Denkschrift über die Münze

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Nicolaus Copernicus
Titel: Denkschrift über das preussische Münzwesen
Untertitel:
aus: Nicolaus Coppernicus 2. Band: Urkunden, 1884, S. 21–29
Herausgeber: Leopold Prowe
Auflage:
Entstehungsdatum: 1522
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Weidmann
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Internet Archive, Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Copernicus-Muenzschriften.djvu
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[21]
2. DENKSCHRIFTEN ÜBER DIE MÜNZE.


2. Die Denkschriften über das preussische Münzwesen.
a) Das Gutachten über die Verbesserung der preussischen Münze
dem preussischen Landtage auf der Tagfahrt zu Graudenz im März 1522 überreicht.[1]

[2]Muncze wyrdtt genennett geczeichennt Goldtt, adir Sylber, domyte die geldunge der koufflichen adir verkoufflichenn dinge[3] [22] geczalett werdenn, noch einsatczunge eyner Itzlichenn gemeyne, adir derselbigen Regirer. Hierausz ist zcuuomercken, das eyne maesz ist die werdirunge. Nu ist von notenn, das eyne maesz habe einen festen und bestendigen standtt. Denne wo das nicht gehaltenn, folgett van notenn, das dye Ordnunge eynes gemeynen nutczes vorrucktt, ouch die kouffer und vorkouffer mannichfaltig betrogenn werdenn, alsze wo die Ele, der Scheffel, adir Gewichtt nichtt eynen gewissenn stant behilde. Dyeser gestaltt wyrt vorstanden eyne maesz der achtunge unnd werdyrunge der muncze.

[4]Unnd wyewoll dieselbige achtunge der muncze sich grundet in die güte der Materie, das men nennet das kornn oder grann, istt dach von notenn eynen underscheitt zcu vormerckenn der wird unnd der achtunge, dann eyne Muncze mag groszer geachtett werden, dann die Materye, darinne sie ist, und[5] widderumben.

[6]Hiernebenn ist zcumerckenn dye ursache der Munczen eynsatczunge, welche von notenn gewesen. Dann wyewoll eynn iglich dinck mochte gewechseltt werdenn, an Gold und silber, alleyne noch der Gewichtt, noch deme ausz gemeyner vorwyllunge der menschen das Goldtt und Sylber allenthalben teuerbaer gerechennt.

[7]Doch dweyle es gantcz unbequeme gefunden, die Gewichtt allewege bey sich zcu haben und ouch die lauterheit des silbers unnd goldes zcuerkennen, ist von den menschenn vor das beste angesehenn und uffgesatczt, das eyne Muncze mit eynem gemenem zceichenn zoltt geslagen werdenn, ausz welchem zceichen kundick zolde seynn, das die Muncze rechttfertige teyle ynne habe des goldes adir Sylbers, unnd die statthafftickeit des zceichenns den getrawen befeste.

[23] [8]Nu ist zcuwyssenn, das die rechtfertige und gleichmesige achtunge der Muncze ist, wenn sie gaer wenigk mynder golts adir Silbers inne hatt, dan mit derselbigenn mochte gekoufft werden, alze nemelich zo fyle do wynniger alze vor denn kosten, unnd lonn der Muncze von notenn were abeczuczyhenn, dann das zceichenn zall der Materienn ouch etczwas wird zcufugenn.

[9]Dyese achtunge der Muncze mag dreyerley weisz vorruckt werdenn. Zcum erstenn im graenn, zo alleyne die Materie fehel[10] hott, als nemlich, wan in geburlicher wichtt der Munczen dem Silber zcu fyl ertcz zcugesatcztt ist. Zcum anderenn, zo die gewichtt fehel[11] hott, wyewol der zcusatczt adir graen rechttfertig istt. Zcum dritten, welchs das irgeste ystt, szo die beden fehel[12] beynander seynnt.

[13]Es kann ouch die Müncze in vorachtunge kommenn aus derselbige unmesigen fylheit, wo zo fyle Silbers vormunczett wirdtt, das das Roe Silber von den leuten mehe dan gewonlich bogert wirdtt, dann dodurch nympt abe die achtunge der Muncze, wen ich mit derselbigenn nicht zo fyle Silbers kann kouffen, als sye in sich selbstt hott, unnd befinde als denne eynen groszeren nutcz, das ich die Muncze smeltze und tylge.

