Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):248

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CCLXVII verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter

empfangen ward. dieweil er zu Senis was do kome seine vertrewte gespons Leonora des koenigs von Portugalia tochter gein Pisa. Ein person mittelmassiger lenge ein iunckfraw. xvi. iar alt. froelichs anplicks. schwartzer vnd durchleuechtiger awgen. kleins munds. roetleter wanng. weiß nacks vnd antlitzs. gantz wolgestalt. An dem andern tag der fasten wardt sie gein Senis gefueert. Ir komen entgegen erstlich die foerdersten burger daselbst. darnach koenig Laßlaw vnd hertzog Albrecht. vnd nachfolgennd die pfafheit. So harret ir Friderich der roemisch koenig mit den babstlichen legaten außerhalb der zwayer thor der statt. Als sie einander ansihtig warden do vmbfienngen sie bede aneinander. Nach disen geschihten richteten die von Senis einen marmorstayn auff. Als nw diser Friderich seinen weg fueroan gein rome nam do wardt ime vnder wegen zu Viterbio auß befelhnus des babsts vberschwenckliche große ere erbotten. Vnd do er sich gein Rom zuonahnet do komen ime aller adel. vnd auch die wirdigst versammlung der bebstlichen rete vnd cardinel. vnd der Spoletanisch bischoff des babsts vicari. vnd vil ander bischoff vnd ebbt haylthumb tragende entgegen. Also zohe diser Friderich in wunderperlichem schoenem geschick vnd ordnung der seinen gein Rom ein mit vorgetragnem ploßem schwert. mit zwayen panyern Sant Georgen vnd des adlers des roemischen reichs neben der koenigclichen gesponsen vnnd koenig Laßlawen. auch hertzog albrechten. in gepuerlichem geschick yeder person an irem ort. Vnd koenig Friderich wardt vnder einm guldein tuch bis an die staffeln sannt Peters kirchen gefueert. alda saß babst Nicolaus in babstlichem zierde auff eim helffantpaynin stuol vnder der versammlung der cardinel vnd empfieng disen Friderichen mit veterlichen vnd vber die maß gueetigen wortten. vnnd von ime nach kuoß der fueess ein kuogel golds. Darnach kuesseten Laßlaw vnd Albrecht vnd zu letst Leonora dem babst die fueeß. Darnach bate Friderich den babst Nicolaum ine zu eim Lampartischen koenig zekroenen. das erlannget Friderich vom babst. also das er am xv. tag des monats Marcii zu Lampartischem koenig gekroenet wardt. So wardt ime Leonora vnder dem ambt der mess von newem widerumb vermehlet vnnd die eegemahelschaft gebenedeyet. Nach dreyen tagen wardt die kaiserlich kroenung fuergenomen. dermaß der babst saße vor dem hohen altar sant Peters kirchen in eim hohen thron. so waren zwen stuel beraytet. einer dem kuenftigen kaiser Friderichen. der ander Leonore seiner gemahel[.] Als nw Friderich die ayds pflicht sant Petern vnd dem babst Nicolao gewoenlicher weys gethan het do ward er mit weyssem klaid beklaidet zu einem geordenten chorman sancti Petri auffgenomen. darnach mit dem kayserlich klayd geziert. mytten in die kirchen gefueert vnd dreymal gebenedeyet. darnach bey sant Mauricien altar mit dem heilligen oel gesalbet (deßgleichen auch Leonora) vnd nachfolgend vnder dem ambt der heilligen mess (so der babst selbs anfieng) mit einer guldein mit perlein vnd edelm gestayn gezierten kron zu kayser gekroent. vnnd mit eim scepter. apfel. vnd schwert geeret. in bedeuetnus bey dem scepter des koenigclichen gewalts. bey dem apfel der herrschaft der werlt. vnd bey dem schwert der waffen vnd krieg. So empfieng auch Leonora nach dem kayser auß des babsts henden die kron die kaisers Sigmunds gemahel gewesen was. Vnd wiewol kaiser Friderich ime mit großer kostung selbs koestlichen geschmuock vnd gezierde bestellet het so hieß er ime doch auch des grossen kaiser Karls mantel. schwert. scepter. apfel vnd kron von Nuermberg gein Rom zu der solennitet seiner kayserlichen bekroenung bringen. Nach volendung des heilligen ambts zohe die kaiserin Leonora in ire herberg. so ryten babst vnd kaiser miteinander zu sant Marie kirchen. daselbst schieden sie sich. Vnd der kayser ryte auf die Tyberprugken adriani genant vnd schluog daselbst albrechten seinen bruder. vnnd vil hertzogen vnd grafen zu rittern. nemlich bey dreyhunderten. Also ist diser kaiser Friderich nach der gepurt Cristi .M.cccc.lii. iar. an dem xviii. tag des monats Marcii[1] mit der kaiserlichen kron begabt worden. Darnach ward diser kaiser mitsambt der kaiserin von Alphonso dem arrogonischen koenig gein Neapolis geladen. vnd mit großer ere erbietung empfangen. vnd blibe alda die heilligen marterwochen. bis achttag darnach do zaiget der koenig alphonsus seinen schatz vnnd was er koestlichs het. Der kaiser zohe wider gein Rom. so blibe die kaiserin noch acht tag bey irem vetter dem koenig. Darnach zohe sie gein Mamfredoniam. vnd von dannen auff dem meer gein Venedig. So keret der kaiser von Rom vnd machet Borsium estensem zu einem hertzogen der stet Mutine vnd Regii lepidii. darumb gab er dem kaiser ein kleinat das sein vater vmb .xxim. guldein[2] gekauft het. Darnach schiffet der kaiser gein Venedig. Von dannen komen ime der hertzog vnd dreyhundert ratßherren mit ime. vnd vil vnzallichs erbers vnd gemayns volcks mit wunderlichen vnd seltzamen spiln auff dem wasser entgegen vnd erzaigten ein vnerhoerte vnd vngewoenliche hohzeitlichkeit. daselbst blibe der kaiser zehen tag. vnnd ime vnnd seiner gemahel wardt alle zerung. nicht allain in der statt Venedig. sunder auch in allem der Venediger lannd von inen geschennckt. Als nw kaiser Friderich auß Welschem lannd an die oerter Teuetscher nation gelannget. do entstunnde ein grawsamm wunderperlich vngewytter vnnd verwanndlung des luffts am hymel zu anzaygunng kuenfftigs vbels. das dann hernach folget. dann die fuersten in Teuetschen vnnd Hungerischen lannden vnderstunnden sich newer

