Ez verlôs ein ritter sîne scheide
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[430] I
- Ez verlôs ein ritter sîne scheide.
- dar umb wart einer frouwen alsô leide.
- sî sprach: ’herre, ich will iu eine lîhen,
- der will sich mîn leider man verzîhen.
- des ist niht lanc daz ers verwarf.
- und kumt er mir der ir bedarf,
[432]
- wie wol ich in dran handel!
- dem gibe ich sî gar âne wandel.’
II
- „Frouwe, lât mich eine rede wizzen,
- ob sî zuo dem orte iht sî verslizzen.“
- ’nein sî, ûf mîn sêle und ûf mîn triuwe!
- ich gap sî mînem leiden man für niuwe.
- sî ist dicke als ein bret,
- niuwan an der einen stet,
- dâ ze dem hengelriemen.
- daz enschadet iu noch ander niemen.’
III
- Er wolt sîn mezzer in die scheide schieben.
- dô begunde sich diu klinge biegen
- her wider rehte gegen deme hefte;
- doch brâht er sî drin mit sîner krefte.
- schiere het er wider gezogen.
- „ez habe ein swarziu krâ gelogen,
- wer solte des getrûwen?“
- ’zieht wider: diu würze ist noch niht gebrûwen!’
