Das neue israelitische Hospital zu Hamburg

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Begründung: Als Quelle dient eine Sekundärliteratur, obwohl die erste Auflage der Neuen Gedichte auf Commons vorhanden ist. --Jarlhelm 16:41, 15. Nov. 2009 (CET)
Textdaten
Autor: Heinrich Heine
Titel: Das neue israelitische Hospital zu Hamburg
Untertitel:
aus: Säkularausgabe. Band 2. Gedichte 1827-1844 und Versepen.
Seite 107
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1979
Verlag: Akademie-Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scan auf Commons
Kurzbeschreibung:
Auch in: Neue Gedichte. 1. Auflage 1844. Hamburg: Hoffmann und Campe. Seite 247–249. Scans auf Commons
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DAS NEUE ISRAELITISCHE HOSPITAL ZU HAMBURG.

Ein Hospital für arme, kranke Juden,
Für Menschenkinder, welche dreifach elend,
Behaftet mit den bösen drei Gebresten,
Mit Armuth, Körperschmerz und Judenthume!

5
Das schlimmste von den dreien ist das letzte,

Das tausendjährige Familienübel,
Die aus dem Niltal mitgeschleppte Plage,
Der altägyptisch ungesunde Glauben.

Unheilbar tiefes Leid! Dagegen helfen

10
Nicht Dampfbad, Dusche, nicht die Apparate

Der Chirurgie, noch all’ die Arzeneien,
Die dieses Haus den siechen Gästen bietet.

Wird einst die Zeit, die ew’ge Göttin, tilgen
Das dunkle Weh, das sich vererbt vom Vater

15
Herunter auf den Sohn, – wird einst der Enkel

Genesen und vernünftig seyn und glücklich?

Ich weiß es nicht! Doch mittlerweile wollen
Wir preisen jenes Herz, das klug und liebreich
Zu lindern suchte, was der Lind’rung fähig,

20
Zeitlichen Balsam träufelnd in die Wunden.


Der teure Mann! Er baute hier ein Obdach
Für Leiden, welche heilbar durch die Künste
Des Arztes, (oder auch des Todes!), sorgte
Für Polster, Labetrank, Wartung und Pflege –

25
Ein Mann der That, that er, was eben tunlich;

Für gute Werke gab er hin den Taglohn
Am Abend seines Lebens, menschenfreundlich,
Durch Wohltun sich erholend von der Arbeit.

Er gab mit reicher Hand – doch reich’re Spende

30
Entrollte manchmal seinem Aug, die Thräne,

Die kostbar schöne Thräne, die er weinte
Ob der unheilbar großen Brüderkrankheit.

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