jüdische Schriftsteller sind, die Gift und Galle gegen das Christenthum speien, daß die elendesten Scribenten vielleicht unter den verlorenen Söhnen unserer Kirche gesucht werden müssen. Ich gebe dies zu. Trotzdem bleibt es richtig, daß die Eigenthümer aller jener Blätter, welche Christenthum, Kirche und Geistliche lästern, Juden sind. Aber wie ein schlechter Kuppler vor Gott und Gewissen für alles Verderben verantwortlich ist, das unter seinen Augen sich vollendet, so trägt auch der Eigenthümer einer Zeitung die moralische Rechenschaft für alle Unzucht der Sprache, die in seinem Blatte ihre Schande treibt. Mögen die edlen Juden ihren unedlen Glaubensgenossen zu verstehen geben, daß es sich [34] nicht schicke, die Heiligthümer einer Nation zu verachten, unter deren Flügeln sie Schutz und Recht genießen. Wenn ein Freund, der aus israelitischem Blut stammt und jetzt ein gläubiger Christ ist, mir schreibt, daß die Hauptschuld an diesem Ueberhandnehmen der gottlosen Presse der elende Zustand der Christenheit selbst trage, ihre Gott- und Kraftlosigkeit, ihr Aber- und Unglaube – so ist das unzweifelhaft richtig, und ich habe gerade dies oft genug in den Versammlungen der christlich-socialen Arbeiterpartei ausgesprochen. Nur erleichtert dies das Schuldconto der jüdischen Zeitungsbesitzer nicht; es ist meines Erachtens ein satanischer Zug, auf den vorhandenen Mangel an kirchlichem Ehr- und Schamgefühl zu speculiren, um unser Volk noch tiefer in den Abgrund des Nihilismus zu stoßen. Ich finde dafür keine andere Erklärung als den wilden Haß gegen das Christenthum, einen Haß, der gewiß ein Ueberrest talmudischer Grundsätze, und eine Frucht jahrhundertlanger Unterdrückung, durch welche sich die Christen an Israel versündigt haben. Ein junger jüdischer Studiosus der Theologie, der sich in einer vermeintlichen Widerlegung meiner Rede die Sporen verdienen wollte, hat freilich die Stirn zu behaupten, der Talmud enthalte keine einzige inhumane Stelle. Ich scheue mich aufrichtig, den Talmud in die Debatte zu ziehen, aber es ist doch eine Thatsache, daß derselbe erklärt: „wie die Menschen über den Thieren stehen, so die Juden über den Völkern der Erde.“ Ich mag die einzelnen Thierarten nicht wiederholen, mit denen der Talmud die nichtjüdische Menschheit zu vergleichen die Unart hat; ich kann nur sagen, daß es nicht die edelsten Thiere sind, welche zum Vergleich herangezogen werden. Aber es sei der Gerechtigkeit wegen bemerkt, daß der Talmud auch wieder Worte der Nächstenliebe enthält. Wie jene talmudistische Auffassung fremder Völker an der Intoleranz der Juden unbestrittenen Antheil hat, so auch an ihrer Einbildung. Ein wenig bescheidener! hatte ich gebeten und die Unbescheidenheit mit einer Menge von unwiderlegbaren Aussprüchen der Juden bewiesen. Ich habe in den Zeitungsreferaten, [35] in den Broschüren und Briefen, die an mich gerichtet sind, nichts entdeckt, was mich veranlassen könnte, mein Urtheil auch nur zu beschränken. Vielmehr ist mir in der Schrift jenes obenerwähnten Studenten eine geradezu lächerliche Ueberhebung entgegengetreten, die gewiß um so bezeichnender ist, als der junge Schriftsteller nur wieder sagt, was er von seinen Lehrern hat sagen hören. Er schreibt:
Und wie sehr nun diese Anschauung auf die jüdische Vorstellung von der Handarbeit einwirkt, zeigt die folgende Stelle aus derselben Feder:
