| [I]
Historisch-antiquarische
Untersuchungen über Aegypten
oder die
Inschrift von Rosette
aus dem Griechischen
übersetzt und erläutert
von
Dr. Wilhelm Drumann
ordentl. Professor der Geschichte zu Königsberg
und Königl. Bibliothecar daselbst.
Königsberg
in der Universitäts-Buchhandlung
1823.
[III]
Dem Herrn
Dr. Christian August Lobeck
ordentl. Professor der Literatur
und erstem königl. Bibliothecar zu Königsberg
widmet diese Schrift
als
Denkmal inniger Hochachtung und Freundschaft
der Verfasser.
[V]
Vorrede.
Die Geschichte der Ptolemäer, mit welcher ich mich seit einer Reihe von Jahren in den Mussestunden vorzugsweise und mit Liebe beschäftigt habe, leitete mich auf das Denkmal, dessen griechische Inschrift der Gegenstand dieses Werkes ist. Es war anfangs meine Absicht, nur eine kurze Zeit bei ihm zu verweilen; bald aber fühlte ich mich durch Schwierigkeiten gefesselt, und während ich mir über die Geschichte des fünften Ptolemäers Aufschluss zu verschaffen wünschte, zu so manchen Untersuchungen veranlasst, welche diesen König nicht unmittelbar angiengen und doch von Wichtigkeit zu sein schienen, dass ich sie unabhängig von einem andern Zwecke fortsetzte. Ueberdiess wurden jetzt die Annalen von Champollion angekündigt, welches mich bewog, meinen frühern, umfassendern Plan aufzugeben.
[VI] Indess war mir die Inschrift nur aus Heyne’s Abhandlung in den Götting. Commentationen genauer bekannt, und obgleich mir dann auch das in London besorgte Fac-simile zu Gesicht kam, nach welchem sie hier nun abgedruckt ist, so bestimmte ich meine Arbeit doch noch nicht für die Presse. Diess geschah erst dann, als ich Gelegenheit hatte, andere über denselben Gegenstand mit ihr zu vergleichen. Denn es drang sich mir die Bemerkung auf, dass er zwar von berühmten Gelehrten, aber nur in Bruchstücken, oder einseitig, oder sehr flüchtig behandelt war. Ich nahm, mit Angabe der Quellen, aus ihren Erklärungen manches in die meinigen auf, anderes widerlegte ich, oder bestritt es wenigstens, ohne immer ihre Namen zu nennen.
Wie ich glaube, wird sich aus den Anmerkungen ergeben, welcher Geist sich in diesem Werke der ägyptischen Priester offenbart, welche Absichten sie hatten, und welche Mittel sie wählten, um sie zu erreichen. Nur daran erinnere ich, dass sie Altes und Neues, Aegyptisches und Fremdes neben einander stellen und vermischen; denn hier droht dem Ausleger eine Klippe. Er [VII] möchte unterscheiden, was diesem Zeitalter eigenthümlich, und was ihm mit andern gemein war; wie weit er zu Herodot zurückgehen, oder sich zu spätern Schriftstellern wenden dürfe, um im Verfolge seiner Forschungen an ihnen Führer zu haben; wie weit unter andern die Eintheilung der Priester, welche sich hier findet, und die Bezeichnung der Classen mit entsprechenden ägyptischen Namen, aus früherer Zeit stamme. Diess wird aber dadurch erschwert, dass unser Denkmal vereinzelt steht. So viel als möglich habe ich eine Verwechslung der Zeiten vermieden und bemerklich gemacht, welche Ideen und Gebräuche ägyptisch, und welche den Aegyptiern von den Griechen aufgedrungen und nur aus Klugheit von den Priestern als ihrem Volke angehörig anerkannt seien. Nicht jeder wird meine Ueberzeugungen theilen; mir aber wird es erwünscht sein, wenn fachkundige Gelehrte mit Beziehung auf meine Schrift die ihrigen aussprechen. Es handelt sich ja nur um Wahrheit, welche oft im fremden Werke einem unbefangenen, und nicht durch Sammeln und Ordnen ermüdeten Auge am leichtesten erscheint; nicht um gerade herrschende [1] Ansichten oder um ein persönliches Interesse, durch dessen Wahrnehmung die Wissenschaft entweiht wird.
Wo mich auf den ersten Blick der Vorwurf zu großer Ausführlichkeit treffen könnte, da hoffe ich vor dem aufmerksamen Leser durch die Dunkelheit des Gegenstandes bald gerechtfertigt zu werden; auch wird es ihm nicht entgehen, daß es nicht in meinem Plane lag, Beweisstellen zu häufen, wenn wenige genügten, oder wenn ich auf neuere Werke verweisen konnte, in welchen sie bereits gesammelt sind.
Königsberg, im Januar 1823.
Der Verfasser.
[1]
Einleitung.
§. 1.
Entdeckung und Schicksale der Inschrift von
Rosette.
Die Franzosen entdeckten das Monument, welches von der Stadt Raschid oder Rosette am Bolbitinischen Nilarme, nicht weit von dessen Mündung[1], den Namen erhalten hat, als sie hier auf ihren Feldzügen in Aegypten unter Napoleon Bonaparte das Fort St. Julien wieder herstellten[2]. Man erhielt in Paris zwei Copien, welche Marcel und Galland besorgten und der General Dugua überbrachte, worauf die Classe für Literatur und schöne Künste im National-Institut beauftragt wurde, sie zu untersuchen. In ihrem Namen unterzog sich Dü Theil diesem Geschäfte, da er aber bald von Paris abgerufen wurde, so trat Ameilhon an seine Stelle. Er zögerte, seine Arbeit durch den Druck bekannt zu machen, weil er das Original in Paris zu sehen, und dann die Lücken, welche durch die Verletzung des Steins entstanden sind, leichter zu ergänzen hoffte[3]. Dieser [2] mußte indeß zufolge der Capitulation, welche der G. Menou 1801 mit dem Lord Hutchinson schloß, den Engländern übergeben werden, welche ihn durch den Obersten Turner auf der Fregatte the Egyptienne nach Europa schickten; im Februar 1802 kam der Stein in Portsmouth an, und wird seitdem im brittischen Museum aufbewahrt.
Er besteht aus schwarzem Halbgranit oder ägyptischem Basalt (blak granite) und ist 2 Pariser Fuß 10 Zoll breit und 3½ Fuß hoch[4]. Die dreifache Inschrift, welche darauf eingegraben ist, in Hieroglyphen, in ägyptischer Buchstabenschrift und in griechischer, hat denselben Inhalt, wie aus dem 54sten Abschnitte der griechichen erhellt[5]. Diese ist in Uncialbuchstaben, ohne Interpunction und Accente, und im gemeinen Dialekt in 54 Linien oder Abschnitten abgefaßt, hat aber, wie die andern, durch den Bruch des Steins sehr gelitten.
§. 2.
Inhalt. Ptolemäus Epiphanes.
Die Inschrift enthält einen Beschluß der ägyptischen Priester zu Ehren Ptolemäus 5. Epiphanes, welcher sich nach ihrer Versicherung um ganz Aegypten und insbesondere um die Priester und Tempel große Verdienste erworben hatte.
Er war 4 Jahr[6], im 5ten seines Lebens[7], als sein Vater Ptolemäus 4. Philopator 204 v. Chr. starb, und regierte 23 Jahre und einen Theil des 24sten, [3] oder bis 181 v.Chr.[8]. Unter blutigen Auftritten wurde er vom Volke als König anerkannt, und zu einer Zeit, wo sich der Staat in der schwierigsten Lage befand; denn am Hofe war Parteienkampf, in einem Theile des Reichs geheime Gährung, in Syrien drohte Antiochus d. Gr., welcher bei Paphia gegen Philopator seinen Ruhm und Provinzen verloren hatte, und schon warf auch Rom seinen Blick auf den Osten, wo es die Völker zu beschützen anfing, um sie zu unterjochen. Wohl hatte man in solchen Zeiten Ursach, den unmündigen König mit Sorgfalt zu erziehen. Aber das Gute, welches in ihm war, wurde nicht entwickelt, und viel Schlechtes ihm angebildet. Ohne sich je durch Fähigkeiten oder Tugenden auszuzeichnen, war er von Natur nicht schwach oder schlecht. In seinen Knaben- und ersten Jünglingsjahren zeigte er sich noch unverdorben; seine Vorliebe für die Jagd, für Pferdetummeln und Waffenübungen beweist, daß er wenigstens jetzt noch nicht entnervt war[9], auch fügte er sich lange Aristomenes verständiger Leitung. Dann aber, mehr als zehn Jahre nach dem Ehrenbeschlusse der Priester, entzog er sich ihr durch einen Mord und mißbrauchte seine Freiheit gleich einem Knaben, welcher der Schule entlaufen ist. Das Gute, welches geschehen war, verdankte man Aristomenes; der König suchte nun nur durch willkührliches, zum Theil grausames Schalten sich und der Welt zu beweisen, daß er jetzt Herr im Lande sei. [4] Die Rotte, welche mit Aufopferung der eigenen Ehre die Gunst seines Vaters erkauft und die letzten Jahre seines Lebens mit Schande bezeichnet hatte, Agathocles, der Aetolier, und dessen Schwester und Mutter, Agathoclea und Oenanthe, hoffte ihn zum Gehorsam gegen sich zu erziehen. Ihn zu tödten lag nicht in ihrem Plane; bei der oft erprobten Ergebenheit der Macedonier gegen die Lagiden würde sie ihr eigenes Todesurtheil damit unterschrieben haben. Aber auch so beschleunigte sie ihren Untergang. Agathocles versuchte es nie, sich als Vormund zu beglaubigen, als da es zu spät war; dieß beleidigte die Eitelkeit der Alexandriner; ferner gab er ihnen nie Gelegenheit, ihren König zu sehen; dadurch vermehrte er Haß und Mißtrauen gegen sich, denn er wurde längst verabscheut, und zugleich schien er nach der Sitte des Morgenlandes eine Scheidewand zwischen Hof und Volk ziehen zu wollen, welche bisher, die letzten Jahre des Philopator ausgenommen, einander sehr nahe gestanden hatten. Am meisten schadete ihm seine Sorglosigkeit; als viele der Angesehensten, und selbst Aristomenes, sich an ihn anschlossen, und andere, wie Sosibius der ältere, aus dem Wege geräumt waren, glaubte er sich sicher; es dünkte ihn, man werde auch an ihm dulden, wozu er Philopator verführt hatte, während es zum Aufruhr nur an der Loosung, der erbitterten Menge nur an Führern fehlte. Aber noch war das erste Jahr seiner Regentschaft nicht verflossen, als diese Führer sich fanden, und nun in einer Zeit von vier Stunden ganz Alexandrien in Bewegung war, die Fesseln zu brechen. Er beschuldigte Tlepolemus, welcher als Exeget das Geschäft hatte, die Getraide-Zufuhr zu besorgen, daß er nach dem Diadem strebe; Sosibius der jüngere suchte Gelegenheit, den Tod seines Vaters zu rächen; jener [5] beförderte insgeheim den Ausbruch der Empörung, und dieser bemächtigte sich dann des Königs und gab dadurch Agathocles preis, welcher, mit dem grössten Theile seiner Anhänger, noch 204 ermordet wurde.
Die beiden Haupturheber seines Falls erhielten die Regentschaft, aber die Uebel, welche sie zu begleiten pflegen, hörten damit nicht auf. Jene hatten das Ruder des Staats ergriffen, um sich selbst zu dienen; es fehlte ihnen an Kraft, an Erfahrung und an redlichem Willen. Als ein junger, hochfahrender Krieger, welcher sich im Felde einigen Ruhm erworben hatte, sah Tlepolemus in seiner Erhebung nur eine Anerkennung seiner Vorzüge; das Heer begünstigte ihn, und nur die Wünsche der andern Alexandriner und des Hofes konnten ihn bestimmen, die höchste Gewalt eine Zeitlang mit Sosibius zu theilen, welcher bisher ein Anführer der Leibwache gewesen war. Dieser übernahm mit dem königlichen Siegel die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten, während die Geschäfte des Tlepolemus vorzüglich den Staatshaushalt betrafen, wozu er sich am wenigsten eignete. Seine Vergnügungssucht und Verschwendung erregten Missfallen, und sein Nebenbuhler benutzte dieß, um hinter erheuchelter Anspruchslosigkeit und Einfachheit seinen Ehrgeiz zu verbergen. Dennoch mußte Sosibius gegen Ende des J. 204 vom Schauplatze abtreten. Auf eine Anklage des Tlepolemus, welcher die Stimmung der Macedonier und der übrigen Krieger Gewicht gab, befahl ihm der Staatsrath, den Siegelring Tlepolemus zu überliefern.
Während dieser die Staatseinkünfte an Feste, Heer und Freunde verschwendete, bereiteten sich Ereignisse vor, welche Ernst und Anstrengung erforderten und deshalb seinen Fall beschleunigten. Antiochus [6] der Gr. König von Syrien verband sich mit Philipp 3. von Macedonien, um Aegypten zu erobern. Sie schlossen zum voraus einen Theilungsvertrag, statt sich durch ein Bündniß mit Ptolemäus gegen Rom zu sichern. Allein Philipp verfolgte zugleich andere Eroberungspläne; er nahm an diesem Kriege, welcher von 203–198 dauerte, wenig Theil, und gab ihn bald ganz auf. Mit desto mehr Nachdruck verfuhr Antiochus. Er eroberte fast alles in den asiatisch-ägyptischen Provinzen, was im Kriege mit Philopator von ihm nicht wieder genommen oder verloren war. Darauf deuten bei den Lücken in Polybius dessen Nachrichten von den Feldzügen der Aegyptier unter Scopas. Es erklärt sich leicht aus der schlechten Verwaltung des Tlepolemus.
Von Osten her gedrängt, und mit der gefährlichen Politik des Westen noch unbekannt, suchten die Alexandriner hier Schutz; sie baten Rom, die Vormundschaft zu übernehmen, einen Staat, dessen Verhältnisse von der Art waren, daß er nach der Beendigung des zweiten punischen Krieges einem Kampfe jenseits des adriatischen Meers entgegensah. Der Antrag war ihm deshalb willkommen. Die Römer wußten bereits, wie es fromme, Schiedsrichter und Friedensstifter vorauszuschicken; sie wußten aber auch, daß diese schlagfertig sein mußten, wenn jene wirken sollten. Daher trafen erst nach dem Frieden mit Carthago, im Winter des J. 200/201 ihre Gesandte in Alexandrien ein, und unter diesen M. Aemilius Lepidus, um es von dem Frieden zu benachrichtigen, und ihm zu danken, daß es in einer Zeit, wo Rom einen Kampf von ungewissem Ausgange zu bestehen gehabt und sich von Nachbaren und Bundesgenossen verlassen gesehen habe, ihm treu geblieben sei. Es folgte die Bitte, in diesen Gesinnungen [7] zu verharren, wenn man, durch Beleidigungen gezwungen, Philipp von Macedonien bekriegen werde. Dieser Zusatz verräth den Zweck und die Zeit der Gesandtschaft. Man handelte aus Vorsicht so, als ob der alexandrinische Hof sein Interesse kenne.
In Lepidus hatte der römische Senat den Mann gewählt, welcher sich und den Römern Vertrauen erwerben konnte. Er war jung, ausgezeichnet schön, ernst und entschlossen; Römer, wenn es galt, seinem Auftrage nachzukommen, als Privatmann untadelhaft in Gesinnung und Sitten. Man weiß nicht, ob Tlepolemus erst durch ihn im Namen des Senats entlassen und vielleicht auch bestraft wurde; er ernannte Aristomenes, einen Acarnanier, zum Vormunde des Königs, um unter der Aufsicht Roms die Regentschaft zu führen. Dieß war eine Maaßregel, welche Ansehen bei der Welt und Dank und Vertrauen in Aegypten verschaffte, ohne es abhängig zu machen. Sie zeugt von Lepidus Scharfblicke, so fern seine Wahl auf einen Mann fiel, welcher Agathocles auch unter den letzten Stürmen mit Lebensgefahr treu geblieben und dadurch verdächtig geworden war. Aristomenes wußte sich bei dem jungen Könige in Ansehen zu setzen, die Priester und in ihnen die Mehrzahl der Eingebornen zu gewinnen, und Meutereien am Hofe zu verhindern oder zu ersticken.
Indeß hatte der syrische Krieg seinen Fortgang. Ein Aetolier, Scopas, erhielt den Oberbefehl über das ägyptische Heer; denn wie verächtlich er auch übrigens sein mochte, so galt er doch für einen ausgezeichneten Krieger. Sein erster Feldzug, 199, schien diese Meinung zu rechtfertigen, aber nur, weil die Syrer nicht wachsam waren, und er nicht in den Fall kam, eine Schlacht liefern zu müssen. [8] Im folgenden Jahre wurde er am Berge Panium in Galiläa überwunden und bald nachher übergab er Sidon unter der Bedingung des freien Abzuges. Antiochus drang bis Gaza vor, nahm es und bewilligte darauf, 198, den Frieden, weil er nun das Verlorne in Palästina und Phönicien wieder erobert hatte. Nicht, wie Appian vermuthet[10], um während eines Krieges mit Rom, welcher erst sieben Jahr später den Anfang nahm, auf dieser Seite gesichert zu sein, sondern um seinen Plan gegen Vorderasien, insbesondere gegen das pergamenische Reich, gegen den thracischen Chersones und selbst gegen Griechenland ausführen zu können, beschloß er, jetzt im Süden nicht über die alten Gränzen seines Reiches hinauszugehen. Er war schlau genug, die Friedensbedingungen so zu stellen, dass er viel nachzugeben schien, während er nichts nachgab: seine Tochter Cleopatra, später die Syrerin genannt, sollte sich in der Folge mit Epiphanes vermählen und ihm Cölesyrien, Phönicien, Samaria und Judäa als Aussteuer zubringen, jedoch so, daß der Tribut dieser Provinzen zwischen den beiden Königen getheilt würde.
Dieser Vertrag schien Gewinn für Aristomenes, welcher selbst nicht Feldherr war, und alle Ursach hatte, seine Aufmerksamkeit auf den Hof und das Innere des Reiches zu richten. Hier drohte von mehrern Seiten Gefahr. Scopas waren im J. 200 außer den Reutern 6000 Aetolier nach Alexandrien gefolgt. Im Vertrauen auf ihre Hülfe machte er eine Verschwörung, deren Zweck nicht sowohl ein Umsturz der Verfassung als die Plünderung des Schatzes und der Stadt Alexandrien gewesen zu sein scheint. Sie wurde im J. 196 oder im Anfange des [9] folgenden entdeckt, und Scopas nebst seinen Mitschuldigen starben auf Aristomenes Befehl im Gefängnisse durch Gift.
§. 3.
Fortsetzung. Unterwerfung der Lycopoliten.
Um diese Zeit gelang es Aristomenes auch, sich der Stadt Lycopolis zu bemächtigen, welche lange der Sitz des Aufruhrs gewesen war.
Die Geschichte dieser Empörung, auf welche sich die Inschrift L. 22–28 und in mehrern andern Stellen bezieht, ist sehr dunkel. Es gab unter dem Namen Lycopolis zwei Städte in Aegypten, eine berühmtere, im coptischen Siôout, im obern, oder wie Champollion[11] abtheilt, im mittlern, und eine andere, welche jener übergeht und Cellar[12] mit einigem Zweifel zu erwähnen scheint, in Unter-Aegypten. Stephanus Byzant.[13] unterscheidet beide sehr genau; er versetzt die zweite in den Nomos von Sebennytus, nicht weit vom Meere, und auch Strabo[14] kennt zwei Lycopolis, eins in der Nähe von Panopolis in Ober-Aegypten und ein anderes nicht weit von der sebennytischen Mündung[15]. Dazu kommt, dass unsere Inschrift Lycopolis als eine Stadt im District von Busiris bezeichnet, welche folglich, wie Busiris selbst, westlich vom sebennytischen Nilarme lag[16]. Wie es scheint, hat man sich dadurch irre führen lassen, daß Strabo beide Lycopolis in Verbindung mit Hermopolis aufführt; [10] man muß aber Hermopolis Magna von einem andern unterscheiden, welches von Champollion[17] ebenfalls übergangen wird, und nach Strabo nicht weit vom sebennytischen Nilarme in der Gegend von Mendes lag, wie ein drittes, Hermopolis Parva, zwischen dem canopischen Arme und Libyen[18].
Nach dem, welches so eben bemerkt ist, hatte die Empörung, deren die Inschrift gedenkt, ihren Sitz in Lycopolis in Unter-Aegypten. Eben so gewiss ist es, daß sie schon unter Ptolemäus 4. Philopator den Anfang genommen hatte. Er bewaffnete im Kriege mit Antiochus d. Gr. 219–217 v. Chr. die Aegyptier, welches für den Augenblick nützte, bald aber sehr verderblich wurde. Denn der Sieg bei Raphia machte sie übermüthig; seitdem wollten sie nicht mehr gehorchen, sondern befehlen, und suchten nur einen Vorwand und Anführer, um das ins Werk zu richten, was sie bald darauf unternahmen. So sagt Polybius[19]. Diese Aegyptier waren nicht Macedonier in Alexandrien, deren eigenes Interesse es erforderte, den Ptolemäern treu zu sein, mit welchen sie stehen und fallen mußten; auch nicht Krieger von der alten Kaste, welche schon unter Psammetich tödtliche Streiche getroffen hatten[20], sondern Eingeborne überhaupt. Philopator stellte sie in die Reihen der Streiter[21], und sie benutzten diese nach dem Kriege zu einem Versuche, ihn und die Macedonier zu vertreiben. Zu dem Ende setzten sie sich in Lycopolis fest. Hier behaupteten sie sich, obgleich sie ihre Absicht nicht erreichten. Philopator nahm nicht einmal ernstliche [11] Maaßregeln, sie sich zu unterwerfen; der Krieg mit ihnen zeichnete sich nur durch gegenseitige Grausamkeit und durch Treulosigkeit aus; man lieferte sich weder zu Lande noch zur See eine Schlacht; Lycopolis wurde nicht belagert, und überhaupt ereignete sich nichts wichtiges[22]. Indeß mußten die Empörer auf ihre Erhaltung bedacht sein; sie plünderten in der umliegenden Gegend und verschonten selbst die Tempel nicht[23]. Dadurch erhielt alles eine andere Gestalt. Die Sache des Königs und der Macedonier wurde nun die Sache der Priester und eines von Priestern gegängelten, abergläubischen Volkes. Es bedurfte nur einer etwas kräftigern Regierung, um die Abgefallenen zu entwaffnen. Allein nach Philopators Tode war Agathocles, der Regent, mit sich beschäftigt, mit den Mitteln, sich gegen seine persönlichen Feinde zu behaupten und mit den Freuden, welche ihm die schönste Frucht einer unter Verbrechen verlängerten Herrschaft zu sein schienen, während Alexandrien über Plänen brütete, ihn zu stürzen. So konnte Lycopolis jetzt mit Muße in den besten Vertheidigungsstand gesetzt werden[24], und auch nach Agathocles Falle wurden Tlepolemus schlaffe Verwaltung, seine Streitigkeiten mit Sosibius d. j. und der Krieg mit Syrien[25] hinderlich, die Stadt zu nehmen, welche ein Sammelplatz aller Mißvergnügten geworden war[26]. Erst nach Beendigung des Krieges mit Antiochus d. Gr. war Aristomenes im Stande, sie mit Nachdruck anzugreifen, oder, wie die Inschrift sagt, Epiphanes, seinen Vater und sich selbst zu rächen[27], wie Horus seinen [12] Vater Osiris gerächt hatte[28]. Unwiderleglich erhellt demnach aus der Inschrift sowohl als aus Polybius, daß der Aufruhr, welcher den Priestern Gelegenheit gab, dem Könige zu schmeicheln, nicht unter einer Regierung entstanden war.
Lycopolis wurde nun, im achten Jahre der Regierung des Epiphanes[29], folglich 196 v. Chr. erobert, nicht eben in kurzer Zeit, wie die Priester rühmen[30], sondern nach einer Einschließung von mehrern Monaten, welche sich mit einem Sturme endigte[31]. Hiermit sind indeß noch nicht alle Schwierigkeiten beseitigt. Auch Polybius erwähnt eine Belagerung von Lycopolis durch Epiphanes, welche aber, wie man gedeutet hat, nicht während seiner Unmündigkeit, sondern in seinem 25sten Jahre erfolgt sei[32]. Ohne Zweifel veranlaßte dieß Bossi[33] zu der Behauptung, die in der Inschrift erzählten Ereignisse stimmten nicht mit der Geschichte überein, und sie sei auch aus diesem Grunde für unächt zu halten; und umgekehrt erklärt Combe[34] die Zeitangabe bei Polybius für unrichtig. Vaillant mußte ihr folgen, ohne einen scheinbaren Widerspruch zu ahnden, denn er kannte das Denkmal von Rosette noch nicht, Ameilhon dagegen hätte genauer untersuchen, nicht bloss eine irrige Meinung, zu welcher Vaillant ihn verleitet hatte, aufgeben sollen[35].
Man kann nämlich Polybius und die Inschrift gar wohl in Uebereinstimmung bringen, welches Champollion-Fignac so deutlich und genügend dargethan hat, daß ich mich hier nur auf ihn zu beziehen [13] und das Ergebniss kurz zu berühren brauche[36]. In einem Bruchstücke aus Polybius[37], welcher die Geschichte der Empörung ohne Zweifel ausführlicher erzählt hatte, wird bemerkt: als Lycopolis von Ptolemäus belagert sei, haben sich die vornehmsten Aegyptier voll Bestürzung ihm auf Gnade und Ungnade ergeben, sie seien aber mit Härte behandelt und daraus für den König viele Gefahren entstanden. Bloß zur Vergleichung wird hinzugefügt: so habe Epiphanes auch die Empörer auf eine grausame Art bestraft, welche von Polycrates, des Königs Feldherrn und Vertrauten, gedrängt, nach Saïs freiwillig zu ihm gekommen seien, als er 25 Jahr alt war, folglich im 25sten seiner Regierung, oder 183 v. Chr. Demnach hat man keinen Grund, anzunehmen, daß Polybius im Anfange dieser Stelle von einer zweiten, etwa erneuerten Empörung der Lycopoliten unter Epiphanes spreche, von einer andern, als die Inschrift. Das Uebrige bezieht sich auf einen Aufruhr, welcher gegen Ende seiner Regierung ausbrach, ohne mit jenem im Zusammenhange zu stehen, und von Polycrates gedämpft wurde, nachdem Aristomenes ein Jahr früher, 184, durch einen Schierlingstrank aus dem Wege geräumt war[38].
§. 4.
Fortsetzung. Anacleterien.
Gleich nach der Meuterei der Aetolier und nach der Eroberung von Lycopolis, 195 v. Chr., wurde zu Memphis die Feierlichkeit veranstaltet, welche man Anacleteria nannte, eine Königsweihe durch Priester, [14] wie etwas ähnliches auch in Persien zu Pasargadä geschah[39]. Die Fürsten waren ursprünglich zugleich Oberpriester; wurden sie daher aus einem nicht priesterlichen Geschlechte gewählt, etwa aus den Kriegern, so wurden sie in der Priester-Weisheit unterrichtet; in Aegypten mußten sie auch in deren Kaste aufgenommen[40], sie mußten selbst Priester werden[41]. Es war dieß folglich in der That etwas anderes, als die Salbung oder Krönung der Neuern; es war eine feierliche Handlung, welche nicht bloß von Priestern verrichtet, sondern wodurch auch der König ihnen zugesellt wurde, und nur in so fern eine Anerkennung, als man ihm dadurch die unerläßliche Eigenschaft mittheilte und damit erklärte, er sei würdig, zu regieren. Aber er wurde nicht erst König durch die Anacleterien, sondern durch Erbrecht oder Wahl, und es war schon eine Abweichung vom Ursprünglichen, wenn sie bei der Thronbesteigung eines Königs aus der Priesterkaste Statt fanden[42].
[15] So oft diese Feier erwähnt wird, findet man fast immer den Zusatz[43]: nach der Sitte, nach dem Herkommen, nämlich aus der Zeit der Pharaonen. Aber für die Ptolemäer, welche Macedonier und als solche einer andern Religion zugethan waren, konnte sie nach ihrer ersten Bestimmung keinen Sinn haben, wenn sie auch nach Alexanders Rath und Beispiel das Herkommen in Aegypten, zumal das religiöse, ehrten. Sie konnten nicht ihre Bildung in den Schulen der ägyptischen Priester suchen, nicht selbst Priester werden und das Joch einer Kaste tragen wollen, welches schon mehrere Pharaonen unerträglich gefunden und abgeworfen hatten. Mit bewunderungswürdiger Gewandtheit und Schlauheit wissen die Priester in der Inschrift diesen Punct zu behandeln, ohne anstößig zu werden oder die Vortheile aufzugeben, welche sie von der Erneuerung eines veralteten Gebrauchs erwarteten. Beschlossen wurde die Feier am Hofe; die Bedeutung, welche sie haben sollte, bestimmte er ebenfalls, aber man ließ die Priester mit ihren Deutungen oder vielmehr Zweideutigkeiten und mit ihren Hoffnungen gewähren.
Erweislich hat keiner unter den Vorfahren des Epiphanes sich den Anacleterien unterzogen[44]. Ptolemäus 1. nahm 307 v. Chr. nach der Schlacht bei Salamis den Königstitel an, ohne daß die ägyptischen Priester irgend befragt oder zur Bestätigung aufgefordert wurden[45]. Er ernannte zwei Jahre vor seinem Tode, folglich 286, seinen Sohn Ptolemäus [16] Philadelphia zum Mitregenten, und auch bei dieser Gelegenheit fand, so weit die Nachrichten reichen, keine religiöse Feier Statt[46]. Selbst der berühmte Aufzug des Philadelphus darf nicht auf Anacleterien gedeutet werden und fand nicht in jenem Jahre, sondern erst nach 277 Statt[47]. Auch von Ptolemäus 3. und 4. wird nirgends gesagt, daß sie sich zu Memphis von den Priestern haben weihen lassen.
Demnach gab Ptolemäus 5. Epiphanes im 9ten Jahre seiner Regierung[48], folglich im 14ten seines Alters, oder 195, das erste Beispiel dieser Art, und zwar, wie aus Polybius erhellt[49], auf Betrieb einer Hofpartei, an deren Spitze Polycrates stand. Dieser war ein Argiver aus altem Geschlechte, und schon unter Philopator in Aegypten angestellt[50], ein geschickter Krieger, besonders im Reuterdienst erfahren, und dem königlichen Hause unverbrüchlich treu, obgleich er sich eine Zeitlang an Agathocles anschloß. Als Statthalter von Cyprus verhinderte er, daß die Insel nicht in die Gewalt Antiochus des Gr. gerieth, und die Einkünfte übergab er nach seiner Rückkehr nach Alexandrien, kurz vor der Verschwörung des Scopas, dem Könige[51]. Nach Polybius wurden darauf die Anacleterien in Anregung gebracht, weil man die Ruhe im Lande dadurch zu befestigen hoffte, daß man den König für mündig, für den Selbstherrscher (αὐτοκρατωρ) erklärte, obgleich er noch nicht ganz das erforderliche Alter hatte, Aeußerungen, aus welchen zugleich hervorgeht, wie man die Feier betrachtet wissen wollte. Auch der Wunsch, nach dem Aufruhre der [17] Eingebornen die Priester, welche man aus diesem Grunde bisher schon begünstigt hatte, noch mehr in das Interesse des Hofes zu ziehen, und durch sie das Volk ihm geneigter zu machen, mochte Antheil daran haben. Ob aber Polycrates Aristomenes nur für diesen Plan gewann, um ihn vom Ruder zu entfernen, und wenn es der Fall war, ob es aus Eigennutz geschah, oder um den ohnedieß schwachen Einfluß der Römer zu vernichten, wird nicht gemeldet; sondern nur, daß Aristomenes die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten bis zu seinem gewaltsamen Tode, 284, behielt.
Jener Gebrauch wurde dann auch von mehrern Nachfolgern des Epiphanes beobachtet, und unter Umständen, wodurch es nach dem Wunsche der Priester das Ansehen gewann, als sei ihre Weihe Bestätigung eines Königs und nur der rechtmäßige Regent, welchem sie zu Theil geworden. Denn als nach Epiphanes Tode Antiochus 4. von Syrien dessen Söhnen, Philometor und Physcon, Aegypten zu entreißen versuchte, und es bis auf Alexandrien erobert hatte, ließ er den ältesten in Memphis weihen, um angeblich als Vormund in dessen Namen zu regieren[52]. Als Physcon seinem Bruder gefolgt war, galt die Weihe schon für Bestätigung; die ägyptischen Priester mochten, wie im ähnlichen Falle die neuern römischen, unermüdlich gewesen sein, die Lüge zu wiederholen, bis sie, wenigstens bei der Menge, für Wahrheit galt; denn der König gieng nach Memphis, als er schon verheirathet war; seine Gemahlinn Cleopatra gebar ihm in dieser Zeit einen Sohn, welchen er deshalb Memphites nannte[53]. Antonius nahm dagegen solche Rücksichten nicht, [18] als er die Länder des Orients, über welche er bereits herrschte oder zu herrschen hoffte, unter die Söhne der Cleopatra vertheilte; er ließ Throne für sie im Gymnasium von Alexandrien aufstellen, wohin er das Volk beschied, und ernannte sie hier zu Königen der Könige, ohne die Priester irgend zuzuziehen, obgleich er auch Cleopatra nicht bloß als Königinn von Aegypten bestätigte, sondern ihr auch Cyprus und andere ehemals ägyptische Länder überwies[54].
So oft aber die Priester an der Feier Theil nahmen, wurden die Anacleterien in Memphis, als der alten Hauptstadt Aegyptens, veranstaltet, wie die Beherrscher von Rußland in Moscau gekrönt werden. Der Hof begab sich dann nach großen Zurüstungen[55], und, wie es scheint, im höchsten Glanze nach Memphis, und selbst vom Auslande, so weit es mit Aegypten in Verbindung stand, trafen Gesandte ein, dem Könige Glück zu wünschen[56].
§. 5.
Aechtheit.
Um mich auf das Vorige beziehen und Wiederholungen vermeiden zu können, erwähne ich erst jetzt die Zweifel, welche neuerlich der Ritter Bossi in einer, in der Academie zu Turin gehaltenen, Vorlesung gegen die Aechtheit der Inschrift erhoben hat. Sie sind mir nur durch eine kurze, aus der Bibl. ital. entnommene, Anzeige in einem öffentlichen Blatte[57] bekannt geworden. In großer Entfernung von dem Mittelpuncte des literärischen Verkehrs darf ich nicht hoffen, daß mir bald mehr [19] darüber zukommt, und ist dort treu berichtet, so möchte dieß auch kaum nöthig sein, weil die Gründe, welche Bossi vorbringt, auf den ersten Blick als unhaltbar erscheinen.
Nach seiner Meinung sind 1) Inschriften in mehrern Sprachen niemals so alt. Dieß wird durch die Nachricht bei Herodot widerlegt, daß Darius Hystaspis nach seinem Feldzuge gegen die Scythen am thracischen Bosporus zwei Säulen mit einem Verzeichnisse aller Völker in seinem Heere in assyrischer und griechischer Schrift errichten ließ[58]. Selbst ohne ein so bestimmtes Zeugniß würde man annehmen müssen, daß Sieger, welche durch Denkmale das Gedächtniß ihrer Siege verewigen wollten, sich neben der ihrigen der Sprache der Ueberwundenen bedienten, z. B. wenn man von den Säulen mit Inschrift absieht, welche nach der Sage Sesostris aufstellte und Herodot zum Theil in Syrien und Palästina gesehen haben will[59], Hannibal, als er auf der ehernen Tafel, welche Polybius in der Gegend von Lacinium in Bruttien fand[60], die Zahl seiner Truppen und die Völkerschaften angab, zu welchen sie gehörten. Die Verträge ferner zwischen verschiedenen Völkern, wie zwischen Griechen und Barbaren, müssen nothwendig auch in verschiedenen Sprachen abgefaßt sein, und bei den Griechen war es so gewöhnlich, sie in Säulen einzugraben, und diese öffentlich aufzustellen[61], daß man sie selbst Säulen nannte[62]. Auch sind die numi bilingues, [20] Münzen mit Inschriften in eigener und der Beherrscher Sprache, mindestens bereits in den mittlern Zeiten der Lagiden-Dynastie üblich geworden, als Furcht und Schmeichelei beredt machten, und einzelne Beispiele finden sich schon unter den Münzen Alexander des Gr.[63]. Wäre dem aber auch nicht so, so hatten die in Memphis versammelten Priester Ursach genug, ihren Beschluß in dreifachen Characteren einzugraben; sie wollten dem Könige schmeicheln und sich ihm und dem Hofe empfehlen, und zugleich Epiphanes und seine Verdienste dem Volke preisen und diesem zu erkennen geben, wie viel sie jetzt wieder vermöchten, und durch Hieroglyphen hätten sie es nicht erreicht.
2) war der König, dessen die Inschrift so lobpreisend wegen seiner Siege und seiner Wohlthaten erwähnt, zur Zeit, die sie festsetzt (ungefähr um 191 oder 192 uns. Zeitr.?) nur etwa 6 Jahr alt. Die Feier fand vielmehr 195 v. Chr. im 14ten Lebensjahre des Epiphanes und im 9ten seiner Regierung Statt[64], und am alexandrinischen Hofe, dem Sitze niedriger Schmeichelei, konnte es nicht auffallen, wenn man einem unmündigen Könige fremde Verdienste zuschrieb.
3) stimmen die darin erwähnten Begebenheiten nicht mit der Geschichte. Da nichts hinzugefügt ist, so vermuthe ich, daß diese Bemerkung sich auf den scheinbaren Widerspruch in den Nachrichten der Inschrift und des Polybius von der Empörung der Lycopoliten bezieht, ein Einwurf, welchem bereits im Vorigen begegnet ist[65].
4) giebt sie Abtheilungen der Hierarchie an, die damals noch nicht bestanden. Nach dem Grundsatze, [21] welcher damit ausgesprochen ist, pflegt man die Aechtheit einer Schrift nicht zu beurtheilen; man verwirft sie nicht, weil sie ein Ereigniß oder eine Einrichtung zuerst erwähnt, etwa Herodot, weil kein anderer vor ihm sieben ägyptische Kasten nennt. Hatte doch nicht jeder unter der Regierung der Lagiden, vor und zu Epiphanes Zeit, Beruf und Veranlassung wie die Priester, sich über ihre Abtheilungen zu äußern, und bestanden diese nur damals noch nicht, so frage ich, was denn erweislich später die Ursach geworden sei, daß man sie einführte? Andeutungen von einem verschiedenen Range und Wirkungskreise der Priester giebt schon Herodot. Er spricht von Hohenpriestern[66], von einem Schreiber des saïtischen Tempels[67], wobei hier unentschieden bleibt, ob ein Schriftpriester gemeint sei, überweist einem Priester, dessen Geschäft dieß gewesen, die Bezeichnung der Opferstiere[68] und bedient sich, wenn auch nicht in Beziehung auf Aegypten, des Namens Hypozacoros[69], welcher später von griechischen Schriftstellern so oft von ägyptischen Tempeldienern gebraucht wird. Auch darf es nicht unbeachtet bleiben, daß die Kriegerkaste in zwei Abtheilungen zerfiel.
5) kommen Buchstaben in der griechischen Inschrift vor, die erst später dem Alphabet beigefügt wurden. Um darauf einzugehen, bedürfte man eine genauere Angabe.
§. 6.
Wichtigkeit.
Zu manchen Schätzen, welche in diesem Denkmal verborgen sind, wird der Schlüssel erst nach größern Fortschritten in der ägyptischen Alterthumskunde [22] überhaupt gefunden werden, und eine solche Rückwirkung um so erfreulicher sein, je mehr sie selbst ihm in vieler Hinsicht verdankt. Es hellt nicht bloß einzelne, bisher wenig beachtete, Puncte auf bekanntem Gebiete auf, sondern es versetzt uns auch in ein ganz neues, und wenn Nebelgestalten im Hintergrunde bleiben, welchen den Schleier völlig abzuziehen nicht gelingt, so hat es großen Werth, auch nur aufmerksam auf sie geworden zu sein. Und von welchen Urhebern stammt es, und von welchen Zeiten zeugen sie? Menschen einer grauen Vorzeit scheinen nach einem langen Schlafe zu erwachen und mit Staunen und Unwillen eine neue Ordnung der Dinge zu bemerken, um sich dann aus Noth mit ihr zu befreunden und der Nachwelt von ihr Kunde zu geben. Wir sehen Priester, die Träger uralter Satzungen und Ansprüche, mit uralten Stiftungen und ehernen Formen, gleichsam in ein zierliches Hofgewand eingezwängt, aber gerüstet mit den Waffen priesterlicher Schlauheit, vor den Thron eines jungen Königs treten, welcher nichts mit ihnen gemein hat, als ein von einem Eroberer ererbtes Land, in den Kreis macedonischer und griechischer Großen, welche, ihrem Volke wie ihrem Glauben fremd, aus der verhaßten Lagiden-Stadt in den alten Sitz der Pharaonen eingezogen sind; wir hören ihre Schmeicheleien, wodurch sie auf verlornem Boden wieder festen Fuß zu fassen hoffen, und erblicken in einem Spiegel, welchen sie uns vorhalten, das Bild einer Welt, welche sie vernichten möchten, und verherrlichen müssen. So wird es ungewiß, ob die Ausbeute für die Geschichte der Aegyptier, oder für die Geschichte des Priesterthums und des menschlicben Herzens größer ist.
Dieß im Einzelnen auszuführen, behalte ich mir für die Anmerkungen zu der Inschrift vor; hier [23] nur noch folgendes. Sie hebt manchen Zweifel in der Geschichte der Ptolemäer überhaupt. Es ergiebt sich, daß mehrere ihrer Beinamen, deren Erfindung man der Spottsucht der Alexandriner zugeschrieben hat, vielmehr Ehrennamen waren, und auf ihre Gemahlinnen übergiengen, wie Adelphen und Philopatoren, welches einen Einwurf gegen die Aechtheit der adulitanischen Inschrift entkräftet, und für die Berichtigung des Textes einiger Schriftsteller, z. B. des Eratosthenes, wichtig ist. Wir erhalten mehr Aufschluss über die göttlichen Ehrenerweisungen, welche Alexander dem Gr. Epiphanes Vorgängern und deren Gemahlinnen in Aegypten zu Theil geworden waren, unter andern, daß sie alle einen gemeinschaftlichen Priester hatten. Es wird bestätigt, was aus den Münzen hervorgeht, daß die Ptolemäer keine fortlaufende Aere bleibend einführten, sondern die Jahre nach dem Anfange ihrer Regierung zählten, und zwar mit Beibehaltung der macedonischen Monatsnamen, wobei vieles in Betreff des macedonischen Kalenders Licht gewinnt. Ueber den Aufstand der Lycopoliten, die Anacleterien und manches andre, welches die Geschichte des Epiphanes während der vormundschaftlichen Regierung angeht, sucht man vergebens anderswo so genaue Nachrichten; auch wird hier allein der Geburtstag des Königs gemeldet, nach welchem sich wieder die Zeit seines Regierungs-Antrittes und seines Todes und vieles andere leichter berechnen läßt.
Fast noch wichtiger sind die Mittheilungen über den Zustand der Priester selbst und über die Beschaffenheit des Cultus. In keinem andern Werke erkennen wir so deutlich den Geist des ägyptischen Priesterthums in jener Zeit, wo es sich mit dem Neuen im Kampfe befand. Man sieht, wie die Priester [24] äusserlich vom Staate gestellt waren, welche Besitzungen sie noch hatten, welche Lasten auf ihnen ruhten und welchen Einfluss man ihnen aus Klugheit gestattete. Es ist schon berührt, wie viel wir der Inschrift in Hinsicht auf die Abtheilungen der Priester und deren Rang verdanken, wenn sie auch nicht alle erwähnt werden; die Pterophoren und Tempelschreiber haben wir mit Gewißheit nur durch sie unterscheiden gelernt, nachdem sie noch kürzlich von geachteten Schriftstellern verwechselt sind. Hätten sie unser Denkmal vor sich gehabt, so würde selbst ein Gale über die Aufzüge der Aegyptier anders geurtheilt und Plessing nicht die Unmöglichkeit einer Vermischung von etwas fremdartigem mit ihrer Religion behauptet haben, eine Behauptung, worauf der größte Theil seines Memnonium beruht, und woraus auch von andern nach ihm so viel gefolgert ist.
Wenn man endlich überall eine Entzifferung der Hieroglyphen hoffen darf, so muß dieses Denkmal den Weg dazu bahnen, wo die Priester selbst eine große Anzahl dieser Charactere mit griechischer Schrift von gleichem Inhalte zusammengestellt haben.
§. 7.
Verzeichniß der Schriften über das Denkmal von
Rosette, welche bei dieser verglichen sind.
Um im Folgenden bei Anführungen kürzer sein zu können, nenne ich hier die Schriften, welche mir außer dem Fac simile von dem Steine, welches die Gesellschaft der Antiquare in London auf drei Kupferblättern herausgegeben hat, zugänglich gewesen sind.
[25] C. S. Heyne, Commentatio in inscriptionem graecam monumenti trinis insigniti titulis ex Aegypto Londinum apportati. In consessu S. R. Scient. hab. d. IV. Sept. MDCCCII[70].
Ameilhon, Eclaircissemens sur l’inscription grecque du monument trouvé à Rosette. Paris 1805[71].
D’Ansse de Villoison, Lettre à M. Åkerblad sur un passage de l’inscription gr. de Ros.[72].
– – II Lettre à M. Åkerblad sur le titre de Dieu donné aux rois payens et aux empereurs grecs chrétiens, et sur l’anciennité du grec vulgaire[73].
– – III Lettre à M. A. sur les fétes solennelles des Egyptiens et des Grecs anciens et modernes et sur le dialecte macédonien[74].
(Comte de Pahlin) Analyse de l’inscript en hiéroglyphes du monument trouvé à Rosette. Dresde 1804[75].
Cousinéry, Première Lettre à M. Rostan sur l’inscript. de Rosette. Déification de Ptolemeé V.[76].
– II Lettre. Minorité de Ptol. V.[77].
– III Lettre. Recherches sur l’époque de ce monument[78].
– IV Lettre. Système monétaire de la dynastie des Lagides[79].
An account of the Rosetta stone, by order etc. of the society of antiquaries of London. Lond. 1811.
Remarks on the greek Inscription upon the Rosetta stone[80].
F. v. Schlichtegroll, Ueber die bei Rosette in Aegypten gefundene dreifache Inschrift. Erste Abhandlung, vorgeles. in d. K. Baier. Acad. d. Wiss. am 23. März 1818. München.
Eine Copie des griechischen Theils der Inschrift von Granville Penn: The greek version of the decrée of the egyptian priests etc. London 1802, geben Millin[81] und Beck[82]. Andere Werke, wie Silvestre de Sacy Lettre au C. Chaptal, au sujet de l’inscription égyptienne du monument trouvé à Rosette.
[26] Paris 1802[83]; J. D. Åkerblad Lettre sur l’inscription égypt. de R. adressée au C. S. de Sacy. Paris 1802, welche sich auf das ägyptische Alphabet bezieht, nebst Sacy’s Antwort[84]; Francesco Giampietri sulla iscrizione di Rosetta, lett. al Sign. Ab. Enrico Campbell[85]; Jacob Bailey Hieroglyphicorum origo et natura. Cantabrig. 1816[86], kenne ich nur aus Anzeigen, oder durch solche, welche sie benutzt haben. Sie betreffen größtentheils Gegenstände, mit welchen ich mich hier nicht beschäftige. So weit es nöthig und möglich war, sind sie nicht unbeachtet geblieben[87].
§. 8.
Uebersetzung.
1. Zeile. Als der junge König regierte und die Regierung vom Vater überkam, der Herr der Königreiche, der preiswürdige, welcher Aegypten und den Dienst der Götter wiederhergestellt,
2. der gottesfürchtige, der die Feinde überwunden, durch welchen ein neues Leben unter den Menschen begonnen, der Herr der Zeiten von dreißig Jahren, wie Hephästos der große, König, wie Helios
3. der große König der oberen und unteren Gegenden, der Sohn der Götter Philopatoren, welchen Hephästos würdig gefunden, welchem Helios den Sieg gegeben, das lebendige Bild des Zeus, der Sohn des Helios, Ptolemäus, [27] 4. der ewig lebende, welchen Phtha liebt, im neunten Jahre, als Aetos, der Sohn des Aetos, Priester war Alexanders, und der Götter Soteren, und der Götter Adelphen, und der Götter Evergeten und der Götter Philopatoren und
5. des Gottes Epiphanes, des gnadenreichen, als Pyrrha, die Tochter des Philinus, Athlophore der Berenice Evergetis war, Aria, die Tochter des Diogenes, Canephore der Arsinoe Philadelphus, Irene, die Tochter des Ptolemäus, Priesterinn der Arsinoe
6. Philopator, am vierten des Monats Xandicus, am achtzehnten des ägyptischen Mechir, haben die Hohenpriester, und die Propheten, und die, welche in das Heiligthum gehen, um die Götter zu
7. kleiden, und die Pterophoren, und die heiligen Schreiber, und alle andern Priester, welche aus den Tempeln des Landes zum Könige nach Memphis gekommen sind, zu der Feier, als Ptolemäus
8. der ewig lebende, welchen Phtha liebt, der Gott Epiphanes, der gnadenreiche, die Regierung übernahm, welche er von seinem Vater ererbt, sich im Tempel zu Memphis versammelt und an demselben Tage ausgesprochen:
9. da der König Ptolemäus, der ewig lebende, welchen Phtha liebt, der Gott Epiphanes, der gnadenreiche, der Sohn des Königs Ptolemäus und der Königinn Arsinoe, der Götter Philopatoren, den Tempeln
10. und deren Dienern und allen seinen Unterthanen viele Wohlthaten erwiesen, er, ein Gott von einem Gotte und einer Göttinn entsprossen, wie Horus, der Sohn der Isis und des Osiris, [28] der Rächer seines Vaters Osiris, und da er, stets geneigt
11. den Göttern zu spenden, den Tempeln Einkünfte an Gelde und Getraide zugesichert, und grossen Aufwand nicht gescheut, um Aegypten die Ruhe wieder zu geben, und den vorigen Zustand der Tempel herzustellen,
12. und alle seine Machtfülle zum Heil der Menschen angewandt, und von den in Aegypten bestehenden Staatseinkünften und Steuern einige ganz erlassen, andere vermindert, damit das Volk und alle andern
13. unter seiner Regierung glücklich sein möchten; da er die Rückstände, welche der königliche Schatz in Aegypten und in den andern Theilen des Reichs zu fordern hatte, obgleich sie sehr beträchtlich waren, erlassen, da er die, welche sich in den Gefängnissen
14. befanden, oder seit langer Zeit wegen Vergehen belangt waren, freigesprochen, da er auch befohlen hat, dass den Tempeln ihre Einkünfte, und was jährlich an Getraide und an Gelde
15. an sie entrichtet werden muss, ferner der den Göttern gebührende Antheil an den Früchten des Weinlandes und der Paradise und an allem andern, was die Götter unter der Regierung seines Vaters erhielten
16. verbleiben sollen; da ferner von ihm verfügt ist, dass die Priester nicht mehr an Abgaben entrichten, als der Ansatz bis zum ersten Jahre der Regierung seines Vaters betrug; da er den heiligen Geschlechtern
17. die jährliche Schifffahrt nach Alexandrien erlassen, und auch verordnet hat, dass sie keinen Beitrag zur Flotte geben, ferner zwei Drittel [29] der Byssus-Zeuge, welche sie sonst in den Schatz lieferten
18. den Tempeln erlassen, auch alles, was in frühern Zeiten abgekommen war, nach Herkommen und Recht wieder hergestellt, darauf bedacht, dass den Göttern das Uebliche entrichtet werde,
19. wie es sich geziemt, und da er jedem Gerechtigkeit werden lässt, wie Hermes, der große und aber große; da er auch verfügt hat, daß die Krieger und die andern, welche in den Zeiten der Unruhen
20. sich ihm feindlich gezeigt, dann aber zurückgekehrt sind, ihre Besitzungen behalten sollen, und da er es veranstaltet hat, daß Truppen zu Pferde und zu Fuße und Schiffe gegen die ausgesandt wurden,
21. welche zur See und zu Lande gegen Aegypten heranzogen, und dabei viel Geld und Getraide aufwandte, um die Tempel und alle Einwohner des Landes zu sicbern; da er auch
22. gegen Lycopolis im Gebiete von Busiris auszog, welches besetzt, und eine Belagerung auszuhalten, befestigt, und mit Waffen und mit allen andern Bedürfnissen in Ueberfluß versehen war, weil der Aufstand der Frevler,
23. welchen es zum Sammelplatze diente, und die den Tempeln und den Einwohnern von Aegypten viel Uebel zufügten, schon lange gedauert hatte;
24. da er vor die Stadt rückte, und sie mit großen Wällen, Graben und Castellen umgab, und im achten Jahre, bei einer starken Nilschwelle, bei welcher die Ebenen überschwemmt zu werden [30] 25. pflegen, dem Flusse dadurch Schranken setzte, dass er die Mündungen der Canäle an vielen Orten mit bedeutendem Geldaufwande verstopfte, und Reuterei und Fußvolk zur Bewachung derselben aufstellte,
26. in kurzem die Stadt mit Sturm nahm, und alle Frevler in ihr vernichtete, wie Hermes und Horus, der Sohn der Isis und des Osiris diejenigen überwanden, welche früher in derselben Gegend
27. abgefallen waren; da er die, welche unter der Regierung seines Vaters den Aufruhr zuerst erregt, die Umgegend verwüstet und die Tempel beraubt hatten, als er sich nach Memphis begab, alle, wie sie es verdient, bestraft
28. und damit den Vater und seine eigene königliche Würde gerächt hat, zu der Zeit, als er sich dort einfand, um auf geziemende und herkömmliche Art die Regierung zu übernehmen; da er auch
29. den Tempeln die nicht unbedeutenden Rückstände an Gelde und Getraide, welche der Schatz bis ins achte Jahr zurück von ihnen zu fordern hatte, und den Werth der nicht an den königlichen Schatz gelieferten Byssus-Gewänder
30. und den Werth der Gewänder, welche geliefert, aber bei der Besichtigung nicht genügend befunden worden, bis zu derselben Zeit zurück erlassen; da er die Tempel von der rückständigen Artabe von einem Acker Getraideland und eben so von der Lieferung eines Fasses
31. von einem Acker Weinland freigesprochen; da er Apis und Mnevis und den andern heiligen Thieren in Aegypten vieles geschenkt, und für [31] alles, was sie betrifft, stets weit mehr besorgt, als die Könige
32. vor ihm, mit ausgezeichneter Freigebigkeit gewährt, was sowohl ihr Begräbniß als die ihnen geweihten Tempel mit den Opfern, festlichen Versammlungen und andern Gebräuchen erfordern;
33. da er alles, worauf die Ehre und das Ansehen der Tempel in Aegypten beruhet, wie es sein soll, unverändert gelassen, und den Tempel des Apis durch prachtvolle Gebäude erweitert, wozu er eine große Menge von Gold und Silber
34. und Edelsteinen verwandt; da er Tempel, Capellen und Altäre errichtet, und die, welche eine Ausbesserung bedurften, wiederhergestellt, wo es das Göttliche gilt, von den Gesinnungen eines wohlthätigen Gottes
35. beseelt; da er überdieß, nachdem er sich darüber berichten lassen, die Tempel während seiner Regierung wieder mit Kostbarkeiten versehen, wie es sich geziemt, wofür ihm die Götter Gesundheit, Sieg, Stärke und alles andere Gute gegeben,
36. und das Reich ihm und seinen Kindern für alle Zeiten bleibt: so haben die Priester aller Tempel des Landes beschlossen, – mögen die Götter es segnen – zu der [Ehre] welche bisher
37. dem ewig lebenden Könige Ptolemäus, welchen Phtha liebt, dem Gotte Epiphanes, dem gnadenreichen, und eben so zu der, welche seinen Eltern, den Göttern Philopatoren, und seinen Großeltern, den Göttern Evergeten
38. und den Göttern Adelphen, und den Göttern Soteren erwiesen ist, viel größere Ehrenerweisungen hinzuzufügen: dem ewig lebenden Könige, Ptolemäus, dem Gotte Epiphanes, dem [32] gnadenreichen, in jedem Tempel, da, wo sie am meisten gesehen werden kann, eine Statue zu errichten,
39. welche die Statue des Ptolemäus, des Rächers von Aegypten genannt werden, und neben welcher die Hauptgottheit des Tempels stehen soll, ihm die Siegeswaffe reichend, welches auf eine [angemessene] Art
40. auszuführen ist; drei Mal des Tages sollen die Priester vor diesen Bildern den heiligen Dienst verrichten, und ihnen den heiligen Schmuck anlegen, und auch übrigens an den [hohen] Festen vollbringen, was zu Ehren der andern Götter
41. eingeführt ist; auch soll dem Könige Ptolemäus, dem Gotte Epiphanes, dem gnadenreichen, dem Sohne des Königs Ptolemäus und der Königinn Arsinoe, der Götter Philopatoren, in [jedem] Tempel ein Bild und eine Capelle von Gold
42. geweiht und mit den übrigen Capellen in den Heiligthümern aufgestellt, und an den großen Festen, an welchen die Aufzüge mit den Capellen gebräuchlich sind, auch die des Gottes Epiphanes, des gnadenreichen, umhergetragen
43. werden; damit sie jetzt und in Zukunft kenntlich sei, sollen die zehn goldenen Diademe des Königs auf der Capelle liegen, und eine Schlange hinzugefügt werden
44. [entsprechend] der schlangenförmigen Diademe auf den andern Capellen; in der Mitte derselben soll das Diadem liegen, welches Pschent genannt wird, und welches der König trug als er in [den Tempel zu] Memphis einzog,
45. um unter den herkömmlichen Gebräuchen die Regierung zu übernehmen; auf dem Vierecke, welches die Diademe umgiebt, soll man, neben [33] dem vorhergenannten Diadem goldene Amulete anbringen, [mit der Inschrift:]
46. dieses ist dem Könige geweiht, welcher das obere und untere Land durch Wohlthaten verherrlicht hat; und wie es bereits in den Tempeln eingeführt ist, daß der dreißigste Tag des Mesori, an welchem das Geburtsfest des Königs gefeiert wird, und eben so – – –
47. an welchem er die Regierung vom Vater erbte, nach dem Könige benannt werden, weil sie allen viel Gutes gebracht haben, so soll man diese Tage in den Tempeln
48. Aegyptens, jeden in seinem Monat, als Feste feiern, und an diesen Tagen Brand- und Trankopfer bringen, und alles andere beobachten, was an den übrigen Festen gebräuchlich ist, und die Gaben [durch die Priester]
49. in den Tempeln überreichen; auch soll man dem ewig lebenden, welchen Phtha liebt, dem Könige Ptolemäus, dem Gotte Epiphanes, dem gnadenreichen, jährlich in feierlicher Versammlung ein Fest begehen
50. [im ganzen] Lande, vom Neumonde des Thoth an fünf Tage hindurch, an welchen diejenigen, welche Brand- und Trankopfer bringen, und die übrigen heiligen Gebräuche beobachten, sich bekränzen sollen; nennen soll man sie
51. außer nach dem Namen der andern Götter, deren Priester sie sind, nach dem Gotte Epiphanes, dem gnadenreichen, und in alle Beschlüsse, und in die – – –
52. soll der Name seiner Priester aufgenommen werden; es soll auch den andern, welche nicht Priester sind, erlaubt sein, das Fest zu feiern, und die erwähnte Capelle aufzustellen, und sie zu besitzen [zu dieser] [34] 53. jährlichen [Feier]. Damit kund werde, warum die Aegyptier verherrlichen und ehren den Gott Epiphanes, den gnadenreichen, den König, wie es gebräuchlich ist, so soll [dieser Beschluß auf ein Denkmal von
54. schwarzem,] hartem Stein in heiliger, in der Landes- und in griechischer Schrift [eingegraben, und das Denkmal in jedem Tempel] vom ersten und zweiten Range aufgestellt werden.
[35]
Die griechische Inschrift [88]
mit Erläuterungen.
| Lin. |
1. Βασιλευοντος του νεου και παραλαβοντος την βασιλειαν παρα του πατρος κυριου βασιλειων μεγαλοδοξου του την αιγυπτον καταστησαμενου και τα προς τους |
| L. |
2. θεους ευσεβους αντιπαλων υπερτερου του τον βιον των ανθρωπων επανορθοσαντος κυριου τριακονταετηριδων καθαπερ ο ηφαιςος ο μεγας βασιλεως[89] καθαπερ ο ηλιος |
| L. |
3. μεγας βασιλευς των τε ανω τε και των κατω χωρων εκγονου θεων φιλοπατορων ον ο ηφαιςος εδοκιμασεν ῳ ο ηλιος εδωκεν την νικην εικονος ζωσης του διος υιου του ηλιου πτολεμαιου |
| L. |
4. αιωνοβιου ηγαπημενου υπο του φθα ετους ενατου εφ ιερεως αετου του αετου αλεξανδρου και θεων σωτηρων και θεων φιλοπατορων και |
| L. |
5. θεου επιφανους ευχαριστου αθλοφορου βερενικης ευεργετιδος πυρρας της φιλινου κανηφορου αρσινοης φιλαδελφου αρειας της διογενους ιερειας αρσινοης φιλοπατορος ειρηνης |
| L. |
6. της πτολεμαιου μηνος ξανδικου τετραδι αιγυπτιων δε μεχειρ οκτωκαιδεκατῃ ψηφισμα οι αρχιερεις και προφηται και οι εις το αδυτον ειξπορευομενοι[90] προς τον στολισμον των |
[36]
| L. |
7. θεων και πτεροφοραι και ιερογραμματεις και οι αλλοι ιερεις παντες οι απαντησαντες εκ των κατα την χωραν ιερων εις μεμφιν τῳ βασιλει προς την πανηγυριν της παραληψεως της |
| L. |
8. βασιλειας της πτολεμαιου αιωνοβιου ηγαπημενου υπο του φθα θεου επιφανους ευχαριστου ην παρελαβεν παρα του πατρος αυτου συναχθεντες εν τῳ εν μεμφει ιερῳ τῃ ημερᾳ ταυτῃ ειπαν |
L. 1–8.
Veranlassung, Zeit und Ort der Versammlung der
Priester, welche außerordentliche Ehrenerweisungen
für Ptolemäus beschließen.
L. 1.
1. Του νεου.) Νεος, der junge[91] König; er war im 14ten Jahre[92], folglich παντελως νεος την ἡλικιαν, wie Diodor[93] von Sesostris sagt, hatte die Regierung dem Namen nach selbst übernommen, als er noch nicht im reifen, männlichen Alter war, (οὐκ ἀνδρωθεις[94] οὐδεπο μεν της ἡλικιας κατεπειγουσης)[95]. Für diejenigen aber, welche ihn mit Bossi für ein 6jähriges Kind halten, liegt kein Beweis darin; denn Strabo[96] nennt den Opferkönig der Ionier aus Priene ἀνδρα νεον, und eben so wenig wird, etwa im Gegensatze, ein hohes Alter seines Vaters Philopator dadurch angedeutet, welcher nur 37 Jahr lebte. Als dessen Sohn und Nachfolger, und bisher unter Vormundschaft, konnte Epiphanes der junge König genannt werden. So unterschied [37] man durch den Zusatz νεωτερος, der Jüngere, Ptolemäus 7. Evergetes 2. von seinem ältern Bruder, Ptolemäus 6. Philometor[97], welcher dagegen πρεςβυτης heißt[98], und von Ptolemäus 3. Evergetes 1.[99] und Ptolemäus 13.[100] von seinem ältern Bruder Ptolemäus 12. Die Bedeutung neu[101] ist hier nicht zulässig, zumal da der König schon ins 9te Jahr regierte[102], sondern nur dann, wenn νεος mit Beinamen der Lagiden verbunden ist, welche von Göttern entlehnt sind, wie in νεος Διονυσος[103], dem Beinamen des Ptol. 11. Auletes, und in νεα Ισις[104], oder θεα νεωτερα[105], wie die letzte Cleopatra sich nannte.
2. Παραλαβοντος την βασιλειαν.) In demselben Sinne sagt Hieronymus[106] von Antiochus 4. welcher im Namen des Ptol. Philometor Aegypten bis auf Alexandrien erobert hatte: ascendit Memphim et ibi ex more Aegypti regnum accipiens etc. Die Priester spielen mit diesem Ausdrucke in der ganzen Inschrift, um es ins Ungewisse zu stellen, ob Ptolemäus als der Sohn des Philopator nach dem Erbrechte und deshalb allein, oder ob er durch die priesterliche Weihe in Memphis, als eine unerlaßliche Bedingung, rechtmäßiger König sei; jenes wagten sie unter dem fremden Herrscherstamme nicht zu läugnen und dieß nicht unumwunden zu behaupten. [38] Nur wenn man diese Ansicht gefaßt hat, dringt man in den Geist der Inschrift überhaupt und in den Sinn der Stellen insbesondere ein, worin jene oder ähnliche Worte vorkommen. L. 1. deuten sie auf die Feier in Memphis, denn sie sind Zeitbestimmung und können nur in diesem Sinne nach βασιλευοντος gesetzt sein; eben so ganz offenbar L. 7. της παραληψεως της βασιλειας, und L. 28. u. 45.[107] Dagegen kann man L. 8 u. 47. nur an eine Nachfolge durch Erbrecht, unmittelbar nach der Thronerledigung durch Philopators Tod, denken; in der letzten Stelle namentlich wird bemerkt, daß man schon vor der Weihe in Memphis den Tag dieser Nachfolge gefeiert habe. Eben so sind die Worte in der adulitanischen Inschrift in Beziehung auf Ptolemäus 3. zu verstehen: παραλαβων παρα του πατρος την βασιλειαν etc.[108] und in einem Beschlusse der Sigeer die 3te Z. welche von Antiochus 1. Soter sagt: ἐν ἀρχῃ τε παραλαβων την βασιλειαν[109]. Um die Unbestimmtheit der Begriffe zu vermehren, gebrauchen unsere Priester βασιλεια bald von der Regierung, bald von der Krone oder dem Diadem[110]. Gegen die Behauptung des Saint-Martin[111]: παραλαβ. beziehe sich darauf, dass Philopator seinen Sohn 3 Jahre vor seinem Tode zum Mitregenten ernannt habe, und solle dessen Legitimität constatiren, ist zu bemerken, [39] daß keiner unter den Alten eine solche Mitregentschaft erwähnt und erwähnen konnte, weil Ptolemäus 5. damals im zweiten Jahre war. Wenn indeß die Priester die Absicht hatten, die Rechtmäßigkeit der Regierung mit der Zeit von ihrer Weihe abhängig zu machen, wie die Päbste erst krönten und dann Kronen vergaben, so sahen sie sich getäuscht. Aegypten war und blieb unter den Ptolemäern eine in männlicher und weiblicher Linie erbliche Monarchie, in welcher die Könige das Recht hatten, den Nachfolger zu bestimmen und es sogar auf ihre Gemahlinnen zu übertragen, wie Ptolemäus 7.[112]. Geschah es, daß durch Ränke oder Schwäche Streit und Verwirrung entstand, so entschied, und nur dann, nicht die Priesterschaft, sondern das alexandrinische Volk, und zwar in der Regel zu Gunsten des Erstgebornen, und nicht nach einem Staatsgrundgesetze, sondern nach dem Herkommen, wobei man nicht einmal bis zu den ersten Zeiten des Staates zurückgehen kann, denn Ptolem. 1. zog seinen jüngern Sohn Philadelphus vor. Auf diesem Wege erhielt Ptolemäus 8. Lathurus den Thron, welchen sein jüngerer Bruder Alexander und die Mutter Cleopatra ihm streitig machten[113].
3. Κυριου βασιλειων.) Mit gleichem Schwulst nannten sich nach der Sage Osymandyas: König der Könige[114], und Sesostris: König der Könige und Herr der Herrn[115]. Wie die Perser Grosskönige hatten, so gaben sich die Beherrscher von Parthien den Titel: Könige der Könige[116]. Die Ptolemäer zeigten diese Eitelkeit nicht; es ist als eine Ausnahme zu betrachten, daß Ptolemäus 3. auf dem Denkmal von Adule βασιλευς μεγας genannt wird, [40] und Antonius an Wahnsinn gränzenden Liebe zuzuschreiben, daß er Cleopatra und deren Kindern orientalische Titel beilegte[117]. In den christlichen Zeiten wußten Fürsten und Geistliche das alte Morgenland in dieser Hinsicht zu überbieten[118]. Indeß konnte Epiphanes auf jenen Titel wohl Anspruch machen, zumal da auch die Könige im Alterthume sich häufig nach Ländern benannten, an welche sie ein Anrecht hatten, ohne sie wirklich zu besitzen, und da sie kein Bedenken trugen, wegen einzelner Städte in einem übrigens von ihnen unabhängigen Lande den Namen des ganzen Landes in ihre Titel aufzunehmen. Der König besaß außer Aegypten Cyrenaica, einen Theil von Aethiopien[119], und Cyprus; wer, wie die Priester, ihm schmeicheln wollte, mochte auch noch die Nebenländer in Asien als sein Eigenthum betrachten, Palästina, Cölesyrien und Phönicien[120], obgleich die Bedingung, unter welcher der Eroberer Antiochus der Gr. die Einkünfte mit ihm theilen wollte, die Vermählung mit dessen Tochter Cleopatra, erst 192 v. Chr. erfüllt wurde[121]. Ferner erbte er von Philopator einen Theil der Südküste von Vorderasien und mehrere Städte an der Westküste[122], insbesondere Ephesus, und die Inseln Samos und Chios. Dieß erhellt aus dem Theilungsvertrage zwischen Antiochus dem Gr. und Philipp 3. von Macedonien, welche das ägyptische Reich zu zerstören beschlossen[123]. Allein Antiochus gieng 197. v. Chr. nach Vorderasien; es war ihm vorzüglich wichtig, Ephesus zu nehmen, [41] welches gelang[124], und es unterliegt keinem Zweifel, daß der alexandrinische Hof hier alles an ihn verlor. Die Römer ließen ihn dann auffordern: die Städte in Asien zu räumen, welche Ptolemäus gehörten, und die Inseln Samos und Chios, deren sich kurz vor ihm Philipp 3. bemächtigt hatte; deshalb hieß es: auch das solle er zurückgeben, was er Philipp entrissen habe[125]. Epiphanes hatte in keinem Vertrage auf die Besitzungen Verzicht gethan, welche ihm seit 197 entzogen waren; man konnte sie daher noch als Theile seines Reichs betrachten, wobei es sogar den Schein seiner Macht vermehrte, daß dieses „aus so vielen Anhängen und weit von einander getrennten Zipfeln“ bestand[126].
4. Του την αιγυπτον καταςτησαμενου.) Der Wiederhersteller von Aegypten, welcher durch den Frieden mit Syrien, durch die Dämpfung der Meuterei des Scopas und der Empörung der Lycopoliten es von außen und im Innern gesichert hat, so daß man rühmen kann, unter seiner Regierung habe ein neues Leben begonnen[127]. Die Priester sprechen mit erheuchelter Theilnahme von ganz Aegypten, um ihre Selbstsucht zu verbergen, und um Epiphanes, oder eigentlich Aristomenes Verdiensten einen größern Umfang zu geben. Sie meinen aber nur sich; unter Philopator, in dessen letzten Regierungsjahren, und unter dessen Günstling Agathocles waren sie hart behandelt und insbesondere mit Abgaben gedrückt, wie sie bald selbst zu erkennen geben[128], jetzt schonte und begünstigte man sie aus Klugheit, und so wenig wußten sie ihre Gesinnungen zu verbergen, daß sie im Folgenden den König nur deshalb [42] als den Ueberwinder der Lycopoliten preisen, weil diese den Tempeln viel Uebel zugefügt[129], die Tempel verletzt[130] haben, wobei die übrigen Aegyptier nur zum Schein abermals erwähnt werden. Ueber den Sprachgebrauch in dieser Stelle ist Villoison zu vergleichen[131], und nur hinzuzufügen, daß in einem Beschlusse der Sigeer auf ähnliche Art von Antiochus 1. gesagt wird: τας τε πολεις εἰς εἰρηνην και την βασιλειαν εἰς την ἀρχαιαν διαθεσιν κατεςτησεν[132].
L. 2.
5. Ευσεβους.) Der Gottesfürchtige, welcher die alt-ägyptischen Götter ehrt, ihre Tempel und Priester beschenkt, und ihnen Abgaben und andere Staatslasten erläßt[133]. Für die Priester in Aegypten war dieß immer der Maaßstab, nach welchem sie den Werth oder Unwerth der Könige bestimmten, ganz wie für die christlichen Priester des Mittelalters. Jene nahmen sich nicht bloß mit den Göttern für eins, sondern auch mit dem Staate, welches letztere insbesondere sich aus unserer Inschrift auf das deutlichste ergiebt. So sagten sie schon Herodot, daß Recht und Gerechtigkeit geherrscht, und Aegypten sich im blühenden Zustande befunden habe[134], bis Cheops und Chephren die Tempel verschlossen und das Volk an seiner Arbeit und am Opfern hinderten, um sich Pyramiden zu erbauen[135]. Cheops war ein Frevler, und in den 106 Jahren, in [43] welchen er und Chephren regierten, versank das Reich in das tiefste Elend[136].
