Die Geschlechter
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Die Geschlechter.
Sieh in dem zarten Kind zwey liebliche Blumen vereinigt, 5
Gönne dem Knaben zu spielen, in wilder Begierde zu toben, Nur die gesättigte Kraft kehret zur Anmuth zurück. [60]
Reizende Fülle schwellt der Jungfrau blühende Glieder, 10
Aber der Stolz bewacht streng wie der Gürtel den Reiz.Scheu wie das zitternde Reh, das ihr Horn durch die Wälder verfolget, 15
Fern in der Speere Gewühl und auf die stäubende Rennbahn Ruft ihn der lockende Ruhm, reißt ihn der brausende Muth. [61]
Aber da bist du, du mächtige schon, aus dem wildesten Streite 20
Rufst du der Harmonie göttlichen Frieden hervor.Tief verstummet die lermende Jagd, des rauschenden Tages 25
Was erreget zu Seufzern der Jungfrau steigenden Busen? Jüngling, was füllet den Blick schwellend mit Thränen dir an? [62]
Ruhelos strebend verzehrt sich in eigenen Flammen der Jüngling, 30
Ach, der brennenden Glut wehet kein lindernder Hauch.Siehe, da finden sie sich, es führet sie Amor zusammen, Schiller.
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