Goldbeschlagene Streitrosse

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: unbekannt
Titel: Goldbeschlagene Streitrosse
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1891
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Bild
[[Bild:|250px]]
Bild
{{{EXTERNESBILD}}}
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Link zur Indexseite


[99] Goldbeschlagene Streitrosse. Orientalische Fürsten und europäische Verschwender haben schon manchmal ihre Pferde mit „goldenen Hufeisen“ beschlagen lassen. Die Weltgeschichte kennt aber auch einen Fall, wo eine ganze Schwadron goldbeschlagene Streitrosse ritt. Das hat sich im Goldlande Peru im Jahre 1533 ereignet. Francisco Pizarro hielt in Caxamarea den Inka gefangen, sein Bruder Hernando stand in dem berühmten Tempelorte Patschakamak, wo er den düsteren Tempel des Orakelgötzen nach Gold durchstöberte. Da erhielt er die Nachricht, daß der indianische Häuptling Tschalkutschima an der Spitze von 30000 Mann einen Aufstand plane. Der mutige Hernando wollte ihm zuvorkommen und brach am letzten Februar nach Chaucha auf. Es war ein furchtbarer Marsch über einen steilen Gebirgszug. Auf dem mit spitzen Gestein besäeten Saumpfade verloren alle Pferde ihre Hufeisen und traten sich die Hufe so wund, daß die Reiter absitzen mußten. Man hatte kein Eisen, um die Rosse wieder zu beschlagen. Da sahen sich die Krieger gezwungen, von peruanischen Schmieden Hufbeschläge ans Silber und Gold anfertigen zu lassen , und nun überwand die Schwadron die schneebedeckten Pässe. Die Geschichtschreiber von Peru erzählen, daß diese theueren Beschläge sich ganz gut bewährt und länger ausgedonnert hätten als eiserne. Der Marsch brachte übrigens Hernando und seinen Kriegern einen glänzenden Ersatz für die goldenen Hufeisen; denn Tschalkutschima wagte nicht Widerstand zu leisten und lieferte den Spaniern dreißig Lasten Gold und vierzig Lasten Silber aus.

Persönliche Werkzeuge