CCLXVIII recto:[Bearbeiten]

dinng von des iunngen koenigs Laßlawen wegen. dann als Friderich in welsche lannd ziehen wolt do batten ine die oesterreicher das er denselben Laßlawen in seinem vetterlichen erblichen land bey ine lassen solt. Als aber der kaiser den oesterreichern ir begern abschluoge do setzten sie sich auß verlaytung graff Vlrichs von Zili vnd Vlrichs eytzingers in widerspennigkeit gegen dem kaiser vnd belegerten ine in der newen statt[3] als er auß welschen landen wider komen was. Dem nach ließe inen der kaiser den iungen koenig Laßlawen folgen. Diser gloriwirdig kaiser Friderich hat auß Leonora seiner kaiserlichen gemahel drey erben gehabt. den ersten Cristoferum der starb vnzeittigs tods. vnd Maximilianum hertzogen zu Burgundi yetzo roemischen koenig. vnd Margaretham hertzog Albrechts zu bayern gemahel. Vnd wiewol die oesterreicher disen kaiser Friderich mit beystand vnd hilff der behem in der newen statt vnd zu wienne belegereten so sind sie doch zu letst dar zu gebracht worden das sie als obsyger von ime als eim vberwundnen frids begereten. vnd darumb alle iar ierlich sechßtawsent guldein bezalen muosten. Diser kaiser Friderich hat zum iungsten mit Mathia dem koenig zu hungern mancherlay krieg gefueert. vnd derselb Mathias ime vnd sunderlich den oesterreichern ettlichen schaden zugefuegt. vnd die stett Wien vnd Newenstatt entwendet. Aber Maximilianus die selben stett dem vater nach absterben Mathie wider erobert. Diser Friderich hat auch zu hinlegung der zwittrechtigkeit cristenliche fuersten vnd commun zu bestettigung des friden zwischen inen vnd zu rettung vnßers cristenlichen glawbens an manchen enden in dem roemischen reich oeffenlich teg mit versammlung des reichs verwandten. vnd sunderlich zu Regenßpurg im iar Cristi .M.cccc.lxxi[.][4] Vnd vber ettliche iar darnach zu Nuermberg gehalten. vnd zu letst im .M.cccc.lxxxvi. iar Cristi[5] den benannten seinen sun Maximilianum zu eim mitgenossen des roemischen reichs gemacht. in der gestalt was sein kaiserliche person vor beschwerde des alters nicht volbringen moecht das doch solchs durch seinen sun verstreckt wuerde[.] Diser allerdurchleuechtigst kaiser Friderich der drit ist nach der gepurt Cristi .M.cccc.xciii. iar an dem .xix. tag des augst monats[6] vmb mittentag zu Lintz in oesterreich. im .lxxviii. iar seins alters nach andechtiger empfahung der heilligen sacrament in cristo entschlaffen. Sein leichnam von dannen gein Wienne gefueert vnd daselbstt in sant Stephans kirchen bestattet worden. Dess vnd aller glawbigen sele got ewigclich troeste.

