Edda/Ältere Edda/Thrymskvidha oder Hamarsheimt
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10. Thrymskvidha oder Hamarsheimt.
Thryms-Sage oder des Hammers Heimholung.
1
Wild ward Wing-Thôr als er erwachteUnd seinen Hammer vorhanden nicht sah. 2
Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst:„Höre nun, Loki, und lausche der Rede: 3
Sie gingen zum herlichen Hause der Freyja,Und es war sein Wort, welches er sprach zuerst: Freyja.
4
Ich wollt es dir geben und wär es von Gold,Du solltest es haben und wär es von Silber. – 5
Flog da Loki, das Federhemd rauschte,Bis er hinter sich hatte der Asen Gehege 6
Auf dem Hügel saß Thrym, der Thursenfürst,Schmückte die Hunde mit goldnem Halsband Thrym.
7
Wie stehts mit den Asen? wie stehts mit den Alfen?Was reisest du einsam gen Riesenheim? Loki.
Schlecht stehts mit den Asen, mit den Alfen schlecht; Thrym.
8
Ich halte Hlorridis Hammer verborgenAcht Rasten unter der Erde tief, 9
Flog da Loki, das Federhemd rauschte,Bis er hinter sich hatte der Riesen Gehege 10
Hast du den Auftrag vollbracht und die Arbeit?Laß hier von der Höhe mich hören die Kunde. Loki.
11
Ich habe den Auftrag vollbracht und die Arbeit:Thrym hat den Hammer, der Thursenfürst; 12
Sie gingen Freyja, die schöne zu finden,Und es war Thôrs Wort, welches er sprach zuerst: 13
Wild ward Freyja, sie fauchte vor Wuth,Die ganze Halle der Götter erbebte; 14
Bald eilten die Asen all zur VersammlungUnd die Asinnen all zu der Sprache: 15
Da hub Heimdall an, der hellste der Asen,Der weise war den Wanen gleich: 16
„Auch laß er erklingen Geklirr der SchlüßelUnd weiblich Gewand umwalle seine Knie; 17
Da sprach Thôr also, der gestrenge Gott:„Mich würden die Asen weibisch schelten, 18
Anhub da Loki, Laufeyjas Sohn:„Schweig nur, Thôr, mit solchen Worten. 19
Das bräutliche Linnen legten dem Thôr sie an,Dazu den schönen, schimmernden Halsschmuck. 20
Da sprach Loki, Laufeyjas Sohn:„Nun muß ich mit dir als deine Magd: 21
Bald wurden die Böcke vom Berge getriebenUnd vor den gewölbten Wagen geschirrt. 22
Anhob da Thrym, der Thursenfürst:„Auf steht, ihr Riesen, bestreut die Bänke, 23
„Heimkehren mit goldnen Hörnern die Kühe,Rabenschwarze Rinder, dem Riesen zur Lust. 24
Früh fanden Gäste zur Feier sich ein,Man reichte reichlich den Riesen das Äl. 25
Anhob da Thrym, der Thursenfürst:„Wer sah je Bräute gieriger schlingen? – 26
Da saß zur Seite die schmucke Magd,Bereit dem Riesen Rede zu stehn: 27
Kusslüstern lüftete das Linnen der Riese;Doch weit wie der Saal schreckt’ er zurück: 28
Da saß zur Seite die schmucke Magd,Bereit dem Riesen Rede zu stehn: 29
Ein trat die traurige Schwester Thryms,Die sich ein Brautgeschenk zu erbitten wagte. [86]
„Reiche die rothen Ringe mir dar 30
Da hob Thrym an, der Thursenfürst:„Bringt mir den Hammer, die Braut zu weihen, 31
Da lachte dem Hlorridi das Herz im Leibe,Als der hartgeherzte den Hammer erkannte. 32
Er schlug auch die alte Schwester des Joten,Die sich das Brautgeschenk zu erbitten gewagt. |
Anmerkungen (Wikisource)
Siehe auch Anmerkungen des Übersetzers zu diesem Lied
