Ein originelles Bittgesuch an den Fürsten Blücher, aus dem Jahre 1815

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Textdaten
Autor:
Titel: Ein originelles Bittgesuch an den Fürsten Blücher, aus dem Jahre 1815.
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans auf commons
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[464] Ein originelles Bittgesuch an den Fürsten Blücher, aus dem Jahre 1815.

„Allerunüberwindlicher Feldmarschall! General, Herr General vowärts Excellenz! Liebwerthester Herr Blücher!


Verzeihen Sie, Exellenz, liebwerthester Herr Blücher, General vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie zu schreiben, aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinen Traugott; ich bitte Sie um alles in der Welt, liebster Herr Blücher, Exellenz General vorwärts, was ist das für eine infame Confusion mit dem Feldpostamt, ich habe meinen Traugott bey den Garde Jägern, er kennt Ewr Exellenz vorwärts genau und gut, schon zwey mahl Zulage geschickt, aber er hat nichts bekommen.

Ich bitte Ewr Exellenz demüthigst, corrigiren Sie die Kerls doch einmahl, aber nach alter Preuß. Manier; Sie verstehen schon, wie ichs meine, das wird gewiß helfen, denn es ist um die Schwernoth zu kriegen, wenn man den Kindern, die fürs Vaterland streiten, was schickt und sie nichts bekommen.

Ewr Exellenz werden den Kerls doch wohl ein Donnerwetter aus den Hals schicken, deshalb habe ich es Ihnen geschrieben, denn ich weiß schon, daß mit dem alten nicht viel zu spaßen ist. Ewr Exellenz unüberwindlicher Feldmarschall, General vorwärts genannt, liebwerthster Herr Blücher, ich verbleibe Ihr unterthänigsters,

Schornsteinfeger Matthias Keller zu Schweideniz 1815

NB: Wenn Sie meinen Traugott sehen, so bitte ich Ihn unbeschwert zu grüßen, aber schenken sie ihm nichts, denn ich habe ihn immer zur Ordnung angehalten. Na, adjeu.“


Das Original dieses Bittgesuchs befindet sich im Besitze dem Gastwirths Kühnbaum („Deutsches Haus“) in Garz an der Oder. Der Großonkel des etc. Kühnbaum war Adjutant des Fürsten Blücher, und auf diese Weise ist der Brief in der Familie vererbt worden.

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