Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):072

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
071 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt LXXII
Nächstes Blatt>>> 073
Schedelsche Weltchronik d 072.jpg
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.


LXXI verso:[Bearbeiten]

Das funft alter

Tolosa die statt ihenßhalb der Gallier gepirg gelegen ist von einem Troyaner Tolosus genant erstlich angefangen. als nw die roemer dise statt eroberten do machten sie ine ein wonung daselbst vnd sie zierten mit eim großen marckt haws. capittel haws vnd andernn gepewen der noch ettliche vorawgen sind. Dise statt ist der Narbonensier statt die von den gesellen Enee erpawt wardt. gar nahend gelegen vnd auch nit weit in aquitania von den sonciatischen volck. in der Paulus der iunger sancti Pauli mit wunderzaichen im frid rastet. Sie ist der hawbtstatt vnd durch babst Johannnes dem. xxkj. mit ertzbischoflicher wirdigkeit erstlich begabet vnnd die auß irnn castellen in der statt auffgerichtet vnd demselben ertzbischoffthumb vnderworffen. Dise statt ist dem konig von franckreich vndertanig. vnd darinn auch ein hohe schul auffgerichtet. Daselbst werden die leichnam sancti Saturnini vnd ettlicher appostel heilthum in großer ere gehalten. derselb ist der erst bischoff alda gewest. der von den haiden begriffen vnd von der hoehe des capittel haws durch alle staffeln abgestuertzet im sein hawbt zerknueschet. sein hirn außgeslagen vnd an seinm gantzen leichnam zerrissen wardt. vnd er also daselbst sein heilige sele cristo dem herrnn auffgeopffert hat.

Turo ein hawbtstat des lands Gallie ist von Bruto dem konig der Britannier gepawt. die er nach Turno seinem enicklein der daslebst von Ewalfredo dem hertzogen der Aquitanier imm streit erslagen wardt Turonem genennt hat. Diss ist nw gar ein gewerbige statt. Sie hat den fluss Ligeri der die Biturigier von den Hedniern teylet vnd vomm meer vbersich ein schiffung vnd derhalben mit ein kleine mutzperkeit. Daselbst ist auch ein ertzbischoflicher stuol der dann auff andere bischoff vnder ime hat. die zum merern tail in Celtica sind. vnd wiewol sie auß mererm teil in dem hertzogthumb des herdißhalb gelegnen Britanien den namen behelt so ligt sie doch in dem koenigreich der Frantzosen. vnnd so aber dise statt fast reich vnd habschaftig ist so sind daselbst auch nit vnedele gepew. Dise statt hat vil treffenlicher in aller tugend vnnd heiligkeit beruembter mann gehabt. Der einer ist gewest der allerheilligst bischoff Martinus ein aufferwecker dreyer todten. der ander Perpetuus auch ein bischoff wunderperlicher heiligkeit.


Nuremberg chronicles f 71v 1.png

LXXII recto:[Bearbeiten]

Blat LXXII

der werlt


Nuremberg chronicles f 72r 1.png


Mayland die machtig statt bey den Insubriern dess gantzen herdißhalb dem gepirg Gallie ein hawbt vnnd muotter anderer stett. hatt irnn vrsprung von den Galliernn die vnder Brenno irem heerfuerer in welsche land zohen. Vil sagen dise statt sey bey herrschung konig Assueri von den Senonensischen Galliern nit gepawet sunder gemeret vnd geauffet worden. Ettlich sprechen aber sie sey erstlich zu der zeit Josue des richters der hebreyschen gepawen vnd zu den zeitten der Troyaner gar scheinperlich gewesen. dann als Sicambri das volck teutscher lannd zur zeit Sampsonis des richters die gegent teutscher lannd erobert hetten vnd sich fueroan wider Mayland mit feyntlichem gemuet schickten. do kome inen Julius der Jnsubrier koenig entgegen. vnd sie machten frid vnd puentnus das sie ein einigs volck vnd reich werden solten. bis auff hertzog Brennium ist es nit ein grosse statt gewesen. sunder durch ine allererst wunderperlicher weiß gemeret worden. Diss ist ein gewerbstatt des gantzen Lombardischen lands. vnd hat in aller guete einen gantz fruchtpern erdpoden. Hercules maximianus hat dise statt mit zynnen gezieret die andern mawr darumb gefuert vnd die statt erweittert vnd nach ime Herculeam genennet. vnd in der ere Herculis einen tempel gepawet. der yetzo sand Laurentzen geweihet ist. Nach so langer gluecksaligkeit hat sie ire erste beswerde dieweil fand Ambrosius noch ein bischoff was auß verfolgung der Arrianischen ketzer erlidden. Vnlang darnach zohe Attila der wuetterich in welsche land vnd zerruedet Mayland. nach irer wideraufrichtung ist dise statt in kleiner ruee gestanden. sunder von den Lombardischen mit großem beschwerden bekuemert worden. als aber der groß Karolus die Lombardier gezamet het do stund Mayland durch. iijc. lx. iar in plueendem wesen. bis keiser Friderich mit dem rottenpart dieselben stat dem erdpoden gleich schlayffet. Darnach haben die Maylander ir statt vnnd gegent durch hilffe der Parmenser vnd Placentiner mit solcher inpruenstigkeit des gemuets widererpawen das die statt innerhalb dreyen iarnn reicher. machtiger vnd gewerwiger worden denn sie vormals gewesen wer vnd zu wunderperlicher zunemung gelangt het. Babst Alexander der fuenfft schreibt das Mayland also eines natuerlichen guoten gelegers sey das alda weder entzundung der hytz noch scherpffe der keltt vbertreffe vnd daruemb so sey daselbst gar einwolgemassigts ende vnnd fast guter luft vnd frischs gesuendlich wasser vnd. xvij. gar schoene see. vnd. lx. wasserfluess die erden begießende werden in derselben gegent gefunden. In was plueendem wesen aber dise statt ettwen gestanden sey vnnd noch stee das zeigen an die große der tempel. die weitte der koeniglichen hewser. der adel der hohberuembten gepew. auch die mechtigen herrnn der hertzogischen mayestat vnderworffen vnd die versamlung der geistlichen. auch die schar der geraysigen vnd der gelerten. vnd auch die arbeit vnd kaufmanschaft der waffen. tuecher vnd mancherlay kleyder. der obgenant babst spricht auch Barnabas sand Paulßen mitiunger sey daselbst der erst bischoff gewesen. vnnd vnlang nach ime sand Ambrosius komen. der alda sand Augustin zum glawben bekert hab. Amm iungsten haben die hertzogen ein gar hohe burg daselbst vnd ein fast loeblich spital in vnßer lieben frawen krichen gepawen vnnd mit vil andern dingen geziert.