Man beachte wohl, daß der sonderbare Schwärmer nicht von begabten Juden redet, gegen deren Studium selbstverständlich Niemand etwas einwenden könnte, sondern von dem ganzen Volke, dessen Weltmission es nicht gestatte, seine Mitglieder der Handarbeit zuzuführen, welche den Geist veröde ja morde. Die Christen sind also gut genug, den Juden die Schuhe zu flicken; die Juden sind dazu zu edel. Nur vergißt der naive Jüngling, oder wahrscheinlich weiß er es nicht, daß nur wir Deutsche einfältig genug sind, die Juden diese Rolle spielen zu lassen und unsere Nation aus kosmopolitischem Enthusiasmus für die Emancipation der Juden zu ruiniren. In Rußland und Polen, sowie in den deutschen Ostseeprovinzen, die ich aus eigener Anschauung kenne, sind viele Juden Handwerker; – von der geträumten Weltmission sieht man ihnen wahrlich nichts an. Warum kann es in Deutschland, in Berlin nicht ähnlich sein? Es ist doch wahrlich kein Frevel, zu wünschen, die Juden möchten, so weit es ihre körperliche Beschaffenheit erlaubt, dieselbe Arbeit thun, wie ein Deutscher, möchten Schneider und Schuhmacher, Fabrikarbeiter und Diener, Mägde und Arbeiterinnen werden. Ihre Zahl ist in Berlin zu groß, als daß sie sich von der groben Arbeit fernhalten könnten. Sonst kommt es dahin, daß sie je länger, je mehr Arbeitgeber werden, dagegen die Christen in ihrem Dienste arbeiten und von ihnen ausgebeutet werden; ein Zustand, der unserer nationalen wie geistigen Stellung nicht würdig ist. Heutzutage ist Geld Macht. Ich gönne den Israeliten jedes Maß von redlich erworbenem Reichthum, aber ich finde ihren Einfluß auf unser öffentliches Leben unberechtigt. Sie [37] gebrauchen ihre Macht zur Zerstörung des christlichen Volksbewußtseins. Schon jetzt sitzen sie übermächtig in den Bezirksvereinen, in der Stadtverordnetenversammlung; wie soll das werden, wenn es so weiter geht? Ich glaube in der That, daß das beste Theil des deutschen Geistes verwelke, wenn die Israeliten durch ihr Geld gleichsam die neue Aristokratie eines verjudeten Berlin, eines verjudeten Deutschland würden. Nur die Furcht vor dieser Perspective drängt mich zum offenen Aussprechen des socialen Mißverhältnisses, in welchem Israel und Deutschland stehen. Es ist natürlich den Juden sehr unangenehm, wenn diese Dinge zur Sprache kommen; merkwürdiger Weise sind auch viele Getaufte in Berlin schon so verjudet, daß sie das Aufdecken unseres Schadens wie eine Gewaltthat beklagen. Trotzdem ist nur auf diesem Wege eine Besserung möglich. Bleiben wir zuerst bei einer Statistik von Berlin. Es ist Thatsache, daß Berlin 45,000 Juden hat und daß es ebensoviel hat wie ganz England, ganz Frankreich. Die Ignoranten der Magdeburgischen Zeitung haben freilich behauptet, das sei eine lächerliche Uebertreibung; sie wissen es eben nicht und schreien nur. England hat 46,000, Frankreich 51,000 Israeliten; gewiß darf man in einem Vortrag, bei dem es sich nicht um Statistik handelt, sagen, daß Berlin ebensoviel jüdische Bewohner hat. Diese Zahlen müssen doch auch den Stumpfsinnigsten zum Nachdenken bringen, denn jene Tausende sind meist in einer social ungemein bevorzugten Lage. Die Volkszählung Berlins vom Jahre 1867 mit 700,000 Einwohnern zeigt 3,9 Procent jüdischer Bevölkerung, unter ihnen 30 Procent der Familien, welche in der Lage sind, Erziehungspersonal für ihre Kinder zu halten. Leider findet sich betreffs der socialen Verhältnisse nichts Weiteres. Der Bericht über die Volkszählung von 1871 giebt mehr Daten. Danach sind unter 100 Juden 71,3 Procent Arbeitgeber, unter 100 Protestanten 38,7 Procent; unter 10,000 Juden 1132 Directoren, 259 