HexenVerbrennung Bistum Würtzburg Bamberg (1627)
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[1] Ein Warhafftige vnd gründtliche
Beschreibung /
Auß demm Bistumm Würtz-
vnd Bamberg / Deßgleichen von dem gan-
tzen Fränckischen Kraiß / wie man alda so vil Hexen
Mann vnd Weibspersohnen verbrennen laßt / vnd was sie nur
für schröckliche Sachen bekannt haben / ist mit fleiß auß
Glaubwürdigen SchreiBen zusamen getragen /
Vnd inn das Lied versetzt.[1]
Im Thon:
Hilff GOTT das mir gelinge / etc.
Ist ein sonderliche Bekandtnuß / darinn Si-
benzehen Artickel begriffen / Wie vnnd was gestallt sie
den Menschen verführen künden / vnd inn was für Stucken er
sich bloß gibt / Wie ihr im lesen vernemmen werden / dar-
vor waißt sich nun ein frommer Christ trewlich zu
hütten / vnd inn Gott sein Leben zu
zubringen. Wie folgt.
Gedruckt im Jahr CHristi /
1 6 2 7.
Newe Zeitung.
HOer O mein Christ besunder / die schröckliche Geschicht. / also mit grossem Wunder / davon ich euch bericht / so gar ein jämmerliche That / was sie da hat begeben / Zu Würtzburg inn der Statt. 2. Alda thut man verbrennen / Vil Hexen Mann vnd Weib / was sie schröcklichs bekennen / Davon ich jetzund schreib / das ist traurig zuhören an / wie nun derlaidig Teuffel / die Leuth verführen kan. 3. Mancher Vatter vnd Mutter / wußt nichts von seinem Kind / manche Schwester vnd Bruder / von andern wurd verbrennt / ja mannicher Mann von seinem Weib / der Teuffel thet sie blinden / An Seel vnnd auch am Leib. 4. Ein Kramer wurdt verbrennet / zu Würtzburg inn der Statt / Der hat gantz frey bekennet / daß er vom Teuffel hat / all Monat zweintzig Thaler gut / Zwölff Jahr jhr Haubtman gwesen / gar fleissig dienen thut. 5. Ein reiche Fraw darneben / mit jhm verbrennet war / die thet gäntzlich fürgeben / Vnd saget also klar / Sie hett drey hundert Fuder Wein / Aber das Hexen Leben / thet jhr vil lieber seyn. 6. Wie ein Metzger vnd Gerber / die auch haben bekennt / Ein Beck vnd auch Schwartzferber / Als man sie hat verbrennt / Sprachen es müßten sie tawren doch / wann sies nit hetten gelernet / sie woltens lernen noch. 7. Zu Bamberg auch deßgleiche / verbrennt man alle Tag / Ja mehrer theil die Reiche / sing ich mit wahrer sag / Ein Schulmeister war da verbrinnt / drey Jahr das Hexen Leben / thet lehrnen seine Kind. 8. Dann der bekennt mit namen / das ist ein schröcklich Werck / Wie sie seyn gweßt beysammen / Auff dem Fraw Venus Berg / Eben an der Waldburgen Nacht / so vil inn der Welt waren / hond sie zusammen bracht. 9. Ein Fahnen sie da führen / darinn der Teuffel war / gemahlet vnd gezieret / die Bildnuß Christi klar / war vnder sein Füß gethon / darmiter sie beredet / Gott soll kein Gwalt mehr hon. 10. Deßwegen sie sehr preysen / jhren GOtt Lucifer / Ihm grosse Ehr beweisen / Den wahren GOtt vilmehr / Verfluchen sie jnnsonderheit / vnnd auff ein newes absagen / Der hochen Dreyfaltigkeit. 11. Zum dritten mal mit Wunder / der Himmel offen war / Ein Stimm schry laut herunder / Heur / heur inn disem Jahr / muß das Geschlecht zu boden gohn / inn gantzer Welt jetzunder / sollen sie kein Frid hohn. 12. Wie man schon thut erfaren / inn mannichem Landt vnd Statt / das man kein fleiß thut sparen / schon vil verbrennet hat / vnd greifft je länger vnd fester an / der Welt Gottloses Leben / Gott nimmer sehen kan. 13. Der Bischoff wirdt jetzunder / verbrennen auff einmal / zu eim Beyspil vnd Wunder / ja Hundert an der Zahl / der gantzen werthen Christenheit / daß man sie soll vertreiben / dann es ist grosse Zeit. [3] 14. Wa mans nit will verbrennen / so geben sie sich dar / Frey öffentlich bekennen / wie kund vnnd offenbahr / man soll sie richten mit dem Schwerdt / Sie künden nicht mehr leben / vor lauter Angst auff Erd. 15. Ein Müller vnd Beckh eben / zu Werdten inn der Statt / hond sie selber dargeben / die man verbrennet hat / Bekandten auch vor jrem Todt / vil Menschen habens verführet / Auß lauter Hungersnoth. 16. Ein Edle Fraw deßgleiche / wie man sie hat verbrennt / dann sie war mächtig Reiche / Die schrye vor jhrem End / Mich rewt die gute Tag vnnd Stund / So wider werden haben / Die arme Bettelhund. 17. Also habt jhr vernummen / von diser Teuffels Rott / so gar inn kurtzer Summen / Ach du mein frommer GOTT / Wer alles hie beschreiben will / Ist gar schröcklich zuhören / vnd auch zu lesen vil. 18. O GOtt thu vns behüten / Jetzund vnd allezeit / vors Teuffels List vnd wüthen / Du hoch Dreyfaltigkeit / Mach der bösen Welt ein End / Mein Leib / mein Seel / mein Leben / nimb HERR inn deine Händ / AMEN. Folget die Bekandtnuß dises Vnkrauts.
