Franz Schnorr von Carolsfeld

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Franz Schnorr von Carolsfeld
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* 11. April 1842 in München
† 8. Februar 1915 in Dresden
deutscher Bibliothekar und Literaturhistoriker
1875–80 Stadtverordneter; 1887–1907 Direktor der Königlich Sächsischen Öffentlichen Bibliothek in Dresden; Mitarbeiter der Allgemeinen Deutschen Biographie
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GND-Nummer 116848987
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DNB: Datensatz, Rohdaten, Werke

Verwandte[Bearbeiten]

  • Ururgroßvater: Veit Hans Schnorr <der Jüngere> (1644−1715), seit 1687 Reichsadel: von Carolsfeld, Hammer- und Blaufarbenherr sowie Gründer der Siedlung Carlsfeld um ein neues Messing- und Blech-Hammerwerk. Er fand 1698 in einem seiner Bergwerke erstmals weiße Tonerde (Kaolin), den wichtigen Rohstoff für die Produktion von Meißner Porzellan seit 1711. Die blaue Cobalt-Farbe aus seiner Mine in Aue eignete sich trefflich zum Bemalen des „weißen Goldes“ und überstand auch den anschließenden Brennprozess gut. Erst als 150 Jahre später in Meißen selbst „Schnorrsche Erde“ gefunden wurde, endete das Kaolin-Liefermonopol des Montanunternehmers aus dem sächsischen Vogtland. In seinem Geburtsort Schneeberg steht noch heute das Schnorr-Haus.
    • Eberhard Görner (Hrsg.): Weißes Gold im Erzgebirge? Veit Hans Schnorr von Carolsfeld 1644 − 1715. Mironde-Verlag, Niederfrohna 2000 (= Kammweg-Geschichte ; 1), ISBN 978-3-937654-57-7
    • Die Erfindung des Porzellans durch Böttger. In: Ludwig Schnorr von Carolsfeld <(1877–1945)>: Porzellan der europäischen Fabriken des 18. Jahrhunderts. 3., durchges. u. erw. Aufl. Schmidt, Berlin 1919 (Bibliothek für Kunst- und Antiquitätensammler ; 3) S. 25–34 (28) Google-USA*; Neudruck 1920 Google-USA* = Michigan-USA*
  • Urgroßvater: Johann Gottlieb Schnorr von Carolsfeld (1713–1788), PND 139711805, Jurist, Senator und Accisinspektor in Schneeberg, Erbe des nahen Guts Brünlasberg
  • Großvater: Veit Hans Friedrich Schnorr von Carolsfeld (1764–1841), Maler (ADB, Leipzig-Lexikon)
    Autobiographie, Erstveröffentlichung nach der Urfassung der Handschrift von 1832:
    • Veit Hanns Schnorr von Carolsfeld: Meine Lebensgeschichte. Zugleich als ein Sonst und Jetzt in einem Zeitraum von 55 Jahren / Hrsg. von Otto Werner Förster. Taurus-Verlag, Leipzig 2000, ISBN 3-9805-6694-3
  • Vater: Julius Schnorr von Carolsfeld (1794–1872), Maler, Zeichner und Grafiker (Buchillustrator) in München, Rom und Dresden; seit 1846 Professor an der Königlich Sächsischen Kunstakademie und bis 1871 Direktor der Gemäldegalerie in Dresden (ADB, NDB (auch zur Familie), Wikipedia). ADB- und Wikipedia-Artikel auch zu dessen Bruder Ludwig Schnorr von Carolsfeld (1788–1853), ebenfalls Maler, Kustos an der Galerie des Belvedere zu Wien (Österreich-Lexikon AEIOU, Personenlexikon Niederösterreich)
  • Bruder u.a.: Ludwig Schnorr von Carolsfeld (1836–1865), Opernsänger, seit 1860 Tenor an der Dresdner Hofoper (ADB, Wikipedia). Seit 1860 verheiratet mit der Sopranistin Malvina Garrigues (1825–1904), einer Tochter des portugiesischen Generalkonsuls in Kopenhagen (Dänemark). Erste Interpreten Richard Wagners „Tristan und Isolde“ bei der Uraufführung am 10. Juni 1865 in München.
  • Bruder u.a.: Georg Schnorr von Carolsfeld (1848–1926), PND 139711988, sächsischer Artillerie-Offizier (zuletzt Oberstleutnant)
    • Sohn: Ludwig Schnorr von Carolsfeld (1877–1945), PND 116849053, Kunsthistoriker; Kustos der staatlichen Museen in Berlin und Keramik-Experte (Suche im OPAC des Zentralinstituts für Kunstgeschichte)

Werke[Bearbeiten]

  • Verborum collocatio Homerica quas habeat leges et qua utatur libertate. Dissertatio inauguralis. Calvari, Berolini 1864 Internet Archive = Google
  • Zur Geschichte des deutschen Meistergesangs. Notizen und Litteraturproben aus den Dresdner Handschriften des Hans Sachs und anderer Meistersänger. Lobeck, Berlin 1872
  • Katalog der Handschriften der Königl. Öffentlichen Bibliothek zu Dresden / im Auftrage der Generaldirection der Königlichen Sammlung für Kunst und Wissenschaft bearb. von Franz Schnorr von Carolsfeld.
    • Bd. 1, Enthaltend die Abtheilungen A - D und F - H. Teubner, Leipzig 1882; Korrigierte und verbesserte, nach dem Exemplar der Landesbibliothek fotomechanisch hergestellte Ausgabe. Sächsische Landesbibliothek, Dresden 1979 (= Katalog der Handschriften der Sächsischen Landesbibliothek ; Bd. 1) SLUB Dresden, manuscripta mediaevalia
    • Bd. 2, Enthaltend die Abtheilungen J - M. Teubner, Leipzig 1883; Korrigierte und verbesserte, nach dem Exemplar der Landesbibliothek fotomechanisch hergestellte Ausgabe. Sächsische Landesbibliothek, Dresden 1981 (= Katalog der Handschriften der Sächsischen Landesbibliothek ; Bd. 2) SLUB Dresden, manuscripta mediaevalia
  • Erasmus Alberus. Ein biographischer Beitrag zur Geschichte der Reformationszeit. Ehlermann, Dresden 1893

Aufsätze (Auswahl)[Bearbeiten]

Artikel in der Allgemeinen Deutschen Biographie[Bearbeiten]

Alle ADB-Artikel von Franz Schnorr von Carolsfeld

Herausgeber[Bearbeiten]

Aus dem Nachlass seines Vaters:

  • Briefe aus Italien von Julius Schnorr von Carolsfeld, geschrieben in den Jahren 1817 bis 1827. Ein Beitrag zur Geschichte seines Lebens und der Kunstbestrebungen seiner Zeit / hrsg. v. Franz [v.] Schnorr von Carolsfeld. Perthes, Gotha 1886 (ND München 1979)

Quellen[Bearbeiten]

  • Schnorr von Carolsfeldsches Familienarchiv - Mscr.Dresd.n : [Inhaltsübersicht]. [Dresden], [um 1915]; Online-Ausg. Dresden: SLUB, 2010 SLUB Dresden

Sekundärliteratur[Bearbeiten]