6. Αντιπαλων υπερτερου.) Bei Pindar: Δαϊων ὑπερτεροι[137], und in Hermapions angeblicher Uebersetzung der Hieroglyphen auf dem Obelisk des Rhamesses in Rom: ῾Ραμεσσης – – τους ἀλλοεθυεις νικησας[138], welches aber, wie viele andere Bezeichnungen, welche an die Denkmäler der Ptolemäer erinnern, von diesen entlehnt ist[139], daher man auch keineswegs glauben darf, daß unsere Priester etwa die Ehrennamen in ihrer Inschrift von den Obelisken oder andern Monumenten der Pharaonen entnommen haben. Bei der Bezeichnung eines siegreichen Königs mußten sie einen Ausdruck vermeiden, wodurch es zweifelhaft werden konnte, ob dieser der Beiname des Königs werden sollte, wozu Epiphanes ausersehen war, und noch mehr ein Wort, welches man schon zum Beinamen für Andere bestimmt hatte, wie Nicator für Seleucus 1. von Syrien, oder gar zum Spottnamen, wie Callinicus für Seleucus 2, ein schöner Sieger, welcher stets geschlagen wurde. Die Aegyptier haben überhaupt in dieser Hinsicht nicht nachgeahmt, wohl aber die Syrer und Pergamener, z. B. jene in den Beinamen Philopator, Epiphanes, Soter, Dionysus, und diese in Philadelphus[140] und Philometor, wenigstens sind sie bei diesen immer später gebraucht. [44] 7. Του τον βιον των ανθρωπων επανορθωσαντος.) Die Worte, welche Ameilhon: réformateur des moeurs des hommes übersetzt[141], könnten an sich, mit Zuziehung des Vierecks und anderer geometrischen Symbole[142], wohl auf eine Verbesserung der Sitten und der Sittlichkeit, selbst auf eine Berichtigung der Begriffe bezogen werden, wie Polybius von einer ἐπανορθωσις τȣ των ἀνθρωπων βιȣ spricht, und den Sieg des Xanthipp über Regulus erzählt haben will: χαριν της των ἐντυγχανοντων διορθωσεως[143], um vor Sicherheit im Glücke zu bewahren, und davon zu überzeugen, wie viel geistige Ueberlegenheit vermöge. Wenn nur von solchem sittlichen Gewinne in der Inschrift überhaupt die Rede wäre, und die Priester nicht Verdienste von ganz anderer Art dem Könige in Rechnung brächten: daß er sie und ihre Tempel vor den Räubereien der Lycopoliten geschützt, die Einkünfte der Tempel vermehrt und ihre Abgaben vermindert und durch Ermäßigung der Staatslasten auch für die andern Aegyptier gesorgt habe, daß es ihm gelungen sei, Aegypten Friede und Ruhe wiederzugeben[144], zu bewirken, daß das Volk und alle andern unter seiner Regierung sich glücklich fühlten[145]. Fast jeder Abschnitt der Inschrift beweist, wie materiell diese ἐπανορθωσις zu nehmen sei.
8. Κυριου τριακονταετηριδων.) Ptolemäus wurde dadurch die höchste Ehre erwiesen, daß man ihn für den Herrn eines Zeitabschnittes oder der Zeit im Allgemeinen erklärte, denn es lag eine Vergötterung darin. Um dieß zu finden, muss man sich erinnern, daß die Priester bei dem Beschlusse überhaupt die Absicht hatten, ihren ehemaligen bessern [45] Zustand so viel als möglich wieder herzustellen, daß sie deshalb den Schein zu gewinnen suchen, als sei er noch unverändert, und namentlich hier, als sei die Zeitrechnung noch ganz von ihnen abhängig. Diese Klugheits-Regel haben die Priester stets beobachtet, welche einen Kampf für Vorrechte und Herrschaft bestanden.
Die ägyptischen stellten durch jene Bezeichnung einmal den König sich selbst gleich; sie gestatteten ihm, der durch die Weihe zu Memphis einer der ihrigen geworden war, an der Anordnung des Kalenders Theil zu nehmen, wovon jeder Nicht-Priester sich ausgeschlossen sah[146]. Sie ordneten aber die Zeitrechnung nur im Namen und im Dienste der Götter; diese sind Herrn der Zeit, welches schon das Folgende: καθαπερ ο ηφαιστος andeutet; jeder Monat und Tag wird von einem Gotte regiert, sagt Herodot von den Aegyptiern, obgleich in astrologischer Beziehung[147]; auf der großen Isis-Tafel wird Isis ein Phönix dargeboten, unverkennbar ein Symbol von der Wiederkehr einer gewissen wichtigen Epoche, wie verschieden man auch die Zahl der Jahre angeben mochte[148]; und in Hermapions Uebersetzung entspricht wenigstens Ἀπολλων – δεςποτης χρονων[149] dem Titel, von welchem hier die Rede ist. Doch in einem so weiten Sinne sollte dieser nicht genommen werden, wenn die ägyptischen Könige bei den Anacleterien in Memphis schwören mußten, das alte ägyptische Jahr von 365 Tagen nicht durch [46] Einschaltung zu verändern[150], damit nämlich die Feste und Opfer der Götter in einem beweglichen Jahre nicht stets auf denselben, sondern nach und nach auf alle Tage fielen[151]. Allein dadurch, daß die Priester Epiphanes die Herrschaft über eine bestimmte Zeit, über einen Cyclus oder ein Fest von 30 Jahren zuschreiben, wird dieser Abschnitt der dunkelste in der ganzen Inschrift. Noch ist es niemanden gelungen, hier Licht zu schaffen, und bei den jetzigen Hülfsmitteln dürfte es auch wohl niemanden gelingen können. Die Alten erwähnen keinen Schalt-Cyclus der Aegyptier, kein Ereigniß, auch nur in den Sagen, worauf diese Zeitbestimmung sich mit Sicherheit beziehen ließe. Was bleibt also übrig? Wie man auf dem jetzigen Standpuncte der Alterthums-Wissenschaft glauben muß, nur eine astrologische Träumerei, welche aber damals allgemein bekannt war, weil nichts zur Erklärung hinzugefügt wird, nicht einmal ein καλουμενων[152], den Ausdruck zu entschuldigen. Solche Träumereien erwähnt Jamblichus, und man hat keinen Grund, diese Zeiten davon freizusprechen: die Aegyptier theilen den Himmel in zwei Theile, oder in vier, oder zwölf, oder sechs und dreißig, oder in doppelt so viel, und geben ihnen mehr oder weniger Vorsteher, einen jedoch, welcher über alle erhaben ist[153]. Die Einbildungskraft hatte hier ein weites Feld; wo irgend gleiche oder ähnliche Zahlen es zuließen, suchte man eine Beziehung zur Zeit oder [47] zum Himmel, so zwischen dem Crocodil und der Sonne wegen der Zahl sechzig[154].
Es wird indeß nicht unzweckmäßig sein, die Vermuthungen anderer Ausleger der Inschrift über die Triacontaeteriden hier zusammenzustellen.
Heyne: Probabile est, hac respicere cyclum intercalarem, a. b. Gatterer observatum in diss. de theogonia Aegyptiorum Vol. VII. Commentat. Soc. R. Gotting. constitutum secundum trinos deorum ordines, VIII prioris, XII secundi, et X tertii: ap. Herodot. II, 145.[155]. Allerdings würde die Zahl 30 hier sehr erwünscht sein, aber Herodot spricht nicht von 30 Göttern. Er erwähnt drei Classen von Göttern, welche in Aegypten regiert haben, und theilt der ersten acht, und der zweiten zwölf zu, bestimmt aber keine Zahl für die dritte, in welche er nach andern Stellen nur fünf verweist[156], während H. zehn zählt.
Weston: Lord of the festival of thirty years[157], der Herr des Festes der Epacten, mit Beziehung auf die 5 Tage, welche zu den 360 hinzugefügt und nach Plutarch[158] Geburtstage des Osiris, Arueris, Typhon, der Isis und Naphthys genannt wurden. [48] Bei einer Jahrform von 360 Tagen hatte man in 30 Jahren 150 Tage zu wenig. Mir ist nirgends eine Spur von einem solchen ägyptischen Schalt-Cyclus vorgekommen.
(Pahlin): Je dois observer, qu’il ne peut – être question ici que des années de quatre ans, par lesquelles comptoient les prêtres, et dont trente forment le cycle de 120 ans, au bout desquels on intercaloit peut – être un mois: supputation dont le but est rempli pour nous par la bisextile[159]. Der heliacische Aufgang des Sirius, mit welchem ursprünglich der Anfang des ägyptischen Jahrs zusammentraf, erfolgte in der Regel mit jedem vierten Jahre um einen Tag später[160], welches in 120 Jahren 30 Tage oder einen ägyptischen Monat ausmachte, und darauf scheint P. sich zu beziehen, allein man kennt wohl eine Hundsstern-Periode von 1461 Jahren, nach deren Verlaufe, wie man glaubte, der Sirius wieder am 1. Thoth, dem ersten Tage des Jahres, heliacisch aufgieng, nicht aber eine Schaltperiode von 120 Jahren.
Silvestre de Sacy: maître des périodes de trente années. Er findet etwas analoges bei den Arabern, deren keran im Allgemeinen eine Vereinigung und insbesondere die Conjunction mehrerer Planeten in demselben Zeichen des Thierkreises bedeute. Einigen dieser Conjunctionen schreibe man einen großen Einfluss auf die Schicksale der Menschen zu und halte sie für Epochen einer Revolution auf der Erde. Dieser Idee zufolge seien einige Fürsten, besonders Tamerlan und einige seiner Nachkommen Sahel Keran genannt, Herr der Conjunction. Die arabischen Astronomen haben sich viel mit den Conjunctionen des Saturn mit Jupiter beschäftigt; sie unterscheiden [49] drei, eine grosse, eine mittlere und eine kleine, aber in der Zahl der Jahre, nach welchen die periodische Rückkehr dieser Conjunctionen erfolge, weichen sie von einander ab; nach d’Herbelot finde die grosse nach 960 J. von neuem Statt, die mittlere nach 240; la petite, fährt er fort, pourroit-elle être une approximation de 30 ans?[161]. Er lässt es selbst unentschieden, ob diese Bemerkung, auch wenn das letzte richtig sein sollte, auf unsre Inschrift anzuwenden sei.
Ein englischer Gelehrter[162], welcher Weston’s und Heyne’s Erklärungen verwirft, glaubt durch Syncellus[163] Aufschluss zu erhalten. In einem Fragment, welches dieser mittheile, werden die Götter in einer ähnlichen Folge genannt, wie in d. Inschr. Vulcan, Sol und Saturn, welcher kein ägyptischer Gott sei; dafür trete auf dem Steine von Rosette der Gott Ptolemäus als dritter ein, der Sohn der Sonne, der Herr der Perioden von 30 Jahren, wie Vulcan, der grosse König, und Sol, der grosse König von ganz Aegypten. Sol werde eine Regierung von 30000 J. zugeschrieben, das heisse, 1000 Perioden von 30 J. welches so zu nehmen sei, wie bei den Hindus, bei welchen ein Jahr Gottes viele Jahre der Menschen in sich begreife. So that the same vast period is here assigned to Vulcan, and to the Sun, as is promised to his son Ptolemy and all three are deemed gread kings over all Egypt.
Es würde leicht sein, diese Vermuthungen mit andern zu vermehren, ohne eben den Vorwurf grösserer [50] Kühnheit fürchten zu müssen. Da 32 ägyptische Jahre, zu 360 Tagen 33 macedonische, zu 354, weniger 2 Tage in sich fassten, und folglich die Macedonier alle 32 Jahre ein Jahr mehr zählten[164], so könnte man annehmen, τριακονταετηρις sei eine runde Zahl, welche diese Periode bezeichne, und Ptolemäus werde der Herr derselben genannt, weil es bei ihm stand, diese Verschiedenheit in der Zeitrechnung in Aegypten aufzuheben, und dadurch zu bewirken, dass auch die Priester in Zukunft nicht mehr genöthigt waren, wie hier, ägyptische und macedonische Monate neben einander zu stellen. Allein kein Zeugniss der Alten bürgt dafür, dass man mit τριακ. diesen Begriff verband.
9. Καθαπερ ο ηφαιστος ο μεγας.) Hephästos, Helios, Zeus und Hermes sind die einzigen griechischen Götternamen, deren sich die Priester in der Inschrift bedienen; sie erwähnen aber auch Phtha, Isis, Osiris, Horus und selbst Apis und Mnevis, und gebrauchen folglich den griechischen und ägyptischen Namen desselben Gottes, Hephästos und Phtha, Namen, welche hier vorläufig als gleichbedeutend angesehen werden, und zwar findet sich der erste nur zweimal, der andere dagegen fünfmal[165]. Diess alles kann nicht Zufall sein. Erinnert man sich, unter welchen Umständen und in welcher Absicht die Inschrift verfasst wurde, und dass auch macedonische und ägyptische Monatsnamen, und jene zuerst, aufgenommen sind[166], so kann auch über den Grund dieses Verfahrens kein Zweifel bleiben. Als das Denkmal entstand, hatten die Griechen die Götter der Aegyptier schon mit den ihrigen verglichen, [51] Aehnlichkeiten zu entdecken und sich dadurch berechtigt geglaubt, ihre Namen mit den ägyptischen zusammenzustellen. Aus Klugheit erkennen die Priester diese Identität an[167], da die griechischen Namen ihrer Götter unter den Herrschenden, am Hofe, gebräuchlich waren, sie benutzen diess aber, um mit scheinbarer Duldsamkeit neben dem Neuen das Alte in Erinnerung zu bringen, und jenem die alt-ägyptischen Vorstellungen unterzulegen. Es wird eben als das grösste Verdienst des Epiphanes gepriesen, dass er das Alte, wie man andeutet, die Rechtgläubigen, ehre. So werden nun die ägyptischen Götter von Hephästos, Helios und Zeus gleichsam eingeführt, und dann ist von dem ersten nur noch einmal[168] die Rede, worauf Phtha in seine Rechte tritt, und auch die beiden andern verschwinden, und aus Gründen, wie sich ergeben wird, ohne Stellvertreter. Bei den Hieroglyphen, welche nicht für den Hof bestimmt waren, konnte man anders verfahren.
Warum werden uns nun aber gerade diese drei Götter vorgeführt, und warum Hephästos zuerst? Nach Herodot[169] verehrten nicht alle Aegyptier dieselben Götter, lsis und Osiris ausgenommen. Auch Hephästos[170] war ursprünglich nicht Nationalgott, sondern die Hauptgottheit in Memphis[171], wie Zeus [52] in Theben oder Diospolis[172] und Helios in Heliopolis[173]. Jeder Leser unter den Alten, welchem die gräcisirte Götterlehre der Aegyptier bekannt war, dachte bei den Namen jener Götter an diese drei Städte. Nun aber waren unstreitig auch ihre Priester bei der Feier in Memphis gegenwärtig; denn die memphitischen hatten nicht das Recht, im Namen aller einen Beschluss abzufassen, sogar eine neue Form für die Priesterbeschlüsse zu bestimmen[174], zu verfügen, dass Säulen, auf welche der ihrige eingegraben war, in den Tempeln aufgestellt würden[175], und ein Fest für ganz Aegypten anzuordnen[176]; auch wird ausdrücklich gesagt, diese Ehrenerweisungen seien von allen Priestern des Landes beschlossen, welche sich in Memphis versammelt haben[177]. Die Memphiten hatten Veranlassung genug, unter diesen die thebaischen und heliopolitanischen auszuzeichnen. Wie erwünscht es ihnen sein mochte, dass das Fest in ihrer Stadt gefeiert wurde, und sie die Hauptrolle dabei spielten, wie nur Memphis in der Inschrift erwähnt wird, und keine der beiden Nebenbuhlerinnen, sondern nur die jüngere, Alexandrien, weil sonst Verdienste des Epiphanes hätten übergangen werden müssen[178], so mussten sie doch jene ältern in ihr Interesse ziehen, um, wenigstens bei dieser Gelegenheit, Eifersucht und Entzweiung zu verhüten, und desto gewisser den Altar wieder über den Thron zu erheben[179]. Diese Absicht bezweifeln, heisst das Wesen des Priesterthums verkennen; man denke an das neue Rom [53] und unser Jahrhundert. Jene beiden Städte konnten grosse Ansprüche machen, wenn überhaupt das Alte sich wieder erhob, vorzüglich Theben. Es stand als ehemalige Residenz gegen Memphis, wie dieses gegen Saïs, und Saïs gegen Alexandrien, und rühmte sich eines uralten Cultus und Orakels und riesenhafter Tempel, Palläste und Gräber, welche von einer grauen Vorzeit zeugten. Noch hatte es sich in den Augen des Hofes durch keinen Aufstand gebrandmarkt, wie später unter der Regierung Ptolemäus 8. Lathurus, und bis dahin war es zugleich so reich, dass es in dieser Hinsicht selbst Delphi mit seinen heiligen Schätzen übertraf[180]. Heliopolis hatte dagegen durch die Gelehrsamkeit seiner Priester einen grossen Ruf erhalten; es war für die Griechen lange ein Wallfahrtsort, wo sie Philosophie und Geschichte lernen zu können glaubten[181], weshalb es auch von andern mit Memphis und Theben zusammengestellt wird[182], und mochte daher auch bei dem alexandrinischen Hofe in vorzüglichem Ansehen stehen, und diess für die schlauen Memphiten ein Grund mehr sein, seinem Gotte in der gräcisirten Gestalt Ehre zu erweisen, und seinen heiligen Stier Mnevis neben Apis zu nennen. Aber Hephästos hat den Vorrang und ist hier ein und derselbe mit Phtha, welches Sacy[183] und Pahlin[184] läugnen, Ameilhon[185] und Åkerblad[186] anerkennen, der letzte mit der Bemerkung, dass [54] Hephästos in der ägyptischen Inschrift ebenfalls Phtha heisse. Ein griechischer Göttername ohne Beziehung auf einen ägyptischen Gott ist in unserer Inschrift nicht denkbar und kein ägyptischer Gott ausser Phtha, auf welchen Hephästos bezogen werden könnte, welches mehr entscheidet, als Cicero’s[187] und Suidas[188] gleich lautendes Zeugniß. Ohne darauf einzugehen, wie im neuplatonischen Schmelztiegel Phtha mit Amun und Cneph sich identificirte[189], komme ich darauf zurück, daß Hephästos in unserer Stelle als Herr eines Cyclus genannt wird. Er war der Sohn des Nil[190], welcher auf die Zeitrechnung der Aegyptier den größten Einfluss hatte, und der Vater des Helios[191]; dieser folgte ihm in der Regierung[192], mithin hatte er auch gleiche Verrichtungen mit ihm, und Helios erzeugte die Zeit, indem er seine Bahn durchlief[193], ist König der obern und untern Erdhälfte[194], oder, wie Hermapion in seiner angeblichen Uebersetzung wenigstens entsprechend sagt, Herr des Himmels[195]. Noch unumschränkter ist nach Manetho Hephästos Herr der Zeit, denn er ist durch keine Zeit beschränkt, weil er Tag und Nacht leuchtet[196].
Es wird hier wieder sehr fühlbar, daß die Inschrift vereinzelt steht. Seit Herodot, welcher weder Phtha erwähnt, noch Hephästos ausdrücklich zu einer der drei Classen von Göttern zählt, von welchem bei ihm die Rede ist[197], mochte in der ägyptischen [55] Theologie, wie die Griechen, und sofern sie auf sie Rücksicht nahmen, die Priester sie darstellten, manches verändert sein, besonders unter der Herrschaft der Macedonier. Die Verschiedenheit in den Angaben, nach welchen Mendes oder Pan[198], oder Hephästos[199], oder Helios[200] der älteste unter den Göttern war, scheint daraus entstanden zu sein, daß jeder berühmte Tempel seinem Gotte diesen Vorzug zuschrieb, und die Sagen dann, als der Local-Cultus allgemeiner wurde, sich durchkreuzten.
10. Βασιλεως.) So viele Schreibfehler sich in der griechischen Inschrift finden[201], so halte ich doch βασιλεως für die richtige Lesart, und beziehe es auf Ptolemäus, dessen nähere Bezeichnungen alle im Genitiv gegeben sind, nicht auf Hephästos mit einer Veränderung in βασιλευς. Darnach ist es nicht mit den vorhergehenden Worten, ο μεγας zu verbinden, wozu man wohl geneigt gewesen ist[202], weil ein Zusatz zu fehlen schien, etwa wie ihn L. 3. in ο ηλιος μεγας βασιλευς giebt; allein theils hat hier der Artikel eine andere Stelle, theils wird L 19. auch Hermes bloß ο μεγας και μεγας genannt, und der Königstitel in dieser Verbindung ist gegen die übrigen, welche Ptolemäus erhält, nicht zu unscheinbar: er ist König wie Helios[203]. [56] 11. Καθαπερ ο ηλιος (L. 3.) μεγας βασιλευς των τε ανω και των χωρων.) Helios kann in einer doppelten Beziehung gedacht werden, als König von Aegypten und als König des Himmels[204]. Nach Herodot[205] regierten zuerst Götter in Aegypten, ehe es menschliche Fürsten erhielt, er nennt aber weder Helios noch Hephästos ausdrücklich als einen der Götter in den drei Classen, welche er erwähnt, obgleich beide, wie Hirt nicht ohne Grund annimmt, in die erste und älteste gehören[206]. Nur als ein ägyptischer Gott mit einem Cultus in Heliopolis wird Helios von ihm aufgeführt[207], und von Osiris unterschieden, für welchen er vielmehr den griechischen Namen Dionysos gebraucht[208]. Die Magier zu Xerses 1. Zeit, welchen die ägyptische Theologie nicht fremd sein konnte, kennen ihn nur als einen Gott der Griechen, welcher diesen Anzeichen gebe[209]. Nach spätern Nachrichten folgte er seinem Vater Hephästos[210], Könige von Aegypten, in der Regierung[211], oder er war gar der älteste unter den ägyptischen Königen[212], auch wenn man ihn mit Plutarch[213] für Osiris hält, welchem in einer Inschrift bei Theon von Smyrna dieser Vorzug beigelegt wird [214].
Unsern Priestern liegt nur daran, eine für Ptolemäus schmeichelhafte Vergleichung zu finden, und [57] zugleich die Heliopoliten zu gewinnen. Sie betrachten Helios nicht als König von Aegypten und insofern etwa als den Ahnherrn des Lagiden, sondern als Himmelskönig, und Ptolemäus als sein irdisches Abbild, wie er sogleich auch sein Sohn genannt wird, welcher ihm den Sieg verdanke, und ein lebendiges Bild des Zeus[215]. Alles dreht sich demnach in unserer Stelle, welche man verschieden erklärt hat[216], um ein Wortspiel.
Χωρα bezeichnet hier, wie in den andern Stellen der Inschrift, wo es gebraucht wird[217], das Land, Aegypten. Bei Philo[218] und mehrern andern hat es ebenfalls häufig diese Bedeutung. Die Natur hat Aegypten in zwei Theile geschieden, in das obere, ἡ ἀνω χ. in welchem der Nil, von der libyschen und arabischen Bergkette eingeengt, nur in einem Bette fliesst, und dessen südlichsten Theil die Griechen ἐςχατιαι und ἀκρα της Αἰγυπτου nennen[219], und in das untere, ἡ κατω χ. wo der Fluss von Cercasorus an sich in der Ebene in sieben Arme theilen konnte. So sagt Strabo[220] von Schiffen, welche von Alexandrien aus nach dem Süden fuhren (πλοια) ἐφ’ οἱς οἱ ἡγεμονες εἰς την ἀνω χωραν ἀναπλεουσιν· und im folgenden: ἐνταυθα (zu Schedia) δε και το τελωνιον των ἀνωθεν καταγομενων και ἀναγομενων, und Heliodor[221]: – – Ὡρον τε και τον ζειδωρον ἀποκαλουντες, Αἰγυπτου τε ὁλης, της μεν ἀνω σωτηρα, της κατω δε και πατερα και δημιουργον κ. τ. λ. Selbst jeder einem andern [58] südlich gelegener Punct hiess ein oberer. Bei Herodot[222] findet man: das Land über Heliopolis, ἀνω ἰοντι, sei enge, denn das arabische Gebirge erstrecke sich von Norden nach Süden, αἰει ἀνω ταινον ἐς την Ἐρυθρην καλεομενην θαλασσαν, und bei demselben[223]: unter Menes sei ganz Aegypten bis auf Thebais ein Sumpf gewesen, aus welchem nichts von dem Theile des Landes hervorragte, welcher jetzt unterhalb des Sees Möris, ἐνερθε λιμης Μ., nordwärts, liege.
Ptolemäus ist demnach König von Ober- und Unterägypten, wie Helios König der beiden Hemisphären ist[224]. Es würde leicht sein, nach Anleitung der aus Herodot und Heliodor angezogenen Stellen und mit der Bemerkung, dass in Schriften späterer Zeit Helios auch Osiris und dieser Nil genannt wird, in diese Vergleichung einen noch weitern Sinn zu legen, wenn man Gewissheit hätte, dass es von den Priestern geschah, dass sie namentlich an die Austrocknung des obern und die Anschwemmung eines Theils von Unterägypten dachten[225]; wie Helios nach dieser Vorstellung, so machte sich auch der König Ptolemäus nach der Inschrift um das ganze Land verdient.
12. Εκγονου θεων φιλοπατορων.) Sohn der vaterliebenden Götter, Ptolemäus des 4ten und seiner Schwester und Gemahlinn Arsinoe. Warum dieser Philopator hiess, wofür sich bei Josephus[226] einmal Eupator findet, ist nicht bekannt. Nur kann [59] es nicht ein Spottname gewesen sein, etwa einen Vatermord anzudeuten, dessen Justin Ptolemäus 4. beschuldigt, mit dem Zusatze, er habe auch seine Mutter Berenice vor seiner Thronbesteigung getödtet[227]; sie wurde wie sein Bruder Magas und Arsinoe, seine Gemahlinn, erst nachher umgebracht[228]; von einer Ermordung seines Vaters Evergetes findet sich bei Polybius keine Spur. Man gab ihm allerdings auch Spottnamen, wie Tryphon[229] und Gallus[230], aber Philopator war ein Ehrenname, sonst würde man ihn nicht auf öffentlichen Denkmälern gebraucht haben, am wenigsten auf dem unsrigen, wo er noch mehrere Male vorkommt[231], oder auf den Münzen des Königs[232]. Es blieb auch immer ein Ehrenname, welches unter andern aus der Urkunde auf Papyrus vom J. 104 v. Chr.[233] und aus einer Inschrift auf den Ruinen eines Tempels zu Apollinopolis Parva erhellt[234].
Ptolemäus 4. Schwester und Gemahlinn hiess nicht Eurydice[235], oder Cleopatra[236], ein Name, welcher zuweilen von den Fürstinnen aus dem Stamme der Lagiden als ein allgemeiner gebraucht wird, sondern Arsinoe, welches unsere Inschrift[237], die Münzen[238] und Polybius[239] ausser Zweifel setzen. Sie wurde auf Veranstaltung ihres Gemahls oder vielmehr seines Günstlings Agathocles von einem Verwandten [60] desselben, Philammon, getödtet[240]. Die Priester geben sich das Ansehen, als sei es ihnen unbekannt, und lassen sie nach der Sitte der Ptolemäer den Ehrennamen des Königs theilen, eine Sitte, wozu ohne Zweifel auch der Umstand beitrug, dass König und Königinn häufig Geschwister waren. Dass der Name Arsinoe in der Inschrift wiederholt zu dem Titel hinzugefügt ist[241], hat, wie schon bemerkt wurde, für die Geschichte grossen Werth; es geschah in ähnlichen Fällen nicht immer, doch finden sich auch andere Beispiele, wie auf einem cyprischen Denkmale, welches die Stadt Citium zu Ehren ihres ägyptischen Statthalters Hegias errichten liess: ἀρετης ἑνεκεν και εὐνοιας της εἰς βασιλεα Πτολεμαιον και βασιλισσαν Κλεοπατραν την ἀδελφην θεους Φιλομητορας κ. τ. λ.[242].
13. Ον ο ηφαιστος εδοκιμασεν.) Ameillion[243] übersetzt: que Vulcain a approuvé, mit Beziehung auf Hermapion[244] (Ῥαμεσσης) ὁν Ἡλιος προεκρινεν; Villoison[245] dagegen: que Vulcain a éprouvé; die Jahre der Minderjährigkeit des Königs seien sehr stürmisch, eine Prüfungszeit für ihn gewesen, und fast auf jeder Seite der Septuaginta und des N. T. werde δοκιμαζειν in diesem Sinne gebraucht. Allein die Priester preisen Ptolemäus als einen mächtigen und siegreichen Fürsten, als einen Liebling der Götter und insbesondere des Phtha[246], wozu diese Erklärung um so weniger stimmt, da es ihnen fremd war, Leiden von einem höhern Standpuncte, als Wohlthaten der Gottheit, zu betrachten. Ferner wurde die Inschrift bei Gelegenheit der Anacleterien verfasst, [61] und diese feierte man in Memphis, wo der Tempel des Hephästos war, und sehr wahrscheinlich in diesem selbst[247], so dass es am nächsten liegt, unsere Stelle auf die Feier zu beziehen. Auch wird diess durch die ältere Bedeutung von δοκιμαζειν gerechtfertigt: untersuchen, ob jemand die zu einem öffentlichen Geschäfte erforderlichen Eigenschaften besitze, ob er sich nach seiner Abstammung oder nach seinen Tugenden und Verdiensten dazu eigene[248]. Demnach erklären die Priester, Hephästos habe Ptolemäus des Throns würdig oder bewährt gefunden, womit sie versteckt andeuten, dass jener auf den Thron zu erheben vermöge, und dass Ptolemäus nun erst ächter, wahrer, rechtmässiger König sei, βασιλευς δοκιμος[249], eine Verherrlichung ihrer selbst, als der Werkzeuge und Stellvertreter des Gottes, und wie sie hoffen mochten, ein starker Schritt zur alten Theocratie zurück. Auf einen andern, als auf Phtha im griechischen Gewande bezogen, haben ihre Worte keinen Sinn.
14. ῳ ο ηλιος εδωκεν την νικην.)[250] Der Sieg der königlichen Truppen über die Lycopoliten war den Priestern am erfreulichsten, und eines andern konnte sich Ptolemäus auch nicht rühmen, denn im Kriege mit Syrien wurde sein Heer geschlagen[251]. Combe[252] erinnert an Aelian, welcher berichte[253], Ptolemäus Philopator habe nach der Schlacht mit [62] Antiochus dem Gr. bei Raphia 217 v. Chr. Helios vier Elephanten als Siegesopfer gebracht und dann, nach einer Mahnung im Traume, vier eherne aufgestellt. Dieselbe Nachricht giebt Plutarch[254], Polybius[255] dagegen schweigt davon, obgleich er übrigens diese Ereignisse sehr ausführlich erzählt. Wenn sie indess gegründet ist, so beweist sie doch nicht, dass die Ptolemaer ihre Siege überhaupt Helios zuschrieben, so dass die Priester etwa darauf Rücksicht nahmen. In diesem einzelnen Falle scheint Philopator allerdings aus einem uns unbekannten Grunde Helios als den Urheber seines Sieges betrachtet zu haben, wie es macedonische Sitte war, nach glücklichen Schlachten den Göttern Opfer, ἐπινικια, zu bringen[256]. Ferner opferte der König nicht Elephanten, weil er sie für die Werkzeuge des Gottes hielt, wie Combe meint, sondern weil man glaubte, dass sie gegen die Götter, und insbesondere gegen Sonne und Mond eine tiefe Verehrung bezeugten und deshalb von Helios geliebt würden[257]. Jenes würde eine seltsame Aeusserung der Dankbarkeit gewesen sein; auch konnte sich Ptolemäus seinen 73 Elephanten wohl nicht dadurch verpflichtet fühlen, dass sie vor den feindlichen flohen, wie gewöhnlich libysche vor indischen, und Antiochus nach sich zogen, welcher durch eine zu weite Verfolgung dieses Flügels seine Niederlage beförderte.
15. Εικονος ζωσης του διος) Die Griechen verglichen Amun, die Hauptgottheit der Thebäer, mit ihrem Zeus[258]. So gewiss diess ist, so wenig kann man in die bisher versuchten Erklärungen jenes [63] ägyptischen Wortes aus dem Coptischen, Vertrauen setzen, weil sie, wie viele andere, so sehr von einander abweichen, der Ableitungen aus dem semitischen Sprachstamme nicht zu gedenken. Nach Jablonski[259] bedeutet es lucidus, inferens lucem, nach Champollion[260] gloria, sublimis, celsitudo; im letzten Falle würde Ptolemäus durch die Bezeichnung: Bild des Zeus, die höchste Würde, Erhabenheit zugeschrieben. Es sind ausserdem die verschiedensten Deutungen möglich, zumal wenn man auch Porphyrius[261] und Jamblichus[262] Belehrung über den Demiurg und das Weltei nicht verschmäht, aber wer verbürgt bei der Kürze und Vieldeutigkeit unserer Stelle, welchen Sinn die Priester selbst mit ihr verbanden? Zunächst würde man darüber entscheiden müssen, ob eine Vorstellung nach der ägyptischen oder griechischen Theologie zum Grunde lag. Wenn man das erste annimmt, so könnte der Widderkopf des Amun[263] und die Bemerkung des Macrobius[264], dass dieser in gewisser Beziehung auch Sonnengott sei, auf die Erklärung führen: wie der Sonnengott, wenn er in das Zeichen des Widders tritt[265], und der nördlichen Erdhälfte Licht, längere Tage, Sommer und Erndte bringt, so hat auch Epiphanes Heil und Freude [64] verbreitet[266], er ist das lebendige Bild des Gottes. Man kann aber auch nach der griechischen Mythe an Zeus, den Ueberwinder der Titanen, denken; wie dieser hat auch der König seine Feinde zu Boden geschlagen[267].
16.Υιου του ηλιου.)[268], Man pflegte Fürsten nicht bloss Götter, sondern auch Götter-Söhne zu nennen, seitdem Alexander aus politischen Gründen das Beispiel dazu gegeben hatte. Anfangs fügten sich Macedonier und Griechen ungern in diese Ehrenerweisung, die Athenienser verurtheilten Demades zu einer Geldstrafe von 100 Talenten, weil er Alexander öffentlich zum dreizehnten Gotte erhob, und der König selbst spottete unter Vertrauten über seine Abstammung von dem ammonischen Zeus, unter andern, als der Philosoph Anaxander bei einem starken Gewitter äusserte: μητι συ τοιουτο ἐποιησας Ἀλεξανδρε ὁ του Διος[269]; und auf die Frage des Nicesias, welcher bemerkte, dass er nach dem Gebrauche einer Arznei heftige Schmerzen empfand: ὠ βασιλευ, τι δει ποιειν ἡμας, ὁτε και ὑμεις οἱ θεοι τοιαυτα πασχετε[270]. Auch einige seiner Nachfolger gaben sich wenigstens das Ansehen, als ob solche Schmeichelei ihnen missfalle, z. B. Antigonus[271], allein die meisten hörten sie gern; so Demetrius Poliorcetes, welcher in Samos mit den Worten begrüsst wurde: ὠ του κρατιστου παι Ποσειδωνος θεου χαιρε και Ἀφροδιτης[272]. Hierin lag offenbar eine besondere Beziehung, welche man auch bei der Bezeichnung: Ptolemäus, Sohn des Helios, voraussetzen darf, obgleich [65] Antigonus, der es auf eine sehr derbe Art ablehnte[273], und in Hermapions angeblicher Uebersetzung Rhamesses und Apollo[274] ebenfalls so genannt werden. Da der Obelisk in Rom, dessen Hieroglyphen Hermapion erklärt zu haben behauptete, aus Heliopolis stammte, so war es wenigstens der Sache angemessen, dass dieser oft Helios erwähnte und Rhamesses als dessen Sohn. Ein Grieche mochte auch die Stadt und ihren Gott nicht nennen hören, ohne an Helios, den Gemahl der Rhodus und an deren Kinder, die Heliaden, zu denken, besonders an Actis, welcher von Rhodus nach Aegypten kam, Heliopolis gründete und nach seinem Vater benannte[275]. Unsere Priester konnten dem griechischen Mährchen keinen Beifall schenken, zumal da es Actis auch die Begründung ihrer astronomischen Kenntnisse zuschrieb und dadurch um so mehr ihre Eitelkeit beleidigte. Sie bringen dem Zwecke der Inschrift ein hinlänglich grosses Opfer, wenn sie den ihnen aufgedrungenen griechischen Namen eines Gottes gebrauchen, dessen ägyptischen man nicht mit Gewissheit angeben kann[276]. Dagegen findet man häufig, dass ein Gott mit dem Kopfe des heiligen Vogels ἱεραξ, nach Horapollo und andern das Bild des ägyptischen Gottes, welchen die Griechen Helios nannten, seegnend, weihend oder krönend vorgestellt ist, allein, und nachdem er seinen Sohn Horus gekrönt hat, auch mit diesem in [66] gleicher Handlung begriffen[277], und diess giebt, wie schon Hirt bemerkt hat, ungezwungen ein Verhältniss zu Ptolemäus, zumal in einer Inschrift, welche bei den Anacleterien entstanden ist: Helios seegnet, weiht den König, welchen Hephästos der Weihe würdig gefunden hat[278], und wie wenig die Priester auch weiterhin darauf eingehen, so haben sie doch damit den Ansprüchen der Heliopoliten genügt, und, wenn diese Idee damals schon verbreitet war, Ptolemäus zugleich für den Bruder des Osiris und Horus erklärt[279].
L. 4.
17. Αιωνοβιου)[280] Darin liegt kein Wunsch, sondern eine Anerkennung des Gottes, welchem man Unsterblichkeit, ein ewiges Sein nicht wünschen kann. Fast scheint es, als habe Hermapion unsere Inschrift vor Augen gehabt, wenn er Rhamesses mehrmals mit demselben Worte dieselbe Eigenschaft beilegt[281]. Sonst war: ewiges Leben! ewige Herrschaft! ein Wunsch, mit welchem man sich insbesondere in Asien den Königen näherte. Sinätes, welcher zufällig auf Artaxerxes Mnemon traf, überreichte ihm Wasser aus dem Flusse Cyrus mit den Worten: βασιλευ Ἀρταξερξη, δι’ αἰωνος βασιλευοις[282]. In den christlichen Zeiten suchte man sich in den Ehrennamen und Acclamationen der Kaiser: [67] αἰωνος βασιλευς, ἀεισεβαστος, πολλα τα ἐτη u. s. f. zu überbieten[283].
18. Ηγαπημενου υπο του φθα.)[284] Der Name dieses Gottes wird hier stets so[285] und nie φθας geschrieben, welches Sacy und Champollion gegen La Croze und Jablonski geltend machen, da diese die letzte Form bei ihrer Erklärung aus dem Coptischen: desiniens, decernens, ordinans, zum Grunde legen[286] Jene finden in Phtha die Bedeutung Dieu, Dieu-Createur[287], und Sickler, welcher eine Paronomasie und eine Verwandtschaft der heiligen Priestersprache mit den semitischen Dialekten annimmt, erklärt: der Oeffnende, Eröffnende[288]. Ueber die Darstellung des Phtha in der Kunst siehe Hirt[289].
19. Ετους ενατου.) Dieser Ehrenbeschluss wurde im neunten Jahre der Regierung des Ptolemäus[290] und nach der bald folgenden Bestimmung [68] des Tages, am 4ten Xandicus nach dem macedonischen, oder am 18ten Mechir nach dem ägyptischen Kalender abgefasst[291]. Bei dem Mangel an einer allgemeinen Aere datirten die Ptolemäer nach den Jahren ihrer Regierung, und wenn sie Mitregenten hatten, auch nach diesen, z. B. auf der Urkunde auf Papyrus vom Jahre 104 v. Chr. wo ἐτους ΙΒ, im Jahre 12, auf die Königinn Mutter Cleopatra, und του και Θ, im Jahre 9, auf ihren Sohn Ptolemäus 9. Alexander 1. sich bezieht, welcher von 107 bis 89 v. Chr. oder bis zu ihrer Ermordung mit ihr regierte[292]. Zuweilen wählte man ausser jener Epoche auch wohl eine zweite; auf einer Münze der letzten Cleopatra findet man: ἐτους ΚΛ του και Ϛ θεας, seit ihrem Regierungsantritte zählte sie 21 und seit ihrer Vergötterung als θεα νεωτερα 6 Jahre[293]. Allein Cousinery irrt, wenn er für unsere Stelle eine andere als die gewöhnliche Aere sucht, weil die Empörung der Lycopoliten nicht vor dem 25sten Lebensjahre des Königs, oder vor dem 21sten seiner Regierung gestillt, und folglich auch die Inschrift, welche diess Ereigniss erwähne, nicht früher entstanden sei; ihr 9tes Jahr könne nicht auf den Anfang seiner Regierung, sondern nur auf die Vermählung des Ptolemäus mit Cleopatra, der Tochter Antiochus des Gr. gedeutet werden[294]. Es ist bereits bemerkt[295], dass Polybius[296], welchen Cousinery hier im Auge hat, von einem andern Aufruhr aus späterer Zeit spricht, und aus der Inschrift selbst erhellt aufs deutlichste, dass der König noch unverheirathet [69] war, als sie entstand[297]. Nicht besser begründet ist die Behauptung Saint-Martin’s, nach welcher Ptolemäus von seinem Vater mehrere Jahre vor dessen Tode zum Mitregenten ernannt war[298].
20. Εφ ιερεως αετου του αετου.) In der ersten, in London besorgten, Abschrift ist durch ein Versehen αετου του δε αετου gesetzt, worauf schon Heyne[299] und Ameilhon[300] aufmerksam gemacht haben; auch im Account of the Rosetta stone[301] findet sich die richtige Lesart. Demnach ist der Vater des Priesters genannt, während in der erwähnten Urkunde auf Papyrus sogar der Name des Priesters selbst fehlt[302]. Ob Aetos[303] oder Aetes[304] die richtige Form des Wortes sei, welches auch in der von Jomard zu Cairo gefundenen Inschrift nur im Genitiv vorkommt[305], lässt sich eben so wenig entscheiden, als es gleichgültig ist; nur darf man Aetos nicht durch Adler übersetzen; Heyne entschloss sich dazu[306], weil er glaubte, dass es ein Würden-, nicht ein Eigenname sei, folglich Bezeichnung eines Priesterthums im Allgemeinen, wie man sie bei den Mysterien der Alten mit Unterdrückung der Eigennamen finde[307]. Vielleicht dachte er an Porphyrius, [70] welcher diess von den Mithra-Mysterien sagt[308]. Figur und Name des Adlers wurden von den Aegyptiern, bei welchen er nach Champollion Pakhom hiess[309], allerdings auch sinnbildlich gebraucht; man nannte den Nil Adler, griech. Ἂετος, welches sich unter den Copten im Mittelalter in Pi-autes oder Autes verwandelte[310], und zwar wegen der Heftigkeit seiner Strömung, wenn man diess aus Diodor und ändern, durch Einmischung griechischer Mythen widerlich gewürzten, Nachrichten abnehmen darf[311]; auch erscheint Aetos als Bei- oder Ehrenname, z. B. des Königs Pyrrhus von Epirus[312]. Allein es ist in der Inschrift so wenig von Mysterien die Rede, als eine Beziehung auf den Adler Stadt findet, welcher sich auf dem Rücken des Apis zeigte[313], oder auf den Adler auf der Kehrseite der Lagiden-Münzen, oder auf den, welcher nach einer Sage Ptolemäus 1. als er in seiner Kindheit ausgesetzt war, mit dem Blute von Wachteln nährte und jenes Gepräge veranlasst haben soll. Vielmehr ist Aetos hier Eigenname des Priesters, wie im Folgenden Pyrrha, Philinus, Ptolemäus u. s. w. Eigennamen sind[314]. Als Würdenname könnte es auch in der Urkunde auf Papyrus nicht fehlen, welches der Fall ist, wie schon bemerkt wurde. Die Sitte der Griechen, in öffentlichen Urkunden die Zeit durch Priesternamen zu bestimmen[315], ist hier obgleich es schmerzlich sein musste, [71] an der Spitze dieses Beschlusses Fremde zu nennen, welche überdiess in Alexandrien lebten, wie durch die Urkunde auf Papyrus v. J. 104 fast zur Gewissheit wird[316]. Die ägyptischen Priester, in deren Kaste der Einzelne nur als Theil des Ganzen gelten und bestehen sollte, nennen sich weiterhin bloss nach Classen oder Würden[317].
21. Αλεξανδρου.) Die Worte Αλεξανδρου bis Επιφανους L. 5. finden sich auch in der oft erwähnten Urkunde v. J. 104, nur ist dort θεων Επιφανων gesetzt und damit Cleopatra eingeschlossen, mit welcher Epiphanes sich erst nach der Weihe in Memphis vermählte. Auf diese Urkunde sowohl als auf unsere Inschrift ist die Bemerkung anwendbar: „Alle (hier aufgeführten Beherrscher von Aegypten) werden Götter genannt, mit Ausschluss des Alexander, bei welchem die Benennung Gott fehlt, weil er bei seinem eigenen Namen genannt ist, die andern aber nur durch Hülfe des göttlichen Attributs umschreibend bezeichnet werden“[318]. Er hatte als Gott keinen Beinamen, wodurch er ohne Hinzufügung des Eigennamens kenntlich geworden wäre, und gebrauchte man diesen, so konnte man ihn nicht Gott nennen; als solcher erscheint er aber dennoch, da ein Priester erwähnt wird, welchen er mit den vergötterten Ptolemäern gemein hatte. Dass Ptolemäus 1. die Aegyptier gezwungen habe, Alexander göttliche Ehre zu erweisen, wie behauptet ist[319], lässt sich nicht darthun, und ist sogar unwahrscheinlich. Aber die Priester sahen sich ohnediess dazu aufgefordert. Denn Ptolemäus Lagi, welcher sich, gar bald von dem macedonischen Königshause unabhängig [72] machte, und nur zum Schein und auf eine kurze Zeit eine Aere des Philippus Arrhidäus einführte, wollte doch gern als Nachfolger Alexanders betrachtet sein, wie er auch bei Appian[320]: ὁ δευτερος Αἰγυπτου βασιλευς μετ’ Ἀλεξανδρον genannt wird. Eine Verwandtschaft mit ihm, welche Curtius annimmt[321], erkannte er nicht an, entweder, weil er sich wirklich nicht für den Sohn Philipps von Macedonien hielt, welcher ihn mit Arsinoe erzeugt und diese während ihrer Schwangerschaft mit Lagus, einem Macedonier von nicht vornehmem Stande verheirathet, hatte, oder weil er es vorzog, für ehlich geboren zu gelten, obgleich er nach überwiegenden Gründen Alexanders natürlicher Bruder war[322]. Wie aber die Könige von Macedonien auf ihre argivische, oder überhaupt griechische, Abkunft einen grossen Werth legten, so hörten die Lagiden sich gern Macedonier nennen: Ἐχαιρον γαρ δη Μακεδονες οἱ ἐν Αἰγυπτῳ καλουμενοι βασιλεις, καθαπερ γε ἠσαν[323], und nannten sich auch selbst so, unter andern der Erste auf einem Weihgeschenke zu Olympia: Μακεδονα δε αὑτον ὁ Πτολεμαιος ἐν τῳ ἐπιγραμματι ἐκαλεσε βασιλευων ὁμως Αἰγυπτου[324]. Die Dichter verbanden solche Winke, daher singt Callimachus von dem erhabenen Geschlechte;
ᾡ ὑπο μιτρην
Ἱξεται οὐκ ἀεκουσα Μακηδονι κοιρανεεσθαι
Ἀμφοτερη μεσογεια και αἱ πελαγεσσι καθηνται·[325]
und auch der Hof und die Priester verstanden sie, und Alexander, welcher den macedonischen Namen [73] am meisten verherrlicht und so vielen Dynastien das Dasein gegeben hatte, erhielt bleibend seinen Platz an der Spitze der neuen ägyptischen, wie es schien, mit um so mehr Recht, da Ptolemäus Lagi seinen Körper, wenn auch aus politischen Gründen und auf eine betrügerische Art[326], von Babylon nach Alexandrien, nicht, wie Pausanias gegen das einstimmige Zeugniss vieler andern sagt[327], nach Memphis gebracht, ihm als Heros geopfert und ihm zu Ehren prachtvolle Spiele angeordnet hatte. Er erbaute ihm eine Grabstätte, welche nach ihm benannt wurde[328], und bei den Alten auch σημα[329], conditorium[330], sacrata adyta[331] heisst, und dann zugleich den Ptolemäern zum Begräbnissorte diente, und gab ihm einen goldenen Sarg; diesen vertauschte der geldgierige Seleucus Cybiosactes, bei Strabo Ptolemäus Cocce’s Sohn oder Parisactos[332], gegen einen gläsernen. Wenn es demnach Ptolemäus Lagi Absicht auch nicht war, Alexander Anubis und Osiris zuzugesellen[333], so setzte er ihn doch mit seiner Dynastie in eine solche Beziehung, dass man diese nicht vergöttern konnte, ohne ihn einzuschliessen.
22. Και θεων σωτηρων.) Ptolemäus 1. Lagi und dessen Gemahlinn Berenice. In umgekehrter Ordnung, von Epiphanes bis Soter zurück, werden die Ptolemäer weiterhin nochmals genannt[334]. Man [74] Hoc quantum est? ita magnum, ut latino uno verbo exprimi non possit. Is est nimirum Soter, qui salutem dedit[335]. Wenn demnach Christus im N. T. als Erretter angekündigt wird, so scheint sich diess nicht bloss auf den unglücklichen Zustand der Völker im Allgemeinen zu beziehen, sondern auch auf den Missbrauch dieses Namens. Nach Chishulls Bemerkung hatte man Nero σωτηρ της οικουμενης genannt, als Paulus an die Christen in Philippi schrieb, gedrückte Provincialen des Römer-Staates: Ἡμων – το πολιτευμα ἐν οὐρανοις ὑπαρχει, ἒξ οὑ και σωτηρα ἂπεκδεχομεθα Κυριον Ἰησουν Χριστον[336].
23. Και θεων αδελφων.) Ptolemäus 2. und dessen Schwester und zweite Gemahlinn Arsinoe. Der König wird nur von Schriftstellern Philadelphus, der Schwesterliebende, genannt[337], und nie auf Münzen oder öffentlichen Denkmälern, ohne Zweifel, weil das Wort auch den Bruderliebenden bezeichnet und daher für Spott gelten konnte: denn er tödtete seinen rechten Bruder Argäus, wie man sagte, wegen Nachstellungen[338], und einen Halbbruder, der die Cyprier zum Abfalle zu bringen suchte und dessen Namen Pausanias[339] übergeht; Champollion[340] nennt ihn unrichtig Meleager; dieser war ein Sohn Ptolemäus 1. von Thais aus Athen, und jener von Eurydice. Auch hiess kein anderer Lagide Philadelphus. Bei Eusebius[341] muss in der Stelle aus Porphyrius: Πτολ. ὁ φιλαδ. (Ptol. 8. Lathurus) nach Champollions richtiger Bemerkung[342] ὁ ἀδελφος αὐτου (Ἀλεξανδρου) gelesen werden, und [75] wenn Ptolemäus 11. Auletes auf einem Obelisk zu Philä Philadelphus heisst[343], so ist diess Prädicat so wenig als das vorhergehende Philopator ein Beiname; auch erfährt man nicht, dass er sich irgend um seinen Bruder Ptol. auf Cyprus verdient gemacht habe, während Attalus 2. König von Pergamus wegen seiner Treue gegen seinen Bruder Eumenes 2. den Namen Philadelphus mit Recht führte.
Arsinoe war keines Brudermordes schuldig; da mithin keine Zweideutigkeit darin liegen konnte, setzte man auf Münzen[344] und bei öffentlichen Verhandlungen, z. B. in unserer Inschrift[345] und in der Urkunde auf Papyrus[346], Αρσινοης φιλαδελφου, nicht: A. Gemahlinn des Philadelphus, sondern die Bruderliebende, wie Ptolemäus 5. Evergetes Gemahlinn Evergetis hiess, wobei nicht zu übersehen ist, dass gegen die Regel der Ehrenname den Grund in ihr selbst, in ihrer Liebe zu Ptolemäus hat, keinesweges als bloss auf sie übertragen betrachtet werden darf. In Inschriften und in andern öffentlichen Urkunden und auf Münzen heissen beide θεοι ἀδελφοι[347], umschrieben, die göttlichen, auch durch das Band der Ehe vereinigten Geschwister. Kann man nun Philadelphia, von Arsinoe gebraucht, nur auf ein Verhältniss zu ihrem Bruder beziehen, so darf es auch, von diesem gebraucht, nur auf ein Verhältniss zu ihr bezogen werden, nicht aber wollte er sich dadurch das Ansehen geben, als [76] ob er seine Brüder zärtlich geliebt habe[348], oder etwa seine Versöhnlichkeit gegen seinen Halbbruder Ptolemäus Ceraunus beweisen, welcher nur nach Vaillant, der diess behauptet[349], auf einen Vergleich antrug, obgleich Ptolemäus 2. einen ihm gebührenden Thron einnahm. Bei diesen Erfindungen ist überdiess vergessen, dass Fürsten, und so auch die Lagiden, sich Ehrennamen nicht selbst gaben.
Es scheint ferner schon in der Benennung: Götter Adelphen, der Beweis zu liegen, dass nur eine Schwester des Königs gemeint sein könne. Er vermählte sich zwei Mal: zuerst mit Arsinoe, der Tochter des Lysimachus, Königs von Thracien, welcher als Wittwer Arsinoe, eine Tochter Ptolemäus 1. von Berenice, und folglich eine leibliche Schwester Ptolemäus 2. heirathete. Nach Lysimachus Tode zwang sie ihr Halbbruder Ptolemäus Ceraunus zu einer Verbindung mit ihm, er tödtete dann aber ihre beiden Söhne aus der ersten Ehe, Lysimachus und Philippus, und schickte sie nach Samothracien ins Exil[350], worauf Ptolemäus 2. sie zur Gattinn wählte, nachdem er die erste Arsinoe, die Stieftochter der zweiten, verstossen hatte.
Diese zweite Ehe des Königs hielt Harduin[351] für eine lächerliche Erdichtung. Er erinnerte sich nicht, als er die Unächtheit des adulitanischen Monuments daraus folgerte, dass Sotades die Adelphen wegen dieser Heirath in einem schmutzigen Verse gebrandmarkt und mit dem Leben dafür gebüsst hatte[352], und dass Arsinoe selbst sie durch die Feier [77] des Adonis-Festes gewissermaassen zu rechtfertigen suchte[353]; denn allerdings war diess in der Dynastie der Lagiden das erste Beispiel des Incests und den Griechen und Macedoniern sehr anstössig[354]. Nicht so den Aegyptiern, bei welchen Ehen zwischen Geschwiftern herkömmlich waren[355], deren Hauptgottheiten, Osiris und dessen Schwester Isis, sogar in einer solchen Verbindung, und wegen ihres Vorganges gleichsam als Stifter jeder ähnlichen gedacht wurden[356]. Schmeichler am Hofe mochten Apollo und Artemis nennen, die θεοι ἀδελφοι, wie sie auf den delischen Münzen hiessen, und Schmeichler unter den ägyptischen Priestern Landesgötter als Adelphen vorstellen, um das Wort zu weihen und durch die Erinnerung an die Gottheit des königlichen Paars das Verbrechen der Blutschande bei Nicht-Aegyptiern ins Vergessen zu bringen. So findet man auf einem Relief Anubis zwischen dem Amun- und Apiskopfe und über diesen Figuren die Worte: θεοι ἀδελφοι, und unter ihnen: συνθρονοις τοις ἐν Αἰγυπτῳ θεοις ἰσιας ἀρχιερευς ἀνεθ.[357]. [78] Nur scheinbar unabhängig von dieser Untersuchung ist die andere, ob der Ehrenname Adelphen die erste oder zweite Arsinoe angehe. Die Gelehrten, welche jener den Vorzug geben, nehmen die Regel an, dass, wenn ein Lagide sich mehrmals verheirathete, jede Königinn mit ihrem Gemahle die göttliche Ehre genoss, dass aber nach der Ehe und dem Tode des Gemahls diese Ehre nur für die fortdauerte, welche den Thronerben geboren hatte[358]. Nun erzeugte Philadelphus mit der ersten Gemahlinn Ptolemäus 3. Evergetes, von seiner Schwester hatte er keine Kinder, dennoch ist diese die Vergötterte, deren unsere Inschrift gedenkt. Denn einmal würde die Benennung Adelphen für die erste Arsinoe, welche nicht Ptolemäus Schwester war, ganz unpassend gewesen sein. Sagt man, nicht mehr, als Sotera, Evergetis u. s. f. für andere Königinnen, Namen, welche bloss auf sie übertragen wurden, so beweist: A. Philadelphus, dass hier bloss von einer Uebertragung nicht die Rede sein könne, und wie konnte die erste A. die Bruderliebende heissen? Ferner wissen wir, dass zwischen dieser und dem ausschweifenden Ptolemäus von dessen Buhlerinnen die Alten neun namentlich aufführen, ein inniges Verhältniss nicht Statt fand, dass er dagegen seine Schwester, und nicht ohne Erwiederung, sehr liebte und sie nach ihrem Tode, da sie vor ihm starb, auf alle Art zu ehren suchte. Endlich wird zwar Evergetes ein Sohn der Adelphen genannt, welches für die erste A. seine Mutter zu zeugen scheint, allein diesen Einwurf, dessen sich Beger gegen die Aechtheit der Inschrift von Adule bediente[359], hat bereits Chishull[360] durch die Bemerkung [79] entkräftet, dass die zweite A. nach dem Scholiasten des Theocrit die Kinder ihres Gemahls von der ersten adoptirte[361].
24. Και θεων ευεργετων.) Ptolemäus 3. und dessen Gemahlinn Berenice. Die Ehrennamen der beiden ersten Lagiden mochten den Priestern sehr gleichgültig sein, für den dritten hatten ihn nach Hieronymus[362] die Aegyptier selbst gewählt, weil er aus dem Kriege mit Seleucus 2. Callinicus, Könige von Syrien, um 243 v.Chr. 2500 kostbare Gefässe und Götterbilder und unter diesen auch solche zurückbrachte, welche von Cambyses geraubt waren. Ob man den König als den „wohlthätigen Gott“ Osiris an die Seite setzen wollte, und bei dieser Benennung überhaupt nur an ihn dachte, lässt sich bei den vielen willkührlichen Erklärungen des Namens Osiris nicht entscheiden. Plutarch versichert, Osiris sei ἀγαθοποιος und sein anderer Name Ὀμφις bedeute εὐεργετης[363]; jener hat ihm aber auch die Bedeutung vieläugig, heilig, oder ist eins mit Sirius mit vorgesetztem, wie es gerade eine beliebige Darstellung seiner Mythen erfordert[364].
Die Gemahlinn dieses Lagiden, Berenice, eine Tochter des Magas, Beherrschers von Cyrene und der ehrgeizigen und verbuhlten Apame[365], wird unter allen ägyptischen Königinnen dieses Namens am häufigsten erwähnt, sowohl als eine der klügsten und entschlossensten und wegen der ungewöhnlichen Umstände, [80] unter welchen sie verheirathet wurde, als wegen ihres Haars, welches Schmeichler unter die Sterne versetzten, und wegen ihres Sieges zu Olympia[366]. Sie wurde auf Veranstaltung ihres Sohns Philopator und auf den Rath des Sosibius und Anderer, verhaftet und nahm im Gefängnisse Gift. Der König bereute die That, und weihte ihr in Aegiala als Rettungs-Göttinn einen Tempel[367].
In der folgenden Zeile[368] wird sie Evergetis genannt, und so muss auch bei Eratosthenes[369] Πλοκαμοι Βερενικης Εὐεργετιδος, nicht Εὐεργετου mit hinzugedachtem γυναικος, gelesen werden, wie Villoison[370] gegen dessen Herausgeber Schaubach und gegen Eckhel[371] bemerkt hat.
25. Και θεων φιλοπατορων.)[372]
L. 5.
25. Και θεου (L. 5.) επιφανους.) Ἐπιφανης, was in die Augen fällt, leicht bemerklich, sichtbar ist[373] – was gesehen zu werden verdient, ansehnlich; auf vornehmen Stand bezieht es sich bei Philo[374]; auf Pracht und Ruf, von einem Tempel gebraucht, bei Pausanias[375]; auf Umfang und Macht [81] der Städte bei Diodor Sic.[376], und auf den Zustand eines Landes, welches mit Glanz umgeben, beneidenswerth geworden ist, in unserer Inschrift[377]. Als Ehrenname eines vergötterten Königs kann es nur auf einen praesens conspicuusque deus[378] gedeutet werden. Wie man in der Dämonenlehre Erscheinungen der Geister annahm, δαιμονια φασματα, oder θεοπτιαι, wobei man an einem feurigen Glanze oder irgend einem andern Zeichen die Nähe der Dämonen erkannte, und wie man in alten Mythen vom Wandeln und Verweilen der Götter auf der Erde sprach; so schrieb man dem Gotte eine ἐπιφανεια oder eine μετουσια, eine ὀψις ἐπιφανεισα[379] zu, welcher durch Aeusserungen seiner Macht, besonders durch grosse Wohlthaten seine Gegenwart oder Nähe ankündigte. Die Vestalinn Aemilia, welcher das heilige Feuer erloschen war und deshalb eine harte Strafe bevorstand, betet zu Vesta: ἐπιφανηθι μοι και βοηθησον γε, nahe mir hülfreich, rettend! es bricht aus der todten Asche eine Flamme hervor, und man erkennt darin die ἐπιφανεια der Göttinn[380]. Wenn Isis, die Heilende, Kranken während des Schlafes in ihrem Tempel half, war sie φανερως ἐπιδεικνυμενη την τε ἰδιαν ἐπιφανειαν[381].
Auch Ptolemäus 5. ist ἐπιφανης, ein Gott, welcher sich als solcher zeigt, offenbart, aus seinen Werken erkannt wird, ein hülfreicher Gott, der seine Macht anwendet, Tempeln und Priestern Gutes zu erweisen; daher immer der Zusatz εὐχαριστος [82] [382]Beachtet man die versteckten Ausfälle, nicht bloss auf den Vater des Königs[383], sondern auf seine Vorfahren überhaupt, welche ja alle Lasten, wovon er die Priester ganz oder zum Theil befreite, ihnen aufgelegt oder doch nicht abgenommen und für den Cultus und die heiligen Thiere insbesondere weit weniger gethan hatten[384], und ihm deshalb auch an Ehrenerweisungen nachstehen sollten[385], so wird der Sinn jener Benennung vollkommen deutlich[386], folgende Stelle im Athenäus scheint wie zur Erläuterung der unsrigen geschrieben zu sein: – – χαιρε – – ἀλλοι μεν ἠ μακραν γαρ ἀπεχουσαν θεοι, ἠ οὐκ ἐχουσιν ὠτα ἠ οὐκ εἰσιν ἠ οὐ προςεχουσιν ἡμιν οὐδε ἑν. σε δε παρονθ’ ὁρωμεν, οὐ ξυλινον, οὐδε λιθινον, ἀλλ’ ἀληθινον[387].
27. Ευχαριστου.) Εὐχαριστος entspricht in der spätern Gräcität φιλοδωρος[388] und μεγαλοδωρος[389] und findet sich in der Bedeutung von liberalis auch bei [83] Diodor. Sic.[390]. Ptolemäus hatte sich um die Tempel grosse Verdienste erworben, κατα πολλα εὐεργετηκεν τα θ’ ἱερα κ. τ. λ.[391], weit mehr als sein Grofsvater, welchen man aus einem ähnlichen Grunde Evergetes genannt hatte, daher man diesen Ausdruck hier vermied. Jenen erkannte man aus seinen Werken als einen milden, wohlthätigen Gott, seine so sichtbar beurkundete Macht war eine seegensreiche, ἀγαθοποιος δυναμις, wie sie Osiris zugeschrieben wird[392]. So oft die Priester den König Epiphanes nennen, fügen sie εὐχαρ. hinzu[393], daraus folgt aber nicht, dass auch dieses Beiname sein sollte, wie Champollion behauptet[394], obgleich man es in andern Inschriften zuweilen beibehielt[395]. Er erwähnt diess als das erste Beispiel, dass ein Lagide zwei Ehrennamen bekam; allein nie gaben dieselben zwei, sondern es traf sich nur, dass ein König von verschiedenen verschieden benannt wurde, z. B. Ptolemäus 8. von den Aegyptiern Philometor, und von den Griechen Soter. Auch fehlt εὐχαρ. in einer Inschrift, welche zu Cairo gefunden ist[396].
28. Αθλοφορου· βερενικης ευεργετιδος πυρρας της φιλινου.) Villoison[397] und Weston[398] haben die Wörter dieser Zeile so zusammengestellt:
Ἐπιφανους εὐχαριστου ἀθλοφορου
Βερενικης εὐεργετιδος πυρρας της φιλινου κανηφορου
[84]
Ἂρσινοης φιλαδελφου ἀρειας της διογενους ἱερειας
Ἀρσινοης φιλοπατορος εἰρηνης (L. 6.) της πτολεμαιου (ἱερειας).
Ehe ich eine andere Bearbeitung der Inschrift vergleichen konnte, als Heyne’s flüchtig hingeworfenen Bemerkungen, bestimmte ich mich für folgende Abtheilung, welche ich auch jetzt noch für die richtige halte:
Αθλοφορου βερενικης ευεργετιδος πυρρας της φιλινου
Κανηφορου αρσινοης φιλαδελφου αρειας της διογενους
Ιερειας αρσινοης φιλοπατορος ειρηνης της πτολεμαιου.
Bei diesem Verfahren wird der Inschrift und der Geschichte kein Zwang angethan, wie sich aus der Erläuterung des einzelnen ergeben wird. Im Allgemeinens spricht dafür, dass L. 4. εφ ιερεως voransteht, unbestritten vor den Namen der vergötterten Könige, und hier die ähnlichen Bezeichnungen αθλοφ. κανεφορ. ιερειας dieselbe Stelle erhalten; dass ferner die Bezeichnung für Irene nicht fehlt, während Villoison ἱερειας hinzudenkt. Er sagt, die Wiederholung von ἱερ. würde unnütz und widrig gewesen sein; warum sich in den Fall setzen, sie hinzudenken zu müssen, und warum annehmen, dass die Würde bei diesem Namen nicht angegeben sei, wie bei den andern? Athlophoros will er nicht zu Pyrrha ziehen, weil man sie ohnediess durch Canephoros bezeichnet habe; diess ist aber eben die Streitfrage, und wenn bei den Spielen des Philadelphus Lagiden den Siegeskranz erhielten[399], wie folgt daraus, dass Athlophorus ein Beiname für sie wurde, und gar für die Dynastie, und als solcher auf Epiphanes überging, welches Villoison behauptet? Er wird weder dessen [85] Ahnen gegeben, noch kommt er in der Inschrift bei seinem eigenen Namen wieder vor. Villoison konnte hier das Rechte nicht wohl finden, weil er Berenice für Ptolemäus 2. Tochter hält, welche mit Antiochus 2. Theos, König von Syrien, verheirathet war[400].
Berenice Evergetis war die Tochter des Magas und der Apame, und jener, Statthalter, dann Beherrscher von Cyrene, der Sohn von Berenice, der Gemahlinn Ptolemäus 1. aus ihrer ersten Ehe mit Philippus, einem Macedonier[401], wie Apame eine Tochter Antiochus 1. von Syrien[402]. Schon früh zeigte die cyrenäische Berenice Muth und Entschlosenheit. Als ihr Vater einst im Felde die Flucht ergriff, schwang sie sich auf ein Pferd, und brachte das Heer zum Stehen, welches zum Siege führte. Mit gleicher Kühnheit bahnte sie sich den Weg zur Verbindung mit Ptolemäus 3., indem sie Demetrius, welchen Apaime ihr bestimmt und dann sich zum Buhlen gewählt hatte, in deren Armen tödten liess. Auf beide Handlungen bezog sich der Name der Hochherzigen, welchen Callimachus ihr gab, und die Stelle in der Nachbildung bei Catull insbesondere auf die letzte:
– – – – – Atqui ego certe
Cognoram a parva virgine magnanimam.
Anne bonum oblita es facinus, quo regium adepta es
Conjugium, quod non fortior ausit alis?[403]
[86] Villoison zweifelt; ein schmeichelnder Dichter könne an einen so schrecklichen Mord nicht haben erinnern wollen[404]. Möchte jeder Zweifel sich so leicht heben lassen. Demetrius war ein Nichtswürdiger, und Apame, welche die Vermählung ihrer Tochter mit Evergetes auf alle Art zu hindern suchte, dann mit Demetrius, deren Verlobten, buhlte, sich stets als eine Feindinn Aegyptens zeigte und es noch zuletzt in einen Krieg mit Antiochus 2. von Syrien verwickelte, konnte wohl am alexandrinischen Hofe nicht ein Gegenstand zarter Schonung sein; überdiess hatte ihre Tochter ihr selbst nicht nachgestellt. Auch davon abgesehen wusste der Dichter, welchen nach Villoison’s eigener Meinung Catull hier bloss übersetzte, am besten, was er schreiben durfte.
Aber Berenice konnte deshalb, als Evergetis vergöttert, keine Athlophore zur Priesterinn erhalten, so wenig als wegen ihres Haars, welches nach der Erklärung des Mathematikers Conon unter die Sterne versetzt war, obgleich Ameilhon dies vermuthet[405], sondern jenes Priesterthum bezieht sich auf einen Sieg in den olympischen Spielen, zu welchen sie Pferde schickte[406]. Das Gesetz, welches Frauen als Preisbewerberinnen ausschloss, beschränkte sich auf unmittelbare Theilnahme[407]. [87] 29. Κανηφορου αρσινοης φιλαδελφου αρειας της διογενους.) Die Liebe Ptolemäus 2. zu seiner Schwester Arsinoe verleitete ihn, sich mit ihr zu verheirathen und sie im Leben und nach dem Tode auf eine ausgezeichnete Art zu ehren, worin die Griechen mit ihm wetteiferten, um den Fürsten des reichen Handelsstaates zu gewinnen[408]. In ihrer letzten Krankheit mahnte sie ein Traum, dass der Raub eines Dianenbildes in Syrien die Ursach ihres Todes sein werde; es wurde zurückgeschickt, aber sie starb[409]. Ptolemäus war untröstlich. Er liess den Bau eines Tempels der Arsinoe in Alexandrien anfangen, welcher indess nie vollendet wurde[410]; einen andern erbaute man auf dem Vorgebirge Zephyrium, wo sie als Aphrodite Zephyritis verehrt werden sollte[411]. Als solche war sie insbesondere die Göttin schöner, mannbarer Jungfrauen, welche Artemis Dienste mit dem Geschenke eines Körbchens entsagt hatten, um nun von Aphrodite (ζευκτηρια, νυμφιδια) durch das Band der Liebe gefesselt zu werden. Sie hatte die Adonien nach Alexandrien verpflanzt[412], und wohl mochten sie ihr zu Ehren fortdauern und bei dem Aufzuge eine [88] schöne Jungfrau, wie Canephoren zu sein pflegten, das Körbchen mit dem heiligen Geräthe auf dem Kopfe tragen und in der linken, wie die Statuen der Königinn, ein Füllhorn, ῥυτον, von welchem Theocles in seinen Ithyphallen sang[413].
30. Ιερειας αρσινοης φιλοπατορος ειρηνης (L. 6.) της πτολεμαιου.) Die Ahnen des Epiphanes werden in der Inschrift sonst nach der Zeitfolge in ab- oder aufsteigender Linie genannt[414], in unserem Abschnitte findet man dagegen die Gemahlinn Ptolemäus 3. zuerst erwähnt, weil dieser vor Epiphanes sich um die ägyptischen Priester am meisten verdient gemacht hatte[415], dann die Gemahlinn des zweiten und darauf die des vierten[416]. Berenice Sotera ist ganz übergangen, wohl nicht, wie Combe meint[417], welcher hier alles auf das Adonisfest bezieht, weil dieses erst von Arsinoe Philad. eingeführt wurde, und für Berenice deshalb keine Priesterinn dabei angestellt werden konnte, wie bei Lebzeiten ihrer Nachfolgerinnen bleibend für diese; es scheint vielmehr, dass zu Ptolemäus 1. Zeit die Kunst zu schmeicheln in Aegypten noch nicht genug fortgeschritten war, um die Königinn auf diese Art auszuzeichnen; der Priester Alexanders und der Götter Soteren genügte[418].
Die Namen der Priesterinnen sind nicht bildliche, sondern Eigennamen; am wenigsten kann in dieser Hinsicht über Irene Zweifel Statt finden, das [89] Wort kommt in der spätern ägyptischen Geschichte sehr oft vor. So hiess die Buhlerinn Ptol. 7. Evergetes 2. Irene[419]. Ptolemäus, wie hier der Vater der Priesterinn genannt wird, war ebenfalls ein unter den Macedoniern sehr gewöhnlicher Name, ein für die Geschichte des ersten Lagiden und selbst Alexander des Gr. nicht sehr erfreulicher Umstand. Auch in Aegypten gab es ausser der königlichen Familie mehrere Ptolemäer; Apion bezog sich auf einen Ptolemäus, welcher eine Geschichte der ägyptischen Könige in drei Büchern geschrieben hatte[420], merkwürdig genug ein mendesischer Priester, vielleicht derselbe, welcher als Geschichtschreiber des Philopator erwähnt wird, und ein Sohn des Agesarch war[421].
Die neuen priesterlichen Würden wurden Personen von vornehmem Geschlechte verliehen, da deren Väter genannt werden. Ohne Zweifel waren solche Eindringlinge den altpriesterlichen Geschlechtern verhasst und am meisten die Priesterinnen; aber sie konnten es nicht vermeiden, sie zu erwähnen. Aegypten hatte vor der Regierung der Lagiden keine Priesterinnen, wie aus Herodot erhellt[422]; wenn er von zwei thebaischen Priesterinnen spricht, welche von Phöniziern entführt seien[423], so dachte er wohl nur an Frauen von Priestern, und die Danaiden, welche angeblich die Thesmophorien nach Griechenland verpflanzten[424], waren als Königstöchter dazu [90] im Stande. Herodot widerspricht sich nicht, und Juvenal[425] und Persius[426] schreiben nur in Beziehung auf den ägyptischen Cultus in Rom von Priesterinnen. Durch die Monumente wird Herodot eben so wenig widerlegt, obgleich Caylus[427] diess zu glauben geneigt ist. Bei dem häuslichen [428] und Volks-Cultus[429] waren allerdings auch Frauen beschäftigt, aber von Priesterinnen finden sich erst unter den Lagiden sichere Spuren. Bereits im Aufzuge des Dionysus, welchen Ptol. 2. veranstaltete, folgten Priester und Priesterinnen der Statue des Gottes[430].
L. 6.
31. Μηνος ξανδικου τετραδι αιγυπτιων δε μεχειρ οκτωκαιδεκατῃ.) Die Priester geben hier die Zeit eines Ereignisses in derselben Absicht nach dem macedonischen und ägyptischen Kalender an, welche sie bestimmte, griechische und ägyptische Götternamen neben einander zu stellen[431]. Da man am Hofe die macedonischen Monatsnamen beibehalten hatte, so datiren sie, eben so gefügig als eigennützig, zuerst nach diesem Kalender, erinnern aber sogleich an den ägyptischen, als Vorbereitung auf das Folgende, wo er nun allein gebraucht werden soll[432], wie die verhassten griechischen Götternamen gleich nach dem Anfange der Inschrift verschwinden. Für die Chronologie ist diese doppelte [91] Zeitbestimmung von grosser Wichtigkeit, wenn sie auch nicht zur Herstellung des ganzen macedonischen Kalenders führen sollte, wie Champollion hofft[433]. Sie beweist auch, dass Alexander die Jahrform seines Erbreiches in Aegypten wie in Asien eingeführt und dort die Regierung sie beibehalten hatte. Man begreift kaum, wie Champollion aus der Inschrift von Rosette das Gegentheil schliessen, wegen des ägyptischen Simultan-Datum glauben konnte, der Eroberer habe mit Aegypten eine Ausnahme gemacht[434]. Es ist diess einer von den wenigen Puncten, worin Saint-Martin ihm mit Recht widerspricht[435]. Aus der Inschrift erhellt nur, dass es den Eingebornen gestattet war[436], sich in ihren besondern Angelegenheiten des alten Kalenders zu bedienen, und namentlich den Priestern, welche die Zeit ihres Beschlusses nicht auch nach dem macedonischen bestimmt haben würden, wenn nicht die Rücksicht auf den Hof sie dazu genöthigt hätte.
