Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):263

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CCLXII verso:[Bearbeiten]

Das letst alter

aber dise ding fleissiger wissen wolt der mag die auß dem prunnen schoepffen vnnd mer dann wir in disem buoch begreiffen muegen wunderperlicher ding suchen. vnd wenn nw solche zerstrewung auff dem ertreich beschiht. vnd der almechtig komen wirdt in dem stuol vnd thron seiner maiestat alle selen vnd die gantzen werlt zerichten so wirdt in derselben zeit ein offenbare gemayne vrstend aller menschen. alßdenn wirdt der leichnam der do auff ersteet von den todten vnzerstoerlich vnd vntoedlich. nicht allain der gerechten sunder auch der suender. doch der gerechten das sie alweg bey Cristo bleyben muegen. aber der suender das sie on ir vergencknus verschuoldte straff vnd peyn leyden. zu letst wirdt der gerecht richter die gerechten mit ewigkeit der glori begaben. vnnd den vngueetigen lange schmah vnd peyn auflegen. derselben leichname werden in ewigkeit bleiben zu geduldung ewiger creuetzigung. marter vnd peyn des fewrs. das vil anders genaturt ist dann das vnßer. das doch wo es mit einicher materi nicht enthalten wuerdt erlischet. aber ihens ewig fewr lebt vnd schwebt durch sich selbs alweg on einiche materliche ernerung vnd gibt ime selbs ewige fuorung vnd enthaltung vnd bringt peylichkeit des schmertzens. Was vnaußsprechenlicher freued vnd frolockung werden aber die gerechten vnd gueetigen haben so sie nach empfliehung des ewigen iamers. ellends vnd quals zu disem gerechsten richter vnd allergueetigsten vater tretten vnd ruoe fuer arbait. das leben fuer den tod. die klarheit fuer die finsternus. die ewigen vnd himlischen gueetere fuer die irdischen vnd kuortzen empfahen werden. darumb sollen alle menschen fleiß an keren sich auff das schierst zu dem rechten weg zeschicken oder in angenomner vbung der tugent vnd in volbringung des arbaitsamen lebens gedultigclich zebeharren vnd also goetliches trosts vnd lons zeerwarten. dann vnßer vater vnd herr (der den himel gezymmert vnd befestigt. die sunnen mit anderm gestirne erleuechtet. das ertreich mit bergen vmbfangen. mit dem meer vmbgeben. vnd mit wasserflueßen vnderschaiden. vnd alle ding in diser werlt auß nichtem beschaffen hat) der hat auch in betrachtung der irrung der menschen vns einen fueerer layter vnd anweiser auff den weg der gerechtigkeit gesendet. dem woellen wir alle nachfolgen. den woellen wir hoeren. dem woellen wir fleißigclich vnd andechtigclich gehorsam sein vnd woellen mit dem alten feind des menschlichen hayls (denn wir kennen) manlichlich vnd kuenlich in den kampff tretten vnd nach vberwindung desselben vnßers widersachers triumphirende vnd obsigende der versprochen belonung der tugent von got vnzweifellich gewarten vnd durch die grossen pforten vber den gestirnten[1] himel auff in den hoehsten himel eingeen. Alda dann die statt der selligen burgere vnd gottes vnßer muoter Jherusalem in den mytteln feldern des hymels erscheinen wirdt. Dise statt gottes hat ein liecht gleich eim costenlichen stayn. Ir mawr ist gross vnd hoh mit. xij. pforten. vnd geschriben namen der. xij. geschlecht der kinder israhel. vier seyten. als do sinnd die vier tayl der werlt. die mawr der statt die do vieregket ist hat. xij. grundfest vnd darinn die. xij. namen der. xij. appostel. vnd die grundfest der mawr der statt sinnd mit allen koestlichen stayn geziert. darumb wenn wir in diss war vaterland wider eingeen so werden wir mit vnaußsprechlicher freued iubel vnd frolockung durchgossen. in welchem vaterland wir entsprungen vnd darauß puertig sind. O wie werden wir frolocken so wir nach disem langem iamerigem vnd geferlichem ellend vnßer freuedenreichs vaterland ewiger seligkeit glori vnd ere anplicken vnd sehen werden. darumb sollen wir bitten das der herr vns vnd allen den die diss hoeren verleyhe mit bewartem von vns empfangnem glawben nach verscheynung der zeit der hinderlegten vnd berayten kron der gerechtigkeit zeerharren. vnd vnder den ihenen die in das ewig leben auff ersteen gefunden vnd von ewiger schand vnnd peyn geledigt zewerden durch Jhesum cristum vnßern herrñ. durch den sey got vater dem almechtigen mit dem heilligen gaist ewigs lob. ere. benedeyung. preys. klarheit. weißheit. gewalt. hayl. kraft. tugent vnd glori zu ewiger danckperkeit gesagt in die ewigkeit der ewigkeit Amen.

Auß goetlichem beystand endet sich alhie das buoch von den geschihten der alter der werlt vnd von beschreibung der beruembtisten vnd namhaftigisten stett sagende durch Georgium alt deßmals losungschreiber der kaiserlichen reichßstatt Nuermberg auß latein in teuetsch gebracht vnd beschloßen nach der gepurt Cristi Jhesu vnßers haylands. M. cccc. xciij. iar am fuenften tag des monats Octobris.
Altithrono sint perpetue landes. ag. alt.

CCLXIII recto:[Bearbeiten]

Blat CCLXIII

WIewol allererst nach beschluss des buochs vns die nachfolgenden beschreybungen des Polnischen lannds Auch der stett Kraka Luebeck vnd Neyss zu komen sind yedoch haben wir dieselben als neben andern guoter gedechtnus wol wirdig im ende diss buochs nit vnbegriffen laßen woellen.

Von der gegent Europe Sarmacia oder Polen genant
Nuremberg chronicles f 263r 1 (Sarmacia).jpg
Vonm koenigreich Poln vnd seinem vrsprung
Nuremberg chronicles f 263r 2 (de regno polonie).jpg

NAch dem von Boleslao (der der dritt Sarmatisch oder Polnisch koenig gewest ist) pald hernach meldung beschehen wirdt so hab ich mir fuergesetzt von dem land Sarmacia oder Poln. vnd in was gestalt es das koenigcklich scepter erlangt hab kuertzlich anzaigung zethun. Nw ist Sarmacia ein fast weyte vnd große aber doch vnerpawte vnd in aynoede gelegne gegent vnder eim gar herten luft. vnd hat vonm orient die Mosthos vnd den fluss Thanaym von mittemtag. Dacos vnd die Hungern vonm nydergang. Die Beheim Merhern Schlesier vnd Teuetschen von mitternacht. Das teuetsch meer mare germanicum genant. aber das das allain den namen des koenigreichs taylt das nennen sie Poln. vnd hat zwen namen. dann der tayl des lands da Crackaw gelegen ist wirdt das kleiner Poln. vnnd bey Boßna das großer genannt. Nw regirten von Craco dem ersten hertzogen bis zu den zeiten Boleslai des ersten allain hertzogen daselbst. Aber in zeiten kaisers Otten des ersten was Boleslaus der hohberuembst hertzog. doch nit der von dem wir in sant Stanislaus leben sagen werden. dann derselb was


  1. [WS: korrigiert, im Druck „gestinrten“]