[14]Hieentkegen ist nodtt, das men nichtt mehr Muncze slae, bis zo lange sye sich mit der wirde des Silbers vorgleiche.

[15]Ouch wirdt die Muncze von jr selhst umwertt, zo sie ausz langem gebrauch vernutczet ist. Des zceichenn yst, Szo in der Muncze etlicher maesz merklich wynniger silber befunden wyrdtt.

[16]Dan[17] zcu wandelen, szall die Muncze vormachett [24] und vorneuett werdenn. Wo men nu neuwe Muncze machen wyll, ist von notenn,[18] dye alde gantcz zcuuorbientenn, unnd das mann in dem Muntzczhausse vor die alte Muncze neue gebe, denn die sye hin eynbrengen, und das nicht noch foriger achtunge der alten Muncze, szunder noch der Wyrde des sylbers, das in jr befundenn, unnd wo das nicht geschicht, wyrdtt die alde vorgifften die Achttbarickeit der neuen Muncze [aus] zcweyerley ursache.

[19] Dann wo sie myt der neuen vormesschett, wirt der geburlichen gewicht in der summe abbebrechenn, und wo denne ouch die Muntcz in der fylheit zcu sere zcunympett, wirtt folgen das vor hin ist gesagtt. Uber all erfindett sych der grosste gebrech, und ein unleydelicher Irthum, wo der Landesherre adir die Regirer der Lande, adir der gemeynen eynn gewyn suchen ausz der Munczunge, als nemlich, wan sye der forigenn unnd ganckbaren Muntcze eyne neuve Muntcze zcugeben, die im grann adir im schrott unfulkommenen ist, unnd doch in der achtunge mit der forigen vorgeleichett wirdtt. Dann solicher betreugett nicht allein dye undertanenn, bszunder ouch sich selbst, in deme das er sich freuwett eynes zceitlichenn nutczes, der zcu mael [gering][20] yst und gaer kleynn,[21] nicht anders dann ein kariger Agckerman, der boszen szamen seett, do myt er denn gutten spare, der wirt[22] widderumben meher, das er geseet hott. Dis uber vorwustett die wirdickeit der Muncze gleich wye rathe, adir ander unnkrautt das getreyde, welchs zo es uberhant [25] nympt, unnd Spaett wirtt befundenn, mag es der Herre nicht liderlichen bussenn adir abewenndenn, ane eyne andere beswerunge der underthane, ouch nicht ane seine ungelymp, dweyle er dasselbige geursachett.

[23]Nu wollen wir zcu meherem vorstentnisse eyne anczeygunge, und Exempel geben vonn unnser preuscher Muncze, die bisher myt fast fylenn gebrechenn ist wandelbaer wurden. Dieselbige Muncze ist genge unter diesen namen, alze Marck, Schoett etc. unnd under denselbigen namen gebraucht [men][24] ouch den gewichtt, eine marg lotige mach ein halb , und III scet machen I uncze etc. Aber die mark ann der zcaell wirt gerechent uff LX schillingen in der Muntcz. Szo wirt die preusche muntcz gebraucht in schillingenn, Groschenn und heller. Es erfindet sich aber, das, die nu Groschen genennet werdenn, vormals seint schillinge gewesenn, unnd derselbigenn acht marg haben inne gehabtt I feyn Sylber, das seint zcwe marg lotiges, welches sich ouch ausz jrer Materye erfindett.