Der Xanthicus, oder in der Dialektform, welche sich auch sonst findet[437], Xandicus, war in dem macedonischen Mondjahre von 354 Tagen der sechste Monat. Welchem Tage des julianischen Kalenders, zurück gerechnet, der vierte Tag desselben entspricht, lässt sich bei unserer Unbekanntschaft mit der macedonischen Jahrform nur aus dem hinzugefügten ägyptischen Datum abnehmen. [92] In der Reihe der ägyptischen Monate war der Mechir[438] der sechste und nahm mit dem 151sten Tage des Jahres den Anfang[439]. Der 18te Mechir im 9ten Jahre der Regierung des Epiphanes[440], oder der Zeitpunct, wo der König in Memphis geweiht wurde und diese Inschrift entstand, war nach dem julianischen Kalender der 27ste März des J. 195 v. Chr.[441]. Obgleich Champollion[442] und der Verfasser eines Aufsatzes im Classical Journal[443] diesen Zeitpunct in das J. 196 v. Chr. setzen, so mussten ihre Berechnungen sie doch auf den 27sten März führen, weil beide Jahre, 196 und 195, am 11ten October anfiengen[444]. Saint-Martin dagegen setzt ihn ganz gegen die Geschichte[445], in der Meinung, Epiphanes sei schon drei Jahre vor dem Tode seines Vaters zum Mitregenten angenommen, in das Jahr 199, und berechnet gleichwohl, dass nur einmal, nur in diese m Jahre, der 4te Xanthicus mit dem 18ten Mechir habe zusammenfallen können, und dem 28sten März entspreche[446]. [93] 32. Οι αρχιερεις.)[447] Die ägyptische Priesterkaste, το συστεμα των ἱερων[448] oder ἱερα ἐθνη[449], deren Fortdauer bis auf Ptolem. 5. Zeit nach unserer Inschrift nicht zweifelhaft sein kann, wie viele Veränderungen sie auch übrigens erfahren haben möchte, bildete mit den Tempeldienern, ὑπηρεται[450], so viele besondere Priesterschaften oder Tempelsysteme, als es Götter oder heilige Thiere gab. Denn nicht ein einzelner, sondern viele waren bei jedem Tempel beschäftigt, mit erblicher Würde auch in so fern, als sie nicht an einen andern versetzt werden konnten: Ἱραται δε οὐκ εἱς ἑκαστῳ των θεων, ἀλλα πολλοι, των εἱς ἐστι ἀρχιερευς[451]. Οὐ γαρ – εἱς ἀνηρ ἠ μια γυνη την ἱεροσυνην παρειληφεν, ἀλλα πολλοι περι τας των θεων θυσιας και τιμας διατριβουσι, και τοις έγγονοις την ὁμοιαν του βιου προαιρεσιν παραδιδοασιν[452].
Diese Systeme unterschieden sich durch den Cultus, dessen Beschaffenheit von den Vorstellungen abhieng, welche man von der Gottheit hatte: Ἡ δε δη ἐξαιρεσις των ἱρων και ἡ καυσις ἀλλη περι ἀλλο ἱρον σφι κατεστηκε[453], aber auch durch ihre andern Einrichtungen und Gebräuche, wie etwa die Klöster der [94] Neuern vieles gemein und doch auch besondere Regeln haben[454].
Nach ihren Verrichtungen theilten sich die Priester in gewisse Classen oder Ordnungen, unter welchen folgende am häufigsten erwähnt werden: die Propheten, Stolisten, Hierogrammateis, Horologen oder Horoscopen, Hymnoden und Pastophoren[455]. An den Insignien erkannte man, welche Stelle, ταξις[456], jeder bei dem Tempel einnahm; auch werden die Ordnungen oder Abtheilungen selbst ταξεις[457] oder γενη[458] genannt. Ob alle bei jedem Tempel gefunden wurden, lässt sich nicht entscheiden, ein für die Untersuchung unerfreulicher Umstand; einige, wie die Stolisten und Pastophoren, hatten solche Geschäfte, dass sie bei keinem gefehlt zu haben scheinen.
Wie an der Spitze der einzelnen Ordnungen Oberpriester standen, antistites, sacrorum proceres[459], [95] z. B. an der Spitze der Propheten ein ἀρχιπροφητης[460], so hatte das ganze Tempelsystem einen Vorsteher in dem Hohenpriester, ἀρχιερευς[461]. Dass Clemens Alex. den Propheten προστατης του ἱερου[462] nennt, ist einer von den Fällen, wο die alten Schriftsteller durch unbestimmte Ausdrücke es erschweren, die Eigentümlichkeit jeder Art von Priestern zu finden. Die Hohenpriester gehörten keiner Ordnung an, sie waren dem ganzen Tempel, sowohl in Hinsicht auf den Cultus als auf die Verwaltung, vorgesetzt, und werden deshalb auch in unsrer Inschrift zuerst genannt. Vielleicht sind sie und die Oberpriester die ἐπιφανεστατοι ἱερεις, deren Söhne nach Diodor[463] den Pharaonen zum Dienste beigegeben wurden.
33. Και προφηται.) Die verschiedenen Priesterordnungen werden nirgends vollständig oder in gleicher Folge erwähnt, so dass man ihre Zahl und ihren Rang mit Sicherheit bestimmen könnte. Nur darüber kann kein Zweifel sein, dass die Propheten das meiste Ansehn hatten. Die Inschrift nennt sie zuerst, und dadurch gewinnt Clemens Alex. Beglaubigung, wenn er sie in der Beschreibung der Aufzüge als diejenigen auszeichnet, welche den ehrenvollsten Platz einnahmen[464], oder sie vorzugsweise als Philosophen mit den Weisesten unter andern Völkern zusammenstellt[465]. Auch Heliodor, welcher sie sonst selbst zu den Priestern rechnet, deutet durch die Unterscheidung von Priestern und Propheten ihren [96] hohen Rang an[466], und eben so Aristides[467]. Entsprechend heissen sie bei Epiphanius: των ἀδυτων τε και ἱερων ἀρχηγοι[468], und in der erdichteten Darstellung einer Königswahl in Aegypten bei Synesius gilt ihre Stimme so viel, als hundert andere, wenn man von der Einkleidung absieht, eine Bestätigung der Nachrichten anderer Schriftsteller[469].
Dieses Ansehn lässt auf wichtige Verrichtungen schliessen. Sie sind aber so in Dunkel gehüllt, dass es noch niemanden gelungen ist, auf eine überzeugende Art Auskunft darüber zu geben. Mit Jablonski’s Versicherung: Quidam cultum deorum, omnesque illius ritus ordinabant et peragebant, iique prophetarum nomine designari solent[470], ist wenig gewonnen. Oder wenn Schmidt[471] geneigt ist, die Hohenpriester und Propheten, welche die Inschrift von Rosette genau unterscheidet, für dieselben zu halten[472]; wenn er das Vorhersagen der Zukunft der Propheten nennt und hinzufügt: Sacris Scribis aeque ac horoscopis et omnibus aliis Sacerdotibus Aegyptiorum superioris ordinis futuronun vaticinatio tribuebatur, oder behauptet, alle ägyptischen Priester werden mitunter Propheten genannt. Einige Erklärer unserer Inschrift übergehen diesen Gegenstand, und Ameilhon belehrt uns mit wenigem: Les prophetes interprétoient les oracles et les songes[473]. [97] Der Name dieser Gelehrten verbürgt uns, dass die Ursach so unbefriedigender Mittheilungen grösstentheils in wenig ergiebigen Quellen zu suchen sei. Es ist schon von übler Vorbedeutung, dass man sich zunächst an einen Kirchenvater, an Clemens Alex. wenden muss, weil er am ausführlichsten über die Propheten schreibt: Ἐπι πασι δε ὁ προφητης ἐξεισι, προφανες το ὑδρειον έγκεκολπισμενος· ᾡ ἑπονται οἱ την ἐκπεμψιν των ἀρτων βασταζοντες· οὑτος, ὡς ἀν προστατης του ἱερου, τα ἱερατικα καλουμενοι τ βιβλια ἐκμανθανει. Περιερχει δε περι τε νομων και θεων και της ὁλης παιδειας των ἱερεων· ὁ γαρ τοι προφητης παρα τοις Αἰγυπτιοις και της διανομης των προσοδων ἐπιστατης ἐστιν[474].
Folgen wir diesen Angaben, so trug der Prophet vorn im Busen, jedoch nicht ganz verhüllt, einen Wasserkrug. So erscheint ein Priester auf einem alten Relief und Gemälde[475], und der Krug wird auch sonst, zwar nicht in Beziehung auf die Propheten, aber doch auf andere ägyptische Priester erwähnt, und nicht ohne Deutungen, welche vielleicht den Beruf der ersten ins Licht setzen.
Nach Vitruv war dieses Gefäss ein Gegenstand der Verehrung, weil das Wasser der Grundstoff aller Dinge sei und nichts lebendes ohne es bestehen könne[476]. Appulejus hält es für das Bild des höchsten Gottes[477], welches dadurch erläutert wird, dass, wie Plutarch schreibt, nicht bloss der Nil, sondern jede Feuchtigkeit für einen Ausfluss des Osiris galt und deshalb das Wassergefäss bei den Aufzügen zu [98] Ehren des Gottes herumgetragen wurde[478]. Drei Krüge, sagt Horapollo[479], bezeichnen die Nilschwelle und gleichen einem Herzen mit einer Zunge; denn was das Herz für den Körper, ist der Nil für Aegypten, und die Zunge kann nicht ohne Feuchtigkeit sein; die Zahl drei bezieht sich auf die drei Ursachen der Ueberschwemmung u. s. f. Der Nil ist nach Vorstellungen, deren Alter sich nicht bestimmen lässt, sogar eins mit Osiris[480] und der höchste Gott[481], und von Heliodor[482] erfahren wir, dass nur die Propheten die heiligen Bücher über den Nil haben lesen dürfen. Demnach könnte es scheinen, als ob sie Priester des Nils gewesen seien[483], zumal da ihnen nach Clemens Alex. Brodte nachgetragen wurden. Ausser dem Nilwasser, welches [99] nicht bloss äusserst kühl, rein und wohlschmeckend[484], sondern auch sehr nährend war[485], so dass Philadelph. es seiner Tochter Berenice nach Syrien schickte[486], und von welchem die Erhaltung der Aegyptier abhieng, trug man Brodte zur Schau, wie man nach dem Zusammenhange glauben darf, von Nillotus[487], einem Hauptnahrungsmittel für die Armen, oder wie Plinius sagt, für die Hirten, welche aus diesem Lotus Brodt bereiteten[488]. So hatte man auch bei den Juden Schaubrodte, in dem von Clemens Alex. beschriebenen Aufzuge waren sie aber nicht Oblationen, sondern Symbole[489].
Obgleich nun die Verehrung des Nils sich nicht auf Nilopolis beschränkte, wo er einen Tempel hatte[490], so kann man doch die Propheten nicht für dessen Priester halten, auch selbst, wenn man auf späte Zeugnisse, in welche Herodot nicht einstimmt, so entschieden, wie Champollion[491], annehmen wollte, Osiris sei nichts anders, als der Nil, und nicht der Sonnengott, oder davon absehen, dass die Reisenden, welche über die Natur des Nils Auskunft wünschten, sich grösstentheils an die Tempelschreiber wandten[492], welche auch nach Clemens Alex. in dieser Hinsicht die kundigsten waren[493]. Denn [100] die Prophetenwürde war nicht an den Nil- oder Osirisdienst gebunden; es gab auch Propheten anderer Gottheiten, z. B. der Isis[494], des Apis[495] und selbst des Antinous[496]. Bis dahin lässt sich demnach aus den Worten des Kirchenvaters nur abnehmen, dass die Propheten einen hohen Rang, nicht aber, welchen Beruf sie gehabt haben.
Die zehn hermetischen Bücher, mit deren Inhalte sie angeblich bekannt sein mussten, lassen wir als eine Erfindung späterer Zeiten auf sich beruhen.
Es wird ihnen aber auch die Vertheilung oder Verwaltung der Tempeleinkünfte zugeschrieben[497], und dem gemäss war Calasiris, der Prophet der Isis zu Memphis, genau davon unterrichtet, dass Rhodopis, ein buhlerisches Weib aus Thracien, der Göttinn grosse Geschenke machte[498]. Wenn diess ihnen oblag, so konnten sie bei keinem Tempel entbehrt werden, und auch Epiphanius[499] überweist sie, obwohl in anderer Beziehung, nicht bloss einem oder einigen.
So weit nach Clemens Alex., welcher so wenig, als irgend ein anderer alter Schriftsteller Propheten und Orakel in eine nähere Beziehung zu einander setzt. Man scheint durch den griechischen Namen dieser Priester darauf geführt zu sein, das Orakelsprechen als ihre Hauptbestimmung zu betrachten. Sie waren aber von den griechischen Propheten, wie von den jüdischen sehr verschieden. Bei den Griechen waren die Orakelsprechenden nicht immer Priester, und anfangs gar nicht, während die Propheten der Aegyptier unverkennbar zu den Priestern gehörten, [101] schon nach dem Zusatze in der Inschrift von Rosette και οι αλλοι ιερεις[500]. Auch die jüdischen Propheten waren nicht Priester, es lag aber eben so wenig an und für sich das Orakelgeben, das Prophezeien oder Weissagen in dem Begriffe des בביא, sondern sie waren Männer, welche mit Begeisterung zur Beförderung des äussern und innern Wohls ihres Volks zu sprechen wussten. So gebrauchen die Siebenzig das Wort, welche nicht lange vor der Abfassung unseres Beschlusses übersetzten und folglich vor andern hier eine Stimme haben[501]. Folglich gab es in Palästina Propheten ohne Orakel, ohne den äussern Beruf, die Zukunft zu verkündigen. Diess ist für die wichtig, welche die Inschrift von Rosette nennt. Als ein Pharao durch einen Traum geschreckt wird, schickt er nicht zu einem Orakel, wie es wohl in Griechenland in solchen Fällen geschah, auch lässt er nicht Propheten zu sich kommen, sondern: ἐκαλεσε παντας τους ἐξηγητας Αἰγυπτου και παντας τους σοφους αὐτης[502].
Umgekehrt spricht Herodot[503] von ägyptischen Orakeln, ohne Propheten zu erwähnen; und sagt man, diesen könne dennoch wenigstens das προφητευειν im weitern Sinne zugestanden werden, da es auslegen, deuten, wahrsagen im Allgemeinen bedeute[504], so war diess auch das Geschäft der andern [102] Priester[505], die heiligen Schreiber waren sogar am erfahrensten darin[506].
Aus dem allen scheint sich zu ergeben, dass die Propheten, im Besitze des grössten Ansehens nach dem Hohenpriester, einmal die wichtigsten religiösen Handlungen selbst verrichteten[507], z. B. die Opfer brachten, welche für die heiligsten geachtet wurden, bei Aufzügen die Symbole des Heiligsten theils selbst trugen, theils sich nachtragen liessen, über die richtige, herkömmliche Darstellung der Götter in Statuen[508], über die Einführung der heiligen Thiere in ihre Tempel[509], und über den ganzen Cultus wachten, und dass sie ferner mit der Verwaltung und Vertheilung der Tempeleinkünfte beauftragt waren, welches alles die Oberaufsicht des Hohenpriesters, und da sie nicht alles selbst besorgen konnten, die Mitwirkung anderer Priester nicht ausschliesst.
34. Και οι εις το αδυτον ειξπορευομενοι προς τον στολισμον των (L. 7.) θεων.) Diese Worte bezeichnen Priester, und zwar Stolisten, στολισται[510], oder, wie sie auch genannt werden, ἱεροστολισται[511], oder ἱεροστολοι[512], welche zu den höhern [103] Priesterclassen gehörten. Plutarch scheint sie von den Priestern zu unterscheiden[513], er nennt sie aber vielmehr vorzugsweise, weil sie bei der Feierlichkeit, welche er beschreibt, das Hauptgeschäft hatten, und jeder Zweifel über ihre Würde wird durch jene Worte unserer Inschrift gehoben. Nicht jedem waren alle Abtheilungen der Tempel zugänglich[514] und die Schweinhirten von allen ausgeschlossen[515]. Die übrigen Aegyptier durften die Vorhöfe betreten, das eigentliche Tempelgebäude, ναος[516], aber nur die mit dem Cultus beschäftigten, Priester und geweihte Tempeldiener, mochten diese auch die priesterlichen Vorschriften der Reinigung und Enthaltsamkeit nicht so genau beobachten[517]. So sagt Diodor Sic. von den Taricheuten: τοις δε ἱερευσι συνοντες και τας εἰς ἱερον εἰσοδους ἀκολυτως ὡς ἱεροι ποιουνται[518]. Das Heiligthum in diesem Gebäude, το ἀδυτον, το ἀποκρυφον μερος του ἱερου[519] öffnete sich nur Priestern. Indess erhellt auch schon aus dem Zusammenhange, dass die Stolisten zu diesen gerechnet werden müssen, und zwar machten sie eine der angesehenften Ordnungen aus, denn Porphyrius nennt sie unmittelbar nach den Propheten und als solche, welche im Besitze der wahren Philosophie und in der Beobachtung aller diätetischen Gesetze der Priester sehr streng waren[520]. Auch Clemens Alex. zeigt sich uns von dieser Seite; er sagt: Ἐπειτα ὁ στολιστης τοις προειρημενοις ἑπεται, ἐχων τον τε της δικαιοσυνης πηχυν, και το σπονδειον· οὑτος τα παιδευτικα [104] παντα και μοςχοσφαγιστικα καλουμενα δεκα δε ἐστι τα εἰς την τιμην ἀνηκοντα των παρ’ αὐτοι θεων, και την Αἰγυπτιων εὐσεβειαν περιεχοντα. οἱον περι θυματων, ἀπαρχων, ὑμνων, εὐχων, πομπων, ἑορτων, και των τουτοις ὁμοιων[521].
Ihr Beruf wird schon durch ihren Namen angedeutet. Στολισμος ist Kleiden, Bekleiden, besonders das Anlegen kostbarer Gewänder oder eines heiligen Schmucks[522]; wer diess besorgt und die Gewänder aufbewahrt, ist Stolist[523].
Um das Folgende richtig aufzufassen, erinnere man sich, dass die Aegyptier oft Vielen übertrugen, was unzertrennbar zu sein schien, z. B. in der Heilkunst[524]. Die Stolisten besorgten die Kleidung der Götterstatuen, und veranstalteten theils, theils wachten sie darüber, dass alles, was im Dienste des Tempels oder aus freiem Antriebe zur Anbetung, ferner als Opfer oder Weihgeschenk in den Tempel kam oder gebracht wurde, und bei den Aufzügen erschien, in Hinsicht auf das Aeussere den priesterlichen Vorschriften entsprach.
Nicht immer werden sie genannt, wenn vom Kleiden der Götterstatuen oder heiliger Bilder anderer Art oder heiliger Thiere, oder vom Umhängen von Gewändern und Binden die Rede ist. In der Erzählung von dem Löwen, welcher von Apollonius erfährt, dass Amasis Seele in ihn eingewandert sei, schmücken Priester, unverkennbar Stolisten, das Thier mit Halsbändern und Binden, worauf es unter [105] Hymnen in das Innere von Aegypten geschickt wird[525]. Ferner wird man an sie erinnert, wenn Plutarch von einem vergoldeten Stiere spricht, welcher mit Beziehung auf Isis Trauer um Osiris mit einem schwarzen Gewande von Byssus bedeckt wurde, und von einem Aufzuge der Priester nach dem Meere, wobei sie ein mondförmiges Bild machten und es kleideten und schmückten[526], oder wenn Herodot[527] vom Stiere des Mycerinus sagt, dass er einen purpurnen Mantel trug, Hals und Kopf stark vergoldet waren, und zwischen den Hörnern sich ein goldener Kreis als Bild der Sonne fand, oder berichtet[528], dass man in Theben der Statue des Amun jährlich ein Widderfell umgehängt habe. Wegen solcher Geschäfte nennt Jul. Firmicus die Stolisten vestitores divinorum simulacrorum und deorum vestitores[529].
Mehrere dieser Stellen deuten auf lose Gewänder, welche bei den Griechen sehr gewöhnlich waren. Bekannt genug ist der Peplus der olympischen Juno, welche alle fünf Jahre sechzehn Frauen in einem eigends dazu bestimmten Gebäude auf dem Markte von Elis erneuerten[530]; dann der goldene Mantel der Minerva des Phidias mit einem Gewichte von vierzig Talenten[531], das Gewand dieser Göttinn, welches, immer neu gewebt, bei den Panathenäen dem Volke gezeigt wurde[532], u. m. a. In Aegypten war insbesondere der Peplus der Isis berühmt; [106] er wurde bei Aufzügen umhergetragen[533]; aber auch die Statuen anderer Gottheiten, z. B. des Anubis, wurden in Zeuge gekleidet[534], und den heiligen Thieren kostbare Decken untergelegt[535]. Die ägyptischen Gewänder hatten schon wegen ihrer Heiligkeit einen grossen Werth, und nichts liegt näher, als anzunehmen, dass die Stolisten auch für ihre Aufbewahrung sorgten.
Es geht ferner aus der Sache selbst hervor, wenn es auch nicht ausdrücklich gesagt wird, dass sie unmittelbar auf die Kleidung und auf die Attribute, welche die Priester trugen, achten mussten. Demnach hatten sie darauf zu sehen, dass diese nur in Leinwand gekleidet und mit einer Fussbedeckung von Papyrusstreifen im Tempel[536], und bei den Aufzügen jedesmal so erschienen, wie es der Gottheit angemessen war, welcher sie dienten oder welche sie vorstellten, mit dem Feder- und Halsschmucke, mit dem angesetzten Barte, den Armbändern, dem gekrümmten Stabe, dem Tau, der Geissel u. s. f.[537]. Insbesondere kam bei der weit ausgebildeten Farbensymbolik der Aegyptier bei allem, was die Götter darstellte, oder ihnen diente und geweiht war, die Farbe in Betrachtung. Mag die Deutung der sechs Farben, welche man auf den ägyptischen Monumenten findet[538], bei Griechen, [107] Kirchenvätern und andern auch nicht immer richtig sein, so ist doch unzweifelhaft und genügt hier zu wissen, dass ein symbolischer Gebrauch derselben Statt fand. Schwarz war die Farbe des Todes, der Unterwelt, der Trauer und Sehnsucht. Daher hatte Osiris als Gott der Unterwelt, als Sonnengott in der untern Hemisphäre gedacht, ein schwarzes oder dunkelblaues Gewand[539], oder als untergegangene Sonne auch wohl ein purpurnes[540]; eben so war Isis μελανοστολος, wenn sie um ihn trauerte oder ihn suchte, und selbst den Ursprung unter einem schwarzen Volke deutete man nach Pausanias an Statuen des Nils dadurch an, dass man ihnen diese Farbe gab[541]. Weiss, glänzend hell, lichtfarben, φωτοειδες, bezeichnete die Oberwelt, die obere Erdhälfte, Leben und Freude. Als Sonne der obern Hemisphäre erschien Osiris in dieser Farbe und Isis in Beziehung auf ihn selbst in buntem Gewande[542]. Für das Schlechte und dessen Urheber war die rothe Farbe gewählt[543]. Stern-, Elemente- und Thierdienst veranlassten nebst dem Dualismus in dieser Hinsicht die mannichfaltigsten Veränderungen, nach welchen sich auch die Kleidung der Priester und die Farbe der Opferthiere bestimmte. Trauerten jene um den ermordeten Typhon, so war ihr Gewand schwarz[544], die Frauen, welche nach Appulejus sich bei dem Aufzuge der Isis zeigten, waren glänzend weiss gekleidet[545], und Typhon [108] opferte man rothe Stiere, an welchen sich auch nicht ein weisses oder schwarzes Haar finden durfte[546]. Diess alles geht die Stolisten an und es erhellt daraus, wenn man die Menge der Opfer und Aufzüge in Aegypten, die vielen Modificationen der Idee desselben Gottes und die Aengstlichkeit bedenkt, mit welcher man dort alles beobachtete, was den Gottesdienst betraf, ein wie schwieriges Geschäft sie hatten, und wie sehr sie mit der ägyptischen Theologie vertraut sein mussten.
Auf die Stolisten bezieht man aber alles um so sicherer, da die Moschosphragistik ihnen von Clemens Alex. ausdrücklich zugeschrieben wird[547]. Sie bezeichneten die Stiere, welche zum Opfer bestimmt waren, banden Papyrusbast an die Hörner und drückten ihr Siegel auf; Thiere ohne dieses Zeichen zu opfern, war bei Todesstrafe untersagt[548].
Nach Clemens Alex. hatte der Stolist τον της δικαιοσυνης πηχυν και το σπονδειον. Von denselben Gegenständen spricht Appulejus, wie selbst Jablonski zugibt[549]: Quartus aequitatis ostendebat indicium, deformatam manum sinistram porrecta palmula: quae genuina pigritia, nulla calliditate, nulla solertia praedita, videbatur aequitati magis aptior quam dextera. Idem gerebat et aureum vasculum, in modum papillae rotundatum, [109] de quo lacte libabat[550]. Aber beide Schriftsteller erklären einander wenig. Schmidt, welcher judicium liest, und dann doch signum dafür gebraucht, versteht unter πηχυς den untern Theil des Arms und verweist auf die Nachricht bei Plutarch[551], dass die Bilder der Richter in Theben keine Hände gehabt haben, die Pflicht der Unbestechlichkeit anzudeuten[552]; ferner bemerkt er, dass man Theile des Körpers oft unter den Hieroglyphen abgebildet finde. Obgleich die Monumente diess letzte bestätigen und Diodor es mit ausdrücklichen Worten sagt[553], so zeigt sich doch bei ihm, auch da, wo er von den Richtern spricht, keine Spur, dass diese Stolisten waren[554], und eben so wenig sonst wo, wenn sie auch zu den Priestern gehörten[555]. Die Deutung der fehlenden Hände ist sehr verdächtig; man wusste auch Herodot in einem ähnlichen Falle viel darüber zu sagen, und er fand sie nachherabgefallen am Boden[556]. Auch ist diess alles hier ganz unpassend; der Arm des Stolisten war keine Hieroglyphe und nicht verstümmelt, vielmehr streckte er die linke Hand aus, und für die Gerechtigkeit gab es andere Symbole, als solche Verstümmelung[557].
Zieht man für πηχυς die Bedeutung Elle vor, wie Jablonski, so stimmt nach dessen eigenem Geständnisse Appulejus gar nicht mehr zum Kirchenvater, und was noch mehr ist, man verliert alle Beziehung auf die Stolisten, wenn man sie nicht auf [110] gut Glück erzwingen will. Πηχυς, vermuthet Jablonski, möge eine Nachbildung des Nilmessers mit den Zeichen gewesen sein, an welchen man erkannte, wie viel Ellen und Zoll der Fluss gestiegen war. Dieses Geräth, welches er auch auf der grossen Isistafel findet, und Sozomenus[558] und andere τον πηχυν του Νειλου nennen, sei bei öffentlichen Aufzügen umhergetragen[559]. Selbst den griechischen Namen, welcher gewiss fest stand, würde Clemens Alex. nicht verändert haben, wenn er an dieses Geräth gedacht hätte.
Da die ägyptischen Priester ihre Hände einzuhüllen pflegten[560], welches auch bei Griechen und Römern für anständig, wie das Gegentheil für ein Zeichen eines ungeregelten Lebens galt[561], so konnte Appulejus die linke Hand, weil sie nicht im Gewande vor der Brust verborgen, sondern vorgestreckt und geöffnet war, verunstaltet nennen. Aber die so gehaltene und geöffnete Hand war aequatis indicium, πηχ. τ. δικαιος. Die Rechte mit ausgestreckten Fingern bezeichnet nach Diodor[562] Erwerb, die Linke, geballt, sorgfältiges Bewahren, also wohl geöffnet freigebiges Mittheilen des Erworbenen und Bewahrten, Freigebigkeit, Gerechtigkeit, die jedem werden lässt, was ihm gebührt[563]; die Rechte nimmt, raubt, die Linke giebt, und ohne Verkürzung, [111] zung, wie Appulejus andeutet. Demnach liegt hierin eine Bezeichnung des Stolisten, welcher darauf sieht, dass alle Gewänder das richtige, gerechte Maass, die rechte Farbe und auch sonst die erforderliche Beschaffenheit haben und damit für den Schmuck und die Pracht des Tempels sorgt.
Ein Gefäss zum Trankopfer, wie Appulejus es beschreibt, findet sich auf einem Basrelief bei Montfaucon[564], auf welches Schmidt verweist. Wie aber die Figur, welche es trägt, keinen Stolisten vorstellt, so brachten überhaupt auch andere Priester solche Opfer, z. B. die Hymnoden Libationen von Wasser[565]. In der Nähe der Insel Philä, am vermeintlichen Grabe des Osris, füllten die Priester täglich 360 Gefässe mit Milch, deren auch bei griechischen Todtenopfern Erwähnung geschieht[566], und von Virgil: Inferimus tepido spumantia cymbia lacte, wobei Servius bemerkt, dass Blut und Milch den Schatten der Unterwelt Kraft gegeben habe[567]. Vom Stolisten gebraucht, kann aber lacte libare nur ein Symbol der Fülle oder des Segens sein, welcher ihn zu der aequitas in den Stand setzte.
Es wird nun nicht weiter Anstoss geben, wenn nach Clemens Alex, der Beruf des Stolisten mit dem Berufe anderer Priester scheinbar zusammenfällt: der Prophet ist της ὁλης παιδειας των ἱερεων kundig, und der Stolist weiss τα παιδευτικα παντα, jeder so weit es [112] seine Verrichtungen angeht; der Stolist ist bei den Aufzügen beschäftigt, der Pastophor auch, aber in ganz verschiedenen Beziehungen, u. s. f.[568].
L. 7.
35. Kαι πτεροφοραι.) Auf den ersten Blick möchte man πτεροφοραι für richtiger halten und annehmen, dass der, welcher die Inschrift übersetzte oder eingrub, aus Nachlässigkeit oder Unkunde jene andere Form gegeben habe[569]. Denn er hat oft falsch geschrieben[570], und hier scheint überdiess Hesychius gegen ihn zu sein, v. Πτεροφοροι; deutet man ferner das Wort wegen der scheinbar weiblichen Endung auf Priesterinnen, so begreift man nicht, wie sie unter Priestern erwähnt werden konnten, und selbst wenn man sie zulässt, scheinen die Sprachregeln und die Analogie eine Endung in οι zu fordern, wie στεφανεφοροι und in unterer Inschrift κανηφοροι und ἀθλοφοροι. Dennoch muss die Wortform des Textes, welche Heyne[571] von πτεροφορας ableitet, ohne etwas hinzuzusetzen, unverändert bleiben. Sie gehört dem gemeinen Dialekt an, welcher aus dem in Griechenland weit verbreiteten dorischen vieles aufnahm; diesem aber war es eigen, zusammengesetzte Wörter, welche bei den Attikern auf ος endigen, in die erste Declination zu verweisen, wie σαμφορας, βουκεφαλας, βουθοινας[572]. [113] Bei keinem andern Priesternamen, welcher sich in unserm Denkmale findet, ist es so schwierig, die Priesterclasse zu ermitteln, welche mit ihm bezeichnet ist, als bei diesem. Was bisher darüber geschrieben ist, führt nicht zum Ziele. Vielleicht gelingt es mir, diess zu beweisen, und dadurch der Erklärung, welche am Ende dieser A. folgen wird, Beifall zu verschaffen.
Man hat nur an Priester mit einem Feder- oder Flügelschmucke gedacht. Beide sind wohl zu unterscheiden, und doch bedeutet πτερον sowohl eine Feder, als einen Flügel, woraus bei dieser Auslegung die erste Unsicherheit und Dunkelheit entsteht.
Man findet Figuren von ganzen Vögeln, oder von Hals und Kopf[573], oder Flügel oder Federn, und wieder entweder einzelne Federn[574], oder zwei, und zwar zu beiden Seiten des Kopfes über jedem Ohre eine[575], oder zwei, welche sich wie Federbüsche auf dem Kopfe selbst erheben, und entweder neben einander stehen und dann gerade auslaufen[576], oder sich oben etwas auseinander neigen und umlegen[577], oder durch andere Theile des Kopfschmucks getrennt sind, und diese dann einschliessen. Ferner zeigt sich über der Haube ein vollständiger, ganz aus Federn zusammengesetzter Kopfputz, wie es scheint, das πτερον βασιλειον des Porphyrius[578]. [114] Die geflügelten Figuren sind einander ebenfalls nicht gleich. Die Flügel unter den Armen haben entweder eine verschiedene Richtung, so dass der eine in die Höhe gehoben und der andere gesenkt ist, wie häufig auf Mumiengemälden[579], oder beide gesenkt oder sonst gleichmässig ausgespannt sind[580].
Diess genügt, um zu zeigen, dass schon die verschiedene Form dieses Schmucks es schwer macht, das πτερον im Namen der Pterophoren zu deuten, wenn man es auf Federn oder Flügel deutet; man ist deshalb auch sehr willkührlich verfahren, wie sich ergeben wird.
Eben so wenig weiss man in allen Fällen zu bestimmen, welche Vögel durch solche Theile oder durch ganze Figuren von Vögeln vorgestellt werden, zumal da diese Figuren oft unvollständig oder mehr oder weniger durch einen andern Schmuck verdeckt oder in ihn verflochten sind. Demnach kann man, die Schriftsteller nicht einmal zur Erläuterung der Kunstdenkmäler gehörig benutzen, und umgekehrt. Andere erklären anders; selbst über den Sinn des Wortes ἱεραξ hat man sich nicht geeinigt[581], und deutet man die Monumente, höchstens über den Ibis und das africanische Perlhuhn (Meleagris)[582]. So kannte Cuper bei Erwähnung einer Kaisermünze mit [115] einem Serapis, einer Isis, einem Harpocrates und einem Adler bemerken: nec is erraverit, qui corvum vel accipitrem conspici – existimabit[583], und Pahlin gesteht: I ignore quel est le membre du peuple emplumé, qui, dans taute cette inscription, a prêté son image aux prêtres[584]. Noch ist bei unserm Gegenstande eine andere Vorfrage übrig. Man kann nur bei einigen Göttern nachweisen, dass gewisse Vögel ihnen geweiht waren, z. B. der Ibis dem. Thoth, der Habicht dem Osiris und Horus, die Taube der Athyr, oder dass man ihre Federn und Flügel symbolisch zu ihrem und ihrer Priester Schmucke gebraucht hat. Deshalb ist die Deutung dieses Schmucks sehr schwer, und Hirt sagt ganz richtig: man finde Hauptkronen in einer sehr grossen Verschiedenheit, deren Enträthselung zu erwarten stehe; nur die Geierhaube einiger Göttinnen scheine bestimmt, mütterliche Vorsorge zu bezeichnen[585]. Auch fragt es sich, ob man die Symbole, welche von Vögeln entlehnt waren, nicht verallgemeinerte, indem man gewisse Nebenbegriffe fallen liess, und jene Zierde überhaupt zum Zeichen des Geweihten, Heiligen und Göttlichen wählte, wie von den Flügeln in Beziehung auf die Cherubs gesagt wird[586]. Diess konnte mit der Zeit der Fall sein; was aber die Schriftsteller darüber berichten, kommt grösstentheils aus der trüben Quelle der Deutelei.
Wegen seiner Schnelligkeit konnte der Vogel, und weil er zugleich sehr scharfsichtig ist, insbesondere der Raubvogel, einer Gottheit geweiht werden, welcher man jene Eigenschaften in einem vorzüglichen Grade zuschrieb; in ihrem Schmucke waren [116] dann seine Federn und Flügel wieder Symbole eines Symbols. So eignete sich der Habicht am meisten für den Sonnengott, für Osiris[587]. Aber nicht jeder aus Federn oder Flügeln bestehende Schmuck auf ägyptischen Monumenten gehört dem Habicht an, oder bezieht sich immer auf Osiris. Denn jene galten an und für sich, ohne Rücksicht auf einen bestimmten Vogel, für Zeichen schneller Bewegung[588], und nicht bloss bei den Aegyptiern, welches in der Natur der Sache liegt. Deshalb hatte Mercur Flügel[589], Homer vergleicht schnellfahrende Schiffe mit ihnen[590] und Plutarch nennt Eilboten Pterophoren[591]. Auf der andern Seite trug man in das Wort ἱεραξ Begriffe hinein, welche mit jenen nur entfernt oder gar nicht in Verbindung stehen. Man suchte Eigenschaften oder dichtete sie ihm an, oder deutete sie klügelnd, um ihn mit dem Sonnengotte in ein näheres Verhältniss zu bringen. Vielleicht nach Anleitung seines ägyptischen Namens βαιηθ, welcher Seele und Herz bedeuten soll[592], fand man, dass er nur aus Blut und Geist bestehe und feurig sei[593]; ferner schrieb man ihm ein sehr langes Leben, selbst von 700 Jahren zu[594], und seit die Griechen Horus, welcher mit etwas veränderter Idee mit Osiris eins war, mit Apollo verglichen, kümmerten sie sich nicht um den ägyptischen Namen des Vogels, sondern nannten ihn den heiligen, den weissagenden, ἱεραξ, auf welchen diese [117] Gabe von seinem Gotte überging[595]. Endlich galt er auch für ein Symbol jedes Gottes[596].
Aus diesem Beispiele soll nur erhellen, wie unmöglich es ist, die Eigentümlichkeit der Pterophoren zu finden, wenn man πτερον in der oben angegebenen Bedeutung nimmt.
Jene waren nach der Inschrift Priester, aber nicht des Osiris oder irgend eines andern bestimmten Gottes ausschliesslich, sonst würde ihr Name nicht neben den andern allgemeinen Priester-Benennungen stehen; nicht Hohepriester, denn diese werden ausdrücklich von ihnen unterschieden, und aus demselben Grunde nicht heilige Schreiber[597], mit welchen man sie verwechselt hat[598], in der Meinung, es sei hier nur an einen Unterschied wie zwischen species und genus zu denken[599], oder an einen Theil der Schreiber mit einem hohem Range[600], also etwa an Oberpriester, welche aber bei den andern Classen nicht genannt werden, z. B. vor den Propheten nicht Archipropheten, wie überhaupt keine Abtheilungen der Classen; oder an Schreiber von einem niedern Range[601]. Nach einer andern Vermuthung waren die Pterophoren eine Abtheilung der Schreiber, welche bei öffentlichen Feierlichkeiten [118] eine Mütze mit einer Feder zu beiden Seiten oder auch mit mehrern trug, um auf eine am meisten in die Augen fallende Art den Schutzgeist des ganzen Standes, Hermes, mit den Kennzeichen abzubilden, welche den einzelnen Abtheilungen eigen waren[602]. Ein Beweis dafür liegt weder in den Monumenten, noch in den Worten der Schriftsteller, welche hierbei angezogen werden[603]. Die Priester fügten sich so weit, dass sie Hermes sogar in unserer Inschrift erwähnen[604], aber sie waren eben so weit entfernt, diesen Fremdling als den Schutzgeist ihres Standes zu verehren[605], und könnte man diess auch zugeben, wie erkannte man die Pterophoren in ihrer Beziehung zu ihm, wenn nach Clemens Alex. alle Schreiber jenen Schmuck trugen? Finden wir nichts eigenthümliches, so zerfliessen sie in Nebelgestalten, welches unser Denkmal nicht zulässt. Ameilhon wagt es nicht, unserer Urkunde entgegen, Pterophoren und Schreiber zusammenzuwerfen, da er nun aber auch von jenen nichts zu sagen weiss, so greift er einige neuplatonische Ideen, z. B. vom Weltei und eine Aeusserung des de Paw auf, um doch eine Erklärung zu geben; jener schreibt, ägyptische Frauen von gemeinem Stande haben bei den Orgien den Phallus getragen und seien als Cherubs erschienen, indem sie sich zwei Paar grosse Flügel an die Schultern hefteten, wie man sie auf den Mumien abgebildet finde[606]. Solche Frauen, meint Ameilhon, seien wahrscheinlich [119] die Pterophoren unserer Inschrift[607], welche demnach Frauen, nicht einmal Priesterinnen, sondern gemeine Weiber, welche sich bei Aufzügen vermummten[608], neben Priestern nennt und ihnen das Recht zuspricht, mit diesen Beschlüsse zu fassen, davon zu schweigen, dass nicht etwa auch die geflügelten Figuren auf den Mumien solche Weiber vorstellen. Zuletzt möge hier noch Weston’s Erklärung Platz finden, nach welcher die Pterophoren Flügelträger und Wassersprenger waren, welche in den Tempeln angestellt wurden, um die Fliegen fortzujagen und den Staub zu löschen[609].
Hat nun dieser Weg nicht zum Ziele geführt und kann er nie dahin führen, weil man hier Monumente und Schriftsteller nicht auf einander zu beziehen und unter den vielen Feder- und Flügeltragenden nicht eine besondere, hier gesuchte Classe herauszufinden vermag, so fühlt man sich gedrungen, einen andern einzuschlagen.
Hesychius erklärt πτερον durch σκηνη und καλυβη durch σκηνη[610], παστας, ferner καλυβος durch παστος. Bei σκηνη findet sich: ἡ ἀπο ξυλων ἠ περιβολαιων οἰκια[611], und bei παστος[612]: ἡ ἐκ πεταςματων ποικιλων κατεσκευαςμενη σκηνη. Hiernach bezeichnet πτερον, in der Bedeutung von παστος genommen, eine Capelle, wie man sie in Aegypten bei Aufzügen mit den Götterbildern umhertrug[613], und πτεροφοραι Pastophoren.
Gegen diese Erklärung kann man einwenden, dass die Pastophoren eine niedere Priesterclasse [120] waren[614], während sie hier den Rang vor den Schreibern zu haben scheinen; aber doch nur, weil die Inschrift sie früher nennt. Für sie spricht dagegen, dass in unserm Denkmal alle andern Priesternamen vom Berufe oder Amte, wenn der Ausdruck erlaubt ist, hergenommen sind, nicht vom Schmucke, welches nach der gewöhnlichen Auslegung bei den Pterophoren der Fall sein würde, dass es ferner befremden müsste, die Pastophoren, eine bei dem Cultus vorzüglich thätige Priesterclasse, deren Thätigkeit auch in dem Beschlusse ganz besonders in Anspruch genommen wird[615], bloss in dem οι αλλοι ιερεις begriffen zu sehen, und dass alle die Zweideutigkeiten, Verwechslungen und Widersprüche wegfallen, welche nach dem obigen unvermeidlich sind, wenn man hier unter πτερα Federn oder Flügel versteht.
36. Και ιερογραμματεις.) Die Inschrift von Rosette ist die älteste Urkunde, welche diese Priester unter diesem Namen erwähnt. Herodot gebraucht ihn nicht, es wird nur ein saïtischer γραμματιστης των ἱερων χρηματων της Ἀθηναιης von ihm genannt[616]. Dann aber sprechen auch Diodor. Sic.[617], welcher Osiris als den heiligen Schreiber des Hermes aufführt[618], ferner Clemens Alex.[619] u. a. von ἱερογραμμ., wofür sich bei Aelian γραμματεις ἱεροι findet[620], bei Appulejus bloss γραμματευς[621], eben so bei Syncellus[622] und bei Diodor da, wo vom Einbalsamieren die Rede ist[623], während dasselbe Wort in einer andern Verbindung einen Profanschreiber bei [121] ihm zu bezeichnen scheint[624], wie διαγραφευς, den Beamten, welcher Grundstücke und Steuern catastrirte, ὑπογραφευς, dessen Unterschreiber, und ἀντιγραφευς den Gegenschreiber, welcher die Controle führte, in der Urkunde auf Papyrus v. J. 104 v. Chr.[625], ferner ὑπομνηματογραφευς[626] den Staatsschreiber, welcher öffentliche Urkunden nicht bloss aufsetzte, sondern auch aufbewahrte, und von Polybius ὁ προς τοις γραμμασι τεταγμενος genannt wird[627]. Jener Zusatz ἱερο würde nicht hindern, auch die ἱερογραμμ. dafür zu halten, denn er deutet nicht nothwendig auf Priester, wie unter andern der Name der amphictyonischen Gesandten ἱερομνημονες beweist, welche sogar auch ἱερογραμματεις genannt werden[628], die Inschrift lässt aber über die priesterliche Würde ihrer Schreiber keinen Zweifel übrig.
Es scheint allerdings, dass man auch bei dem Namen Arpedonaptä[629] an heilige Schreiber denken muss, wie Jablonski[630] unter Schmidt’s[631] Beistimmung behauptet, wenn auch jener ihn nach seiner Gewohnheit zu zuversichtlich aus dem ägyptischen ableitet, von arpedunabat ὁ πραττων τα των νοημονων und durch νοημονικοι, νοημονες erklärt, welches überdiess nach Aelian[632] alle ägyptische Weise, wie νοηματα die ganze ägyptische Priester-Gelehrsamkeit, bezeichnet. Die Arpedon. werden von Democrit [122] als Kenner der Mathematik geschildert und als solche, welche darin unterrichteten[633]), und da die heil. Schreiber als Gelehrte und Lehrende mit einem großen Umfange von Kenntnissen erscheinen, welche sich auch auf die Mathematik erstreckten[634], und Democrit, welcher rühmt, dass die Arpedon., bei welchem er Unterricht gesucht habe, in der Verzeichnung und Demonstration mathematischer Figuren ihm nachstehen, ein Schüler der heil. Schreiber genannt wird[635], so hält man sie richtiger für eins mit den Arpedon., als dass man diese mit Caussinus als Mathematiker von ihnen, und von den Priestern überhaupt, unterscheidet[636]. Die Ableitung des Wortes muss auf sich beruhen, weil es an einem festen Grunde fehlt. Es ist nur eine Vermuthutig, wenn Sturz annimmt, die heil. Schreiber seien Arpedon. genannt, weil sie einen Purpurfaden am Kopfe trugen[637], denn ἁρπεδονη sei gleichbedeutend mit νημα filum[638]. Viger folgt der falschen Lesart bei Eusebius ἀρσεπεδοναπται, und leitet dieses von ἀρσις, πεδον und ἁπτω ab, mit dem Zusatze: erant enim isti mathematicorum filii[639]. Die Comasten waren nicht heilige Schreiber, wie Jablonski[640] nach einer missverstandenen Stelle im Synesius[641] vermuthet, sondern, das Wort, im engern Sinne genommen, Pastophoren[642]. So weit von der Benennung dieser Priesterclasse.
[123] Sie gehörte zu den angesehensten. Die Tempelschreiber oder Schriftpriester werden zu den ägyptischen Philosophen gezählt[643], zu denen, bei welchen man die wahre Philosophie finde[644]. Sie handeln bei den wichtigsten Geschäften, wie das Aufsuchen und die Fortschaffung des Apis nach Memphis war, gemeinschaftlich mit den Propheten[645] und auch die Würdennamen, welche mit dem ihrigen verbunden werden, zeugen von ihrem hohen Range. So wird Epeis μεγιστος ἱεροφαντης και ἱερογραμματευς genannt[646], und Manetho nennt sich selbst ἀρχιερεα και γραμματεα των κατ’ Αἰγυπτον ἱερων ἀδυτων[647].
Einen ausgezeichneten Standpunct unter den Priestern sichert ihnen auch Clemens Alex., welcher sich am ausführlichsten über sie äussert: Ἑξης δε ὁ ἱερογραμματευς προερχεται, ἐχων πτερα ἐπι της κεφαλης, βιβλιον τε ἐν χερσι και κανονα, ἐν ᾡ το τε γραφικον μελαν, και σχοινος ᾑ γραφουσι· τουτον τα τε ἱερογλυφικα καλουμενα, περι τε της κοςμογραφιας και γεωγραφιας, της ταξεως του ἡλιου και της σεληνης, και περι των ε’ πλανωμενων· χωρογραφιαν τε της Αἰγυπτου, και της του Νειλου διαγραφης· περι τε της καταγραφης σκευης των ἱερων, και των ἀφιερωμενων αὐτοις χωριων· περι τε μετρων και των ἐν τοις ἱεροις χρησιμων, εἰδεναι χρη.[648].
So oft auch Verrichtungen der heiligen Schreiber erwähnt werden, so scheinen diese doch oft auch zu dem Geschäftskreise anderer Priester zu gehören; man kann daher ihren Beruf nicht genau bestimmen, wenn man nicht davon ausgeht, dass sie vorzugsweise die ägyptischen Gelehrten waren, welche bei allem, [124] was den Priestern oblag, den Cultus und die Tempelverwaltung betraf, nicht bloss das Was? sondern auch das Wie und Warum? wenn auch nur vermeintlich, anzugeben wussten, weil sie durch einen sorgfältigen Unterricht und eigenes Forschen[649] mit allen dahin gehörigen mündlichen und schriftlichen Ueberlieferungen genau bekannt waren.
Einmal mussten sie alle Tempelbücher aufbewahren, sich genau mit ihrem Inhalte bekannt machen, und so weit es erforderlich war, sie fortsetzen. Diese Bücher, welche die Religionslehren, die mit ihnen verbundenen Wissenschaften und insbesondere die Geschichte der Tempel und des Landes zum Gegenstande hatten, müssen sowohl von den sogenannten Säulen, στηλαις, mit Hieroglyphen, steinernen Monumenten aus alter Zeit, als von den hermetischen Schriften unterschieden werden, welche nicht lange vor Clemens Alex. entstanden sein mögen.
Es ist erklärlich, dass Fremde, welche nach der Landesgeschichte forschten, durch Mittheilungen der Priester vorzüglich die historischen Schriften kennen lernten, deren Inhalt diese überdiess am wenigsten geheim hielten. Schon Herodot erwähnt ägypt. Annalen[650], dann Diodor[651], Josephus[652] u. a.[653]. Bei einem Volke mit Priestern und Schrift kann diese Erscheinung nicht auffallend sein; selbst [125] die Perser hatten ihre Archiv-Nachrichten und die Phönizier Schriften geschichtlichen Inhalts[654], wie die Ptolemäer ihr Archiv, βασιλικαι ἀναγραφαι[655]. Freilich giengen die ägyptischen Annalen angeblich in Zeiten zurück, von welchen man nichts wissen konnte, die Priester erzählten den lernbegierigen Griechen oft ἀδεςποτως μυθολογουμενα, wie Josephus von Manetho sagt[656], Dinge, welche sie vielleicht nicht einmal aufgezeichnet fanden, daher sie den Namen ἱστορες ἀξιοχρεω nicht unbedingt verdienen[657]; daraus folgt aber nicht, dass sie überhaupt keine Tempelbücher hatten. Artaxerxes 3. liess diese etwa anderthalb Jahrhunderte vor der Weihe des Epiphanes nach Persien bringen, worauf der Eunuch Bagoas, welcher ihn vergiftete, sie für eine grosse Summe den Aegyptiern zurückgab[658].
Dass aber diese Schriften zunächst die Schriftpriester angiengen, erhellt aus deren Namen und Insignien, der Papyrusrolle und dem Gefässe mit der Schwärze zum Schreiben und dem Schreibrohr[659]. Man findet sie überdiess am Hofe der Pharaonen[660] und auch sonst, z. B. bei Aufzügen[661] mit Vorlesen aus diesen Büchern beschäftigt, und selbst die Erdichtung, dass ein Habicht ein heiliges Buch nach Aegypten gebracht habe, und die heiligen Schreiber deshalb einen Schmuck von den Federn [126] dieses Vogels am Kopfe trügen[662], beweist wenigstens, dass man diese in nächster Beziehung zu den Tempelschriften dachte.
Wegen ihrer Gelehrsamkeit waren sie auch am geschicktesten, die Söhne der Priester zu unterrichten, sowohl in der heiligen Schriftart, in der hieroglyphischen[663], als in allem andern, welches sie als Priester überhaupt und nach ihrer Classe insbesondere wissen mussten. Es bedarf des Beweises nicht, dass ein solcher Unterricht Statt fand, welcher nach Synesius[664] schon zu Osiris Zeit den Anfang nahm; man hat aber auch ausdrückliche Zeugnisse dafür[665]. Jamblichus versichert, dass die Griechen, welche in Aegypten Belehrung suchten, Pythagoras, Plato, Democrit, Eudoxus u. a. sich an die heiligen Schreiber gewandt haben[666], und zu diesen gehörten ohne Zweifel auch die „Priester“, welche ausser den Propheten Aristides über die natürliche Beschaffenheit Aegyptens befragte[667], wie Herodot den Schreiber zu Saïs über den Nil[668], welches alles darauf schliessen lässt, dass diese Classe von Priestern auch jenen Unterricht besorgte.
Hält man den Satz fest, dass die heiligen Schreiber nicht unmittelbar in das Practische eingriffen, so wird es auch nicht befremden, dass sie scheinbar mit andern Priestern gleiche Geschäfte und diese gleiche Kenntnisse mit ihnen hatten.
Sie waren in der Cosmographie und Geographie erfahren, sagt Clemens Alex., und der Sinn kann kein anderer sein, als dass sie nach der Versicherung [127] desselben Schriftstellers die Natur des Nils, alle Veränderungen, welche ihn und durch ihn das Land trafen und die Marken der Ländereien genau kannten[669]. War man über diese bei den Messungen nach der Nilschwelle ungewiss, so entschieden sie nach den Tempelbüchern, ohne selbst die Aecker zu vermessen, welches unter der Aufsicht der Propheten geschehen zu sein scheint.
Ob es gleich Horoscopen[670] oder Horologen[671] gab, so werden doch auch die heiligen Schreiber als Astronomen und Astrologen aufgeführt. Nach dem vorigen darf man nicht zweifeln, dass sie es waren, welche die Beobachtungen der Gestirne, wenn sie auch nicht von ihnen selbst angestellt wurden[672], alle Bemerkungen, nach welchen die Schicksale der Menschen, glückliche und unglückliche Tage aus den Gestirnen bestimmt werden konnten[673] und jedes Anzeichen mit seinem Erfolge, die Deutung in künftigen Fällen zu erleichtern[674], in Bücher eintrugen, und aus diesen vorlasen.
Mit der Heilkunst beschäftigten sich die Pastophoren[675]; gleichwohl wurde bei schweren Krankheiten ein Schreiber herbeigerufen, welcher aus einem Buche, Ambres, und wie aus der Vergleichung anderer Nachrichten hervorgeht, aus astrologischen Zeichen ersah, ob Rettung möglich sei[676]. Ferner durften die Aerzte nur nach unveränderlichen Vorschriften [128] verfahren, und wurden bestraft, wenn es nicht geschehen war und der Kranke nicht genas[677]; auch bei der Bereitung der Heilmittel war nichts der Willkühr überlassen[678], und das Geschäft, in vorkommenden Fällen nachzulesen und, nicht als Beamte sondern als Gelehrte, ein Gutachten zu geben, wird keiner Priesterclasse mit mehr Recht zugeschrieben, als der, von welcher hier die Rede ist. Bei grosser Gefahr oder bei Seuchen scheint sie auch selbst magische Künste angewandt zu haben, um dem Uebel Einhalt zu thun[679].
Da ein reicher Schatz von Beobachtungen aus der Vorzeit, welche sich auf Anzeichen und deren Erfolg bezogen, vor ihnen lag, so eigneten sich die heiligen Schreiber am meisten zu Traumdeutern und Wahrsagern, obgleich sie nur von den Vornehmsten und bei dringenden Veranlagungen befragt zu sein scheinen. Wie erdichtet oder entstellt die Nachrichten sein mögen, in welchen sie mit Beziehung auf die Bibel in jener Eigenschaft erwähnt werden, so geht doch daraus hervor, dass man sie ihnen allgemein zuschrieb. Hiernach sagten sie Pharao Moses Geburt vorher[680]; sie riethen nach einem schreckenden Traume einem ägyptischen Könige, die unreinen Juden zu vertreiben[681] und wurden aufgefordert, Pharao’s Traum von den sieben Kühen und Aehren [129] zu deuten[682]. Selbst unter den Ptolemäern behielten sie Einfluss; unter andern wandte sich Ptolemäus Lage nach einem Traume an die Priester, quibus mos, talia intelligere[683].
Stets erscheinen sie als diejenigen, welche in schwierigen oder wichtigen Fällen belehren oder anordnen; wenn Apis geboren sein sollte, begaben sich einige aus ihrer Mitte zu ihm, um zu untersuchen, ob seine Zeichen, deren Kenntniss sich bei ihnen vom Vater auf den Sohn vererbte, ihn als den wahren beurkundeten; dann aber führten die Propheten als Tempelbehörde ihn mit ihnen nach Memphis[684]; bei dem Einbalsamieren wiesen sie den Paraschisten an, wie er schneiden sollte[685]; überhaupt wussten sie über alles, was auf den Cultus Bezug hatte, Auskunft zu geben[686]. Deshalb wurden sie hieroglyphisch unter dem Bilde eines Hundes vorgestellt, ἐπειδηπερ τον βουλομενον ἱερογραμματεα τελειον γινεςθαι, χρη πολλα μελετᾳν, ὑλακτεα τε συνεχως και ἀπηγριωςθαι, μηδενι προςχαριζομενον, ὁςπερ οἱ κυνες[687].
37. Κατα την χωραν.) Χωρα[688] ist weder hier, noch L. 36. bloss die Umgegend, der District oder Nomos von Memphis, obgleich Epiphanius erklärt: νομον γαρ οἱ Αἰγυπτιοι φασι την ἑκαστης πολεως περιοικιδα ἠτοι περι χωραν[689], und der memphitische selbst zur Zeit der römischen Kaiser noch bestand[690]; [130] es bezeichnet vielmehr Aegypten; die Priester des ganzen Landes hatten sich zu dieser Feier in Memphis versammelt[691].
L. 8.
38. Εν τῳ εν μεμφει ιερῳ.) Im Tempel des Phtha[692].
39. Τῃ ημερᾳ ταυτῃ.) Am achtzehnten des Monats Mechir[693].
Lin. 9. επειδη βασιλευς πτολεμαιος αιωνοβιος ηγαπημενος υπο του φθα θεος επιφανης ευχαριστος ο εγ[694] βασιλεως πτολεμαιου και βασιλισσης αρσινοης θεων φικοπατορων[695] κατα πολλα ευεργετηκεν τα θ ιερα και
L. 10. τους εν αυτοις οντας και τους υπο την εαυτου βασιλειαν τασσομενους απαντας υπαρχων θεος εκ θεου και θεας καθαπερ ωρος ο της ισιος και οσιριος θιος ο επαμυνας τῳ ᾶτρι αυτου οσιρει τα προς θεους
L. 11. ευεργετικως διακειμενος ανατεθεικεν εις τα ιερα αργυρικας τε και σιτιχας[696] προσεδους και δαπανας πολλας υπομεμενηκεν ενεκα του την αιγυπτον εις ευδιαν αγαγεα και τα ιερα καταστησασθαι
L. 12. ταις τε εαυτου δυναμεσιν πεφιλανδρωπηκε πασαις και απο των υπαρχουσων εν αιγυπτῳ προσοδοων και φορολογιων τινας μεν εις τελος ἀφηκεν αλλας δε κεκουφικεν οπως ο τε λαος και οι αλλοι παντες εν
L. 13. ευθηνιᾳ ωσιν επι της εαυτου βασιλειας τα τε βασιλικα οφειληματα α προσωφειλον οι εν αιγυπτῳ και οι εν τῃ λοιπῃ βασιλειᾳ αυτου οντα πολλα πῳ πληθει αφηκεν και τους εν ταις φυλακαις [131]
| L. 14. απηγμενους και τοις εν αιτιαις οντας εκ πολλου χρονου απελυσε των εγκεκλημενων προσεταξε δε και τας προσοδους των ιερων και τας διδομενας εις αυτα κατ ενιαυτον συνταξεις σιτι
L. 15. κας τε και αργυρικας ομοιως δε και τας καθηκουσας απομοιρας τοις θεοις απο τε της αμπελιτιδος γης και των παραδεισων και των αλλων των υπαρξαντων των θεοις εγιι[697] του πατρος αυτου
L. 16. μενειν επι χωρας προσεταξεν δε και περι των ιερεων οπως μηθεν πλειον διδωσιν εις το τελεστικον ου ετασσοντο εως του πρωτου ετους επι του πατρος αυτου απελυσεν δε και νους[698] εκ των
L. 17. ιερων εθνων του κατ ενιαυτον εις αλεξανδρειαν καταπλου προςεταξεν δε και την συλληψιν των εις την ναυτειαν μη ποιειςθαι των τ εις το βασιλικον συντελουμενων εν τοις ιεροις βυσσινων
L. 18. οθονιων απελυσεν τα δυο μερη τα τε εγλελειμμενα[699] παντα εν τοις προτερον χρονοις αποκατεστησεν εις την καθηκουσαν ταξιν φροντιζων οπως τα ειθισμενα συντεληται τοις θεοις κατα το
L. 19. προσηκον ομοιως δε και το δικαιον πασιν απενειμεν καθαπερ ερμης ο μεγας και μεγας πρσεταξεν[700] δε και τους καταπορευομενους εκ τε των μαχιμων και των αλλων των αλλοτρια
L. 20. φροντισαντων εν τοις κατα την ταραχην καιροις κατελθοντας μενειν επι των ιδιων κτησεων προενοηθη δε και οπως εξαποσταλωσιν δυναμεις ιππικαι τε και πεζικαι και νηες επι τους επελθοντας
L. 21. επι την αιγυπτον κατα τε την θαλασσαν και την ηπειρον υπομεινας δαπανας αργυρικας τε και σιτικας [132] μεγαλας οπως τα θ ιερα και οι εν αυτῃ παντας[701] εν ασφαλειᾳ ωσιν παραγενομε/
L. 22. νος δε και εις λυκων πολιν τη νεν τῳ βουσιτιτῃ η ην κατειλημμενη και ισχυρωμενη προς πολιορκιαν οπλων τε παραθεσει δαψιλεστερᾳ και τῃ αλλῃ χορηγιᾳ πασῃ ως αν εκ πολλου
L. 23. χονου[702] συνεστηκυιας της αλλοτριοτητος τοις επισυναχθεισιν εις αυτην ασεβεσιν οι ησαν εις τε τα ιερα και τους εν αιγυπτῳ κατοικουντας πολλα κακα συντετελεσμενοι και αν-
L. 24. τικαθισας χωμασιν τε και ταφροις και τειχεσιν αυτην αξιολογοις περιελαβεν του τε νειλου τον αναβασιν μεγαλην ποιησαμενου εν τῳ οδγοῳ ετει και ειθισμενου κατακλυζειν τα
L. 25. πεδια κατεσηεν εκ πολλων τοπων οχυρωσας τα στοματα των ποταμων χορηγησας εις αυτα χρηματων πληθος ουκ ολιγον και καταστησας ιππεις τε και πεζους προς τῃ φυλακῃ
L. 26. αυτων εν ολιγῳ χρονῳ την τε πολιν κατα κρατος ειλεν και τους εν αυτῃ ασεβεις παντας διεφθειρεν καθαπε ........ ης και ωρος ο της ισιος και οσιριος υιος εχειρωσαντο τους εν τοις αυτοις
L. 27. τοποις αποσταντας προτερον τους αφηγησαμενους των αποσταντων επι του εαυτου πατρος και την χωραν ε........ αντας και τα ιερα αδικησαντας παραγεγνομενος εις μεμφιν επαμυνων
L. 28. τῳ πατρι και τῃ εαυτου βασιλειᾳ παντας εκολασεν καθηκοντως καθ ον καιρον παρεγενηθη προς το συντελεσθη ......... προσηκοντα νομιμα τῃ παραληψει της βασιλειας αφηκεν δε και τα εν
L. 29. τοις ιεροις οφειλομενα εις το βασιλικον εως του ογδοου ετους οντα εις σιτου τε και αργυριον πληθος ουκ [133] ολιγον ωσαυ ...... αι τας τιμας των μη συντετελεσμενων εις το βασιλικον βυσσινων οθ ...
L. 30. ων και υων συντετελεσμενων τα προς τον δειγματισμον διαφορα εως των αυτων χρονων απελυσεν δε τα ιερα και της λ ......... μενης αρταβης τῃ αρουρᾳ της ιερας γης και της αμπελιτιδος ομοιω ..
L. 31. το κεραμον υῃ αρουρᾳ τῳ τε απει και τῳ μνευει πολλα εδωρησατο και τοις αλλοις ιεροις ζῳοις[703] τοις εν αιγυπτῳ πολυ κρεσσον των προ αυτου βασιλειων[704] φροντιζων υπερ των ανηκον .....
L. 32. αυτα δια παντος τα τ εις τας ταφας αυτων καθηκοντα διδους δαψιλως και ενδοξως και τα τελισκομενα εις τα ιδια ιερα μετα θυσιων και πανηγυρεων και των αλλων των νομι .......
L. 33. τα τε τιμια των ιερων και της αιγυπτου διατετηρηκεν επι χωρας ακολουθως τοις νομοις και το απιειον εργοις πολυτελεσιν κατεσκευασεν χορηγησας εις αυτο χρυσιου τε κ .......
L. 34. ου και λιθων πολυτελων πληθος ουκ ολιγον και ιερα και ναους και βωμους ιδρυσατο τα τε προςδεομενα επισκευης προςδιωρθωσατο εχων θεου ευεργετικου εν τοις ανηκο .......
L. 35. θειον διανοιαν προςμυνθανομενος τε τα των ιξρων[705] τιμιωτατα ανανεουτο επι της εαυτου βασιλειας ως καθηκει ανθ ων δεδωκασιν αυτῳ οι θεοι υγιειαν νικην κρατος και τ αλλ αγαθ ........
L. 36. της βασιλειας διαμενουσης αυτῳ και τοις τεκνοις εις τον απαντα χρονον
[134]
L. 9–36.
Verdienste des Königs , welche die Priester zu dem
Ehrenbeschlusse bestimmen.
L. 10.
Καθαπερ ωρος ο της ισιος και οσιριος υιος ο επαμυνας τῳ πατρι αυτου οσιρει.) Ptolemäus ist der Sohn eines Gottes und einer Göttinn, der Götter Philopatoren[706], wie Horus der Sohn der Isis und des Osiris ist, und wie dieser Osiris an Typhon, so hat auch er seinen Vater an den aufrührerischen Lycopoliten gerächt.[707]
Herodot schreibt nicht so ausführlich von Osiris Untergange durch Typhon und von Horus Rache, als spätere Schriftsteller, in deren Zeiten die ägyptischen Priesterlehren aufgehört hatten, für Geheimnisse zu gelten. Mit Unrecht hat man daraus geschlossen, daß Sagen, welche sich auf Osiris gewaltsamen Tod beziehen, ihm unbekannt gewesen seien, welches bereits von Plessing gerügt ist[708]. Vorsichtiger bemerkt Wesseling[709], Herodot sage nichts davon, sondern nur, Typhon habe die Regierung, welche er seinem Bruder entrissen, durch Horus wieder verloren. In der That kann man seine Worte in mehrern Stellen nicht anders als von einem Kampfe zwischen diesen Wesen verstehen, wie man auch den Kampf selbst erklären mag. Ihm wurde von den thebäischen Priestern erzählt, daß zuerst Götter in Aegypten regiert haben, und unter diesen Osiris, dann Typhon und zuletzt Horus, welcher der Herrschaft [135] Typhons ein Ende machte[710]. Die Vorstellungen von Göttern und menschlichen Königen gehen hier unmerklich in einander über. Osiris, der rechtmäßige Herrscher, denn so betrachtet sich sein Sohn, wird von Typhon verdrängt; zu Saïs zeigt man sein Begräbniss und stellt dort in der Nacht seine Leiden dar[711], und sein Körper dient bei der kostbarsten unter den drei Arten des Mumisirens zum Musterbilde[712]. Auch Horus ist für den Thronräuber ein Gegenstand des Hasses und der Verfolgung, deshalb verbirgt ihn[713] Isis auf der Insel Chemmis; aber Typhon muß auf dem See Serbonis, an der östlichen Gränze des Landes, einen Zufluchtsort suchen, denn Horus siegt[714].
Die ursprüngliche Gestalt der Mythe darf man bei Herodot nicht suchen, da schon griechisches hineingezogen ist, und in unserer Inschrift lassen es die Priester unbestimmt, in wie fern Horus als Rächer gedacht werden soll, denn man erklärte die Nachrichten von Osiris Leiden physisch, historisch und allegorisch, mit oder ohne Einmischung von fremdem, besonders griechischem, welches hier nur kurz erörtert werden kann, so weit es unser Denkmal erfordert.
Ohnerachtet der Warnung des Jamblichus, nicht alle Lehren der Aegyptier auf natürliche Ursachen zurückzuführen[715], überzeugt man sich, daß diese Mythe einmal auf physische, sowohl irdische als himmlische, Erscheinungen gedeutet wurde. Zu derselben Zeit, wo die Sonne, im Zeichen des Krebses [136] ihre größte Wirksamkeit erhielt, fieng der Nil an, zu steigen[716]; man nahm deshalb beide unter dem Namen Osiris für eins, und nun war Isis die Erde und Typhon das Meer, welches den Nil verschlingt[717]. In Aethiopien ist demnach der Geburtsort des Osiris, welchen Typhon, einer veränderten Vorstellung zufolge, nach der Nilschwelle in die Ufer des Flusses zurück und in das Meer drängt[718]. Bei seinem Todtenfeste trauert man, so lange er abwesend, im Meere, ist; dann erscheint Horus, der Rächer, die verjüngte, wiederkehrende Sonne, mit welcher darauf auch der Nil mit seiner Seegensfülle zurückkommt; darum ist Horus der Wohlthäter aller Aegyptier[719], Typhon dagegen mißgönnt ihnen jedes Gute und sucht sie zu verderben. Diese Vorstellung lag um so näher, da die Plagen, als deren Ursach die Juden den Zorn ihres Jehovah betrachteten, zum Theil nach dem Zurücktreten des Nils sich einfanden, welches Typhon bewirkte[720]. Sie waren theils örtlich, theils allgemein, und so konnte auch die Idee von einem bösen Wesen sich nur allmählig gestalten und verallgemeinern.
So lange das Delta mit Wasser bedeckt und das Canalsystem unvollkommen war, litt das Land durch ungesunde Dünste, welche auch der Nilschlamm erzeugte. Dieß letzte ist besonders seit dem Verfalle der Canäle wieder sehr merklich geworden[721].
[137] Dazu kamen die sengenden Winde: der Chamsin, welcher über dem Sande der libyschen Wüste entsteht, durch eine erstickende Hitze plötzlich die ganze Natur in den Zustand der Erstarrung versetzt, die Glieder lähmt, das Athmen erschwert, und durch den Triebsand, welchen er mit sich führt, die Augen wund macht. Ein anderer Wind von ähnlicher Art drang über die arabische Wüste herein; er hatte seinen Sitz zwischen dem Berge Casius, welcher nach Herodot[722] Aegypten von Syrien trennte, und dem rothen Meere, etwa im See Serbonis, wo Typhon sich verbarg, und welchem die Aegyptier Ausdünstungen des Typhon zuschrieben[723]. Deshalb haben die Neuern erklärt, die ägyptische Form von Typhon sei Theu-ph-hon, ventus malignus[724] oder Tiphoos, dans malum[725]. Möchte nur der coptische Sprachschatz nicht wieder zur Unzeit geöffnet sein, um die Ableitung für ein griechisches Wort zu finden. Die Aegyptier nannten nach Hellanicus den entarteten Bruder des Osiris Baby[726], und nach Plutarch[727] Bebo. Auch in andern Gegenden von Aegypten empfand man eine drückende Hitze, welche Krankheiten erzeugt[728]. An der Küste fürchtete man das unwirthbare Meer oder Typhon in einer andern Beziehung gedacht, am Flusse den Crocodil und den Hippopotamus, als verderbliche Thiere Geschöpfe des Typhon, oder er selbst, wie Osiris und die andern Götter, als sie von ihm verfolgt wurden, sich in wohlthätige, dann heilige [138] Thiere verwandelte[729]. Demnach gehörte nicht bloß die Dürre Typhon an, oder der Wind, das Meer, oder die Finsterniß, sondern alles Schädliche und Verderbliche in der Natur[730]. Die gegenwirkenden Kräfte sind immer Osiris und Horus, jener als der Urheber des Guten[731] und dieser als der Wiederhersteller desselben, als der Rächer seines Vaters. Die Idee des Dualismus ist in der Natur der Dinge gegründet; ohne von Brahminen oder sonst von außen belehrt zu sein, und ehe noch seine Priester einen einfachen Glauben in ein System brachten und durch Mummerei fast unkenntlich machten, mußte sie sich dem Aegyptier aufdringen. Selbst der Tonga-Insulaner hat seinen Hotuah-Pow, welcher ihn auf Reisen irre führt oder mit bösen Träumen plagt. Man bezog dann aber die Mythe vom Osiriskriege auch auf Erscheinungen am Himmel, und nun erhält man eine dem Vorigen analoge aber doch ganz verschiedene Erklärung; die Namen der Götter bekommen andere Bedeutungen, Osiris wird ein anderer Geburtsort angewiesen, die Trauer über ihn und die hierher gehörigen Symbole gewinnen eine andere Gestalt und einen andern Sinn. Nach dem Sabäismus ist Osiris die Sonne[732], genauer, die Sonne während ihres Laufes vom Zeichen des Krebses bis zum Steinbock, folglich während sie von der obern Hemisphäre zu der untern hinabsinkt. Typhon verfolgt sie und erhält [139] zuletzt, am kürzesten Tage den Sieg; Osiris wird vom Throne verdrängt, er stirbt; aber er verjüngt sich als Horus, welcher den Vater rächt, glücklichere Zeiten zurückbringt; die Sonne fängt an, sich wieder der obern Erdhälfte zu nähern[733]. Demnach ist Osiris der Vieläugige, πολυοφθαλμος, und diess eine Uebersetzung des ägyptischen Ōs viel, und Iri das Auge[734]. Er geht aus dem Osten hervor, die Trauer um ihn bezieht sich auf seine Entfernung von der obern Erdhälfte, wie das tägliche Anfüllen von 360 Gefäßen mit Milch auf der Insel Philä[735] eine astronomische Bedeutung hat. Auch Isis klagt, denn sie ist nun der Mond, die Uralte, παλαια[736], wie man erklärt, weil das Mondjahr älter war, als das Sonnenjahr; sie trauert, weil der Mond sein Licht von der Sonne erhält[737]. Dagegen ist Typhon der Lichtfeind, der Verderber, welcher keine Zeiteintheilung, keine Ordnung im Leben will[738], woraus die Bedeutung und Wirksamkeit seines Gegners und Ueberwinders Horus von selbst folgt. Man blieb indeß keineswegs hierbei stehen, sondern wandte die Mythe auch auf andere Erscheinungen am Himmel an, wie aus Plutarch u. a. zu ersehen ist.
