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| Autor: |
unbekannt |
| Titel: |
Der Wucherische Müntzmeister |
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| aus: |
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| Auflage: |
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| Erscheinungsdatum: |
um 1621 |
| Verlag: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
im VD17 unter der Nummer 23:244808W Herzog-August-Bibliothek, Wolfenbüttel |
| Kurzbeschreibung: |
Flugblatt aus der Kipper- und Wipperzeit |
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Artikel in der Wikipedia
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| Eintrag in der GND: {{{GND}}} |
| Bild |
VD17 23 244808W.jpg |
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Der Wucherische Müntzmeister
Bildinschriften
Ach Baar stehe doch vber die Persohn
Es wird geschehen zu rechter Zeitt.
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Geldt muß da sein.
Conscientia
unten: Zerbricht das Gluck vom Glas mir baldt
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Wir schlagen waÿdlich drauf
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Text
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Müntzmeister.
LAufft zu / laufft zu / ihr lieben Leut /
In dieser angenämen Zeit /
Kompt her zu mir auff diesen Plan /
Merckt auff / was ich euch zeige an:
Kompt her zu mir / seyt arm odr reich /
Ihr Jungen vnd Alten zugleich /
Schawet an / hört zu ohn beschwerd /
Wie es beschaffen ist auff Erd /
Kriegesgeschrey / wie ist bekand /
Erschallet jetzt in alle Land.
Ein jeder dazu Nacht vnd Tag
Sich bemühet / vnnd dahin tracht /
Wie er möge viel Geldt vnd Gut
Samblen / vnd haben guten Muht.
Wer viel Gelt hat ist lieb vnnd werth /
Deß Dürfftigen niemand begert.
Wer Gelt hat / kompt bald zu Ehren /
Arme thut man gschwind abkehren.
Wer Gelt hat / wird gar hoch geacht /
Welches ich gar wol hab betracht.
Darumb die Müntz bald auff mich nam /
Daher ich bin worden ein Mann.
Ich thet bey meinen Spießgeselln /
Kipper vnd Auffwechßler bestelln
Mit fleiß / daß sie auß alln Orten /
Die beste Müntz zu mir führten:
Daher mein Tiegl so sehr zunam /
Daß ich bald ward ein reicher Mann.
Vor Zeiten bey vielen Fratzen /
Heller / Pfenning / Dreyer / Batzen /
Wurdn gehalten in schlechtem Werth /
Bißweilen sie niemand begert /
Da solt es alles Thaler seyn /
Odr Golt / das ander war gemein.
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Auch wündschtens in vielen Städten /
Daß sie solch schlecht Müntz nicht hetten.
Ich aber recht betracht die Sachn /
Gedacht / du solt es anders machn /
Mein SchmeltzTiegel nam sie gern an /
Daher ich ward ein reicher Mann.
Doch diese Müntze nicht allein /
Sondern auch Groschen vnd Creutzr fein /
Was? Reichsthaler in grosser Zahl /
Wurdn mir zugeführt überal /
Welchen ich gar geschwind vnd bald /
Verändert ihr erste gestalt /
Mit Kupffer ich das weiß abtrieb /
Daß nur schön rot farb überblieb.
Daher ichs auch so weit gebracht /
Daß Kupffer jetzt wird hochgeacht /
Da vor Jahrn das Silber allein /
In grosser Herrn Schatz ward glegt ein /
Thut fürwar an jetzo im gleichn
Kupffer fein mählich mit einschleichn /
Vnd wann ich das nicht hett gethan /
Wer ich nicht gewordn ein reichr Mann.
Fräwlein Conscientia.
JA freylich du keinnützer Heldt /
Verschmeltzest viel Silber vnd Gelt /
Was zuvor von Silber gewest /
Für Kupffer sich jetzt sehen läst /
Daher bist wordn ein reicher Mann.
Aber merck was ich dir zeige an /
Du hast betrogn viel grosser Herrn /
Die Kauffleut thust du auch verirn /
Dein schmeltzen macht daß gstigen seyn /
So hoch ihr Wahren in gemein /
Daß / was man mit müh vnd sorgen /
In vielen Wochn hat erworben /
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Vmb ein Eln Zeugs bald zahlen muß /
Solt das nicht bringen groß Verdruß?
Du machest daß dem armen Mann /
Kein Pfenning jetzt man geben kan.
Hiedurch dem Crämer sein Wahrn bleibn /
Kan sein Nahrung nicht weiter treibn /
Das Marck ihm ziehest auß dem Bein /
Drüber er seufftzet in geheim /
Der Armen Thränen übr sich steign /
Werden nicht vngerochen bleibn /
GOtt wird dich stürtzen gar geschwind /
Entgelten wirdts dein Weib vnnd Kind:
Dein Glück wird sich wenden gar bald /
Wirst haben ein viel andr gestalt /
Ob du schon blühst ein gering Zeit /
Wirst bald drauff haben viel Hertzleid /
Drumb schicke dich nur fein darein /
Jetzt muß vnd soll dein Garauß seyn.
MüntzMeister.
ACh / wie ist mir so angst vnd weh /
Wo bleibt jetzt ich / nicht längr hie steh /
O weh / weh / was für ein Gesicht /
Hat mir erschröcklich ding bericht /
Groß ist mein Jammer vnd Elend /
Die gantze Welt ist mir zu eng.
War ists / gar viel hab ich betrogn /
Vnd sie gar schändtlich außgesogn /
Ihr Kipper vnd Auffwechßler ebn /
Bringet mich jetzund vmb mein Lebn /
Drumb nemet diß gar wol in acht /
Jetzt fahr ich hin zu guter Nacht.
ENDE.
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