[25]Dann jr graenn ist ausz der helffte Sylber und Koppfer, unnd dieselbigenn VIII marg zcu LX in der zcaell, wegenn fyl na zcwe , die sein gehesenn wurdenn neuwe schillinge, und jre marke seint genennet neuwe adir gutte marck. Dann doneben seynnt gewesen andere alde schillinge, unnd derselbenn alde marck, adir geringe marg, diese seint an der wichtt mit den neuwen eyntrechtick gewesen, aber noch der gütte underscheden uff die helffte, das ist halb zo fyle werdtt, dann jr zcusatczt ist gewestt alleyne noch dem firden teyll silber, und der XVI marg, die IIII gewogen, habenn inne gehalten I feyn Sylber, das seint zcwe marg lotiges. Daer noch im vorwandelunge des standes [26] dieser lannde, szo denn Steten zcugelossen Muntcz zcu sloenn, und sie jrem neuen priuilegio folge tetenn, hott das geltt zcugenommen an der fylheitt, nichtt aber ann der gütte. Dann do hott men angefangenn, dem fünfftenn teyle silber, IIII teyle kopper zcusatczt zcugebenn, bis zo lange die marck lotiges vor X marck, unnd eyn feynn silber vor XX marck ist gekofftt wurdenn. Nach deme aber neben der neuwenn Muntcz ouch die alte eynns teyls ist gegangenn, hott sichs erfolgett, das die forigenn neuwe schillinge seint schöter wurden, zo das XXIIII uff eyne geringe marg seint gerechent, dann I marck der gemeynen neuwen gemunczeten schillinge in der zcael LX ist nicht file besser gewesenn, denn die XXIIII.[26] Dornoch aber zo dieselbigenn schöter ouch vorswunden, dorumben das sie noch jrer achtunge auch in pommeren unnd in der marke angeneme unnd ganckbaer waren, hott men vor gut angesehenn, sye widderumben inns landt zcuzcyhenn, durch eyne satczunge adir erhohunge uff eynen groschenn, das seint III schillinge, welch ein grosz Irthum gewesen, und nicht fast rumlich sollich eynem trefflichenn Raedtt, gleich ob sie sich jrenn eigenenn ubels hettenn gefreuwet, und preusen nicht hett mogen seynn ane die groschen szo sie doch nicht besser waren dann XV heller, unnd ane dye sonst uberflusigk gnuck Muntcz in preusen waer. Demenoch seint die groschen ungeleich gewesenn denn dreyenn schillinge an der gutte, im Vtten adir VIten teyll. Szo sie aber der irrigen satczunge noch gleich werdt geachtett seyn, haben sie erniddertt die wirdickeit der schillinge, unnd die gebrechliche achtunge des vormischtenn geldes mit der gütte vorworren. Derhalbenn hott von tage zcu tage die achtunge des geldes meher unnd mere abgenommen, unnd dennoch hott men von dem munczenn nicht wollenn abestellenn, unnd zo die kosten nichtt wolde ausztragenn, das man eyne gleichwirdige [27] Muntcze myt der forigen hette mogen slaenn, ist sye fuer und fuer geringer wurden, alzo das sye auch der abesteygende achtunge nicht genucksam. Daerumbe zu die letczste Muntcze allwege der forigenn an die gutte ungemesz gewordenn, hott auch dye letczte stettlich die forigen achtunge zcustoret und auszgedrungenn, bisz zo lange die achtunge der schillinge myt der gütte der groschen sich hott vorgleichett, und das nu XII marck geringe vor eyne marg lotiges, unnd XXIIII marck vor I Silbers werdenn geguldenn. Dennoch ist keyn uffhorenn, wie wol sich die schillinge mit den groschen noch der achtunge vorgleichett, zo folgenn nu noch neuwe groschen, die zcum wynnigesten am schroet fehel habenn, dann dieselbigen XXVI marg in der gewicht II haben I Sylber. Was ist nu anders zcuwartenn, dann das men in kurczenn I Sylber vor XXVI margk, unnd die marg lotiges vor VIII marg wirdt mussen geldenn, wo es nicht vorkommen wyrdtt. Alzo trefflichem gebrechenn ist underwurffen die preuss. Muncze, unnd do durch das gancze lanndt. Alleyne die golttsmede nemen genys ausz des Landes schade und abnemen, szo sye die gütte des geldes zcu sich brengenn. Dann ausz dem hauffen vorlesenn sie die alte Muntcz, doraus sye das Silber schedenn und vorkouffen, nemen stets widderumben ander Muntcz meh silbers von unvorstendigenn folck. Szo dann solliche alte schillinge ganntcz undergangen, lesenn sye ausz die denen negst seynn, gleich wie den waysen ausz den drespen. Es furdert die nodtt, das diese gebrechen gereformirt werden, inn zceyten, ehe das eynn grosser fall geschitt, das zcum wynigesten eynn silber uff XX mark, unnd die marg lotiges uff X marck wurde gebrochtt, unnd dasselbige bestendick gehaltenn, noch obangeczeigter weysze. Nu wollen wir ein Exempel anczegen, wie sollich reformationn gescheen mochte. Zcum erstenn, das nur eyne stelle zcu Münczen werde angesatczett, do die Muntcz nicht im namen einer statt, adir uff ir gebreech, beszunder des ganczen [28] landes wurde geslagenn, unnd das weytre ane gemeynen Raadtt unnd zculossz Lande unnd Stette keyne neuwe Muntcz wurd auffgerichtt, das ouch durch ein bestendick decreet vorwaret wurd, das ausz eynem feynes Sylbers nicht meh dann XX marg wurdenn geslagen, in folgender weysze. Zcum schilling zoll men nemen III kopper, unnd I fein silber, wynniger eine halbe unntcz, adir zo fyle es von notenn vor den kosten der Munczer alleyne abeczuczihenn. Dis smelcze men in eynen klosz, und men schrote dar ausz XX marg schillinge, welche im kouffe werden eynnbrengenn I silbers, das seint II marg lotiges. Daer czu mocht men ouch slaenn Schöter von zcween koppfer, und I wynniger eine halbe untcz silbers, vor XX marg, in XXIIII vor die marg geschrotett. Ouch möchtenn vor dye schillinge halbe schillinge gemunczett werdenn noch foriger rechnunge, dor V vor I schoett ginge, unnd eyner vor III der itczigenn heller gewechseltt wurde. Szo aber der Muntczslag angefangenn wurd, muste der gebrauch der altenn Muntcz gantcz vorboten und niddergelegtt werdenn, und das men im Muntczhause vor XIII mark des aldenn geldes, zcale X mark der neuen schillinge adir Schoter. Disenn schaden muste men eyn mol tragen, do myte ein grosse frome und bestendiger nutcz zcuwuxse unnd es zold genuckszam, das die Munce in XXV adir meher Jarenn eyn mol vorneuett werde. Dis sey unns vonn der Mutcz zcu eyner beramunge gesagtt, welch eynem Jedenn bas vorstendigenn zcutateln adir czubessernn zoll underworffenn szeynn, in masenn sich ouch myt der Zceidt neuwe felle bogebenn.