Die historische und allegorische Erklärung folgte nach. In ziemlich späten Zeiten fieng man an, die Götter für alte Könige zu halten. Demnach war Osiris König in Aegypten, wo er 28 Jahr lebte oder [140] regierte[739], etwa in Theben, wie Zoega will[740]. Sein Bruder Typhon tödtete ihn, den Gerechten, der gewaltthätige Frevler; aber seine Schwester und Gemahlinn Isis und sein Sohn Horus übernahmen es, ihn zu rächen; eine Schlacht im ägyptischen Arabien entschied; Typhon wurde erlegt und Isis trat die Regierung an[741]. Nach andern Nachrichten mußte Horus, welcher als Krieger mit der Lanze erscheint[742], nicht bloß Typhon mehrere Schlachten liefern, sondern dieser erhielt auch den Sieg, er riß ihm ein Auge aus, und tödtete ihn sogar[743]: scheinbare Widersprüche, deren Grund darin liegt, daß man Osiris und Horus, wie bekannt ist, auch für eins nahm. Eine gelehrte astronomische Ausdeutung giebt Plutarch. Jeder Versuch, eine Idee, welche bloß in geschichtlicher Hülle erscheint, wie hier der dualistische, geschichtlich zu erklären, sie etwa mit einem Kriege zwischen eindringenden äthiopischen und arabischen Colonien in Verbindung zu setzen, muß mißlingen. Was würde dann auch aus der Urreligion, aus der Verwandtschaft von allem mit allem, wenn etwas so zufälliges einer Hauptlehre der Aegyptier von ihren Hauptgöttern, und ihren ältesten zugleich, das Entstehen gegeben hätte?
Es fehlte ferner schon im Alterthume nicht an einer allegorischen Erklärung. Typhon ist die Uncultur, das Sittlich-Schlechte[744] im Gegensatze des Osiris, ihr Krieg ein Kampf zwischen dem Guten [141] und Bösen[745], selbst zwischen der Harmonie und dem Mißklange, welche Hermes einigt, als er Horus zu Hülfe gesandt, mit Typhons Sehnen seine Leyer besaitet[746].
Sucht man Nutzanwendungen, so ist auch dafür gesorgt; unter andern findet sich eine bei Plutarch, welche Epiphanes gern gehört haben würde, wenn seine Priester sie gekannt hätten. Als Osiris zum Beistande seines Sohns aus der Unterwelt herbeieilt, fragt er ihn, was er für das Schönste halte, und Horus erwiedert: τῳ πατρι και τῃ μητρι τιμωρειν κακως παθουσιν[747].
Sobald einmal fest stand, was die ägyptischen Priester forschenden und gläubigen Griechen sagten: eure Götter haben wir schon lange vor euch gehabt, so hatte man nun für die einzelnen Mythen freies Feld, namentlich bei der Deutung des Osiris-Krieges. Den Priestern mochte die Entstellung ihrer Theologie, die Sprachen- und Mythenverwirrung verhaßt sein, zumal, wenn es gegründet ist, daß Ergamenes, ein äthiopischer König in Meroe, zu Ptolemäus Philad. Zeit das Priesterjoch abwarf, als er durch Griechen aufgeklärt war[748], aber sie duldeten, was sie nicht verhüten konnten und worin sich ihnen ein Ausweg darbot, wenn sie über Dinge, welche sie selbst nicht mehr verstanden, Auskunft geben sollten. Die Griechen überschritten nun alles Maaß. Typhon, nach seinem Namen den Aegyptiern aufgedrungen, welche ursprünglich dabei so wenig an Typhoeus oder an Schiwa oder Ahriman [142] dachten[749], als bei Osiris an Dionysus[750] oder bei Horus an Apollo[751], war der τετυφωμενος, der Aufgeblähete, Uebermüthige, und nun Osiris im Gegensatze nicht mehr der Vieläugige, sondern der Heilige ὁσιος και ἱερος, sein Name, dessen Abstammung aus dem ägyptischen oder von Sirius mit vorgesetztem ο so eben nachgewiesen ist, wird nun von jenen griechischen Wörtern abgeleitet, und Isis, nicht mehr die Uralte, ist jetzt die Weise, welche εἰδεναι und ἐπιστημη zukommt, daher ihr Name von ἰσημι[752]. Hatte man gefunden, daß Horus Apollo sei, so ließ sich in die Erzählung von dem Kampfe zwischen ihm und Typhon, welcher ihn suchte, um ihn zu verderben, leicht auch Latona hineinziehen und die schwimmende Insel; aber Isis ist die Mutter des Horus-Apollo, was bleibt für Latona? – man macht sie zur Wärterinn[753]. War ferner Osiris eins mit Dionysus, so muß er sich nun ganz in diesen fröhlichen Gott verwandeln, den Wein erfinden[754], der vor Psammetich in Aegypten nicht gebaut wurde[755], Scherz und Lachen lieben[756], große Wanderungen unternehmen, um die Menschheit zum Anbau der Erde anzuleiten und sie dadurch zu beglücken, und in seinem bunt gemischten Gefolge erblickt man nicht nur Anubis, sondern auch Pan, und seltsam genug, als haben auch die Lagiden ihren Mann gestellt, Macedo[757], welchen man nicht in den Macednus oder Macedo des Hellanicus [143] und Solin wird verwandeln wollen[758]. Die Aegyptier, welche „ihre Götter mit Klagen verehrten, wie die Griechen die ihrigen mit Tänzen“[759] huldigen Apollo und den Musen, und selbst muthwillige Satyre schließen sich an ihren Gott an, welcher nun nicht als der Kampflustige erscheint, auch der Waffen nicht bedarf, denn „überall wird er als Freude- und Seegenbringer willig aufgenommen, während sein Statthalter und sein Feldherr, Antäus[760] und Hercules, welche er in seinem Reiche zurückgelassen hat, gleich Typhon und Horus, einander bekriegen[761]. Eine desto unglücklichere Rolle spielt Horus auf griechischem Boden, denn er wird von den Titanen erschlagen, obgleich dann vom Vater in das Leben zurückgerufen[762]. So weiß der Grieche Aehnlichkeiten zu finden und zu schaffen, und wehe der Alterthumskunde, wenn sie zur Pseudophilosophie und Afterreligion ihre Zuflucht nimmt, um solche Träume in das Heiligthum der Wahrheit einzuschwärzen.
Unsere Priester erklären sich nicht, in welcher Beziehung sie Horus als den Rächer seines Vaters gedacht wissen wollen; immer war er ein großer und göttlicher Wohlthäter der Aegyptier, und die Vergleichung mit ihm für Epiphanes schmeichelhaft und die Erinnerung an ihn, an das Alte, welches wieder Ansehen gewinnen sollte, ihnen nützlich. Feierte doch noch Ptolemäus 10. Alexander 2. das Todtenfest des Osiris.
[144]
L. 11.
41. Σιτιχας προσοδους.) Für σιτιχ. welches hier falsch eingegraben ist, kommt unten zwei Mal die richtige Form σιτικας vor[763].
42. Δαπανας πολλας υπομεμενηκεν.) Weiterhin, wo von dem Kriege mit Antiochus dem Gr. die Rede ist, werden von dem Könige fast dieselben Worte gebraucht: υπομεινας δαπανας αργυρικας τε και σιτικας μεγαλας[764].
43. Ενεκα του την αιγυπτον εις ευδιαν αγαγειν[765] και τα ιερα καταστησαςθαι.)[766]
L. 12.
44. Ταις τε εαυτου δυναμεσιν πεφιλανθρωπηκε πασαις.) Der König verbesserte den Zustand der Priester nach Kräften, εἰς δυναμιν[767], er wandte dazu alle Mittel an, welche ihm zu Gebote standen, denn darauf, nicht auf seine Kriegsmacht, wie unten[768], ist hier δυναμεις zu beziehen. Die Priester geben sich hier und im zunächst folgenden das Ansehen, als ob sie den König wegen seiner Verdienste um ganz Aegypten ehren, dann aber[769] zeigt sich der wahre Grund, warum sie seine Huld preisen[770].
[145] 45. Απο των – – – προσοδων και φορολογιων.) Nach Ameilhon[771] unterschied man einen Staatsschatz und einen königlichen, welches der Geschichte fremd ist. Hier nur das Wesentliche über diesen Gegenstand, da die Priester oft darauf zurückkommen.
Die Könige hatten einmal gewisse Regalien. Ihnen gehörten zunächst die Ausbeute aus den Bergwerken und Steinbrüchen und andere nutzbare Fossilien[772]. Man fand in Aegypten nicht bloß Edelsteine, vorzüglich sehr harten Smaragd, sondern es gab auch Natrum, welches man zum Mumifiren, Waschen, Bleichen u. s. w. gebrauchte[773], und Fossilien, welche als Färbestoffe Werth hatten[774]. Aus Cyprus erhielt man Kupfer und aus den eroberten Theilen von Aethiopien Gold[775].
Auch die Elephantenjagden in den Ländern südlich von Aegypten wurden seit Ptolem. 2. auf Rechnung der Regierung unternommen und für den beträchtlichen Handel mit Elfenbein mehrere Märkte eingerichtet[776].
Sehr natürlich war ferner der Handel mit Papyrus, welchen Ptolemäus 2. aus Eifersucht gegen Pergamus einstellen ließ[777], aber ohne dauernde Folgen, [146] Fischerei im See Moeris[778]. Die Ptolemäer waren auch im Besitze der Ländereien, welche einst die Pharaonen und die Krieger gehabt hatten, und selbst ein großer Theil des Tempellandes war jetzt damit verbunden[779]. Außerdem behielten sie sich gewisse Landesproducte in Gegenden vor, wo sie eine vorzügliche Güte hatten, z. B. die Palmenfrucht in Thebais[780].
Dazu kamen Zölle und Strafgelder. Jene wurden nicht bloß zu Schedia erhoben, wie es nach Strabo scheinen könnte, der doch selbst einen andern in Mittelägypten nennt[781], und diese waren nicht die einzigen; von den Waaren, für welche Alexandrien den Zwischenhandel besorgte, mußte ein doppelter Zoll, bei der Ein- und Ausfuhr, erlegt werden[782], und die beiden Hafen der Stadt wurden sorgfältig bewacht, obgleich nicht bloß aus diesem Grunde, wie auch am arabischen Meerbusen Wachen standen[783]. Die Strafgelder und der Ertrag eingezogener Güter flossen ebenfalls in den königlichen Schatz[784]. Hierbei konnte nach der Meuterei des Scopas und der Empörung der Lycopoliten[785] schon manche Ermäßigung Statt finden.
Von den directen Abgaben und von den Lieferungen waren die Priester auch nicht mehr frei[786], [147] wie zur Zeit der Pharaonen[787], unter welchen angeblich Sesostris zuerst ein Steuersystem für Grundstücke einführte[788]. In Aegypten selbst wurden die Steuern von Untereinnehmern, βασιλικοις τραπεζιταις, erhoben, und aus den Districtscassen, βασιλικαις τραπεζαις[789], nach Alexandrien an die Schatzmeister, ταμιαι[790], geschickt. In den Provinzen forderte man sie entweder von den Dynasten, welche man fortregieren ließ[791], z. B. auf Cyprus, oder von Statthaltern, oder man verpachtete sie. Dieß letzte geschah in den Ländern an der Ostküste des mittelländischen Meers seit Evergetes 1., und war bei weitem am drückendsten, besonders als statt der Gesellschaften, welche aus rechtlichen Männern bestanden, sich Juden des Geschäftes bemächtigten. Sie wurden Generalpächter, indem sie statt 8000 Talente 16000 boten[792], und verfuhren mit einer empörenden Härte; Josephus, ein Sohn des Tobias, der erste dieser Pächter, ließ sich eine unbedingte Vollmacht und 2000 Mann gegen Säumige und Widerspenstige geben, worauf zwanzig angesehene Einwohner von Ascalon auf seinen Befehl hingerichtet wurden[793]. Wenn daher Aristomenes im Kriege mit Antiochus dem Gr.[794] jenen Provinzen aus Klugheit einen Theil der Abgaben erließ, welches wahrscheinlich ist, so konnten die Priester dieß zu Schmeicheleien benutzen, selbst um [148] den König mit Osiris zu vergleichen, hätten sie schon wie Synesius gewußt, daß dieser sich dasselbe Verdienst um die Städte erwarb, und ihnen noch überdieß Geschenke machte[795]. Ueberhaupt mußte jede Ermäßigung um so willkommener sein, da die Aegyptier unter den Ptolemäern weit mehr steuerten, als unter den Persern. Die jährliche Einnahme Ptolem. 2. betrug 14,800 Tal. und 1,500,000 Artaben Getraide[796], und schon Ptolemäus 1. hinterließ 740,000 Tal. im Schatze[797].
46. Οπως ο τε λαος και οι αλλοι παντες.) Dieses ἀλλοι war Heyne dunkel, wenn nicht etwa nach L. 13. die Einwohner eroberter Länder im Gegensatze der Aegyptier gemeint seien. Allerdings erlauben die Priester bei dem: alle andern an alle andern zu denken, bis dann, unterschieden von den ἀλλοις ἰδιωταις[798], die ἱερα έθνη hervortreten[799], die Sacrosancti, welche sich so gern mit dem Gegenstande ihrer Thätigkeit für eins nehmen. So liest man bei Appulejus: Tunc cuncti populi, tam religiosi quam profani, und Populi mirantur, religiosi venerantur etc.[800] und bei Diodor: οὐ γαρ μονον το συστημα των ἱερεων, ἀλλα και συλληβδην ἁπαντες οἱ κατ’ Αἰγυπτον κ. τ. λ.[801]. Stellen, worin Nichtkrieger, λαοι, den Kriegern[802], oder Gefährten eines Fremden den Eingebornen, – – τους λαους – μετα των εγχωριων[803] entgegengesetzt werden, können hier zur Erklärung nicht beitragen.
[149]
L. 13.
47. Εν ευθηνιᾳ ωσιν[804]
48. Τα τε βασιλικα οφειληματα.) Der König erließ Rückstände, {{Polytonisch|τα ὀφειλομενα εἰς το βασιλικον, τα μη συντετελεσμενα εις τ. β.[805] bis ins achte Jahr zurück[806], folglich, da das Denkmal im neunten Jahre seiner Regierung entstand, vom Anfange derselben oder von 204 bis 196 v. Chr. Man hatte die Zeit der Vormundschaft benutzt, die innere Zerrüttung durch Agathocles und durch den Zwist zwischen Sosibius dem jüngern und Tlepolemus, dann den Leichtsinn und die Verschwendung des letztern während seiner Verwaltung, und ohne Zweifel auch die stürmischen Auftritte am Hofe durch Scopas, die Empörung der Lycopoliten und den unglücklichen Krieg mit Antiochus d. Gr.[807], um sich so viel als möglich den Staatslasten zu entziehen. Als nun die Rückstände so bedeutend geworden waren – οντα πολλα τῳ πληθει – daß ihre Einforderung einen neuen Aufruhr erregen konnte, that Aristomenes als Regent darauf Verzicht. Dieß war um so rathsamer, da auch die Priester ihre Zeit ersehen, gar nicht gezahlt und geliefert, oder die Gegenstände nicht, wie sie hätten sein sollen, geliefert hatten[808].
49. Και τους εν ταις φυλακαις
L. 14.
απηγμενους[809] και τους εν αιτιαις οντας εκ πολλου χρονου απελυσε των εγκεκλημενων.) Die Worte, ἐκ πολλου χρονου, deuten, wie [150] Pahlin richtig bemerkt[810], auf die schonendste Art darauf hin, daß sich die Gefängnisse bereits unter Philopator, dem Vater des Königs, füllten. Er hatte Günstlinge, Sosibius d. ä. und dann Agathocles, welche ihn zu Gewalttätigkeiten verführten, oder sie in seinem Namen begiengen, um sich zu behaupten, und in das Schicksal der Verfolgten wurden immer auch andere verwickelt und wenigstens eingekerkert. Der Bruder und die Mutter des Königs, Magas und Berenice, fanden während Sosibius Verwaltung ihren Untergang[811]; dann Cleomenes, König von Sparta, welcher, von den Macedoniern vertrieben, durch den ägyptischen Hof sein Reich wieder zu erhalten hoffte und bei den Miethtruppen in Alexandrien in einem Verdacht erregenden Ansehen stand[812]. Als er aus diesem und aus andern Gründen verhaftet war, und in Verzweiflung aber vergebens das Volk zur Empörung aufforderte, konnte er den Entschluß fassen, mit Hülfe der Gefangenen in der Burg seinen Plan auszuführen; so zahlreich waren diese schon damals[813]. Wenige Jahre später wurde Sosibius durch Agathocles gestürzt, welcher nicht bloß die Königinn Arsinoe tödtete, sondern auch um jeden andern Preis seinen Einfluß sich zu erhalten suchte[814]. Auch die Ereignisse nach seinem Falle im ersten Jahre der Regierung des Epiphanes, bis zu Aristomenes Regentschaft[815], mußten dazu beitragen, die Zahl der Gefangenen zu vermehren, welche dieser dann begnadigte[816].
[151] 50. Προσεταξα δε και τας προσοδους των ιερων και τας διδομενως εις αυτα κατ ενιαυτον συνταξεις[817] σιτι-
L. 15
κας τε και αργυρικας. Die Priester haben nur sich im Auge, finden indeß doch rathsam, mitunter auch das Gute zu erwähnen, dessen sich andere Unterthanen des Königs durch ihn erfreuen. Daher das Durcheinanderwerfen verschiedenartiger Dinge und die Wiederholungen[818].
Mit kluger Mäßigung sprechen sie nur von der Wiederherstellung ihres Zustandes, wie er im Anfange der Regierung Philopator’s gewesen war[819], durch dessen Günstlinge ihnen vieles entzogen und aufgebürdet sein muß, vorzüglich durch Agathocles, welches Aristomenes abstellte.
Es würde ein besonderes Werk erforderlich fein, um zu zeigen, in welchen Verhältnissen die Priester unter den altern Pharaonen lebten, und wie sich diese dann seit Pfammetich, unter der Herrschaft der Perser und unter den Lagiden veränderten. Zur Erläuterung der Inschrift werden folgende Bemerkungen genügen.
Das religiöse Bedürfniß findet sich neben dem physischen bei den Völkern schon in ihrer Kindheit. Dieß ist die Zeit, in welcher Priester als Erretter aus geistiger und leiblicher Noth, deren Gewalt über das Grab hinausreicht, Rechte begründen können. [152] Die Rechte der Brahminen, der Lamen, Druiden [820] u. s. f. haben keinen andern Ursprung; eben so war es in Aegypten[821], welche Fabeln man auch später darüber erdichtete [822]. Mag die Bevölkerung Aegyptens von Aethiopien ausgegangen sein, worüber es Zeugnisse giebt[823], aber zuverlässige nicht geben kann, mag diese manche Sitte mit sich gebracht haben, wie die Beschneidung, worüber Herodot[824] nicht einmal zu entscheiden wagt, und die Hieroglyphenschrift: so kann ich mich doch nicht davon überzeugen, daß die ägyptische Priesterkaste äthiopischer Abkunft gewesen sei, so fern sie nämlich zur Beförderung des Handels als Colonie nach Theben gekommen und Staaten gestiftet haben soll, wie ein berühmter Geschichtschreiber neuerer Zeit zu glauben geneigt ist. Durch diese Vermuthung, welche sich auf Monumente aus unbekannter und auf Zeugnisse aus später Zeit gründet, schafft man nur Schwierigkeiten, auch wenn bloß der Staat von Meroe als der ursprüngliche Sitz jener Priester betrachtet wird.
Herodot weiß nichts davon; er sagt nur, die Sitten der Aethiopen seien zu Psammetich’s Zeit durch ägyptische Flüchtlinge gemildert[825]. War Theben, oder irgend eine andere Stadt, bei der Ankunft der Priester schon erbaut, so gab es schon einen Staat, und dieser konnte nicht ohne Cultus, der Cultus nicht ohne Priester bestehen. Aber auch angenommen, [153] daß die Aegyptier, welche denn doch vorher wohl nicht ohne Religion gewesen waren, sich ohne Priesterthum behalfen, bis eine Handels-Colonie es ihnen zuführte; angenommen ferner, daß die Aethiopen auch in ihrer politischen und wissenschaftlichen Cultur schnellere Fortschritte gemacht hatten, welches nothwendig sein würde, aber von Herodot, der Meroe nicht ausnimmt, geläugnet wird, und daß also die Priester Staaten stifteten, zu welchem Volke gehörten die Krieger? Kamen sie mit den Priestern? Dieß wird durch das vorige ausgeschlossen. Fanden sie sich als einheimische ägyptische Völkerstämme schon vor? so hatten sie entweder die Rechte bereits, in deren Besitze wir sie später finden, einen Theil der Ländereien, Abgabefreiheit und den Vorzug, daß der König aus ihrer Mitte gewählt werden konnte, und die äthiopischen Priester kamen als Gründer von Staaten und Staatsverhältnissen zu spät, und eine unbegreifliche Großmuth theilte mit ihnen Ansehen und Besitz; oder sie hatten ihre Rechte noch nicht, so gab es Staaten mit einer mächtigen Kaste, welche eine priesterliche Handels-Colonie nicht bloß aufnahm, sondern auch, im Besitze des Schwerdtes, sich jeden andern Besitz von ihr zutheilen ließ. Und wenn die Priester dieß vermocht hätten, etwa auch, weil die Kriegerkaste erst nach ihrer Einwanderung entstand: ist es irgend wahrscheinlich, daß sie es auch gewollt haben würden, sie, aus deren Kaste Sethon kaum auf den Thron gelangt war, als die Krieger ihre Ländereien verloren?[826] Diese also, deren Kaste, wenn sie nach der priesterlichen entstand, weder aus dieser, als einer geschlossenen Gesammtheit, noch vom Volke hätte ausgehen, sondern auch nur eine eingewanderte [154] gewanderte hätte fein können, .machten bei der ftaatsbürgerlichen Entwickelung der Aegyptier das Schwerdt gegen den Altar geltend, wie es die Gefchichte von den Galliern 3 vielen ändern Völkern lehrt. Bei dem friedlichen und feindlichen Verkehre, welcher mit der Zeit zwifchen beiden Ländern ent· ftand, ift es leicht zu erklären, dafs man im füdli- chen Aegypten, z.B. auf der Infel Elephantine die äthiopifche Sprache kannte 37), oder dafs auf der Infel Tachompfo Aegyptier und Aethiopen zufam- men wohnten 3i), und Monumente, welche den ägyptifchen ähnlich find, in Aethiopien erbaut wurden. Herrichten doch Könige aus diefem Lande in Aegypten, und umgekehrt SP). So weit unfere Nachrichten reichen, finden wir in Aegypten Staaten mit einer monarchifchen Ver- faffung, Könige *°), Priefter *') und Krieger **). Jene fowohl *3) als diefe **) bekamen zu ihrem Unterhalte Ländereien, und zwar abgabefrei, von den Königen. Religion und Cultus haben ihren Grund in der höhern Natur desMenfchen, aber der Staat benutzte fie, um fich zu befeftigen, zumal in Aegypten, deffen Bewohner gottesfürchtiger waren, als irgend ein anderes Volk **)· Die Priefter konnten bei einer zahllofen Menge von religiöfen Gebräuchen nicht felbft erwerben, was fie bedurften *'), und da man Geld in fo frühen Zeiten in Aegypten nicht 57) Her o do t. 3, 19. 38) Derf. 2, 29. 36) Caefar a. a. O. 39) Derf. 2, 110. 137. Diod. Sie. i, 44. u. 60. 40) ι Mof. 12, 15. 41) Daf. 47, 22. 26. 42) z Mof. 14, 6. 7. g. 23. 28. 43) i Mof. 47, 22. 26. 44) Herodot. », 141. vgl. iog. 45) Derf. 2, 37. 46) Derf. a. a. O. Porphyr, de abftin. 4. $. 8. [155] kannte*'*)' wohl aber Landbefitz, fo ga- L ,,, ben die Könige ihnen Land. Dafs diefe gleichwohl von ihnen abhängig wurden, erklärt fich eben fo, als wenn die Carolinger, die Schöpfer des Kirchenftaates und Herren von Rom, den römifchen Bifchöfen huldigten, und wie es in Deutfchland Ho- henftaufen und einen Ludwig d. Baier gab, welche den pfäffifclien Heiligenfchein in feine Elemente, Bettelftolz, Feigheit und Trug aufzulöfen wufsten, fo hatte auch Aegypten, fchon vor Pfamnietich, feine felbftftändigen Könige. Der Befitzftand blieb indefs nicht immer der- felbe. Den urfprünglichen kennen wir nicht. He- rodot fagte man, Sefoftris habe jedem Aegyptier nach dem Loofe ein gleich grofses viereckiges Stück Land gegeben *Ä); nach einer ändern Bemerkung deffelben Schriftftellers hielt das Feld jedes Kriegers, und wenn die Theile gleich grofs waren, das Feld jedes ändern Aegyptiers, 12 apoupai *'), die Arura zu 100 ägyptifchen Ellen ins Gevierte, alfo zu 10,000 Ellen Flächenrauin gerechnet ic). Darnach war auch das Volk nicht ohne Ackerbeßtz; es klagt, als es bei einer Hungersnoth Jofeph fein Vieh für ßrodt hat geben muffen, dafs ihm nichts übrigbleibe, als der Leib und fein Feld J/). Wenn es darauf dem Pharao, welchem Jofeph diente, feine Bäckereien, für Getraide abtreten und für die fernere Benutzung den Fünften geben mufste s*~), fo fchliefst dies nicht aus, dafs der König fchon vorher Land befafs, und vom Volke eine Abgabe, nur eine geringere erhob, 47) Das Gepentheil wird man nicht aus Herodot. a, KI. u. 136. folgern wollen. 50) Herodot. a, 168· 48) Herodot. 2, 109. 49) S. L. 30. A. go. 51) i Mof. 47, 18. 19. το ίϊιον σαι,«« xcu >j γ») η/uMy. Sept. 52} Daf. v. 24. so. [156] da er fonft nicht hätte beftehen können. Etwas unbeftimmt liegt diefs in den Worten Diodors: den zweiten Theil des Ackers erhielten die Könige, welche davon ihre Einkünfte bezogen, um die Koften des Krieges und des Aufwandes, welchen ihre Würde erforderte, zu befireiten, und nun nicht genöthigt waren, das Volk zu fehr durch Abgaben zu drücken 53). Auch nach Strabo hatten die Ackerbau - und Gewerbetreibenden zinsbares Land : α'ρ' ων ?Tfp (7>jv κ«/ τ«χν«ς έξΎ/χζομινων) και αϊ συνηγοντο τω /3ασ/λ«; f*). Der Acker der Krieger und Priefter war dagegen abgabefreiί5) und unveräufserlich ·**). Sie konnten ihn aber nicht felbft bauen und mufsten ihn folglich gegen einen Zehnten oder einen ändern Antheil am Ertrage den Steuerpflichtigen überlaffen, ohne dafs djp.fe ßefitzer oder gar Eigenthümer wurden. Obgleich ein Priefter auch Privatvermögen haben konnte 5?)> f° floffen doch die Einkünfte von den Ländereien, welche zu feinem Tempel gehörten, in den Tempelfchatz, welcher in alten Zeiten nur in Vorräthen beftanden haben kann 5S). Daraus entnahm man, was zur Unterhaltung der Priefter und Tempeldiener, zu den Opfern, Aufzügen und überhaupt zum Cultus erforderlich war ip). Aufserdem hatten die Priefter Nebeneinkünfte vom Hofe und vom Volke. Die dreifsig Richter, Priefter aus Heliopolis, Theben und Memphis, wur- 55) '· 75· , 54.) V· P· 787· 55) Herodot. », 168. D'iod. Sie. i, ^5. 58) Derf. 2, 28. 59) Derf. 2, 37. Diod. Sie. i, 75. 561 ι Mof. 47, 22. 26. 57) Herodot. z, 57. 60) Aelian. V. H. 14,34. S. Perizon. Dafs die Könige Oberrichterwaren, ift nicht zu bezweifeln. Herodot a, 129. Vergehen, welche unmittelbar den alten Cultus angiengen, z. B. die Verletzung der heiligen Thiere, fchei- nen immer von den Prieftern beAraft zu fein. Herodot, a, 65. [157] den vom Könige unterhalten *'), und ob- ^ ne Zweifel auch die Söhne der Priefter, welche, über zwanzig Jahre alt, dem Könige zum Dienfte, oder richtiger zur Aufficht beigegeben wurden '*). Findet man doch Oberhaupt den Grund- fatz befolgt, dafs jeder im unmittelbaren Dienfte des Hofes von ihm ernährt wird, z. B. die zweitaufend. Krieger, welche abwechfelnd jährlich bei dem Könige die Wache hatten "3). Von dem Volke wurden die Priefter für das Einbalfamiren entfchädigt, in fpätern Zeiten mit Gelde, mit einem Silbertalent, zwanzig Minen und einer fehr geringen Summe, nach der Befchaffenheit der Mumie '*). Ueberhaupt bedurfte der ängftlich religiöfe Aegyptier die prie- fterliche Hülfe fo oft, dafs es ihm nicht an Gelegenheit fehlte, fich dem Einzelnen oder dem Tempelfy- ftem für ein Orakel, eine Belehrung, Heilung u. f. f. dankbar zu beweifen. Nach der Infchrift erfcheinen nun aber die Priefter als tributpflichtige Unterthanen. Schon unter den Pharaonen feit Pfammetich wurde der Grund zn einer Veränderung gelegt, welche ihnen in allen Beziehungen und in ihren Folgen auch dem Staate nachtheilig war; das Alte war erfchüttert, und das Neue} welches ohnediefs das Volk ßch nie aneignen konnte, ohne Feftigkeit, als Cambyfes angriff. Pfammetich erhielt durch ionifche und carifche Miethtnippen den Sieg über feine eilf Mitregenten; zur Belohnung gab er ihnen Ländereien und den ehren vollften Platz im Heere*5), und fuchte griechi- fche Bildung nach Aegypten zu verpflanzen. Auch Apries fieberte fich durch ein Heer von loniern und 61) Diod. Sie. i, 75. 62) Derf. l, 70. 63) Herodot. i, 168. 64) Diod. Sie. i, 91. Vgl. Herodot. 3, SS. 65) Herodot », 153. Diod. Sie. i, 67. [158] Cariern öff), und Amafis verfetzte fie nach Memphis, wo er fie zur Leibwache wählte * 7). Damit verloren auch die Priefter an Einflufs und an Einkünften. Diefe griechifch gebildeten Könige machten -fich unabhängig von ihnen. Die Kinder Pfammetich's, unter deffen Regierung der gröfste Theil der einheimifchen Krieger nach Aethio- pien auswanderte 5i), wurden nach griechifcher Sitte erzogen tfp)$ er war ferner der erfte König in Aegyp- ten, welcher Wein trank ?0). Auch Amafis verlebte den Tag nicht nach den Priefterregeln, und Warnungen blieben fruchtlos 7i); er gab Gefetze und machte Veränderungen in der Verwaltung, ohne die Priefter zu befragen ?Ä), gab oder verfagte den Tempeln Gefchenke nach Willkühr 75), und wies den Griechen nicht blos die Stadt Naucratis zum Wohnplatze an, fondern geftattete ihnen auch, an be- ftimmten Orten Altäre und Tempel zu erbauen, wie er felbft eine Griechinn zur Gemahlinn wählte 7f~). Wo demnach alles aus den Fugen gieng, da mufsten auch die Einrichtungen und Rechte der Priefter veralten und gefchmälert werden. Unter der Herrfchaft der Perfer verbefferte fich ihr Zuftand nicht. Gambyfes mifshandelte fie und verhöhnte ihre Götter. Vielleicht würde es dann ohne die wiederholten Empörungen beffer mit ihnen geworden fein. Nach der letzten legte es Artaxer· 66) Herodot. 2, 163. 68) Herodot. 2, 30. vgl. c. 164 ff. D i o d o r. S i c. a. a. O. Plutarch. de exil. p. 601. D. Nicht alle Krieger ver- liefsen Aegypten; unter Mardonius fochten Hermotybier und Calafirier bei Platää. Herodot. g, 32. 67) Derf. 2, 154,. Di od. S i c. a. a. O. 69) Herodot. 2, 154,. D i o d. Sie. a. a. O, 70) Plutarch. ΙΓ. et Ofir. 353. B. 72) Derf. 2, 177. Di od. Sie. i, gg. 71) Herodot. 2, 173. 73) Herod.'z, 174. 74) Derf. 2, 178. »81. [159] xes 3. wieder vorzüglich darauf an, fie ^ und ihren Cultus lächerlich und tinwirk- fam zu machen; die Tempel wurden geplündert und ihre Schriften nach Perfien gefchickt; auch liefs er Apis tödten und einen Efel an deffen Stelle weihen, mit dem Befehle, ihn anzubeten 7i), und nach einer Sage verzehrte er Apis mit feinem Hofftaate 7Ä). Hieraus läfst fich leicht abnehmen, dafs die Priefter auch bei den Abgaben und Lieferungen mit angezogen wurden ??). Als die Ptolemäer zur Regierung gelangten, waren die Krieger als Kafte vertilgt, und das wenige Tempelland, welches die Priefter jetzt noch befa- fsen ?i), war und blieb der Beiteuerung unterworfen; das übrige gehörte, wie der Acker der Krieger, dem Könige. Da nun aber die neue Dyna- ftie den alten Cultus aus Klugheit nicht ganz wollte linken laffen, fo half fie mit gröfserer oder geringerer Freigebigkeit dem Mangel ab. Ariftomenes ins- befondere gab den Prieftern den fehlenden Opfer - und Lebensbedarf, und machte Oefchenke anderer Art ") ; er ftellte verfallene Tempel her *") untl er- liefs den Prieftern einen Theil der Abgaben. Auch dauerten für diefe manche Nebeneinkünfte vom Volke fort. Solche Unterftützungen waren nothwendig, wenn der ägyptifche Cultus fortbeftehen füllte, denn diefer erforderte einen bedeutenden Aufwand an Opferthieren, an Brodt, Honig, Milch, Wein w), getrockneten Weintrauben, Oel *a)> Myrrhen und 77) Herodot. 3, 91. 73) L. 30. Aelian. Nat. Ainmal. 10, 28· Plutarch. If. et Olir. 555. B. C, 79) L. 51. 3ψ. So) L. 55. 81) L. 15. A. 51. Herod ct. 2, 59. 82) Herodot. t, 94. EHod. Sie. i, 34. Drumann In [ehr. v. Ruf. [160] anderem Ränchersverk *·*), und diefs genügte nicht, denn andere Tempel hatten andere Bedürfniffp. An manchen heiligen Orten C> brannten in der Nacht Kerzen **), und Tiian'mufste Schiffe, tragbare Capellen und koftbare Gewänder, vorzüglich zum Behufe der Aufzüge herbwfehaffen *5) . und Nahrungsmittel für die heiligen Thiere Ä<:). Die meiften Koften verurfachte das Begräbnifs des Apis; als das Thier bald nach dein Regierung« - Antritte Ptolem. i. ftarb, verwandten die PrielV.;· alles auf diefe Feier, was ihnen 711 Gebote ftand, und borgten noch überdiefs fünfzig Talente vom Könige; Diodor fügt hinzu , dafs noch zu feiner Zeit häufig mehr als hundert Talente bei diefer Gelegenheit ver- fchivendet würden *?). Auch das Volk fcheint jetzt, wo der Tempelfchatz nicht mehr ausreichte, freigebiger gewefen zu fein ; es fteuerte zu den Begrä'bnifs- koften der heiligen Thif-re, nur dieThehaner ausgenommen, „ welche keinen Gott für fterblich hielten."**) Dennoch kam es dahin, dafs der Cultus ein Gaukelfpiel und fflr die J'riefter ein Mittel zur Bettelei wurde *'). Bereits zu Herodots Zeit unterhielt man zu Theben f°~) und am See Moeris gezähmte Crocodile, welchen man in der Gegend der Ohren einen Schmuck und an den Vorderfiifsen Ketten anlegte ")· In Arfmoe, vorher Crocodilopolis, fah 83) Herodot. a, 40. 84) DeiT. i, 130. 85) L. 42. A. iio. 11. L. 6. A. 54. 86j Diod. Sie. i, 83. ' 87) i, 84- 90) In deffen Bezirk Strabo nur noeii Tlecken fand, ιγ, 8ι6. { 46. 88) Plutarch. If. et Ofir. 359. D. wo W e fiel i n g zu Diodor. Sie. i, 85· mit Recht ~κφχ( für -^κφαί lieft. 8g) Seibit zu Heliopoljs. S trab ο ιγ, 8ο6. f. 29. 91) Herodot. 2, 69. Vgl. Λ m m. Marc. 22, 15. j, 17. ed. Wagner. l [161] Strabo**), dafs'die Priefter einem Cro- ^ cüdil Nahrungsmittel in den Rachen fleckten. Eben fo wufsten Ce, wie freilich fchon im frfl- heften Alterthume, Schlangen abzurichten f3~)' t und felbft Apis mul'ste fich bequemen, Orakel zu geben, hulem er aus der Hand derer, welche ihn befragten, Nahrung annahm, oder nicht; er verfchmähte, was Germanicus ihm bot, und diefer wurde bald darauf getödtet **). 5ι. Ομοίως Ss και τα? xa-Sqxoutra? »iro- τοις θίβις «ττο rs τ >j ς α/κπ·<λ<διτο; Bis auf Pfammeticli fehlte es in Aegypten an Wein vom Weinftock. Diefs wird dadurch nicht widerlegt, dafs die Juden fich beklagten, fie feien aus Aegypten in eine Wofte geführt, wo es keine Wein flocke gebe; es folgt nicht, dafs Ce diefe dort vorher gehabt, fondern nur, dafs fie jetzt Entbehrungen aller Art zu ertragen hatten 9S\ Man bereitete nur ein Getränk aus Gerfte "), wie in Gallien 9?~) und in Thracien **), folglich eine Art Bier, mit welchem fich in fpätern Zeiten die armem Volksclaffen, auch in Alexandrien, begnügten "). Diodor^ von welchem es, wie von ändern *°°), ζύθος genannt wird, fchreibt ihm Wohlgefchmack und ei- ga) 17, 812. 95) Aelian. Nat. An im. 17, 5. Es gefchah auch in Epiru*. Aelian. Nat. An im. 11, a. 94) Plin. H. N. 8, 46. Solin. Polyhift. c. 5». Strabo 17, 307. Ael. Nat. Anim. 11, 10. Ueber die tiefe Gefunken- heit der Prieiler zu Hadriani Zeit f. Vopisc. Saturnin. 95) 4 Mof. 20, 5. 96) Herofdot. a, 77. Athen. 10. p. 418. E. Λιγνή·™»« τ«« c€ χ£ΐ5ας fi'< TTQTOV χαταλίαινονταί. Und i o. p. 447.' C. rat xfi- 5a< f.< ro TTIU/UK xecraXfov^iy. 97) Diod. Sie. 5, 26. 98) Athen. 10. p. 447. C. 99) Strabo 17, 799. 100) Hefych. v. fiäoc: otvot Jirea χξβφ γινο^ϊνο«. Pliu. H* N.fa»» «xtr. ij-thum. vgl. 14, «2. [162] neo angenehmen Geruch zu '), und ohne Zweifel dachte Heroclot auch bei der Sage von Mycerinus Trinkgelagen an diefe.s Getränk a). Erft unter Pfammeti.ch kam der Weinbau in Ae- gypten durch griechifche Anüedler in Aufnahme 3), und nun wurde auch Wein vom Auslande und befon- ders aus Phönicien und Griechenland eingeführt *) und bei manchen Feften in grofser Menge verbraucht s~). Die Aegyptier felbft, welche den Wein Herpis nannten '), gewannen ih'h vorzüglich in ön- terägypten; man fagte fogar, dafs er hier, bei der Stadt Plinthine, erfunden fei 7); aber den meiften Werth hatte der mareotifche, am See Marea oder JVlareotis; er hatte viel Feuer, war füfs, wohlriechend und von weifser Farbe·*). Doch baute man auch in ändern Gegenden Wein, z. B. bei Antiphrä, welcher fchlecht war, und in der grofsen Oafe, fie- ben Stadien von Abydus in Oberägypten '). 52. Και TW 7Γ αραδί/σων.) Von den Para- difen, deren Name perfifch ") und folglich nicht von π»ξ» und δβυω abzuleiten iit "), fagt Xeno- phon : 4irtf*t\sir»i τούτων, όττως XJJTT« τ« έσοντα/, ») »> 135· vgl· Athen. 10. p. 458. B. Es war heraufchend. Athen, i. extr. ι) Diodor. Sie. i, 5+. 4, ». 3) Plutarch. If. et Ofir. 355. B. Vgl. Weffeling xu Diod. Sie. i, 15. u. Vol's Jen. L. Z. iaai. No. 37. 4) Herodot. 5, 6. 5) Derf. a, 60. u. L. 6. A. 32. n. 74. §) Euftath. etTzeti. in Lycophron. ed. Müller. Vol. II. No. 571· 'EfTiv. ίξπκ; et, ίταρα το f^rovrat ττοι«» τον« π<- Vgl. Claffical Journal 1814. Vol. IX. No. 18· P. 299. und νονταί όίμιτφιας , o"3fv χ«ι οι Αιγύπτιοι (Ο-πιν χαλονσι τον οίνον. Vol. X. No. 13. p. 58. 7) Athen, i. p. 34. A. g) S trab o 17, 799. Athen, i. p. 26. A. u. 32. C. Vir- tidts albae. Horat. üd. l, 37. v. 14. g) Strabo 17, 799. u. 813. Athen, i. extr. l·) φα 11 u χ Onoin, g, 5. 11) Suida« -rxvxi. gil. Georg, a. v. 91. Sunt Thaßae vites, funt et Marto- [163] ei 7Γ*ραδί/σΌ/ xxXouufvoi , ifavTUV καλών τβ neu ίν τούτοις α υ'τοί (ό |3«σ<λίυς) τ« πλί/βτα δ/*τρ»/3ίΐ , βτβν / u»; η ώρα του treu? έξαξγ^ "). Sie unterfchieden fich von den Saatfeldern und von dem nicht rnit Bäumen bepflanzten Lande, -ψιλός τόπος, \£/λ>; yrj '5), Oberhaupt, und beftanden bei den Perferrt in eingehegten '*) Anlagen, welche Pflanzen -, Baum - und Thiergarten zugleich, wohl bewäffert und von fchat- tigen Gängen /J) durchfchnitten waren. Es vereinigte fich tiarin alles an Gebäuden, Teichen, fchö- nen und wohlriechenden Pflanzen "), an Wild, Fi- fchen und Vögeln /7)> wodurch fie zu einem angenehmen Aufenthaltsorte werden konnten. Man weifs, wie wichtig fie den Satrapen waren, daher auch der Feind fie zuerft zu zerftören fuchte ?*). In unferer Infchrift kann η·«ραδ. nur von gewöhnlichen Gärten verftanrien werden, da es in Aegypten an folchen Parks fehlte und man dort auch nur wenig Holz hatte") 12) Oeconom. p 329. C. ed. Lenncl. 13) Urkunde auf Papyr. ed. Bock h. S. 4. 15. 13. D«i Gegen th eil ift σνν$ενβ«χ τοπ<χ. Suid. ^.ttvx-jxfix. 14) Xenoph. Hellen, p. 509. C. ed. Leuiicl. oder 4, c. ι. ττ*- ^« o~a<,ufvoi τταοαϊίισοι. Cic. ide fenectute. 17, Confeptvf egtr, diligenur conjitui. 15) Hefych. rrafotJ. 16) Suid. £cui£xui<. 17) Xenoph. Λ. &. O. ig) Dio'd. Sie. 16, 41. und 14, 8°· (Ά^σιλαος) ffffXSwv J« τφ χωρν /u«XJ< Σχ^ίοιν, f^Sfi^i τονς τ( χηπου« , κ«ι τον irot- pa^fioOv τον Τισσαφί^νον«, ψντο<( και TOH οΐλλοκ roXvrtXoK TTfipiÄort5iV»^(Af>ov κς Tf«<{)>)v και την tv fif>JVji Tiuv wyounv αττο- λαιισιν. IQ) Vgl. Briffon de regn. Perf. p. 107 ff. Biel Nov. the- faur. philol. crit. P. IV. ed Schleusn. u. Schleuener Nov. lex. praeco-lat. in N. T. ad γ. rrafaX. wo indeft di« Ciaifiker nicht genug berückfichtigt find. [164] L.iS.if, 53. Msvaiv siri %ωρας) 30) 54. Ε/ς το τίλίστίκον.) Το τ«λ. ift nicht eine Summe, welche die Priefter erlegten, um unter weniger läftigen Förmlichkeiten in die Myfterien eingeweiht zu werden , wie Ameilhon glaubt ·"); davon ift nirgends die Rede, am wenig- ften hier, und hätte ein folcher Abkauf Statt gefunden, fo gieng er den König nicht an. Die Priefter fprechen vielmehr von den Abgaben und Lieferungen , welche die Regierung ermäfsigt oder erlatfen hatte "). L. ,7. 55. Ispwv βθνων.) Die heiligen Gefchlechter, alle, welche zu den altägyptifchen Prieftern gehören , όμοί$νοι *3), το των lepstav έ9νος 3*~) , το των /fpewv Vivo?, α,ττο των άλλων χωρ/ς «φωρ/ςωίνον JJ) , den α'λλο« νοητίζ **") und den β»ωτα< a?) entgegengefetzt, und auch denen, weichen die unter den Plolemäern neu geftifteten Priefterthümer·3*) übertragen waren. Deshalb wurde auch \vohl der Ausdruck γίνος /ep«τ/κον ÄJi), als zweideutig, hier vermieden. Nicht mehr die Gelehrten und Richter des Landes, ohne allen ändern Einflul's, als den, welchen fie als Priefter der Landes- ao) S. L. 33. A. 86. "· L· 36. A. 91. Hl) Ameilhon Eclairc. p. 55. Un droit de dispenfe, gut Us inities etoient olliges de puycr. (Pahliii) Analyfe p. 79: τίλ. parott fe rapporter d quelque don, jnit annuel- lement ä Finßitution des Myßeres etc. vgl. p. 75. u. 76. Wie leicht ift es, in die fügfamen Hieroglyphen jeden Sinn hineinzulegen? aa) L· 17, 29. u. 30. wird o-wreÄfi» ebenfalls in diefem Sinn· pebraucht. 35) P lato Timaeus. Vol. 9. p. 294. Bipont. 33) Dio d. Sie. i, 70. 24) Ariftotel. Metnph. i, i. 36) L. 12. A. 46. 27) L. 53. A. 137. z8) L. 4,. u. 5. 89) PJufeb, Chron. cd. J. Seal. p. 175. [165] göller hatten, mufsten lie darauf und auf ^ ihre Ahftanimung von der alten Kafte einen um fo «jröfsern Werlh les-en. σ o 56. TCD κατ SVIX-JTOV ttt «Xe|avbp» <»>» καταττλου.) J") Der Zweck Her Reifen, welch· die Priefter bis dahin jährlich zu Waffe r nach Alexandrien unternahmen, la'fst fich nicht mit Gewißheit heftimmen. Pahlin , einmal von Ameilhon irr· geführt, denkt an Eingeweihte, welche Myfterien feierten, und zu dem Ende nach Alexandrien reife- ten3*); doch niclit auf Befehl der Regierung, welche es jetzt erliefs? fie hätte einen alten Keligions- gebrauch, etwa eine jährliche Fahrt nach Rhacotis, nur unterfagen, nicht aber eruffen können, und würde wenig Dank damit erworben haben. Am wahrfcheiniichften ift es, dal's die Priefter bisher ihre Lieferungen felbft hatten nach Alexandneii hnngen mülTrii; hierbei wat in Hinlicht auf Menge und Güte eine genaue Aufficht nöthig, welche nicht einmal Betrug, auch von Seiten der Priefter, verhindern konnte jj). Da man jetzt weniger von ihnen forderte, verlangte man auch nicht mehr, dafs es Priefter überbrachten, und diefs mufste ihnen aas einem doppelten Grunde onvünfcht fein , denn fie wurden damit vor-dein Volke ausgezeichnet und fallen fich nicht dem Spotte der Alexandriner ausge- fetzl, welche lie wegen ihrer Gebräuche verlachten, um!, wie es feheint, diefe aus muthwilligen Scherzen nachahmten: in dem Canal, welcher die caiio- pifche Mündung mit Alexandrien verband, wurden 30} Polyb. 5, SS. {- 8· (Φαμη;) Γνχί'ον urv i»*i>.ve:rt r>)< wxrot yijy ff?jar«a«. ji) Analyfc p. 70- Ameilhon p. 55. Hier erklärt dielet richtiger, (dai.) ja) L. ββ· [166] mt» IQ. r von Männern uird Frauen auf Schiffen im- ter unzüchtigen Gefangen und Tänzen Aufzöge gehalten, welche mit Trinkgelagen in Ganopus endigten 33). Der Aufenthalt in einer Stadt, wo fremde Sprachen, Sitten und Religionen fie erinnerten, dafs ihr Glanz erlofchen fei, inufste den Prieftern an fich unangenehm fein, fie konnten hier mit ihrem Cultus und deffen Hauptßtze Memphis nur \vie Ruinen einer Vorwelt ericheinen. 67, T>)V συλλ^ψ/ν τ:ον st ς την νχυτβι»ν μη 7το<Ε*ς·9·«/.) Wefton überfetzt: and ordered, tkat no one should be preßed for.the navy 3*). Diefs ift eben fo fehr dem Zufammenhange als der Gefchichte entgegen ; ein Preffen der Priefter für den Seedienft würde alle Aegyptier empört haben. Vielmehr foll- ten jene keinen Beitrag, keine Meihülfe, συλλ^-ψιν 3S), zu dem Bedarfs der Flotte, ναυτικα/? χρίΐα/ς 3ιί), geben. 58. Των τ εις το pxaiXingv ywv sv το/ς «fjο/ς ßuafiv'av LQ . I O. s-S-ov/ων «TfiXufffv τ et Suo jwip>].) Die Schwierigkeiten, welche mit einer Unterfuchung über die Byffus verbunden, und von J. R.. Forfter 37) gröfsten- 33) Strabo 17, 801. i. 17. Vgl. Herodot. 2, 59. 60. 54) Im Account, p. j6. u. 22. 35) Aelian. V, H. 2, 4. (ο 'Χ.χξίπαν) »/ivwixiuv or> των 56) Aelian. V. H. 2, 10. pvoft «ÜTPH σι/λλ>7ψ€7αι. Diod. Sie. Frapm. l 31. V. X. p. 179. ed Argent. (Λίνκιο? Άσνλλιοί) κκ^ολο« Jf rovi οίττι» Τίνος ^TroeiVPV^fvvji ^uovtr^? οραω^ίνονς t'jtpysrfi, σ ι/λ λ. y,tj.Qx v cov f« r>)i '^f«i ονΐ7ΐαί αφβϊωί. Vgl. S u id. v. |νλλκ,ί3ί(ν. u. Oiod. S je. 19, 63. u. 20, ioz. (Γνν£7Τ(λκ,(;[)μΓ/ος r>ji oixooouiat. .. . , ,, darüber »m Clarrical Journal Vol. IX Nq. XVII p. 153 ff. 37) De bytTo anticjuorum. Londin. 1776. u. die Bemerkungen dahpr ich auf ihn verweifen kann. Vgl. auch Lercher Forfter hat die wichtigften Stelleu zufammengetrH^en, ζμ Herodot. 2,37. u. $6. Win ake l ma nn's Werke, [167] theils glücklich befeitigt find, haben ih- L lg reu Grund vorzOglich darin, dafs die niei- ften unter den Alten ohne Sachkenntnifs von ihr fchreiben ; ohne felbft gefehen zu haben, entlehnen fie ihre Nachrichten aus ändern Werken, und bei unklaren Voi Heilungen werden auch ihre Ausdrücke zweideutig. -Sie gebrauchen λ/vev und λίνίος von allen ihren bekannten gewebten Zeugen, nur nicht von wollenen. So fragt es fich, ob man dabei an wirkliche Leinwand aus Flachs, an Baumwolle oder Seide denken folle. Umgekehrt entfteht daraus wieder ein fchwankender Gebrauch der Wörter byjjfus, xylon, finden, goßypion und bombyx· man bediente fich ihrer häufig zur Bezeichnung aller Zeuge, welche \ ne» genannt wurden. Die Priefter in Aegyp- ten, welche der Reinlichkeit wegen nichts vonThie- ren an fich tragen durften, mithin auch kein aus Wolle von Schaafen verfertigtes Gewand, kleideten fich eine lange Zeit in wirkliche Leinwand, welche in einer Stelle beiPlutarch nicht zu verkennen ilt^*); auch wählte man fie, wenn man bei religiöfen Handlungen, z.B. bei dem Einwickeln der Mumien, Zeug bedurfte. Dann erhielt man in ungewiffer Zeit, aber fchon vorHerodot, Baumwolle, byjfus, aus Indien und Arabien, und die Priefter zogen fie nun vor 39'), weil fie weifsere und feinere Faden gab. Dafs man fie felbft zu Mumien- Binden verwandte *°), beweif't, dafs'Aegyjiten fehr reich daran war, denn blofs die äufsern Zierbinden enthalten in der Regel über 5oo, 5. Band. Anm. 538. u. 342. ed. Meyer u. Schulze. V i»- con t i Muf. Pio-Clem. T. 2. p. 155. u. hier L. 44. A. 115. 38) U. et O dr. 552. G. 39) Plin. H. N. 19, i. 40) Herodot. », 86. [168] manche Ober ιυοο Ellen f') , und befleben gröfstentheils aus Baumwolle; diefs Jäfst fich um fo leichter erkennen, je weiter die Lugen vom Körper entfernt find, denn die erften find ftark in Harz oder Gummi getaucht *J). Die Baumwolle, welche man bald auch in Aegypten, vorzüglich im öftlichen, zu gewinnen wufs- te, hiefs nach Indien, für Aegypten ihr Vaterland, Sinclon *·'); das Wort bezeichnete dann aber diefs Erzeugnifs überhaupt, welchem Lande es auch angehören mochte **). Um es von der Schaaf- Wolle / u iinterfcheiden , nannte man ns xyltnnm *s) oder ί'ρίο^υλον, welches wieder mit goßypion 1"i) gleichbedeutend ift, während βομβνζ die Seidenraupe und die Seide bezeichnet, welche man von ihr erhält * 7)· Όθον/α erklärt Hefychius **) durch λ/να Ιμχτι», imfere Infchrift nennt /3υσσ/να c'-θ., auch wird c&ovicv /• Λ/κον und ό£. το rrrj^iwv *9~) erwähnt, und fo das Wort in einer allgemeinern Bedeutung auch von nicht leinenen Zeugen gebraucht 5C). Aegypten hatte feine eigenen Webereien, und zwar beforgten die Männer diefs Gefchäft, und auf eine Art, welche man nur in Colchis wieder fand i/). In altern Zeiten waren die Weber, λ/νουρ'νο/, in Pa- 42) Herodot. a. a. Ü. macht diei'en Unterschied nicht. 41) P. W. Sieb er Ueber ägypt. Mumien. Wien 1820. und Jo'mard Ueber diü Hypogeeii von Theben, in Deicript. de l'Egypte, T. 111. p. 6ä. u. 88 ff. edit. II. 4.3) H ei y eh. v. Γινίοι, f&vo? ivOtxoy. v. ΣινοΌ«; , %ιτω·/«ί σινύ>* να«. Der Vf. des Peripl. Mär. Erythr. p. 146. Amftelod. 44) Pollux. Onom. 7, 17. 45) Doch wohl von ?νλον, nicht von der Infel Ceylon, wie neuerlich gefaßt i lt. 47) Pollux a. a. O. Etym. M. v. /Ssußvl. 46) Plin. a. a. O 4H) V, OSüViK. 5oJ Heiych, v. o'äsv»). 51) Herodot. i, 35. u. 105. 49) Peripl. Mär. Erythr. p. 14.7. u. 177. [169] noplos in Oberägypten vorzüglich be· L ,„ rühmt sl), fpäter die in Arfinoe, PeluGum und Alexandrien ij). Sie übertrafen felbft die ba- bylonifchen **), und zeichneten lieh nicht weniger durch i'ärben und Sticken aus ·"), obgleich auch Zeuge von unächter Farbe ausgegeben wurden •si). Das UntereinanHenveben von Faden aus verfchiede- nem Stoffe, z. B. ein Einfchlag aus Byffus und ein Aufzug aus Lein, icheint nicht für Betrug gegolten zu haben i7)· Da die Priefter Zeuge von Byffus febr liebten und vor ändern bedurften, fo wird fie fehr viel auf Tempellande gebaut fein, daher die ftarken Lieferungen an den Hof. Diefer hatte fchon zu Ptoleni. ü. Zeit einen unermefslichen Reichthum an fchön gewebten und künftlich geltickten Zeugen, an grofsen Vor- und Ueberhängen, an golcKlurcliwürkten Ober- und Untergewändern, in welchen das Bild des Königs und feiner Gemahlin/i und auch Mythen durch Stickerei vorgeftellt waren, an koftbaren Zelten u. f. f. is). Selbft die Segel der beiden grofsen Prachtfchiffe Ptolem. 4. beftanden aus Byffus *'). 5g. Ε/ς την κα·8·>;κοικταν τα£/ν.) Im nächft- folgenden wird von dem, was den Göttern, d. h. den Prieftern gebühre, τα tföitruevct gebraucht, dann ίο), α'κολουδως τοις νομας und ως κα-9·»;- 52) Stra bo 17, 8'5· 55) Peripl. M. Er. p. 145. u. 14.8. Plin. H. N. 8, φ5· 54) Martial. 14, 150. Lucan. Phurial. 10, 141. 55) Herodot. 2, igz. 3, 147. Peripl. M. Er. p. 148. 56) L. 30. A. 78- 57) Pollux Onow. 7, 17. 58) Athen 5. p. 196. F. 59) Derf. 5. p. 2ot>. C. 60) L. ig. Vgl. D« od. Sie. i, 49. vom Grabmale des Ofv- lliandyax: 7ca ßxeif.itui o.uouuc Sw^oifo^tift/roi, i rjro» ην ίχίχσπ;« (r»v xar' Ai'/imrtrj Jiwv) u. Derf. i, 88· vom äjypt. Bock : το et ,ιιο^ιον τη aoiuixr«, το τ>)ί 7tvt< «ii<5V , jiua- e'Sa.i w^.'i»;;.sv7vJ5, ως KV χ. τ. λ. [170] XM ")· ^'e Priefter haben dem Könige und dem bisherigen Regenten fo viel Lob gefpendet, dafs fie es nun wagen, anzudeuten: übrigens habt ihr blofs eure Schuldigkeit gethan, und, dürften wir mit euch rechten, bei weitem nicht genug. Sie danken im vorigen, dafs es in mancher Hinficht wieder fo mit ihnen geworden fei, wie im Anfange der Regierung Ptolem. 4· öa)> jetzt fpre- clien fie allgemeiner, am die Verdienfte des Königs und ihren Ehrenbefchlufs in das rechte Licht zu fetzen und den Ptolemäern zu erkennen zu geben, dafs bei dem Zurückgehen in die gute, alte Zeit der Pharaonen noch fchönere Palmen winken. L. 19. 6ο. Ομοίως oe κ«/ το δ/κα/ον ίτ«σ«ν veipsv καθ-αττίξ) e p u >j ί ο μ e γ et ς γ. α. ι /u t γ «ς. Der Name des Gottes Hermes ift fo wenig ägypti- fchen Urfprungs u5), als die Aegyptier anders als aus Klugheit und aus Fügfamkeit gegen die Griechen und ihren griechifch redenden und griechifch gebildeten Hof einen ihrer Götter Hermes nannten. Als die Griechen die Aegyptier näher kennen lernten, verglichen fie deren Theologie, mit der ihrigen, fie fanden Aehnlichkeiten und nahmen nun gewiffe Gottheiten in beiden für identifch, welches die Aegyptier anfangs duldeten, um den Ruhm der altern 61) L. 55. A. 86· «· L· 35· Seleucus Calliniciis in e. Schreiben an d. Milefier: tft/vejriufX>^x)TE am, ivoc ffi/ητκί κατά TJOTIOV. Chishull. Ant. Afiat. p. 69. 64) M a n et h o in Syncell. Chronograph, p. 40. 1(ξ« βι- βΚκχ. γ£αφΕνπχ JTTO τον ττ^οττατο^οί Tptqufyirrov fjuov. Ter- tull. adv. Valentin, c. 15. Mercur. Tri'tnttgiftut. 62) L. 15, 16. 65) Jablonski Panth. lib. 5. p. 189· Ermeh, qui re in ple- nam perfectamque reddit. Zoega obeli»c. p. 424. not. Pater Scientiae, H u g Unterfuch. S. 269. Aiun. [171] Bildung zu behalten, und dann unter den j Ptolemäern dulden muteten. Anubis und Hermes fchienen den Griechen als Pfychopompen , Thoth und Hermes als Erfinder der Buchftabenfchrift und mehrerer Wiflenfchaften und Kiinfte eins zu fein. War man darüber einig, fo ichrieb man nun Thoth als Hermes zu, woran die> Aegyptier nie gedacht hatten, z. B. die Leyer, welche er mit Typhons Sehnen befaitet"), und umgekehrt. Man würde demnach fehr irren, wenn man alle Eigenfchaften und Attribute des einen bei dem ändern auffuchen wollte, oder annehmen, in den Städten, welche die Griechen Hermopolis, die Aegyptier aber ganz anders nannten, fei auch nur Thoth wirklich verehrt; diefs läfst fich nur bei Her- mopolis Magna in Mittelägypten *7) vorausfetzen, und nicht aus jenem Grunde, fondern weil die tod- ten Ibis, dem Thoth geheiligte Vögel, dorthin gebracht wurden. Herodot erwähnt weder Thoth, noch Anubis, noch ein Hermopolis, und dagegen einen Tempel des Hermes zu Bubaftis *f), wo die todten Katzen beerdigt wurden "), fo dafs jener Schlufs an und für fich nicht einmal ficher ift. Als man fand, dafs auf einen Gott zu viel gehäuft fei, und zugleich die Einheit und den Zufammenhang zwifchen der Theologie verfchiedener Völker, wie fie nun einmal erkünftelt waren, nicht aufgeben • wollte, überwies man nicht jedem wieder das Seine, 66) Plutarch. If. et Ofir. 573. C. Die Griechen erlaubten fich dergleichen auch in Dingen, welche nicht ein Spiel der Pliantaiie fein und wobei fie die Wahrheit leichter entdecken konnten. Diod. Sie. 16, 4. läfst Philipp nach einem Siege eine. Trophäe errichten, und doch war diefi gar nicht macedonifche Sitte. Paufan. g, 40. 67) Champoll. l'Eg. f. 1. Phar. 1,288 ff. Vgl. Hygin. a, «8. 68) 2, 158. 69) Herodot. a, 67. [172] fondern nian theilte einen und denfelben Gott in mehrere; ein Mechanismus, welcher inülifames Forfchen erfparte. Diefs begegnete auch Hermes; er vervielfältigte fich feitPlato, der nur einen Thoth oder ägypt. Hermes kennt, bis auf fünf 7°), und man Heilte nun den einen oder den ändern mit Thoth ziifammen, z. B. Manetho den erften 71) und Cicero den fünften 73). In den chrift- lichen Zeiten kamen dann die herrnetifchen Schriften hinzu, ein Gemifch von orientalifch - ägyptifch- griechifchen R.eligionsphilofophemen 73)„ In unfcrer Infchrift wird Epiphanes mit Hermes verglichen, fo fern er jedem Gerechtigkeit werden liefs. Diefs J'cheint fich auf den Thoth in der Unterwelt, auf den untcrirdifchen 7y), zu beziehen, welcher dort das Schickfal der Verl'torbenen nach dem Maafse ihrer Handlungen durch die Richter be· ftimmtu 73) und auch herbeieilte, um Horus im Kampfe mit Typhon zu unterftülzen, und Philopator ge- uen die Lycopoliten ?i). 6t. Εκ TS των (u«%/jLi(«»v.) Ptolemäus 4· hatte im Kriege mit Antiochus dem Gr. auch Aegyptier in feinem Heere, einige Reuter und 20,000 Phalan- giten. Nacli feinem Siege bei Ruphia, 217 v. Chr., lehnten fich die Eingebornen unter feinen Truppen gegen ihn auf 7?), und fetzten frch in Lycopolis feft 7Ä). Von diefen ift hier die Rede, von Einge- . 70) Cic. nat. Deor. 3, «2. Arnob. adv. gent. lib. 4. p. 154. n. 155. ed. Bafil.. L a c t a n t. Div. Inftit. 1,6.' 71) A. a. O. 72) A. a. O. 73) J a h I o n s k i Panth. Proleg, p. 96. Vgl. Dietr. Tiede- mann Hermes Trismegüls Poemander, in'der Vorrede diefcr Ueberfetz. 75) Hirt Bild. d. ägypt. Gottli. S. 35. Taf. VII. Fig. 24.11. 25. 74) Cic. n. Arn oh. a. a. O. 76) I.. 26. A. 71. 77) Pclyb. 5, 65. 107. 14, 12. 78) Uüleit. J. 5. [173] bornen ohne TJnterfchied, welche die Pto- £ sa lemler zum Waffen- und Gepäcktragen, feltener als Streiter zum Kriegsclienfte anzogen "}, nicht von der alten Kriegerkafte, obgleich Heroclot tie auch μ*%ιμοι zu nennen pflegt und fie noch bei Platää für die Perfer focht *°). Unter der jetzigen Dynaftie machten die Macedonier, welche ein be- fonderes Quartier in Alexandrien bewohnten, und die Miethtruppen ein flehendes Heer aus, und wer- den als Krieger den Bürgern entgegengefetzt *'). Die Macedonier waren den Ptolernäern, mit welchen fie ein gleiches Intereffe hatten, immer unverbrüchlich treu. 62. Katt των άλλων S3} των αλλοτρ/« L. 20. φρον>)σ«ντ6ΐν *·*) «ν τοις κατ« την ταραχών καιρό/; κα Τϊλθοντα.ς.) Im Vorigen *·*) war die Begnadigung der Verhafteten und Angeklagten erwähnt; hier fprechen die Prjefter von denen, welche an der Empörung der Lycopoliten Theil genommen und die Waffen freiwillig niedergelegt hatten, zurückgekehrt waren **); die Regierung befchlofs, 79") Di od. Sie. 19, 80. go) Herodot. a, »64. g, 32. Vgl. L. 15. A. 50. gj) Volyb. 15, 29. Έτ«σ«ν r«« TWV Μαχτ^οικν β·χ>)ν«<, /ufroc if ταντβ Tat TWV άλλοι» ρβ< f« ittfc( οίττανΕνίΐ/χνι«! τφ ττολίοις. — — Και ταντα τ* ιαη ffuuTTufiwviixfi, xiti τα irTcaTKUTux , χαι τα ^ολιτιχα χ. τ. λ. ga) Nach dem Gegenfatxe bei Polyb. a. a. C). τ«ν ττολιτιχω». Es fcMoITeu fich demnach auch Nicht- Krieger an die Empörer an. gj) 2 Maccab. 1+, 26. Ό ό( Άλχι,αο« tfoff τον Nmavofoc 84.) L. is. A. +8 "· 49· οίλλοτρίίχ φ^βνίιν των «·£αγιιας·«ν. Pfephisina Sigeor. iu C.Uishull. Ant. Afiat. p. 51. 1. 5. u. 6. ΔΜ» το«ς «ττΜ^αι,- ταί TWV rfa^uariuv. Polyb. 15, 23. ' 85) L. >g. Tovs χί»τ [174] L. 2i.»2. C'a^s ^e fl'ei von Acht und Verbannung *') wieder in den Befitz ihrer Güter gefetzt werden follten; die ändern beftrafte fie mit gröfster Strenge, als Lycopolis erobert war 77). 63. Πρθϊνο>)θ)) δβ κ:·ι όπως s^αττοσταλω- c»v.) Diefs bezieht fich auf den Krieg des Epipha- nes mit Antiocluis dem Gr. -2o3 — ig8 v. Chr. Die Syrer kamen nur bis Gaza, erzwangen aber einen für Aegypten fchimpflichen Frieden **). L. 2l. 64· Ύπομεινας δ«τταν«ς «ργϋρ/κ«ς τ» χ«» σ/τ/κα; ,αβγαίλα? **). Auch unter Ptolemäus 4· wurden zum Behufe des fyrifchen Krieges grofse Magazine angelegt *°). 65. Π«ρ«7/νθ|(*ί- L. 522. νοζ δι κα< «/ς λύκων 86) K«rfXSovr«t. Polyb. gebrauclit 4 in demfelben 17. Cap. κ(Χ7Αττορίΐ>ίς3'«ι » xarcXjfiv und «ατανοστϊίν vom Zurückkehren aus dem Exil. Hier haben fichtbar die beiden erften Ausdrücke eine verfcliiedene Bedeutung. In dem Sinne von xarocwoj. Tagt Polyb. 23, 16. von den Empörern zu Lycopolis, welche fich Epiphanes, aber zu fpät unterwarfen : ioaixav σφαί «vroi/ί f/i tffl /3«σιλ£ως τποτιν. 87) L. 26. 23. 90) Polyb. 5, 65. n«£f<«<. 88) Einleit. }. a. 89) L. n. 91) lieber die Lage von Lycopolis und d. Gefchichte der Empörung, deren Sitz es wurde, f. d. Einleit. ψ. 5. Παρα- fiv. L. 27. «aja'yfvoiUfvo! en Mf^t(f)iv. Pfephisma Sigeor. 1. 12. in Chishull Antiq. Af. p. 51. (Άντιο%ο() ττα^κγινο- , ufvoi fi? τον? roroi/ς κ. r. λ. Diod. Sie. i, 6g. vulg. fit A<- γντΓτοι/7r«?«7fvt?So ji. 5. O; jf Λ«ττΐ5< 7?«ξαγ{>οιυ.ίνο< wjo! την ττολιν «ττο r»)! f|o- JiCti. [175] L. 23. 66. Aaeßffftv.') Auch im Folgen- L den '·*) werden diefe Aufrührer χσιβίΐς ge- «4. »5* ii.iini t, weil fie die Tempel beraubten. L. 24. 67. Εν τω β γ δ CM ere/,) Jm achten Jahre der Regierung des Epiphanes, folglich ein Jahr vorher, ehe diefe Infchrift entftand 93)> L. 25. 68. Οχυρωσ«? τ« στόματα Των ττοτ«· / Ufi>v.) Aus dem Zufammenhange geht hervor, dafs man nicht die Abficht hatte, den Lycopoliten das Trinkwaffer zu entziehen, wie Diocletian 292 u. Ae. Alexandrien, als er hier Achilleus belagerte, dadurch, dafs er die Wafferleitungen abfchnitt, oder wie 1801 die Franzofen derfelben Stadt, indem fie das Waffer in den mareotifchen See leiteten. Auch wollte man nicht die Verbindung mit dem Meere aufheben, und dadurch einen Entfatz unmöglich machen, \ vie Ameilhon glaubt p*), fondern die Belagerer fuchten durch die Maafsregeln, deren die In- fclirift gedenkt, fich felbft und ihre Werke vor dem Waffer zu fchötzen. Die Belagerung hatte fich bis zur Zeit der Nilfchwelle hingezogen*, und man fah fich nun genöthigt, aufser dem gewöhnlichen Ver- fchluffe Dämme vor den Canälen anzulegen, und dadurch diffen Theil der Ebene weftlich vom febenny- tifchen Nilarme zu fichern. Durch Canäle wurde das Waffer in der Ebene abgeleitet, damit man zur rechten Zeit die Einfaat 9j) L. s6. 