Directricen, unter 10,000 Protestanten 509 dirigirende Männer, 188 dirigirende Frauen; an dem [38] Handel sind die Juden mit 55 Procent ihrer Bevölkerung, die Protestanten mit 12 Procent betheiligt. Diese Zahlen sind interessant, sie beweisen das sociale Uebergewicht. Daß daraus ein Uebergewicht der Bildung folgen muß, ist klar; es zeigt sich in stärkster Weise. Auf den Berliner Gymnasien sind 1488 Israeliten bei 4764 protestantischen Schülern; also 5 Procent der Bevölkerung, aber 30 Procent der Besucher höherer Schulen. Ein solcher Trieb nach socialer Bevorzugung, nach höherer Ausbildung verdient an sich die höchste Anerkennung; nur bedeutet er für uns einen Kampf um das Dasein in der intensivsten Form. Wächst Israel in dieser Richtung weiter, so wächst es uns völlig über den Kopf. Denn man täusche sich nicht; auf diesem Boden steht Race gegen Race und führt, nicht im Sinne des Hasses, aber im Sinne des Wettbewerbes einen Racestreit. Dagegen verwahrt sich freilich das Judenthum mit allen Kräften; es will als völlig deutsch gelten und weist von allen Gedanken meiner ersten Rede am meisten den zurück, daß es ein Volk im Volke, ein Staat im Staate, ein Stamm in einer fremden Race sei. Dennoch ist dies der Ausdruck thatsächlicher Verhältnisse. Ist Israel durch die „Alliance Israelite“ auf der ganzen Erde zu social-politischem Wirken verbunden, so ist es ein Staat im Staate, international innerhalb der Nation. Ist Israel in seinem Erwerbsleben isolirt, nimmt es an unserem Landbau gar nicht, an unserem Handwerk wenig Antheil, so ist es ein Volk im Volke. Israel hat noch heute religiöse Satzungen, die es von den andern Völkern absondern; die orthodoxen Israeliten glauben sich zu verunreinigen, wenn sie mit Christen zusammen essen, sie haben ihre besonderen Schlächter und ihre Speisegesetze. Nun, aber dann sind sie doch gewiß eine fremde Race, wenn sie die christlichen Deutschen und ihre Mahlzeiten für unrein achten. Ich glaube, daß man bei der Judenfrage gerade diesen letzteren Punkt all zu sehr übersieht; derselbe beweist, daß Israel in der That ein fremdes Volk ist und nie mit uns eins werden kann, außer wenn es sich zum Christenthum bekehrt. Die paar Mischehen von Reformjuden wollen dagegen nichts bedeuten. Und [39] eben deßhalb liegt in der bevorzugten, glänzenden Stellung der Israeliten eine Gefahr. Es ist unausbleiblich: der große, Alles beherrschende Einfluß, der gegenwärtig mit dem Besitz verbunden ist, macht die Juden zu Herren in unserer materiell gerichteten Zeit. Daß sie vielfach unbarmherzige Herren sind, offenbart der Wucher, daß sie leicht übermüthige Tyrannen werden, beweist ihre Presse; daß daneben viel treffliche Menschen unter ihnen gefunden werden, ist selbstverständlich. Die große Frage ist, wie wir die Gefahr dieses modernen Judenthums beseitigen oder verkleinern. Die Gesetzgebung, wenn sie die Herrschaft des Capitals einschränkt und damit den Juden ihre Domäne einengt, kann Einiges thun. Das Beste muß aus dem Wiedererwachen des lebendigen Christenthums kommen. Wenn das deutsche Volk wieder ein christliches Volk wird, gläubig an Jesum Christum, frei von Geldgier, voll Ehrfurcht für seine Kirche, dann wird das moderne Judenthum mit seinem Mammonsgeist, seiner schnöden Presse, seinem Haß gegen die Kirche nichts ausrichten. Vielmehr wird das lebendige Christenthum eine mächtige und unwiderstehliche Mission treiben an dem altgläubigen wie an dem modernen Judenthum.
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