Geständnisse der 1564 in Welden als Hexen verbrannten Magdalena Schmidin und Anna Beglerin
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[149r] Bekantnuß der zwayen Hexen oder vnholden Madalenna Schmidin von welden vnd Anna Beglerin von Werleschwang So vff den 26 tag Januarii zu Welden mit dem Brand Gericht worden send Anno 1564 Erstlich bekent Anna Beglerin von werleschwang daß sy bei den 20 jaren ein vnholden gewesen sey vnd sie sich daß Erstmall hinder den laidigen teuffel Ergeben. von der vrsach wegen, das die herschafft hat allen vnderthannen anzaigen lassen war od(er) wölch am Juden legen, daß sy die selben solltten in Ainer genannten Zeit, von dem Juden wider Ledig machen. Dammals were sy gedachte Böglerin, vnd Jr man auch an dem Juden gelegen, vnd sy souil vnmuetß darab genomen, das Er von hauß hat lassen wöllen, In dem ward sie gen Zußmerhausen, zu gan vff den marckt. wolt flax od(er) werckh oder hanff[1] kauffen, vnd als Bald sy vber den weicher hinuber komen, alda war ein Paursman so ein hupsche Person, In Ainem Schwartzen Rockh, hochen huet mit einer Weisen Feder, en vnd thailt hossen[2], vnd sy hab den linckhen fueß fur ain Gänß fueß angesehen, zu Ir komen vnd sich angesprochen, wol sie hinauß welle, haben sy genant wurt sy wellen gen [149v] Zußmerhaussen, Wol flax und hanff kauffen damit sie mög sich vom Juden lesen, hab er gesagt Wild tu so mein sein so wil Ich dir gelt geben das du hanff vnd flax kauffest, hab sie geantwurt waß welt Ir mit mir anfangen wan Ir mir gelt gert doch das Ich mich von dem Juden lesse. daß hab Er gethon. vnd Ir de Peglerin 7 f[3] geben. wie sy Nun wider herabgangen ist, were Ir gespan, wölcher Sathan gehaissen, vff der Mitlnhüollen [4] wider zu Ir komen, vnd mit Ir biß zum weicher gangen da hab sy Im muessen geloben vnd schwören mit der linckhen handt, daß sy [...][5] am Nechsten Samstag. Zu Ime Inß Martins Anger genant komen das hab sy gethan. Vnd Geschworen, das sy well Gott und der hailig en Triualtigkait deß Taufs vnd aller hailigen verleugnen vnd Im allain anhangen vnd alles das wider Gott vnd denn Menschen ist verbringen. auch alle Guette Werckh verhindern, vnd hab darauf ein pluet us Irer linckhen handt genommen, und sie damit eingeschriben. Und alßdan hab er gleich damalß unkeuschait mit Ir getriben. Zum dritten bekhent sy das ir gespan Satan [150r] In der düeffen hellen, Zwaymall zu Ir Khom- en vnd vnkeuschait mit Ir getriben. Sy sagt er sei lieblich aber kaltter Nattur. Zum viertten Bekhent sy daß sy sei mit hillf ihres gespanen Sathan, Etlich auß ge- farren Zum Tantz vnd Ir alweeg ain Gänß für thir bracht. darauff sy gesessen, vnd Inß deß Teuffelß Namen gesagt. wol auff vnd Nienderlan, da were sy dahin gefaren vnd einmall Zwischen honhoffen[6] vnd fudebach[7], das ander mal zwischen zel[8] vnd hegnebach[9]. das dritmal vff den Trexel, damal alwegen Tanntzt. frelich vnnd Guetter ding gewesen, haben da geessen vnd Trunckhen, haben rotten vnd Weisen Wein gehapt den selben mit Irer gespon- sten hilff etlich mallen zu fuldenbach etlich mallen zu Zillabach auß dem Kheller mit Rätschen vnd Kanten zu