53) L, 4. A. 19. 94) EclaircilT. p. 62, Drumann tn/chr. v, Ko/i M [176] beforgen konnte, oder auch da, wo es wegen der Entfernung vom Fluffe nöthig war, Behältniffen zugeführt, worin man es aufbewahrte. Sicherung der Wohnörter bezweckte es weniger, denn lie waren im Delta gröfstentheils, und ohne Zweifel auch Lycopolis, auf künftlichen Erhöhungen angelegt, felbft Meierhöfe ^ fo dafs diefe Hügel zur Zeit der Ueberfchwemmung Infein ähnlich waren und mit den Cycladen verglichen werden * 5). Diefs gilt insbefonde- re von Bubaitis *ö); aber auch von ändern Städten, z. B. von Heliopo- lis *7) wird es ausdrücklich bemerkt, und diefe Einrichtung, zu welcher die Noth zwang, Sefoftris und dem äthiopifchen Sabaco zugefchrieben p*). — Wie grofse Schwierigkeiten ein FeJdzug in Aegypten hatte, und wie verderblich er werden konnte, wenn man die Natur des Nils und die Befchaffenheit feiner Ufer nicht genau kannte, erfuhr Ichon Perdiccas im Kriege mit Ptolemäus i. **). L. 26. 6g. Εν ολ<γω χρονω T>JV τβ ττβλ/ν κατ* χρατος ίίλϊν.) Die Stadt wurde nach einer Belagerung oder Einfchliefsung von mehrern Monaten genommen, denn es iit nicht glaublich, dafs der Angriff zur Zeit der Nill'chwelle begann, in der un- günfiiglten, wenn auch das VVaffer das Fortfchaffen 95) Herodot. t, 97. 157. Diodor. Sie. i, 36. Senec« Quaeft. Nat. 4, a. 97) Herodot. 2, 97. S trab o 17, p. 804. 96) Herodot, a, 157. Diod. Sie. i, 56. SS) Diod. Sie. 16, 155. 98) Herodot. 2, 137. Diod. Sie. 1,57. Vgl. Hirt Ver- fuch über den allmähligen Anbau u. WaJTerbau der alten Aegyptier, befonders S. 25. u. 24,. und Champollion l'Egypte f. 1. Phar. i. p. 124 ff. [177] der Belagerungsmafchinen und anderer ^ ag> t_ KriegsbedörfniiTe erleichtert haben würde. 70. Κα/ τους ev αυτί) ασεβιις τταντας δ/f- φ·9·«»ρ«ν.) Noch während der Belagerung, fagt Polybius, unterwarfen fich vornehme Aegyptier dem Könige, welcher IJe hart behandelte und dadurch in grofse Gefahr gerieth, t/; κ/νδυνους ττολλους faeKtatv /0°). Es fcheint, dafs die übrigen durch diefe Härte abge- fchreckt wurden, fich zu ergeben, dafs deshalb noch ein blutiger Kampf, τιολλο/ κ/νδ. folgte, und die Stadt mit Sturm erobert werden mufste, wie aus der In- fchrift erhellt. 71. K «-9««· * ))? ') χαι «p ο ς ο τ>;ς ισ/ος Λ»Ι οξίσιος υιός βχει^ωσβντο του$ εν, τοις αυτοις L. 27. τβττβις β7Τβο·τ«ντ«< TTfOTipev.) Die fchlaueh Priefter benutzen den griechifchen Namen der.Stadt Lycopolis und die Sage, dafs Ofiris in der Geftalt eines Wolfes, λύκοι TIJV c'^/v c'|UO«D$evT« J), aus der Unterwelt gekommen fei, und Kis und Horus im Kampfe mit Typhon ^ unterftützt habe. Da die Stadt im ägyptischen einen ganz ändern Namen hatte, und ferner Diodor diefe Sage auf das andere Lycopolis in Oberägypten bezieht, wie aus dem Zu- fatze erhellt: andere glauben, die Wölfe feien heilig, weil 15e einft die Aethiopen bei einem Einfalle in Aegypten bis Ober Elephantine zurücktrieben, weshalb auch der lycopolitifche Nomos fo genannt fei; fo fleht man, wie willkührlich die Priefter den i) Heyne ergänzt: xa3«st[j ο ΐζμ]^. Porfon: 100) Poly b. 25, ιδ. 2) IJ i o d. Sie. i, 88. Vgl. S y n e f. de provid. 1. i. 5) L. i o. A. 40. M 2 [178] Ofiris-Krieg, an welchem auch Hermes, der heilige Schreiber und Vertraute des Ofiris *), Theil nahm J), mit einem Lycopolis überhaupt und insbefondere mit dem nördlichen in Verbindung bringen, um tbeils dem Könige zu fchmei- cheln, theils wieder an ihre alten Götter zu erinnern, welche hier, feltfam genug, den Fremdling Hermes ') gleichfam in ihren Kreis aufnehmen, um ich mit ihm dem Hofe vorzuftellen. 72. Του; »(ρηγησαιμενό"υς των «ττοσταντων » ff< του ««υτου ττατρος.) Die Aegyptier, welche unter Philopator zuerft die Waffen gegen die Regierung ergriffen und fich in Lycopolis warfen, bei Po- lybius οι δυν«στ«< των Α/γυττ<ων 7). yS. KMJ TJJV χωραν s «ντ*ς *) L. 28. 74· ΠανΤΛί fx.oXaffsv κ«·9;;κοντως.) Der Hafs gegen die Tempelräuber überwiegt bei den Prieftern den Hafs gegen die fremde Regierung, von Welcher jene das Land befreien wollten. Das Unternehmen hatte keinen Erfolg und die Noth zwang, zu nehmen, wo fie fanden, nun wurden fie in den Augen der Priefter χβίβιις, diefe freuen fich des Unterganges ihrer Landsleute, welche bei mehr Glück diefe Infchrift, ein Meifterftück der Priefter-Politik und knechtifcher Schmeichelei, überflüffig gemacht haben würden. Von welcher Art die ßeftrafung gewefen fein mag, läfst fich daraus fchliefsen, dafs 4) Diod. Sie. i, 16. 5) Flut a r ch, U. et Ofir. 575. C. O vi d.'Metam. 5, 530. Hygin. t, t%. 5) Heyne: χ»>ο«·/ «[ΛΙ*£(£]«»!·«< aut ßmile quill. Porfon: χ»β«> »[£»)·.ιιββ·]ί<ντ*ϊ. Im Account p. ao. χ «[xrrifirJavTKi. 6) L. 19. A. 60. 7) 15, 16. [179] man nach dein vorigen nicht einmal die £.» 9. «o. verfchonte , welche während der Belagerung zum Gehör Tarn zurückkehrten; aber fo traf fie χ.*θ>;*5ντω;, nicht als Beleidiger der königlichen, fundern der priefterlichen Majeftät. 76. Συντίλίςθ)) ........ ·») ') L. 29. 76. u σ »n ...... ) /0) 77. Οθ. . .).")' L. 3o. 78. K«J ruv a-jvTfrsXto μίνων f* τον δί/γ,αατ/σ/κ ον b/αφορα.) Die Regierung hatte den Prieftern zwei Drittel der Byffus- Zeuge, welche !ie fonft liefern mufsten") und auch dieRück- fta'nde 13~) erlaffen, und verlangte keinen Erfalz für die Zeuge, welche zwar geliefert, aber nicht von. der gehörigen Uefchaffenheit waren. Ohnerachtet des ungewöhnlichen SiryuaTwpoi t welches Porfon, weiter unten auch als Ergänzung vorfchlägt tf~) , und welchem παξο&ίημχησμος der Form nach entfpricht*^ ift der Sinn des Wortes nicht zu verfehlen. Atry|u« ift το bf/Hvyutvcv «φ1 enaerou των jroXoujUivwv * ), die Probe von feinen Waaren, welche der Verkäufer vorzeigt, Oberhaupt ein kleiner Theil eines Ganzen, welchen man wie zur Probe giebt J7), daher auch g) Heyne: ferte »-«vri?.f;5»)[yai -χκγτχ τα]. Porfon: rwti- λ«5ν;[να< otvr» τα]. Vgl; L. 45. 10) Heyne u. Pori'on: «β·αν[το)ς it x]«(. TS) L. »9. Vgl. L. 15. A. 48. 141 L. 51. 11) Heyne und Po r Ion: ο5[ονι]&# 171;ν· ja) L. J7- u. 18. A. 58. 17) Diod. Sie. *, 49. 15) Polyb. 15,10. i6) Suida» [180] ein Markt in Athen, wo die VVaaren zur Schau ausgelegt wurden/Ä), und ein Ort von wahrfcheinlich gleicher ßeftimmung zu ilho- dus zp), diefen Namen erhielten. Τ1»ς*1ΐΐ·γμι* ift das Mufterftück, welches der Empfänger gegen die VVaaren hält, um darnach zu beurtheilen, ob fie die verlangten Eigenfchaften haben, auch das Mufter oder Vorbild, nach welchem gearbeitet, z. B. ein Schiff erbaut wird 2°). Demnach bezeichnet ^ΐΐ^μιατισμος die Handlung des Vergleichens, oder die Beurthei- lung des Gelieferten nach dem Mufterftücke. Die Priefter konnten in mehr als einer Hinßcht betrüge- rifch verfahren fein, wenn nämlich die Zeuge nicht das rechte Maafs oder nicht die gehörige Güte hatten, όθον/Λ χϋί>0ί<α, κί/3δ>)λ*, wenn unter baumwollene Faden zu viele leinene gemjfcht **), oder die Farben unächt waren ""), 79, Αττίλυσίν c>s T« isgx Ά α, ι της λ H*ev>j5 *3) αρτ«/3>}ς.) Die Artabe, ein Maafs, welches, wie fein Name, urfprilnglich perfifch und nicht überall gleich grofs war, hielt in Aegypten drei at- tifche Choenix mehr, als ein attifcher Medimnus 3f), folglich 5l Choenix Λί) oder gegen 90 Pfund. Sie \ varfeit'der Perferherrfchaft das in Aegypten allgemein eingeführte Maafs, 18) Suidasu. Harpocrat. ,. ao) Polyb. i, 30. »i) Pollux Onom. 7, 17. ig) Polyh. 5, 88- Diod. Sie. 19, 45. 92) Der Vf. d, Ppripl. Mär. Erythr. p. 145. ed. Amßel. Άβολοι ag) Heyiie; Expleo Κελιιμ,υ-ίνήΐ; : artabat vectigal reliquum, hau t perfolutum, Supra lin. lg. τ« Tf t 84) H e r o d o t. t. iga. 35) H e fy cli. MfäiiAvsv μιτξον %οικκων rfirfirocfK^ovr« oürw. He - f y eh. u. Suid. v, Άρταβη fetzen die Artabe dem attifchen Medimn. gleich Vgl Suid. v. *Αχκν>) und die Stellen bei W e ff e l i n g. zu Diodor. Sie. ao, 96. und bei Sturz de dial, maced. v. ara.övj. [181] Die Ptolemäer erhielten fehr bedeu- L ,„ „ tende Getraide - Lieferungen, unter ändern der Zweite jährlich ι,δοο,οοο Arlaben 3t~), und fie fcheinen auch wenigflens in den erften beffern Zeiten ftets grofse Vorräthe in Magazinen aufbewahrt zu haben, fo dafs Ptolem. i. den Rhodiern \ vährend der Belagerung ihrer Stadt durch Deme- trius Pol. 3oo,ooo Art. fchicken 3r) und Ptolem. 3. nach dem Erdbeben von 222 v. Chr. fie mit l Million Art. zu unterftützen verfprechen konnte **). 80. T>) αρουρ«) Herodot: η S* αρουρα ΐ*.χτον isri Αιγυπτίων πχντη' ο δε ληνπτιος πηχυς ίσος ίων τω ΣΧΟ.ΙΜ *9~). Demnach hielt die Arura, oder der Acker, die Hufe, auf jeder ihrer vier Seiten 100 Ellen, oder an Flächenraum 10,000 Ellen, und die ägyptifche Eile betrug 211 Paril'er Zoll 5°). L. 3i. 8l. Tw τε a —s ι κ» ι τω uvs'jti ττ ο λ λ α § S w - ρ>;σ*το.) Die Aegyptier, deren Land nicht fehr reich an Thieren war *'), hielten diefe, mit wenigen Ausnahmen, wozu die Schweine unil Efel gehören, für heilig 3'~), aber andere in ändern Gegenden und 37) Diod. Sie. so, 96. 26) Hiernnym. in Daniel, p. 1122. ajj) Polyb. 5,89. Vgl. Herib. Roswey d e Oiiomalt. ver. et verb. difficil. zu deJTen Vitae patruin, ed. Antverp. i6«8. p. 1014. v. Artnba. ag) a, 168. 3«) S trab o 17, 787· H ie ·χαςκ np> .«B» wjmr·]» ίιαίξκην fic V3,uov; f< ίσχ:ν f:t • γχξ τοττα^9ίιχί οι -rXfiffroi iiii^vro, xai ocvrai in αλλάς re.u.'c · ( λαχιο-ται i'«i ä^ovjxi jutgij«. Vgl. Roswey de a. a. O. v. Arura. 51) Herodot. a, 65 Das Gtpentheil fagt Λ m m. Marc. :», 15. (. 14. 52) Herodot. a. a. O. Porphyr, de abft. 4. J. g. Vpl F. S. Ztickler de Aegypliis beAiarum cultoribus. 1756. [182] nur einige allgemein. Obgleich die fremden Völker darüber fpotteten 3·*), ftarulen felbft noch in der Römer-Zeit eins oder mehrere Thiere jeder Gattung unter der Aufficht und Pflege von Prieftern, unter ändern mehrere Stiere. Unter diefen wurde Apis allgemein und am meiften verehrt 3*), und nach ihm Mnevis Sf); Pacis 3") und Onuphis 37) waren weniger angefehen, und ändern Stieren und Kühen, welche man unterhielt, erwies man keine göttliche Ehre, fie hatten keine Priefter und Tempel 3*), wie Apis zu Memphis 3P), Mnevis zu Heliopolis, Pacis zu Hermunthis, und Onuphis in einer Stadt, deren Namen Aelian als übeitönend nicht angeben mag *°). Herodot erwähnt nur Apis; hieraus und aus dem frühen Verfalle von Heliopolis, Rolfen Tempel Cambyfe.s zerftörte und welches Strabo öc/rf fand *'), ift es zum Theil zu erklären, dafs man die Verfchie- Γ B a« i er für l'orißine du culte , que les Egypt. vendoient nux animaux, in l'Hiftoire de l'acadein, d'inTcript. et bell. lelt. T. 6. B o cha rt Hierozoic. p. i. J a blo nski Pniith. L. 4. p. 180. 259 l'egtf. u. liier L. 42. A. iio· 33) Plutarch. II. et Ofir. 379. D. L u ci a n. de iacrif. J. ig. ed. Schmieder. 54,) Aelian. N. A. n, 10. Lucian. a, a. O. $£?< ί τος — jCtf/io-rci. 55) Plutarch. If et Oflr. 564. B. 56) M a er o b. Sät. 1,21. Strabo 17, 817. 37) Aelian. N. A. 12, n. 58) Strabo 17, S'··*,· S. L. 41. A. 40) A. a. O. 59) Zu Hadrians Zf-it machten mehrere Städte darauf An- fprucli, ihn in ihren Mauern zu haben. Spartian. vit. Hadrian. o. 7. 41) J?, 805. t· *7· Nvvi «Afy ovv ίση Trotvf^xi.uos yj «ολκ. Εβ wurde zwar.rior'i bewohnt, und es beftand noch ein Cul- tus, aber die, welche ihn beforgten, waren nicht mehr die alten . als Philofophen und Aftronomcti berühmten Priefter, deren AVohnungen fie den Keifenden als Merkwürdigkeiten zeigten, fond-rri arme lujd unwiffende Gaukler. Strabo 17, auö. J. zg. [183] denheit in der Geftalt der beiden Stiere, Li deren die Infchrift gedenkt, nicht genau beftimmen kann, und daher auch bei den Monumenten in diefer Hinficht oft ungewifs ift; einige halten z. B. die beiden Stiere an den äufserften Enden auf der grofsen Ißs-Tafel für Apis und Mnevis *a), andere erkennen in beiden Figuren einen Apis *·*); Pi- gnorius glaubte, dafs Mnevis.und Onuphis, Jablons- ki **), dafs diefer und Pacis ein und derfelbe gewe- fen feien. Durch Nachhülfe und Betrug der Priester fanden fich Stiere iriit den erforderlichen Zeichen und diefe vermehrten fich mit der Zeit, wie die Deutungen und Mährchen , welche nachzuerzählen felbft - Dioclor Anftand nahm *J). Herodot kannte Apis nur als einen fchwarzen Stier mit einem weifsen Vierecke *') auf der Stirn, dem Bilde des Adlers auf dem Rücken, doppelten Haaren am Schweife und der Figur eines Käfers auf der Zunge *7). Später erklärte man feine und Ariftagoras Befchreibung für falfch, mindeftens für unvollftändig; denn nun gab es 29 Zeichen **), welche ihm und ändern Stieren angehörten, da alles zwifchen einander geworfen wurde, und die Priefter felbft den wahren Unter- fchied nicht mehr wiffen mochten. Im Auslande inshefondere trug man vieles von ändern auf den be- rühmteften Stier über, die Vielfarbigkeit von Pacis, welcher angeblich jede Stunde die Farbe veränderte *'), oder man gab den Zeichen eine andere Stelle, 4?) Pignor. Böttig. Archäol. d. Mal, S. 38. 45) Jabl. Panth. L,. 4. p. 265. 44) Panth. L. 4. p. 373. u. »74. + 5) !. 85· ' 46) S. L. 45. A. 118. 4?) 5. »3- Vgl. 2, 58. 48) ^elian. N. A. ii, 10. 49) Uerf. a. a. O. M a er ob. a. a. O. [184] vie Plinius den käferförmigen Knoten unter der Zunge 5°). Auch Mnevis 5') hatte feine Kennzeichen , welche Aelian i3), wie er andeutet, nicht kannte, und Strabo, ohne Zweifel aus demfelben Grunde, ebenfalls übergeht i3). Er war auch fehr fchwarz, wie Apis, deffen Vater J*) er mit Unrecht·*5) genannt wird, ferner ungewöhnlich grofs, und hatte zurfick- frehendes Haar und ftarke Hoden 5"). Die Sonne fcliwärzt, fie nimmt eine dem Laufe der ändern Ge- ftirne entgegengefetzte Richtung und befruchtet: fo erklärte man. Es kann nicht meine Abficht fein, mich über die Urfachen des Thierdienftes bei den Aegyptiern, oder auch nur des Stierdienftes insbefondere zu verbreiten. Diefer Gegenftand ift in alter J7) und neuer Zeit 5*) fchon von vielen ändern behandelt. Der et'fte Grund, welcher zur Verehrung von Thieren befummle, mufste in ihrer Natur liegen. Man ehrte fie wegen ihres Nutzens, oder weil man fie fürchtete. Weil aber ein ungebildetes Volk leichter durch den / Glauben zum Gehorfam, als durch Vernunftgründe zur Folgfamkeit vermocht wird, fo brachte man das. Gebot, gevviffe Thiere zu fchonen, fie zu pflegen oder zu vermeiden, oder ihr Fleifch nicht zu efi'en, 50 H N. 81 46· Nach Strabo 17, 807. hatte Apis eine mit Weifs nntermifchte Farbe auf der Stirn und auch an einigen ändern Theilen des Körpers, übrigens war er fchwiirz. 51) Bei M aerob, a. a. O. nach e. falfchen Lesart Neton. 52) N. A. 11, u. 55) 17, 8°5· 54) Plutarch. If. et Of. 364. B. 551 Herodot. 3, 28. ,Ael. N. A. n, 10. 56) Plutarch. a. a. O. Porphyr, in Eufeb. P. Ev. 5, 13. 571 Di od. Sie. i, 86 ff. ". a. S. unten. « 58) S. Zickler u. d. ändern not. 32. von mir angeführten Schriften. [185] mit der Religion in Verbindung J"). Die ii> Priefter fühlten keinen Beruf, das Volk feiner geiftigen Unmündigkeit zu entreifsen ; wegen einer anfangs zweckmäfsigen Beziehung zu etwas göttlichem, deren Grund es nicht ahndete, verehrte es die Thiere felbft wie Götter und blieb fo fehr bei der äufsern Erfcheinung ftehen, dafs es bald felbft an jene Beziehung nicht dachte. So entftand eigentlicher Thierdienft, und in feinem Gefolge eine Anzahl von Mährchen, wodurch die Priefter ihn rechtfertigen und ihn Wifsbegierigen erklären wollten. Der Elemente- und Sterndienft gaben Stoff und Gelegenheit dazu, und die Verwirrung wurde noch gröl'ser, als auch Fremde, vorzüglich Griechen, hinzudichteten und hinzudeuteten. Die Griechen gehen bei der Erklärung folcher Erfcheihungen gern den bequemen hiftorifchen Weg, welchen ihre Phantafie mit Gaukelbildern zu beleben wufste. In dem Maafse, als ihre Erdkunde fich erweiterte, wiffen fie nachzuweifen , wie das Leben der Völker, befonders das religiöfe, fich durch Mittheilung von aufsen geftaltet habe, und dadurch einen Zulammenhang zu gewinnen. Die Anlagen des Menfchen, welche es ihm überall möglich machen, ein Verhältnifs zu einem Wefen über fich zu erkennen, und die Richtung, welche fie unter gewiffen Umftänden in ihrer Entwicklung nehmen mufsten, blieben unbeachtet, Mythen- und Namen · Aehnlich- keit galt für Beweis, und unbefangen ftellte man c!as Widerfprechendfte neben einander. Nach Phylarch. 59) Die Neger an der Küfte von Guinea verehren Thiere und felbft deren Zähne, Homer u. Γ. f. und bringen diejenigen um, welche ein heiliges Thier tödten. Als einft eine hei lige Schlange im Lande der Fidah an diefer Kiule von ei nem Schweine gefreJTeii war, konnte man kaum verhin dern , dals nicht alle Schweine ausgerottet wurden. [186] brachte Dionyftis zwei Stiere, Ofiris und Apis, aus Indien zurück öo), andere wnl's- ten, dafs ein argivifclier König Apis, ohne Zweifel der Urheber des Apisdienftes, Memphis gegründet habe tf/), wie Actis, ein Heliade ausllhodus, He- liopolis und Athenienfer Sai's e'3), oder fie erklärten jenen Dienft aus den Mythen von Ιο, Europa, von Pafiphae oder dem perfifchen Stiere. Hätten auch Katzen und Crocodile in den griechifchen Sagen eine Rolle gehabt, fo würde man diefs Verfahren auch auf fie ausgedehnt haben. Man verehrte Apis, weil der Stier bei dem Ackerbau fehr nützlich wurde. Diefs bezeugen Männer, welche in Aegypten gelebt haben oder dort gereift find *3). Mag er in der Saatzeit zum Pflügen nie oder feiten gebraucht fein, weil es nach dem Zurücktreten des Nils im fchlammigen Boden des Pflü- gens nicht bedurfte, fo war er doch bei dem Fefttre- ten der Saat ff*) und bei der Erndte unentbehrlich. Die Lehre von der Seelenwanderung wurde von den Prieftern blofs benutzt, um Apis verehrlicher zu machen, wie jede aftronomifche Deutung"·3) noch viel jünger ift. Die Seele des Ofiris, des Urhebers alles Guten und auch des Ackerbaues, ift in Apis ein- 61) G lern. Ale x. ftrom. i, 522. D. Eufeb. P. Ev. 10,12. 60) Plutarch. ΙΓ. et Ofir. 362. B. 63) dem. Alex, ftrom. 5, 567. A. Dio d. Si c. i, 31. 33. Vgl. A el i an. N· An. 11, ι o. und E u leb. P. Ev. 3, i. 62) D i od. Sie. 5, 75. 64) Diefs Toll nach Herodot. 2, 14. durch Schweine bewirkt fein: ίσ/3αλλει f! Kt/rv,v (?!£ov£ay) w. Plutarch. Sympof. 4. p. 670! A. und Aeliaii. N. An. 10, 16. ftimmen bei. Di od. Sie. i, 36. liifst die Aeg. zu dielem Zwecke ίττα^Είν τ« ,βϋςχη,ιιατα. Die Schweine würden , wie fchon Oale bemerkt hat., den Boden aufgewühlt und die Saat gcfref- fen haben. Deshalb lefe ich mit Weffeling z. Diod, Sie. a. a. O. und Larcher bei Herodot (3oi/t. 65) Hug Unterfuch. S. 140. [187] gewandert '*). Als man dann annahm, I/> , OCris und Ifis feien eins, und ferner nach dem Sabäismus die letztere für die Mondgöttinn hielt, konnte man auch annehmen, Apis fei Ifis heilig O> "nd das erforderliche Zeichen hfnzuthun; waren doch die Hörner bei Mond und Stier ohne- diefs gegeben 6Ä); Mnevis inHeliopolis war nun zum, Unterfcliiede von Apis Ofiris als Sonnengotte ger weiht "); nichts fchien bei dem griechifchen Namen feiner Stadt und deren Hauptcultus natürlicher, und es liegt kein Wiclerfpruch darin, wenn Diodor fagt, beide Sliere feien Ofiris heilig gewefen 7°). Wie fehr man aber auch Apis ehrte, fo afsen doch felbft Priefter Stierfleifch und opferten es 7/)> das Fleifch der Kühe afs man dagegen nicht, weil weit mehr Kühe als Stiere zur Fortpflanzung erforderlich waren; um fie zu fiebern, wurden fie Ifis geweiht 7a). 82. Των ανήκον ) ?5) L. 3a. 83. T« τ elf τ«? ταφ«? «UTWV *«-9->jxov- T«.) Man erkennt auch aus diefem Abfchnitte der Infchrift, dafs ihr Inhalt vorzüglich durch die Priefter zu Memphis beftimmt wurde, welche fich zwar mit den übrigen vereinigen, um das Priefterthum wieder zu heben, doch aber auch ihres befondern 66) Diod. Sie. i, 85. Strato 17, 807. Plutarch. If. et Ofir. 362. C. Vgl. L. 10. A. 40. 67) A e l i a n. N. An. 11,11. Porphyr, bei Eufeb. P. Ev. 3, i-,. A m m. Mär c eil. je, 14. (. 7. 69) Ael. u. Amm. Marc. a. a. O. 70) i, 21. 68) PHn. H. N. 8, 4.6· Ir\figne ti in dextro latere candicant mac ula cornibui Lunae crefcere incipientit. 75) Heyne u. Porfon: ~\av «^κίν[τ«κ tii] ocvr«· 71) Herodot. 2, 57. 58. 40. 41. γι) Derf. a, 41. [188] Vortheils nicht vergeffen. Sie haben und behalten unter den heiligen Thieren die heiligen Stiere und auch cliefe nur um ihres Apis willen im Auge, aufweichen fie bald zurückkommen7*). Auch ift deshalb nur vom ßegräbniffe*, nicht vom Einbalfamiren die Rede, welches bei den Stieren nicht Statt fand, obgleich man in den Hypogeen von Theben auch Stiermumien entdeckt haben will 7J). Die Kühe warfen die Aegyptier in den Nil, wenn fie geftorben waren, welches unglaublich fcheint, wenn man fich erinnert, dafs keine Kuh ge- fchlachtet werden durfte, und daher das Waffer des Fluffes durch die Menge der Thiere hätte verdorben werden muffen ; es war aber fehr rein und hatte einen lieblichen Gefchmack 7 fach in den Ueberfchwemmungen zu fuchen. Die Stiere vergrub man nahe bei den Städten und fo, dafs zum Zeichen ein Hörn hervorragte. Wenn fie verwef't waren, kamen Fahrzeuge von Atarbechis auf der In fei Profopitis 77) im Delta, um die Knochen abzuholen und dann auf der Infel an einem Orte zu begraben. Auf diefelbe Art, fügt Herodot hinzu 7Ä), begraben fie auch alles andere Zuchtvieh 7?)· Auch in Betreff des Apis fpricht Herodot nur vom Begräbniffe, und andere ftimmen ihm darin bei *°). Aber es wurden grofse Summen darauf verwendet, fo dafs man von Ptolem. i. fünfzig Talente 74) L· 35· 75) Jomard Ueber Theben, in Defcript. de l'Egypte, T. III. p. 88- ed. II. 76) L. 6. A. 55. 77) Vgl. Champoll. l'Eg. Γ. 1. Phar. 2, 172. und Grenzer Commeiit. Herodot. P. i. p. 118· 78)v2| 41. 79) KTvjvfa. Hefych. χτην. βοςχ/ιμκτκ. 8o) Herodot. a, 41. Π i o d. S ic. i, 84. vgl. 96. Plut. et Ofir, 56^,. E. Paufan. i, 18. j. 4. [189] dazu borgen mufste *')> Epiphanes that £. 32 „ weit mehr, als feine Ahnherren, wie die Infchrift fagt; er fchenkte. 84. Ε/ς τ» <δ/* «»ρ«.) Die den heiligen Thieren eigenen, ihnen geweihten Tempel *·"), zu deren Erhaltung der König beitrug, oder welche er herftellen liefs, fo weit fie von den Lycopoliten #5) verletzt waren. Ehe fie vom Apieum fprechen, **), erachten die Priefter für rathfam, die Tempel der übrigen Thiere zu erwähnen. Heyne überfetzt pri- vatafacra; vom Haus- Cultus *3) ift hier aber gar die Rede nicht, und wie hätte der König dazu fteuern können? 85. T»v vopi ....... ) *βϊ L. 33. 86. T« τι τιμι»87) TWV isgtav κα/ τ»ς α/· γυτττου δ«ατετ>ιρ>ικίν siri χωράς ακολου·&«ς τοις vojUOK·) Diefe Steile wird dadurch erläutert, dafs die Priefter L. 55. fagen : πξθζπυν$Λνομΐνος TS r* TWV ιζξων τ/,α/ωτατα **) ανανϊουτο ---- ως xec&ijxc/. Offenbar entfprechen einander τ» τιμι» und τα τιμιω- τ*τ» , Β(«τετ>}^. ίτ< χ. und ανανεσυτο , «κολουθως τ. ν. 80 Di od. Sie. i, 84. Vgl. L. 14, 15. A. 50. 8a) L. 20. Tov< xocTtA3ovr«i μιναν ίτίι rwv IOIMV XTVJ- fftia'j. 83) L. 27. Vgl. L. i. A. 4. u. L. n. 8+) L. 35. 85) L. 42. A. 110. 87) Heyne: ret pretiofas templorum. Ameilhon: let droits des temples, vielleicht auch : les monumem curieux, les chofes rares; doch fei jenes wegen des Zufatzes αχολον- 5«ί f. v. vorzuziehen, Eclairc. p. 71. Villoifon: les droits honorißques , les prerogatives. Mag. Enc. Ann. g. T. a. p. 318. W e ft o n : the honour. Im Account p. 17. 86) Heyne u. Porfon: rav νομί[{ομ(νι»ν]. S. L. 40. A. 104. 88) Heyne: templa honore praecipuo habita. Ameilhon: Itf chofes les plus pricitufti. p. 74. Weit o«: the maß vtntratle templti. p. 18. [190] καθ·. Was im vorigen über die Vermehrung der Einkünfte und die Verminderung fler Abgaben bemerkt ift, betrifft die λυσιτίλ);, was jetzt hinzugefügt wird, dier/^u/at, ein Gegenfatz, welcher fich bei Polybius findet sy'). Der König entzog den Tempeln nichts von dem , worauf ihre Ehre und ihr Anfehen beruhete, δ/«τ. ciri χ. ein Vergehen, deffen fich die Lycopoliten fchuldig gemacht hatten 9°~), und was ihnen von diefen oder fonft entrif- fen war, das erneuerte, erfetzte er, «ναν«ουτο, folg- " lich nach dem Zufammenhange Koftbarkeiten , Gold, Silber und Edelfteine '*), durch deren Befi.tz nicht blofs die Tempel geehrt wurden, welche fie befon- ders bei Aufzügen zur Schau ftellten , fondern auch Aegypten. Das Apieum wird inzwifchen wieder vor allen hervorgehoben und auch die Errichtung und Ausbefferung der Tempel erwähnt, welche ebenfalls zur Verherrlichung der Priefterfchaft beitrug, daher Heyne's und Wefton's Erklärung von τ/(κ/ωτατ« nicht zuläffig ift. Alles aber ift vom Könige geiche- hen ακολουθώ? τ. v. oder ως χα&ηκιι 5J!); wenn er auch mehr gethan hat, als feine Ahnen *5), fo hat er doch nur feine Pflicht erfüllt, nicht etwa den Prieftern Veranlaff':ng gegeben, wohlthätige Neuerungen zu preifen, denn die Zeit, welche zwifchen ihrem ehemaligen Glänze und jetzt liegt, erkennen fie nicht an. — Ai«T>jpf/v έπι χωράς, nicht von der Stelle verrücken, an feinem Orte, in feinem bisherigen Zuftande laffen, wie y.ivsiv επί χωράς L. 16. im alten Zuftande bleiben, und κατ« χωράν jutvt/ν bei Poly- 89) Relitj. I. 35, 3. Suidas in wjorfivfiy. Vgl. Villoifon a. a. U. 90) L. 25, 27. 91) S. L. g+. A. 88· u. L. 35. A. 89- ga) L. 18. A. 59. 93) L. 31. [191] bius **) von Elephanten, welche bei dem L Ueberfetzen über einen FJufs lieh nicht von der Stelle bewegen, ganz ftill liehen. Mehr giebt Villoifon, welcher auch Ameilhon's Ueber- fetzung: confener dans le pays, mit Gründen als unrichtig verwirft ss~). 87. Το απιειον.) Der Tempel des Apis ftand fiidlich neben dem Tempel des Phlha in Memphis, und hatte eine Capeile für den Stier und vor die- fer einen Hof mit einer ändern Capeile für deffen, Mutter. Pfammetich, xvelcher die Propyläen auf der Südfeite des Phtha- Tempels erbauteiff), legte diefen gegenüber den Hof an, in welchem man eine Gallerie, vieles Bildwerk und fiatt der Säujen Co- loffe von zwölf Ellen fand97). ' Apis wurde zu Zeiten hineingeführt, um ihn den Fremden zu zeigen, doch konnte man ihn auch durch den Eingang der Capeile i'ehen **). Die Verdienfte des Königs um den heiligen Stier mufsten bei den Prieftern um fo mehr Anerkennung finden, wenn fie zurückdachten, wieCam- byfes ihn verhöhnt und verwundet, Artaxerxes 3. ihn getödtet und einen Efel an feinen Platz geitellt"),' und felbft ein alter Pharao, Boccharis, einen wilden S"iier zu Mnevis gefchickt hatte, um ihn anzugreifen 10°). 1\ 88. Xo ξήγησα ς ε/ς αυτό %ρι>σ/βυ τ« χ.,,Ι·ι .... ) r 94) s. 45· νε'· L- 35· Α· 94· g5) Im Magal'. Enc. Ann. 9. T. i. p. gi^ff. 97) Vgl. G lein. AI.. Pacdagog. 5, 2. 96) üiod. Sie. i, 67. fagt, ,«uf der Oßfeite. 98) He V otlo t 2, \53- S trab o 17,807. Vgl. 'Ael. N. An. 11, 10. Plin. H.N. 8,46. u. A mm. Marcell. 22, 14. gg1) A e l i a n. N. A. 10, 28. u. V. H. 6, 3. 100) Dorf. N. A. 11, 11. i) H e y n e u. P o r ί ο u: ~[ÄI K^VJIJCV, Druftion» Infchr. u^ RoJ\ N [192] L. 34. ^ . ou χα» λ<·&ων ττολυτίλων πλήθος ουκ ολίγον.) Durch diefe Gefchenke wurde einem grofsen Mangel abgeholfen, und fie hatten ins- befondere für die Aegyptier Werth, welche folchen Schmuck in ihren Tempeln fehr liebten. ,,Diefe, ihre Propyläen und Vorfäle, ihre Haine und Auen waren kunftvoll eingerichtet; ihre Höfe mit vielen Säulen umgeben; die Wände glänzten Von Steinen, welche das Ausland fchickte, und vonkünftlich ausgeführten i Gemälden, fo dafs nichts zu wünfchen übrig blieb. DieTempel prangten mit Golde, Silberund Elfenbein, fie funkelten von Edelfteinen aus Indien und Aethio- pien, und das Heiligthum verfchatteten goldgeftickte Teppiche." Λ) Aehnliches bemerkt Lucian: „in Aegypten ift der Tempel fehr fchön und fehr grofs, mit kofibaren Steinen und mit Golde und Gemälden verziert 3), und auch Plinius fpricht von goldenen und filbernen Schaalen in den Händen der Priefter *). Cambyfes hatte die Tempelfchätze der Aegyptier fehr vermindert *), und dann Artaxerxes 3. n.och eine reiche Nachlefe gehalten, als er fich das Land wieder unterwarf ö). Wenn einzelne Tempel viel gerettet oder von neuem erworben hatten, z. B. in Theben fo viel, dafs bis zur Plünderung der Stadt durch Ptolemäus 8. Lathurus im J. 82 v. Chr. felbft Delphi und Orchomerros fich in diefer Hinficht nicht mit ihr vergleichen konnten ?)> fo waren doch die meinen der Mittel zu einem glänzenden Cultus be- 2) Clem, AI. Paedag. 3, 2. 3) Imagin. }. 11. Opp. T. 2. p. 9. ed. Schmied. 5) Dioil. Sie. 1,46. S trabo 17, 805. 4) H. N. 8- 4 6. Vgl. Salmaf. Plin. Exercit. p. 441. 6) Di od. Sie. 16, 51. 7) Paufan. i, 9. >. 3. D i o d. Sie. l, 46. hält unrichtig ι blofs die Plünderung Unter Cambyfes für die Urfach, dats man zu feiner Zeit kein Gold, Silber u. f. w. in den Tempeln von Theben fand. [193] und fchon zu Herodol's Zeit fclieint L . , man mitunter zu unächten, nachgemachten Steinen feineZuflucht genommen zu haben *). Epiphanes gab ächte. Die Ptolemäer hatten Ueberflufs daran, wenn auch nicht durch Gruben in Aegypten felbft, doch durch auswärtige Befitzungen, z. B. an Topas durch die Infel Ophiodesp), und vor- \ zöglich durch den Handel. Ein nnermefslicher Aufwand an edelr» Metallen und Steinen zeigte fich fchon. bei dem Aufzuge des Philadelphus, z. B. in der Art, wie das Bett der Semele verziert war *°). 89. K«( /epa χ«« ναούς και βωμούς aa.ro τ» rs πζΰςΰεομεν» επισ*ίυης 5> avtjuo ")· L. 35. • &f/ev δι«νο/«ν.) ") Bei der EroberungAegyptens durch die Perfer und während der drei Empörungen im fünften Jahrh. v. Chr. hatten auch die Tempel fehr gelitten, während der zweiten insbefondere in Memphis, wo hartnäckig gefochten wurde^13), und dann wieder bei der Unterwerfung des Landes unter Artaxerxes 3. '*) und durch die Lycopoliten. Es fehlte folglich der Regierung nicht an Gelegenheit, fich durch Wiederaufbau und Ausbefferung wohlthä- tig zu erweifen /i). 8) H e r o d o t. a , 69. 9} Strabo 16, 796. (.6. Plin. 57, 5*. fcheint mit diefem Namen einen ändern Stein zu bezeichnen. 10) Athen. 5, 200. 11) Heyne: κνηχ^νσι r>)v] Äeiov. Per Γόη: a»]xo[t«rii/ tu το] &flOV. it) Ein ähnliches Lob findet fich bei D i o d o r. S i c. Fragm. 1. 35. V. 10. p. 179. ed. Argent. Snufiov Of της (v'<, ( rov Acvxicb) Άσι;λλΐ3ν , oci ^νσιαι, και ou fv TCK ΐί σκ(ναι, xtti roc άνα^αατ«. 15) L. ii, ai, »3, »7· 55· 15) Thucyd. i, 109. 14) S. A. 88. [194] Nicht: in feinem Reiche itf), fön dem : während feiner Regierung. Jenes wird L. i3. durch: et sv »ιγντττω χχι εν T>J λδ/ττ>] βχαιλει«. αυτού ausgedrückt, wogegen ίτπ T>J; saurcu /3aff., welches fich auch L. i3. findet, dem επί του πατρός «υτβυ *7) und πξο χυτού βκσι\ειων Ι8~) entgegengefetzt itt. L, 56. 9°· EJT< τ>3ί «αυτού 91. K«< τ αλλ αγαθ )" ")· L. 36. 92. TIJ; /Οασ/λε/ας δία/Λίνοϋσ»?!; ««τω κα< το<ς τ«κνο<ς e/ς τον «τταντα χρονον.) Für An- tiochus i. Soter wird im Pfephisma Sigeorum 50) der Wunfch ausgefprochen : —γ<νίςθ«ι τ« τε «λλ» «γα-θ« τω βχσιλβι, κ»/ τ>) βχ<τιλισα/ι πάντα, κα< τ« ίτραγ^ατ« κ«/ τ^ν βεαιλεκζν α,υτοΐζ ϊ&ιχ,μενειν XscwjSavouaav έπιΰοσιν, H«-&«7rsj «ΰτο< 9Tjca Seleucus 2. Callinicus: τ>;ς ττολεως B/uSjUivoiwi;?, ως £7« βον^ο/Λαι tuti ύμεις 3Ι~), welches an die Worte in der angeblichen Ueberfetzung des Hermapion erinnert: Ατολλων κρχτεξος *-~ —— — ou τ« »y»Q» εν ΐΐα,ντι οΐχ- καιρώ "). ιβ) Α m ei 1h. Eclairc. p. 74 u. 75. Infui ipfius regno, dam Jen royaume. '?) L- !5» »6, 27. 19) Heyne u. Po r fön: αγ«5[α rrcora]. 18) L. 31. Vgl. Villoifon im Magaf. Enc. Ann. 9. T. a. p. 204 u. 205. ao) L. 23—25. in ChishuH Antiq. Ai. p. 51 u. 52. 21) ChishuH a. a. ü. p. 6g. im Monum. Milefium. •• cst) Ammian. Marcell. 17, 4. J. 20. [195] L. Sj. τω »itavoßtu /3affAs< τΓΤολϊκα/ω >jyaT>;Mivw υττβ του φθ-je -äff·) fy/φανίΐ *.) ί^χαριστω β,κοιως δ« ΧΜ τ» των ^ονϊων αυτού θίων φιλ;τ:<τ<;ρων ",) και τ» των »τρο· γόνων ·$£ων iiiffγ Lin. 36. Αγα§>) τυχ>| «Sc^sv τοις tipsvai των κατ« την χωράν /ίρων τταντων τα ι·?Γ«ρχ£ντα τ L. 38. των ·&£ων αδελφών και τα των Φίων σωτήρων «Trau· στ^σαι bs του αίων1?3/ου βχσίλίως πτο- ιω «ν τω ετπφ,χ τη αιγυτττω >) ττ«£ΐεστ)?|ετ«ι ί) ο κυριωτατο; -θεός του ΐίρ;υ διδους αυτω οττλον VW>JTIKOV χ strrzi κατεσκευ- ctvutv L. 4°· τροττον y.xi τους ιερείς Φίραττευειν τβς εικόνας τρις αλλ« τα νομίζον,ίνα. συντίλειν καθα και τω; άλλοις θεό/; εν φανεί ευχαρ/στω τω εγ ^ασ/λεως Γ) τττολί,Μβιου και / 3ασιλ/σσ>;ί κξσινοκ -θεών φ/λιττατορων ^οανον τε και ναον %(> L. 42. ifgwv >ια/ καθιδρυσαι εν τβ/; αδυτο/ς |U£T« των άλλων ναών και εν ταις ,αεγαλαις τταν>)γυρε(πν «ν αις των ναών γίνονται και τβν του -θεού ετπφ«- ευ L. 43. ^οδευειν οττω; δ κ>αΊ*αος >ι νυν τε και εις τον STSIT* χρο- νον εττικίΐσθα/ τω ναω τας του (Θασιλεως χρικτας βχσι- 1,, 44· των αςττιδοϊρδων Ο βασιλείων των «ττι των άλλων ναών εσται δ αυτών εν ΤΜ μ(σω >) καλουαεν)} βχσιλιιχ' ψ. χεντ >;ν ττεοιθε^/ενος eiiDjA-^ev ειϊ το εν , uf αφ · . η} So im F'ac S. Vgl Sclilichtrgr. p. XI. gegen Ameilh. welcher (j>. 78.) ττχ£Α!ΓΓΧ)σ{ιαι vo rfchlägt. r) ί~ ,3:·.σί>. ? S. L. g. s) «iTrifociS. [196] L. Sj. τω »itavoßtu /3affAs< τΓΤολϊκα/ω >jyaT>;Mivw υττβ του φθ-je -äff·) fy/φανίΐ *.) ί^χαριστω β,κοιως δ« ΧΜ τ» των ^ονϊων αυτού θίων φιλ;τ:<τ<;ρων ",) και τ» των »τρο· γόνων ·$£ων iiiffγ Lin. 36. Αγα§>) τυχ>| «Sc^sv τοις tipsvai των κατ« την χωράν /ίρων τταντων τα ι·?Γ«ρχ£ντα τ L. 38. των ·&£ων αδελφών και τα των Φίων σωτήρων «Trau· στ^σαι bs του αίων1?3/ου βχσίλίως πτο- ιω «ν τω ετπφ,χ τη αιγυτττω >) ττ«£ΐεστ)?|ετ«ι ί) ο κυριωτατο; -θεός του ΐίρ;υ διδους αυτω οττλον VW>JTIKOV χ strrzi κατεσκευ- ctvutv L. 4°· τροττον y.xi τους ιερείς Φίραττευειν τβς εικόνας τρις αλλ« τα νομίζον,ίνα. συντίλειν καθα και τω; άλλοις θεό/; εν φανεί ευχαρ/στω τω εγ ^ασ/λεως Γ) τττολί,Μβιου και / 3ασιλ/σσ>;ί κξσινοκ -θεών φ/λιττατορων ^οανον τε και ναον %(> L. 42. ifgwv >ια/ καθιδρυσαι εν τβ/; αδυτο/ς |U£T« των άλλων ναών και εν ταις ,αεγαλαις τταν>)γυρε(πν «ν αις των ναών γίνονται και τβν του -θεού ετπφ«- ευ L. 43. ^οδευειν οττω; δ κ>αΊ*αος >ι νυν τε και εις τον STSIT* χρο- νον εττικίΐσθα/ τω ναω τας του (Θασιλεως χρικτας βχσι- 1,, 44· των αςττιδοϊρδων Ο βασιλείων των «ττι των άλλων ναών εσται δ αυτών εν ΤΜ μ(σω >) καλουαεν)} βχσιλιιχ' ψ. χεντ >;ν ττεοιθε^/ενος eiiDjA-^ev ειϊ το εν , uf αφ · . η} So im F'ac S. Vgl Sclilichtrgr. p. XI. gegen Ameilh. welcher (j>. 78.) ττχ£Α!ΓΓΧ)σ{ιαι vo rfchlägt. r) ί~ ,3:·.σί>. ? S. L. g. s) «iTrifociS. [197] L. 36 — 54.
Der E h r e n b e s c h l u s s.
L. 36.
93. Ay*&y τυχί} ε^οξεν το/ς /e- L. 36. 37. 38. Der Nachsatz zu dem langen Vordersatze: fTrs/Sij βζσιλενς πτολςμοιιος κ. τ. λ. L. 9. ff. Den Eingang des Beschlusses macht die gewöhnliche Formel, welche sich unter andern im Psephisma Sigeorum findet: τιιχ») TJJ α'γα·&>) δίδοχφ«/ τ>) ^[ουλ>> κ«/] τφ BJJJUW 23), im Bündnisse der Latier und Olontier: «γαθί»τυχί» κ«/ &r/ σωτ>;ρ/κ 24), und im Psephisma des Momus bei Lucian: «γ. τ. δίδοχθω T>J /3ouX>) και τω δ>}^ω 25). Sie bezieht sich keinesweges auf Epiphanes allein oder zunächst, sondern auf das Unternehmen der Priester; sie beschliessen: mögen die Götter Glück und Segen dazu geben! Das: Glück auf! unserer Bergleute entspricht am meisten.
94. T« υτταρχοντα τ ,..) 26).
L. 37.
95. -&e«v tvfgy ,...) 27).
L. 38.
96. Ειτχυξίΐν jue7*Xw?.) Weil der König mehr für die alte Landesreligion gethan hatte, als
23) Chish. A u t. ΑΓ. p. 51. L. 19. «o.
24) Dal. p. 154,. Vgl. p. 129
25) Opp. T. II. p. 609. ed. Schmied, in Deor. concil.
26) Heyne: T[I,UIK Travr«]. Porson: τ[ιμια TfXfiv]. Das erste ist wegen ίπαι&ιν ,αίγοΛωί L. 58. vorzuziehen.
27) Heyne u. Porson: ίν& [198] feine Ahnen ai), fo wurde ihm nicht blofs göttliche Ehre, wie diefen, τιμών ΐσο$εκ>ν vxgot τοις tu τταθβυσ/ **), fondern die Priefter verherrlichen ihn vor allen ändern, αύξαναι κ«< τ/- L. 38. 97. Zi'ijffa/ δβ του αιωνόβιου βασιλέως — — ; — εικόνα, εν εκ »στ ω IS§M εν τω εττ/φ« ...... ,...) 3ί). Die Statue des Gottes Epiphanes, von einer ändern kleinern, welche bei Aufzügen umhergetragen werden follte 33), verfchieden, befchlofs man innerhalb des Tempelrauins an dem Orte aufzuftellen, welcher έττϊφαν'εστοά'όξ war, am meiften ins 'Auge fiel, dem 'Blicke am wenigften entgehen konnte S5); genauer wird er nicht beftimmt. Um mehr Aufl'chlufs darüber zu erhalten, mufs man fich an die Einrichtung der ägyptifchen Tempel und an die Nachrichten erinnern, \velche dip Aufteilung anderer Statuen in ihrem Bezirke betreffen. Die Theile der Tempel waren fich im wefentlichen gleich, wenn fie fich auch nicht bei allen vereinigt fanden 5*) ; deshalb konnte Strabo eine Befchreibung diefer Ge- bäucle im allgemeinen entwerfen 3J): wenn man den Tempelraum, τέμενος, betrat, fo befand man fich auf einem gepflafterten Platze, δρόσος, welcher etwa 100 Fufs breit und drei oder vier Mal fo lang war. 28) L.gi. 50) L. 53. u. Polyb. 16. 25 j von Attalus i. u. d. Athenien- 29) 1) i u d. Sie. 20, 102. von Demetr. Pol. in Sicyon. ί<ί'·η: τα ύί τ£λΕυ7·«ιονι£ψϊ)φία·«νη) ίι ovotyi ra%fwi, των ττροΓίρον f/ς αιϊτονς. Bei 13 i υ d o r. Sie. ι, so. jafyaXvvfiv τ·/]ν rov εαν ουνα^,ίν. 5ΐ) Heyne: £ίΐφα[νίστα?ήι]. Porfon: ΕτπφαΓϊΕίττατβί ΤΟΤΤΛ/]. 92) L. 41. Α. ιο6. 5ΐ) L. g. A. ζ6. 54) Dem grofsen Tempel zu Apollinopolis Magna, jetzt Edfou, fehlten der Dromos und Propyläen. Joniard T. i. p. 2c;>. not. i. edit, 11. 35) J7j 805. 806. l)efcript. des Antiijuitesd'Edfoüin Delcript. de l'Egypte, [199] An den beiden Längenfeiten diefes Vor- ^ . platzes erblickte man eine Reihe von Sphinx aus Stein, mit Zwifchenrä'timen !von etwa 20 Ellen. Hatte man diefe hinter fich, fo kam man in einen grofsen Vorhof, ττροπ-υλον 3<)> auch wohl in einen zweiten und dritten, welches verfchieden war. Dann erft folgte der eigentliche Tempel, ve&j;, mit zwei Abtheilungen, einer Vorhalle, πξονχο^ welche beträchtlich grofs war 3r), und einer Capelle, }· κος 3*)> von verhältnifsmäfsigem Umfange, worin man keine Statue von menfchlicher Geftalt, fondern nur das ßild irgend eines Thieres fand. Zu beiden Seiten der Vorhalle ftanden die fogenannten Flügel, 7TTff*3P). Diefe lind zwei Alanern *°), welche mit dem Tempel gleiche Höhe haben, und anfangs we- 56) Portale mit Gallerien, welche einen Raum begränzten, einen Hof bildeten. Vpl. J o 11 oi s und D e vi l li er s 57) Jo'll. u, Devill. a. a. O. p. 575. Che: les Egyptisnt, ics pronaos, bien que faifcmt partie d'un taut, pouvait cependant etre regarde cumme edißce a pari, place en . Deicript. de The'bes in Uefcript. de l'Eg. T.2. pag.57g. J o m n rd'a. a. O. Jecrois, yu'ilfaiH entendre par pro- p} Ion fenfitnble de la cour et de In gran.de porte avec fes deux majj'ifs. S trab o unterfcheidet aber «ιχ») Suo von den Propyläen. avunt, En effei, le portiquz, ou pronaos, eß en quelque Jorte adapte au reße du tennple, avec les mitrs duquel H n'a qitelt/uefois meme pas de liaifon. Es befremdet, dals diele Gekehrten bei einer folciien, gani auf denCultus berechneten Einrichtung, glauben kona- ton (p. 571), die grofseu Tempel in Theben feien Pal- läfte der Könige gewei'en , und erft nach deren Zeit von den Prieiteru umgewandelt. Wie vermochten fic es, und woher die UebereiuiVimmung mit ändern 'Tempeln in allen Hauptthcileii, welche gerade in Theben am vollttaiidigfteri waren, Ιο weit ßch aus den Riüueu rulihofsen'Uifst. 58) Auch vf ως genannt, H er od. 2,91. Vgl. L. 41. A. 107. 5y) Jomard a. a. ü. Les ailes J'ont les corridars places i; droite et a gauche du temple. Jfill. u. Devill. a. a. O. p. 576. TJans les temptes , il parait que tes alles, ou pti-res , doivent fe prendre pour taut ce Jomard a.a.O. p. 295. not. :. üb er ietit' - κν-χ [200] i.. 58· n'§ mehr von einander abftehen, als die Breite vom Unterbau des Tempels (του vita) beträgt, weiterhin aber, wo fie fich gegen einander neigen, 5o oder 60 Ellen. Nach ausdrücklichen Zeugniffen neuerer Reifenden hat Strabo richtig gefchildert *'). Demnach konnte die Capelle die Statue des Königs nicht aufnehmen; fie war nicht der Ort, welcher am meiften in die Augen fiel, einem grofsenTheile derAegyptier nicht einmal zugänglich **), und nur für das Bild eines heiligen Thiers, oder, wie man hinzufetzea • darf, des Gottes beftimmt, zu deffen Verehrung der Tempel erbaut war. Strabo nimmt nur das erfte an, und Clemens Alexandrinus ftimmt ihm bei: oü • yap ·&«ος ό ζητούμενος ένίον sugsSniasTou εφ' όν iffTTsuaatpfv' α/λοιφοςδβ, ij κροκοδβΛο? κ.τ. λ. *5), ferner Lucian : έν- δον δ« ην ζητ$ς τον ·&ίβν, >j πίθηκος εστίν, η <$'ί· κ. τ. λ. **); es ftanden aber auch Bilder von Göttern in den für fie errichteten Tempeln, und konnten dann nur in der Capelle flehen, wenn es auch nicht immer beftimmt gefagt wird*5). Dafs man auch wohl eine andere Statue deffelben Gottes zu einem ändern Zwecke in feinem Tempelbezirke aufftellte, wie es « nfere Infchrift verlangt **), ift davon ganz ver- fchieden. 4,1) jomard a. a. ü. p. 295. Joll. und Deviil. a. a. O. p. 570. Thom. Legh Reife duroh Aeg., befonders in d. Befchreib. d. Tempel zu Sibhoi und zu Guerfeh Haffan. Vgl. L an er et in Defcr. de l'Sg. T. i. p. 37 ff. Quatremere DiiTert. für l'architecture ^gypt. und Hirt Gefchichte d. Baukunft bei d. Alten, l. B. durch proinde, und unterfcheidet irr. les ailes von ν(ι·χή S., deiix grands maffifs, deux murs, gegen den deutlichen Zufammenhang und ohne es durch die Erklärung p. 295. zu rechtfertigen. 45) Paedagog. 3. c. 2. p. 216. C. 42) S. L. 6. A. 5ψ. 45) Herodot. 2, 91. 3, 37- 46) L. 59. 44) Opp. T/*, p. 9. Imag. $. n. [201] Wenn nun die Capelle hier ausge- L ^ fchloffen bleibt, und man auch in frühem Zeiten bei Aufteilung von Statuen, für welche ein Tempel zunächft nicht beftimmt war, einen ange- meffenen Ort gewählt haben wird *7), fo find folche Fälle für den unfrigen erläuternd. Es mag urfprüng- lich ein Vorrecht der Priefter, fogar nur der Hohen- priefter gewefen fein, fich innerhalb des Tempelbezirkes im Bilde vorftellen zu laffen, wie die Piro- mis in Theben **); als Diener der Götter, mit deren Attributen fie fogar bei Feierlichkeiten erfchienen, konnten fie auf diefes Recht Anfpruch machen, welches dann auch auf die Könige übergieng, weil fie zu ihrer Kafte gehörten, oder doch die priefterliche Weihe erhielten. Am fchicklichften wählte man für folche Statuen den allen Aegyptiern, fo viele nicht für unrein galten, zugänglichen und am leichteften zu über- fehenden äufsern, gepflafterten und fich allmälig zu dem eigentlichen, in der Regel höher liegenden Tempel erhebenden Platz, Spc^j;. EinColofs des Amafis ftand του Ήφα/στί/ου έμπξας-Sf, vordem eigentlichen Tempelgebäude, und, wie fogleich fehr erläuternd hinzugefügt wird, έπι δ> τω αυ'τω $αθ·ρω earourt — — Χυο κολοσσό/ — ο' jU«v, ένθεν, ο' b« ^v-Stv τβυ μί- 47) Herodot a, 17». Amafis liefs aus einem goldenen Becken eine Götterftatue verfertigen , και icgvpc της ·κο— λκις, οκον rf> fTTir^otcurarov. ή£) Derf. 2, 143· AvroSt Ιστοί eni τη« fairen ξοης ιιχανκ etavnv. Jolloit u. Devill. in Defcvipt. de l'Eg. T. a. p. 334. erkennen hier nur Bilder der Hohenpriefter aufMumien- kaftcn, welche jene bei Lebzeiten verfertigen liefsen, und worin dann ihre Körper beigefetzt wurden. So auch Creuier Comment. Herod. i. pag. 301. n. 184· Für mich kann es hier gleichgültig fein. Warum aber diefe Deutung, da Herodot nichts davon fagt, und man fortwährend andere Priefter- Statuen findet? [202] γαρου *'). Auch die fechs Statuen inMem- phis, welche nach der Erklärung derPrie- fter Sefoftris, deffen Gemahlinn und vier Söhne vor- ftellten, fah man πςο του Ήφώ/στί/ou, und ebendafelbit die Statue des erften Darius ä°) und die Weihge· fchenke des RhampGmt, Statuen des Sommers und Winters, den weftlichen Propyläen des Phta-Tempels gegenüber, άντιους των ττροπυλαιων ί7), wie die beiden Coloffe zu Ghemmis an oder bei den Propyläen, ίπι Άΐιτοιβι s2) , nicht innerhalb der'felben , fondern auf dem Vorplatze. Von faft allen diefen Werken wird gefagt, dafs dafs fie aus Stein errichtet und coloffal g«wefen feien ; daffelbe lälst fich auch bei der Statue des Epi- phanes vorausfetzen, für welche ferher die Nachricht wichtig ift: die Prieftej· zu Memphis haben nicht geftatten wollen , dafs man das Daraus-Bild vorder Statue des Sefoftris aufftellte, weil jener ihm an Thaten nicht gleichkomme 53); fo befchliefsen unfere Priefter, das Bild des Gottes, welcher Epiphanes 49) Herodot. 2, 176. Um Herodot die Bilder der Piromis zu< zeigen, führten ihn die Prieller zu Theben « το /.'. ίγαρον esta , Ιόν «εγκ. 2, 143. Die ωίγκξ;« in Griechenland, welch« Paufanias nennt, (i, 40. {. 5. 5, 25. {. 6. 4, 51. }. 7. 8, 6. {. 2. 8, 57- ί· 5· V81· H e fy c h. u. S« i d.) waren hefondere heilige Gebäude und werden vom Α>, und eben fo allgemein, aber hiernach zu erklaren, Herodot 2,141. (Diod. Sie. i, 58.) von der Statue des Sethon, fie habe ev ru !ξω geftanden. 53) Derf. 2, 110. 52) Derf. 2,91. Auch pflegte man das Bild des Hauptgottes, z. B. des Amun zu Latopolis über dem Haupteiu.gange eines Tempels in erhobener Arbeit darzuftellen, und Champoll. (l'Egypte Γ. 1. Phar. i. p. igS.) hem erkt richtig: La reprefentation d'Amoun, placce au deffus de In pr incipn le entree et dans le licn te plus appiirent du temple, prouvefcins contredit, que le teniple eiait fpecia- lement dtßine i; fön culte. [203] die Siegeswaffe reichen füllte- nicht vor, ^ fondern neben deffen Statue zu ftellen sf), eine feine Schmeichelei, wie viel Ueberwindung fie auch koften mochte. L. Sg. 98. Πτολεμαίου του ε«»μ\>ν»ντθζ T>J αι- • γαπτω.) Eine Hindeutting auf den Krieg mit Syrien nnd mit den Lycopoliten 5i). yg. *j :Γ«ρ£β·τ)3£ίτα< ο κυρίωτατος Φεο'ς του ι «ρου.) Von diefer Maafsregel konnten die Priefter fcheinbar fich ganz vorzüglich viel verfpre- chen. Es lag eine grofse Auszeichnung für Epipha- nss darin, dafs er mit den alten Landesgöttern Tem-. pel und Altar theilen, ihr cvwzcg und συμβωμος oder όμοβωμιος werden follte, wie es eine hohe Ehre war, der όμοτχφος oder ομοτράπεζος5ί) der Götter zu werden. Der König wurde, wie es das Anfehen hatte, ihnen damit gleichgeftellt, wie wenn Hercules zu Olympia für je zwei der zwölf Götter fechs Altäre errichtete 57). In der That aber erhielt er eine untergeordnete Stellung, nicht blofs fofern der Hauptgott des Tempels ihm die Siegeswaffe reichen foll, wie im nächftfolgenden gefagt wird, fondern auch, weil man bei der Bezeichnung eines Tempels nur den, Hauptgott namentlich zu erwähnen pflegte 5Ä); in unferm Falle mufste man diefen fchon nennen, weil man fonft die vielen Tempel, worin man eine Statue des Epiphanes aufzuhellen gedachte, nicht von ein- 54) L. 59- 55) L. i. A. 4. L. 20. Ά. 63. L. 2t. A. 65. 57) Vgl. Cup er. Harpocr. p. 152. 56) P a uf an. 8, z. t· 2, 5ii) R eine!. Infcript. ClafT. i. 99. Διι >]λΐΑ. μργχλω σχζΚ" mit xxt avjvtxon; 5ίύκ χ. r. λ, Jollois und Devill. in Defcript. de l'Egypte, T. 5. p. 418. eci.li. in einer nicht völlig zu ergänzenden Inl'chr. zu Apollinopolis Parva oder Qous: Ηλι* ».-u, ,Ι·.Ρ)Ί;ΓΤ!* nxi τ^.ς o-vwasi« 5fji?. / [204] 59- an^er nätte unterfcheiden können. Nun der neue Gewinn: will der Schmeichler in Zukunft den mit Altären geehrten König preifen, fo mufs er auch der Landesgötter gedenken; beide find unzertrennlich verbunden, und die, von welchen der Glanz auszugehen fcheint, erhalten ihn vom neuen Altargenoffen. Allein die Priefter irrten; fie gaben ein ihnen felbft gefährliches Beifpiel, mit vermeinter Lift und aus Armuth, weil fie dem Vergötterten neue Tempel nicht erbauen konnten. Schon Epiphanes Sohn, Philometor, erlaubte dem Juden Onias, einen verfallenen Tempel in ßubaftis herzuftellen und ihn zur Verehrung feines Gottes zu beitimmen S9)\ Philometor felbft weihte einen Tempel zu Appollinopolis Parva den griechifchen Göttern e°), einen ändern zu Ombos dem Apollo u. f. f. "), und die Römer verfuhren fpäter eben fo. 100. Δίδου? αυτω οίτλον νιχητικον.) Da die ägyptifchen Denkmäler häufig fiegreiche Helden darftellen, fo ift es nicht fchwer, irgend eine Waffe anzugeben, welche dem Könige überreicht werden füllte; mehr aber ift bei dem Mangel an einer genauem, ßeftimmung in der Infchrift nicht möglich. Es eignete fich ein Schwerdt zur Siegeswaffe, oder eine Streitaxt, welche man wiederholt in der Hand triumphirender ägyptifcher Krieger findet'5), oder ein Bogen, auch wohl mit einem Köcher*5}. Eben, 60) Joll. u. Devill. a. a. O. 59) Jofeph. A. J. 15, 5. (6.) S. Jv Scalig. Animadv. in Eufeb. Chron. p. 152. B. 61) S. Champoll. Annal. d. Lagid. T. 2. p. 160. · 62) Z. B. unter den Reliefs des Pallaites zu Medyunt - abou, einem Dorfe auf den Ruinen von Theben. Jollois und Devill. in Defcript. de l'Eg. T. z. p. 92. Hirt Bildung d. ägypt. Gotth. S. 52. Taf. 6. F. 46. 63) Joll. u. Devill. a. a. O. p. 85. [205] weil folche Vorftellungen auf den Monu- L iiienten Aegyptens nicht feiten find, darf man nicht mit Ameilhon zweifeln, ob όπλον hier eine Waffe bedeute '*.). Auch würden die Priefter den Zweck ihres ßefchluffes ganz aus den Augen verloren haben, wenn ße durch ihre Götter dem Könige nur das Zeichen des Sieges, nicht das Mittel dazu, hätten überreichen laffen. Dadurch wurden jene gehoben. Wenn Rom dem Feldherrn ein geweihtes Schwcrdt öberfchickte, wollte es den Werth des kirchlichen Segens ins Licht fetzen, und vergeffen machen, dafs es kein anderes habe. Aber in den Umgebungen der beiden Statuen konnte man den Sieg des Königs durch fymbolifche Handlungen und Zeichen verherrlichen, und es läfst lieh kaum bezweifeln, dafs es gefchehen fei, wenn auch die Infchrift davon fchweigt. Man durfte nur alte Sculpturen ähnlicher Art nachbilden , etwa mit Hinweglalfung deffen, was einem macedonifchen Hofe als zu roh und unmenfchlich aoftöfsig fein konnte, wie wenn ein ägyptifcher Held den Schöpf von den Köpfen vieler Gefangenen zufammenfafst, um jene mit der Streitaxt mit einem Streiche abzu- fchlagen'1), oder wenn Gefangene gefchlachtet wer- den, um die Rückkehr des Siegers zu feiern 6S) t oder abgehauene Hände und Zeugungstheile vor ihm zur Schau liegen, wohl nicht, um das Schickfal der Gefa'ngenen, fondern um ihre Feigheit anzudeuten * 7). Noch immer zuläffig waren dagegen als Siegeszeichen der heilige Vogel, /Vp»£e*), welcher auch wohl den Kopf des Helden umkreif't, ein beflügelter Schutzgeiit, ein Thron, ein Siegeswagen, auch wohl mit Gefangenen befpannt, Wie von Sefoftris 66) U e n o n Pl. 13+. F. 36. 67} Derf. daf. 64) Eclairciff. p. 80. 65) Hirt a. a. O. 68) H o r a p. Hierogl. l, 6. [206] berichtet wird is>), ein Gefolge von Kriegern mit Federfchmuck und Fahnen,· und um fie noch mehr von den Ueberwun denen zu nnter- fcheiden, von anderer Farbe 7°) und mit Palmzweigen ? I), ein Löwe, als Symbol der Stärke und der Wachfamkeit ra), und im Gegenfatze ein Haafe 73). Victorien, wie fie im Aufzage des Philadelphus mit goldenen Flügeln, mit fechs Ellen langen Rauchfäf- fern und mit einem Schmucke von goldenem Epheu- Laube auf Silene und Satyrn folgten 7ί) , würden zu fehr im griechifchen Gefchmacke gewefen fein und die alte waffenreichende Gottheit verdunkelt haben. loi.A εατχι κατεσκευασ|ΐ*εν ~)75)· L. 4o. 102. K«/ τους ιερείς -S·s ραττευε/ν τα? ε/κβ- ν»ς τ§ις της ημέρας.} Nach. Piutarch opferten die Aegyptier dem Gotte, welchen er Helios nennt,; drei Mai des Tages: xot< p.ijv ήμίξκς ίκ/χατης τζίχως έπι- · θϋ(Μ«ι)σ/ τω >-'λ/ω, φητινην μεν ύπο τ«ς αν«τολα δε μίσουρίΜϋίητι, το δε καλου^ενον κυφ/ irsgt 6g) Diod. Sie. i, 58. Unter den Reliefs zu Pfackfclu- Rn- i'taiii aus der Saifanideii- Zoit bemerkt man zwei Reuter, deren Pferde auf überwundenen Feinden Rehen. Ho e c k Vet. Med. et Perf. Monura. p. 51. 70) Den on Pl. 124,. F. 2. Vgl. Gau Neu entdeckte Denkmäler von Nnbien Taf. 6l. 71) Man findet fie auch auf der Kehrfeite1 von mehrern t;a. giden-Münzen «eben dem Adler. Va ill a n t Hitt. Ptol.i p. 105. in. u. f. f. Bei Aufzügen trug man auch vergoldete. Appul. Metam. u. p. 775. Ibattertius, aitoL- Irns palmam auro J'ubtiliter foliatam. 72) Horap. Hierogl. i, iS — 20. 75) (Pahliii) Analyfo p. 18. 21. 122. Nach Horap. H. i, 26. das Zeichen des Eröä'neiif. Das Meifte finUct fich in den Reliefs' zu Medyunt- abeul vereinigt. S. Joll und Devill. a. a. Ü. 74,) Athei;. 5: p. 197. 75) Hcyne: χ.χτΐ:σ?Λυχσμ&[κ Εις τον riy.iiurotTo·/] Τξοπη. Por- fou: χχ~(σχ.ίΐ'καμί·α[κ ~vj ίττι^ωοιον], 76) IL et Ofir. 57 2. C. 383. . [207] Auch· Daniel fiel drei Mal täglich zum L Gebete auf feine Knie ?'). Die ägypti- fchen Monumente zeigen fehr oft Figuren, priefter- liche und andere, welche knieend oder in einer ändern Stellung anbeten, opfern oder Gefchenke darbieten, z. B. die Reliefs zu Medyunt-abou 7β) und zu Latopolis *9). 1ο3. Και τταρατ/θ·«ν*/ αυταις ιεςον κθ· σμον.) Diefs war das Gefchäft der Stoliften *°). 104. Και τ αλλά νομιζομινκ.) et). 105. Κα-äa και το/ς άλλοι; -S-fo/ς εν.... ) - ) χ L. 4ι· 106. Ξόανο«.) In der e rite n Bedeutung ein aus Holz gefchnitztes Bild von roher Form, geringer Gröfse und wirklichem oder vermeintem hohen Alter. Paufanias nennt einige Holzarten, aus welchen man im hohen Alterthume die ζοζνχ zu verfertigen pflegte : τοσαδε >jv, αφ' ων τα £οαν« «ττοιουντο fßs~ vc;, κυπάρισσο;, αϊ κε^οι, τα δριιΐ'να, >·' συ.ιλχξ·> ό λω· T0i*3)j un(i fetzt ihnen fteinerne Bilder ausdrücklich entgegen: ταύτα ^κεν ^ο*να, λ/·&ου δβ Άσκλιττιο; κ. τ. λ. **). Durch geringere Kunft unterfchieden fie (ich von den Statuen, welche man αγαλ,ΜΛτα nannte, deren Anblick fchon der Form wegen Wohlgefallen erregte: α'γαλμα, τταν εφ' ύ τ/; «'ταλλίται. — Άγ«λ· 7 7 Τ Daniel 6 , to. 78) Jollois und Devill. in Defcript. de l'Egypte, T. a, p. 88 u. 97. 79) Champoll. l'Eg. f. 1. Phar. r. p. ISS· 81) Vgl. L. 32. χαι των «>Λοιν r<«v vo.uifo.utvaiv. L. 5°· χαι r αλλ« τα κοά^χοντα. und Zemie und Herrmann in Viger. de praccip. graec. dict. idiot. c. 5. fect. 3. i£ 80) L. 6. A. g.j. 8«) Heyne: tv [re fsprou« χαι •na^fv^frt». Porfon: tv [it Hjr. κ. 7τα]ν>)7«ο(ΐην. S. L. 4.2. A. 109. f> r» 85) 8, i?, f. a. 84) *, >'· ί· 3. / n/cAr. v. K«/. O [208] L 41. Α"·ΤΑ» τ* των-^βων μ<ι»}ματ«, κ«< ϊταντ« τ« κοσ^ϋ T/VOJ ^τεχοντ« βί). Auch waren ΐβ klein und leicht, ίο ίο dafs man fie ohne Befchwerde tragen konnte, wie von der Priefterinn tter Artemis Orthia zu Sparta gefagt wird: η δε ίι-ξβιχ το |οανον ίχρυσχ σφισιν έφίστ^κε* το b« εστίν άλλως jUfv κουφον ώτβ σμιχςοτητος κ. τ. λ. *'.). Mehrere beitätigen es; unter ändern Servius: £o*vas, zd efl ßmulacra brevia, quae portabantur in lectids, et ab ipfis mota infundebant vattcinatianem: qnod fuit apud Aegyptios et Carthaginien· fes*7); und Claudian: Sie numina Memphis In vulgus proferre folet: penetralibus exit , Effigiesj brevis illa qiädem: fed plurimus infra Liniger impoßto fuspirat vecte Sacerdos Teftatus fudore deum 88). Holz und Thon konnte die noch ungeübte Hand am leichteften formen, deshalb fchrieben die Griechen hölzerne Statuen dem höheren Alterthume zu, obgleich es bekannt genug ift, dal's man diefes Material zu allen Zeiten zu Statuen verarbeitet hat. So erklärt fich Paufanias bei Erwähnung des Apollo- Tempels zu Argos: το μεν οΰν ά^*\μ* το s(f>' f,fjuav Άτταλου ποιημχ >jv 'A-&)jv«iou, το δδ e|«f JC>J? Δαναού κα< ό ναός κα/ το |οανον κνα,^μα, ην *') ; und da , wo er vom cyl- lenifchen Hermes fpricht: τοις δε α,ν&ξωποις το άξ^Λίον, oVeff« mtt ί,μΐΐζ κατ«(ΐ<αθ·ί/ν έϊ>υνη$ημιν, τοσαδε ij'v, α'φ' ων τα ^ο«ν« έποιουντο' έβενος, κυτταρ/σσος κ. τ. λ. ?0). Oft aber hat man bei dem Gebrauche des Wortes nur auf eine oder die andere Eigenfchaft eines Bildes Rückficht genommen und es deshalb |οανβν 85) S u i d. v. αγ«λ,«* u. αγκλματκ. Vgl. H o m. II. 4, 144 86) Pauf an. 3, 16. f. 7. 8?) Zu Virg. Aen. 6. v. 63. u. H5· 88) De IV confuL Honor. 569 fcfq. 89) 2, 19- >· 3· 9°) 8, 17. ^ 3;� 3; a- [209] genannt, z. B. wenn es auch etwa aus £. 4l, Marmor beftand; demnach erklärt Hefi- cliius: foctvx , «yaXjueTat, s/δωλα, ζω§{oc' xtip/w; St ΤΛ ij· ξύλων ϊ^εσ,Μίν* >; λ/·&ων ")> und das Etym. M. £oavcv ; rä:p« £ίω £f atvov' κα/ τροτπ}, £οανον. S/*(£>f p« δ« £οανον, κ«/ /3ρ«Τ3ς 53), κα/ tßwXov. £οανον (Utv γ«ρ am τ* ίξυσμενον fιδωλον, λ<θ/νον, ^ Αίφβντινον, ij ξυ\ηον *3); und wenn man bei «ναλμα den Begriff der fchönern Form fallen liefs, fo gebrauchte man es im weitern Sinne auch als Bezeichnung des £CÄVOV, felbft Paufa- nias »*). Das Bild, von welchem die Priefter fprechen, wird im Gegenfatze der früher erwähnten, wahr- fcheinlich coloffalen, Statue'5) richtig ξοχνον genannt, denn es war klein, da es in einer Gapelle bei Aufzügen umhergetragen werden follte, und ungeachtet des folgenden χρυσΐΐ», welghes auch auf £oavov bezogen werden mufs '*), von Holz und nur vergoldet, wenn man diefs irgend aus der Armuth der Tempel und aus der Nachricht fchliefsen darf, dafs die kleine Capelle bei einem folchen Aufzuge nur vergoldet gewefen fei fr). 