Eine Rose auf Fritz Reuter’s Grab
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[747] Eine Rose auf Fritz Reuter’s Grab. Mit wie inniger Verehrung das deutsche Herz, auch in der fernsten Fremde, an dem Dichter der „Ollen Kamellen“ hängt, das beweist neben anderen das folgende Beispiel. Die Kunstgärtnerei und Samenhandlung von Ch. Lorenz in Erfurt theilt uns mit, daß ihr ein Brief aus Chotin in Bessarabien von dem dortigen deutschen Consul mit der Bitte zugegangen sei, einen Rosenstock für das Grab Fritz Reuter’s nach Eisenach zu liefern und für dessen Anpflanzung daselbst Sorge zu tragen. Dem Schreiben dieses fernen Reuter-Verehrers war ein kleines Gedicht beigegeben, das wir uns nicht versagen können in seiner ansprechenden Einfachheit hier wiederzugeben. Es ist an den Inhaber der oben genannten Kunst- und Handelsgärtnerei gerichtet und lautet: Sucht, Meister, aus den Rosenstrauch, 5
Ein Monument, das ewig währt,Ein Monument von Stein, 10
und doch, wie arm ich bin,Ich schmücke seine Ruhestatt 15
Sein lichtes, helles DichterwortDen Frieden mir gebracht. 20
Wohl über Land und Meer.
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O, pflanzt auf’s Grab sie, wär’ es auchIn einem Winkel still, Diese Worte von den Ufern des Dnjestr und Pruth zu uns herübertönend, sind in ihrer schlichten Natürlichkeit ein herzerhebendes Zeugniß für die allwache Liebe, die dem Echten und Wahren in Kunst und Poesie auch heute noch zu Theil wird. Der einsame Mann, der in den weltfernen Steppen Rußlands so treu des Dichters heimathlichen Still- und Kleinlebens gedenkt und eine Rose auf sein Grab pflanzen läßt, er ist der Typus der deutschen Gemüthsinnigkeit, die auch in den fernsten Himmelsstrichen nicht stirbt und erlischt, wohl aber bei tiefer angelegten Naturen wächst und erstarkt, je ferner ihr das Bild der Heimath entrückt wird. Die Rose, mit welcher der Deutsche von Bessarabien das Grab von Eisenach schmückt, ist ein redendes Bild deutscher Pietät und treuer Heimathsliebe und unter den Spenden für Reuter’s Gruft sicherlich nicht die werthloseste. |
