Ebenbild unsers Lebens
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| Textdaten |
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| Autor: |
Andreas Gryphius |
| Titel: |
Ebenbild unsers Lebens. Auff das gewöhnliche Königs-Spiel. |
| Untertitel: |
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| aus: |
Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Erste Buch. S. 22 |
| Herausgeber: |
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| Auflage: |
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| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1658 |
| Verlag: |
Johann Lischke |
| Drucker: |
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| Erscheinungsort: |
Breßlau |
| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Scans auf Commons |
| Kurzbeschreibung: |
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Artikel in der Wikipedia
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XLIII. Ebenbild unsers Lebens.
Auff das gewöhnliche Königs-Spiel.
DEr Mensch das Spiel der Zeit / spielt weil er alhie lebt.
Im Schau-Platz dieser Welt; er sitzt / vnd doch nicht feste.
Der steigt vnd jener fällt / der suchet die Paläste /
Vnd der ein schlechtes Dach / der herrscht vnd jener webt.
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Was gestern war ist hin / was itzt das Glück erhebt;
Wird morgen vntergehn / die vorhin grüne Aeste
Sind numehr dürr vnd todt / wir armen sind nur Gäste
Ob den ein scharffes Schwerdt an zarter Seide schwebt.
Wir sind zwar gleich am Fleisch / doch nicht von gleichem Stande
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Der trägt ein Purpur-Kleid / vnd jener gräbt im Sande /
Biß nach entraubtem Schmuck / der Tod vns gleiche macht.
Spilt denn diß ernste Spiel: weil es die Zeit noch leidet /
Vnd lernt: daß wenn man von Pancket deß Lebens scheidet:
Kron / Weißheit / Stärck vnd Gut / sey ein geborgter Pracht.
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