107. Ναον.) Ναός, eine kleine, in der Regel vergoldete, mit Blumen und auf andere Art verzierte Capelle, beftimmt, bei Aufzügen ein kleines Götter- 91) v. ÜJOKVK. 92) Pollux Onotn. l. Sect. 1. .Qffroc« Jf, η Jti · 94) 2, 7. f. 5. a, ιι. \. 8. 5, 16. $. 6. Vergl. nuch Heyne Antiquar. Auff. 2. St. 8.165. u. V ö l k e l lieber den gro- fsen Tempel und die Statue des Jupiter zu Olympia. S. 170 ff. Q5) V. oKVOV. 95) L- S8. A. 97. 96) Clem. Alex. ßrom. 5, 567. A. $η it xVv r«<« καλί»« μ»ακ TTKJ' avreic xuiuaaiKi« raiv 5tu»> χ^χτα αγάλματα. 37) H er o da t. 2,63. D i od. Sie. 1,85. Palladiuj Hißor. Laufiaca c. 53. von einem ägypt. Anfinge im fpättt«c' Zeit: J vXi>iv Jt c<£oc r« ;;ÄVJV rcvro η». O 2 [210] kild aufzunehmen und mit ihm umhergetragen oder gefahren zu werden**). Man findet als Benennung oder Erklärung auch να'ι'ςκος, κ/στ/j, κ//3ω·πον, τταστβί ") , τταοτοφορ/ον/ot>), obgleich diefs letzte gewöhnlich das Geitell bezeichnet, welches die Capelle bei den Aufzügen trug *), und ein kleines Gebäude rieben dem Tempel, worin die Paftophoren fich aufhielten ') j ferner o/'/t^u« 3}. Es liegt in der Natur der Sache, dafs fie von geringem Umfange war; denn tlieils bedurfte es zu diefem Zwecke keines gröfsern Behältniffes, theils mufsten die Priefter fie handhaben können, mochte fie getragen oder gefahren werden. Wenn man Apis oder fonft ein heiliges Thier daria fortfchaffen wollte, fo machte diefs eine Ausnahme nöthig *), wie die Capelle, welche im Aufzuge des Philadelphus er- fchien und vierzig Ellen im Umfange hatte s), nicht berechtigt, auf die alt-ägyptil'chen zurückzufchlie- fsen. Diele konnten fchon deshalb, weil fie leicht fein mufsten, nicht aus Golde, fondern aus vergoldetem Holze beftehen, welches die alten Schrift- fteller beßätigen a). 99) L. 7. A. 35. g. Ende. 98) Herodot. 2, 63. Diod. Sie. l, 97. g. Ende. S. die f. A. L. 42. A. no. u. G. G. Wilifch de naidüs vete- rum. Lipf. 1716. StuVz de dial. maced. p. 110. verweil't. l) Suid. TicurroQ. ro (ßf^ov τον πκστον. 100) Hefych. ττα βτοφ. v«o? «ίκν^ί. Grnter. Infcript. .84-5- Diod. Sie. a. a. O. u. d. Stellen, auf welche β) Vgl. C.uper Harpocr. p. 130. u. L e Moine de Mela- nophor. p. 258. • 5) Herodot. 2,63. Diod. Sie. i, 85. Etym. M. ν.Ναιω. ψ'λί», το ποξίνομκι. 4) Diod. Sie. ι, &5. 5) Athen. 5. Ρ· 2Ο2. σημκινιι το αίχια. — — 1% οι! γινίται χκι ναοί. Vfo) Jiot rov t ff) Herodot. Diod. Sie. a. a. O. Die erwähnte Capelle des Philad. konnte nur ein yaoi i-Kiynvaot, fein. Athen. ». a. O. [211] Sie unterfchieden (ich demnach von ^. „ der Capelle, Tempeigebäucles 7)> auf welcfien Plinius Bemerkung Ober die cnidifche Venus zu beziehen ift: aedimla ejia tota aperitur, ut eonfpici pofßt undique efßgies deae *), und nicht weniger* von den kleinen Kiften, ciflae fa~ crificales, worin man bei den öffentlichen Aufzögen Opfergeräth, und was i'onft zur Feier gehörte, umher- trug '). Diefe verbargen meiitens ihren Inhalt *°), die Götterbilder wollte man dagegen bei den Aufzagen den Nichtprieftern zeigen "). 108. κρ ) "). Ameilhon hat darauf aufmerklam gemacht, dafs es nicht die Abficht der Priefter gewefen fein könne, jenes Bild des Königs nebft feiner Capelle in allen Tempeln aufzu- fteJlen, fondern nur in einem, wie (ich vermuthen laffe, in dem angefehenften , tv τω τιμιωτχτω oder «γ/ωτατω TWV /spwv, wie er deshalb zu ergänzen vorfchlägt,, und dafür muffe der Tempel des Phtha in Memphis gelten. Der Kroiuingsfchmuck, welcher auf diefer Capelle dem Volke bei Aufzügen gezeigt werden follte', die zehn Diademe mit dem Pfchent, mache es phyfifch unmöglich, an mehr als eine Capelle zudenken, und an mehr als einen Tempel, wo fie aufbewahrt fei75). So gegründet diefs zu fein fcneint, fo fteht doch alles folgende mit ihm im VViderfpruche. Denn einmal verfugen die Priefter, die Capelle in den Heiligthümern auf· 8) H. N. 36, 4. (. 5. Vgl. Cup er Harp. p. 151. u. 15»., g) Panel, de ciftoglior. hef. iect. g. 7) L. 5S. A. 97. 10) Beroald Commcnt. in af. aur. Appul. bei den Worten Metani. 6. p-5'lj· u. n. p. 777. ed. Oiidend. focua 11) P. Colv. bei d. Worten des Appul. Met. u. p. 795. vtlis candentibus rtduotit. J'ecreta cißarum und: ferebatur ab aliis cißafecretorum capax, penitus cetans opena magnijtcae religionitr 12) H e y n e : χρ[νσονν «er* n*vrwv]i«p<uv. P o r i o n : xj[wnw tv emxffrfv των] «ρων. ij) Eclairciff. p. 85- [212] zuftellen , «ν το/ς «?>ϋτο/ϊ **), welches Ameilhon, nach dem Zufammenhange nur gewaltfam, auf einen Tempel bezieht. Sie foll, wie gleich darauf beftimmt wird, in den Heiligthümern mit den ändern Gapellen ftehen, μετχτων άλλων ναών; jeder Tempel hatte aber nur eine für die in ihm verehrte Gottheit; nach Ameilhon's Vorausfetzung würde es alfo heifsen muffen : μίτ» του ν«ου του κυρ/ωτ«τοι> φίου'Ο oder τουφ-9·«. Ferner werden die Ehrenerwei- fungen, durch welche man den König auszeichnen will, nirgends auf Memphis befchränkt; alle Aegyptier follen Zeugen davon fein, oder dazu mitwirken /tf), und feine Statue foll in jedem Tempel aufgeftellt werden17). Endlich hebt der Theil des Befchluffes allen Zweifel, wo gefagt wird: auch die Nlchtprie- fter follen die erwähnte Capelle, τον πξοείξημενον vaov's), aufftellen und· befitzen , welches eine Ungereimtheit enthielte, wenn es nur eine gegeben hätte. Die Priefter beftimmen demnach, wie der Cultus zu Ehren des Epiplianes einzurichten fei, und berechtigen Tempel- und Nichtpriefter, einen Schmuck von gleicher Art, wie der war, deffen man fich bei der Königsweihe bedient hatte, auf die Königscapelle zu fetzen, und ihn bei Auflagen zur Schau zu ftellen. i Ameilhon's Ergänzung würde felbft dann unßatt- haft fein, wenn vom Tempel des Phtha ausfchliefs- lieh die Rede wäre; die Memphiten würden aus früher ausgeführten Gründen ßch nicht erlaubt haben, ihn in der Infchrift den erften und angefehenften zu nennen *9). 14) L. *a. 15) L. 59. » 6) L. 52.53. 17) L. 53. (β) L. g». 19) L. a. A. 9. [213] 109. Εν τ«/ς (Κί-χαλα/ί jravij-yup s- L .t ). Ueber die Fefte der Aegyptier fagt Herodot: ΠΛν^υρ/ζόΐισ/δίΑ/γυττπο/ ουκ ύπχξτου ένιαυτου, ττΛΜίγυρ/»? Ss συχνά?' (καλ«ττ« «f ν κα; προθϋ^οτατΛ ες Bou- βχστη ττολ/ν, τ>) Άρτψ<8< · SfjTff«, ϊ'ς Bsüff^v πόλη» τ>) Ισι - - - τρ /τα δ', ^ς Σοΰν πόλη/ τ>) Άθ^να<») ffÄVjj-yiif <^ουσ Τϊ- τ«ρτ* 8s, ^ς Ήλ/0'j πολιν τω ^λ/ω · η·5,Μπ·τα δ«, e; BOÜTOU» ττολ/ν TJJ Αητοι' surot He, ες Πχπξημη ττολη/ τω 'Aj£i'J1). 110. Εν α. ι ς β £ Option των ναών ·γινοντ*ι.^ Έζούΐΐιχ, έξοδικ oder ί£οδος, der Auszug oder Aufbruch von einer Stadt, einem Hoflager oder einem Tempel, zu einer kriegerifchen Unternehmung"), oder einem feierlichen Umgange, dann auch der Feldzug 3*) oder der Aufzug 3*) felbft. Das Alterthum knüpft die Gefchichte des Ent- ftehens und der Verbreitung politifcher und religiö- fer Einrichtungen, der Wiffenfchaften und Künfte, gern an beftimmte Namen, fo dafsman erwarten mufs, auch die Erfinder des Denkens und des Sprechens erwähnt zu fehen. Diefer angeblich hiftorifche Weg war damals der natürlichfte und ift auch jetzt noch der bequemfte, wenn er auch Ober die Anlagen des Menfchen und die* Eigentümlichkeit der Völker nicht den ineilten Aufl'chlufs giebt. • 0 3» 59· •ο) Π«νΐ)7«ξ;ί. L.49. α-yfiv if fofrt\vxxt κχνηγνjiv; dasFeft gab iiu^er feit liehen Veii'ammluög Veranlagung, zu der/acra crtebrittts, von welcher Macrob. Saturn, i, 16. fagt: S. cel. eft, vel cum Sacrißcia dii ojff'eruntur, vel cum dies divinis epulationibus celibratur, vel cum ludi in honorem aguntur dcorum, vel cum ftrine obfervantur. S. Vil- loif. im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. p. 356. u. hier die f. A. 32) Polyb. 8, 27. $. 4. Ποτί ,«fi/ i-' iloöiotv, ^or« dt roXi» « I< f»i κϊνηγιαν Ttoiovufvw ra< ix r>1« ιτολΕβίί ίί"«««. Vgl. t, ·«) ' E?o5oi D i od. Sie. i, »8· iioäi»: Polyb. 4 > J4·· ί· f 12. 4· 2. 8, »6. }. i. 14) 'EioJo< Polyb. 5», ia. J. 5. »4- f- S· [214] blofs den Göttern zuerft Altäre, Statuen und Tempel errichtet as), fondern auch zuerft reli- giöfe Fefte mit Aufzeigen gefeiert ·"*). Wo aber der religiöfe 6inn in einein übrigens noch rohen und für überfinnliche Begriffe wenig empfänglichen Volke iich fq weit entwickelt hat, dafs es einen Cultus verlangt oder dazu fähig ift, da wird ihm nur ein fym- bolifch-allegorifcher Cultus zufageri, wozu die Aufzüge gehören. So finden wir diefe bei den verfchie- denften Völkern, und unabhängig von einander, wie der religiöfe Sinn und das Bedürfnifs der ungebildeten Menge, das Heilige in einer äufsern Erfcheinung und durch äufsere Gebräuche zu verehren, nichts nichts Angelerntes ii't. Dann find Priefter und Regierungen hinzugetreten und haben das Volk auf 1 diefer Stufe der religiöfen Entwicklung feftziihalten gefucht; jene, weil der Glaube der Unmündigen iie als Vermittler zwifchen ihnen und der Gottheit noth- wendig erhielt, und diefe, weil fie durch den Glauben herrfchten. Mit der Zeit wurden die Aufzüge für die Priefter ein Gepränge, wodurch fie das Volk blendeten, zumal da, wo fie, wie in Aegypten, als Stellvertreter der Götter dabei erfchienen; eine ihnen felbft räthfelhafte Hülle, unter welcher fie aber noch Gelegenheit zum Deuten und Geheimthun fanden. Der Staat benutzte fie, um Verdienfte der" Magiftrate zu belohnen37); Frauen und Jungfrauen nahmen gern Theil, um durch Kleiderpracht !.4twun- £ Demnach haben die Aegyptier nicht 35) Her öd u t. 2,4. 86) Derf. 2 , 58. Πανηγν^αί Je «ζ χ χαι πομ*χ( και γ«? τΤζίατοι χν^ζία-^αιν Αιγύπτιοι ιΊσι οι ποίησκμινοι. Lucian de Syria Dea {. 2. Opp. T. 2. p. 558. Schmied. Π^ωτ« / u.ev ύν Kv^onriov, rtuv γμ,ίκ ϊίμιν , Αΐγντττίοι λίγβντκι — — ? < χττοθί|«ι. Ci c. in Catil. 3, ίο. [215] derung zu erregen '*), und die Menge, ^ weil die Feier ein willkommener Anlafs wurde, ungeftraft Muthwillen zu Oben und Geh zu ergötzen. Als Denkende ini eigenen Cultus keine Befriedigung mehr fanden, verfiichten fie es mit fremdem; man i'ieng an Ideen und Gebräuche zu vermifchen 3*), bis endlich in der chriftlichen Religion fich ein befferer Ausweg zeigte. Kommen wir auf Aegypten zurück, fo gab es hier einen häuslichen Götterdienft, einen Tempel - und einen öffentlichen oder Volks-Cultus. Jener erfte war ein Familien- oder Gentil-Cultus. Er hatte heiligeThiere zum Gegenftande30), und wurde von folchen beforgt, welche nicht zur Priefterkafte gehörten, von Männern und Frauen, deren Gefchäft erblich war und für fehr ehrenvoll galt 3/). Herodot konnte dabei nicht an die heilige Kafte denken, da es nach feiner anderswo beftimmt ausgefprochenen Meinung in Aegypten keine Priefterinnen gab 3"), und nach Diodor wurde das Gefchäft der Verpflegung nicht abgelehnt, welches fich nicht auf Priefter beziehen kann, denn ihnen blieb keine Wahl bei ihren a8) Polyb. 52, 12. (. 5. u. 7. c. 14. f. 9. 99) Paufan. 10, 52. f. 9. über den Ifisdienft zu Tithorea in Phocis. Wie fruchtlos man in Rom gegen diefes Uebel kämpfte, ift bekannt genug. 30) Jomard inDefcript. de l'Eg. T.5. p.88· ed. II. Chaque maifon nourrijfait Coifeaufacre, et l'affociait en quel- quc fortc aux droits de la famille : Ufa man, il parta- gfait aufß [es meines foins et le meine tombeau. 51) Herodot. a, 65. D i o d. S i c. i, 83· Z i ekler de Aeg. beu. cultor. p. 50. ziebt auch Herodot. 2, 46. hierher, weil er der Erklärung folgt, nach welcher die Mendefier einen ihrer Hirten wegen der Pflege eines Bocks vor ändern geehrt haben; allein die Worte in $f τοντων t.; bezeichnen, wie bekannt, nicht einen Hirten, hindern den Bock. Auch irrt er darin, daft er zwar einen Cultus der Thiere aufsei halb der Tempel annimmt, aber die Vcrpfleger für Priefter hält. (p. 51. 52.) ji) S. L. 5. Λ. jo. [216] Verrichtungen, z. B. den Hieracobofci·")· welche, wie alle ändern, ihrGefchäft vom Vater ererbten. Ferner fagt Diodor in demfelben Zufammenhange, man erkenne die Wärter der heiligen Thiere an gewiffen Zeichen fchon aus der Ferne und erweife ihnen die gröfste Achtung; beides über- flüffige Bemerkungen, wenn von Prieftern die Rede wäre. Man wählte demnach wie für die Tempel fo für diefen häuslichen Cultus unter den Thieren, welche in einer gewiffen Gegend für heilig galten, eins zur befondern Pflege und Verehrung aus, und brachte es in ein Privatbaus, z. B. einen Hund 3i), welcher dann gleichfam der Stellvertreter feines Ge- fchechtes war. Der Tod eines folchenThieres wurde für ein grofses Unglück gehalten, und es läfst auf den Grad der Verehrung defl'elben überhaupt fchlie- fsen, dafs man fchon die übrigen heiligen Thiere feines Gefchlechtes fehr werth hielt. Es entfpricht dem Geifte der Aegyptier, wenn Polyän erzählt, fie haben lieber Pelufium, den Schlüffel ihres Landes, verloren, als auf heilige Thiere,. welche Cambyfes vorführen liefs, ihre Pfeile abgefchoffen 3S); ermordeten Oe doch zu Diodor's Zeit, wo fie Rom bereits unterworfen waren, einen Römer, weil er eine heilige Katze getödtet hatte3*), und zogen es felbft vor, Hunger zu fterben, als das Fleifch geheiligter Thiere zu effen 3?), deren Genufs ihnen jeden Fremden unrein machte 38~). Die Verehrer verfchiedener Thiere verfolgten fogar einander felbft, wie Secten, und bekriegten fich, wenn der eine Theil Thiere einfieng und afs, welche dem ändern unverletzlich 53) Aelian. N.A. 7, g. 54) D i o d. Sie. ι , 84. 35) Strat. 7. c. 9. 56) Di od. Sie. i, 83. 88) S. L. i. A. g. N. 77, 37) Derf. ι, 84- [217] waren; fo zu Plutarchs Zeit die Oxyryn- L> ., chiten und Cynopoliten 3P)· Mit Recht unterfcheidet man diefen von dem Tempel-Cuhus, welcher fich durch die Aufzflge in einen allgemeinen, öffentlichen oder Volks-Cuhus verwandelte. Die Aufzüge feilten die Götter dem Volke näher bringen, nach der Vorftellung, dafs räumliche Nähe erforderlich fei, um anzubeten. Das Bedürfnifs, Cch nicht, wie gewöhnlich, blofs bei ihnen vertreten zulaffen, fondern fie felbft unmittelbar äufserlich zu verehren, drang fich einem Volke insbefondere bei gevviffen aufserordentlichen Veranlaffungen auf, wenn die Gottheit durch grol'se Wohlthaten oder Leiden, welche alle im Lande an- giengen, ihre Nähe allen angekündigt, fich als ein numen praefens, als einen ·&«ς έπιψχνης erwiefen zu haben fcliien. Wo jeder üch beglückt fühlte, da wollte auch jeder feinen Dank bekennen, und nach Kräften vergelten, durch Opfer oder durch fchein- bare liewirthung: ein Gebrauch, welcher fich länger erhielt, als die kindliche Vorftellung, aus welcher er hervorgieng, z. B. die Lectifternien und der äthio- pifche Tifch der Sonne *°). Nach dem Seefiege der Römer bei Chius, im Kriege mit Antiochus il. Gr. wurde ein neuntägiges Dankfeft für das Volk angeordnet, wobei hier nur die Theilnahme Aller in Betrachtung kommt *'). Nach Niederlagen dagegen, 39) ΙΓ. et Ofir. p. 580. B. 40) Herodot. 5, 18. Wohlthätige Zwecke, wie hier und bei ähnlichen Spenden in Griechenland, waren gewifs nicht die ursprünglichen, fondern religiöfe; man hätte auf eine andere Art geben können. Vgl. Ar n ob, adv. gent. T. p. 238· Lugd. Bat. über die Bewirthung der Götter; ein Hohn, wie ihn faft nur ein Neubekehrter Geh erlauben konnte. 41) Poly b. fragin. 1. 21, l. (Legat. 16.) ίλιν- jae άγ«ν •/'u.fjioti ivvix. τοντο S'ftri χ«ι ä vt.v rt [218] ot*er kei Landplagen, wo jeder fich gefährdet oder verletzt fah, fuchten auch alle durch Bufs- und ßettage, welche häufig mit Umgängen verbunden waren, die Gottheit zu befänfti- gen *a). Daraus folgt von felbft, dafs man vor Unternehmungen, welche viel hoffen oder fürchten lie- fsen, folche Fefte veranftaltete. Wenn ein Ereignifs zu ewigem Danke oder zu fteter Erinnerung zu verpflichten fchien, oder wenn Staatszwecke oder der Vor- theil und Glanz der Priefter es erforderten, fo wurde die Feier zu beftimmfen Zeiten wiederholt; daher die jährlichen oder jährlich mehrmals gehaltenen Aufzüge, z. B. in Rom vor de:i circenfifchen Spielen *3). Nicht immer trug man Bilder der Gottheiten umher, fondern auch Dinge, welche auf fie oder ihre VVohl- thaten Bezug hatten; davon zeu^t der uralte Waffen- tanz der Salier mit den heiligen Ancilien ""), und die Sitte einiger Städte in Aegypten, am Ifisfefte zum Andenken an die Einführung des Ackerbaues bei den Aufzügen Gefäfse mit Getraide zu zeigen +s). Dafs auch bei den Aegyptiern ein Volks · Cul- tus mit Aufzügen Statt fand, Jäfst fich nicht bezweifeln. Schriftiteller *ff) und Denkmäler *?) beftäti- rung, bei. S. 14 ff. 4,3) D io n y f. Hai. 7, 72. 44) Derf. 2, 70 f. 42) Liv. 5, 15. Vgl. Hüll in a 11 n Urfprüng'e der Bcfteu- 45) D i od. S i c. 1,14. 47) Joll. u. Derill, bemerken in Defcript. de l'Eg. T. 2. p. ιοί. ed. II. nach der Befohreibung der Sculpturen zu Medyunt-abou, welche den Triumphzug eines Königs mit religiöfen Gebräuchen darfbellen: Tout ce bas-re- lief prouve inconteßablement, tjue La religion egyptienne nOdmetlait pas feulement le culte J"ecret, qui Je prati- quait dans les fanctuairei des tcmples, et dont la con- naiffance n'etait refervet qu'aux adeptei : eile avait tun füllt titeritur; tt dam dtt circonftanccs particulieret, 46) S. im Allgem. Herodot. 2, 59. 5,27. Cleni. Alex. Paedagog. 2. p. 163. ftrom. 5, 567. 6, 633. Epiphan. adv. haeref. 3. p. 1093. ed. Parif. Aelian. N. A. n, 10. Apul. Metam, 11. [219] gen es. Am Fefte der Artemis, nach grie- ^ chilcher Deutung, zu Bubaftis, beJief Geh die Zahl der Mitfeiernden an Männern und Frauen, die Kinder nicht gerechnet, auf 700,000 **). Zur Zeit des Vollmondes opferten nicht blofs diePriefter, fondern auch das Volk Selene und Dionys (lös und Ofiris) Schweine, die Armen Figuren diefer Thiere von Teig ff). Auch wenn man dem Ofiris zu Ehren ein Fett feierte, befchränkte lieh diefs nicht auf die Priefter, fondern die Frauen hielten unter Mufik und Gefang einen Aufzug mit etwa ellenhohen Figuren, welche durch Saiten bewegt wurden und fehr grofse Gefchlechtstheile hatten s°). Die Keulenträger, mehr als taufend, welche bei dem Aufzuge des Ares, wie die Griechen ihn nennen, zu Papremis, dem Gotte in ziemlich blutigem Scheinkampfe zu Hülfe eilten, können nicht Priefter gewefen fein, auch unterfcheidet fie Herodot in dem Mährchen, welches er nach Anleitung der Eingeborneii zur Erklärung diefes Gebrauches hinzufügt SI). Auch das Kerzen feit wurde, nach griechifcher Deutung zu Ehren der Athene, nicht blofs in Sais, fondern in derfelben Nacht durch Anzünden der Lampen in ganz Aegypten gefeiert S3~). So nehmen ferner, um nur noch ein ßeifpiel anzuführen, bei Appulejus Priefter und Volk am Fefte und Aufzuge der Ifis Theil55). Es läfst fich nicht läugnen, dafs diefe Feierlichkeiten ausarteten; Herodot verbürgt5*)» wasdenKir- 48) Herodot. z, 59. 60. 157. 138. 49) Derf. 2, 47. comme ä de certa ins jours de feie et de rejouiffancet pu- blic/uts, on deployait, dans des procefjions Jolennellts, taute la pompe de la religion. $i) Derf. a , 63. 64. 50) Derf. 2, 48. Vgl. E p i p h a n. a. a. Ο. Λ 53) Derf. 2, 59. 62. Vgl. Appul. Met. n. 774. Liban. T. 4. p. 1113. ed. Reisk. G u p e r Harpocr. p. 120. 55) Met. 11. 733. Cuncti populi, tarn rtligioji quam profani. 54) 2, 60 ff. [220] chenvätern**) wegen ihres feindlichen Sinnes gegen die Aegyptier weniger geglaubt werden könnte, dafs die Aufzüge Orgien glichen, bei welchen felbft Frauen unter unanftändigen Gefangen und Tänzen, unter einer lärmenden Mufik und bacchantifchen Gelagen erfchienen, dafs dabei Mummereien Statt fanden, dafs man das Geficht färbte und Umftehende fchlug oder verfpottete, wie es irgend von den Griechen, von den Römern, insbe· fondere an den Lupercalien und von den Deutfchen bei folchen Gelegenheiten gefchah, wovon die Spuren bei den letztern fich noch jetzt finden Ji). EinereligiöfeUrfach kann aber doch bei folchen Auftritten nicht verkannt werden, und zwar fo, dafs das Feft nicht blofs die Verfammlung veranlafst, fondern auch die mit der Zeit fo ausartenden Gebräuche, obgleich es fchwer und oft unmöglich ift, zwifchen dem Urfprünglichen und dem, welches roher Muth- wille hinzufflgte, die Gränzlinie zu ziehen. Wie erklärt es fich fonft, dafs die Aegyptier nur an ge- wiffen Feiten einander fchlugen, Männer und Frauen; dafs fie zu einer beftimmten Zeit auch das Bild eines Gottes fchlugen, deffen Namen Herodot nicht nennen mag und welcher eben dadurch kenntlich wird, und dafs felbft die Priefter Mithandelnde waren i?) ? Bei einem Volke, wie diefes, welches in Folge des frühern Despoten - undPriefterdrucks ernft, in ängft- licher Götterverehrung befangen und in unveränderliche Formen des Denkens und Lebens gebannt war, ift vielleicht felbft die Vermuthung %nicht zu kühn, 55) Clem. AI. Paedag. a. pag. 163. Epiph. 3. p. 1095. Vgl. Appul. Met. ir, 769. 56)! (Siehe Lobeck DifTert. de vellere Jovio. Regiom. T. a. p. 326 ff. 57) Herodot. a, 61. 63. 13». MDGCCXXII. und Villoifon iin Mag. Enc. Aun. 9. [221] da(s das Singen, Tanzen, Raufen und ^ . a Spotten etwas angelerntes oder eingeübtes und das Uebermaafs bei der Ausführung mehr eine natürliche Folge der Rohheit, als die Wirkung des Frohfinns und Muthwillens war. Wenn man die Könige zu Handlungen abrichtete, foviele es duldeten, warum nicht das Volk, und follte Berechnung und Betriebfamkeit derPriefter unter viel günftigern Um- ftänden nicht haben erreichen können, was Nero's Eitelkeit zu erreichen wufste, indem er durch feine Augufiianer den Römern den Takt des Beifallklat- fchens einüben liefs? iÄ) Die Aufzüge beftanden entweder in Wallfahrten, oder in Umgängen mit Götterbildern o^ler ändern Heiligthumern ·**), aber keinesweges nur mit folchen Statuen, welche im Freien ftanden; diefs behauptete Gale e"), und auch Jablonski war feiner Meinung "); fie werden durch unfere Infchrift widerlegt '*). Das Bild befand fich bei den Aufzügea gewöhnlich in einer kleinen Capelle, welche man auf ein Schiff zu fetzen pflegte; oder man trug es auf den Schultern, vorn am Hufen, oder blofs in den Händen. Da der Aegyptier bei der Befchaffenheit feines Landes nicht bequemer, und in manchen Gegenden kaum anders reifen konnte, als zu Schiffe, fo trug er diefs auch auf feine Götter aber, wie Schmidt richtig bemerkt i3); er liefs fie auf Schiffen fahren, wie andere Völker ihnen Wagen oder Flügel liehen. 59) V8'· Schmidt de Sacerdot. Aeg. p. 198 ff. 58) Dio Caff. 61, ao. 65, 8. Sueton. Nero »5. 60) In Ja mbH eh. de myrter, p. 955. Ket/ue enim omnts omnium deorum imagines producebant in populum, J'ed eas Jolummodo, t/uae tränt fubdialts (quarum in J~a~ crafcriptura'mentio habetur) non illas, c/uae in adylit occuhabantur. 61) Opusc. i. p. no. 62) L. 41. 65) De facerd, Aeg, p. 201. not. y. [222] Bei einigen Gottheiten kam auch noch eine nähere Beziehung auf den Nil hinzu, bei ändern nicht; dennoch wurden auch folche auf Schiffen fahrend gedacht oder vorgeftellt, ein Beweis, dafs in jener Beziehung nicht der erfte und vorzüglichfte Grund diefes Verfahrens lag. Daffelbe gilt von den heiligen Thieren; wenn man den neuen Apis nachMemphis bringen wollte, fo bediente man fich eines Schiffes mit einer Art von Capelle oder kleinem Tempel e*). In dem Gebrauche des Schiffes bei Aufzügen lag demnach urfprünglich keine höhere oder fymbo- lifche Bedeutung, aber man trug fie fpäter hinein, und unjgieng damit das Nächfte und Natürlichfte. Dafs man das Bild des Amun mit feiner Capelle jährlich auf einem Schiffe na'ch Libyen brachte βί), weil man es auf diefe Art am leichteften ins Werk richten konnte, und weil man annehmen mufste, dafs auch der Gott nicht anders gereift fei, leuchtete nicht ein; eben fo wenig, dafs man auch den Sonnengott und die Mondgöttinn die Erde umfchiffen liefs, weil das Luftmeer tfi) eine gleiche Art der Wanderung fftr die Götter möglich machte, wie der Nil in Aegypten. Daher nun Erklärungen, wie man fie bei Jamblich tf7), Porphyrius, Martianus Capella und ändern findet * ). Auch Griechenland hatte feine heiligen Schiffe, unter ändern in Athen und ein gröfseres auf De- 64) D i od. Sie. i, 85. Aelian. N. A. n, 10. 65) Di od. Sie. i, 97. 66) Giern. Alex, ftrom. 5, 566.0. Eufeb. Praep. Ev. 5, ii. (p. 11 5. C. ed. Pari!1.). 67) Myfter. 7,2.· Ό es en ττλοιον νκυηλλαμινος , την SixxvßiQ- vwry\v 7ov xoruov έττίκρατίίαν τταρίστησ-ίν. ϋΐςττίρ oJy o )cü/3fo- »1"1< χωριστοί «Iy rov vf»5 , roiv ττ»)Ja? ,αιν αιίτ»ΐ5 fTT ii3f,Ö)jxfv, ci/ra» 3£aj£i< & χ^λιος rcyy οίχκοιν τον χος^υ.ον irxvrci f7r»j3i|3>i- XiV X. T. λ. 63) S. Cup er Harpocr. pag. 15 fqcj. und Hug Unt� 71;r- fuch. S. 255, &# 187;. 2. [223] los4'); da aber ihr Gebrauch In Aegypteti Li ^ allgemeiner war, fo werden oft W^eililchiffe erwähntj oder auf Monumente/i vorgefteJlt» welche man den Tempeln fclienkte. Dabin gehurt das Pracht- foliiff von Cecternholx in Theben,, nach der Sage ein Anathem des Sefoftris fürAmun; es war zweihundert lind achtzig Ellen lang, und äulserlich mit Golde und im Innern mit Silber befchlagen ^ö). Viele andere Votiv- Kar'ken find in dem alten Pallait zu Karnak unter den Ruinen Von Theben 7') und an ändern Orten gefunden* Dagegen fcheint man fich der Wagen nur dann bei religiöfen Feierlichkeiten beilient zu haben, wenn inan fleh nicht weit vom Tempel entfernte, wie am Fef'tö des Ares zu Papremfs; die Priefter fetzten hieC das Uild.und die Capelle des Gottes auf einen vierrä- derigen Wagen, welchen fie zogen '*)> Man trug ferner nicht blots dieCapellen, worin fich die Götterbilder befanden, an Stangen 7J), fön« dem auch die Bilder unmittelbar auf den Schultern 7*)4 oder man hielt fie oder heiliges Gerath vorn am üu* fen '·*), oder frei in der Hand *e). Endlich wurden die Götter, oder heilige Thiere auch Von Menfchen Vofgeftellt, welches Appulejus andeutet: nee mora, 70) Di od. Sie. ι, 57. 6g) Paniert, i, »g. }. r. FhilöÄrat. fophiß. a, i. 71) J o 11 σ i s u.· D e v i 11. in Defcrlpt. de l'Eg. T. a. p. 444 ffi ed. II. Vgl. Laueret, daf. T.i. p^iff in d. Befchreib« v. Pliilii. Joniard. daf. T. i. p. 192 ff. in d. Belehr. v. Elephantin», und Denen PL 125. No. 12. 7») Her odot. *, 63. 73) Jomafd. in D^fcript. de l'£g. T. i. p. 1931 Jolloii u. Devill. daf. T. 2. p. 44-5. Den o u Pl. 1*7. 74) Ap pul. Met. u, 776. Auch L a in μ r id. Cominod. 0.4. and Sparliaii. Pufcenn. c. 5. Spart. Carac. o. 5.· fcheiut Anubin portare u. [i f. ein Tragen auf den Schaltern zu bezeichnen. 75) Clem. AI. 6,634. A. Mo n t f. Ant. E. T. a. P. *< f. 2.-M. 116. i. Pitture d'fircol. T. ». Tar. 60. 76) H er odot. a, 43. Vgl. Cup er Harp. p. 165. Dntrnonn infchr. v. R o f. P [224] os4'); da aber ihr Gebrauch In Aegypteti Li ^ allgemeiner war, fo werden oft W^eililchiffe erwähntj oder auf Monumente/i vorgefteJlt» welche man den Tempeln fclienkte. Dabin gehurt das Pracht- foliiff von Cecternholx in Theben,, nach der Sage ein Anathem des Sefoftris fürAmun; es war zweihundert lind achtzig Ellen lang, und äulserlich mit Golde und im Innern mit Silber befchlagen ^ö). Viele andere Votiv- Kar'ken find in dem alten Pallait zu Karnak unter den Ruinen Von Theben 7') und an ändern Orten gefunden* Dagegen fcheint man fich der Wagen nur dann bei religiöfen Feierlichkeiten beilient zu haben, wenn inan fleh nicht weit vom Tempel entfernte, wie am Fef'tö des Ares zu Papremfs; die Priefter fetzten hieC das Uild.und die Capelle des Gottes auf einen vierrä- derigen Wagen, welchen fie zogen '*)> Man trug ferner nicht blots dieCapellen, worin fich die Götterbilder befanden, an Stangen 7J), fön« dem auch die Bilder unmittelbar auf den Schultern 7*)4 oder man hielt fie oder heiliges Gerath vorn am üu* fen '·*), oder frei in der Hand *e). Endlich wurden die Götter, oder heilige Thiere auch Von Menfchen Vofgeftellt, welches Appulejus andeutet: nee mora, 70) Di od. Sie. ι, 57. 6g) Paniert, i, »g. }. r. FhilöÄrat. fophiß. a, i. 71) J o 11 σ i s u.· D e v i 11. in Defcrlpt. de l'Eg. T. a. p. 444 ffi ed. II. Vgl. Laueret, daf. T.i. p^iff in d. Befchreib« v. Pliilii. Joniard. daf. T. i. p. 192 ff. in d. Belehr. v. Elephantin», und Denen PL 125. No. 12. 7») Her odot. *, 63. 73) Jomafd. in D^fcript. de l'£g. T. i. p. 1931 Jolloii u. Devill. daf. T. 2. p. 44-5. Den o u Pl. 1*7. 74) Ap pul. Met. u, 776. Auch L a in μ r id. Cominod. 0.4. and Sparliaii. Pufcenn. c. 5. Spart. Carac. o. 5.· fcheiut Anubin portare u. [i f. ein Tragen auf den Schaltern zu bezeichnen. 75) Clem. AI. 6,634. A. Mo n t f. Ant. E. T. a. P. *< f. 2.-M. 116. i. Pitture d'fircol. T. ». Tar. 60. 76) H er odot. a, 43. Vgl. Cup er Harp. p. 165. Dntrnonn infchr. v. R o f. P [225] sie mit den Comaften und Neocoren oder 2acoren für eins nehmen und dann auch wieder fie von ihnen unterfcheiden. DerGegenftandift * zu umfaffendund zu fchwierig, als dafs er hier erfchö- Jjfend behandelt werden könnte. Nach einer Vermu- thung, welche ich frühergeäufsert habe, waren die Pa- ftophoren von den Pterophoren nicht verfcbieden *a). Sie trugen bei den Aufzügen die Götterbilder oderan- dere Heiligthümer in Capellen, παστοις S3~)t und ör- hlelten davon jenen griechifchen Namen, welcher fo wenig Mantelträger bezeichnet S-f), als in τταστο- IffOlipe/ **) verwandelt werden darf. Entfprechend L. 42. find die Benennungen /Έρ«φορc;*ä), focrotumgeruli·^- — qui divinas effigies progerebant 87~)\ divinarum bajuli cai- rinwniarum. deorum, facrorum ßmulacrorum bajuli **), Weil fie bei den Aufzögen, χωμίΐΰΐχΐς Ss>), ein Hauptgefchäft hatten, fo heifsen fie zuweilen vor* zugsweife xc^uatfr*/; dicrfs war aber an fich Bezeichnung eines jeden, welcher fich tnlthandelnd bei jenea Feierlichkeiten einfand j er mochte Priefter oder nicht Priefter fein. Daher die fcheinbaren VVider- fprüche in dem Gebrauche diefes Wortes. Ferner werden fie auch zu den viwxopöfi gerechnet; wieder ein allgemeiner Ausdrück, deffen Gebrauch in dem Verfchiedenften Sinne fich nur dann erklären läfst» wenn man ihn von xe^civ in der Bedeutung von e?r λί/<τ$α/, cnrare, nicht von ca/ps/vj ableite t, wozu Suidas *°) 8α) L. γ. A. 55. 83) Dar. u. L. 41. A. iof. 84) Qui geCtant pallium. Der Üebci'Ietz. v. Cleni. Alex. Arom. 6) 65),. A. ed. Colon. 85) N^ Cauftin. zu Horap« Hlei-ogL i^ 4.1. VgL VVef- Γcl. zu Diod. Sie. i, 29. 86) Plutarch. If. et Ofir. p. 251. B. 88) Jul. Firmic. Aftroriom. 3. c. li. 12. 14. 87) Appnl. Met. 11,788. Oudend. 89) Clem. Alex. ßrom. 5, 567. A. Vgl. L. 7. A. 56. 50) τ, Κίρη. Apytrai Sf χκι »οξη *χι xocai o vf«ir*ro χοξία t τα (κιμ(λονυ.αι · ττολλ))« γαξί t-t(jLi>.[nxi itai/τχι οι vfu- Tfjoi. vfuixofoi Se , οίχ ο σαξιαν τη vfuiv, «λλ1 ό (πιρι- Xcvufvos ocvrcv. [226] und andere berechtigen "). So konnten fovvohl fehr geachtete Priefter, als andere, welche in geringem Anlehen ftanden, und felbftTem- peldiener, νπηξίτχι, Neocoren genannt werden, denn ihnen allen Jag eine Sorge, ein Gefchäft, bei den Tempeln ob. Aus den Namen, unter welchen die Paftophoren erfcheinen, geht demnach nicht hervor, dafs ϋθ Priefter waren, aber aus fcheinbaren Gegenfitzen, wie diefe: τους μεν Ευ',«ολπ<δ«ς α'ττο των κ«τ' Αίγυπτο» ifpetav (USTiV)jvfχθα/, τδυς δί κ^υκ«? ατό των τταστοφο- ρων fa) oder: το δ« λοιπόν των IfßtuvTti και ϊταστο- φορών καί νίβκορων πλη$οζ' *5) folgt auch nicht, dafs fie es nicht waren, denn oft heben die Alten eine als folche gar nicht zu verkennende Prieflerclafie neben den übrigen, welche fie im Allgemeinen mit ι«ρίί? bezeichnen , befonciers hervor ρ*). Der Haupt- beweis, dafs die Paftophoren ys) die priefterliclie Würde hatten, liegt darin, dafs fie Aerzte~ waren *tf), denn deren Kunft übten nur Priefler. Ogleich mehrere unter den alten Schrii'tftellern bei Erwähnung der Heilkunft in Aegypten deren' Ausübung nicht ausdrücklich als das Gefchäft dieferlialte angeben*7), fo berichten doch andere, dafs Kranke ihre Gefund- 91) S. Locella in Eckhel dootr. num. V. 4. P. Ί. p.|2S9« gs)Diod. Sie. 1.29. 95) Porphyr, de abllin. 4, {. (j· 34) Plutarch. ΙΓ. et. Ofir. 366. F. oi στολκττίτι και al ie^ia. Heliedor. Aelhiop g. p. 157·. ed. Lugd. (<τοφια) >5& lf- ΰεις ΚΑΙ TTpoCp^riKov γένος ίκ vftuy άσκου/ν.Εν. 95) Bei Appul. Met. 11,739. facroranc'iim collegium. 36") Clem. Alex, ftrom. 6, 634. A. τ«ί Sf λοι-«< f? (Zquai / 3ι/3λονί) οι -αστοφο^οι, Ίκτ(,ικνς ονσ«?, rfξι Tt rx]i τον σαιμχ- τος κατασ-κίΐ»];, και ττι-ξΐ νοσιον κ. τ. λ Nicht die unärtu«·!], fpät entuancienen hermetii'chen Schriften kommt·n hier in Betrachtung, .Tondern ihr Gegenstand; den Palloph. wird Kenntnifs der Heilkunft zugefchrieben. > 97} Die wichtigileu Stellen f. bei Domeier in Hufeland Journul d. practifchcn Heilk. 9, ß. 4. St. Vgl. C. G. Grüner Analect. ad autiiguit. »nedic, Vratiii. 1774. 8· [227] durch fie wieder Anhielten '^), und def- L t> fen bedarf es kaum, da nur die Frieder im ßefilze derKenntnifle waren,, welche die Kunlt, auch » auf einer nietlern Stufe, vorausfetzt, und wozu hier aftroncmiiche und aftrologifclie gehörten, ehe noch eine weit ausgefponnene Dämonologie ihren Einflufs darauf äufserte. Die Paftophoren hatten verändern Gelegenlieit, fich medicinifche Kenntniffe zu erwerben und Gehrauch davon zu machen. Sie wohnten im TempeJbezirk in einem Gebäude, παστοφοο/ον, worin fie wahrfcheinlich das Gerä'th aufbewahrten, deffea man (ich bei den Aufzöge» bediente'*5); die Kranken pflegten in den Tempeln die Hülfe der Gottheit anzuflehen, vorzüglich in den Serapeen, und hier Belehrung im Traume über die Art ihrer Heilung zu t erwarten '""^obgleich lie fich auch auf den Stralsen einfanden, um Vorübergehende um Rath zu fragen ');" fo konnten die Paftophoren Krankheiten. kennen lernen und Heilmittel erproben, bis man ein gefchlol'fenes, bindendes Syftem erhielt, Träume deuten und durch Nachhülfe den Huf ihrer Tempel erhalten. Hl. Κα< τον του θ«ου «ττιφανου? «u ...... L. 43. 112. Οττω; δ ίνσ^μος >).) 3) ιι5. Ετηκίίσ-θα* τω ναω τ«ί του $ / 3«.fi«f δ?κα.) Ohne . unl'ere zu kennen, haben mehrere Gelehrte dielen TheH. 98) i. B. Ifocrat. Biifir. londat. p. 350. ed.IUf. n. D i o g. Laei i. vit. philoL 5,6. Vgl. liier L·.7. A.56. geg. Ende. 99) Cup. Harp. 150. Le Meine Melenoph. 258- 100) M i· i bo in. de iucubatioue in funis deorum uiedicia·· caula olim facta. Λ t) Heyne und Porfon: «[χχ^ιβτίΐ/ v«sv »κνί^»βί·Λ.>. i) Strabo 3. p. 155. J) L. 55. ».τ»! γΗΜίμ» y. [228] derfelben in ejner g/)nz ähnlichen Stelle bei Qjodor erläutert, Diefer fagt von einer Statue, in welcher man die Mutter des Ofyman- dyas zu erkennen glaubte: «ρςουσαν δϊ τςιις /3ασ/λίΐα£ ίττ< της κεφαλής, ας δ/ασ^α/νί/ν, ότι κα; θυγατ>;ρ **( 7ΐ»ν>) κα» μητης βζαιλιως ύπηξζε ?). Es ergiebt lieh Jeicht, dafs die Prieiter hier βχσιλα/χ, nicht in dem Sinne gebrauchen, wie im vorigen *), fondern ig der Bedeutung von /3*σ/λ{|θν, στϊ^,μ« |8ασιλικον, Diadem, königlicher Kopffchmuck, welcher nach Gar faubonus richtiger Beitimmung entweder blpfs in eis jier Birjde rjngs um den Kopf, στεφάνη, fynbys, be? ftand, oder in einer polfterartigeri Kopfbedeckung, 9Τ«φ«νοί, torus"). Im Mittelalter nannte man auf gleiche Art c\ie päbftliche Krone regnum, und als Bor pifaciqs 8. die Tiare mit einer zweiten, und Urban 5, piit einer dritten berpichert h?tte, auch wohl tri- ffgnum, welches die Herrfchaft der Päbfte jn den drei dem IViittelalter bekannten \Velttheilen be?e|ch.· pen follte, wie man wohl ani richtigften er^lärj; ?). J)ie Zäh} war hier fo wenig bedeutungslos, als bei derj drei Kronen der Gemahlinn des Ofymauclyas, pder bei den zwei L)iadenien des Partherkönigs Arta- banus *). Auch ein'Ptolemäer, daran, dafs er def Schwiegervater der Könige von Syrien Alexander ßalas und Demetrius JNicator genannt wifd, als der 4} Di od. § ic. i, ^,7. Ygl. Weife l in g b. d. St. CHper Lettres de criticjue, Lett. J5- ά M. le Giere, p. 368. Salmaf. Plin. Exercit. p. 415. u, Du Fresne Glol- far. med. et inf. graep. Auch im Pallaft zu Medyunt- abou farjd man eine coloffale Figur mit einer dreifachen, mit Schlangen verzierten Mitra ; ein »riregnum. Jol- IQIS u. Devill. in Defcript. de l'Egypte T. 3. p. Sied. II· 5) L. }. 13. 33. 56. 6) Zu Athen. D. 5. p. 202. 7) Vgl. Pag'ii ßreviar. pontif. rom. 2. p. 8ψ· 3· ρ· 5° fe'II. 8) Herpdian. G, 2, p. 523. 52^, u. Gyprian Ueberzeugende Belehrung v. d. Urfpvunge u. VV;;clisthume des PaJUUliunis S. 4^,2. , [229] fechste oder Philome|or kenntlich, trug ^ als König von Aegypten und Alien oder Syrien ein Doppeldiadem , Jegte aber aus Furcht vor den Römern das zweite bald wieder ab '). . Diels \ var folglich nicht gewöhnlich ; es erregte Anflehen und läfst auf feinen Vater Epiphanes zurückfchlie- fsen, welcher fich kejnesweges mit einer zehnfachen Krone oder einem ähnlichen Diadem fchmückte, etwa nach zehn verfchiedenen Befitzungen '"). Die Priefter beftimmen diefe Zierde aus Schmeichelei für feine Capelle, damit es bei den Aufzügen dem Volke recht bemerkten werde: diefs fei die Capelle des vergötterten Königs, welcher felbft bei ieiuer Weihe nur ein Diadem trug "). l 14? A/ί πξΟΰ-Λΐΐσετχι ασπίς ,.) ; J)· Die Erklärung, nach welcher ΰσπις hier einen Schild und nicht eine Schlange bezeichnet, ift mit Recht von den Auslegern aufgegeben, und auch Heyne kam bald davon zurück '·*)· Wie verfchieden auch die Deutungen fein mögen, fo ftimipen doch die Alten darin überein, dafs ein Schmuck in Geltalt einer Schlange zu den Gotter - und Königs - Inlignien gehörte, und nicht blofs an. der Kopfbedeckung der Götter und Könige Aegyptens, fondern auch an ändern, ihnen heiligen, Dingen angebracht wurde. Man bemerkt die Schlange an den Götterbildern, welche auf ägyptifchen Ueukmälern vurgeftellt find, wodurch HorapolJo's Zeu^ml's —~ biot τούτο »ÜTCV (οΰξχιον) STfl 7TJ5 κίψβλ);^ των -&ewv ίττι- g) Joleph, A. Jud. 15, 4. {, 7. 10) A nie 11 h. Eclairc. p. ,S'. glaubt, dafs daran; oder aus einer Beziehung auf ilie zehn Namen in Thebüis die Zahl erklärt wurden inai'le, wenn fie iiicltt etwa ein Mvl'ie.nuiii anderer Art euthdlte. nl L. 45. ja) Porion: Λστη«[χ«3αττί^ χα< ίττι ποχτων] Im Account p . 2O. ^ cufTTf^ χα* fT* iwy αλ\«*ν}. 13) UiHling. gol. AUL. 1^05. St. 159. S. 1592. [230] T/£e«(r/v **)ι betätigt wird. Vorzugsweife erfcheint fie am Hauptfchmucke derlCs*5), Auf einem Gemjilde eines Mumien -Kaftens „wird der Kopffchleier der J.fis durch ejneStirnbinde 2i|fam- mengehalten, an deren Spitze dje heilige Gjftfchlange ( gu'pa/oi), das ajlen Stirnbinden ägyptjfcher Qottheir ten und Könige geincinfehaftliche Symbol der Herr» fchaft Ober Lieben und Tod, hervorfpringt " "), Aelian, welcher l'echszehn Arten ägyptifcherSchiant gen zählt '7), fagt von einer derfelben, der Ther- muthis; TIJ? I Dafs auch die su>yptjfcben Könige eine Schlan« gen-Figur am Haupil'chmucke trugen und fie folg» lieh ein regale (ieits im eigentlichen Sinns war, be* zeugt unter ändern Piodor; εν s&tt eiv»i το/ς κατ' Α/· γυτττον δνναστίί/ί ττίρ/τ/Τίσθ;» irs^i την κΕφαλ^ν λεοντών Υ.Μ τανρων κ*/ δρ^κίντων πφατομιχς, σ^μειχ rr,; «ρχ»? ")ι und an einem ändern Orte, wo es heifst: τον? ßzei* λ«/? χρ>)σθ·«/ πίλοι; μ%Λξοΐζ έπι του TTf f ατρς β'^φ«λβν έχρνσι, θυ$ καλβϊ/ο'/ν }^.) Hierogl. ι, ι. IJer Vf. diefer Schrift wollte qj^aiov eo- lefen willen , denn er fafft im Vorliergehendeii : όφΐϊ j'iuyf a]v ov^aa κ. .r. λ. Dennoch hahi·» J. Mercicr IIIH! (i e P a u w οι^αιον vpr{?e?ogen , (Α<;«4 fcio , an ab hebrueo Ob, qiiod Pythonetn Jalent vertere. Merc.) und fo findet man es aucii in der Defcript. de l'Egypte, t. E. T. s. p. 44,5 ff. ed. U. S. «orap, H. ed. de Pauw. p. iG.S n. 274. 15) Cup er Harpocr. p. 59. j6) H a in rn er Fundgi-i(be» d. Orients, 3. Heft, 5,6. 8.500, 17) N. A. »o, 5'· jQ) a. a. O. Vgl. die von Cup er angezogenen Stellen ans Qvid. Met. 9. v. 691. u. Valer. Flaco. Argonaut. 4. v. 417 ff. Ιο — — afpide cincta comai ; und Juveiial Figur (Pio Giern, i, iS.) für einen Priefter zu halten, ji'ayant p äs für In liie i'ornement , qui annancait la di- enite royßle, j*avoir le ferpcnt, ou les cornes de taurtau, ou la pcau df ίίρη,. Oeuvr, T· ?, P· 13». Mail. 18*9. *») 5» S· 6» 53T· ig) ι , 62, Diele Stelle beftimmte Visconti, eine ägyptifche [231] Aelian beftätigt es: — τους ßstaiteif τ«ν £. Α/^υττπων έπι των δ/αδ^ίχατων φοξειν ττίΤΓΟ/χΑ- μινας α'στπδ«? 3/). Man fchmückte nun aber mit der Schlangenfigur auch Dinge, welche den Göttern geweiht, oder lonlt in einer religiöfen Beziehung gedacht wurden; es jft an Geh wahrfcheinlich, dal's man diefs eben- . falls auf die Könige ausdehnte, und unfere Infchrift, für welche djefe Bemerkung vorzüglich wichtig ift, feizt es aufser Zweifel, Wie nach der Beilimmung ilerPriefter auf der Capelle des Epiphanes eine Schlange liegen foil, fo fchliefsen Schlangen die Capelle der liis im mittlern Felde der nach ihr benannten 1 Tafel ein "). Unter den ägyplifchen Scui/Huren. lind et man ße fehr oft bei der ÜarftelluDg von V'uliv- Barken, entweder in der hieroglyphifchen Ejnfaffung, oder am Tauwerk,, welches in foiclie Figuren ausläuft, oder auch auf den WSdderköpfen, worin fich Vorder- und Hjntertheii endigen 33~). In dem Ifis» Aul'zuge, welchen Appulejus befchreibt, läfst diefer ejne heilige Urne umhertragen, auf deren Henkel ipan eine Schlange erblickte **); der Orgien nicht zu gedenken, bei welchen lie fehr oft erfcheint, und auf dem Kopfe, in den Händen, als Gürtel u. f. f. getragen wird*5), aber ohne eine Beziehung, welche hier für uns ein Intereffe haben könnte. Die Gründe, welche die Aegyptier beftimmt haben füllen, die Schlange zur Königs-Infignie zu wählen, werden von Alten und Neuern fehr ver- fchieden angegeben. An der Kopfbedeckung getra- » 2) Montfauc. A. E. T. 2. P. i. VI. 158· Vgl. Böttiger ai) N, A. 6, 38. Ideen i. Archäol. d, Malerei S. 74. » 3) Jollois u. Devill. über die Sciilpturen zu Karnak, in Uefcript. de l'Eg. T. ». y· 445 ff· 74) Metam. 11, 7?S. » 5; Athen. D. 198. Panel, de cjftoph. befoud. S. 15«.18· [232] Sen f°"te fie» w'e c'er Löwen- oder Stierkopf, bei den Feinden Schrecken erregen, und hatte demnach überhaupt keine fymbolifche Bedeutung *β), ίο wenig als ein ähnlicher Schmuck der Krieger unter den Wilden und alten Deutfchen. Oder fie bezeichnet die Heiligkeit undUnverletzlich- keit des Königsj wer gegen ihn etwas unternimmt, ilt feines Unterganges fo gewifs, wie nach dem tödt- lichen Biffe einer Schlange *7). Q der fie ilt Symbol der Herrfchaft über die Welt, oder, als halbe Figur, der Herrfchaft über einen Theil derfelben 3S). Ferner eignet fie fich zum Zeichen der Gewalt über Leben und Tod, denn fchon ihr Hauch vermag zu tüdten J5>), aber auch zum Zeichen der Unfterblich- keit und Ewigkeit 3°). £u Epiphanes Zeit mochten den Prieftern bei der Wahl der Schlangen-Zierde einige diefer Gründe, oder alle vorfchweben; wdr vermag darüber zu entfcheiden ? Da aber diefe Thier- art urfprünglich nur in Thebais verehrt wurde, wo wo fie unfcliä llich war, und ohne Zweifel wegen diefer Eigenfchaft, da man fie hier im Tempel des Ainun begrub3'), und fie am häufigften durch die Kunft voritellte ?a), fo ift es glaublich, dafs ße auch zuerft in den Schmuck der thebaifchen Könige-, als .die ihrem Volke heilige, aufgenommen wurde, ehe die Symbolik mit diefem Thiere ihr endlofes Spiel 26) Di o d. Sie. ι, 61. 27) Dei-r. 5, 5. Aelian. N. A. 6, 8- So auch (P a hl i n) Analyfe Uu l'ini'cript. etc. p. 105 28) Horap Hierogl. i, 61.64. Eufeb. P.E. i, 10. extr. "· ed. Parif 29) Horap. H. i, i. Hammer a. a. O. 30) (Pah H n) Analyfe de l'infcript. etc. p. 45 u. 44. wird behauptet, dafs der Titel des Epiphanes αιωνό βιο« im hieroglyph. Theile der Infchr. durch die Figur einer Schlange ausgedrückt werde. 52) S. Joll. u. Duvill. a. a. O. u. Jomard in Defcript. de l'Eg. T. i. p. 19� 7;. 51) Her odo t. 2, 74. [233] trieb, und es in die Lehren und in die L Hieroglyphik aller Aegyptier verwebte, und Vorstellungen der Phönizier 33) und anderer, Deiche ganz unabhängig von den ägyptifchen ent- itamlen waren, mit diefer zufammenfchmolz. L. 44· 1l 5. FITTÄ/ B αυτών s v τω μεσώ ν, καλου- βασιλεία ψ. χεντ ην ττ« ρ/θβμί νος βίσ^λ- Wenn, man einige Monat- und Götternamen. ausnimmt, fo ilt djefs der einzige Fall, dafs die Prie- fter einen ägyptifchen Ausdruck, Pfchent, im grie- cbifchenTheile derlnfchrift gebrauchen. Sie konnten und wollten ihn nicht vermeiden, weil er für den Qegenftand, welchen er bezeichnete, der gewöhnliche, der herkömmliche und eigentluunliche war, η jtaXotyUfv>j /3a gleichwohl unbekannt fein mufste, und ohne Zweifel auch allen Nichtprjeftern, fchon wegen der Seltenheit der Feier, bei wejcher man fich der Sache be- djente, fo laffen fie es nicht an einem Zufatze fehlen, / SafffXei« 3*) , aps welchem man erkennt, dafs ein Schmuck des Königs, und zwar ein Diadem gemeint fe}. Es wird fogar näher bezeichnet und von den ändern Diademen, welche bei den Aufzügen auf den Gapellen zur Schau geftellt werden follten, un- terfchieden: der König trug es bei der Weihe. Damit war wepigftens für die Zejtgenoffen genug ge- fagt; aber freilich nicht für uns, denn wir yermiffen. die genauere Befchreibung diefes Schmucks. ftun erhejlt aus dem vorigen, dafs man von den Kopfbedeckungen der ä'gyptifchen Könige, welche fonft erwähnt werden, nicht auf diefe fchliefsen darf. Die Dodecarchen trugen eherne Helme ?5), und dafs 55) E u leb. P. E. j, 7. aus Sanchuniathon. 5t) L. 45. A. 115. Vgl. Sueton. Tit. 5. 35) Herodot. 2, 151. üiod. Sie. ι, 66. [234] diefe wirklichKönigsinGgnien waren, geht daraus hervor, dafs unter Apries Regierung einer der aufrührerifchen Aegyptier im Einver- ftändniffe mit den übrigen Amalis einen Helm mit der Erklärung auffetzte: er fei damit zum Könige ernannt, und cjafs Amafis fiel) nun auch als recht- mäfsigen König betrachtete 3als Bezeichnung eines eigenthümlichen Schmuckes, nicht auf die fpitz auslaufende Tiare zu deuten , wie iie die perßfchen und andere orientalifche Könige trirgen, obgleich Diodor fie auch den äthiopifchen und ägyptischen beilegt 3f)j ferner aus demfelben Grunde, und weil es dem Intereffe und der Abficht der Priefter bei der ganzen Feier entgegen gewefen i'ein würde, andere als alt ägyptifche infignien zu gebrauchen, nicht auf den breit gekrempten mace- donifchen Hut, καυσ/α, obgleich er nach Plutarch von den Nachfolgern Alexanders beibehalten wurde 3S). Noch weniger ift Pfchent ein königlicher Mantel, oder ein Ehrenfchwerdt, oder etwas ähnliches, wie man erklärt hat3*); der Ausdruck TTS^I- • S-f/wivo? in der infchrjft berechtigt nicht zu diefer Anficht, da «r keinesweges nothwendig auf ein Um- « jüi'ten *°) bezogen, fondern auch vomHelrn, welchen man auffetzt, oder vom Umlegen des Diadems gebraucht wird **").' 56) Herodot. 2, 162. 57) 3, 5. Πιί.αι juccxpoi. 58) Anton, p. 94,1. 59) Villoilon im Mag. Enc. Ann. g. T. z. p. 531 croif, qu'ii j'agit du mantcau royal. (Pohiiii^) Analyi'i p. 159. im glaive de ceremonie , un parazvniiim , itn pai- gnard £honneur , nach Hierogl. L,. 12. no. z. 40) Daf. p. 1^.0. r^indre le glaive. J« Γ« < jil) Herodot. 2, 162. Των Πζ Αϊγι/τΟΊΐ·» - - ;rfriifS>;xf οι veviv«. r. λ. Diodor. Sie. i, fi6 Τον ύ( •^'κμυ.ητί'χ,αν Vgl. Herodot. 2, 151. Ψα^ί/. ιπχ«,^ffitAo/.ifvo< την κν- ΐΓ«^ι«λο,«.(νον rv;v πίφιχίφχλκικν χ. r. λ. Α ρ ο 11 o cl o r. Bi- liliolht 5· c> lo> e<^· Heync. irrwt}/j.xrx το« ττοαι ireaii- [235] Die fprachliche Erklärung des ägypti» L .. fchen Wortes mufs auf fich beruhen; es fcheint nicht, als werde uns jemand eine richtige Ableitung Verbürgen können) und der Verrnuthungen Ar- Ob^r haben wir bereits genug. Dafs Pfqhent, oder, mit willkührlicher Veränderung, Pfochent, Pfokent, nicht elneKronedes Mercur bezeichnen könne, wie Weitort glaubt"^), welcher es vom ägvptifchen Ariikel Pi und Σωκβ;, Mercur, ableitet, fleht auch der Nicht- Orien- talift. Schon über zwanzig Jahre Vor der Entdeckung des Steins von Rofette fchrieb Forlter zur Erklärung des Wortes σηΐων: hanc vocetn utiqtie Aegijptiam credo, ^ eß rliifn Shthe.n, quod vrfiem, imprimis laxatn, fplendi* dam, fimbriatam ßguificat. Aegyptii complicart vel plectere dicunt Λ' h o «t, tinde poflntoditm vefles linteae et xylinae fimbriatae vel cotr.plicatae vocaicte fuere qua vocf Coptus utitur interpres fcriptnrae pro Daran knflpft der Verfaffer einiger AutTätze im Claf- fical Journal feine Bemerkungen sn *'); er fagt: -φ ift blofs die griechifche Art, den ägyptifchen. Artikel pi auszudrücken. Seht oder Tche bedeutet im Copti* fchen Hnum, Wald, und nt oder «' von, \vie χίνβ« σίξο; für Tche n' Oßris, Baum des Ofiri«. derEpheu^)« Daher Tchen und mit dem Zufatze eines s Teilens, im Coplifchen byffits, Baumwolle, um! Tchenioo wörtlich ein Stück Baumwolle, auf dem Stein von Holet!e nach griechifcher Art abgekürzt-y^svr, ein Diadem von Baumwolle. Die ägyptifchen Priefter trugen 42) Account of the Rof. ftoije. p. »5. 44) Vol. IX. No. XVII. 1814. p. 155 ff. und Vol.X. No. XIX.. 1814. p. 77.— Die Bemerkungen des Te Water in Jablonski üpusc. 7*. t. pag. 457. v. ψχίν? find a-üs A m eilhon Ec!airci£f. p. 90. 91. entnommen, wie dort auch jefagt wird, und erklären nichts. 45) J. R. Forfter de byfl'o entiqnorum p. 86. 45) PI utai rch. lt. et Ofir. 365. E. *Er, rt τον ωττον - - χα« •κκξ Αίγντττιβ« Xf^froci xrvwrioi e OKUIK^W^W , βτ;(.ι.αινι>ντοί το« •ve,u*ref («'< Qocfi) (fhirov '( Xhf tfli, [236] diefe nicht blofs felbft, fonclern fie verfertigten auch Gewänder für ihre Götter daraus, untl für die Könige, welche fie vergötterten; de*n was aus diefem Stoff verfertigt wurde, war rein u. f. f. 116. Εις ro t v μίμφ **)« Die Ergänzung ift hier keinen Schwierigkeiten unterworfen. Die Priefter haben uns bereits frühe.· gefagt, dafs fie Zur Abfafl'ung des Ehrenbefchluffei in dem Tempel zu Memphis zufammengekomme.i feien, εν τω εν μιμφει κρω *7), ohne ihn näher zu bezeichnen, alfo in dem, an welchen jeder felblt denkt, wenn von feierlichen Prieiterverfammlungen in di-i- fer Stadt, von grofsen religiöfen Feiten die Rede ifc, in dem bekannten, im Haupttempei; dieier abjr kann kein anderer gewefen fein, als der, welcher fogar für den Haupttempel des Landes_galt, und Phtha geweiht war. Eine Handlung, welche Auf- fehen erregen , das alte Religions - Syitem wieder zu Ehren bringen follte, die Königsweihe, durfte doch wohl nur in'demfelben Gebäude Statt finden, und man braucht kaum zum Beweife an die Worte der Priefter zu erinnern, wodurch fie es felbft zu erkennen geben : ov ο ηφαιατος ί'&οχιμααίν'*1), und an das oft in diefer Beziehung wiederholte: ^γαττ^Μϊνος ιιττβ του φθ« ^9). Demnach ift blofs ιεξον zu ergänzen, nicht cnrieiovi welches fich mit der hier angezogenen Stelle aus den Scholien zu Germanicus Ueberfetzung der Phaenomena des Aratus nicht rechtfertigen lä'fst: Ty. phon autem fulmine interficitur ab /ipolline, in templo • degypti Memphis, ubi mos fuit folio regio decorarl reges, 46) Heyne: Videtur in iis, quae exciderutit, ultima vox JuiJJe iffav, u't 1. 8· [orai/] L. 45. τίλίσ^>ι. Porfon: μιμ<Ρ[α απιίιόν osiu« σ«ν]τίλίσ&>(. Villoifon im Magai'. £ nc. Ann. 9. T. a. p. 539.54,0. μίμφ[ιι βκσιλαον οπιας, iyaj TtXfiräj. So auch im Account p. 20. 47) L. 8. ' 48) L· 3- A. 13. 49) L. 4. 8. 9. 57· 49· [237] qm . regnabant etc. 5°) Die Lesart: in templo L dpidis A'hntpki , welche Jablonski vor- fchlägt Λ/), beruhet auf einer durch nichts unter- ftützten Vermuthung, und würde gegen jene Gründe bei einem fo unfichern Scholiaften kein Gewicht haben, auch wenn fie die richtige wäre. Wenn dagegen andere in,unfererlnfcbr. βχσιλειον ergänzen, und diefes durch Pallaft überfetzen, fo ittttzen lie lieh auf Dio- clur v. S. , welcher von Ptolemäus 7. Physcon fagt: CTI Πτολεμαίου κατά τι;·/ Msuy/ν ίι&ξονιζομ&ου τοις βχσι- λί/Οίς κατά του? Α/·>υτττ<ων νομούς κ. τ. λ. SJ), Allein bei βχσιλιΐΛ i 1t arfuuxTx oder etwas ähnliches hinzu· zudenken; es bezeichnet die Königs - Infignien. Weder in unterer Infchr. , noch bei Polybius i5} oder Uieronymus s+) findet fich da, wo von den Anacle- terien in Memphis die Rede ift, eine Spur von einem Pallaft, und felbft wenn man mit Coufinery eine In- ftallation, als einen blofs bürgerlichen Act und eine religiöfe Weihe unterfcheiden dürfte, fo würde jene, wie er auch annimmt i5), im königlichen Pallaft in Alexandrien erfolgt fein; was aber in Memphis und durch Priefier bei dieler Gelegenheit gefchah, das konnte nur im Tempal gefchehen, .auch abgefehen von den Gründen, welche im Anfange d. A. für die Lesart itgcv angeführt und. L. 45. 117. Τίλίσ-θ)) τ« νομιζομεν» TJJ 50) Arat.iPhaenom. T. 2. p. 71. ed. Buhle, oder edit. Pari f. p. 126. ' •' 52) Fragm. 1. $3. Vol. X. p. 83. ed. Argent. 55) 'S, 53. 5+) in Daniel, p. 1123. 51) Panth. JL. 5. p. 6|.. (c. 2. φ. jo.)· 56) L. 2g. ündcu fich laß, dicfeiben Worte. 55) S. hier Einleit.'). 4. [238] Λ t ., 118. Επει&ιιναι bt **ι έ·Λΐ T«C βχσιλίΐΜξ Τϊτραγωνου.) Da- Init clde zehn Diademe und das Diadem Pfchent in deren iMitte bei den Aufzügen nicht von der Capelle herabfallen, foll eine Elnfalfung fie umgeben, welche viereckig fein mufste, wenn die Capelle es war. Ein lieifpiel von. einer grol'sen viereckigen Capelle gielit der Monolith 7.u ButOj ein H.eiligtlmm der La- tona , wie Herodot fagt, welches auf jeder Seite 4o Ellen hielt i/). So gab es auch kleinere, trag» bare von diefer Geft'alt, wie es viereckige Piramiden und Obelisken gab, und überhaupt im Alterthume Aita're, welche lo iÄ) und anders geformt waren. Es i 1t daher nicht nöthig, ängitlich Abbildungen von viereckigen Capellen auf den Monumenten zu fuchen, wie Combe} er erinnert an eine Capeüe von lironza im Mufeum des Joh. Kemp, welches Hob. Ainsworth befch reibt : iempluni tetraßylum, in quo fedet dea, forfan Jßs, cirjus fafligii quatuor artgulis tot/dem hojliae inßdent! quincuncem alium 5ν). In der Vorfchrift für den Bau des jüditchen 'Zelltempels io) iinden iich gar viele Gröfsen - und Zahlenbeftimmungen, worin man keinen geheimen Sinn fuchen wird. VVo man fo wilikührlich Formen fchuf^ wie arrt Körper des Apis "), welcher nie mit ihnen geboren werden konnte, da mochte man bei dem Entftehen des l'riefterbetrugs nicht blofs beltiminen, woran der Stier von ändern zu untcrfchsiden fei, fondern 58) * Moi. 50, ι. ζ. Ποι^σίΐ! 3νσιαατχ;ξΐον,- - χκι ττοι>;σ·ίι; «ίτβ ff\ytux 7o ,u>;xd? χκι ττ/,χ,ίιβί fo «ν^ο« ^Tfrjayaivoi' itr-κι) iept. 2 Λΐοί. 37, 25· 57) H er o de t. a, 155, Vgl. Caylu« in d. M^raoin de l'Academ. d. Inicript. T. 51. Hiß. p. 35 ff. 59) G o ni h e im Account p. 56. aus den Monument. Vetu- Itat. Keinpiauii p. 6. Vgl. Claffical Journal, Vol. X. No. XiX. p. ^6i Auch bei Oenon kommen lolche figu- ren vor. 60) aMof. »6. ffi) L. 3t. A. gi, [239] auch eine höhere, uns unbekannte Be» ^ deutung der Zeichen angeben, namentlich des Vierecks auf der Stirn, welches Gaylus aus dem Grunde, weil es in keiner Beziehung zu den Grundlehren der ägyptifchen Theologie ftehe ea), in He- rodots Befchreibung in ein Dreieck hat verwandeln wollen, und nach feinem Vorgange Zoega *3) und Larcher'*). Ein Spiel mit Zahlen und Figuren wird demnach den Aegyptiern nicht abgefprochen, nur kennen wir es nicht, weil die Griechen nicht treu berichten, und insbefondere alles, was uns aus fpä- tern Zeiten darüber zugekommen ift, fchon in feinen Widerfprüchen das Gepräge der Träumerei trSgt. In unfenn Tetragon liegt gar kein geheimer Sinn, fo wenig als in der viereckigen Geftalt der Hermen '*), welche in der urfprünglichen Unvollkom- xnenheit der Kunft unter'den Griechen ihren Grund hat; fo bildete fie in ihrer Kindheit auch alle ändern Götter ee). Man behielt diefe Form dann bei den Hermen bei, weil Vierecke fich zu Wegweifern eigneten, wozu man diefe Figuren benutzte. Aber freilich war eine folche Erklärung den fpätern Zeiten zu einfach und natürlich. Plutarch weifs über die Bedeutung des Dreiecks, der Zahl vier u. f. f. viel erbauliches zu fagen "7). Suidas belehrt uns über den geheimen Sinn der Hermengeftalt: ΧΛΙ TSTpa-yw- νον αυτόν ΤΓΟ/ουσ/, S<« njv OTippOTijT« τον ά\*)$ους λογού "*), und ausführlicher Alacrobius: Pleraque etiant Simulacra Mercurii quadrato ßatu figurantur /o/o capite infignita et virilibus erectis. quae figura fignificat Salem mundi tffe taput et reruin Satorem, omnemque vint ejus non in quodam diviforum minißerio mimbrorum, fed in fola mente con· 62) Recueil d'Antiq. l. p. 44. 65) Obelisc. p. 448 64) Anin. zu Herod. 3,18. 65) T h u c y d. 6, 2 67) U. et Ofir. 575! E. 381, E. 583. D- E'. 68) r. ' Drumann InJ'chr. v. R»/> O 66) Pauf an. l, aq. (. 2. [240] ßßere· cujus fedes in capite efl. quatuor tat er a eadem ratione ßnguntur, qua et te- trackordum Mercurio creditur attributum. quippe ßgni- ficat hie numerus vel totidem plagas mundi, v ei quatuor vices teniporum, quibus annus indudltur; vel qitod duo· bus aequinoctiis duobusque folflitiis zodiaci ratio dijiincta eß «). ng. Katrin το «ξοβιρημενον Man foll auf dem Tetragon, welches die zehn Diademe und in deren Mitte das Diadem Pichen! ein- fchliefst, Phylacterien anbringen, fie entweder in den Raum legen, welcher zwifchen den Diademen und dem Rande des Tetragons bleibt, oder an die- fern Rande felbft befeftigen. Sie find in jedem Falle vom Pfchent durch die zehn Diademe getrennt, welche es zunächft umgeben ; dennoch liegen fie auf derfelben Fläche, neben, bei ihm, und diefs Diadem wird befonders hervorgehoben, um bemerklicher zu machen, dafs fie feinetwegen hinzugefügt find. Nach den Bemerkungen im Glaffical Journal70) bezeichnet ß»ffi\siov die Capelle; die Meinung fei demnach: to faßen golden Phylacteries upon the tetragon or fquare top of the aforefaid royal Shrine, tohich tetragon goes round thofe crowns placed upon it. Dem fteht entgegen, dafs L. 5a. in den Worten: τον 7Tpoe/p>j- μενον νοιον, welche der Vf. für fich anführt, die Capelle nicht /3ασιλ«ον, fondern beftimnit ναός genannt wird. Dann bedeutet βχσ* auch bei ändern Schriftftellern nicht Gapelle, wohl aber häufig Diadem 7/), und wenn man jedes Wort hinzudenken kann, deffen Form es geftattet, fo wird doch eben durch diefe 71) Di od. Sie. fragm. 1. 33. V. 10. p. 83· ed. Argent. 69) Saturn, i, 19. 70) V. X. No. XIX. p. 75. 76. Flut. II. et Ofir. pag. 358. D. Euleb. P. Ev. 3, 12. Ho rp p o 11 o Hierogl. i, 15. κννοκίφαλον ^ωγ^αφονσ« — βασιλίΐον rt int τη( χ{φ«λ>]ί ίχοντ«. Vel. J o h. C a u f- fiu. b. d. St. [241] νικζ, nicht aber στϊ/κμα, ausgefchloffen. ^ Auch find die Worte: π(ξΐ τ«ς βχσιλαχς und το ττροί/ρ^κίνον ßcta&uov L. 45. parallel den Worten χρυσας βχπλαχς und >; καλού itev»; ßturiksitt L. 43 und 44· Zwar bleibt immer noch der Anftofs, dafs nach diefer Erklärung βασιλΐΐον für βασιλει» gewählt ift; allein an fich ift nichts dagegen einzuwenden, da fogar ßxai\siov weit häufiger ein Diadem.bezeichnet, und in Betreff der Sprache mufs man dem Urheber diefer griechifchen Ueberfetzung manches nach- fehen; er gebraucht in derfelben L. 4^· das Wort j8«ff kann es nicht befremden, wenn er in derfelben L. für diefelbe Sache verfchiedene Namen gebraucht. 120. φυλαχτ^ρι« χρ . ,. 7*). Die Phylacterien waren Amulete, Verwahrungsmittel gegen Typhons Macht, gegen alle feindlichen Kräfte. In der Bibel werden ägyptifche Zauberer und Befchwörer erwähnt, σοφ/στβ«, φάρμακο/, ϊ7Γ«οίδοι 75), welche mit Mofes und Aaron in die Schranken traten und durch ihre Gaukelei, 7o>jTf 10,?*), es ihnen zurorzuthun fuchten, Jannes und Jambres, wie Paulus fie nennt 7i), bei Suidas Jachen oder Ja- chim ?e); aber von ägyptifchen Amuleten ift, fo viel ich weifs, nicht ausdrücklich die Rede, auch von keinem Gebrauche unter den Juden, von welchem man darauf zurückfchliefsen könnte., Denn die äufsern Zeichen, welche an Jeliovah's Gebote und deren Beobachtung erinnern follten 7r), waren nicht Amulete, und eben fo wenig die Phylacterien der Phari- 72) Porfon: 5£p[wr« cv 01? ^tf^xi^Kat ÄIO] L. 4.6. n «στινκ.τ-.λ. Im Account p. 20. xj[(re« fv ou ovo.ua γρατττΌν]. 73) » Mof. 7, n. 21. fept. 7+) Jofeph. Ant. Jud. a, 13. (.3. 75) 2 Timoth. 3, 8- Kvocic xcti νοσοις σοφισητί άκζίοί. Vgl. v. «fp^fKpJMur**. 7) 4 Mof. 15, 58 ff. 5 Mol. 6, 8. *·. 76) v. Ιαχην. irtjiotTTcov xxi trcxviJcuy οί'/ητταλ« · χαι fv TOCH o'ou- [242] fäer 7ί), obgleich manche Gelehrte fo erklären79), und die Juden fpäterer Zeit mit ihrem Spruch- und Gebet» Riemen allerdings ähnliche Voritellungen verbinden. Dagegen fetzen es die Monumente und insbe- fondere die Mumien aufser Zweifel, dafs dieAegyptier Amulete hatten, wenn fich auch der Zeitpunct nicht genau darnach beftimmen läfst, wann der Aberglaube diefe Form annahm. Man war ängftlich darauf bedacht, den Toclten fowohl der Unterwelt zu empfehlen, als ihn vor der Gewalt Typhons zu fchützen*0). Zu dem Ende gab man den Mumien kleine Bilder von Ofiris, Cneph u. f. w. mit, fpäter auch Scara- bäen und Steine mit geheimnifsvollen Figuren **)» ferner Papyrus-Rollen, ebenfalls mit Hieroglyphen. Sieber hielt hoch eine reiche Nachlefe folcher Figuren, welche feltener aus Gold und Silber, als aus blauem, vergoldetem Schmelz beftanden 83~). Aufser- dem {teilte man noch rhumienförmigeIdole von Stein, Holz und Thon, welche oft nur eine Spanne lang find, in die Gräber, weil man des Guten nicht genug thun zu können glaubte. Bei ausgezeichneten Mumien fand Sieber vier Vafen an den vier Seiten, mit Deckeln in Form eines Schakal-, Affen-, Vogel- oder Menfchenkopfs, deren erftere nach der Erklärung des Reifenden zwei böfe, die letztern 78) Ev. Matth. 23, 5. 79) Jäh n biblilche Archäol. 5. Th. S. 200. und Rofen- mülle r Schol. in Vet. Teil. P. i. p.471. zu aMof. 13,9. 81) Jo. Macar, Abraxas. Antverp. 1657. Kircher Oedip. Aegypt. T. 2. P. 2. p. 445 fq welche fich faft in allen europ. Kunltiamm- lungen finden, f, Jplloisu. I) e vi lli er j in Defc ript. de l'Egypte, T. 2. p. 166. ed. U, i [243] aber gute Genien oder Schutzgeifter be- L „ zeichnen. Diefs erinnert an die Worte Horapollo s: φυλακτ»ιρ«ν δ« γραφί/ν βουλομίνοι, f>uo xs- φαλα; «νθρωπων ζωγραφουσ/, την μεν του «ρσβνβς f σω |8λβ- ττουσ<χν, TIJV Ss ·9·);λυ)ϋ]ν ^ω. ούτω γαρ φασ<ν ou'bsv των δαιμονίων ΙφαψβταΓ έπεά*, καί %ωρις γςαμμ»των, τα/ς δυο·; Κίφαλα/ς ί«υτου? φϋλακτηρ/αζόυσ/ f3). Indefs wurden nicht blofs die Todten durch fol- che Talismane gefiebert, fondern wie man von Ifis fagte, dafs fie ein Amulet umgehängt habe, ehe de Harpocrates gebar**), fo trug man fchützende Bilder, befonders von Oßris und Canopus, auf der Bruft oder am Hälfe. Es haben fich mehrere Idole diefer Art erhalten, welche zum Theil zu diefem Zwecke durchlöchert und an Alter und Kunft einander fehr ungleich find Si). Diefe Sitte war kei- nesweges blofs in Aegypten eingeführt; der Glaube an Zauberei ift ftets fo verbreitet gewefen, dafs es nicht befremden kann, bei den verl'chiedenften Völkern auch Verwahrungsmittel dagegen zu finden *'); felbft Nero, der die Götter verhöhnte, hatte fein Amulet «). Wohl nicht aus Fürforge, fondern um auch dadurch den alten Landes-Cultus zu heben, und fich Anfehen und den Schein von Wichtigkeit zu ver- 85) Hierogl. i, 34. Vgl. Jo. Mercer. u. Dar. H öle hei b. d. St. 84) Plutaroh. lf. et ΟΓ. 578- B. φνλαχτν^ιον irijiasrwSai. Im H erodot. 5, 52. ift φίΐλακτ^ιον ein Wachtpoßen. 86) S. Teniel Monatliche Unterhaltungen. Hcyden- reich Pfychologifche Entwicklung des Aberglaubens, und G. Horft Zauberbihliothek. — Von der alten und neuen Magie — und Theurgie , v. demfelhen Vf. 85) C ayl. Recueil d'Anticj. Vol. i. Pl. i. F. 2. ΛΓο1. a. Pl. 6. F. a. 3. Ueber die walzenförmigen durchbohrten Amu- lete, dergleichen Cayl. in demfelben Werke Vol. 5. Pl. 12. abgebildet bat, f. Grotefend in Eöttig. Amalthea B. i. S. 95 ff. 87) Sucton. Nero 56. u. Cafaubon. b. cl. St. [244] fchaffen, fügten die Priefter zum Diadem