gefuert haben allerlay SPeiß genueg gehapt allain Rogin- brott und Salz haben sy nit gnug gehapt. Ire SaittenSPiel gemainlich zwerch Peiffen, Jn weisen Ploderhossen, Sie die hexen haben auch miessen ein ander angeloben, das Kaine von der anderre nix sagen welle, Zum 5. Bekhent sich. das sy hab mit hilff Jrß gesponsten Sathan, Zu beschedigung der Menschen [150v] vnd vichs, nachuolgende vergiffte Salben ge- macht vnd genomen, dern kinder wie nachuolgt, und sie außgraben gesotten vnd darzue gebraucht. Jtem mer Bekhent sy daß sy Jung kinder die gestorben sendt On Taufft. vßgraben die selben sampt andern schedlichen Teufflischen kreuttern, welcher materj Namen, alle mit meamen [10] angezaigt, aber die selben vo[.] der Jugent, vnd furwitziger leuth halben, Zuberueffen vmbgangen, Solche Matarj Zu Salben gemacht. vnd mit hilff Jrs gespons volgenndt Personen vnd vich beschaidiget vnd vmbbracht. Jtem waß sy fur leuth vnd Mutwilligklich auch verwarloßlich vmbbracht vnnd ge- schediget haab. Erstlich hat sich Crista Migellerß Sun uon walbach mit ihren vergifftigen salben be- beschediget vnd gelämbt daß Er hat miessen ann artzt ghan. Jtem sy hab deß Jungen mollen weib von walbach alß ein hebam verwarlöst die wandelpurde von Jr gerissen, und uß Ur- sach diß Zu greiffenß also todt verschiden Jtem sy hat Zu Bairschoffen auch aine, aller massen vmbbracht wie Obsteet vnd warlöst [151r] Item mer habe Jr der Teuffel Ir gesponß Sathan, ein wurtz geben, daß sy die selb- en der Anna Gebhartin von werleschwang vnder das Pett gelegt. Vnd vermaint sich damit vmb zebringen, wie sich dan letzte- lich auch gestorben, vnd da man die wurtz Eingemacht Jm pfulgen gefunden, hat man sich Jn Offen geworffen, da hat Es sich so vngestuem Erzaigt, daß sy vermaint haben, der Offen wert vmbfallen, vnd bekent daß sy vff ein Zeit die harten vmb ain laub brotß vmbß gelt zu geben gepetten, daß habs Jr ver sagt hab sy gesagt. Jch wil dir ein dienst drauff thon vnd darauff Jr der Gebhartten solchs eruolgt. Weitter bekent, das sy stoffel Enterres von schönnenberg sy vff ein zeit geschlagen, da habe sich Jm auch getreet, vnd Jm solchs nit nach zu geben. Vnd hab Jm was Jnß Pet gelegt daß Er ein zeit lang sichen miess(en) Weitter bekent sy 4 Kinder zu Jrem ge- spenst vnd zaubareü haab außgraben One noth zu melden, so alle One den Tauff verschiden. Jtem mer bekent daß sie mithilff Jrß gesponns Sathan Jergen Beckhen weibß von Werleschwang welche Jnß Kundts [151v] Nothen gelegen, fursetzlich hab vmbbracht. welche also mit dem kind verschüden. vnd alß man sich vergraben, hab sy die selbe m[it] hilff Jreß Satanß vffdeckht, vnd Jr daß kindlin auß dem leib geschnitten. Welc[h] kind sy alle Zu Jrer Zauberei gebrauch[t] vnd zu nochuolgende hagel. waß sy fur vichß geschedigt vnd vmbbracht h[at] Eristlich dem Sima Holtzsthucher ain Roß ve[r] derbt aber doch zum todt nit gerathen. Jtem dem gebhartten ein kalbin vmbbra[cht] for zehen Jaren. Jtem dem Guetterer ain schwartze K[ue] vmbracht. Jtem der Trauten Laitmulerin vonn A[?] ainn Kue vmbracht. Weitter vnd letstlich bekent sy mit aller Vnderschid, daß sy mit hilff