| Textdaten |
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| Autor: |
Edgar Allan Poe |
| Titel: |
Das ruhlose Thal |
| Untertitel: |
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| aus: |
Ausgewählte Gedichte |
| Herausgeber: |
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| Auflage: |
1. Auflage |
| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1891 |
| Verlag: |
Verlag des Bibliographischen Bureaus |
| Drucker: |
{{{DRUCKER}}} |
| Erscheinungsort: |
Berlin |
| Übersetzer: |
Hedwig Lachmann (1865-1918) |
| Originaltitel: |
The Valley of Unrest |
| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Scans auf commons
S. 60–61 |
| Kurzbeschreibung: |
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Artikel in der Wikipedia
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[60] Das ruhlose Thal.
Einst lächelte ein friedliches Thal,
Aus welchem die Leute allzumal
Gezogen waren in stürmische Fernen,
Nachdem sie zu den gütigen Sternen
5
Gefleht, von ihren azurnen Thürmen
Die Blumen im Thal zu pflegen, zu schirmen,
In deren Mitte den ganzen Tag
Das rothe Sonnenlicht träge lag.
Jetzt raschelt es durch den seltsamen Ort
10
Ruhlos, rastlos in einem fort.
Alles zittert und schauert, blos
Die Lüfte sind ganz bewegungslos.
Ach, von keinem Winde geschaukelt,
Nicht vom leisesten Zephyr umgaukelt,
15
Zucken die Bäume gleich den Fjorden
Im umnebelten felsigen Norden.
Ach, von keinem Winde getrieben,
Jagen die Wolken und zerstieben
[61] Ueber den Veilchen, die dort liegen,
20
Ueber den Lilien, die sich dort wiegen,
Die sich wiegen und neigen und schauern,
Ueber mystischen Gräbern trauern.
Sie schauern: ihre duftenden Seelen
Zittern in immer währendem Leide.
25
Sie weinen: auf ihrem weißen Kleide
Schimmern die Thränen wie Juwelen.