, von alterthümlicher Form die Phylacterien hinzu, und übergaben es damit, und den König und fein Reich, dem Schütze der Landesgötter; fie benutzten die Schwäche des Menfchen, der geheime, feindliche Gewalten fürchtet, wenn er auch an keine Gottheit glaubt, und die Eitelkeit desFürften, der fich durch diefe, ihm zu Ehren verariftalteten und von ihm geftatteten Aufzüge gleichfam öffentlich zu ihrer Religion bekannte. Es wäre überflüfGg gewefen , wenn die Priefter über die Einrichtung der tragbaren Capelle andere Vorfchriften gegeben hätten, als fo weit diefe be- fondere Beftimmung Ce erforderte; jeder wufste z. B. dafs das Tetragon einen Rand oder Kranz haben mufste, um feinen Zweck nicht zu verfehlen, deshalb kann φυλακτά/α diefs nicht bedeuten **). Ja die Amulete felbß nannte man als etwas bei folchen Feierlichkeiten gewöhnliches nur der Infchrift wegen, welche man ihnen gab und zur Nachachtung fogleich folgen läfst. Ganz anders verhält es fich, wenn ein Cultus zuerft eingerichtet wird. Dann können die Vorfchriften nicht genau /genug fein ; deshalb wird im Pentateuch unter ändern beftimmt, der Altar folle einen Kranz oder eine Einfaffung haben, welche in der Septuag. nicht einmal φυλα/tTJjp/ov genannt wird **); ferner eine netzförmige Bekleidung zur Befeftigung der Ringe, durch welche man die vier Stäbe fteckte, um den Altar zu tragen ; in der Be- fchreibung der ßundeslade wird felbft ihr GefimS nicht vergeffen yo). 88) Schlichtegroll S. az: und an das Viereck, auf welchem diele Krone liegt, Tollen angebracht werden goldene Emfalfungen rnit der Jnfchrift. 89) i Mof. 50 , 5. και ττοιησε« «vViji φανην χζνσην κνκλβι· go) Sept. a Mol. 58, 5. U. 70. [245] 121. Τι s σ r ι ν του /3 α < λ β ω ; του L.· *£. ανη ΌΌίησαντος 9'), T>JV τβ «νω χωράν και TJJV κάτω *a). Diefs foll der Inhalt der Infchrift an den Phylacterien fein f3), welche ohne Zweifel hieroglyphifch abgefafst wurde, wie jmmer an acht ägyptifchen Amuleten. 132. K«/ εττει την r g ιχν α,^α, τούτου juc- ffößij.) Verfchrieben für rguuu&» τ.μ. Der Mefori, der zwölfte Monat der Aegyptier, fieng mit dem Sollten Tage des Jahrs an, und der Softe Tag die- fes Monats, an welchem Epiphanes, 208 v. Chr. im 5ten Jahre vor dem Tode feines Vaters '*) gebojren war, entfprach dem gten October. 123. Ev >j r* ysvf-^λι» rou T«/.) In diefer Feier findet Hug eine aftronomifche Beziehung PJ). Mefore mit hinzugefügter Afpiration bedeute Geburt des Sonnen · Angeflehtes j im Anfange des Monates feien die beiden VVeltlichter, Sonne und Mond, geboren, werde das ·} sva^X/sv derfelbeu gefeiert. Daraus fei erklä'rlich, warum der Geburtstag des Königs Epiphanes und derKöniginn»am Soften Mefori, am Ende des Monats der Weltlichter habe gefeiert werden follen; der König fei mit dem rechten Auge des Horus oder der Sonne, und die Koni- ginn mit dem linken oder dem Monde verglichen, daher falle ihr Geburtstag auf den nämlichen Tag, 91) L. 5. A. 26. und A m m. Mär c eil. 17, 4. 4. ig. Ά·*«λ- λ«ιν xjc)σ{ν Ήλιον «ολιν. 94.) Einli'it. ). 2. Champoll. Annal. des Lagid. 3. p. 35. uiid Saint-Martin Nouvell. Recberch. für l'^poque de la niort d'Alexandre p. 91. fetzen das Jahr der Geburt des Königs zu weit zurück, jener in in und diefer in 210 v. Chr. VgL Clalfical Journ. Vol. X. No. XIX. p. 71. 92) 1·. β- .Α· ιι. 95) S. L. ψ5· Α· 12°· "· 7*· 95) Unleriuch. S. 160 f. [246] nach dem Mvthos von der Geburt der Sonne und des Mondes. Allein, obgleich auch Coufinery das gte Jahr, τοπ welchem unfere Infchrift datirt, als das gte nach der Vermählung des Königs betrachtet 9 ift doch nichts gewiffer, als dafs Epiphanes zur Zeit der Anacleterien noch unverheirathet war, dafs An· tiochus d. Gr. ihm feine Tochter Cleopatra im Friedensvertrage von 198 v. Chr. verlobte, die Vermählung aber erft 192 erfolgte, mithin mehrere Jahre nach jener Feier in Memphis f7), dafs eben deshalb von einer Ivöniginn, als Gemahlinn des Epiphanes, in der Infchrift gar nie die Rede ift '*), und aus diefem Grunde, obgleich auch aus ändern, am Ende von L. 46· nicht όμοιας Βε χχι [της βασιλίσσης] gelefen werden darf, wie Hug vorfchlägt. Auch feierten die Aegyptier nach Plutarch den Geburtstag der Augen des Horus nicht am ooiten Mefori, fondern am Soften Epiphi, wenn Sonne und Mond zufammen- trafen, welche fie für Augen und Licht des Horus hielten 9ί), wie 'an den 5 Tagen des Jahres, welche zu den 36o hinzukamen, an den Epagomenen oder Epacten das Geburtsfeft des Ofiris, Arueris, Typhon, der Ifis und Nephthys ""). • Die Infchrift nennt den wahren-Geburtstag des Königs, eine Bereicherung der Gefchichte. Schon die Bemerkung, dafs es eine alterthümliche Sitte war, einen folchen Tag für heilig zu halten, mufs 96) L. 4. A. 19. 97) Einleit. }. g. L. i. A. 5. gö) In d. ägypt. Urkunde auf Papyrus vom J. 104 v. Chr. S. 4. ed. Böckh lieft man dagegen Seoni (τπφανων, und eben Γο auf einem zu Kairo gefundenen Steine. C hampoll. Annal. d. L. 2. p. 407. No. VIII. 99) U. et Ofir. 37z. B. 100) Daf. 555. D. Ueber die Geburtstage der Götter, wel- , ehe die Römer feierten, Γ. Jo. H. Stuft de nataliliii deomm at^ue tumplorum apud veteres Romanos. Goth. » 759·- [247] davor warnen, ihre Ausdrücke anders als Lt , Q wörtlich zu nehmen. Nicht blofs die Per- fer ehrten ihren Geburtstag vor allen ändern *.), fondern auch den Aegyptiern war er fehr wichtig, und jedes Anzeichen, welches die Geburt begleitete a). Schon die Pharaonen feierten den ihrigen mit Gelagen und Begnadigung, und das Volk nahm an der Feier Theil 3). Zur Zeit der Ptolemäer begieng man diefs Feft auch zu Ehren der Königinn, welche dann vom Hofe befchenkt wurde, wie daraus erhellt, dafs Ptolemäus 7. Physcon diefe Gelegenheit benutzte; um feine Schwefter und Gemahlinn Cleopatra durch eine fchreckliche Gabe zu täufchen *). Von der jährlichen Geburtstags -Feier ift das Feft bei der Geburt eines Königsfohns zu unterfchei- den, τταίδογβν/α J), welches unter dep Pharaonen nicht üblich gewefen zu fein fcheint '), fondern erft durch die Lagiden eingeführt wurde ')> UDC' den Hof und die Vornehmften in Aegypten und in den Provinzen veranlafste, den Eltern des Neugebornen Gefchenke zu überbringen *). ia4· Ομοίως δβ χ. »ι ....................... .·.) 9) Aus dem nächftfolgenden: εν y a) Herodot. 2, ga. χ i) Herodot. i, 1 53. Athen. D. 4. p. 143. ed. Cafaub. 5) i M ο Γ. 4Ο, 20. -- >),«·«?« ftvffeatt ην *o£f««i, και fintfi ita- . im πασι rotf Texten αντον. χ. τ. λ. fept. Philo de Jofepho P. 540. C. Pari!. ΓΓ/£^λ»βς (i^u.fjcx) i^ioDj τον /SxiriXfwi 5 lv f iroevrii οι χατ« ντρι χ«ρ«ν ίττοαη^γι^ζαν , οκχφΕ^οντω? 4* αϊ jrffi τα föctffiXfia. Joieph. Ant. Jud. 8,5. («5. ^fvfäXio» TfTfXfxi« ο /3αβ·ιλ(ν<. 4) Di oder. Sie. Fragm. 1. 54. Vol. X. p. i»6. 127. Ar- gent. Ueber die Sitte d. Alte«, lieh an Geburtstagen xu bcfchenken , f. Linde nbrog zu Ceniorin. de die nat. cap. i. v. natalitii titulo. 5) Diod. Sie. Fragm. 1. 55, p. 83- 6) Derf. i, 55. 7) Derf. Fragm. 1. 55. p. 8$· g) Jofepk. Ant. Jud. 12, 4. f 7 ff. wo die Gebräuche nicht erdichtet find. g) Heyne: o<xotcu< of ttxi [την rov uf%fi^ οκτωκαιΰίχατ>)ν]. Pori'on: --- [την (λ«κίν S u»]» χαι >> >j,(*{f«).J C b · m- [248] TIJV ./3«σ<λβι«ν τταρ του πατρός (L. 4?·) erhellt, dafs hier der Tag angegeben war, an welchem Epiphanes nach dem Tode feines Vaters die Regierung übernahm; daffelbe ergiebt fich aus dem Zufatze, dafs der Tag bisher fchon, mithin vor den Anacleterien in Memphis, ausgezeichnet fei. (L. 4y·) Ob aber die Priefter den Tag des Regierungs-Antrittes wählten, um Epiphanes zu weihen und diefen Ehrenbefchlufs abzufaffen , ob alfo der Todestag des Philopator und der Anfang der Regierung feines Sohns zufammenfiel mit dem achtzehnten Mecliir, als dem Tage des Befchluffes, und man demnach aus L. 6. T>JV του |We%s/g οκτωκα/δ«κ«τ>]ν hier als Ergänzung fetzen könne /D), läfst fich nicht entfcheiden, bis man den Todestag des Philopator ermittelt und damit jenes Zufammentreffen aufsir Zweifel gefetzt haben wird. DieUngewifsheit wird durch den Pop- peliinn vermehrt, in welchem die Prießer in der Infchrift παξαλαβΐΐν gebrauchen "); L. i. in Verbindung mit der Zeitangabe in L. 6. bezieht es fich auf die feierliche Uebernahme der Regierung mittelft der Anacleterien, L. 47. dagegen auf den Regierungsantritt am Todestage des Vaters. Die Priefter erheben hier nur diefen letzten Tag und den Geburtstag des Epiphanes zu Feiten. Champollion glaubt, die ägyptifche Gurfivfchrift nenne in unferer Stelle den achtzehnten Mechir "), welches noch des Be- weifes bedarf. Entfchieden falfch find die Zeitbe- ftimmungen Coufmery's /3), da er vorausfetzt, die Anacleterien feien nicht vor dem aSften Lebensjahre ρ ο 11. Lagid. 1,410. [τηι/ οχτωχαιοεκιχτην rot/reu Vgl. Saint - Martin Nouv. Recherch. ρ·8ψ· ^Cläuic. Journ. V, 10. No. 19. p. 78. [τον μιχί'ξ οχτώ κκι ίο) L. 6. Α. 5ΐ. L· 8. A. 39. 11) L. i. A. a. 12) A. a. O. und z, 82. 13) Im Magaf. Eucycl. iSoS, T. 3. p. 94,ff. [249] des Königs **), und folglich nicht ΤΟΓ L feiner Vermählung *5) gefeiert. L. 47· 125, Επωνύμους ν«νο^/κασ/ν.) Diefe Art der Ehrenenveifungen war nicht neu, und in Aegyp- ten felbft fchon gewöhnlich geworden. Nach Alexanders Tode fuchte man in feinem grofsen Erbe die Gunft des jedesmaligen Machthabers auch dadurch zu gewinnen, dafs man Städte, Stämme, Fefte oder andere Tage nach ihm benannte, welches dann auch in ändern Verhältniffen ein Mittel der Schmeichelei wurde. /Griechenland gab den ändern Reichen das Beiipiel, und vor allen Athen ; hier hiefsen zu Ehrten des Demetrius Poliorcetes und feines Vaters zwei Stämme Demetrias und Antigonis, und, wenngleich ebenfalls nur vorübergehend, die Dionyfien Deme- tria*0); Sicyon nannte lieh, denfelben Helden zu feiern, Demetrias Ό· Dann erhielt in Athen ein Stamm den Namen von Ptolemäus 2. zs) und von AttaluS i. Z9}. In Aegypten felbft benannte Ptolemäus 2. einen Diftrict J0) und eine Stadt, welche er am arabifchen Meerbufen erbauen liefs, wie die Stadt Patara in Lycien ai), nach feiner Seh weiter und Ge- mahlinn Arfinoe. Nach der Mutter diefes Königs war eine ägyptifche Stadt Berenice genannt ai), und 14) Einleit. {. 5. 15) L. 4. A. ig. L. 46. A. 125. - 16) P l u t a r c h. D e m e t r. 8 — 14. D i o d. Sie. so, 46. i.S) P a ufa n. i, 6. extr. ig) Polyh. 16, 95. Paufan. i, 5 u. 8· 20) Paufan. i, 7. und 5, 21. Plin. H. N. 5, 9. , ai> Flin. 6, 29. 22) Dcrf. a. a. O. 17) Di od. Sie. 10, 102. Diefer bezeichnet die Namen - Veränderung mit /ufrevquaräiiva«, ι, 24.; zu gleicher Zeit nahmen Schmeichelei und Armuth ihre Zuflucht zum μ*τ«^ώΑμ<άη; man fetzte neue Köpfe auf die Statuen, um ichnell und wohlfeil einem neuen Herrfcher lu huldigen. DioChryfort.Or.3i. Plin. H. N-35, 2. fur- do ßgurarum discrimi neßatuarum capita perm utuntur, [250] τ a nach Berenice, der Gemahlin n Ptolem. 3., ein Sieben-Geftirn. Solche Auszeichnungen durch Eponymie wurden nun immer häufiger, auch die, dafs Tage jemandes Namen trugen **). 126. Aysiv τας ημβςχς ταύτα? εοξτ L. 48. 127. Κατ« f*i)v«.) Jeder diefer Tage, der Tag der Geburt und des Kegierungs-Antrittes (L. 46 u. 4?·)» f°ll i° feinem Monate gefeiert werden ; diefs ift offenbar der Sinn, und nicht: man foll jedes diefer Fefte den ganzen Monat hindurch feiern, in welchen es fällt Λί), fo wenig als im Folgenden xznvt αυτόν37) überfetzt werden kann: das ganze Jahr hindurch, fondern jährlich. v 128. T«? TS γ<νομενας ττροθ- ) 2S~) Προθίσ/ ς ift fowohl das Darbieteo 25) Hygin. poet. afbron. s, 24. und hier L. 5. A. 24. » 5) Heyne: Definere debuit verfus 47. in verba «jr«? iv • Kxcri τοις KKTK tffi Αίγντττον. P o r Ι ο η: eof r[>]v MOU «otv»j- γνριι/ ο τοις κκΐχ «ι] L. 46. γνπτον if^s«. 24) S. Chisliuli Antiq. Afiat. p. 142. und über den Dop- pelfinn des ίτ!<αννμ.<κ Stanlei in Aefchyl. VII Theb. r. 138· Hemiterhuis ία Lucian. Cialog, deor. marin. IX, i. u. Wefieling in Diod. Sie. 1,20. und in H e r o d o t. I. p. 154. not. 64. '?) L· 49 u· 53· 96) Heyne: xarcc uipac. nej'cio , utruin fit ϊια, «y«, p«r in- tegrum menfem, an in menfis utriusque diefefto. 3g) Heyne: wjoS[fiTf ι; σνν κλλοι; TOÜ ττ«]ξ(5(;ο/χΕνοΐ5. P o r Γ ο η : irpo3r[f«rfn διδοναι τοις ifffi/σιν ron TraJffXo/u.sj'an. Beiden fpricht Ameilhon (EclaircifT. p. 100.) das Urtheil: Avec β peu de materiaux il Jeroit imprudent fans doute de vouloir conßruife une phrafe. Warum hier mehr, als in ändern Theilen d. Infchr., wo er es felbft verfuclit hat? Der Sinn ift nicht zweifelhaft; das vorhergehende Sw«z< ««< σττονοκί und der in Aegypten allgemeia verbreitete Gebrauch der Oblationen geftattct die Lesart: r«i tf ·γιν/>μ*νΛί irfoäeo^aiat nicht, welche Ameilh. -vor- Ichlägt; er glaubt, die Priefter machen hier quelqut dispoßtion particuliere, pour que ces nouvellet fetei ne dtrangeaffent riin dans l'ordre de ctnuinet cercmoniei [251] einer Gabe, welche man der Gottheit be- χ,, « g. ftimmt hat, als die Gabe felbft, oblatid. Im Pentateuch wird in Beziehung auf die Schau· brodte befohlen: έπβησετε «ιίτους δυο Se/jutr» und: TIJ >j,«fp(* των σαββατων ττροθ>ρτίτα/ βναντ/ κυρίου *'), und Philo nennt die Brodte αςτους δωδίχ« της ττρο· · 9ίο·εως 3°). Für die Priefter war es von der gröfsten Wichtigkeit, dafs die Oblationen fortdauerten, da fie ihnen zufielen 3'), und man kann von den Juden, welche fo eben aus Aegypten kamen und deffen'Einrichtungen auch in mancher ändern Hinficht annahmen , auf die Aegyptier zurflckfchliefsen 3J). Di» Priefter, welche hier Oblationen zur Pflicht machen, durften auf reichliche Gaben rechnen, denn auch Griechen und Macedonier, alles, was mit dem Hof» in Verbindung ßand, mufsten dem Gotte, welcher unter ihnen wandelte, fpenden, wie man von diefer Seite bei der Weihe des Epiphanes einen grofsen Aufwand machte, obgleich fie das Werk altägypti- fcher Priefter war 33). Demnach verdient Porfons Ergänzung den Vorzug; es deckte fich vor den Prie- ftern gleichfam ein äthiopifcher Sonnen-Tifch 5*). Man findet faft kein ägyptifches Basrelief von einigem Umfange, oder Mumien - Gemälde, auf welchem nicht Oblationen vorgeftellt find, Becher, Schaalen, Kuchen, Blumen, Vögel, befonders Gänfe, auf Geftellen und Tragaltären, oder ohne fie u. f. f.3i), fixees ä des jonrs mnrqucs. VgL Account of the Rof. ft. p. 20. Trjo^iCT.uiaf foorK! uf7« äviritt» και σττοναιυν] ·πκζίχομι- feftis, p. uga.D. E. ed. Parif. 50) De profugis p. 477. G. von. 29) 5 JMof. 34, 6. u. 8. fept. Vgl. Philo de feptenario et 31) 3 Mof. z, 5. 10. 7,31,5$. 82, ίο —16. 24,9. sMof. 18. 52) Vgl. Herodot. 2,37. 33) Polyb. 18,58· 3t) Hetodot. 3, 17. 18· Pomp. M ela g, g. 35) Montf. Ant. E. II. P. 2. PL 13811.140. D e n o n PL 154. 21. Joinard in Defcript. de l'Eg. T. i, p. 191. u. a. a. O. Gayl. Rec. d'Ant. Vol. 5. PL 8. [252] obgleich man nicht alles, was den Göt- frn vorgehalten, vor- oder zugetragen wird, fo deuten darf, da es oft blofs Symbol ihrer Wohlthaten ift, z. B. das Waffergefäfs 36~)> Ob das tweßw unferer Infchrift in ihrem hieroglyphifchen Theile durch eine Figur ausgedrückt ift, welche kniend den Göttern eine Gabe darbietet, wie der Verf. der Analyfe behauptet, mag dahin geftellt fein, aber fehr richtig ift die Bemerkung, welche er hinzufügt : De taut temps les Pretres ont eu foin d'attacker a cette circonftance le vraißgne de la pie'te; et ceux dt FEgypte entendoient leur metier 3?). Bedürfte es eines ausdrücklichen Zeugniffes, diefs zu beitätigen, fo fagt auch Hieronymus von den Oblationen: Efl in tunctis urbibus, et maxime in Aegypto et Alexandria, ido· hlatriae vetus confuetudo etc. 3S). Unter den reichen und prachtliebenden Ptolemäern arteten fie in einen Luxus aus, welches insbefondere der Aufzug desPhi- ladelphus3') und die Adonien*0) beweifen: eine den Prieftern willkommene Ericheinung, da fie hoffen durften, jetzt auch Vortheil daraus zu ziehen. L. 49. 129. Αγε/ν St εορτών κ«; Travjjyupiv.) Die- fes Feft ift dem Zwecke und der Zeit nach von den früher erwähnten Feften der Geburt und des Regie- rungs - Antrittes verfchieden (L. 46.47·)» bei diefen erfchien der König nur als Menfch, von jetzt an aber, da er durch den Befchlufs der Priefter zum 36) Vitiuv. de archit. 1. 8. praef. Vgl. L.6. A. 33. 57) (P^hlin) Analyfe de l'inTcript. etc. p. 18· zuHierogl. L. J. No. 3. nach f. Abtheil. 40) Theocrit. Idyll. 15. v. 84. u. 128. Adonis lag auf ei nem filbernen Ruhebette, und neben ihm iah man Sal ben, Früchte, Blumen, Honig, Geflügel u. Γ. w. Vgl. Appul. Metain. u, 774. Oudend. 38) In Efaiam 65. ; 39) Athen. D. 5. p. igS.B.C. [253] Gott Epiphanes erhoben war, follte er oh- £,.*„,5o. ne eine folche menfchliche Beziehung als· Oott verehrt werden , und diefe Verehrung auch in den Volks-Cultus übergehen (L. 5z.> Wie nun die übrigen Götter in Aegypten nicht blofs im Allgemeinen verehrt wurden, fondern ihre beitimmten Fefttage im Jahre hatten *0, fo wird diefs hier auch für Epiphanes verordnet **). 130. Κατ evi O*3) L. 5o. 131. Awo της νουμηνιχς του Φβυθ.) Eine Beftimmung, wodurch die Priefter beweifen, dafs fie auch auf eine feine Art zu fchmeicheln wufsten. Der Neumond war für die Zeitmeffung der Alten von grofser Wichtigkeit. Sie berechneten den Mondmonat von der Zeit, wo der Mond zuerft fichtbar wurde, bis zu dem Augenblicke, in welchem fie ihn nach feinem völligen Verfchwinden wiederfahen. Um auf diefe Erfcheinung defto auf- merkfamer zu machen, und dadurch die Zeitrechnung zu erleichtern, verordnete Mofes Opfer während der Neumonde **). Auch die Griechen opferten den Göttern an diefen Tagen und fpendeten den Armen *5), und die Aegyptier betrachteten und feierten fie als Freudentage, vor allem den Neumond des Thoth oder erften Monates in ilftem Jahre. 41) z. B. Anitin. H er öd o t. 2, 42.: μιγ Sf η/utfy του fvi- αντον, fv ο^τ>) τον Διός κ. τ. λ. Vgl. 2, 59·: τ.κντ,'/νξφνσι Ϊ8 Αΐγντττιοι οι« ocrra^ το« ίνιαντου, ττανηγιιοια« Sf σ«%ν«!. U. 2,82. 4,2) L. 5°· Α· 13ΐ· 43) Heyne: cyi[avroy κ«τα πασαν T>JV] L. 5°· 9C tn[a«rjK xocroc TJJV n κνω χα» τ>]ν κατοι] χω^αν. Vgl. L- 5· Α. ιι. 4t) ψ ΜοΓ. 28, ιι. 45) ilutarch. Quaeft. Rom. 270. Α. und de vitando aere alieno 8»8. A. .—-της νονμηνικς, ην /ίξωτατην >5ufOd>v ονσαν, ccrct^oao« -ίοίονο-ιν οΐ Βκνασπχι χ«< σινγιον. Vgi> Öchul. in Ariftophan. Flut. 594. [254] Urfprünglich fiel der erße Thoth oder der Jahres-Anfang mit dem heliakifchen Aufgange des Hundsfterns oder Thoth (Sothis, Seih) zufammen *'), von welchem der Monat den Namen erhielt*7), und zugleich begann die Nilfchwelle um diefe Zeit, zur Zeit der Sommer-Sonnenwende **), wodurch der Neumond diefes Monats eine den Aegyp- tiern vorzüglich erfreuliche Erfcheinung wurde *'). Für den König lag demnach eine grofse Schmeichelei darin, dafs man fein Feit in diefe Zeit verlegte, wo alles zur Freude geftimmt war, und es nun das An- fehen gewinnen mufste, als werde fie auch durch diefe Feier veranlafst, durch ihn „den Gnadenreichen, den Epiphanes, durch welchen ein neues Leben für die Menfchen begann s°), und damit das Feft nicht ein Rückjahr, ein bewegliches, würde, fondern ftets mit jenen Natur-Erfcheinungen zufam- menträfe, fo knüpften es die Prieiter an den Neumond des Thoth. Nach Horapollo ä/) ftellten die Aegyptier den Neumond durch eine Affen-Art, den Cynocephalus, vor, welcher ftehend die Hände zum Himmel erhob und ein Diadem auf dem Kopfe trug; er betete 46) Porphyr, de antro Nymph. p. 125. Α'ι^νκηοκ 5 ίτου? ον% νίροχοοϊ — νον^αηνία ο αντοίϊ v] σι&ειαζ avaroA>). 48) Plin. H. N. g, 9. A el ian^N. An. 10, 45. Arißid. Aegypt. T. 2. p. 346. Oxon.' 47) Vgl. Baimbridge Canicularia,mitZufätzen v. Grea- ves. · xford 1648. de laNauze hiftoire du calen- drier egyptien, in ΜεΊηοΪΓ. de l'acad. des Infcript. T. 14 u. 16. Alph. des Vignoles Chronologie de l'hiftoi- reiainte T. 2.p. 649 ff. Ga tt erer de Theogon. Aegypt. in Cotnment. foc. reg. fcient. Gotting. Vol. 7. und Ideler Unterfuch. S. 70. 82. u. a. a. O. 50) L. a. 49) Porphyr, de.antro Nymphar. pag, 264. ed. Cantabr. Ifov,u>]yioc oe «ντοκ η Σαι jfw; ανατολή, '(ίναπιος χατιχξ'χ,ουσκ tff fit τον xotr/j.ov. Solin. Polyhiit. 0.52. quod temput (ortut Sirios) facerdotes nataltm niundi judicarunu Vgl. G alter er a. a. O. p, 49. 50, und Vogel Ver- luch S. 157. [255] gleichfam zur Göttinn , weil nun beide, Sonne und Mond, wieder ihr Licht haben Οι 32. Εφ »jjuep«? TTivre.) Folglich einen Tag länger, als man den Tod des Oiiris betrauerte s3). L. 50. ι33. Στίφ«ν^φορ>?σοϋσ/ν.) Eben fo wird im Befchluffe der Sieger zu Ehren des Antiochus So- ter feftgefetzt: όταν δε ποιωσι ·&υσ/«ς, τωσαν 5*). ....) 55)· Die Lesart, welche Heyne vorfchlägt, ift gegen den Zufaramenhang und giebt keinen Sinn, und Ameilhon hat fein müfsiges ff«vr«? nur aufgenommen, weil er, wie immer, zu ängftlich fo viel Buchftaben durch die Ergänzung zu gewinnen fucht, eis ihm zur Ausfüllung der Lücke auf dem Steine erforderlich zu fein fcheinen. In allen Tempeln des Landes füllen Priefter an dem fünftägigen Fefte Epi- phanes Opfer bringen s") und ihre Namen dergefralt vor alle Befchluffe der Tempel i7) gefetzt werden, dafs man fie nicht blofs nach der alten Gottheit ihres Tempels benennt, fondern ße auch als Priefter des Epiphanes aufführt. Es ift keinesweges von dem Priefter Alexanders und feiner Nachfolger auf dem ägyptifchen Throne die Rede, welcher zu der Zeit, 5») In den Hieroglyphen und Infchr. L. 15. No. 12findet dagegen P ahlin (Analyfe p. 151.) den Neunionä durch eine menfcliliche Figur vorgeftellt, welche ein Viereck mit dem Zeichen des zunehmenden Mondes auf der einen, unS den Zeichen der Viertel auf der ändern Seite lUj der Hand hält. 55)Plutarch. If. et Ofir. p. 566. D. Vgl. Jablonski Opusc. 2. p. 258· 54) Chishull Aut. AGat. Pfeph. Sig. 1.30. 51. p. 52. S. A m ei l h. Eclairc. p. 102. 56) L.48. A. 128. L.«. A. 150. 57) L.s'i. A. 135. 55) Heyne: ?τ^οία·)·οξί[νίιν oe τοαι Sfiuv φιλοττατο^ων τα ονόματα.] Porfou: ττξΐΜίαγο^[νΕιν of τον? if^fn τον τ£ αιανο- 0iou.] A m ei 1h o iV: •r:^x')^e[\iärlaf Brumann hjchr. t), vßo/i 1?c [256] L. 51. wo ^ie Inschrift entftand, Aetos hiefs, und auch in der Urkunde auf Papyrus vom Jahr io4, obgleich ohne Eigennamen, erwähnt wird5*), und zu deffen Titel fchon unfere Priefter ν,α,ι -9-ίθυ ί3πφ«νου; hinzufügen ίρ); er konnte nicht an jenem Fefte in allen Tempeln des Landes opfern. Auch ergiebt fich, dafs nicht die Abßcht war, die Zahl der Priefter bei den Tempeln durch einen ei- gends für Epiphanes ernannten zu vermehren. L. 5i. i35. K«i κ«τ«%ωρ;σ«/ εις ιίχντας τους « τ ίο |uou?.) %ζημχτισμΰΐ find öffentliche oder StaatsgeCchäfte ; in ähnlicher Bedeutung, wie in der Infchrift, wird das Wort von Porphyrius gebraucht, welcher von Ptolemäus g., Alexander i. und deffen Mutter Cleopatra fagt: συνεβζσιλιυεν oüv ό νεωτεςος ry ju^rji, των χρηματισμών ΰναψίζομενων εις αμφότερους tfo); die Verwaltungs-Gefchäfte wurde^ unter beider Namen betrieben, beider Namen den Verordnungen vorgefetzt. Ferner bezeichnet der Ausdruck auch Schriften , welche unter der Autorität des Staats oder einer von ihm anerkannten Corporation abge- fafstfind: Befchlüffe, Verträge in öffentlichen oder 58) L. 4. A. 20. Es folgt in dicfcr Urkunde auch noch eine Zeitbeßimmung nach ändern Prieftern und Prießerin- nen, des Ptolem. Soter und anderer Könige und Königinnen, deren Namen nach B o ckli s Vermuthung (8.4. 15. 16.) der Abfaffer der Urkunde der Kürze wegen nicht hinzugefügt hat, wie auch liier die Namen der Priefter fehlen. Indefs beftätigt diefs , was im Texte behauptet wird, obgleich diefe Schrift blofs eine Privat-Urkunde ift. 59) L. 5. 60) Eufeb. Chronic. p. 225. Lugd. Bat. 1606. Vgl. Polyb.· 28, 14. 16. und Evagrii Hiß. Ecclef. 3,33. ed. Mo- gunt. [257] Privat- Angelegenheiten "), felbft Briefe, L. KI. Rechnungen, oder andere Auffätze, welche ein Staatsmann als folcher geschrieben oder erhalten hat "5). Die Prielter eines Tempels in Aegypten machten ein Coliegium aus; fie bildeten ein Gemein, wefen, und konnten Refchlüffe faffen, welche ihre Tempel betrafen, wie unfere Inlchrift beweilt, fo fern lie nicht ihr Verhaltnifs zum Staate betrafen; » * fie konnten fchriftlich Orakel geben , Contracte fchliel'sen u. f. f. Solchen Schriften oder Urkunden follte der Name des Priefters des Epiphanes vorgefetzt werden β+). Man follte ihn z. B. in Theben nicht blofs den Priefter des Am u n, fondern auch des Epiphanes nennen. Nur von Ehrenerweifungen, wodurch rnaTi den König auszeichnen wollte, wird hier gefprochen, nicht von einer Ausftattung des Priefters, wie Ameilhon glaubt 65~) ; diefer blieb im alten Verhältniffe, und felbft, wenn man ihm befon- dere Einkünfte angewiefen hätte, würde die Beitim· mung darüber hier ganz unftatthaft gewefen fein. Dazu kommt, dafs χζτχχωξίσχι der gewöhnliche Ausdruck für eintragen, einfchreiben, in eine Schrift aufnehmen ift, weiches Villoifon mit vielen Beifpie- len dargethan hat e6}. 62) Di od. Sie. i, 78- — if S« *«w 7j«,«f*««ev' rwv 65) Deri. 14, 15- 64) Vgl. L. 4. A. 20. 65) Eclairo. p. 104. χ^,ααπσ,υ,οι, impenfa. „Qu'il foit mir a part des fonds paur fournir ä toities les depcnfet... , ifiie pourre eziger fön Jacerdacc. 66) Im Magaf. Enc. Aim. 9. T. 2. p. 518-320. Efther a; 25. ι Paralip. 27,34. 5 Maccal). 2, 29. Straboi,i6. ϋίβΓβ Stellen hat auch Sturz de dial. maced. p. 174. v. xaroc- %(ti3i£fn/ nach ViUoifou aufgenommen. S. aufserdem ÄVei'iel. zu Diotl. Sie. l, 51. und Trommius Con- eordantiac graocae verf. LXX inte i prct. T. ι. ν. κατ»- R 2 [258] 5ϊι ι36. Κ.ΜΙ e/ς του? b .................. ............. ..) Ό Auf den Grund eines Euchftaben ergänzt Porfon tJfC^wuiT/ffjUOti? , ein feltenes Wort, welches zwar ,in der Jnfchrift gebraucht ift, hier aber keinen Sinn giebt "*). Heyne, Villoifon und Ameilhon wagten es nicht, eine Lesart vorzu- fchlagen, nur theilt der letztere, feltfam genug, eine Ueberfetzung des Fehlenden mit0'), in der Meinung, welche fchon als irrig gerügt ift, dafs von Einkünften der Priefter die Rede fei ; eben fo befremdlich ift es, dafs der Verfaffer der Analyfe ?0), welcher felbft Artikel - und Partikeln in dem hieroglyphifchen Theile der Infchrift findet, wo der griechifche ihn nicht ver- läfst, über diefe Lücke im Griechifchen hinweggeht, als fei fie nicht vorhanden, und doch in der Erklärung der Hieroglyphen im Zufammenhange bleibt. Diefe oder die ä'gyptilche Buchftabenfchrift muffen hier aushelfen, wenn es je möglich fein wird. Nach dem Londoner Fac-ßmile ift der letzte Buchftabe vor die- ferLückeS, nicht λ, und fchon aus diefem Grunde die Ergänzung nicht zuläffig, welche im Account u. f. w. vorgefchlagen und hier unter dem Texte mitgetheilt ift. Und welchen Sinn könnte man in diefem Zufammenhange mit λογ/ωτατβ/ vetoi verbinden ? L. 52. 137. E^sivxt bs και το/ς άλλο/; /δ/ωτα/ς.) Auch die Nicht- Geweihten, die Nicht -Priefter fol- len das Feft des Gottes Epiphanes feiern dürfen; es 67) Porfon: «15 τον? ί[_α^μχτισμανζ τον« ιχνηχοντκς e)ν] ( L. 52·) 'ff rfiav κυτον. Im Account p. 20 u. 25. λ[ογιια- τατονς xocroe της «(γϊ/ττΐΌϋ της άνω κ«ί κάτω ι/κονς.] 68) L- 3°· Α· ?8· 69) Eclairc. p. 23. «t praelHaref fuper omnes pecuniarioi reditus, etj'uper alias [proventus facrot, quitt; (/sc) ne- ceffaria fu.nt ad~\ L, 52. facerdotium ejus. 70) p. 15». [259] foll ihm zu Ehren auch ein Volks - Cultus r Statt finden. Ιδιώτης bezeichnet den Privatmann nicht blofs im Gegenfatze mit dem Magiftrat oder Regenten 7'~), fonclern auch mit dem Priefter, und mit dem Nebenbegriffe, dafs es ihm an den Kennt- niffen fehlt, welche zu einem öffentlichen oder heiligen Gefchäfte erforderlich find, überhaupt an Bildung'*). Diodor unterfcheidet in Aegypten i'fff/;, μάχιμοι und ibiiiiTM73y, wie das Pfephisma Sigeorum ίιςεις, is^siut und πολιτχι ττχξοικα u. f. f. *). Jofephus nennt die, welche inPaläitina nichtHohepriefterwaren, ß/ωτίυσαντίς7ί), und wie Appulejus in der Befchreibung des Ifis- Aufzuges fopuli religioft und profani einander entgegenfetzt, fo unfere Infchrift leg* e$v>j 7?) dem λαός7*), und dann beltirnmter undanmafslicher (fpt/ς den β/ω- r»t. Der Regierung mochte es erwQnfcht fein, das Volk durch ein religiöles .liand an fich gefeffelt zu fehen, die Priefter aber wollten dadurch nur den alten Cultus am Hofe zu Ehren bringen, und ein intereffe für deffen Erhaltung in ihm erregen. A jt κ 2* l38. K&( τον TTfO s/p ;;αε νον νχον ίδοΟβΙΓ-ΪΛ! κ«/ εχί/ν τταρ αυτο/ς.) ?ί) 109. Συντελου ) s°) Heyne, Villoifon und Ameilhon haben keine Ergänzung verfucht; jene fchweigen, und die- 71) Aelian. V. H. i, 29. 4, 5. 72) Bei Ael. V. H. 4, 15. lieht das Wort mit οίμονσκ und αγροικία zufammeu. 74.) Chish ull Anlief. Afiat. p. 52. L. 25. 26. 51. 73) '> 73· 75) Ant. Jud. 8,1. f. 5. 76) Metern. 11, 780. 788· Oudend. 77) L. 17. A. 55. 73) L. 12. A. 46. Luc i a n. defacrif. (. 15. T. i. ed. Schmied. lagt felbil von Apis : ττολν χαλλιων κχι o-^uvorfjoi τ«ν iJiw- 79) L. 41. Λ. ι öS- und L. 42. A.no. öo) Po r fön: σνν7{λον[ντας τ« προσήκοντα voui/ua tv ταις MJ- ταις]. Im Account pag. ϊθ. σι/»7(λον[ντ»ς ifjtii ^«σι«« χαι [260] gefteht, clafs er üe zu fchwierig finde?*). So fern es fich nur darum handelt, VVorte in die Lücke zu fetzen, worin der Sinn liegt, welchen die Priefter nach dem Zul'ammenhange etwa ausdrücken konnten und wollten, und welche ihrer Art, lieh auszudrücken, entfprechen Äa), fo ift gegen Porfons Vorfchlag nichts einzuwenden. L. 53. ^ 2. Κα·&ατΓίρ νομιμον ssriv L. 54. · ··· τερεου λ/θου.) itf) Der Sinn der Worte, welche in diefer Lücke ftanden, ift nicht zu verfehlen. Diefes οτερίβυ λίθ-ου, wofür Diodor in einem ähnlichen Falle σκληρού λ. fetzt *0> beweift, dafs von einem fteinernen Denkmale die Rede war, wodurch der ßefchlufs zur allgemeinen Kunde und auf die Nachwelt gelangen füllte, und ein Blick auf den Rofetter Stein, einen fchwarzen ägyptiichen Bafalt, giebt das Nähere ÄA). Στ^ ift bei den Griechen der allgemein übliche Ausdruck für folche Steine, welche eine Infchrift zur Verewigung eines Ereigniffes, eines ßefchluffes und ganz vorzüglich eines Vertrages aufnehmen füllten, und von verfchie- dener Geftalt, keinesweges immer fäulenartig, fondern meiftens Würfel- oder tafelförmig waren, Στ>)· 82) Vgl. L.52. A. 83-u. 85. L.40. A. 104. und L.SO. 81) Eclairc. p. 105. 83) Porfon: [rx] 85) S. A. 143- 8<)) Pori'pn: (L. 55.) Kajairtj νομιμον isriv [τοοί rovro (χναγ^αψαι ί« σι/)λχ)ν μιλ(1,. 54·)<χ!'9< 8?) ΐ) 57·' 88) Kinleit. J. ι. [261] λα;, ».υβοε ιδείς \iQot, έπιγξαμματ» τίνων έχον L τες Äp). Als Athen und Sparta während des peloponnefifchen Krieges Frieden und Bflndnifs fchloffen, wurde in beiden Verträgen die Beftim- mung hinzugefügt, dafs man fie auf Tafeln eingraben und diefe öffentlich aufftellen wolle '"). Diefs ge- fchah fo allgemein, dafs man von στ>)λ«< fprach, auch wenn es unterlaffen war, und folglich mit dem Worte die Verträge felbft bezeichnete SJ). Auch nach Alexanders Zeit erhielt lieh diefe Sitte. In einem. Vertrage zwifchen Seleucus 2. und Smyrna werden, die Worte gebraucht: το δε ·φη($ισμ» τοδβ α'ν«γρ«·ψ«< εις τα? στάλας «v«Tf-&>jff01usva? εν τοις ΐεςοις 93) ; in einem Vertrage zwifchen den Latiern und Olontiern: άν«- / ? ε τ*ν συν&>;κ.»ν ταιιτΛν [έσ λ/·9·ον (οταλ«ν?)] τον ίκατί ρο/ εν τα. /δ/κ πολ« %3). ι44· Τβ/ς τβ /«{ιοί? κ«/ εγχ,ωξίοις χχι ίλ- \·/·, νι·Λοις yξΆμμα,σιν.^) Der Befchluls foll in heiliger Schrift, in der Schrift des Landes und in grie- chifcher in Stein eingegraben werden, oder in hiero- glyphifcher, in ägyptifcher Biichftaben- und in grie- chifcher Schrift. Εγχωρ/ο/? γζχμμ»σιν 9ί)· Die Alten unterfchei- den in ihren Nachrichten von Aegypten meiftens 89) Schol. τη Sophocl. Electr. v. 722. Vgl. Jablonski Panth. L. 5. p. 175 fqq. 90) Thucyd. 5, «8.25- Στηλας « στκ,σαι Όλν«^·ι«σι χ. τ. λ. — < rr>)X)jv Sf fuarffov.; <ττ>]σκι κ. τ. λ. Vgl. Paufait. 5, 12.25* Ifocrat. Panegyr. p. 77. H. Stephan, u. Paneg. p. 73. 92) M arm. Oxon. p. 17. Oxon. Prideäiix. u. daf. p. 7. ra ψν,φκτ,αα rotfi χ να-) ^ccifyjrii) xecr« ro> νο,κο» , «ναοα 91) Demoftheii. für die Megalop. p. 125. Lutet. ce και tic β·τ>5λας κ. r. λ. Vgl. Eclairc. p. io6. a ν,κτ,αα χ να-) ^ccyjrii) xecr« r> νο,κο» , 95) Ch i s hu 11 Ant. ΑΓ. Popul. Cretcnf. p. 155. Vgl. p. 132 : Στ«σ«νπυν of ~κς στάλας ρ. 115. u. a. a. O. 94) Ueber die ägypt. Buclillabeiifchrift , welche bis jetit noch eben fo wenig entziifert in, als die Hieroglyphen, f. Warburtou Eilai für les hieroglyph. Tvchfen Uebcr die Buchftabenfchrift d. alten Apgypt. in" d. Göt- ting. Biblioth. d. alten Literat. 6. .St. Z'oega übelisc. [262] nur eine heilige und eine Volksfchrift. Es unterliegt keinem Zweifel, dafs fie bei jener an Hieroglyphen und bei cliefer an ßuchftaben- fchrift dachten, wohl aber, ob zu der heiligen nicht auch eine Buchftabenfchrift gehörte, welche von der gemeinen verfchieden war: eine Frage, deren Wichtigkeit für unfer Denkmal fich leicht ergiebt. Herodot fetzt nur γρα^ατ« ι'ρα und δ^οτ/κα einander entgegen *J); Diodor legen, und κο/νοτίραν έχοντ« την μκ$η(!Ν s"s) oder ΰημωΰη 97} ; Tacitus figurae anima- lium und literae **), eben fo Appulejus **). Philo verfteht unter ίεξοις ^ξα,μμοιΰΐν offenbar nur Hieroglyphen io°), welche Heliodor ts§xnnx nennt *). Auf den Monumenten bemerkt man nur Hieroglyphen und eine Art von Buchftabenfchrift5), beide mit von einander abweichenden Characteren, welche aber auch bei der letztern nicht fo verfchieden find, dafs fie berechtigen, eine doppelte, eine priefterli- ehe und eine gemeine, anzunehmen. Der Stein v. R. zeigt auch nur eine alphabetifche Schriftart; ihre Charactere find mit denen, welche man fonlt findet, 95) 2, 36. 423-55off. J.D. Akerblad Leltre furl'infcript. egypt. de Rofette. Paris 1802. und Silv. de Sacy Urtheil darüber im Magaf. Encycl. Ann.8· T. 5. p. 141. znvergl. mit Lett. to tlie archduke John of Auftria 1816, im JVlufeum crit. 1821. No. VII. p. 331. und Lett. to Mr. Akerblad. dal. 534. Etienne Quatremere Re- cherches hiftoriques et critiques für la langue et lite- rat. de l'Egypte, u. a. Werke über die coptifche Sprache. Jomard in Defcription de l'Egypte, T. ΙΠ. p. 135 vff. Ob Champollion des J. Memoire über den hieroglyph. u. agypt. Text der Infchr. v. Rof. fchon er- fchienenfeii ill mir unbekannt. (Vgl. Champoll.- Figeac Annal. d. Lagid. T. i. p. 11 u. 4,11.) 96) ι, 8ι· Die Söhne derPriefter mufsten auch die letztern kennen lernen. im Gegenfatze mit d. heil. Sehr. 98) Annal. u, 14. 99) Metam. 11,301. Oudend. 9?) 3> 5· Die Hieroglyphen nennt er weiterhin (0.4.) nicht 100) Vit. Mol. i. p. 606. A. i) Aethiop. 4. p..iSo. Lugd. i) Vgl. Joinard a. a. O. p, 140. [263] wefentlich diefelben, und Ce kann keine ^ Geheimfchrift der Priefter, fonclern mufs auch dem Volke bekannt gevvefen fein, denn es war die Abficht, es von dem Inhalte des BefchJuffes in Kenntnifs zu fetzen. Und endlich würde der Ausdruck * γχωρ<« γρ. fchlecht gewählt fein, wenn es zwei Arten von tJuchftabenfchrift gegeben hätte, weil er dann doppelfinnig gewefen wäre. Jeder weifs, wie willkührjich die fpStern grie- chifchen Autoren die ägyptifchen Schriftarten ein» theilen, wie fie felbft eine hieroglyphifche und fym- bolifche einander entgegenzufetzen fcheinen ·*), und fo darf es auch nicht irren, wenn Clemens Alex, eine epiftolographifche, hieratifche und hieroglyphifche . unterfcheidet *). Mochte die erfte flüchtiger ausgeführte Züge darftellen, als die zweite, weil man bei dem ßrieffchreiben, worauf der Nicht-Priefter in Aegypten doch faft befchränkt war, nicht fo forg· fältig verfuhr, als die Priefter bei ihren Schriften, fo fand doch keine wefentliche Verfchiedenbeit Statt, Deshalb fagt auch Plutarch ohne eine nähere Be· ftimmgng, die Aegyptier haben z5 Buchftaben *), Dafs die ßuchftabenfchrift nicht zur Abfaffung der eigentlichen Religionsfchriften gebraucht fei, fön» dem nur zu Commentaren, läfst fich aus Plotjns ver. wirrten Nachrichten nicht abnehmen e), aber fie war unzweifelhaft jünger als die Hieroglyphik, welche felbft erft mit der Zeit -eine Gehehnfchrift wurde. Da diefe unter Griechen und Macedonjern nicht eingeführt war, fo konnte man fie die heilige nennen, g) Vgl. Zoega Obelisc, p, 4,26. 4) Strom, 5, 555.0, g) If. et Ofir. 574. A. Jomard bemerkt, auf den Papyru»· Rollen finde man mehr, und auch auf dem Steige τ. R, 60 — 80, die Varianten mitgerechnet; wenigßen» 59 Buchßaben feien auf jenen wie auf diefem diefelfce», A. B. C). p. 149. 6) Ennead. quint. 1. 8, c. 6. [264] ohne ein Mifsverfländnifs fürchten zu muffen ; dagegen hatten jene Völker auch Buchftabenfchrift, man bezeichnetedeshalt^dieägypt. mit ^γχωρι« γρ. ?). in gleichem Sinne fagt Heliodor: TMvix τις ^ζαμμααί Ιγχωρ/ο/ς κατασ-πκτβςs), und bei Dioclor heifsen die Städte, welche von Ein- gebornen bewohnt wurden, zum Unterfchiecle von den griechifchen Colonien ^χωρκ» ττβλί/j *}. Diefe Priefter verfügen ausdrücklich, dafs ihr Befchlufs in dreifacher Schrift auf Stein eingegraben werden folle, und diefe dreifache Schrift findet fich auf einem und demfelben Steine, fo dafs es nicht ungewifs fein kann , ob fie zufammengehöre. Eine Täufchung der Art, dafs etwa die Priefter dem Texte in ihrer Bilder- und ßuchftabenfchrift einen ändern Inhalt gegeben, als dem griechifchen, dieSchmeicheleien gegen den König unterdrückt und mehr zu ihrem Vortheile gefprochen haben, ift auch nicht denkbar, weil fie dem Hofe nicht lange hätte verborgen bleiben können. Nur bei einem Uebermaafse von Zwei- felfucht kann man daher mit ßailey glauben, der griechifche Theil der Infchrift fei nicht gleichen Inhalts mit den Hieroglyphen, und aus dem Grunde, dafs man eine Wiederholung von nicht weniger als 4o hieroglyphifchen Zeichen bemerke und keine entfprechende Wiederholung im Griechifchen *°). 7) Silv. deSacy bemerkt, der Ausdruck beziehe fich vielleicht nicht auf die Landesfprache im Allgemeinen, JTondern auf die Sprache jedes einzelnen Nomos, fo dafs man auf einem ändern Exemplar diefes Denkmals auch ein anderes Idiom finden würde. Ameilh. Eclairo. p. 106. Diefs ift möglich, aber in den Worten derPrie- Ctfr liegt an fich und bei dem Gegensätze ΐλληνιχ. eine folche Vorfchrift nicht. 8) Aethiop. 2. p. 119. Lugd. 9) ii, 60. Vgl. i, 61 u. 75. Polyb. 9, 75. lt>) Jacob Bailey Hieroglyphicorum origo et tiatur». Cantabrig »816. Vergl. Claffical Journal. Vol. Mo. XXXII. p. 518. Faß gaiix nach Zoega. , [265] Hier find nicht blofs diefelben Ausdrucke, ^ , wie αιωνόβιο;, ιΰχχξίστος und ^ynirtjusvef woran φθα fehr oft, fondern auch längere Sätze wiederholt, z. B. L. 4· 5. und 37. 58., und dafs cüefe den wiederholten Hieroglyphen nicht entfprechen, kann man uns nicht beweifen, bis diefe entziffert fein werden. Demnach kann man auch nicht zugeben, dafs der Obelisk v dei'fen Hieroglyphen Hennapion ins Griechifche übertragen haben foll "), ficherer zu diefer Entzifferung führen werde, als der Stein von R., wie Bailey behauptet. Dort ift es höchft zweifelhaft, ob man eine Ueberfetzung vor ßch habe, hier nicht. Vor der Entzifferung der Hieroglyphen, nicht einer willkührlichen Deutung auf den Grund eines griechifchen Textes, läfst fich eben fo wenig entfcheiden, ob die griechifche Infchrift am Pietleftal des Obeliskes von der Infel Philä, welchen W. Ban- kes durch Belzoni nach England hat bringen laffen, gleichen Inhalts mit den Hieroglyphen diefes Monuments fei "). Da Ce Ptolemaus 7. Evergetes 2. betrifft, mithin einen Nachfolger des Epiphanes, und mit unferm Denkmale, wie Hermapions Werk, viele Ausdrücke gemein hat, z. B. «iwvc/3. r^xrr. ύπο r. (£·&«, fo mag der Urheber derfelben den Stein' v.R. gekannt und benutzt haben: eine Bemerkung, welche fich bei Hermapion nur zu fehr aufdringt. Vielleicht weihte man den Obelisk von Philä Evergetes und gab ihm deshalb auch eine griechifche Infchrift. ll) Ammian. Marcell. 17, 4. S. hier L. a. A. 6. und Et. Quatremere Recherehes für la langue et lite- rat. de l'Egypte Appendix p. 255 i'f. l») Sie ift von Letronne im Journal des Savans Nov iSsi und Avril 1812 erläutert; über die Hieroglyphen haben St. Martin im Jonrn. d. S. Avril 133» und Gham- pollion d. J. in der Revue Encyol. Avr. 1822 gefchrie- b«n. S. Cha m p. F. Annal. d. ".Log. a. p. 407. u. Allg. Lit. Zeit. i6»j. No. 174. S 2 [266] των r§ ττρωτω. και δ ευτβρω... ·)/-5)· Man wird durch nichts genöthigt oder berechtigt, ein Wort mehr in die Lücke zu fetzen, als ispu>v', demnach lefe ich : et» ίκαστω των τβ πρώτων κ*/ δευτέρων ιίξων. Es gab in jeder gröfsern Stadt einen Haupt- und einen oder mehrere Tempel von geringerem Umfange und Rufe; in jenem fowohl als in diefen, in jedem Tempel also, soll ein Stein mit dieser Inchrift, wie nach L. 38. das Bild des Königs aufgeftellt werden. Der Beschluss fcheint fich hier geendigt zu haben; kein auch nur unkenntlicher Zug im Bruche des Steins in diefer Linie oder an dessen Gränze lässt das Gegentheil vermuthen. Die Entzifferung der beiden ändern Texte wird darüber entscheiden. Indess haben mehrere Gelehrte das vermeintlich Fehlende herzustellen versucht. Der Zusatz τρ/των bei Akerblad würde eine Idee veranlas- sen, welche dem Aegyptier fremd war; er brächte seine Tempel nicht unter so viele Classen; man würde eben deshalb verlegen fein, wenn man die Gränzlinie Äwifchen denen vom zweiten und dritten Range, angeben foilte, während esgewifsift, dass jeder grössere Ort ausser ändern einen Haupttempel hatte," und dass es auch kleinern nicht an Gebäuden dieser Art fehlte. Ferner liegt in den Worten εν οι? ι'δρυ- cercti κ.^ τ. λ. eine völlig zwecklose Wiederholung Von dem, welches bereits L. 38. gesagt ist, und über- [827] [267] dieß wird die Linie dadurch bis über den Rand verlängert, wie nach Heyne Å. selbst bemerkt.
Um so weniger ist Weston’s τεταρτων zulässig. Er verrückt den Gesichtspunct durch die Erklärung, das Bild des Epiphanes solle in den Tempeln seiner nächsten drei Vorgänger und in dem seinigen aufgestellt werden, in einem vierten, welchen man ihm als einem Vergötterten erbauete. Solche, den Königen von den Priestern des Landes eigends erbauete Tempel gab es nicht; nirgends ist im Beschlusse in Beziehung auf Epiphanes die Rede davon; und warum hätte man Soter ausgeschlossen, und nicht auch πεμπτων hinzugefügt? L. 38. wird bestimmt gesagt, man solle das Bild εν εκαστῳ ιερῳ aufstellen, und nur dieses kann auch in Betreff unsers Denkmals die Absicht gewesen sein, da es offenbar die Absicht war, dessen Inhalt so viel als möglich zu verbreiten.
Endlich steht Porson’s Vorschlage die Bemerkung entgegen, daß die Aegyptier keine dii majorum et minorum gentium hatten, keine dem Range nach so genau geschiedene Classen von Göttern, daß jeder bei jenen Worten sofort hätte wissen können, in welchen Tempeln man den Stein errichten sollte oder nicht.
- ↑ S. Denon Voyage dans l. h. et l. b. Egypte p. 30 pl. 13 u. 14.
- ↑ Turner in Account of the Ros. stone p. 7.
- ↑ Ameilh. Eclaircissem. p. 1–4.
- ↑ Magas. Encyclop. p. Mill. Ann. 8. T. 4. p. 392. sind unrichtig 3½ F. L. und 1 F. 3 Z. H. angegeben.
- ↑ J. Bailey Hieroglyph. origo et nat. p. 72 ist dieser Meinung nicht. S. hier L. 54. A. 144.
- ↑ Hieronym. in Daniel. p. 1124.
- ↑ Justin. 30, 2. 8. S. hier L. 46. A. 122 u. 123.
- ↑ Die armenische Handschr. von Euseb. Chron. hat 22, Abulpharag. 21 u. s. f. Ich kann hier nur das Ergebniß meiner Forschungen mittheilen, auch da, wο es von der gewöhnlichen Meinung abweicht. Mehreres wird in d. Anm. z. Inschr. erledigt werden.
- ↑ Polyb. 23, 1. ed. Schweigh.
- ↑ De bell. syr. p. 88.
- ↑ l’Egypte s. l. Phar. 1. p. 276. Vergl. Description de l’Egypte. T. 4. p. 125–157. ed. II.
- ↑ Notit. orb. ant. 2. Aeg. p. 26. ed. 1706.
- ↑ de urbib. v. Λυκωπολ.
- ↑ 17. p. 815.
- ↑ 17. p. 802.
- ↑ Vgl. Champ. l’Egypte s. l. Phar. 2. p. 184.
- ↑ 2. p. 249.
- ↑ Vgl. Description de l’Egypte T. 4. p. 159 ff. ed. II.
- ↑ 5, 107. Vgl. 5, 65. u. 14, 12.
- ↑ L. 15. Anm. 50. u. L. 19. Anm. 61.
- ↑ Polyb. A. a. a. O.
- ↑ Polyb. 14, 12.
- ↑ Inschr. v. Ros. L. 26. 27. Vgl. L. 23.
- ↑ Ebendas. L. 22.
- ↑ S. §. 2.
- ↑ I. v. Ros. L. 23.
- ↑ Ebend. L. 28.
- ↑ Inschr. v. Ros. L. 10.
- ↑ Ebend. L. 24 u. 26.
- ↑ Ebend. L. 26.
- ↑ S. Anm. 69. zu L. 26.
- ↑ 23, 16.
- ↑ S. u. §. 5.
- ↑ Account of the Ros. st. p. 54.
- ↑ Eclaircissem. p. 65.
- ↑ Annales des Lagid. T. 2. p. 102–110. Ueber Cousinéry, welcher läugnet, daß man in Aegypten die Jahre vom Regier. Antritte d. Ptol. an gezählt habe, s. u. A. 19. zu L. 4.
- ↑ A. a. O. Vgl. L. 26. A. 70.
- ↑ Diod. Sic. fragm . I. 29. init.
- ↑ Plutarch. Artaxerx. 3.
- ↑ Clem. Alex. strom. 5. p. 566. C. ed. Colon.
- ↑ Plutarch, de Is. et Osir. p. 354. B. Erläuternd für diese Gebräuche ist ein Gemälde zu Medynet-abou, welches nach Jollois u. Devilliers eine Königsweihe darstellt, und ein Basrelief zu Karnak. Descript. de l’Egypte T. 2. p. 80 u. 467 ed. II.
- ↑ Ich berühre dieß hier nur kurz, so weit es der Zweck der Einleitung erfordert, und ohne bei den Ansichten Anderer zu verweilen. Unter allen Erklärern der Inschrift hat Cousinéry, welcher am meisten und unfreundlichsten abspricht, sich auch am meisten geirrt: so, wenn er Anacleter. zu Alexandrien und eine Inauguration zu Memphis annimmt. Magas. Encycl. p. Mill. 1808. 3 T. bes. p. 87. Bei Polyb. 15, 26. auf welchen er sich bezieht, ist von einem erdichteten Plane des Tlepolemus die Rede, den Thron zu usurpiren, wobei seine Verläumder freilich nicht vorgeben durften, daß es unter Feierlichkeiten in Memphis habe geschehen sollen. S. meine Schedae historicáe, quibus de reb. Ptolem. agitur. Regiomont. 1821. §. 8. und unten die Anm.
- ↑ Nicht bloss in der Inschr. L. 28 u. 45.
- ↑ Obgleich Champoll. Annal. d. Lag. T. 1. p. 347. u. Cousinéry Mag. Enc. 1808. T. 3, p. 86. das Gegentheil behaupten, jener von Ptol. 1. und dieser von Ptol. 2.
- ↑ Diod. Sic. 20, 53. Justin. 15, 2. Appian. Syr. p. 122, ed. H. Steph.
- ↑ Justin 16, 2. Pausan. 1, 6. Schol. zu Thencrit Idyll. 17, 41. Lucian. Macrobii. §. 12. ed. Schmieder.
- ↑ Vgl. Manso Vermischte Schriften, 2ter Th. Lpz. 1801. S. 400 ff.
- ↑ Inschr. v. Ros. L. 4.
- ↑ 18, 38.
- ↑ Polyb. 5, 64.
- ↑ Ders. 18, 37.
- ↑ Hieronym. in Daniel, p. 1128. Polyb. 28, 10.
- ↑ Diod. Sic. fragm. 1, 53. Vol. X. p. 85. ed. Argent.
- ↑ Plutarch. Anton. p. 941. Francof.
- ↑ Polyb. 18, 38.
- ↑ Ebend. 28, 10.
- ↑ Beilage zum liter. Convers. Bl. 1821. No. 103.
- ↑ 4, 87.
- ↑ 2, 102. 106. Vgl. Diod. Sic. 1, 55. welcher nur von heiliger Schrift spricht.
- ↑ 3, 33, 56.
- ↑ Thucyd. 5, 18. 23.
- ↑ Demosth. s. d. Megapol. p. 123. ed. Lutet. Jos. Morisanus Inscriptiones Rheginae, worin de inscript. polyglottis et hybridis, habe ich mir hier nicht verschaffen können. S. Walch Philol. Bibl. T. 1. p. 394.
- ↑ Eckhel doctr. num. vet. V. 1. Prol. p. 93.
- ↑ S. oben §. 4. u. A. zu L. 4.
- ↑ S. oben §. 3.
- ↑ 2, 57 u. 143.
- ↑ 2, 28.
- ↑ 2, 38.
- ↑ 6, 154.
- ↑ In den Comment. Soc. R. Scient. Gotting. Vol. XV. Tom. XV. p. 260–280.
- ↑ Vgl. die Anzeige im Magasin Encyclop. p. Millin. Ann. 9. T. 1. p. 503.
- ↑ Im Mag. Enc. Ann. 8. T. 6. p. 70.
- ↑ Im M. E. Ann. 9. T. 2. p. 174.
- ↑ Das. p. 313.
- ↑ Vgl. die Anzeige im Mag. Enc. 1805. T. 6. p. 28.
- ↑ Im Mag. Enc. 1807. T. 3. p. 106.
- ↑ Das. 1807. T. 5. p. 51.
- ↑ Das. 1808. T. 3. p. 76.
- ↑ Das. 1810. T. 1. p. 285. T. 2. p. 5.
- ↑ Im Classical Journal Vol. X. No. XIX. Sept. 1814. p. 66–79.
- ↑ Mag. Enc. Ann. 8. T. 2. p. 504.
- ↑ Commentat. Soc. philol. Lips. Vol. III. p. 274. seq.
- ↑ Mag. Enc. Ann. 8. T. 1. p. 426. u. Comment. Soc. phil. Lips. Vol. III. p. 165.
- ↑ Mag. Enc. Ann. 8. T. 3. p. 141. u. Museum Criticum. S. hier L. 54. A. 144. Note 94.
- ↑ Giorn. encicl. di Napoli. Marzo 1820. p. 291.
- ↑ Classical Journal Vol XVI. No. XXXII. p. 313. f.
- ↑ S. u. a. L. 54. Anm. 144.
- ↑ Nach dem in London besorgten Fac simile. Unbedeutende Fehler im griech. Text sind ohne Bemerkung verbessert.
- ↑ βασιλευς? L. 2. Anm. 10.
- ↑ ειςπορευομ.
- ↑ Ameilhon. Steph. Weston im Account.
- ↑ Einl. §. 4.
- ↑ 1, 55. Vgl. Polyb. 16, 21. ed. Schweigh. Τληπολεμος – – ἠν γαρ κατα την ἡλικιαν νεος.
- ↑ Diod. Sic. l. c. von Sesostris.
- ↑ Polyb. 18, 38.
- ↑ 8. p. 384. Vgl. Cousinéry im M. Enc. 1808. T. 3. p. 88.
- ↑ Polyb. 29, 8.
- ↑ Ders. 28, 19.
- ↑ Euseb. Chron. p. 176. ed. J. Scal.
- ↑ Dio. Cass. 42. p. 201. ed. Hanov.
- ↑ Heyne: regnante novo.
- ↑ L. 4.
- ↑ Diod. Sic. 1. 44. Euseb. Chron. p. 180. Spanheim de usu et praestant. num. I. 1. p. 436. ed. nov. Lond. u. d. Inschrift auf e. Obelisk zu Philä bei Champollion-Figeac Annal. des Lagides T. II. p. 407. und hier L. 54. A. 144.
- ↑ Plutarch. Anton. p. 941. ed. Francof.
- ↑ Eckhel doctr. num. vet. T. 4. p. 23. Dio Cass. 50. p. 421.
- ↑ in Daniel. p. 1128. ed. Paris.
- ↑ Vgl. die Stellen bei Villoison im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. 339 ff.
- ↑ Chishull Antiquit. asiat. p. 73 seqq. Silvestre de Sacyy Mém. sur l’inscript. d’Adulis, Annales des voyages, XII, 330. Buttmann u. Niebuhr im Museum d. Alterth. Wiss. von Wolf u. Buttm. 2ter B. S. 105 u. 513.
- ↑ Chishull Ant. asiat. p. 50. Vgl. Apollodor. Biblioth. 3. 15. ed. Heyne. Αὐθις δε ᾿Ισμαρου τελευτησαντος – – την βασιλειαν παρελαβε.
- ↑ L. 43. 44.
- ↑ Nouvell. Recherches sur l’époque de la mort d’Alexandre p. 87 ff.
- ↑ Justin. 39, 3.
- ↑ Ders. l. c.
