Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):181

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CLXXX verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter
Jar der werlt .vim.jc.lxxiij.          Jar Cristi .ixc.lxxiiij.[1]

Linea der bebst // Donus der ander

DOnus der ander ein roemer nach Benedicto ein babst was eim frumb auffrichtig vnd gantzmueetig man. Aber er hat in seim babstthumb nichtz sunders groß lobs wirdigs gehandelt. dann er starb im ersten iar seins babstthumbs.

Bonifacius der sibend

Bonifacius der sibend dess vaterland vnd zunamen von seins vnadels wegen verschwigen bleibt erlanget den babstthumb mit boesen listen. vnnd verlore auch denselben hinwiderumb boeßlich. dann er wardt auß verfolgung frummer burger gedrungen die statt rom zemeyden. darumb zohe er von dannen vnnd name die koestlichen klainat auß sant peters kirchen mit ime hin vnd fluhe gein constantinopel[.] daselbst enthielt er sich so lang bis er auß den verkawften enttragnen heilligen klaynaten ein große summ gelts sammlet. mit demselben gelt maynet er ettlicge personen durch myet vnd gabe zebiegen vnd widerumb also in dem babstlichen stuol einzekomen. darinn teten ime ettlich frumm lewt widerstand. Vnnd nemlich ein cardinal den heiß er fahen vnnd seins gesichts berawben. Aber er starb vnnd endet sein leben in zwittrechtigkeit schentlich vnd saße nuor siben monat.

Sant Vlrich bischoff

SAnt Vlrich bischoff zu Augspurg auß dem edeln geschlecht der grafen von dilligen geporn. in sant gallen closter erzogen. der schrift vnd goetlicher ere erbietung vnderweist begeret in einen gaistlichen stand zekomen. aber er wardt von einer cleueßnerin vermanet solchs nicht zetun vnd verkuendet ine kuenftigclich einen bischoff zewerden. dar nach wardt er von seinen freuenden zu dem bischoff Adelberano getan. vnd zu letst zu eim bischoff nach dem willen gottes erkorn vnd keret sich mit gantzem fleiß auf goettliche beschewlichkeit vnd widererpawung der kirchen vnd vbet mit seinen tugenten vnd stettigem gepette wunderperliche ding. in dem hungrischen krieg sunderlich do kaiser otto sie erniderleget. In demselben streyt verlore sant Vlrich seinen bruder Diepoldum vnnd Regniboldum seiner schwester sun. Zu letst nach vil kronen der gedult starb er nach cristi gepurt. ixc.lxxiii. iar.[2] vnnd seins alters in dem. lxxxiii. iar. vnd wardt von sant Wolffgang dem regenspurgischen bischoff zu Auspurg in sant Affra kirchen begraben vnd was an heilligkeit vnd wunderzaichen ein hohberuembt man.

Benedictus der sibend

BEnedctius der sibend ein roemer hat in eingang seins babstthumbs Gilbertum einen aufruorigen man vnd schwartzkunster in einer gehaltnen versamlung verdammet. vnd Arnulphum den bischoff der von Gilberto außgetriben wardt wider eingesetzt. vnnd darnach mit verwilligung kaiser Otten des alten Ottonem seinen sun mit Theophonia seiner gemahel zu rom gekroenet. Diser babst vermanet einen yegclichen bittende das sie in der wale eins roemischen kaisers den gemaynen cristenlichen nutz vnd stand versorgen solten. Er starb im. ix. iar seins babstthumbs.

Johannes der. xiiii.

JOhannes der .xiiii. auch ein roemer wardt im dritten monat nach angang seins babstthumbs von den roemern gefanngen in die Engelburg gefueert vnnd daselbst in gestanck. hunger vnd schwermueetigkeit so hart gehalten das er starb. Auß was vrsachen solchs beschehen sey ist nit aigentlich wissend.

Johannes der. xv.
Sant Cunrat bischoff

Johannes der .xv. auch ein roemer hat sich nach empfangnem babstthumb wider die pfafheit in haß also grymmlich entzuendet das auch er billich von der pfafheit gehaßt wardt. dann er gab goettliche vnnd menschliche ding seinen gesypptten vnnd nahend gewandten. vngeachtet goettlicher ere vnd der wirdigkeit der roemischen kirchen. Dise irrung hat er seinen nachkomen also gelaßen das der bis hieher an vnßere zeit geraicht hat. Aber er starb im achten monat seins babstthumbs.

SAnnt Cunrat der bischoff zu Costentz ist diser zeit an gaistlichkeit. heilligkeit. lere vnd andern tugenten hoh beruembt gewesen. Er was auß edeln eltern in teuetschen landen geporn vnd wardt der schrift berichtet erstlich von Nothingo dem bischoff zu Costentz ein verhoerer gaistlicher sachen. darnach ein probst erkorn. vnd nach absterben desselben bischoffs zu eim bischof von sant Vlrich vnd der pfafheit erwelet. Er hielt eins mals am ostertag das ambt der mess vnnd noße in vertrawen zu got ein spinnen die in den kelch gefallen was. die kroche darnach ob dem tisch wider auß seinem mund on verletzung.

