Ziemt wohl den Söhnen frohe Feier
Und Jubel, der die Luft erfüllt,
Da noch der düstre Wittwenschleier
Der Mutter theures Haupt verhüllt?
Umsonst an aller Throne Stufen
Erfleht sie Rettung aus der Noth,
Ihr Schmerzensschrei, ihr Hülserufen,
Das ist’s, was hierher Euch entbot.
Und ist’s ein Fest, das wir begehen
Im Ernste dieser schweren Zeit,
Sei unser fest Zusammenstehen
Von heil’gem Ernste auch geweiht.
Herbei, die Reihen eng geschlossen,
Zum Schwure legt auf’s Herz die Hand:
Wir weihen gern und unverdrossen
Uns Dir, geliebtes Vaterland!
Frisch gleich dem Grün der dentschen Eichen,
Fromm sonder Heuchelschein und Trug,
Froh bei des Schicksals schwersten Streichen,
Frei wie zum Licht des Adlers Flug,
So sei des deutschen Mannes Streben,
Er selber frisch, fromm, fröhlich, frei.
Die solche Losung ihm gegeben,
Gut Heil der deutschen Turnerei!
Sie stählt des Mannes Faust zur Wehre,
Zerreißt was Arm und Sinn umstrickt,
Daß er des Vaterlandes Ehre
Wehrhaft zu wahren sei geschickt,
Sie lehrt die Kraft zusammenraffen
In treuem, innigem Verband,
Daß Deutschlands Volk, ein Volk in Waffen
Nach außen hält und innen Stand.
Willkommen, die in solchem Sinne
Von Nord und Süd Ihr Euch geschaart!
Die Welt voll Feinde werd’ es inne,
Daß muth- und kraftvoll deutsche Art.
Erprobt des Mark der schmeid’gen Glieder
In reger Wettlust frohem Spiel,
Von Reck und Barren ruft hernieder
Euch bald ein ander, ernster Ziel.
Hier hat das Volk die Schlacht geschlagen,
Die Deutschlands Freiheit einst erneut;
Hier sei zu künft’gen Erntetagen
Jetzt frischer Samen ausgestreut.
Und hallen einst die Siegesglocken,
Dann prangt in wahrem Festesglanz
Auf uns’rer Mutter gold’nen Locken
Der ewig grüne Eichenkanz!