- ↑ Diod. Sic. 1, 47.
- ↑ Ders. 1, 55.
- ↑ Dio Cass. 35, 11. u. 36, 11.
- ↑ Plutarch. Anton. p. 941.
- ↑ Beispiele s. bei Villoison im M. E. Ann. 9. T. 2. p. 184 ff.
- ↑ S. bei Niebuhr a. a. O. was sich dagegen sagen läßt.
- ↑ Einl. §. 2.
- ↑ Liv. 35, 13.
- ↑ Polyb. 5, 34.
- ↑ Ders. 15, 20. Justin. 30, 2.
- ↑ Polyb. 18, 32.
- ↑ Ders. 18, 33. u. 16, 2 ff.
- ↑ Ders. 5, 35.
- ↑ L. 2. Vgl. L. 12. A. 44. u. L. 39. A. 98.
- ↑ L. 15. 18.
- ↑ L. 23.
- ↑ L. 27.
- ↑ Im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. p. 179. 199 u. 202.
- ↑ Chishull Antiq. asiat. p. 51. L. 11 u. 12.
- ↑ L. 29 ff.
- ↑ Herod. 2, 124. – εἰναι ἐν Αἰγυπτῳ πασαν εὐνομιην – και εὐθηνεειν Αἰγυπτον. S. hier L. 12 u. 13. ὁπως – – ἐν εὐθηνιᾳ ὠσιν.
- ↑ Ders. 2, 129.
- ↑ Herod. 2, 124 u. 128. ἐς πασαν κακοτητα ἐλασαι.
- ↑ Nem. 4, 62. Vgl. Villois. im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. p. 202. u. L. 39. A. 99 u. 100.
- ↑ Ammian. Marc. 17, 4. §. 20. ed. Wagner et Erfurdt. Nach J. Marsham der Lateran-, nach J. Bailey der Flaminische Obelisk. Siehe Classical Journal Vol. XVI. No. XXXII. p. 318. u. hier L. 54. A. 144.
- ↑ S. Villoison im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. p. 181.
- ↑ Attalus 2. Vgl. Chishull Ant. Asiat. Monum. Attal. p. 146.
- ↑ p. 108.
- ↑ Pahlin p. 22 ff.
- ↑ 1, 35.
- ↑ L. 11.
- ↑ L. 13.
- ↑ Strabo 17. 806.
- ↑ 2, 82. Μεις τε και ἡμερη ἑκαστη θεων ὁτεν ἐστι.
- ↑ Herod. 2, 13. Horap. Hieroglyph. 1, 34. 2, 57. Ovid. Met. 15. v. 392. Tacit. Annal. 6, 28. Lactant. carmen de Phoenice. Vgl. Des-Vignoles Chronol. de l’histoire Sainte II. p. 672.
- ↑ Ammian. Marc. a. a. O.
- ↑ Commentar zu German. Uebersetz. d. Phaenom. des Arat. ed. Buhle. T. 2. p. 71. ed. Paris. p. 126.
- ↑ Geminus Isagoge in Petav. Uranolog. p. 19.
- ↑ L. 44.
- ↑ Myster. Sect. 8. c. 3. Die Hemisphären, 4 Theile und 12 Zeichen des Zodiacus und die 36 Decane. S. Gale bei d. St.
- ↑ Jamblich. Myst. Sect. 5. c. 8.
- ↑ Comment. Soc. reg. Scient. Gotting. Vol. XV. p. 275. Die Wiederholung in Vogel Versuch über die Relig. d. alten Aegypt. u. Griechen S. 113. Vgl. Classic. Journal. Vol. X. No. XIX. p. 74. u. Millin Mag. Encycl. Année 8. T. 4. p. 394.
- ↑ 2, 145. 156. Hirt Bildung d. ägypt. Gottheiten. S. 7 u. 8 zählt überhaupt nur 17 Götter; zu den 8 der ersten Classe kamen 4 durch Zeugung hinzu, und aus diesen 12 bestand die zweite. Der unsichere Syncellus fand in einer Chronik 50 Dynastien erwähnt, welche in einer Zeit von 36,525 Jahren nach Helios regierten, 25 Hundssternperioden, wie er hinzufügt, oder 25 mal 1461 Jahre. Chronograph. p. 51. 52.
- ↑ Im Account of the Rosetta stone p. 15 u. 21, wo thirty days wohl nur durch ein Versehen gesetzt ist. Vgl. Class. Journal a. a. O.
- ↑ Is. et Osir. 355. D. E. Vgl. Diod. Sic. 1, 13.
- ↑ Analyse de l’inscription etc. p. 25. 26.
- ↑ S. Ideler Histor. Untersuch. S. 85 u. 87. u. Classic. J. a. a. O. p. 70.
- ↑ Antwort auf eine Anfrage des Ameilhon in dessen Eclaircissemens p. 28.
- ↑ Im Classical Journal a. a. O. unterz. Norwich. S.
- ↑ Chronograph. p. 51. Paris. Θεων βασιλεια κατα παλαιον χρονικον· Ἡφαιστου χρονος οὐκ ἐστιν· δια το νυκτος και ἡμερας φαινειν. Ἡλιος Ἡφαιστου ἐβασιλευσεν ἐτων μυριαδας τρεις. ἐπειτα Κρονος, φησι, και οἱ λοιποι παντες θεοι δωδεκα ἐβασιλευον κ. τ. λ.
- ↑ S. Champoll. Annal. des Lagid. 2, 114 u. d. Einwürfe des S. Martin in Nouvell. Recherch. p. 77.
- ↑ L. 4. 8. 9. 37. 49.
- ↑ L. 6. 46. 50.
- ↑ Welche Selbstüberwindung es kosten mochte, erhellt unter andern aus Herodot. 2, 41: Kein Aegyptier und keine Aegyptierinn würde sich entschliessen, den Mund eines Griechen zu küssen, oder sich seines Messers, Bratspiesses oder Kessels zu bedienen, oder Fleisch von einem reinen Stiere zu essen, welches mit dem Messer eines Griechen zerschnitten ist. Vgl. 1 Mos. 43, 32.
- ↑ L. 3.
- ↑ 2, 42.
- ↑ Die den Aegyptiern aufgedrungenen griechischen Namen werden hier beibehalten, weil die Inschrift sie gebraucht, und es dadurch nöthig macht.
- ↑ Herodot. 2, 3. 99. 101. 112. 121. 176. 3, 37.
- ↑ Herod. 1, 182. 2, 42. Plutarch. Is. et Osir. p. 354. C.
- ↑ Herodot. 2, 59.
- ↑ L. 51.
- ↑ L. 54.
- ↑ L. 49.
- ↑ L. 7. u. A. 37. daselbst L. 36.
- ↑ L. 17.
- ↑ So wird unten Mnevis neben Apis genannt. L. 31. A. 81. Vgl. L. 41. A. 108.
- ↑ Pausan. 1, 9. Vgl. Homer. Iliad. 9. 382.
- ↑ Herodot. 2, 3. Porphyr. vit. Pythagor. p. 183. ed. Cantabr.
- ↑ Porphyr. a. a. O.
- ↑ Lettre au G. Chaptal p. 22 ff. S. Te Water zu Jablonski opusc. T. 1. p. 382. not. n.
- ↑ p. 27 u. 28.
- ↑ p. 31.
- ↑ S. Te Water a. a. O. u. vgl. Hug Untersuch. über d. Mythos u. s. w. S. 182 ff.
- ↑ de natura deor. 3, 22.
- ↑ v. Φθας.
- ↑ Jamblich. Myster. sect. 8. c. 3. Porphyr. in Euseb. Praep. Evang. 3, 11.
- ↑ Cic. de natura deor. 3, 21.
- ↑ Cic. a. a. O.
- ↑ Suidas v. Ἡλιος.
- ↑ Clem. Alex. strom. 5. p. 566. ed. Colon.
- ↑ L. 3.
- ↑ Ammian. Marc. 17, 4. §. 21. Vgl. Anm. 11.
- ↑ Syncell. p. 51.
- ↑ 2, 4. 46. 145. Vgl. Hirt über die Bild. d. ägypt. Gotth. S. 16.
- ↑ Herodot. 2, 46. 145.
- ↑ Diod. Sic. 1, 13. Amm. Marc. 17, 4. §. 22.
- ↑ Diod. Sic. a. a. O.
- ↑ L. 6. 9. 11. 15. 16 u. s. f.
- ↑ Schlichtegroll. Hug Untersuch. p. 185.
- ↑ S. d. folg. Anm. Auch L. 53. wird Epiph. bloß König genannt, ohne Zweifel in demselben Sinne, wie hier. Das vorhergehende ευχαριστον steht dort für sich, wie in der ganzen Inschrift.
- ↑ Eine Beziehung auf das Todtenreich, welche Hirt, Bildung d. ägypt. Gotth. S. 19. anzunehmen geneigt ist, möchte hier wegen der Vergleichung mit Ptolemäus nicht zulässig sein.
- ↑ 2, 146.
- ↑ In d. ang. Schrift S. 16 u. 17.
- ↑ Herodot. 2, 50.
- ↑ 2, 144.
- ↑ Herod. 7, 37.
- ↑ Cic. de nat. deor. 3, 21. Syncell. p. 51.
- ↑ Suidas v. Ἡλιος.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 13.
- ↑ Is. et Osir. p. 372.
- ↑ de musica c. 47. πρεςβυτατος βασιλευς παντων Ὀσιρις.
- ↑ L. 3.
- ↑ Ameilhon p. 29 u. 100. Hug Untersuch. S. 185.
- ↑ L. 7. 36. 46. 50.
- ↑ de Josepho p. 540. E. ed. Paris. Μετα διετη χρονον τῳ βασιλει τα μελλοντα τῃ χωρᾳ συμβαινειν etc. von Pharao’s Traume. u. Vita Mos. 677. C. Μιμημα του κατα την χωραν ἱερωτατον ζωον. Strabo 17, p. 787. Ἡ δε χωρα την μεν πρωτην διαιρεσιν εἰς νομους ἒςχε.
- ↑ Aristid. Aegypt. T. II. p. 335. 339. 347. Oxon.
- ↑ 17. p. 799.
- ↑ Aethiop. 9. p. 456. Lugd.
- ↑ 2. 8.
- ↑ 2. 4.
- ↑ In einer Inschrift an den Ruinen eines Tempels in Apollinopolis Parva, welche in die Zeit der Ptolemäer gehört, wird Helios θεος μεγιστος genannt. Denon Voyage pl. 80. Text. p. 269.
- ↑ Hirt Versuch über den allmählichen Anbau u. Wasserbau des alten Aegyptens.
- ↑ Antiquit. Jud. 12, 3. §. 3.
- ↑ 29, 1. 30, 1.
- ↑ Polyb. 5, 34. 36.
- ↑ Plin. H. N. 7, 56.
- ↑ J. Scalig zu Euseb. Chron. No. 1797. mit der Berichtigung durch Reiz zu Lucian. T. III. Calumn. §. 2.
- ↑ L. 4. 9. 37. 41.
- ↑ Vaillant Histor. Ptolem. p. 69. Eckhel doctr. num. Vol. 4. p. 15.
- ↑ Böckh Erklärung einer ägypt. Urkunde auf Papyrus. S. 4.
- ↑ Denon Voyage Pl. 80.
- ↑ Justin. 30, 1. 2.
- ↑ Liv. 27, 4.
- ↑ L. 5, 9. 41.
- ↑ Eckhel a. a. O.
- ↑ 5, 83. 15, 33. Vgl. 3 Maccab. 1, 1 u. 3.
- ↑ Polyb. 15, 33. Justin. 30, 1.
- ↑ L. 9. 41.
- ↑ Chishull Antiquit. Asiat. p. 88.
- ↑ p. 30. 31.
- ↑ Ammian. Marcell. 17, 4. §. 18 u. 23.
- ↑ Magas. Encycl. Ann. 9. T. 2. p. 320 ff.
- ↑ L. 4. 9. 37.
- ↑ L. 8. 44.
- ↑ Hesychias v. Δοκιμασια, ἡ ἐξετασις των ἀρχοντων. Pollux Onomastic. 8, 6. p. 387. Francos. Δοκιμασια δε τοις ἀρχουσιν ἐπηγγειλετο – – – εἰτ’ ἐπιτηδειοι εἰσιν ἀρχειν, εἰτε και μη. Vgl. Suid. v. Δοκιμαςθεις.
- ↑ Pollux Onom. 3, 10. Ἀργυριον δοκιμον.
- ↑ Vgl. L. 2. Anm. 6. L. 3. A. 11. und L. 39. A. 100.
- ↑ Einl. §. 2 u. 3.
- ↑ Account of the Ros. ston p. 43.
- ↑ Natur. Animal. 7, 44.
- ↑ de solert. Animal. p 972. B.
- ↑ 5, 82 ff.
- ↑ Diod. Sic. 17, 72.
- ↑ Plin. H. N. 8, 1. Aelian. Nat. Anim. 4, 10. 5, 49. 7, 44.
- ↑ Herodot. 2, 42. Plutarch. IS. et. Osir. p. 354. C.
- ↑ Pantheon Aeg. L. 2. c. 2. p. 182 seqq.
- ↑ L’Egypte s. l. Phar. 1. p. 217.
- ↑ Euseb. Praep. Ev. 3, 11.
- ↑ de Myster. sect. 8. c. 3. Ὁ γαρ δημιουργικος νους, και της ἀληθειας προστατης – – – Ἁμων κατα την των Αἰγυπτιων γλωσσαν λεγεται.
- ↑ Nachweisung der Monumente, wo er im ägyptischen und griech. Geschmacke erscheint, s. bei Hirt Bildung der ägypt. Gotth. S. 13 ff.
- ↑ Saturnal. 1, 21. p. 329. ed. Zeune.
- ↑ Nach Theon das erste unter den Zeichen des Thierkreises bei den Aegypt. S. Jablonski Panth. 2, 2. p. 168. und Hug über die Jahreszeiten in Aegypt. in seinen Untersuchungen S. 50.
- ↑ L. 2. Anm. 7.
- ↑ L. 2. A. 6. Plutarch. Is. et Osir. 360. E.
- ↑ L. 3. A. 11 u. 14.
- ↑ Athen. Deipn. 6. p. 250. F.
- ↑ Ders. 6. p. 251. C.
- ↑ Plutarch Is. et Osir. p. 360. C. Vgl. Combe im Account on the Ros. stone p. 44.
- ↑ Athen. 6. p. 253. D. E.
- ↑ Plutarch. a. a. O. Ὁθεν Ἀντιγονος ὁ γερων, Ἑρμοδοτου τινος ἐν ποιημασιν αὐτου ἡλιου παιδα και θεον ἀναγορευοντος, Οὐ τοιαυτα μοι (εἰπεν) ὁ λασανοφορος συνοιδεν.
- ↑ Ammian. Marc. 17, 4. §. 18. 20.
- ↑ Diod. Sic. 5, 57.
- ↑ Nach Zoega’s Vermuthung hiess er Phre. De orig. et usu obelisc. p. 159. not. 8. Vgl. Jablonski Panth. lib. 2, c. 1. p. 138.
- ↑ Hirt Bildung der ägypt. Gotth. S. 19 u. 46. wo die vorzüglichsten Monumente dieser Art angegeben werden.
- ↑ L. 3. Anm. 13.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. p. 355 F. Εἰναι δε τον Ὀσιριν ἐξ Ἡλιου και του Ἀρουριν· und kurz zuvor: – – Ἀρουριν – ὁν και πρεςβυτερον Ὡρον ἐνιοι καλουσι.
- ↑ Vgl. L. 8. 9. 37. 38. 49.
- ↑ Ammian. Marcell. 17. 4. §. 18. 20.
- ↑ Aelian. V. H. 1, 32.
- ↑ S. Villoison im Mag. Encycl. Ann. 9. T. 2. p. 184 ff. Und die Recension in d. Götting. Anzeigen 1803. St. 190. wo αἰωνοβιος auf die Fortdauer nach dem Tode gedeutet wird, welche mit der Erhaltung des Körpers verbunden war. –
- ↑ Vgl. L. 2. A. 9. u. L. 3. A. 13.
- ↑ L. 8. 9. 37. 49.
- ↑ Jablonski Panth. L. 1. c. 2. p. 50. und die dort mitgetheilte Stelle aus La Croze.
- ↑ S. de Sacy Lettre au C. Chaptal au sujet de l’inscription etc. S. Te Water in d. Anm. n. zu Jablonski Opusc. 1. p. 382. Champoll. l’Egypte s. l. Phar. 1. p. 87 u. 94.
- ↑ Sickler Auflösungs- und Erklärungs-Versuch der 10 hieroglyphischen Gemälde auf einem ägyptischen Mumien-Kasten u. s. w. in Oken Isis 1821. 1. Heft, und Sickler: Thoth, Hildburghausen 1819. S. dagegen F. A. Spohn in Böttiger Amalthea 1. B. p. 77 ff. u. Paulus Anzeige von Sicklers Schrift: Homers Hymnus an Demeter, in d. Heidelb. Jahrb. 1821. No. 35 ff. Möchte jeder Versuch, da Licht zu schaffen, wo Alle es noch bedürfen und vermissen, mit Wohlwollen aufgenommen werden! Bestreitung und Widerlegung ist ja gar wohl damit vereinbar.
- ↑ Bildung der ägypt. Gotth. S. 16.
- ↑ Einl. §. 4.
- ↑ L. 6. A. 31.
- ↑ Böckh Erklärung einer ägyptischen Urkunde auf Papyrus S. 4. 7. 8.
- ↑ Champ. F. Annal. des Lagides T. 2. p. 367 u. planche 1. Fig. 3. Anders erklärt Eckhel doctr. num. T. 4. p. 24.
- ↑ Mag. Encycl. 1808. T. 3. p. 77. 97. 98.
- ↑ Einleit. §. 3.
- ↑ 23, 16.
- ↑ L. 46. A. 123.
- ↑ L. 1. A. 2.
- ↑ Commentat. Soc. r. s. gotting. Vol. XV. T. XV. p. 968 n.
- ↑ p. 121.
- ↑ p. 10.
- ↑ Böckh S. 4 u. 13: ἐφ’ ἱερεας του ὀντος ἐν Ἀλεξάνδρειᾳ. S. L. 51. A. 135.
- ↑ Heyne. Weston. Villoison.
- ↑ Ameilhon. (Pahlin). Schlichtegroll.
- ↑ Champoll. F. Annales d. Lag. T. 2. p. 407. Ἀπολλοδωρος Ἀετου.
- ↑ Heyne: Sacerdote Aquila, Aquilae filio.
- ↑ p. 276. Vgl. die Anzeige seiner Schrift im Mag. Encycl. Ann. 8. T. 4. p. 595. u. Commentar. Soc. philol. Lips. Vol. III. p. 166: nomen symbolicum, summum pontificem indicans.
- ↑ de abstin. 4, §. 16. Vgl. Villoison im Mag. E. Ann. 8. T. 6. p. 78.
- ↑ L’Egypte s. l. Phar. 1. p. 132.
- ↑ Champoll. a. a. O.
- ↑ S. Champ. a. a. O. und Wesseling zu Diod. Sic. 1. 19.
- ↑ Aelian. Nat. Anim. 7, 45: Ἐχαιρε μεν ἀκουων Ἂετος ἑ Ἠπειρωτης πυῤῥος.
- ↑ Herodot. 3, 28.
- ↑ L. 5.
- ↑ S. Cuper Harpocrat. p. 137.
- ↑ Vgl. oben not. 12.
- ↑ L. 6. 7.
- ↑ Böckh S. 4. 9.
- ↑ Examen critique des anciens Historiens. II. edit. p. 521.
- ↑ Histor. Rom. Praefat. p. 8. ed, Amstelod.
- ↑ 9, 8.
- ↑ S. Meine Schedae historicae, quibus de rebus Ptolemaeorum agitur, dissert. Regiom. MDCCCXXI. §. 5.
- ↑ Pausan. 10, 7. §. 3.
- ↑ Ders. 6, 3. §. 5.
- ↑ Hymn. in Delum. v. 165–168.
- ↑ Aelian. V. H. 12, 64. Pausan. 1, 6. §. 3.
- ↑ Pausan. a. a. O. u. 1, 7. §. 1.
- ↑ Achill. Tat. 3, 1. Vgl. Bonamy descript. de la ville d’Alex.
- ↑ Strabo 17. 794: σωμα.
- ↑ Sueton. Octav. 18. Casaub.
- ↑ Lucan. Pharsal. 10, 22. Vgl. Dio Cass. 51, p. 454. Hanov.
- ↑ 17, 796. S. Casaub. b. d. St. u. Champoll. F. Annal. d. Lagid. T. 2. p. 212. n. 1.
- ↑ Lucian. Dial. Mort. 13. §. 3. T. 1. Amstelod.
- ↑ L. 37 u. 38.
- ↑ Cic. in Verr. II. 63.
- ↑ Philipp. 3, 20. Vgl. Chishull Antiquit. asiat. p. 58.
- ↑ Pausan. 1, 8. §. 6.
- ↑ Drs. 1, 7. §. 1.
- ↑ A. a. O.
- ↑ Annal. d. Lag. 2. p. 19.
- ↑ Chron. p. 226. ed. J. Scal.
- ↑ Annal. d. Lag. 2. 410.
- ↑ Champ. das. 2, 407.
- ↑ Vaillant Hist. Ptol. p. 43. Eckhel doctr. num. Vol. 4. p. 12.
- ↑ L. 5.
- ↑ Böckh S. 13.
- ↑ Inschr. v. Ros. L. 4 u. 38. Inschr. v. Adule im Anf. Urkunde auf Papyr. Böckh p. 4. Vaill. H. Ptol. p. 40. (Vgl. Buttmann im Museum d. Alterth. Wiss. v. Wolf u. B. 2. B. S. 119). Eckhel doctr. num. Vol. 4. p. 8. 9.
- ↑ Champ. F. Annal. d. Lag. 1. 208.
- ↑ p. 28. Vgl. Eckhel a. a. O. p. 12.
- ↑ Justin. 24, 2. 3.
- ↑ Chronol. Vet. T. p. 579. Opp. select.
- ↑ Athen. 14. p. 620.
- ↑ Theocrit. Idyll. 15. ed. Valckenaer u. dessen A. Man begieng diese Feier noch im Anfange des fünften Jahrh. n. Chr. Cyrill. Alex. Op. II. p. 275. Vgl. Bion. Idyll. 1. Ovid. Metam. 10. 708 seqq. u. Combe im Account of the Ros. stone. p. 45.
- ↑ Γαμοι ἀνοσιοι. Aristoph. Ran. 874. Arnob. adv. gent. lib. 8. p. 325. ed. Basil. kann durch die Zusammenstellung Aegyptiis et Athenis cum sororibus legitima connubia nicht irre führen.
- ↑ Pausan. 1, 7. §. 1. Philo de legib. special. p. 779. E. Paris.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 27. u. nach Diodor. Euseb. Praep. Ev. 2. c. 1. p. 48. D. Paris. Den ägypt. Frauen wurde noch ärgeres vorgeworfen. Herodot. 2, 46. u. mit Beziehung auf Pindar’s αἰγιβατοι ὁθι τραγοι γυναιξι μισγονται. Strabo. 17. 802. Aelian. Nat. An. 7, 19 u. a.
- ↑ Montfauc. Antiq. expliq. T. 2. Part. 2. Pl. 128, p. 313.
- ↑ Champoll. F. Annal. d. Lagid. 1. 150. Böckh Urk. auf Papyr. S. 12.
- ↑ Thesaur. Brandenb. III. p. 32.
- ↑ Antiq. Asiat. p. 84.
- ↑ Ad Idyll. 17. 128. Και εἰςεποιησατο (Πτολεμαιος) αὐτο τους ἐκ της προτερας Ἀρσινοης γεννηθεντας παιδας.
- ↑ In Daniel. p. 1123. Paris. Monum. Adulit. in Chish. Antiq. Asiat. p. 79. 80.
- ↑ Is. et Osir. p. 368 A. Vgl. Diod. Sic. 1, 17.
- ↑ Is. et Osir. 355. A. 375. D. 372. D.
- ↑ Die Eltern der B. werden von mehrern alten Schriftstellern unrichtig genannt, z. B. von Hygin. poet. astronom. 2, 24. Ptolemäus und Arsinoe. S. L. 5. A. 28.
- ↑ S. K. 5. A. 28.
- ↑ Polyb. 5, 36. 15, 25. Plutarch. Cleomen. 33. Zenob. Proverb. Cent. 3, 94.
- ↑ L. 5.
- ↑ Cataster. 12.
- ↑ Im Mag. Encycl. Ann. 8. T. 6. p. 82.
- ↑ Doctr. num. Vol. 4. p. 14.
- ↑ L. 3. A. 12.
- ↑ L. 38. A. 97. Ueber die verschiedenen Sagen von Sarapis bemerkt Origenes: (contr. Celsum p. 257. Cantabrig.) seine Statue sei auf Veranstaltung eines Ptol. nach Aegypten gebracht, βουληθεντος οἱονει ἐπιφανει δειξαι τοις ἐν Ἀλεχανδρεια θεων.
- ↑ de Josepho 543. E.
- ↑ 2, 19. §. 3.
- ↑ 17, 65. extr.
- ↑ L. 46.
- ↑ Ovid. Trist. 2. v. 54. Vgl. Horat. Od. 1. 35. init.
- ↑ Jamblich. Myster. Sect. 7. c. 5. Diod. Sic. 1, 88.
- ↑ Dionys. Halic. 2, 63.
- ↑ Diod. Sic. 1, 20 u. 25. S. Wessel. b. d. St. u. Is. Casaub. zu Athen. 12. 542.
- ↑ L. 5. 8. 9. 37. 38. 41. 42. 49. 51. 53.
- ↑ L. 15. besond. 16.
- ↑ L. 31. 52.
- ↑ L. 38.
- ↑ Cousinery, welcher ohne allen Grund auch bei Ptolemäus 5. eine Deification und Apotheose unterscheidet, lässt Ptolemäus wegen seiner Abstammung von Hercules von göttlichem Geschlechte sein. Daran dachten die Priester ohnerachtet des Hercules in d. Inschr. v. Adule wohl am wenigsten. Magas. Encycl. Ann. 1807. T. 3. p. 132. Vgl. L. 46. A. 121.
- ↑ Athen. D. 6. p. 253. E. Dagegen sagt Here drohend bei Homer. Iliad. 20. 125 ff.: (vgl. Aelian. N. A. 11, 171) alle Götter werden vom Olymp herabkommen, an der Schlacht zwischen den Griechen und Troern Theil zu nehmen, und fügt hinzu:
– Ἀχιλευς – – – – – – –
δεισετ’ ἐπειθ’ ὁτε κεν τις ἐναντιβιον θεος ἐλθῃ
ἒν πολεμῳ· χαλεποι δε θεοι φαινεςθαι ἐναργεις.
- ↑ Pollux Onomast. 5. c. 32. φιλοδωρος και εὐχαρις. Cato bei Priscian. I. g. c. 1. in einer Rede: de Ptolemaeo, rego optimo, beneficissimo.
- ↑ Polyb. 10, 5. – ὑπαρχων εὐεργετικος και μεγαλοδωρ. (Scipio).
- ↑ 18, 28. Δια το της ψυχης εὐχαριστον. Wesseling verweist bei dieser Stelle auch auf Paul. ad Coloss. 3, 15. u. Joseph. Ant. Jud. 16, 6. §. 2.
- ↑ L. 9. u. d. Ausführung bis L. 36.
- ↑ Jamblich. Myster. sect. 6. c. 6. init.
- ↑ S. A. 26. n. 2.
- ↑ Annal. d. Lagid. 2, 116 ff. 160.
- ↑ Champoll. F. das. p. 405. aus einer Inschr. zu Antäopolis: Θεων ἐπιφανων και εὐχαριστων.
- ↑ Champ. das. p. 407 θεων ἐπιφανων Ἀπολλοδωρος κ. τ. λ.
- ↑ Im Mag. Encycl. Ann. 8. T 6. p. 70 ff. Er zog Athlophor. anfangs zu Berenice, dann aber (Magas. Enc. das. p. 378. u. Ann. 9. T. 2. p. 193) wie Weston zu Epiphanes.
- ↑ Account of the Ros. stone p. 15.
- ↑ Athen. 5, 203.
- ↑ Verlangt man Autorität, so haben Heyne p. 268. Ameilhon p. 108. Champollion F. 1. 233. und Böckh eben so abgetheilt, wie es hier geschehen ist, der letzte in der Urkunde auf Papyrus S. 13. wo die Worte: Ἀθλοφορου βερενικης εὐεργετιδος, Κανηφορου ἀρσινοης φιλαδελφου ebenfalls vorkommen. S. auch Jomard in Descript. de l’Egypte T. 1. p. 195. n. 1. ed. II.
- ↑ Pausan. 1, 6, 7. Plutarch. Pyrrhus, p. 385.
- ↑ Pausan. 1, 7. §. 3.
- ↑ 66. 25 seqq.
- ↑ Im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. p. 349.
- ↑ p. 36.
- ↑ Hygin. Poet. astron. 2, 24.
- ↑ Pausan. 5, 6. §. 5. Sueton. Nero. 12. S. Valckenaer zu Theocrit. Idyll. 15. p. 197. seiner Ausgabe. Obgleich nirgends gesagt wird, dass B. zu Olympia gesiegt habe, so darf man doch bei der Nachricht Hygins und dieser Benennung der Priesterinn der B. nicht daran zweifeln. Zur Gewissheit wird es dadurch, dass die Griechen von Ptol. 1. Zeiten an alles aufboten, sich die Gunst der Lagiden zu erwerben, insbesondere durch Ehrenbezeugungen, wie viele Beispiele beweisen. So wird man es benutzt haben, wenn B. Pferde nach Olympia schickte. [89] Daher kann ich nicht mit Herrn P. Böckh (Urk. auf Papyr. S. 14.) die Athlophore für die Trägerinn und Spenderinn des Kampfpreises in Spielen halten, welche B. geweiht waren; wir haben kein Zeugniss dafür, und nicht mit Combe (im Account of the Ros. ston. p. 45.) nach Theocrit. Idyll. 15. 96. annehmen, Pyrrha habe einen von Berenice für das Adonis-Fest bestimmten Preis im Singen davon getragen, und heisse deshalb Athlophore. Dann würde sie sehr uneigentlich Athloph. der B. genannt, und sie selbst sollte nicht geehrt werden, sondern die Königinn in einer ehrenvollen Beziehung vorstellen. S. L. 4. A. 23.
- ↑ Pausan. 1, 8. §. 6. u. 9, 31. §. l. Vgl. L. 4. A. 23.
- ↑ Liban. Ἀντιοχιχος. s. orat. XI. Vol. 1. p. 306. ed. Reisk.
- ↑ Plin. H. N. 34, 42.
- ↑ Athen. 7, 318.
- ↑ S. die von Combe im Account of the Ros. stone p. 45 ff. angef. Schriftst.
- ↑ Athen. 11. 495. – Ueber die Canephorie s. Panelius. de cistophoris. bes. p. 14 seqq.
- ↑ L. 4. u. 37. 38.
- ↑ L. 4. A. 24. und Combe im Account etc. p. 44. welcher glaubt, der Rang der Priesterinnen habe die Ordnung bestimmt, in welcher die Königinnen hier genannt werden.
- ↑ L. 3. A. 12.
- ↑ Im Account etc. p. 47.
- ↑ L. 4. A. 20.
- ↑ Diod. Sic. fragm. I. 33. Vol. X. p. 83. ed. Argent. und Joseph. contra Apionem I. 2. p. 473. ed. Havercamp. (graec. defic.)
- ↑ Clem. Alex. strom. 1. p. 320. C. ed. Colon. und aus diesem Euseb. Praep. Evang. 10. c. 11. p. 493. D. ed. Paris.
- ↑ Clem. Alex. Admon. ad gent. p. 29. C.
- ↑ 2, 35. Vgl. Jomard in Descript. de l’Egypte T. 1. p. 194 u. 193. ed. II.
- ↑ 2, 54.
- ↑ 2, 171.
- ↑ Satyr. 6. v. 448.
- ↑ Satyr. 5. v. 186.
- ↑ Recueil d’antiq. T. 3. p. 37. u. 38. Vgl. Schmidt de sacerdot. Aeg. p. 89.
- ↑ Herodot. 2, 65.
- ↑ Ders. 2, 48. 60 ff. Das Genauere s. in A. 110. zu L. 42.
- ↑ Athen. 5. p. 198. Auch in d. Urkunde auf Papyrus von 104 v. Chr. werden mit Beziehung auf die Ptolem. Priesterinnen erwähnt. Ausg. v. Böckh. S. 15. 16.
- ↑ L. 2. A. 9.
- ↑ L. 46. u. 50.
- ↑ Annales des Lagides 1. p. 92.
- ↑ Das. 1. p. 353. 354.
- ↑ Nouvell. Recherch. p. 76.
- ↑ In der Urkunde auf Papyrus von 104 v. Chr. wird nach dein fünften ägyptischen Monate Tybi datirt. Böckh S. 15. u. 17.
- ↑ Villoifon im Mag. Enc. Ann. 9. T. 2. p. 194. u. 332. Sturz de dial. Maced. p. 31. 32. 49. und die daselbst p. 48. genannten Schriften über den maced. Kalender. S. auch Ideler Histor. Untersuch. S. 227 ff.
- ↑ S. L. 3. A. 39. u. L. 46. A. 124.
- ↑ Sehr verschiedene Ableitungen des Wortes s. bei Gatterer: (Theogon. Aeg. in Comment. Soc. reg. scient. Gotting. Vol. VI[. p. 55. Praefixum μ, quod legi potest με vel μα, vel etiam αμ., admonet adjectivum esse nomen hoc, derivatum a vocabulo χερα, quod vomerem significat. Incidunt nempe in signum hoc tempora , quibus Aegyptii orare ac serete solent.) und Jablonski: (Opus, t. p. 145. ed. Te Water. In Aegypto mense Mechir solebant navigationes et itinera maritima redauspicari. – Pars prior vocis significat plenus, chir est vicus vel platea urbis; Mechir itaque mensis, quo vici rursus frequentari incipiunt. Doch wolle er nicht entscheiden.)
- ↑ L. 4.
- ↑ Einleit. §. 2. u. 4.
- ↑ Annal. des Lagid. 2. p. 112. Epiphanes gekrönt 27. März 196 vor u. Aere, im 9 Mon. des 4, J. der 145. Olymp., im 6ten des 551sten des Nabonassar. Vgl. p. 82.
- ↑ Vol X. No. ΧIΧ. p. 69 f.
- ↑ S. die Concordanz bei Champoll. a. a. O. Band 2. Anhang F. und hier L. 2. A. 3.
- ↑ L. 1. A. 2.
- ↑ Nouvell. Recherch. p. 85. u. 91. Vgl. dessen Observat. sur un opuscule de M. Champoll-Figeac. p. 39.
- ↑ Bei den ungenügenden Nachrichten der Alten über die ägypt. Priester war es auch einem Jablonski, Schmidt, Cuper, van Dule, Nicolai, Zoega und andern nicht möglich, volles Licht zu gewinnen; die Gestalten fliessen in einander, besonders bei der Bestimmung der priesterlichen Verrichtungen. Die Inschr. v. Ros., auf welche ich mich in meinen Bemerkungen beschränke, giebt manchen Aufschluss über diesen Gegenstand; sie macht es aber auch sehr fühlbar, wie unsicher und trübe die Quellen sind.
- ↑ Diod. Sic. 1, 71. 72. 3, 5.
- ↑ L. 17. S. A. 55. z. d. St.
- ↑ Diod. Sic. 1, 75.
- ↑ Herodot. 2, 57.
- ↑ Diod. Sic. a. a. O. Vgl. Herod. a. a. O. u. Aelian. Nat. Anim. 11, 10. ed. Schneider.
- ↑ Herodot. 2, 40.
- ↑ So sagt Herodot 2, 37. zwar im Allgemeinen, weil es ihm nach dem Zuammenhange hier nicht auf genauere Bestimmungen ankam, von den Priestern: διδοται δε σφι και οἰνος ἀμπελινος; aber nicht alle tranken Wein. Porphyrius: (de abstin. 4. §. 6.) Οἰνου γαρ οἱ μεν οὐδ’ ὁλως, οἱ δε ὀλιγιστα ἐγενοντο. Plutarch: (Ιs. et Osir. p. 555 Α. Β.) Οἰνον δε οἱ μεν ἐν Ἡλιου πολει θεραπευοντες τον θεον, οὐκ εἰςφερουσι το παραπαν εἰς το ἱερον. Im Heliodor (Aethiop. 3. 150.) wird gefragt, warum Calasiris keinen Wein trinke, und es erfolgt die Antwort: Μεμφιτης ἐστιν – και προφητης της Ισιδος. Eben so genoss man bei einigen Tempeln Oel, bei andern nicht, wie Porphyrius sagt (a. a. O.).
- ↑ L. 6. 7. Clem. Alex. strom. 6. p. 633 seq. Porphyr. de abstin. 4. §. 8. Synes. de provid. p. 65 u. a.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 6. Diod. Sic. 3, 3.
- ↑ Porphyr, a. a. O. Gruter. Inscript. antiquae p. 314. 2. Ἡ ἱερα ταξις των παιανιστων.
- ↑ Heliodor. Aethiop. 3. p. 157. ed. Lugd. προφητικον γενος. Synes. Encom. Calvit. p. 50. ed. Turneb. τα προφητικα χενη.
- ↑ Appul. Metam. 11. p. 773. ed. Oudend. Vgl. Amm. Marc. 22, 14. §. 8. Cumque initiante antistitum numero centum, inductus in thalamum esse coeperit sacer (Apis) etc. Antist. kann hier nur Priester bezeichnen.
- ↑ Clem. Alex. strom. 1. p. 303. C.
- ↑ Herod. 2, 37. 142. u. 143. Vgl. d. Relief bei Montfaue, oben L. 4. A. 23. not.
- ↑ Strom. 6, 634. A.
- ↑ 1, 70.
- ↑ Strom. 6, 634. A.
- ↑ Strom. 1, 305. A. Vgl. Porphyr. de abstin. 4. §. S. und Jamblich. de Myster. Sect. 1. c. 1.
- ↑ Aethiop. 3. p. 157.
- ↑ Aegypt. T. 3. p. 23. ed. Oxon.
- ↑ Adv. haeres. l. 3. p. 1094. A. ed. Paris.
- ↑ De provid. p. 65.
- ↑ Panth. Proleg. p. 91.
- ↑ de Sacerd. Aeg. p. 106 seqq.
- ↑ Bei Syncell. p. 32. nennt lieh Manetho ἀρχιερεα και γραμματεα κ. τ. λ. welches leichter irre führen könnte. S L. 7. A. 36.
- ↑ Eclairciss. p. 40.
- ↑ Strom. 6, 634. A.
- ↑ Montf. Ant. Expl. T. 2. P. 2. pl. 116. 1. Pitture d’Ercolano T. 2. Tav. 60. Vgl. Schmidt de sac. Aegypt. p. 124 seqq.
- ↑ de architect. 1. g. praefat.
- ↑ Metam. 11. p. 777.
- ↑ Is. et Osir. 365. B.
- ↑ Hieroglyph. 1, 21. ed. de Pauw.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 363. D.
- ↑ Heliodor. Aethiop. 9. p. 435. Θεοπλαστουσι τον Νειλον Αἰγυπτιοι, και κρειττονων τον μεγιστον ἀγουσιν, ἀντιμιμου οὐρανον τον ποταμον σεμνηγορουντες – – και ταυτη μεν ὁ πολυς λεως – – προς δε του μυστας, Ἰσιν την γην, και Ὀσιριν τον Νειλον καταγγελλονσι κ. τ. λ. Vgl. Athen. 5. p. 203. D. Αἰγυπτιε Ζευ Νειλε, aus d. Dichter Parmeno.
- ↑ Aethiop. 2. p. 112.
- ↑ Hug Untersuch. über d. Mythos u. s. w. S. 353 ff. erklärt das Wassergefäss oder den Canop für ein künstliches Zeitmaass nach Macrob. in Somnium Scip. 1. c. 21. ed. Zeune und Horap. Hieroglyph. 1, 16. Man setzte zwei eherne Töpfe über einander, und liess von der Zeit an, wo ein Stein in den nächtlichen Gesichtskreis trat, bis er am folgenden Abend wieder sichtbar wurde, aus dem obern Wasser in den untern laufen. Dieses Wasser, genau in 12 gleiche Theile abgetheilt, gab eine Grösse an die Hand, ein Zwölftheil des Umlaufes zu messen; sodann das Sternengewölbe in 12 gleiche Theile einzutheilen, und den 12 Zeichen ihren Umfang zuzuscheiden. – S. 267. Lediglich als Wassergefäss konnte dieses den Vorzug nicht ansprechen, der sichtbare Ausdruck des höchsten Wesens zu sein, (Appul.) aber als Zeitbestimmer – war es selbst der Inbegriff aller Zeiten, und bei seiner Betrachtung gieng der Gedanke der Zeit in die Vorstellung des Ewigen über, den man gleichsam daran versinnlicht sah.
- ↑ Achill. Tat. de Clitoph. et Leucipp. amor. 4, 18. Spartian. Pescenn. Nig. c. 3. Nilum habetis, et vinum quaeritis?
- ↑ Plutarch. Ιs. et Osir. p. 353.
- ↑ Polyb. Fragm. 54. Vgl. Athen. 2. p. 45.
- ↑ S. Prosp. Alpinus de plantis Aegypti p. 73.
- ↑ Diod. Sic. 1, 34. Plin. H. N. 22, 21. Vgl. Theophrast. Hist. Plant. 4, 10. Im besäeten Lande hatte man Brodt von Getraide, κυλλαστις genannt. Herodot. 2, 77. Hesych. v. κυλλαστις, ἀρτος τις ἐν Αἰγυπτῳ ὑπο ῥιζων ἐξ ὀλυρας.
- ↑ S. L. 48. A. 128.
- ↑ H. Stephan. de urb. et pop. v. Νειλος. Ptolem. lib. 4. Herodot. 2, 90.
- ↑ l’Egypte s. l. Phar. 1. p. 321.
- ↑ L. 7. A. 36.
- ↑ Strom. 6. p. 633. C.
- ↑ Heliodor. Aeth. 3, 150. u. 2, 107.
- ↑ Lucian. Deor. concil. T. II. p. 607. §. 10. ed. Schmied.
- ↑ Euseb. H. Eccles. 4, 8.
- ↑ Vgl. L. 14 ff.
- ↑ Heliodor. Aeth. 2. p. 107.
- ↑ S. oben not. 88. dies. A.
- ↑ L. 7.
- ↑ 4 Mos. 11, 25–27. 1 Reg. (sept. Regum 3.) 18, 22. 1 Samuel. 10, 5–13. Vgl. Eichhorn de poësi prophetica Hebraeorum, Vorles. gehalten 1821 u. 1822 in der Societ. d. Wiss. zu Göttingen.
- ↑ 1 Mos. 41, 8. La Croze Thes. Epist. T. III. 169. erklärt freilich ἐξηγητας durch prophetas.
- ↑ 2, 83. Vgl. 2, 54 ff. u. 155. Ptolem. 4. c. 5. Steph. Byz. de urb. v. Βουτος. Vgl. L. 14. 15. A. 50. extr.
- ↑ Pollux Onomast. 1, 2. Suid. Προφητεια. Reiske (de Pauw.) und Wessel. zu Herodot. 2, 58.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 73.
- ↑ Joseph. Ant. Jud. 2, 9. §. 2. ed. Amstel. ἱερογραμματεις εἰσι δεινοι περι των την ἀληθειαν εἰπειν. Vgl. 2, 5. §. 4.
- ↑ S. auch Macrob. Saturn. 7, 13. Et Horus – inquit – – Aegyptios opinari, ut ego Sacerdotes eorum, quos prophetas vacant, cum in templo vidissem circa deorum simulacra etc.
- ↑ Synes. Encom. Calvit. p. 50. ed. Turneb. Παρ’ Αἰγυπτιοις τα φροφητικα γενη βαναυσοις μεν και χειρωναξιν οὐκ ἐπιτρεπουσι δημιουργειν εἰδη Θεων κ. τ. λ.
- ↑ Z. B. über die Wahl und Einführung des Apis, bei dessen Einholung sie sich zu dem Ende an die Tempelschreiber anschlossen. Aelian. Nat. Anim. 11, 10. p. 351. ed Schneid.
- ↑ Plutarch. Ιs. et Osir. p. 366. F.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 8.
- ↑ Plutarch. de Ιs. et Osir. p. 352. B.
- ↑ Ιs. et Osir. p. 566. F. – και την ἱεραν κιστην οἱ στολισται και οἱ ἱερεις ἐκφερουσι κ. τ. λ.
- ↑ S. L. 38. Α. 97. über die Einrichtung d. ägypt. Tempel. Caes. B. C. 3, 105.
- ↑ Herodot. 2, 47.
- ↑ Strabo 17. p. 805.
- ↑ Porphyr. de abst. 4. §. 6. u. 8.
- ↑ 1, 91.
- ↑ Hesych. v. ἀδυτον.
- ↑ A. a. O.
- ↑ Strom. 6, 633. D.
- ↑ Hesych. v. στολισμος, ἱματισμος, κοσμος. Inschr. v. Ros. L. 40. παρατιθεναι ἱερον κοσμον f. στολιζειν. Plutarch. Ιs. et Osir. p 366. F. και τουτο στολιζουσι και κοσμουσιν.
- ↑ 2 Kön. (Regum 4. sept.) 10, 22. Και εἰπεν Ἰηου – – ἐξαγαγετε ἐνδυμα ἁπασι τοις δουλοις του Βααλ. και ἐξηνεγκεν αὐτοις ὁ στολιστης בלהדש Vgl. L. 40.
- ↑ Herodot. 2, 84.
- ↑ Philostrat. vit. Apollon. Tyan. 5, 42.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 366. E. F. Ueber den Aufzug s. Creuzer Commentat. Herodot. 1. p. 123.
- ↑ 2, 152
- ↑ 2, 42.
- ↑ Mathes. l. 3, 11. §. 9. u. 14. §. 3.
- ↑ Pausan. 5, 16. §. 2. u. 6, 24. §. 8.
- ↑ Thucyd. 2, 13.
- ↑ Diod. Sic. 20, 46. Wessel. b. d. St. und Jo. Meurs. Panathen.
- ↑ Cuper. Harpocrat. p. 260.
- ↑ Lucian. Deor. concil. T. 2. p. 607. ed. Schmieder. Ἐν δε, ὠ κυνοπροσωπε, και σινδοσιν ἐσταλμενε Αἰγυπτιε.
- ↑ Diod. Sic. 1, 84. Clem. Alex. Paedagog. 3. p. 216. D. ed. Sylb. Vgl. L. 17. 18. A. 58.
- ↑ Herodot. 2, 37. 81. Plutarch. Is. et Osir. p. 352.
- ↑ Ueber die Gewänder der ägypt. Priester bei d. Aufzügen s. Caylus Recueil d’Antiq. T. 4. p. 6. u. 7. u. Böttiger Andeutungen S. 8. u. Ideen zur Archäologie d. Mal. S. 79. über die Kopfbedeckungen.
- ↑ Cayl. Rec. d’Antiq. T. 5. p. 20.
- ↑ Macrob. Saturn. 1, 19.
- ↑ Euseb. Praep Ev. 3, 11. p. 113. ed. Paris. Ohne Zweifel. ein dunkelfarbiges.
- ↑ 8. 24. §. 6.
- ↑ Macrob. a. a. O. Plutarch. Is. et Osir. p. 382. C.
- ↑ Euseb. Praep. Ev. 3, 3. p. 91. B. Plutarch. Ιs. et Osir. 357. E. 362. E.
- ↑ Servius zu Virgil. Aen 11. v. 287. p. 658. B. ed. Colon.
- ↑ Metam. 11. p. 770. ed. Oudend.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 88. Plutarch. Is. et Osir. 363. A.
- ↑ Die richtige Lesart ist μοςχοσφραγιστικα. Porphyr. de abstin. 4. §. 7. Μυριαι δ’ ἀλλοι παρατηρησεις, και της περι αὐτα τεχνης των καλουμενων μοςχωσφραγιστων, ἀχρι συνταξεων προαγουσα βιβλιακων. Also selbst Schriften hatte man über diese Kunst, aber wohl hermetische, welche auch Clemens Alex. erwähnt. Zoega obel. p. 515. A. 36. schreibt die Moschosphr. den Pastophoren zu.
- ↑ Herodot. 2, 58. Plutarch. Is. et Osir. 563. B. Τον δε μελλοντα θυεσθαι βουν οἱ σφραγισται λεγομενοι των ἱερεων κατεσημαινοντο, της σδραγιδος – γλυφην μεν ἐχουσης ἀνθρωπον εἰς γονυ καθεικοτα ταις χερσιν ὀπισω περιηγμεναις, ἐχοντα κατα της σφαγης ξιφος ἐγκειμενον κ. τ. λ.
- ↑ Pantheon. 4. c. 3. p. 241.
- ↑ Metam. 11, 775. Vgl. Beroald u. Oudendorp b. d. St.
- ↑ Is. et Osir. 355.
- ↑ de sacerdot. p. 132 seqq.
- ↑ 3, 4.
- ↑ 1, 75.
- ↑ Aelian. V. H. 14, 34. Vgl. Nicolai de Synedrio Aeg. p. 21 seqq.
- ↑ Herodot. 2, 131.
- ↑ Diod. Sic. 3, 4. Horapoll. Hierogl. 2, 118.
- ↑ Hist. Eccles. 5, 3.
- ↑ Panth. L. 4. c. 3. §. 5 seqq. Vgl. Hug Untersuch. S. 107. A. 3. Ueber die Einrichtung der Nilmesser s. Hirt Versuch über d. allmähligen Anbau u. Wasserbau des alten Aegyptens S. 14. u. 26.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 6. Ἀει δε ἐντος του σχηματος χειρες.
- ↑ Z. B. bei Polemo, dem Zuhörer des Xenocrates. Primum coronam capite detractam projecit, paulo post brachium intra pallium reduxit. Valer. Max. 6. c. 9. Extern. 1.
- ↑ 3, 4.
- ↑ Vgl. (Pahlin) Analyse p. 37. 43.
- ↑ Antiq. expl. T. 2. P. 2. Pl. 116. 1.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 9. p. 324. cd. Traj. ad. Rhen.
- ↑ Aeschyl. Persae 590 ff. Sophocl. Electra 893 ff. Eurip. Orest. 115.
- ↑ Serv. zu Virgil. Aen. 3, 66. Bene animam lacte et sanguine ad tumulum dicit elicitam. Lacte namque corpus nutritur post animae conjunctionem, et anima sine sanguine nunquam est, quo effuso recedit.
- ↑ S. L. 42. A. 110.
- ↑ In dieser Meinung wurde ich bestärkt, als ich bei Villoison im Magas. Encycl, Ann. 9. T. 2. p. 175. u. 322 ff. fast dieselben Gründe dafür fand, welche sich mir dargeboten hatten; nur bezieht er sich unrichtig auf φερνοφορος, (S. 322) da Hieronym. in Daniel. p. 1123 nicht Berenice, sondern deren Vater Philadelphus so nennt.
- ↑ L. 11. 19. 21. 25. 35. 37. 38. 39. 44. 46. 47.
- ↑ Im Account p. 35.
- ↑ Lobeck de substantivis in ᾱς exeuntibus in Wolf Litterar. Analekten III. 47.
- ↑ Montf. Ant. Expl. T. 2. P. 2. Pl. 105. u. daselbst Pl. 138. d. grosse Isistafel.
- ↑ Denon Pl. 121. F. 8. Pl. 134.
- ↑ Montf. a. a. O. Pl. 116. auf einem Monument aus spät. Zeit.
- ↑ Cayl. Recueil d’Antiq. T. 4. Pl. 11. Hirt Bildung der ägypt Gotth. S. 38. Taf. 8. F. 57.
- ↑ S. die grosse Isistafel.
- ↑ In Euseb. Praep. Ev. 3. 11. p. 115. A. ed. Paris. Vgl. Cuper Harpocr. p. 35. den Horus im Mus. P. Clem. 2, 16. Visconti M. P. Clem. T. 2., p. 134. in d. Erklärung, die vielen Kopfbedeckungen bei Denon Pl. 115. u. Vet. Monum. Matthaeiorum Tom. III. Tab. 26.
- ↑ Cayl. Recueil d’Antiq. T. 5. Pl. 8.
- ↑ S. die grosse Isistafel, Denon Pl. 116. 117. 122. und Hirt in d. a. Schrift S. 57. u. 58.
- ↑ Hammer in Fundgrub. d. Orients 3. H. 5. B. S. 273 ff. übersetzt Habicht, welches der allgemeine Name einer Ordnung von Landvögeln ist, aber auch Falke; Hug Untersuch. S. 49. Geier; Hirt Bild. der ägypt. Gotth. S. 18. 35. 48. Falke; Becker im Augusteum 1. B. S. 17. Böttiger Ideen z. Archäol. d. Mal. S. 69. Grotefend in Dorow’s Assyr. Keilschrift S. 34. und (Pahlin) Analysfe p. 52. Sperber.
- ↑ Böttig. Aehrenlese S. 2. Taf. 2. Vgl. Blumenbach Naturgeschichte.
- ↑ Harpocr. p. 70.
- ↑ Analyse p. 52.
- ↑ Bildung der ägypt. Gotth. S. 57.
- ↑ Clem. Alex. strom. 5. p. 564. A.
- ↑ Clem. Alex. strom. 5. p. 567. B. Vgl. Diod. Sic. 3, 4.
- ↑ Suidas v. Πριαπος.
- ↑ Macrob. Saturn, 1, 19.
- ↑ Odyss. 7, 36. S. Macrob. a. a. O.
- ↑ Otho. c. 4. Vgl. Casaub. zu Suet. Octav. c. 27.
- ↑ Horap. Hierogl. 1, 7. Jablonski opusc. 1. p. 47.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 9. Ders. in Euseb. Praep. Ev. 3, 3. Clem. Alex. strom. 5, 567. B. Aelian. Nat. Anim. 10, 24.
- ↑ Porphyr. a. a. O. Aelian. Nat. Anim. 10, 14.
- ↑ Aelian. u. Porphyr a. a. O. und Porphyr. de abst. 2, 48. Jamblich. de myster. Sect. 6. c. 3.
- ↑ Clem. Alex. 5, 566. D. – φθορας δε, ὁ γερων (συμβολον) θεου τε αὐ ὁ ἱεραξ. Horap. de Myster. 1, 6. Vgl. Zoega de obelisc. p. 439. n. 443.
- ↑ Auch Villoison bemerkt diess (im Mag. Encycl. Ann. 9. T. 2. p. 177.); die Frage aber, welche sich damit aufdringt, wer waren dann die Pter.? lässt er unbeantwortet.
- ↑ Böttig. Amalthea 1 B. S. 109. Anm.
- ↑ Sturz de dial. macedon. et alexandr. p. 111.
- ↑ Combe im Account. p. 52.
- ↑ Remarks on the greek Inscript. im Classical Journal VoL X. No. XIX. Sept. 1814. p. 73.
- ↑ Hug Unterfuch. S. 276.
- ↑ Daselbst. A. 3. Montf. T. 2. P. 2. Pl. 116. Monum. Matthaeiorum Vol. 5. Tab. 26. Clem. Alex. strom. 6, 633. C. (in d. A. 5, 757.) ὁ ἱερογραμματευς – ἐχων πτερα ἐπι της κεφαλης. Hesych. v. πτεροφοροι – καλουνται δε οὑτως και των ἐν Αἰγυπτῳ ἱερεων τινες.
- ↑ L. 19. A. 60.
- ↑ L. 2. A. 9.
- ↑ (de Paw) Recherches sur les Egypt. T. 1. p. 48. ed. 1773.
- ↑ Eclaircissem. p. 42.
- ↑ L. 42. A. 110.
- ↑ Im Account. p. 22. Vgl. Classical Journal a. a. O. p. 70.
- ↑ Wie man v. καλυβη statt σκληρη lesen muss, s. Palmer. u. Salmas.
- ↑ Hesych. σκηνη.
- ↑ Etymol. Magn. Vgl. Hesych. v. παστοφοριον (ναος εὐανθης) u. Horapoll. Hierogl. 1, 41.
- ↑ L. 41. A. 107.
- ↑ Das Weitere s. L. 42. A. 110.
- ↑ L. 42.
- ↑ 2, 28.
- ↑ 1, 70. 87.
- ↑ 1, 16.
- ↑ Strom. 6, 633. C.
- ↑ Nat. Anim. 11, 10.
- ↑ Metam. 11, 789. ed. Oudend.
- ↑ Chron. p 32.
- ↑ 1, 98. Vgl. Herodot. 2, 86.
- ↑ 1, 78.
- ↑ Böckh Erklärung dies. Urk. S. 5. 6. 33. 34.
- ↑ Strabo 17, 797.
- ↑ 15, 27.
- ↑ Hesych. v. Ἱερομνημ. οἱ πεμπομενοι εἰς Πυλαιαν ἱερογραμματεις. Suidas v. Ἱερομνημ. οἱ πεμπ. εἰς Πυλ. γραμματεις.
- ↑ Clem. Alex. strom. 1, 304. A. Euseb. Praep. Ev. 10, 4. p. 472. B.
- ↑ Panth. Proleg. p. 94. Opusc. 1. p. 38.
- ↑ de Sacerd. Aegypt. p. 137.
- ↑ V. H. 12, 4. wo νοηματα für νομιμα, welches Perizon. vorzieht, beizubehalten ist; 14, 34. bezeichnet νομιμα nur einen Theil der νοηματα. S. Lucian Philopseud. §. 34.
- ↑ Clem. Alex. und Euseb. a. a. O.
- ↑ Clem. Alex. strom. 6, 633. C.
- ↑ Jamblich. Myster. Sect. 1. c. 1.
- ↑ Zu Horapoll. Hierogl. 1, 38. p. 253. ed. Pauw.
- ↑ Diod. Sic. 1, 87.
- ↑ Pollux. 7, 10. p. 333. Francof. Και ἁρπεδονας δε τα νηματα Ἡροδοτος. (3, 47.) S. Sturz de dial. maced. p. 111.
- ↑ Zu Euseb. Praep. Ev. 10, 4.
- ↑ Opusc. 1, 121. Panth. Proleg. p. 92.
- ↑ de provid. 1. p. 65.
- ↑ Vgl. Gale zu Jamblich. de Myster. Sect. 3. c. 31. p. 252. u. hier L. 42. A. 110 gegen L.
- ↑ Clem. Alex. strom. 6, 634. A.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 8.
- ↑ Aelian. Nat. Anim. 11, 10.
- ↑ Euseb. Praep. Ev. 1, 10. p. 41. C. aus Philo Bibl.
- ↑ Syncell. p. 32.
- ↑ Strom. 6, 633. C.
- ↑ Nach Lucian. Philopseud. §. 34. gelangte Pancrates, ein h. S. , nach 23jährigen Studien zum Besitze der ganzen ägyptischen Gelehrsamkeit. Aehnliches erzählt Caesar B. g 6, 14. von den Druiden. Diese mussten eine grosse Anzahl von Versen auswendig lernen, worauf einige eine Zeit von 20 Jahren verwandten; keiner durfte etwas aufschreiben.
- ↑ 2, 100. 145.
- ↑ 1, 44. 46. 69.
- ↑ In Apion. 1. §. 16.
- ↑ S. Zoega de orig. et usu obelisc. p. 519 seqq.
- ↑ Joseph. in Apion. 1. §. 17. Origen. contr. Cels. 1. p. 15. ed. Cantabr.
- ↑ Appian. praefat.
- ↑ In Apion. 1. §. 16.
- ↑ Aristid. Aegypt. T. 2.
- ↑ Diod. Sic. 16, 51. Aelian. V. H. 6, 8.
- ↑ Clem. Alex. strom. 6, 633. G. Vgl. Schmidt de Sac. Aeg. p. 138 seqq. Villoison im Mag. Encycl. Ann. 9. T. 2. p. 177. u. 196. Sturz de dial. alex. p. 101. v. κανων. u. d. Momunente, auf welche diese Gelehrte verweisen.
- ↑ Diod. Sic. 1, 70.
- ↑ Appul. Metam. 11. 789.
- ↑ Diod. Sic. 1, 87. Vgl. Plutarch. Is. et Osir. 353. B. u. Clem. Alex. strom. 5, 566. G.
- ↑ L. 54. A. 144.
- ↑ de provid. 1.
- ↑ Diod. Sic. 1, 70. 81. Philo vit. Mosis. 1. 606, B. Clem. Alex. a. a. O.
- ↑ de Myster. Sect. 1. c. 1.
- ↑ Aegypt. p. 551. Oxon.
- ↑ 2, 28.
- ↑ Selbst über die Quellen des Flusses behaupteten sie Aufschluss geben zu können. Herodot. 2, 28. 109. Vgl. Diod. Sic. 1, 40. Strabo 17, 787. u. hier L. 6. A. 33.
- ↑ Clem. Alex. strom. 6, 633. B.
- ↑ Porphyr. de abstin. 4. §. 8.
- ↑ Plato Epimen. Diod. Sic. 1, 49, 50, 81.
- ↑ Ders. 1, 73.
- ↑ Herodot. 2, 82.
- ↑ L. 42. A. 110. gegen E.
- ↑ Horapoll. Hierogl. 1, 38.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 82. Κᾀν τοις ἐκ της ἱερας βιβλου νομοις ἀναγινωςκομενοις ἀκολουθησαντες –– ἐαν δε παρα τα γεγραμμενα ποιησωσι κ. τ. λ.
- ↑ P[l] utarch. Is. et Osir. 583. E. – γραμματων ἱερων τοις μυρεψοις, ἐαν ταυτα μιγνυωσιν, ἀναγιγνωςκομενων κ. τ. λ.
- ↑ Suid. v. ἰαχην u. ἱερογραμματ.
- ↑ Joseph. Ant. Jud. 2, 9. §. 2. Των ἱερογραμματεων τις, και γαρ εἰσι δεινοι περι των μελλοντων την ἀληθειαν εἰπειν. Suid. v. ἱερογραμμ.
- ↑ Chaeremon bei Joseph. contr. Apion 1, 32.
- ↑ Joseph. Ant. Jud. 2, 5. §. 4. sagt nur: συνεκαλει – Αἰγυπτιαων τους λογιωτατους, Genes. 41, 8. חרטמי und חכמיה, Sept. ἐξηγητας και σοφους, bei λογ. kann aber Jos., zufolge seiner andern Aeusserungen über die h. S., nur an diese gedacht haben.
- ↑ Tacit. Hist. 4, 83.
- ↑ Aelian. Nat. Animal. 11, 10.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 91.
- ↑ Clem. Alex. strom. 6, 633. C.
- ↑ Horapoll. Hierogl. 1, 139.
- ↑ L. 3. A. 11.
- ↑ adv. haeres. 1. p. 68. C. Paris. Vgl. Strabo 17. p. 787.
- ↑ Plin. Epist. 10, 5.
- ↑ L. 2. A. 9.
- ↑ L. 3. A. 13. L. 44. A. 116.
- ↑ 6. Α. 31.
- ↑ εκ βασ.? S. Schlichtegr. p. IX.
- ↑ φιλοπατ.
- ↑ σιτικα.
- ↑ επι.
- ↑ τους.
- ↑ εκλελειμμ. S. Schlichtegr. p. IX.
- ↑ προσετ.
- ↑ παντες
- ↑ χρονου
- ↑ ζωοις
- ↑ βασιλεων.
- ↑ ιερων.
- ↑ L. 3. A. 12.
- ↑ L. 26–28.
- ↑ Memnonium S. 480. gegen den Verfasser des Versuches über. d. Relig. Geschichte der ältesten Völker, S, 144ff.
- ↑ Zu Herodot. 1. p. 174.
- ↑ Herodot. 2, 144.
- ↑ Ders. 3, 170–172. S. Creuzer Comment. Herod. p. 403.
- ↑ Ders. 2, 36.
- ↑ Ders. 2, 156. wo Hor. Apollo genannt wird.
- ↑ Ders. 3, 5. Vgl. 2, 144.
- ↑ Myster. Sect. 8. 2. 5.
- ↑ Plin. H. N. 5, 9.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 363. D. Euseb. Praep. Ev. 3, 5. ed. Paris. aus Plutarch. Heliodor. Aethiop. g. p. 435.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 366. C.
- ↑ Vgl. Heliodor. Aethiop. 9. p. 456.
- ↑ S. Sex dissertat. de plagis Aegyptiorum, def. praes. Joanne Bonsdorf. Åbo 1809 et 1810.
- ↑ Vgl. Prosp. Alpin. Hist. Nat. Aegypt. 3, 4. Plessing Memnonium S. 189. u. Hirt Versuch über d. allmähl. Anbau Aegyptens.
- ↑ 2, 158.
- ↑ Plutarch. Anton. 917. ed. Francof. Vgl. Champoll. l’Egypte s. l. Phar. 2. p. 304. u. Jablonski Panth. lib. 5. p. 64.
- ↑ Jabl. Panth. lib. 5. p. 76. u. 97.
- ↑ Champoll. l’Egypte s. l. Phar. 2. p. 92.
- ↑ Athen. Deipn. 15. p. 680. A.
- ↑ Is. et Osir. 571. VC.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 380. C.
- ↑ Plut. das. 379. C. Germanic. in Anat. Phaenom. Capricorn. ed. Buhle, T. II. p. 71. oder ed. Paris. p. 125. Porphyr. de abstin. 3. p. 16. Vgl. Fr. Sam. Zickler de Aegypt. bestiarum cultoribus. Jen. 1757.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 369. A.
- ↑ Jamblich. Myster. Sect. 8· c. 3. ἀγαθων ποιητικος. Plutarch. Is. et Osir. 568. A. ἀγαθοποιος.
- ↑ Diod. Sic. 1, 11. Macrob. Saturn. 1, 21. Lercher A. 512. zu Herod. 2, 144.
- ↑ Hug Untersuchungen bes. S. 28. u. 123ff.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 555. A. Diod. Sic. und Macrob. a. a. O. Euseb. Praep. Ev. 1, 9.
- ↑ Diod. Sic. 1, 22.
- ↑ Ders. 1, 11. Euseb. a. a. O.
- ↑ Euseb. Praep. Ev. 5, 12.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 371. B. 372. A.
- ↑ Plut. Is. et Osir. 356. D. Ders. 359. D. Die Thebaner halten keinen Gott für sterblich.
- ↑ De orig. et usu obel. p. 592.
- ↑ Diodor. Sic. 1, 21. 88. Synesius de provid. 1. giebt die Fabel bis zur höchsten Vollständigkeit ausgesponnen, wobei auch der Cocytus nicht vergessen ist.
- ↑ S. die große Isis-Tafel.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 358. D. 373. D. Diod. Sic. 1, 25.
- ↑ Plutarch. adv. Colotem p. 1119. B.
- ↑ Plessing Memnonium S. 337. 543 u. s. f. suchte dieß gegen den ungläubigen Meiners geltend zu machen; er schrieb zu früh.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 373. C.
- ↑ Ders. das. 358. B.
- ↑ Diod. Sic. 3, 6.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 369.
- ↑ Herodot. 2, 42. 144. Diod. Sic. 1, 11. 4, 2.
- ↑ Herodot. 2, 144. 156. Diod. Sic. 1, 25.
- ↑ Plutarch. Is. et Osir. 351 F. 372. D. 575. D.
- ↑ Herodot. 2, 156.
- ↑ Diod. Sic. 1, 15.
- ↑ L. 15. A. 51.
- ↑ Diod. Sic. 1, 18. φιλογελως.
- ↑ Ders. das.
- ↑ Hellan. bei Constantin. Porphyr. Themata lib. 2. c. 2. Solin. c. 9. p. 26. ed. Salmas.
- ↑ Appul. de deo Socrat. p. 295. ed. Lugd. Bat.
- ↑ Ihm errichtete Philometor einen Tempel zu Antäopolis (ägypt. nach Champoll. l’Egypte s. l. Phar. 1. 271. Tkoou). Die Inschrift, aus welcher dieß hervorgeht, s. bei Jomard in Descript. de l’Egypte T. 4. p. 112.
- ↑ Diod. Sic. 1, 17. 21.
- ↑ Ders. 1, 25.
- ↑ L. 14. 15. 21. L. 30. A. 79.
- ↑ L. 21. u. Diod. Sic. Fragm. Vol. 10. p. 227. ed. Argent. μεγαλους κινδυνους ὑπομειναντων Ῥομαιων.
- ↑ Diod. Sic. 18, 56. Ἡγουμενοι δειν ἐπαναγαγειν παντας ἐπι την εἰρηνην.
- ↑ S. L. 1. A. 4. u. L. 32. A. 34.
- ↑ Polyb. 1, 41. §. 2.
- ↑ L. 20.
- ↑ L. 14. extrem. – L. 19. Vgl. L. 1. A. 4.
- ↑ Diod. Sic. a. a. O. sagt von den Römern und ihrer angeblichen Großmuth gegen Philipp 5. und Antiochus dem Gr. nach deren Besiegung: και τοσουτον ἐπ’ αὐτοις φιλανθρωπενθεντων, ἑς μη μονον τας βασιλειας ἐχειν, ἀλλα και φιλους αὐτους εἰναι συγχωρησαντων.
- ↑ Eclairciss. p. 53.
- ↑ Strabo 16. 769. §. 6. S. L. 54. A. 88.
- ↑ Der Nomos von Momemphis hieß wegen solcher Gruben, νιτριαι, Nitrioticus. Strabo 17, 803.
- ↑ Plin. H. N. 35, 15 ff.
- ↑ Diod. Sic. 3, 11–15.
- ↑ Monum. Adul. in Chishull. Antiq. Asiat. p. 79. Periplus Mar. Erythr. p. 143. in Arrian. ed. Amstel. p. 143. Vgl. de Schmidt opusc. p. 214.
- ↑ Plin. H. N. 13, 11. Vgl. Nicol. Schow Charta papyracea etc. praefat.
- ↑ Herodot. 1, 149. 3, 91.
- ↑ Böckh Urkunde auf Papyrus S. 28. u. 30: ῥυμη βασιλικη königliche Felder.
- ↑ Strabo 17, 818.
- ↑ Ders. 17, 800. 813. Ἑρμοπολιτικη φυλακη.
- ↑ Ders. 17, 798. § 15.
- ↑ Ders. 2, 101. 98.
- ↑ Εἰς την βασιλικην κτησιν. Joseph. Antiq. Jud. 12, c. 2. § 3. in dem Mährchen von d. Entstehen der Septuag. aus dem Werke des Pseudo-Aristäus, welcher Einrichtungen des Hofes und Staates treu schildern mußte, wenn man ihm auch übrigens glauben sollte. S. Humfr. Hody contr. historiam Aristeae. Oxon. 1685.
- ↑ Einleit. §. 2. u. 3.
- ↑ L. 16 ff.
- ↑ Herodot. 2, 168. Diod. Sic. 1, 73.
- ↑ Herodot. 2, 108.
- ↑ Joseph. Ant. Jud. 12. c. 2. §. 3.
- ↑ Polyb. 16, 21. 22. Athen. 11, 494. ταμιαι. Diesen war der διοικητης vorgesetzt, Cic. pro Rabir. Postum. 10. er hatte την των χρηματων ἐξουσιαν s. φυλακην. Polyb. 16, 21.
- ↑ Monum. Adul. in Chishull Ant. As. p. 81.
- ↑ Joseph. A. J. 13, 4. Darius Hystaspes zog aus ganz Aegypten mit dessen Nebenländern in Africa nur 700 Tal. Herodot. 3, 91.
- ↑ Joseph. a. a. O.
- ↑ Einleit. §. 2.
- ↑ Synes. de provid. 1.
- ↑ Hieronym. in Daniel. p. 1122.
- ↑ Appian. Hist. Rom. praefat. p. 8. ed. Amstel.
- ↑ L. 52. A. 137.
- ↑ L. 17. A. 55.
- ↑ Metam. 11, 788. 780.
- ↑ 1, 71.
- ↑ Polyb. 4, 52. §. 7.
- ↑ Diod. Sic. 5, 7.
- ↑ L. 1. Α. 4. L. 2. Α. 7.
- ↑ L. 29.
- ↑ L. 29. Hadrian erließ den Provinzen Rückstände von 16 Jahren.
- ↑ S. Einleit. §. 2ff.
- ↑ L. 29. 30.
- ↑ [158] Polyb. 5, 39. Συγχρησομενοι τοις εἰς φυλακην ἀπηγμενοις των ἀνδρων.
- ↑ Analyse p. 66.
- ↑ L. 4. A. 24.
- ↑ Polyb. 5, 36.
- ↑ Ders. 5, 39.
- ↑ L. 3. A. 12. Einleit. §. 2.
- ↑ S. oben A. 48.
- ↑ Eine vollständige Urkunde einer Amnestie, welche Polysperchon bekannt machte, findet sich Diod. Sic. 18, 56.
- ↑ ᾿Ελεγον ἑκαστους Φορους συνταξεις ἐπειδη χαλεπως ἐφερον οἱ ῾Ελληνες το των Φορων ὀνομα Καλλιστρατου οὑτω καλεσαντος Etymolog. Magn. u. Suidas v. συνταξις. Vgl. Villoison im Magas. Encycl. Ann. 9. T. a. p. 546. Plutarch. Is. et Osir. 359. D. συντεταγμενα τελειν. Athen. 11. p. 494. ist συνταξις Jahrgeld, Besoldung.
- ↑ S. L. 19. A. 60.
- ↑ L. 16. u. L. 18. A. 58.
- ↑ 29) Caesar. B. G. 6, 15.
- ↑ 30) Porphyr. de abstin. 4. s. 6. u. 7.
- ↑ 31) Diodor. Sic. 1,21
- ↑ 32) Ders. 6, 2. 3.Stephan. Byz. de urb. v. Αίλοψ. nennen Aethiopien das am ersten bewohnte Land. Vgl.Fourmont in d. Mémoir. d. Acad. d. Inschr. zu Paris, T. 7. p. 504. Delisle Histoire des hommes, de Panw Recherchet philos. s. l. Egypt. et l. Chin.
- ↑ 33) s, 104.
- ↑ 34) 2, 50.
- ↑ 35) Herodot. 2, 141.
- ↑ Heynje: 'fffoiv deficere fncile rufpiceris. Explet doete v. ingen. Atterblad: και öferfjojv και τσίτων ieqiuv, ίν c..'c io^virfTui r\ f'iHOiv ioa 3fov ,βκσιλίωί otiuivojicu. W eil o n will zu T^ITIUV noch τίτκξταιν hinzufügen, at Epiph. was deißed in his life-tirne, and his image war to be placcd in his owii and each of ihe three templei of his predeceffors t Ptot. Philad., PC. Kvcrg. and Pt. Philopator, im Account p. 33. Porlou: c» »K-wr* TW·/ ri ciruiv] xoc» 5ivrfoi[v äc«v
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