Edda/Ältere Edda/Helgakvidha Hundingsbana fyrri
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19. Helgakvidha Hundingsbana fyrri.
Das erste Lied von Helgi dem Hundingstödter.
I.
1
In alten Zeiten, als Aare[WS 1] sangen,Heilige Waßer rannen von Himmelsbergen, 2
Nacht in der Burg wars, Nornen kamen,Die dem Edeling das Alter bestimmten. 3
Sie schnürten scharf die Schicksalsfäden,Daß die Burgen brachen in Bralundr. 4
Westlich und östlich die Enden bargen sie,In der Mitte lag des Königs Land. 5
Eins schuf Angst dem Ülfingensohn,Und ihr, der Frau, die Freude gebar: 6
„Es steht der Sohn Sigmunds in der Brünne,Einen Tag alt: unser Tag bricht an. 7
Dem Volke schien sein Fürst geboren,Sie wünschten sich Glück zu goldener Zeit. 8
Er hieß ihn Helgi und gab ihm Hringstadr,Solfiöll, Snäfiöll und Sigarswöllr, 9
Da begann zu wachsen an Verwandter BrustDie ragende Rüster[WS 3] in des Ruhmes Licht. II.
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Kurz ließ der König auf Kampf ihn warten:Funfzehn Winter alt war der Fürst, 11
Da sprachen Sigmunds Sprößling anUm Gold und Schätze die Söhne Hundings. 12
Nicht gewährte der Fürst dafür die Buße,Weigerte jegliches Wergeld den Söhnen: 13
Zur Schlachtstätte stapften die Fürsten,Die sie gelegt gen Logafiöll. 14
Saß der König, da erschlagen er hatteAlf und Eyolf, unter dem Aarstein, 15
Da brach ein Licht aus Logafiöll,Und aus dem Lichte kam Wetterleuchten. 16
Da frug in der Frühe der MännerfürstDie südlichen Frauen vom Schlachtfeld her: 17
Aber vom Hengste Högnis TochterStillte der Schilde Lärm und sprach zu dem König: 18
„Mein Vater hat Mich, seine Maid,Verheißen Granmars grimmem Sohne. 19
„Nun wird er kommen nach wenigen Nächten,Wofern du den Fürsten nicht forderst zum Kampf, Helgi.
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Fürchte nicht mehr den Mörder Isungs:Erst tobt Getöse, ich sei denn todt. — 21
Boten sandt alsbald der gebietende König,Hülfe zu fordern über Flut und Land, 22
„Heißet sie schnell zu den Schiffen gehn,Daß sie aus Brandey uns Hülfe bringen.“ 23
Da sah man von Stränden und StafnesnesDie Schiffe gesegelt, die goldgeschmückten. 24
Aber der Königssohn sagte dem andern:„Schwer,“ sprach er, „hält es, von der Schnabelspitze 25
„Zwölfhundert zählst du Zuverläßiger:Doch harrt in Hatun noch halbmal mehr 26
Da warf der Steurer die Stevenzelte nieder,Der Männer Menge damit zu erwecken, 27
Die Ruder ächzten, das Eisen klang,Schild scholl an Schild, die Seehelden ruderten. 28
So wars zu hören, da hart sich stießenDie kühlen Wellen und die langen Kiele 29
Helgi hieß das Hochsegel aufziehn,Als wider Wogen da Woge schlug 30
Aber Sigrun kam kühn aus den WolkenUnd schützte sie selber und ihre Schiffe. 31
Da saß er geborgen in der Bucht am Abend;Die schmucken Schiffe schoßen dahin. 32
Da fragte Gudmund, der Gottgeborne:„Wie heißt der Herzog, der dem Heer gebeut, 33
Sinfiötli versetzte, und schlug am RahEin rothes Schild auf, des Rand war von Gold. 34
„Sag das am Abend, wenn du Schweine fütterstUnd eure Hunde zur Atzung lockst: 35
„Hier wird Hödbroddr den Helgi finden,Den fluchtträgen Fürsten, in der Flotte Mitten. Gudmundr.
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Nicht folgst du, Fürst, der Vorzeit Lehren,Da du die Edlinge mit Unrecht verrufst. Sinfiötli.
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Du warst ein Zauberweib auf Warinsey,Ein luchslistiges! Du logst auf den Haufen. 38
Du warst die schädlichste Walkürenhexe,Aber bei Allvater allvermögend. Gudmundr.
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Nicht warst du der Vater der Fenriswölfe,Ob ärger als alle, das leuchtet ein, 40
Siggeirs Stiefsohn lagst du hinter Stückfäßern,An Wolfsgeheul gewöhnt in den Wäldern draußen. Sinfiötli.
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Du warst Granis Braut bei Brawöllr,Goldgezügelt, gezähmt zum Lauf. 42
Ein sittenloser Knecht erschienst du da,Als du Gullnirs Geiße melktest; Gudmundr.
43
Nein, füttern wollt ich bei FrekasteinLieber die Raben mit deinem Luder, Helgi.
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„Es ziemt’ euch beßer beiden, Sinfiötli,Den Kampf zu fechten und Aare zu freuen, [148]
Als euch zu eifern mit unnützen Worten 45
„Auch Mich nicht gut dünken Granmars Söhne;Doch ists Recken rühmlicher, reden sie Wahrheit. 46
Sie ließen die Rosse gewaltig rennen,Swipudr und Swegjudr, auf Solheim zu 47
Sie trafen den Herscher an der Thüre der Burg,Kündeten dem König den kommenden Feind. 48
„Her schnauben zum Strande schnelle Kiele,Ragende Masten und lange Rahen, 49
„Funfzehn Fähnlein fuhren ans Land;Doch stehen im Sund noch siebentausend. Hödbroddr.
50
Laßt rasche Rosse zum Kampfthing rennen,Aber Sporwitnir gen Sparinshaide, 51
Ladet Högni und Hrings Söhne,Atli und Ingwi und Alf den greisen; 52
Ein Sturmwind schiens, da zusammen trafenDie funkelnden Schwerter bei Frekastein. 53
Da kam wie vom Himmel die Helmbewehrte —Das Spersausen wuchs — und schützte den Fürsten. 54
„Heil sollst du, Held, der Herschaft walten,Ingwis Nachkomme, und das Leben genießen. 55
„Heil sollst du dich, Fürst, erfreuen der beiden,Der Tochter Högnis und Hringstadirs, |
Anmerkungen (Wikisource)
Siehe auch Anmerkungen des Übersetzers zu diesem Lied.