CLXXXI recto:[Bearbeiten]

der werlt
Blat CLXXXI

Linea der kaiser // Otto der ander

OTto der ander ein kaiser. den der groß kaiser Otto sein vater einen mitregirer des kaiserthumbs machet. vnd den mitsambt seiner gemahel theophonia der babst in sant Johanßen kirchen zu rom kroenet. hat im iar cristi. ixc.lxxv.[3] allain zeregieren angefangen. ein guoter man vnd ernstlicher beschirmer der roemischen kirchen vnnd hat dem reich der kriechischen vor angenomnem kaiserthumb frid gegeben. vnnd Theophoniam Johannis des constantinopolitanischen kaisers schwester zu der ee genomen. Als er nw die kaiserlichen kron empfangen het vnd nach abgang seins vaters auß welschen landen wider in teuetsch lannd keret. do fande er hertzog Heinrichen zu bayern widerspennig. aber er machet ine pald gehorsam. Dieweil kaiser Otto mit disem krieg bekuemert was do zohe Lotharius der koenig zu franckreich mit großer heeres kraft in das lothringisch land das zu dem roemischen reich gehoeret. vnnd fueroan gein Ach vnd verwueestet die landschaft daselbst. do ruestet sich diser kaiser Otto mit heereßkraft auß bayern in Lothringen vnd fueroan in franckreich bis fuer gein parys ziehende vnnd zuendet die vorstatt daselbst an. Im widerweg empfieng er ettlicher maß schaden. Darnach zohe er mit großem heer in welsche lannd wider die kriechischen kaiser Basilium vnd constantinum. die Calabriam vnd ettlich gegent welschs lannds erobert hetten. Aber otto wardt vberwunden do kome er in der flucht auff ein schiff der meerrawber die fueereten ine vnbekannten in Siciliam. Als er aber daselbst bekannt wardt do verhieß er den von Sicilia vil gelts ine wider gein rom zefueeren. das erlangkt er von inen. Do er nw gein rom kom do thet er fleiß sein zerstrewtes heer wider zesameln. vnd nach dem er auß mangel des beystands seins heers wider die Roemer als vrsacher seiner erliddner nyderlag nichtz getorst fuernemen so keret er seinen zorn auff die Beneuentanier. derselben statt fienge er vnd zuendet die an. vnnd fueeret sant Bartholomes leichnam von dannen gein rom vnd starb alda vnd wardt mit großen eren begraben vnd ließ einen sun otto der dritt genant einen nachkomen des reichs vnd Adalisiam die tochter des marggrafen montis ferrati gemahel.

Bruno ein bischof // Eduardus koenig // Ludwig koenig
Odilo abbt // Alpharabius ein philozophus // Thebaldus ein graf

BRuno bischoff zu Coelne des ersten kaisers otten bruder. ist von helligkeit wegen seins lebens in großen wirden gehabt gewest. der hat sant panthaleons closter zu coelne gestiftet vnd mit großer darlegung aufgerichtet. Durch diss heilligen bischofs fleiss sind die leichnam san Elisii vnd Patrocli mitsambt sant Peters stab von rom gein coelne gebracht worden.

ODilo hat nach Maiolo dem heilligen Cluniacensischen abbt diser zeitt gereichßnet vnnd in tugenten geplueet vnd als ein abbt dasselb closter .lvi. iar heilligclich geregiert vnd in Burgundia den tag der gedechtnus aller gestorbnen nach aller heilligen tag erstlich erfunden vnd auffgesetzt. dz dann nachfolgend babst Johannes der .xvi. allen kirchen zehalten bestettigt hat.

EDuardus der engellendisch koenig was deßmals in seiner regirung vnd auch an heillikeit scheinper. der darnach auß listigkeit vnd neyd seiner stiefmuoter erschlagen als ein martrer in vil wunderzaychen geschinen hat.

ALpharabius auß arabia puertig ein treffenlicher philozophus hat diser zeit vil guoter schriften gemacht.

LVdwig der vierd ein franckreichischer koenig vnnd der letst auß des großen Karls geschlecht hat nach Lothario vber die frantzosen geregirt. vnd Hugoni eim fast gestrengen ritterlichen man das reich. vnd Blancam sein gemahele auß der er keinen manß erben het nach seinem todt zewerden geschaft. dess geschlecht vnd nachkomen noch hewt beytag in franckreich herrscht.

THebaldus der graff Canusii der Regiensischen statt was ein beruembt man an gemueet vnd wolgeuebten geschihten. dem dann von seiner verdienst wegen babst iohannes die statt ferrariam zebesitzen eingabe.


  1. 6173. Jahr der Welt, 974 n. chr.
  2. 973 n. Chr.
  3. 975 n. Chr.