der Teuffel vnd Jrer gesellschaft zuuerderbung der Lieben Frucht vff dem Landt dem Mensche[?] sein Narung Zu entziechen, gemach hab hagel, Reuffen, Nebel. souiel Jn Gott ver- hengt, welche Zaubereiischen Vnd teuflischen Marterei und stuckh. auch waß sy fur hag[el] gemacht, sy aigentlich bekent vnd anzaigt, aber aus der gelerten Rath. vnd vmb der ge- liebten Jugent willen, solchs Offentlich zu berueffen vmbgangen. [152r] Jtem sy bekent das der böß veindt, sy wid(er) umb Jn der gefengknuß angesucht, vnd Zu Jr gesagt, sy soll widerruffen, so wert sich ledig gelassen. Aber gleich wider umb zu Erkantnuß komen. Adi den 23 december Jm 63 Jar Jst Maddalenia Schmidin von Welden Zum dritten mall guettlich vnd Painlich angefragt, Die bekennt vnd andernn vor Siben Wieuolgt Auff den Ersten Ardicul wie sy finder daß teuffles leben komen sey. Bekent sy daß Jr man Barttelschmid, auff ein zeit von wegen zwaier schwein so Jr man mit andern schweinen Jm geger gehuet, vnd mit Jr vnainß worden. Also daß Er sich geschlagen vnd mit eim scheit geworfen, vnd sy der massen darab ent setzt daß Er Vermaint von Jr Zu gahn, da Wer sy also Jn ain vnmunt kommen, dar in sy dan der böß feindt angefochten vnnd begert sy sol sy Jm ergeben, das hab sj beWil- liget vnd darauff vnkeusthe werckh mit Im gepflegen, vff Ir prucken bei der nächtlicher Zeit. Ein weil hab Er ain kue fueß Ihe ain gaiß fueß gehapt. hab Ein Rotten Rockh ein hochen huet vnd schwartz federn danein weise feder vff gehabt. hab auch schwartz hendt vnd schwartz Negel an Im gesehen. [152v] Zum andern bekent sy daß sy Im hab miess- en geloben vnd mit der linkhen handt schwören, Ime gehorsam zu laisten, vnd alleß Was wider dieCristenhait zu volbringen. Zum dritten hat sy Im auch miessen angelobe[n] daß sy well Gott dem almechtigen, der hailli[g-] en dreyveltigcait, vnd des Tauffs verlaug- nen vnd wider sagen, daß sy dan gethon hab[.] Zum 4. sei sy alßbalt darnach bei dem Weich[-] er Im Loch bei Irem anger zu Im komen, abe[r-] mals katzerei vnd vnlauttere werrkh mit Im getriben, alß dan hab er Ir 10 f geben, daß hab sy zu weil zu weil auß geben. Zum 5. sei sy zu braidtwiß abermalß bei Irem gesponsten, welcher Beltzebub genan[t] gewesen, vnd hab vnckeuschait mit Ir getribe[n.] Zum 6. bekent sy, daß Ir gesillen sampt Ire[m] gesponsen seien zu braidtwiß bei ainer danntz gewesen, aldan guetten Muet, gesen vnd Trunkhen, Rotten vnd weisen wein vnd weiß brot gehapt. allain Kain Sa[lz] vnd Ruggen brott vnd damalß sei sy vff ainer Offengabel geritten, so Ir der böß feindt Ir gesponst verordnet, vnd zaigt an. sy hab nicchts Reeden durffen, hab auch zu[m] Irem thail ain schissel mit kuchlin bracht, den wein haben sy mit sampt hilff Irer [153r] gestponstenn Zum Thail In der Thullen Nefen keller geholt. seien Zum gartten funster hinein kommen, vnd hab Iren gesponsten Rättschen vnd groß Kantten verordnnet. ir Saitten SPil sei trumen gewesen, vnd sei vff ainer hochen Aich gesessen, Zum 7. sei sy In der Steigen auch beii Aines dantz mit vorgemelter geselschafft gewesen, vnd were vff ainer Gaisen, die Ir ge- sponst Ir vom adelstriedt Zu