Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):278

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
277 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt CCLXXVIII
Nächstes Blatt>>> 279
Schedelsche Weltchronik d 278.jpg
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.


CCLXXVII verso:[Bearbeiten]

Won polnischem land
Nuremberg chronicles f 277v.jpg

NW woellen wir an dem ort die gegent Teuetscher land ruoen lassen und die Sarmaticischen oder Polnischen lewt gegen dem oriennt vnnd mitternacht wesende besyhtigen. Polnisch lannd ist ein grosse weyte gegent gegen dem nydergang zu negst an Schlesien. auch an Hungern Littaw vnd Prewßen stossende. Alda ist Cracaw die fuernembst statt des koenigreichs. Außerhalb diser statt sind die andern Polnischen stett wenig scheinper vnd schier alle hewßer von holtz gepawt vnd mit laym geklaibt mit andern aigenschaften hieuor in disem buoch angezaigt. Diss koenigreich haben die vorfarenden koenig in vier tail getailt. darinn zewhet der koenig alle iar vmb vnnd yeder tail helt den koenig vnd seinen hoff drey monat mit gepuerlicher verlegung. vnd wo der koenig an einem ort lenger denn drey monat bleibt so muss er seinselbs zerung vnnd kosten leiden. Als der Polnisch koenig vor vnßern zeitten sterbennde ein tochter hinder im ließ do wardt sie hertzog Wilhelmen von oesterreich vermehlet vnnd er in das koenigreich gesetzt. Aber den Poln gefiele der Teuetsch koenig nicht. Dem nach wardt Vladislaus auß der Littaw von den Poln gefordert. Wilhelm außgeworffen vnd sein gemahele vnd das koenigreich dem newen koenig eingeben. Nw was Vladislaus ein hayd vnd anpetter der abgoetter. aber er empfieng den tawff mit dem koenig reich vnd hielt sich nach seiner bekerung zu Cristo als ein gaistlicher fuerst vil Littawer zu dem hailligen ewangelium ziehende. ettlich bischoflich kirchen auffrichtende. die bischoff mit grosser ere begabende. Als oft er reytende einen kirch thurn ansahe so nayget er mit abgezognem huot sein hawbt got erende. er hat mit den Tarttern vnd an der vnglawbigen gluecklich gefochten vnd die Preueßen mit großem krieg vberwunden. Diser Vladislaus het auß seyner andern schier newntzig ierigen gemahel zwen suen Vladislaum vnd Casimirum. Nach seinem absterben empfieng Vladislaus das polnisch koenigreich so erlanget Casimirus das Littawisch hertzogthum. der doch dauor zu dem Hungrischen koenigreich gefordert vnd in einem streyt wider die Tuercken erschlagen wardt. Die Polnischen lantherren forderten marggraff Friderichen von Brandemburg zu einem koenig. dann er het die tag seiner kintheit in dem polnischen koenigreich verzert vnd weßte des volcks gezuenge vnd ire sytten. do wardt geantwurtet. dieweil Casimirus hertzog zu Littaw des gestorben koenigs bruder als ein erb vorhanden wer so gepueret sich seins willens vnd gemueets darinn zeerkuendigen dann wo derselb Casimirus soelch koenigreich als brueederlich vnd vetterlich erb anzenemen willens wer so maynet marggraff Friderich ime nicht zymmlich sein Casimiro daran verhinderung zethun. Der gleichen beschaidenheit geprauchet sich auch hertzog Albrecht von Bayern gegen koenig Laßlawen sich des Behmischen koenigreichs das ime angetragen wardt widerende. Als auch kaiser Friderich von den Hungern vnd Beheim zu annemung koenigs Laßlaws verlaßner erbschaft gefordert wardt do wolt er nye dauon hoeren reden. Aber wiewol Casimirus nicht gern von den Littawrn gelassen wardt yedoch empfienng er in Poln komende das koenigreich mit fridsamer gubernierung. vnd ließ ime vnlanng darnach koenig Laßlaws schwester vermeheln vnd het vil auffruor wider die Teuetschen brueeder.

CCLXXVIII recto:[Bearbeiten]

Blat CCLXXVIII
Littaw
Nuremberg chronicles f 271v (Turcis).jpg

LIttaw ist auch ein weitte gegennt gegen dem auffgang an die Poln stossende schier alle seeig vnnd weldig[.] Vitoldus ein bruder Vladislai hat daselbst geregirt vnnd nach verlassung der abgoetterey das sacrament Cristi mit dem Polnischen koenigreich empfangen vnd zu seinen zeitten ein grossen namen gehabt. Den fuerchteten seine vnderthanen also sere wenn sie von ime gehaissen warden sich zeerhencken. so wolten sie ime lieber gehorsam erscheinen denn in sein vngnad fallen. Welche ime widerspennig waren die ließ er in ein bernhawt neen vnd den lebendigen bern zezerreissen fuerwerffen vnd auch mit andern grawsamen peynen verfolgen. wo er ritte so fueeret er alweg einen gespannten bogen wenn er dann ymant ersahe der anderst geparet denn ime gefielle so schosse er ine alßpald mit einem pfeil. vnnd toedtet vil menschen durch spil diser pluotig wueettrich. Sindrigal sein nachkomen neret ein berin die was gewenet prot auß seinen henden zenemen. offt in die welde zelawffen vnd widerkomende bis an des fuersten schlafkamer zegeen vnd an allen thueren zekratzen vnnd mit den fueeßen anzeklopffen so yne hungret so tete ime denn der fuerst auff vnd gab ime die speyss. Ettlich edel iungling macheten einen anschlag vber disen fuersten vnd komen mit gewappenter hand fuer des fuersten schlafkamer an der thuer nach weise der berin anklopffende. Sindrigal mainet die berin wer da vnd eroeffnet die thuer vnnd wardt alßpald von den edel lewten erstochen[.] Darnach gelanget die herrschung diss lands an Casimirum. Zu sumer zeiten ist vor wassern zu den Littawern nit leichtigclich zekomen. zu wintterzeit fert man vber die gefrornen see. Die kawflewt zyhen auff dem eyse vnd schne vnd fueeren speyss auf vil tag mit ine[.] Alda ist kein rechter gepanter weg so sind auch alda selten stett vnd wenig doerffer. Bey den littawrn