Sant Bernardinus

BErnardinus von Senis sant Franciscen ordens vnd ein merer desselben vnnd ein fuertreffenlicher prediger seiner zeit auß erbern eltern geporn. der gaistlichen recht gelert hat erstlich nicht ein kleine vetterliche vnd mueterliche erbschaft nach absterben seiner eltern vnder die armen cristi außgespendet. der werltlichyn ere vnnd geprenngks entslahen vnd disen orden angenomen vnd denselben (der an vil ennden geprechlich worden vnd von erster aufsatzung vnd ordnung entwichen was) wideraufgerichtet vnd zu beßerung gebracht. vnd sein brueeder nach sannt Franciscen regel gemeße dem heilligen euangelio zeleben vermanet. vnd vber .xxx. iar alles welschs land predigende durchloffen. vnnd damit den orden vnnd die gaistlichkeit also geauffet vnd gemeret das er mer dann fuenftzig cloester seins ordens durch welsche lannd von grund aufgerichtet vnd mit brueedern erfuellt hat. Wenn er prediget so was sein gewonheit dem voleck den namen Jhesus mit guldinen buchstaben in einer tafeln gemalet zezaigen. Er hat (vngezweifelt) in dem namen Jhesu kranckheiten gehailet vnd wunderwerck gethan. vnd starb in dem .lxiii. iar sein alters an wunderzaichen scheinenende. darumb wardt er von babst Nicolao in der heilligen zal geschriben im iar des herren .M.cccc.l.[7]

GNadenreichs iar[8] was in disem .M.cccc.l. iar[9] zu Rom. vnd diss was das gross iar der gnaden. dann gleicherweis als auß dem alten gesetz alle dienstperkeit des leibs vnd des gaists sich in dem fuenftzigisten iar endet also solten auch alle schuld vnd puerde der suend den ihenen die die geschwelle der heilligen appostel mit andechtigem innigem gemueete besuchten gelassen werden. Darumb kome auß aller cristenlicher gegent diss iars ein vnzallich volck gein Rom. also das teglich vber .xlm.[10] menschen durch die statt hin vnd her giengen. aber vnlanng vor außgang desselben iars begabe sich ein großer iamer zu Rom. dann als vmb vesper zeit ein gross menig volcks in sant Peters kirchen vnd nicht mynnder menschen wider herauß gienngen. do wardt auff der Tyber prugk ein sollhs gross gedrenge des hin vnd her geenden volcks mitsambt iren eseln. pferden vnd meuelern das die wende derselben prugken ein fieln. also das vil menschen in die Tyber fallende ertruncken vnnd vil auff der prugken heroben zertretten wurden.

IN dem iar dauor entstund ein gross pestilentz in Asia. die kruche darnach durch das windisch land vnd durch Dalmaciam in Welsche land. vnd darnach in Teuetsche vnd Gallische land. vnd solchs kome auß tewrung vnd mangel. auch von wegen der finsternus der sunnen vnd manigfeltiger erdpidem.



  1. 18. März 1452
  2. 21.000 Gulden
  3. Wiener Neustadt
  4. 1471 n. Chr.
  5. 1486 n. Chr.
  6. 19. August 1493
  7. 1450 n. Chr.
  8. siehe Wikipedia: Erlassjahr
  9. 1450 n. chr.
  10. 40.000