1519.     

Das Landtags-Protokoll, aus welchem das vorstehend abgedruckte Münz-Gutachten des Copernicus entnommen ist, beginnt mit den Worten:

[29] Im Jare unnsers herren tausennt VcXXII ist durch Koe. Mat zcu Polenn eyne gemeyne tagefart uff denn tag Montag nach Reminiscere eyngesatcztt. Doselbigest hin in konicklichen namen seindt verordnet etc. …

Nach sollichem vorgeben koe. maiestat geschickten seint in dem mittel der rete dieser lande zcu preuszen die hochgelarten, achtbarenn und wirdigen herrn Nicolaus Koppernick der geistlichen rechte doctor unnd Magister Tydemannus Gisze thumherrn des stifftes zcur Frauenburgk und des erwirdigen in got vaters und herrn Fabian, bischoffs zcu Ermelandt verordnete und geschickte irschenen

Die Verhandlungen über die Münz-Angelegenheit begannen erst am vorletzten Tage der Woche. Der Einleitungs-Passus des Protokolls lautet:

Freytags dornoch ist zwischen Kn. Retenn aus der Cron und dieszenn Landenn zw preussenn merkliche handlunge furgenommen von wegen der muntcze, do denne der herre bischoff vonn Leslauw fyle und mannichfaltige rede gehabtt, erczelende die geschicklickeytt zo wol der polynschen, littauschen als preusischenn muntze anczyhende dye grosse teurbarkeit des sylbers und wo men eyne neue muncze slaen soltt, wolte die not fordern …

Der Mittheilung der Copernicanischen Denkschrift über die Münze gehen unmittelbar vorauf die nachstehenden Bemerkungen:

Vnd zo denne die geschickten Thumherrnn von der frauenburg bey diesen handel Im Rate gewesenn do denne ermeldet ist, das der Achtbare unnd Wirdige Herre Nicolaus Coppernick sich ettwan mit hogem fleysse in dieser sachenn bekommret vnd eyne aussatzunge gemacht, haben die Herrn Rete begertt das seyne Wirde Inenn dieselbige gunsticklichenn wollt mytetaylen vnd der sachenn zw gutt nicht vorbergen. Darinne sich seyne Wirde gutwillick hett finden lossenn. Vnnd ist in kegenwertickeit Kor Rete gelesen wurden.

Eximius ac multe eruditionis vir Nicolaus Copernicus sequentem modum cudendi monetam ad peticionem Consiliariorum harum terrarum olim elaborabat in proximis istis Comiciis autem addicione quadam facta absolvit. Utinam illi, quorum interest, huic negotio tandem Colophonem adderent, ne hoc malo terra prutena funditus perderetur.