ERstlich haben sie bekennt / Wann ein Hochzeiter / mit seiner Braut zur Kirchen geht / vnd mit dem lincken Fuß vor inn die Kirchen trit / so könden sie machen / das keines kein Lust mehr zum andern haben kan. Zum andern / Wann nun die Braut vor dem Bräutigam inn das Beth geth / so können sie dem Bräutigam sein Mannheit nemmen. Zum Dritten / Ein Hebamm hat bekennt / wann ein Fraw das erste Kind trag / vnd der Mann jhr die Hebamm nicht selber holl / so könne sie das Kind vmbbringen / vnd die Mutter verderben. Zum Vierdten / So man die Kinder vnder zwölff Wochen inn das Bad / oder Badstuben trägt / dieselbe Kinder könden sie verzaubern / daß sie weder wachßen / noch zunemmen. Zum Fünfften / Wann man die Stuben oder Hauß außkehr / vnnd den Vnflat hinder der Thür ligen läßt / so wollen sie denselbigen Menschen verderben. Es kan sie auch der Teuffel Leibhafftig darhindert verbergen. Auch künden sie wissen / was im gantzen Hauß geschicht. Zum Sechsten / Wann ein Mensch früe auffsteht / vnnd wäscht die Händ nicht / was nun derselbig Mensch angreiff den gantzen Tag / da könden sie bekommen / vnd haben macht vber alle Sach. Wer mit Viech vmbgeht / es seyen Pferdt / Kühe / Ochßen / Schwein oder Schaaff / so kan das Viech nicht gedeyen vnd zunemmen. Auch können sie die Milch / Butter / Käß vnd Schmaltz bekommen. Können auch die Kühe selber Melcken. Deßwegen sie im Franckenlandt die Milch Dieb genennt werden. [4] Zum Sibenden / wann man die Füß wäscht / vnd das Wasser vber Nacht stehen laßt / so könden sie den Teuffel jren Buhlen darein baden / sonderlichen am Sambstag zu Nacht / Auch sonst vil Vnglück darmit anrichten. Zum Achten / Wann ein Mensch Eyr ißt / vnd würfft die Schalen inn die Schissel / vnd zertruckt sie nicht / so könden sie einen Menschen darmit verderben. Zum Neundten / wann ein Magdt oder Jungkfraw / auß dem Bad geht / vnd das Badthuch vber Nacht naß ligen laßt / so können sie demselben Menschen jhr Weibliche Blumen nemmen / vnd jhr auch nimmermehr zuhelffen sey. Zum Zehenden / Wann die Mägdtlein auff den Tantz gehen / vnnd den linckhen Schuh vor einpressen oder schnieren / so hab der Teuffel macht mit jhr zu Tantzen. Zum Eylfften / Wann man an einem Sambstag Saltz oder Eyr außleyht / so kan sie machen / daß dieselbige Nacht kein Mensch im gantzen Haus schlaffen kan / oder wol gar das Jüngst oder Eltist verderben. Zum Zwölfften / Noch ein andere Bekandtnuß / wie vnd durch was für List Mann vnd Weibspersohnen / hinder das Hexenwerck kommen vnd gebracht werden. Zum Dreyzehenden / Wann die Gesellen auf die Buhlschafft gehn / da erscheint jhn der Teuffel inn Gestallt seines Buhlen / durch die Gesellen betrogen vnnd verführt werden. Zum Vierzehen / Wann die Baurenknecht am Mittwochen zwischen eylff vnd zwölff Vhren / sich heimlich zu der Magdt wollen legen / So schlaffen sie beym Teuffel. Vnd also verführt werden. Zum Fünffzehenden / Wann die Mägdtlein inn dem Gunchelhauß oder Roggenstuben selber mit einander Tantzen / so hat der Teuffel macht vber alle die da im Hauß sein. Zum Sechzehenden / vnd Sibenzehenden / Bekennen das vil tausendt Mägdtlein also sind verführt worden / deßwegen die GunckelHäuser oder Roggenstuben inn der gantzen Welt solt man abschaffen.
E N D E.
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