Die Karawane/6

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Textdaten
Autor: Wilhelm Hauff
Titel: Märchen-Almanach auf das Jahr 1826
Untertitel: Die Karawane
aus: W. Hauffs Werke, Bd. II, S. 149
Herausgeber: Max Mendheim
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Entstehungsdatum: 1825
Erscheinungsdatum: 1891–1909
Verlag: Bibliographisches Institut
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Erscheinungsort: Leipzig und Wien
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[149] So erzählte mir mein Vater. Ich bezeugte ihm meine Reue über mein rohes Betragen gegen den guten kleinen Mann, und mein Vater schenkte mir die andere Hälfte der Strafe, die er mir zugedacht hatte. Ich erzählte meinen Kameraden die wunderbaren Schicksale des Kleinen, und wir gewannen ihn so lieb, daß ihn keiner mehr schimpfte. Im Gegenteil, wir ehrten ihn, solange er lebte, und haben uns vor ihm immer so tief als vor Kadi und Mufti[1] gebückt.

Die Reisenden beschlossen, einen Rasttag in dieser Karawanserai zu machen, um sich und die Tiere zur weiteren Reise zu stärken. Die gestrige Fröhlichkeit ging auch auf diesen Tag über, und sie ergötzten sich in allerlei Spielen. Nach dem Essen aber riefen sie dem fünften Kaufmann, Ali Sizah, auch seine Schuldigkeit gleich den übrigen zu thun und eine Geschichte zu erzählen. Er antwortete, sein Leben sei zu arm an auffallenden Begebenheiten, als daß er ihnen etwas davon mitteilen möchte; daher wolle er ihnen etwas anderes erzählen, nämlich: Das Märchen vom falschen Prinzen.


  1. Mufti (arab.) s. v. w. Gesetzausleger, juristischer Ratgeber in religiösen Fragen.
Die Geschichte von dem kleinen Muck Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 von Wilhelm Hauff
Die Karawane (Fortsetzung)
Das Märchen vom falschen Prinzen
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