Elektrische Kraft Hertz:226

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 226
<< Zurück Vorwärts >>
De Elektrische Kraft Hertz 226.jpg
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.



13. Ueber die Grundgleichungen der Elektrodynamik.


 = - 4\pi \int\left( \frac{du}{dx}+\frac{dv}{dy}+\frac{dw}{dz}\right)d\tau


= -4\pi\int(u \cos n,x + v \cos n,y + w \cos n,z)d\omega = 0. \,


Also, wenn e \, eine von der Zeit unabhängige Grösse bezeichnet:


(10_\text{a}) \left\lbrace \begin{align} 
   & \int\left( \frac{d\mathfrak{X}}{dx}+ \frac{d\mathfrak{Y}}{dy} +  \frac{d\mathfrak{Z}}{dz} \right)d\tau \\
 = & \int(\mathfrak{X} \cos n,x + \mathfrak{Y} \cos n,y + \mathfrak{Z} \cos n,z)d\omega=4\pi e.\end{align} \right.


Die Grösse e \, ist offenbar eine Function des elektrischen Zustandes des Systems und zwar eine solche Function, welche durch keine inneren oder äusseren lediglich elektrodynamischen Vorgänge vermehrt oder vermindert werden kann. Diese Unzerstörbarkeit der Grösse e, \, welche dieselbe auch gegenüber anderen als rein elektrodynamischen Vorgängen bewahrt, so lange sich diese Vorgänge auf das Innere des Systems beschränken, hat die Vermuthung wachgerufen, dass e \, die Menge einer in dem System enthaltenen Substanz angebe. Entsprechend dieser Anschauung nennen wir e \, die Menge der in dem ponderabelen System enthaltenen Elektricität. Allerdings kann e \, positiv oder negativ sein, während die Menge einer Substanz nothwendig positiv ist. Man hat deshalb die Hypothese vervollständigt durch die Annahme zweier Elektricitäten von entgegengesetzten Eigenschaften und hat dem e \, dann die Bedeutung der Differenz beider beigelegt, oder man hat Hülfe gesucht in der Annahme, es bezeichne e \, nur die Abweichung des wirklichen Gehaltes an Elektricität von dem normalen. Stellt aber in einer dieser oder in einer anderen Form e \, die Menge einer Substanz dar, so muss jedes Raumelement d \tau \, seinen bestimmten Beitrag zu dem Gesammtwerthe von e \, liefern. Nur vermuthungsweise können wir das Raumintegral, welches uns e \, liefert, auf die einzelnen Raumelemente vertheilen. Eine erste mögliche und augenblicklich naheliegende Vertheilung legt dem Raumelement d \tau \, den Elektricitätsinhalt:


 \frac{1}{4\pi} \left( \frac{d\mathfrak{X}}{dx}+ \frac{d\mathfrak{Y}}{dy} +  \frac{d\mathfrak{Z}}{dz} \right) d\tau



bei. Die so bestimmte Elektricitätsmenge des Raumelementes wollen wir die wahre Elektricität desselben nennen; dement-

Persönliche Werkzeuge