Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt

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Textdaten
Autor: Musik von Johann Sebastian Bach, Text von Erdmann Neumeister
Titel: Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt
Untertitel: Kantate „Am Sonntage Sexagesimae“
aus: Joh. Seb. Bach's Kirchencantaten. Zweiter Band. No.11-20. Herausgegeben von der Bach-Gesellschaft zu Leipzig, 1852.
Herausgeber: Moritz Hauptmann
Auflage:
Entstehungsdatum: 1713 bis 24. Februar 1715
Erscheinungsdatum: 1852
Verlag: Breitkopf & Härtel
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Quelle: pdf der Partitur aus der alten Bach-Ausgabe bei ISMLP
Kurzbeschreibung: BWV 18
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Dominica Sexagesimae.

„Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt.“

SINFONIA.

RECITATIVO.

Gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommet, sondern feuchtet die Erde, und macht sie fruchtbar und wachsend, dass sie giebt Saamen zu säen und Brot zu essen: also soll das Wort, so aus meinem Munde gehet, auch sein; Es soll nicht wieder zu mir leer kommen, sondern thun, das mir gefället, und soll ihm gelingen, dazu ich’s sende.

Mein Gott, hier wird mein Herze sein,
ich öffne dir’s in meines Jesu Namen:
so ströme deinen Saamen,
als in ein gutes Land hinein.
Mein Gott, hier wird mein Herze sein,
lass solches Frucht und hundertfältig bringen.
O Herr, Herr, hilf! o Herr, lass wohl gelingen.

Du wollest deinen Geist und Kraft zum Worte geben,
erhör uns, lieber Herre Gott!

Nur wehre, treuer Vater, wehre,
dass mich und keinen Christen nicht
des Teufels Trug, des Teufels Trug, des Teufels Trug verkehre.
Sein Sinn ist ganz dahin gericht,
uns deines Rathes zu berauben
mit aller Seligkeit, mit aller Seligkeit.

Den Satan unter unsre Füße treten,
erhör uns, lieber Herre Gott!

Ach! viel verläugnen Wort und Glauben
und fallen ab, wie faules Obst,
wenn sie Verfolgung sollen leiden.
So, so, so stürzen sie in ewig Herzeleid,
da sie ein zeitlich Weh vermeiden.

Und uns für des Türken und des Pabst's
grausamen Mord und Lästerungen,
Wüten und Toben väterlich behüten,
erhör uns, lieber Herre Gott!

Ein Andrer sorgt nur für den Bauch;
inzwischen wird der Seele ganz vergessen.
Der Mammon auch
hat Vieler Herz besessen.
So kann das Wort zu keiner Kraft gelangen.
Und wieviel Seelen hält
die Wollust nicht gefangen!
So sehr verführet sie die Welt,
die Welt, die ihnen muss anstatt des Himmels stehen,
darüber sie vom Himmel irre gehen.

Alle Irrige und Verführte wiederbringen.
Erhör uns, lieber Herre Gott!

ARIA.

Mein Seelenschatz ist Gottes Wort,
mein Seelenschatz ist Gottes Wort;
ausserdem sind alle Schätze
solche Netze,
welche Welt und Satan stricken,
schnöde Seelen zu berücken.
Fort mit allen, fort, nur fort,
mein Seelenschatz ist Gottes Wort.

CHORAL.

Ich bitt o Herr, aus Herzens Grund
Du wollst nicht von mir nehmen
Dein heilges Wort aus meinem Mund,
So wird mich nicht beschämen
Mein Sünd und Schuld,
denn in dein Huld
setz ich all mein Vertrauen,
Wer sich nur fest darauf verlässt,
Der wird den Tod nicht schauen.

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