gefuert geritt- en vnd sagt wan sy Pleg vff sitzen far sy alweng In deß Teuffelß Namen, Zum 8. sei sy bei ainem dantz gewesen, In fort mit sampt Irer geselschafft. Zum 9. Bekent sy wan sy hab wollen auch faren, hab sy alwegen mit hilff Ires ge- sponsten ein Zauberei wie die Zu gericht One noth Zu melden, Irem man vnder gelegt. daß Er hat schlaffen miessen, biß sich Iren willen volbracht hat. Zum 10 Zehenden bekent, das sie damallen, zum Praidt wiß bei ain ander gewesen, haben Iren gespillen vnd sy Zuesamen ge- schworen, daß sy von einander nit well- en sagen, vnd verbringen. Waß Ire ge- sponsten die Teuffel wellendt [kürzel: etc.?] [153v] Zum 11 haben sy Junge Kinder welche One de[?] Tauff verschiden, außgraben, die selben samp[?] andern Teufflichen schedlichen vergifften Kreiittern. Welche Martern Mamen [Namen]. alle mit[]mamen [Namen] anzaigt, aber die selbigen von ge liebten Jugent vnd furwitzigrait, Etlicher Leut, zu berueffen vmbgangen, solche ma[t] ern [eri] zu salben gemacht, damit hilff Jres ge- sponst Völgenden Personen, vnd Vich damit geschediget, vnd verletzt vnd vmbbracht. Zum 12. bekent, das sy Jrem Brued(er) Lienhart wurtzen vonn Qurbach auß Mend [Nend] vnd v[?] deß willen, daß Jr daß Vätterlich Erb. Jn Jrem vermainen, noch zum thail vn- billich Vorgefalten [vorgehalten], vmb der vrsach will- en mit forgemelten, zaubereischen. Marterin [Marterni] erlämbt, vnd zum Todt Bracht. Jme auch etlich Kinder [Rinder] Vich verletzt. Zum 13 hab sy den Bertelin Wagner von Welden, vor 15 Jaren mit 2 Roß Vmbbracht Zum 14. hab sy dem alten Clestadt Vngeuer- lich vor 12 Jaren ein Kue vmbracht [vmbbracht]. Jtem sy hab auch ainem armen Dienst Kn[?] so bei hausen Pauren Jrem schwester man gedient, welchen sy vff ein zeit Jm pedt ge- schlagen mit vorgenielter [vorgemelter] marterin [Marterni], Jmn Wellem vergriffen, aber also vnsche(?) diget von Jr komen, [154r] Weitter vnd beschliesslich bekent sy auch mit allem vmbstand. das sy mit hilff der Teuffel. vnd sampt Irer gesellschafft, Zuuerderbung der lieben Erdtfrucht, dem Menschen sein Narung, Zu entziehen gemacht haben, hagel Reuffen. vnd Neb- el vnd souil Jr von Gott verhengt Worden, welche Zaubereii vnd Teufflischen Mart- erni vnd stuckh. sy aigentlich bekent vnd anzaigt hat. aber auß Rath der gelertten vnd der geliebten Jugent willen, solchs Offentlich zu berueffen vmbgangen, Auff den 14 tag decembriz ditß 63 Jar hat man den hanß schmid von vonn welden, hieuor Off gemelter hexen od(er) vnholden, madalina schmiden von welden Sun welcher fill greulich mordt vnd böse thatten geyebt vnnd begangen hat. darumb dan die Burgau auff Obgemelten tag verurthailt, auß- geschlaifft vnd verbrent worden. Er solle sein muetter, selbs angeben vnd auff sie bekent haben, daß Jre bei 30 Jn ainer geschelschafft, die alle Meder, dieb vnd Rau- ber seien, Jst ein Junger Mensch gewes- en [154v] Vnd Bekantnus. der Zwayen hexen, oder vnholden, madelena Schmiden von Welden. vnd Anna Böglerin von Wär- leschwang. so sy vff den 26 tag Januari zu welden mit dem Prandt gericht worden seindt. Anno 1564 Anmerkungen (Wikisource)[Bearbeiten] |