Muncze wyrdtt genennett geczeichenntt Goldtt adir Sylber domyte die geldunge etc. etc. …

Anmerkungen der Vorlage

  1. Abgedruckt aus dem Original-Recess des Danziger Stadtarchivs, welcher die Verhandlungen des Preussischen Landtags aus den Jahren 1515–1523 enthält.
    Bisher kannten wir den Inhalt des Copernicanischen Münz-Gutachtens nur aus dem Abdrucke bei Schütz historia rerum Prussicarum (S. 480–482), welchen auch Hipler in sein Spicilegium Copernicanum aufgenommen hat. Schütz sagt selbst, er habe den Aufsatz des Copernicus „von Wort zu Wort“ wiedergegeben und die Vergleichung mit dem wiederaufgefundenen Originale erweist die Richtigkeit seiner Angabe. Schütz hat wirklich keine wesentlichen Veränderungen vorgenommen, wohl aber den ganzen Aufsatz sprachlich und orthographisch nach dem Schrift- und Sprachgebrauche seiner Zeit umgewandelt.
    Ob wir in dem Landtags-Protokolle selbst eine diplomatisch treue Abschrift des Copernicanischen Gutachtens besitzen, ist aus mehreren Gründen kaum anzunehmen; es scheint sich der Schreiber vielmehr mancherlei sprachliche und jedenfalls auch orthographische Aenderungen erlaubt zu haben. Was jedoch dem Abschreiber angehört, ist gegenwärtig nicht zu bestimmen. Es ist deshalb der Abdruck ganz getreu nach dem Manuskripte genommen. Nur die Abkürzungen für die Bezeichnung der Münzen und Münzwerthe sind nicht beibehalten, um das Verständniss nicht unnöthigerweise zu erschweren.
  2. Den einzelnen Hauptabschnitten des Aufsatzes sind – wohl schwerlich vom Verfasser selbst – in lateinischer Sprache Randbemerkungen beigefügt, in denen der Inhalt des Abschnittes angegeben wird. Der Vollständigkeit wegen sollen sie an den betreffenden Stellen unter dem Texte mitgetheilt werden.
    Neben der ersten Zeile stehen die Worte moneta quid sit definitur.
  3. In dem Abdrucke bei Schütz ist das Wort dinge ausgefallen.
  4. Aliud est valor monete, aliud est extimatio.
  5. Schütz hat vor widderumben noch eingeschaltet: also, wodurch das gegensätzliche widderumben allerdings schärfer hervorgehoben und der Gedanke verständlicher wird.
  6. Quare es signatum institutem sit.
  7. Quare monete signum imprimitur.
  8. Que sit iusta ac debita extimatio eris signati.
  9. Estimatio monete trifarie corrumpitur.
  10. Schütz: feil.
  11. Schütz: scheel.
  12. Schütz: feil.
  13. Vilitas et leuipensio monete unde nonnunquam trahat originem.
  14. Vilitati monete ex causa predicta qualiter occurrendum.
  15. Alia causa vilitatis monete.
  16. Remedium contra hanc vilitatem.
  17. Schütz kommt dem Verständnisse zu Hülfe, indem er dan in das verwandelt.
  18. Bei Schütz sind die Worte ist von notten durch ein Versehen ausgefallen und ist der Satz dadurch unverständlich geworden.
  19. Ratio duplex ante dictorum.
  20. Schütz hat hier das Wort gering eingeschaltet, was zu billigen ist; irgend ein Wort dieser Bedeutung ist hier ausgefallen.
  21. Similitudo.
  22. Schütz hat, um den Gedanken verständlicher zu machen, hinter wirt noch die Worte: des bösen hinzugesetzt.
  23. Declaratio predictorum et applicatio ad monetam terre nostre.
  24. Um den corrumpirten Text des Original-Recesses verständlich zu machen, ist men hinzugefügt worden. Schütz hat denselben Zweck dadurch zu erreichen gesucht, dass er wird einschiebt.
  25. Hinc origo bonarum marcarum, quibus adhuc utimur in libris civitatis.
  26. Schütz hat des sicheren Verständnisses wegen das Wort Sköter, welches im Manuskripte fehlt, hier hinzugesetzt.