Die Teilung der Erde

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
Autor: Friedrich Schiller
Titel: Die Theilung der Erde.
Untertitel:
aus: Gedichte. Erster Theil. [Ausgabe letzter Hand] S. 30-31
Herausgeber:
Auflage: 2. Auflage
Entstehungsdatum: 1795
Erscheinungsdatum: 1804
Verlag: Siegfried Lebrecht Crusius
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[30] Die Theilung der Erde.

Nehmt hin die Welt! rief Zeus von seinen Höhen
Den Menschen zu, nehmt, sie soll euer seyn.
Euch schenk ich sie zum Erb’ und ew’gen Lehen,
Doch theilt euch brüderlich darein.

5
Da eilt was Hände hat, sich einzurichten,

Es regte sich geschäftig jung und alt.
Der Ackermann griff nach des Feldes Früchten,
Der Junker birschte durch den Wald.

Der Kaufmann nimmt, was seine Speicher fassen,

10
Der Abt wählt sich den edeln Firnewein,

Der König sperrt die Brücken und die Straßen,
Und sprach, der Zehente ist mein.

Ganz spät, nachdem die Theilung längst geschehen,
Naht der Poet, er kam aus weiter Fern’.

15
Ach! da war überall nichts mehr zu sehen,

Und alles hatte seinen Herrn!

[31] Weh mir! So soll denn ich allein von allen
Vergessen seyn, ich, dein getreuster Sohn?
So ließ er laut der Klage Ruf erschallen,

20
Und warf sich hin vor Jovis Thron.


Wenn du im Land der Träume dich verweilet,
Versetzt der Gott, so hadre nicht mit mir.
Wo warst du denn, als man die Welt getheilet?
Ich war, sprach der Poet, bey dir.

25
Mein Auge hieng an deinem Angesichte,

An deines Himmels Harmonie mein Ohr,
Verzeih dem Geiste, der, von deinem Lichte
Berauscht, das Irdische verlor!

Was thun? spricht Zeus, die Welt ist weggegeben,

30
Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.

Willst du in meinem Himmel mit mir leben,
So oft du kommst, er soll dir offen seyn.