Edda/Ältere Edda/Sigurdharkvidha Fafnisbana önnur
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23. Sigurdharkvidha Fafnisbana önnur.
Das andere Lied von Sigurd dem Fafnirstödter.
I.
Sigurd ging zu Hialpreks Gestüte und wählte sich daraus einen Hengst, der seitdem Grani genannt ward. Da war zu Hialprek Regin gekommen, Hreidmars Sohn. Er war über alle Männer kunstreich, dabei ein Zwerg von Wuchs. Er war weise, grimm und zauberkundig. Regin übernahm Sigurds Erziehung und Unterricht und liebte ihn sehr. Er erzählte dem Sigurd von seinen Voreltern und den Abenteuern, wie Odhin, Hönir und Loki einst zu Andwaris Waßerfall kamen. In diesem Waßerfall war eine Menge Fische. Ein Zwerg, der Andwari hieß, war lange in dem Waßerfall in Hechtsgestalt und fing sich da Speise. „Otur hieß unser Bruder,“ sprach Regin, „der fuhr oft in den Waßerfall in Otters Gestalt. Da hatte er einst einen Lachs gefangen und saß am Flußrand und aß blinzelnd. Loki warf ihn mit einem Stein zu Tode. Da dauchten sich die Asen sehr glücklich gewesen zu sein und zogen dem Otter den Balg ab. Denselben Abend suchten sie Herberge bei Hreidmar und zeigten ihm ihre Waide. Da griffen wir sie mit Handen und legten ihnen Lebenslösung auf: sie sollten den Otterbalg mit Gold füllen und außen mit rothem Golde bedecken. Da schickten sie Loki aus, des Goldes zu schaffen. Er kam zu Ran und erhielt ihr Netz und warf das Netz vor den Hecht und er lief in das Netz. Da sprach Loki.
1
Was für ein Fisch ists, der in der Flut rennt,Kann sich vor Witz nicht wahren? Der Hecht sprach:
2
Andwari heiß ich, Oin hieß mein Vater;Durch manchen Flußfall fuhr ich. Loki.
3
Sage mir, Andwari, so du anders willstBei Menschen länger leben, Andwari.
4
Harte Strafe wird Menschensöhnen,Die in Wadgelmir waten.
5
Nun soll das Gold, das Gustr hatte,Zweien Brüdern das Ende bringen
Loki sprach:
6
Ich gab dir das Gold, Entgeltung ward dir,Herliche, meines Hauptes. Hreidmar.
7
Gaben gabst du, nicht Liebesgaben,Gabst nicht aus holdem Herzen. Loki.
8
Noch übler ist was zu ahnen mich dünkt,Der Künftigen Kampf um ein Weib. Hreidmar.
9
Das rothe Gold ist mir vergönnt,Denk ich, so lang ich lebe.
10
Lyngheid und Lofnheid! mein Leben ist aus,Um Rache traur ich Betrübter. Lyngheid.
Die Schwester mag selten, wenn der Vater erschlagen ist, Hreidmar.
11
Erzieh ein Mädchen, wolfherzige Maid,Entspringt deinem Schooße nicht ein Sohn;
12
„Vom Bruder, erbitte brüderlichDas Erb und edlern Sinn.
13
Nun ist Sigmunds Sohn gekommen,Der hurtige Held, zu unserm Haus; 14
Ich habe des heerkühnen Helden zu pflegen,Der uns ein Enkel Yngwis kam.
15
Laut würden Hundings Söhne lachen,Die um sein Leben Eilimi brachten, II.
König Hialprek gab dem Sigurd Schiffsvolk zur Vaterrache. Da traf sie ein gewaltiges Unwetter, also daß sie vor einem Vorgebirge halten musten. Ein Mann stand am Berge und sprach: 16
Wer reitet dort auf Räwils HengstenÜber wilde Wogen und wallendes Meer? Regin antwortete:
17
Hier sind wir mit Sigurd auf Seebäumen:Wir fanden Fahrwind in den Tod zu fahren. Der Mann sprach:
18
Hnikar hieß man mich, wenn ich Hugin erfreute,Junger Wölsung, auf der Walstatt.
Sigurd sprach:
19
Künde mir, Hnikar, du kennst die ZeichenDes Glücks bei Göttern und Menschen: Hnikar.
20
Manche sind gut, wenn Menschen sie wüsten,Angänge beim Schwerterschwingen. 21
Gut auch ist der Angang, so du hinaus kommstUnd stehst bereit zur Reise, 22
Der Angang auch ist gut, wenn bei der EscheDu den Wolf hörst heulen: 23
Stehe keiner beim Kampf entgegenDer spät scheinenden Schwester des Mondes. 24
Da fürchte Gefahr, wenn der Fuß dir strauchelt,So du zum Kampfe kommst. 25
Gekämmt und gewaschen sei der KämpferUnd halte sein Mal am Morgen:
26
Nun ist der Blutaar mit beißendem SchwertIn den Rücken geschnitten Sigmunds Mörder.
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Anmerkungen (Wikisource)
Siehe auch Anmerkungen des Übersetzers zu diesem Lied.
